﻿Kettenreaktionen.
Die im folgenden darzustellenden psychometrischen Untersuchungen sind zum Teil nach derselben Methode gearbeitet, nach der meine früheren zeitmessenden Versuche aus-geführt wurden. Gr. E. Müller hat gegen diese Methode einen Einwand geltend gemacht, welcher, falls er sich als berechtigt erweisen sollte, meine Versuchsergebnisse völlig entwerten und das Vertrauen in die Exaktheit meiner Experimente arg erschüttern müsste. Da nun gerade in diesem Punkt die Irrtümlichkeit der Müllerschen Ansicht für den Fernerstehenden nicht so leicht zu durchschauen ist wie bei den übrigen Argumenten seiner „Kritik“ 1)1 so bin ich gegen mein Prinzip, persönlich gefärbte Kritik unbeachtet zu lassen, ausnahmsweise in diesem Falle genötigt, den Müllerschen Ausführungen, soweit es die folgende Arbeit unbedingt fordert, in Kürze näher zu treten.
Müllers Vorwurf ist der folgende. Ich benutzte durchweg das Hipp sehe Chronoskop und kontrollierte es mit dem Langeschen Fallhammer. Nun zeigt das Chronoskop diejenige Zeit an, während welcher ein elektrischer Strom das Uhrwerk durchfliesst; der Langesche Hammer lässt lediglich Zeiten, die kleiner als 160 o (= 0,16 Sek.) sind, kontrollieren, während die von mir untersuchten Zeiten meist grösser als 500 o (= 0,5 Sek.) gewesen sind. „Man begreift daher nicht, wie
0 Göttingische gelehrte Anzeigen, Juni 1891.