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bildgrösse proportional der Entfernung sich vermindert, vermindert sich die scheinbare Grösse eines Stabes bei fünffacher Entfernung so wenige dass die Differenz für die verschiedenen Stabgrössen 1lio bis ^20, in Einzelfällen noch weniger betrug, die entferntere Grösse also nicht */5 , sondern ^10 bis 19/2o der näheren Grösse zu betragen schien. Auch v. Kries hat neuerdings in einer kleinen Studie 1) sich mit der Thatsache beschäftigt, dass wir nur äusserst schwer bei der Grössenschätzung Sehwinkel und Entfernung voneinander trennen; auch er bestätigt, dass, wie schon Martius ausgeführt hat, im Gegensatz zu der relativ guten Schätzung absoluter Grössen, wir für Sehwinkel eine in höchstem Grade mangelhafte Schätzung besitzen.
Es schien mir nun von einigem Interesse, experimentell zu prüfen, ob dieselben Verhältnisse auch für den Tastsinn zutreffen, ob also auch unser Armmass bei der Durchmessung von Raumgrössen des betasteten Gegenstandes die Entfernung von dem Ansatzpunkt des Hebelsystems, von der Schulter, in Rücksicht nimmt. Wenn diejenigen Empfindungen, welche von der Bewegungsgrösse herstammen, und diejenigen, welche das Bewusstsein der Entfernung vermitteln, zu einer einheitlichen Vorstellung sich verbinden, so muss auch hier Grössenvergleichung bei wechselnder Entfernung möglich sein ; wir müssten dann z. B*. mit geschlossenen Augen imstande sein, auf einer frontal gestellten Wand eine Vertikallinie stets gleich lang zu ziehen, gleichviel ob wir von der Wand eine ganze, eine halbe oder nur eine viertel Armlänge entfernt stehen. Wenn dagegen unser Armmass keine absolute Grössenschätzung vermittelt, so müsste mit abnehmender Entfernung die Linie sich stetig verändern und tastende Grössenvergleichung wäre dann nur bei konstanter Entfernung möglich.
*) v. Kries, Beiträge zur Lehre vom Augenmass. In Beitr. z. Ps. u. Phys. d. Sinnesorg. (zu Helmholtz’ 70. Geb.).