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Thatsache vielleicht einer allgemeineren psychophysischen Theorie einordnen lasse. In diesem Sinne habe ich damals eine kurze vorläufige Mitteilung, über die Versuche vorgebracht x).
Seitdem hat Stumpf nun an den Wundt-Lorenzschen Arbeiten scharfe Kritik geübt, die zu lebhaften Debatten führte* 2). Der Grundgedanke der Stumpfschen Einwendungen war der, dass in fast allen Versuchsreihen, bei denen ein Ton mit unverkennbarer Bestimmtheit als Mitte zwischen zwei anderen bezeichnet wurde, dieses ein durch die musikalischen Gewohnheiten bevorzugter Ton war. Wenn zwischen zwei Grenztönen, deren Schwingungszahlen sich wie 3 zu 5 verhalten, 4 als Mitte bezeichnet wird, bei 2 und 4 ebenso 3 als Mitte gilt u. s. w., so liegt das nicht daran, dass die Differenz 4—3 = 5—4 oder 3—2 = 4—3 ist, sondern weil 2—3—4 oder 3—4—5 bevorzugte musikalische Verhältnisse darstellen. Die beabsichtigte reine Distanzschätzung ist somit durch das musikalische Intervallbewusstsein beeinträchtigt. Stumpf zeigte, dass diese Auffassung auch für die unmusikalischen Distanzen zutrifft, da sie als Verstimmungen musikalischer Intervalle beurteilt werden; dass die Musikalischen in ihren Distanzurteilen wesentlich sicherer waren als die unmusikalischen Versuchspersonen; dass die obertonreichen Zungen-klänge zu einer vollgültigen Untersuchung über Tondistanzen überhaupt weniger geeignet seien, als einfache Töne, da die Obertöne die Distanzvergleichung beeinflussen können, und dass gewisse Bedenken aus der Einrichtung des Tonmessers
’) Beiträge z. exp. Psych. Heft 3. S. 36 bis 45.
2) Stumpf, Ueber Vergleichung von Tondistanzen. Zeitschr. f. Ps. u. Phys. Bd. I. S. 419. Wundt, Vergleichung von Tondistanzen. Phil. Stud. Bd. 6. S. 605. Stumpf, Wundts Antikritik. Zeitschr. f. Ps. u. Phys. Bd. 2. S. 266. Wundt, Eine Replik Stumpfs. Phil. Stud. Bd. 7. S. 298. Gr. Engel, Ueber Vergleichungen von Tondistanzen. Zeitschr. f. Ps. u. Ph. Bd. 2. S. 361. Stumpf, Mein Schlusswort gegen Wundt. Zeitschr. f. Ps. u. Ph. Bd. 2. S. 438. Wundt, Auch ein Schlusswort. Phil. Stud. Bd. 7. S. 633.