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Ungeübte bei ihrer Vergleichung selbst dann ziemlich unsicher ist, wenn beide Intervalle gleichmässig ausgefüllt sind; ist die Ausfüllung eine verschiedene, so fühlt er sich zunächst beinahe ratlos. Sollte der Einfluss der Ausfüllung wirklich rein hervortreten, so musste mithin eine beträchtliche Uebung vorangehen. Wir fingen deshalb mit leeren Intervallen und grossen Differenzen an, gingen dann zu gleichmässig ausgefüllten Intervallen über, später zu ungleich ausgefüllten Intervallen mit sehr grossen, dann immer geringeren Differenzen und begannen somit erst nach mehrwöchentlicher Uebung diejenigen Versuche, bei denen die oben bezeichneten Vergleichsgrössen verwertet wurden.
Was die Herstellung der Reize betrifft, so ist es klar, dass kein Apparat ausser dem Centralapparat des Menschen die geforderten Bedingungen hätte herstellen können. Der Wundtsche Zeitsinnapparat und ähnliche Instrumente können wohl Zeiträume abgrenzen oder mit gleichmässigen Geräuschen anfüllen; aber diejenige Mannigfaltigkeit der Reize, welche uns erwünscht schien, wäre technisch nicht herzustellen. Es scheint mir aber auch unbegründet, durchaus die Arbeit von Instrumenten zu fordern, wenn wir durch eigene Thätigkeit dasselbe leisten können. Unterscheidet sich doch der Mensch sehr vorteilhaft von seinen Apparaten dadurch, dass seine Leistungen bei häufiger Wiederholung immer besser, die der Apparate aber immer schlechter werden. Wenn ich mit den Augen den Gang des grossen Zeigers auf der Fünftelsekundenuhr verfolge, so kann ich kurze Hand- oder Lippenbewegungen so völlig synchron machen mit dem Eintreffen des Zeigers auf bestimmtem Teilstrich, dass ein Fehler von einer fünftel Sekunde vollkommen ausgeschlossen ist. Es handelt sich dabei bekanntlich nicht um eine eigentliche Reaktionsbewegung, sondern, da der Zeiger gleichmässig in der Sekunde fünfmal weiterspringt, sein Eintreffen am bestimmten Punkt mithin für einen bestimmten Moment sicher erwartet wird, kann die Registrierbewegung genau mit dem betreffenden Lichtreiz zu-
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