﻿drei Töne in aufsteigender oder absteigender Reibe am Ap-p un sehen Zungentonapparat gegeben und den Versuchspersonen die Frage vorgelegt, ob der zweite Ton näher zum ersten oder näher zum dritten oder in der Mitte läge; mit anderen Worten, ob die zweite Distanz grösser, gleich oder kleiner als die erste sei. Die Frage, auf welche psychischen Thatsachen sich diese Urteile eigentlich beziehen, ob auf die Aehnlichkeit der Töne oder auf anderes, trat hier zurück. Dagegen trat aufs deutlichste jetzt die Thatsache hervor, dass eine solche, von der musikalischen Intervallvergleichung verschiedene Distanzbeurteilung unter den bezeichneten Versuchsbedingungen für Unmusikalische wie für Musikalische durchaus nicht schwer sei, nach einiger Uebung vielmehr die Urteile mit verhältnismässig grosser Sicherheit und Uebereinstimmung gegeben werden, besonders wenn die beurteilten Distanzen zugleich musikalische Intervalle waren. Ferner ergab sich*, dass bei musikalischen wie bei musikalisch wertlosen Distanzen übereinstimmend derjenige Ton im allgemeinen gleich weit vom ersten wie vom dritten Ton erschien, welcher objektiv um gleiche Schwingungszahlen von den Schwingungszahlen des ersten und dritten Tones differierte. Es schien der Schluss zwingend, dass, während gleiche Intervalle gleichen Schwingungszahlverhältnissen entsprechen, subjektiv gleiche Tondistanzen zu objektiv gleichen Schwingungszahldifferenzen gehören.
In diesem Stadium der Angelegenheit schien es mir vop Interesse, Urteile von hochgradig Unmusikalischen über diese Punkte zu gewinnen. Ich stellte daher längere Zeit hindurch am Klavier Versuche über Distanzvergleichung mit einer grösseren Zahl Herren an, die ungewöhnlich schlechtes musikalisches Gehör besassen. Die Ergebnisse entsprachen völlig den von Lorenz gewonnenen Resultaten; ich zögerte nicht, auch jenen Schluss zu unterschreiben, dass die Gleichsetzung der Tondistanzen durch die gleiche absolute Differenz der Schwingungszahlen bedingt sei, und glaubte, dass sich diese