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langer, schnell gelesener Satz mit einem kurzen, langsam gelesenen verglichen wurde. Hier müssten zum Zweck der Vergleichung, während je eine Silbe des zweiten Satzes gehört würd, stets zwei bis drei Silben des ersten Satzes reproduziert werden, was der inneren Wahrnehmung unbedingt widerspricht; thatsächlich ist die Vergleichung auch noch möglich, wenn der Wortlaut des ersten beinahe vergessen ist. Und welch unmöglicher Bewusstseinsinhalt müsste sich bilden, wenn zwei verschiedene Melodien bezüglich der Zeitdauer verglichen werden. Für die leere oder gleichmässig gefüllte Strecke wäre die Theorie ja überdies ohne jede Bedeutung. So wie wir also die Grosse zweier Gemälde miteinander vergleichen können, ohne etwa in Gedanken die Figuren des einen Bildes in die Landschaft des anderen zu übertragen, so müssen wir auch die verschiedenen ausgefüllten Zeiträume mit subjektiven Hilfsmitteln vergleichen, die von dem wechselnden Inhalt in hohem Masse unabhängig sind. Die Versuche mit ausgefüllten Intervallen führen somit indirekt zu demselben Erklärungsversuch, der uns bei der Besprechung der leeren Intervalle vornehmlich als Resultat der Selbstbeobachtung entgegentrat; wenn nämlich der Vorstellungsablauf das Mass der Zeit nicht ist, bleibt nur übrig, an periphere körperliche Vorgänge zu denken, deren Ablauf selbstverständlich eine bestimmte Zeit beansprucht und somit den übereinstimmenden Massstab in zweckinässig-ster Weise darstellt, also an Vorgänge im Muskelsystem.
Man hat mich wiederholt in dem Sinne missverstanden, als wenn ich jeden periodischen peripheren Körpervorgang in gleicher Weise für geeignet hielte, zur Basis subjektiver Zeitvergleichung zu dienen, den Herzschlag etwa so gut wie die Atmung. Nichts liegt mir ferner; wenn die motorische Accentuation bei dem reproduzierten Intervall nach derjenigen Zahl von Herzschlägen eintreten würde, die das erste Intervall zeitlich ausfüllte, so würde mir das genau so wenig als eine Erklärung gelten können wie die Annahme einer centralen „motorischen Einstellung“; im einen Fall müsste das Gehirn