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entstehen, insofern dieser nur Töne giebt, welche um vier Schwingungen differieren, bei kleinen Distanzen aber feinere Abstufungen nötig wären, um zu entscheiden, ob die Mitte dem gleichen Schwingungszahlverhältnis oder der gleichen Schwingungszahldifferenz entspricht.
Ich glaube, dass diese Einwendungen im wesentlichen zu Recht bestehen und dass Wundt sie nicht entkräftet hat. Einige derselben hat er direkt bestätigt, vor allem, dass die Versuche mit musikalischen Distanzen nicht eindeutigen Aufschluss darüber geben, ob die Mittenschätzung auf Grund der musikalischen Bedeutung des betreffenden Tones oder auf Grund der Schwingungsdifferenz erfolgt. Was aber die musikalisch indifferenten Distanzen betrifft, so scheint mir, dass Wundts Gegeneinwand gegen die Stumpf sehe Auffassung doch nicht völlig beweiskräftig ist. Wundt meint, Unmusikalische könnten unmöglich solche schwierige Leistungen ausführen, wie Stumpf bei ihnen voraussetzt, wenn die betreffenden Distanzen als Verstimmungen musikalischer Intervalle begriffen und dementsprechend die Mitte gewählt werden soll. Gewiss hat Wundt recht, dass kein Unmusikalischer eine Distanz als Vertiefung einer übermässigen Quarte auffassen und dann die kleine Terz als Mitte ergänzen wird; wenn die musikalische Intervallauffassnng die reine Tondistanzschätzung beeinflusst, so ist das aber doch niemals so zu verstehen, als wenn die Intervallauffassung in einer richtigen Benennung des Intervalls bestände, sondern lediglich das aus der Klangverwandtschaft resultierende Gefühl kommt in Frage. Der Unmusikalische, der schon das reine Intervall nicht erkennt, wird das verstimmte erst recht nicht benennen können; für die Entwicklung jenes Klangverwandtsehafts-gefühles hat er dagegen grösseren Spielraum als der Musikalische, er bemerkt die Verstimmung nicht, sie stört ihn nicht und die etwas vertiefte Quart beeinflusst ihn genau so wie es die reine Quart thun würde.
Halte ich die Stumpf sehen Einwände somit für be-