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gang entsteht aber durchaus nicht ein Gefühl schnell ablaufender Zeit, sondern, wenn uns die Eindrücke wirklich vollkommen fesseln, entsteht überhaupt kein Zeitgefühl. Dagegen kann bei darauf gerichteter Aufmerksamkeit, etwa zwecks einer Beobachtung oder bei musikalischem oder poetischem Rhythmus, jedes Intervall uns einen Empfindungskomplex erwecken — man mag ihn Zeitgefühl nennen —, der unabhängig von der Zahl der Vorstellungen und keinenfalls identisch mit der Spannung der Aufmerksamkeit eine exakte Zeitvergleichung auch bei ganz verschiedener Ausfüllung zulässt. Die psychophysische Grundlage dieses Empfindungskomplexes liegt in den oben beschriebenen peripheren Körp er Vorgängen ; die Vergleichung beruht auf der durch jenen Empfindungskomplex regulierten Reproduktion der subjektiven Vorgänge, derart, dass eine motorische Accentuation das zweite Intervall abgrenzt, sobald die dem ersten Intervall entsprechenden Körpervorgänge jenen Empfindungen gemäss abgelaufen sind. Diese Empfindungen treten um so deutlicher hervor, je ausschliesslicher sich die Aufmerksamkeit ihnen zuwenden kann; das Intervall erscheint daher kürzer, sobald die Aufmerksamkeit stärker von den ausfüllenden Reizen in Anspruch genommen ist. Diese Unterschätzung oder Uebersehätzung bleibt aber jedenfalls in sehr engen Grenzen ; obgleich sowohl die Zahl der zwischenliegenden Vorstellungen als auch die Spannungsgrade der Aufmerksamkeit im höchsten Grade bei unseren Versuchen differierten, die Zeitgrössen dagegen niemals grössere Differenz als i 2 auf 10 Sek. aufwiesen, hat doch die Vergleichung, wie die Tabellen lehren, überraschende Sicherheit und Richtigkeit dargeboten.