﻿94
s am menfallen. Selbstverständlich war die mehrwöchentliche Vorübung der Versuchspersonen auch für mich als Experimentator dabei unerlässlich; als wir aber in die eigentlichen Versuche eintraten, hatte ich einen Grad der Uebung erreicht, bei dem ich mit hoher Sicherheit behaupten kann, dass mir ein Fehler von einer Zehntelsekunde nicht entgangen wäre. Jeden Versuch, bei dem ich glaubte, einen solchen kleinen oder ausnahmsweise auch einen grösseren Fehler gemacht zu haben, liess ich sofort streichen. Noch kleinere Fehler zu vermeiden, konnte in anbetracht der verhältnismässig grossen Zeiten kaum beansprucht werden. Vor allem wird dieser Grad von Genauigkeit selbst durch die üblichen Apparate kaum erreicht ; es ist mir ohne Zweifel, dass der früher auch von mir benutzte Zeitsinnapparat, wie ihn Mechaniker Krille in Leipzig liefert, durch die OelFnung der Kontakte Hemmungen und Ungleichmässigkeiten im Gange des Rades bewirkt, durch welche oft relativ beträchtliche Fehler unvermeidlich werden. Gleichviel, ob ich beim Verfolg des Zeigers an bestimmten Punkten des Zifferblattes einen elektrischen Taster drückte und später losliess oder eine Zungenpfeife auszog und später zurückschob oder Worte zu lesen begann und später abbrach: ich weiss bestimmt, dass in keinem Falle ein Versuch durchschlüpfte, bei dem nicht Anfang und Ende mit den entsprechenden Gesichtseindrücken so genau zusammenfiel, wie es für solche Versuche nur irgend beansprucht werden kann. Am schwierigsten war das bei der Lektüre zu erreichen; aber nach einiger Uebung gelang es auch hier, die letzte Silbe mit der letzten Fünftelsekunde zusammenfallen zu lassen.
Die Resultate teile ich in Prozenten mit, zumal die meisten Gruppen aus je hundert Versuchen bestanden, nur einige aus 80, ein paar andere aus 160. Jede Gruppe ist in mindestens zwei verschiedenen Wochen erledigt. Je 100 Versuche setzten sich nun stets so zusammen, dass 50mal 10 Sek. Normalgrösse und 50mal Vergleichsgrösse war; unter diesen 50 Versuchen wird auf beiden Seiten 10 Sek. lOmal mit