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jektiv trat nach Opium ohne vorangehenden Erregungszustand schwach, nach Brom etwas stärker ein Gefühl der Trägheit und Mattigkeit ein. Objektiv überwog in beiden Wirkungsbildern die Abnahme der psychophysischen Leistungsfähigkeit, dennoch zeigte sich ein wesentlicher Unterschied. Wenn Brom bekanntlich die Reflexerregbarkeit herabsetzen, Opium dagegen durch seinen Morphingehalt die Sensibilität vermindern, durch seine anderen Alkaloide aber die Reflexerregbarkeit steigern soll, so wird die Verschiedenheit der hier beobachteten Wirkungen dadurch wohl kaum erklärt. Es zeigte sich nämlich beim Opium eine durchgehende Verbesserung des Gedächtnisses, also eine gesteigerte Aufnahmefähigkeit für Schallsuccessionen. Der einzelne Eindruck wird ja wahrscheinlich langsamer und schwerer aufgefasst; dafür spricht auch die Verzögerung des Farbennennens. Das hindert aber nicht, dass die einmal aufgenommenen Eindrücke inhaltlich und bezüglich ihrer Reihenfolge besser festgehalten werden als im Normalzustand. Es erinnert das wieder an jene Schlussphase der Alkohol Wirkung ; der betreffende Zustand ist’theoretisch von entschiedenem Interesse. Beim Brom ist das Gedächtnis verschlechtert; mit der nach längerem Bromgenuss eintretenden Verschlechterung des Gedächtnisses ist die hier beobachtete wohl nicht auf eine Stufe zu stellen, da dort meist darunter eine geringere Leichtigkeit und Sicherheit der Reproduktion früher aufgenommener Vorstellungen verstanden wird, hier dagegen die Leichtigkeit des Neuaufhehmens in Frage steht. — Nicht minder überraschend ist nun aber auch eine ebenfalls konstante Bromwirkung: die Beschleunigung des Addierens. Die Versuchspersonen empfanden das selber. Trotz des Müdigkeitsgefühles sagten sie nach dem Addieren fast jedesmal aus, dass der Rechenakt sicherer und glatter abliefe; sie meinten, man rechne ruhiger und käme dadurch rascher zum Ziel, als wenn man, durch die Forderung möglichster Schnelligkeit veranlasst, sich beeile. Diese subjektive Aussage ist aber insofern ohne Bedeutung, als genau