﻿125
wurden überdies die falschen Einübungen vermieden, und endlich liessen sich die Arten der Störung und Hemmung genau verfolgen, also ob etwa wirkliche Gedächtnislücken Vorlagen oder Verwechslungen mit ähnlichen Buchstaben oder Vertauschungen benachbarter Glieder u. s. w. Um möglichst übersichtliches Material zu gewinnen, lasse ich im folgenden diese feineren Unterschiede unberücksichtigt und stelle nur die Gesamtzahl der Fehler fest. Als ein Fehler gilt dabei erstens jede Lücke, zweitens jeder falsche Buchstabe und drittens jede Vertauschung benachbarter Glieder, soweit sie durch eine einzige Umstellung berichtigt werden kann. Wenn also statt r g n h geschrieben ist n h r g oder h r g n, so ist das 1 Fehler, dagegen g r h n oder h r n g wären 2 Fehler. Jeder Versuch bestand- nun aus sechs Reihen, drei Zahlen-und drei Buchstabenreihen, und für diese 60 Glieder stellte ich die so berechneten Fehler fest. Aus mehreren solchen Versuchen wurde dann die Durchschnittsfehlerzahl für 60 Glieder ermittelt. Ueberall zeigte sich die Aufnahmefähigkeit für Zahlenreihen grösser als für Konsonantenreihen, an die wir sehr viel weniger gewöhnt sind, besonders B. machte bei den Buchstaben dreimal so viel Fehler als bei den Zahlen. Da sich aber ein Einfluss der Nervina auf diese Differenz nicht erkennen liess, so habe ich die Fehler für Zahlen und Buchstaben hier gemeinsam angegeben. Die Reihen wurden für jeden Versuch neu zusammengestellt. Die Wirkung der Uebung war hier natürlich eine beträchtliche. Von Anfang bis Ende des Wintersemesters 1891/92 nahm die so berechnete Fehlerzahl bei normalem Zustand ab für A. von 9 auf 3, für B. von 16 auf 9, für C. von 15 auf 5, für D. von 19 auf 9. Selbstverständlich mussten die unter dem Einfluss der Nervina gewonnenen Fehlerzahlen stets mit denjenigen Normal-werten verglichen worden, die gerade dem betreffenden Uebungs-stadium entsprechen. Da die absoluten Werte bei so grossem Uebungseinfluss ohne Bedeutung sind, so gebe ich im folgenden regelmässig nur die Differenz zwischen der unter toxischem