﻿41
Verfasser sich mittels des Kontrollhammers von der Richtigkeit der erhaltenen Zeitwerte überzeugt haben will. Schon die rein theoretische Ueberlegung lässt ohne weiteres erkennen, dass eine Stromstärke, welche für etwa 150 a richtige Zeitwerte gewinnen lässt, zu hohe Werte ergibt, wenn die zu messenden Zeiten beträchtlich länger sind, und zwar der Fehler um so grösser ist, je länger die Zeiten sind. Denn je länger die Zeit ist, während welcher der elektrische Strom das Uhrwerk durchfliesst, desto mehr überdauert die Festhaltung des Ankers den elektrischen Strom.“ Müller gelangt infolgedessen zu dem kritischen Ergebnis, dass die absoluten Zeitwerte, welche ich erhalten habe, -mit Fehlern behaftet“ und dass -alle auf sie bezüglichen Betrachtungen nur als Zeitverlust anzusehen sind.“
Ich habe darauf folgendes zu erwidern. Die angeführten physikalischen Bemerkungen sind an und für sich selbstverständlich richtig, dagegen sind sie hier völlig bedeutungslos, da die Voraussetzungen, die Müller macht, durchaus falsch sind. Bei der von mir ausnahmslos benutzten Versuchsanordnung zeigt die Uhr nämlich nicht, wie Müller es sich vorstellt, die Zeit an, während welcher der Strom die Uhr durchfliesst, sondern umgekehrt stets diejenige Zeit, während welcher der Uhrstrom unterbrochen ist. Jeder sieht aber ein, dass es sehr gleichgültig ist, ob durch die Uhr nur 150 a oder selbst 1000 a kein Strom hin-durchfliesst.
An meiner Darstellung lag die Schuld für Müllers kritischen Missgriff hier so wenig wie an anderen Stellen. Ausdrücklich habe ich bei der Beschreibung meiner Versuchstechnik auf eine bestimmte Stelle der Wundt sehen Psychologie verwiesen, wo Wundt sagt: ,die Einrichtung ist so getroffen, dass der Strom die Zeiger feststellt und seine Unterbrechung sie in Bewegung setzt.“ In der That habe ich in den drei Jahren, die ich bei Wundt studiert, niemals eine andere Versuchsanordnung gesehen, und bis zum heutigen Tag auch in meinem