﻿129
werk in Gang zu bringen, und einen zweiten Knopf, bei dessen Druck das Uhrwerk stillsteht. Auf der linken Seite unten ragt aus dem Kasten ein Hebel; wird er gedrückt, so sind die Zeiger in das gehende Räderwerk eingekoppelt, wird er losgelassen, so stehen die Zeiger still. Die ganze Vorderseite nimmt ein grosses weisses Zifferblatt ein, das in 500 Teile geteilt ist, der Zeiger durchläuft es in 5 Sek.; jeder Teilstrich bedeutet also eine Hundertstelsekunde. Auf der unteren Hälfte des Zifferblattes befindet sich eine kleinere Kreiseinteilung, über der sich ein kleiner Zeiger so fortbewegt, dass er einen Teilstrich fortschreitet, wenn der grosse Zeiger eine Umdrehung vollendet; jeder Teilstrich bedeutet also 5 Sek. Der Kreis hat 36 Teile; eine Zeit von 3 Minuten ist also ohne weiteres auf Hundertstelsekunde genau vom Zifferblatt abzulesen. Der Zeiger kann nach jedem Versuch auf 0 zurückgestellt werden. Diese Uhr ist gegenüber dem elektrischen Chronoskop so einfach und bequem, dass ich sie unbedingt überall bevorzuge, wo es sich nicht um Reaktionszeiten oder ähnliche feinste Messungen handelt, bei denen Tausendstelsekunden wünschenswert sind, und wo auf elektrische Einkoppelung verzichtet werden kann.
Bei unseren Versuchen war der Hebel, welcher die Deckplatte vor dem Farbenkarton herabfallen liess, direkt mit dem Hebel der Uhr verbunden. Sobald Herr Wadsworth auf den Taster drückte, wurden also hinter dem Glasfenster die Farben sichtbar, und gleichzeitig begannen die Uhrzeiger sich zu bewegen. In dem Augenblick, in welchem der zehnte Farbenname ausgesprochen wurde, zog er den Finger vom Taster fort, und die Zeiger blieben stehen. Dadurch, dass diese Funktion stets durch denselben geübten Experimentator ausgeführt wurde, gewinnen die Zahlen vollkommenste Zuverlässigkeit. Die Zeigerstellungen protokollierte Frl. v. Schimhofer. Auch hier machte sich die Uebung während der Versuche deutlich bemerkbar, obgleich eine gewisse Einübung schon den eigentlichen Versuchen voranging. Als eine Gruppe rechneten wir
Münsterberg, Beiträge. IV.	# 9