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einen Hemisphäre ausgehenden Willensimpulse sich bei ihrem Eintritt in die grossen motorischen Granglien (Streifenhügel und Linsenkern) durch die Kommissurfasern auf identische Teile der anderseitigen Ganglien ausbreiten, und da die unter normalen Bedingungen vorauszusetzenden Hemmungsimpulse der anderen Hemisphäre ausbleiben, nunmehr in den beiderseitigen Pyramidenbahnen in identischer Koordination zu identischen Muskeln ungehindert nach abwärts treten“ 1). Von Psychologen hat zuletzt James2) die Frage berührt und ebenfalls die Ansicht vertreten, dass bilateral symmetrische Armbewegungen der natürlichsten Innervation entsprechen, das Kind sie unbedingt bevorzugt und dass auch beim Erwachsenen die Tendenz zu dieser natürlichsten Impulskombination unter gewissen Bedingungen nicht ohne Einfluss auf die Ausführung der willkürlichen Bewegungen bleibt.
Trotz dieser allseitigen Uebereinstimmung schienen mir nun die Thatsachen, auf welche die herrschende Ansicht sich stützt, mindestens von zweifelhaftem Werte. Gewiss sieht es von vornherein sehr wahrscheinlich aus, dass die gleichnamigen Muskeln beider Körperhälften in enger Beziehung stehen und ihre gemeinsame Bewegung den natürlichsten Zustand darstellt; gerade in der Bewegungslehre aber haben solche, aus der Anatomie hergeleitete Selbstverständlichkeiten so oft schon die wirkliche Erkenntnis des physiologischen Geschehens gehindert. Seit Galenus erschien es ja auch selbstverständlich, dass bei einer Beugung oder Streckung nur die Beuger oder Strecker thätig sind, bis Duchenne zeigte, dass im Gegenteil bei jeder einzigen Bewegung Beuger und Strecker Zusammenwirken. Zunächst ist es klar, dass die Analogie mit dem Verhalten der symmetrischen Rumpf- und Gesichtsmuskeln keinerlei Bedeutung für die Extremitäten besitzt. Wenn beim Atmen, Beissen, Schlucken, Niesen u. s. w. die bilateral sym-
9 A. a. O. S. 177.
2) W. James, Principles of Psychology. Bd. II. S. 517.