﻿Vergleichung von Tondistanzen.
Die folgenden Mitteilungen beabsichtigen lediglich, neues empirisches Material zur Erörterung einer prinzipiell wichtigen Frage beizutragen, welche in letzter Zeit durch lebhafte Diskussionen in den Vordergrund tonpsychologischen Interesses gerückt ist. Es handelt sich um die Beurteilung und Vergleichung von Tondistanzen ohne Rücksicht auf die musikalischen Intervalle. Gleichviel ob wir die Sonderstellung der musikalisch wertvollen Tonintervalle durch Obertöne oder durch Ton Verschmelzung oder anders erklären, jedenfalls gelten uns musikalisch diejenigen Tonzwischenräume als gleich, welche objektiv auf einem gleichen Verhältnis der Schwingungszahlen beruhen. Es entsteht nun eine Reihe von Fragen, welche zwar eng mit einander verbunden sind, welche aber sauber von einander getrennt werden müssen. Ist ausser der musikalischen Intervallvergleichung überhaupt eine subjektive Vergleichung von Tonabständen möglich? und zwar: können wir musikalisch indifferente Tondistanzen mit einander vergleichen? und zweitens: können wir auch die Abstände klangverwandter Töne einer amusikalischen vergleichenden Betrachtung unterziehen, so dass zwei gleiche Intervalle in verschiedener Tonhöhe verschieden grosse Distanzen darstellen? Wird die eine oder die andere oder beide Fragen bejaht, so fragt sich, auf welche subjektiven Faktoren sich diese nichtmusikalische Vergleichung bezieht ; ist dabei die Aehnlichkeit der Töne bestimmend oder etwa der Unterschied in der Klangfarbe oder anderes? Mit