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Es hätte am nächsten gelegen, zu diesem Zweck zwei Armbewegungen bei verschiedener Entfernung zwischen Schulter und Finger miteinander zu vergleichen; dagegen sprach folgendes. Erstens scheint es mir Grundbedingung solchen Versuches, dass wir uns möglichst naiv dem Grössenurteil hingeben und gar nicht versuchen, es in seine psychophysiologischen Komponenten zu zerlegen ; das ist aber kaum möglich, wenn wir während des einzelnen Versuches beim Uebergang von der entfernteren zur näheren Grösse die Armkrümmung entsprechend verändern und dadurch die Aufmerksamkeit auf diesen veränderten Faktor hinlenken. Es ist dadurch sofort ein Anhaltspunkt ‘für unbeabsichtigte Reflexion gegeben, und die unmittelbare Grössenschätzung aufgehoben. Zweitens aber ist bekanntlich eine wesentliche Stütze der Tastgrössenvergleichung in der Vergleichung der zum Durchmessen nötigen Zeit gegeben; die Versuche mussten natürlich so eingerichtet werden, dass dieses Hilfsmittel wegfiel. Beiden Anforderungen wird genügt, wenn wir nicht zwei Taststrecken miteinander vergleichen, sondern in wechselnder Entfernung eine Taststrecke einer in konstanter Entfernung gegebenen Linie im Gesichtsfeld gleich machen. Wenn beispielsweise in der Entfernung der ganzen Armlänge vertikale Punktdistanzen dem Auge geboten werden und die Aufgabe gestellt wird, bei ganzer, halber oder viertel Armlänge Entfernung die entsprechenden Distanzen dann bei geschlossenen Augen mit der Fingerspitze abzutasten, so muss sich klar ergeben, ob diese Vergleichsgrössen unabhängig von der Entfernung konstant bleiben. In sekundärer Weise wird dabei auch zugleich die Frage mit beantwortet, wie wir Raumgrössen aus dem Gesichtsraum in den Tastraum übertragen.
Solche Versuchsanordnung legt aber den Gedanken nahe, auf gleiche Weise noch einmal die Frage nach der absoluten Grössenschätzung mittels des Augenmasses aufzunehmen. In der That gilt auch von der Vergleichung zweier verschieden entfernter Gesichtsgrössen, dass der Uebergang vom entfernten