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centripetale und in die centrifugale Bahn eingeschaltet sind; es würde dadurch die sensorische Erregung zur Hirnrinde gelangen, erst nachdem sie schon auf dem Wege dorthin den motorischen Impuls erweckt hat.
Es ist aus der täglichen Erfahrung bekannt, dass der Erfolg dieser Einübung auch dann nicht verschwindet, wenn die äusseren Reize längere Zeit hindurch fehlen; wir verlernen das Schlittschuhlaufen, Schwimmen, Tanzen, sogar das Sprechen einer fremden Sprache, das Ausführen einer komplizierten Technik und ähnliches auch dann nur wenig, wenn wir längere Zeit keine Gelegenheit zur Ausführung hatten. Psychologisch besitzen wir also ein gutes Gedächtnis für die einmal eingeübte Verbindung von Empfindung und Bewegungsim-puls, physiologisch bleibt durch lange Zeit eine molekulare Disposition der V erbindungswege zurück, die centripetale Erregung in die eingeübte centrifugale Erregung umzusetzen.
Es entsteht nun die theoretisch interessante Frage: wie verhält es sich mit dieser im Gedächtnis zurückbleibenden Disposition dann, wenn vermittels neuer willkürlicher Einübung die betreffende Empfindung mit einem anderen Bewegungsimpuls verkoppelt wird und diese neue eingeübte Verbindung nun zur unwillkürlichen wird? Ist, sobald die neue, der ersten entgegengesetzte Verbindung soweit eingeübt ist, dass sie ausnahmslos richtig instinktiv ausgeführt wird, dadurch die frühere Verbindung aus dem Gedächtnis ausgelöscht? Kann sich die eine Leitungsbahn nur dadurch zur ausnahmslos fungierenden entwickeln, dass die andere verschwindet oder können zwei ganz verschiedene Bewegungsimpulse mit genau dem gleichen Empfindungskomplex im Gedächtnis verbunden sein und trotzdem nur der eine, für den die Disposition überwiegt, aktuell werden, ohne dass der andere sich irgendwie geltend macht? Dass ein Reiz ganz verschiedene Bewegungen auslösen kann, wenn er in verschiedenen Reizsystemen auftritt, ist selbstverständlich ; derselbe optische Reiz der Notenpunkte ruft in den Händen des Klavierspielers verschiedene, Bewe-