﻿122
änderungen zu gewinnen, sie vereinigen sich dabei mit dem psychologischen Gesichtspunkt, von dem aus gesehen das Ziel solcher Untersuchungen nur der tiefere Einblick in den normalen psychischen Mechanismus ist.
Ausschliesslich zu diesem letzteren Zweck schien es mir nun nützlich, die Untersuchung von neuem aufzunehmen und möglichst weit in Bezug auf die zu untersuchenden Stoffe wie auf die psychischen Leistungen auszudehnen. Die folgenden Versuchsreihen bilden somit den ersten kleinen Abschnitt eines umfassenden Planes, dessen Ausführung längere Zeit beanspruchen wird. Psychologische Schlüsse schon aus diesen ersten tastenden Versuchen zu ziehen, würde mir voreilig erscheinen; die Aufklärungen, um deren willen ich die Arbeit begonnen, können erst dann gewonnen werden, wenn sehr viel reicheres Material gewonnen ist, besonders sehr viel mehr psychische Funktionen zur Prüfung herangezogen sind. V enn ich trotzdem schon diese ersten Ergebnisse veröffentliche, deren Uebereinstimmung immerhin bemerkenswert sein dürfte, so geschieht es nur, um zur Nachprüfung und Vergleichung anzuregen.
Die Stoffe, welche wir bisher untersucht; gehören den wichtigsten Gruppen der das Nervensystem beeinflussenden Substanzen an; aus der Gruppe der Excitantia: Thee, Kaffee, Alkohol, und zwar Bier, Cognac, Rheinwein und Bordeaux; aus der Gruppe der Narkotika: Opium und Bromnatrium; aus der Gruppe der Antipyretika: Chinin, Anti-pyrin und Phenacetin. Aus theoretischen, aber nicht minder aus naheliegenden praktischen Gründen wurden von sämtlichen Stoffen nur mittelstarke Dosen eingenommen, so dass nicht die geringste Gefahr damit verbunden war und keinerlei schwerere Intoxikationserscheinungen eintreten konnten. Von den Medikamenten gab ich die in der Therapie üblichen mittleren Einzeldosen, von den Genussmitteln nahm jeder so viel, als er ohne stärkeres Unbehagen trinken konnte. Die psychischen Leistungen, die wir unter der Wirkung sämtlicher Stoffe