﻿17
immer 165 Bilder, bei denen nach dem zugerufenen Wort zwei, drei, vier oder fünf verschiedene Gegenstände sich zeitlich vor allen übrigen bemerkbar machten. Sie bilden einen zwingenden Beweis dafür, dass eine Bevorzugung bestimmter Wahrnehmungsobjekte auf Grund associativer Momente der Wahrnehmung selbst vorangehen kann, die äussere Erregung also nicht erst dann Associationen erweckt, sobald sie sich in einen bewussten Vorgang umgesetzt hat, sondern zwischen äusserer Reizung und bewusster zentraler Erregung eine nicht bewusste Zwischenstufe liegt, in der das Spiel der auf associativen Miterregungen beruhenden Verstärkungen und Hemmungen, Beschleunigungen und Verlangsamungen ebenso wirksam sein kann wie im Bewusstsein selber.
III.
Die Ansichten der Psychologen gehen noch immer darüber auseinander, ob zwischen dem sinnlichen Eindruck und der in der Phantasie oder Erinnerung entstehenden Reproduktion desselben ein prinzipieller Unterschied besteht. Dass die reproduzierte Empfindung gewöhnlich durch die Hemmung, welche sie durch andere gegenwärtige Sinneseindrücke erfährt, an Stärke, Lebhaftigkeit, Beständigkeit und Deutlichkeit hinter dem sinnlichen Eindruck zurücksteht, bezweifelt niemand; es fragt sich nur, ob dieser Unterschied ein notwendiger ist, und ob nicht unter günstigen Bedingungen beide völlig ununterscheidbar werden können. Die abnormen Erscheinungen des Traumes, der hypnotischen Suggestion, der Hallucination u. s. w. sind dabei besser ausser acht zu lassen, weil sie, wie es durch Meynert u. a. geschah, eine Deutung zulassen, die sie von den eigentlichen Erinnerungs-erscheinungen ablöst.
Im normalen psychischen Leben sind es nun zweifellos die Apperceptionsillusionen, welche am lebhaftesten für die prinzipielle Gleichheit der wahrgenommenen und der repro-
Münsterberg, Beiträge. IV.	2