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Die Versuche, über die ich im folgenden zu berichten habe, untersuchen den Einfluss, den das Zeitintervall auf unser Gedächtnis für Sinnesempfindungen hat. Das Problem kann einer Lösung nur dann nähergeführt werden, wenn zunächst möglichst reichhaltiges Material aus den verschiedensten Sinnesgebieten gesammelt wird. Für Licht-, Schallund Druckempfindungen liegt einiges Material vor, dagegen sind die bezüglichen Untersuchungen über Bewegungsempfindungen, sowohl bei Augenbewegungen als auch bei Gliederbewegungen noch durchaus unzureichend. Auf beiden Gebieten wurden in meinem Laboratorium eingehende Prüfungen angestellt. Die Untersuchung über den Einfluss des Zeitintervalls auf Armbewegungsempfindungen erfolgte unter der Leitung des Herrn stud. phil. Slatopolski, den Einfluss auf das Augenmass untersuchte Herr cand. med. Waldemar Lewy. Die betreffende Arbeit ist wesentlich eingehender als die über Armbewegungen; sie untersuchte die Zeitintervalle von 2 Sekunden bis 24 Stunden und führte die verschiedensten Variationen bezüglich Ausfüllung des Intervalls u. s. w. ein. Herr Lewy wird diese Untersuchung an anderem Ort selbständig ausführlich mit-teilen, dort zugleich das gesamte in der Literatur vorliegende Material aus den verschiedenen Sinnesgebieten kritisch zusammenstellen und die Möglichkeit einer theoretischen Erklärung für die betreffenden Erscheinungen erörtern. Ich kann an dieser Stelle daher auf jede Kritik und theoretische Diskussion verzichten und mich darauf beschränken, die Ergebnisse unserer Armbewegungsversuche mitzuteilen. Das gewonnene Material dürfte besonders deshalb ein gewisses Interesse beanspruchen, weil die Ergebnisse bei allen vier Versuchspersonen in überraschendem Masse übereinstimmen.
Die Untersuchung wurde an demselben Apparat ausgeführt, den Herr Delabarre in seiner Dissertation über „Bewegungsempfindungen“ beschrieben und abgebildet hat, und auf den ich
Münsterberg, Beiträge. IV.	6