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füllung gegenüber den anderen für grösser gehalten würden, ist somit überraschender Weise keine Rede. Unser direktes Zeitbewusstsein ist also in der Hauptsache von der Ausfüllung unabhängig. Wie sollte sonst auch Metrum und Takt möglich sein! Wenn ein Geigenspieler in einem Takt die volle Note aushält, im nächsten aber sechzehntel spielt, so erscheint keinenfalls der eine Takt sechzehnmal solang als der andere, nicht einmal doppelt solang.
Wenn das Zeitbewusstsein von den objektiven Reizen in hohem Masse unabhängig ist, so muss es Produkt der Vorgänge im körperlichen Subjekt sein. Wir hatten die Bedingungen dafür schon früher dahin charakterisiert, dass wir das erste Intervall reproduzieren, indem wir nach dem bestimmten Zeitraum eine motorische Accentuation innervieren. Die Frage, in der das Problem des Zeitsinns hegt, war : weshalb tritt diese Accentuation genau nach der bestimmten Zeit ein? Wir können jetzt zunächst die negative Antwort zufügen, dass es nicht auf der Reproduktion der äusseren Reizvorstelluugen beruhen kann. Entweder würden dieselben so schnell wie möglich im Bewusstsein ablaufen, dann müsste die Grössenschätzung von der Zahl succedierender Reize ab-hängen, was die Versuche als unzutreffend bewiesen, oder wir müssten annehmen, dass die Vorstellungen auch in denselben Intervallen succedieren, in denen die Reize eintraten; dann wäre aber das Problem nicht gelöst, sondern es würde wieder dieselbe Frage gelten, weshalb unser Reproduktionsmechanismus die Zeitfolge der äusseren Eindrücke einhalten kann. Es würde dann aber ausserdem bei der Vergleichung die erste Reihe der Reize in der Erinnerung erneuert werden müssen, während wir die zweite Reizreihe wahrnehmen; es würde dadurch eine höchst komplizierte Verzahnung von Wahrnehmungen und Erinnerungsvorstellungen entstehen, die uns in der Selbstbeobachtung nicht gegeben ist, und die psychologisch in den meisten Fällen unmöglich wäre. Wir sahen z. B., dass eine ziemlich genaue Vergleichung möglich war, wenn ein