﻿137
Auf den ersten Blick fallt es auf, dass hier fast ausnahmslos bei A und C eine Beschleunigung des Addierens, bei B und D eine Verlangsamung eintrat. Die Kräpelin-sche Angabe, dass der Alkohol das Addieren verlangsamt, würde also nur für die Hälfte der Versuchspersonen zutretfen. Diese überraschende individuelle Verschiedenheit erklärt sich nun aber vielleicht einfach, wenn wir die früher erwähnten absoluten Zeitwerte für das Addieren berücksichtigen. Dieselben betrugen anfänglich für A. 7,16 Sek.; für B. 9,48, für C. 7,19, für D. 8,72. A. und C. addierten also wesentlich schneller als B. oder D. und dieses Verhältnis blieb auch nach eingetretener Uebung unverändert. Es liegt nahe, daraus zu schliessen, dass A. und C. solche einfache Addition nahezu mechanisch ausführen, also nach dem Prinzip der motorischen Einübung, während B. und D. eine wirkliche Rechenarbeit leisten mussten mit den zahlreichen associativen sensorischen Zwischengliedern, die der Schnellrechner nicht gebraucht. Es würde dann in der That den Erwartungen entsprechen, dass die motorische Funktion verkürzt, die sensorische verlängert wird, die langsam Rechnenden nach Alkohol also noch langsamer, die schnell Rechnenden noch schneller rechnen als gewöhnlich.
Wesentlich andere Erscheinungen bieten die coffeinhaltigen Genussmittel. Die genossene Quantität waren immer drei Tassen eines sehr starken Kaffee- oder Theeinfuses, wobei auf jede Tasse Kaffee 15 gr gerösteter Java, auf jede Tasse Thee 10 gr bester Souchong kamen. Wenn der Alkohol im wesentlichen Schädigungen des Intellekts darbot, so erweisen Thee und Kaffee sich in jeder Weise förderlich und wenn wirklich Coffein die Bewegungen erschwert, so hat beim Buchstabenzählen wie beim Addieren die Erleichterung des sensorischen Faktors stärkeren Einfluss ausgeübt als die Erschwerung des motorischen. Die Gedächtnissteigerung ist beim Thee bedeutender als beim Kaffee. Auffallend ist, dass die subjektiven Aussagen der verschiedenen Versuchspersonen sehr