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die normalen Hemmungsmechanismen ausser Funktion gesetzt sind. Es liegt nahe, auch die Verschlechterung des Gedächtnisses als solche Lähmungserscheinung aufzufassen ; überraschend bleibt dagegen die darauffolgende Verbesserung der Aufnahmefähigkeit. Auch das subjektive Befinden gibt dafür keinen Aufschluss. Nach U/2 bis 2 Stunden pflegten die Versuchspersonen sich besser zu fühlen als in der ersten Stunde, welche subjektiv bald durch ein Gefühl dumpfer Schwere im Kopf, bald durch eine gewisse Verwirrung und Unsicherheit, fast regelmässig durch gesteigerten Bewegungsdrang recht unbehaglich war; aber dieses Gefühl der Besserung deutete nur auf eine Verminderung des Unbehagens und war fast regelmässig von Mattigkeit und Abspannung begleitet. Es lag somit subjektiv kein Grund vor, in dieser zweiten Phase eine Steigerung der Aufnahmefähigkeit gegenüber der Norm anzunehmen. Ich habe diese Thatsache späterhin weitergeprüft in Experimenten, die nicht in den Rahmen dieser Untersuchung gehören, und glaube meine Erfahrungen dahin formulieren zu können, dass es einen eigentümlichen psychophysischen Zustand gibt, der auf starke Ermüdungen des Gehirns folgt, und der subjektiv durch ein Gefühl der Abspannung und Mattigkeit charakterisiert ist, objektiv die intellektuelle Leistungsfähigkeit erheblich herabsetzt, dagegen überraschenderweise eine bedeutende Steigerung der Aufnahmefähigkeit für sinnlose Eindrücke auf weist.
Es steht dieses Resultat nur dem Wortlaut nach in Widerspruch zu Kräpelin, der beim Alkohol das Zahlenlernen überhaupt erleichtert fand. Kräpelin lernte die Zahlen, indem er sie las und konnte somit das Erlernen als eingeübten motorischen Einstellungsvorgang auffassen, während meine Versuchspersonen die Buchstaben- und Zahlenreihen nur hörten. Auch die verschiedenen Quantitäten und verschiedenen Zeitphasen sind beim Vergleich zu berücksichtigen.
Eine stetige Zunahme der Leistungsfähigkeit zeigt auch das Buchstabenzählen; hier dürften aber die Verhältnisse