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metrische Muskeltkätigkeit eintritt, so handelt es sich dabei um die Funktionierung des Brustkorbs, des Unterkiefers u. s. w., unpaarige Organe, deren normale Leistung nur durch das Zusammenwirken der beiderseitigen Muskeln möglich wird. Solche einheitliche Funktion liegt natürlich auch für die Augen vor, die keinen gemeinsamen Fixierpunkt hätten und somit die Bilder nicht zur Deckung bringen könnten, wenn eines sich heben würde, während das andere sich senkt. Für die Arme und Beine existiert solche gemeinsame Funktion nicht: im Gegenteil, es wird ja stets betont, dass die individuelle Entwicklung darauf hinzielt, das ursprüngliche Zusammenwirken durch einseitige Hemmung wieder aufzulösen, da das Bedürfnis des täglichen Lebens durchweg ungleichseitige Bewegungen von unseren Extremitäten fordert. Beim Gehen, Laufen, Tanzen arbeiten die Beine alternierend, beim Essen, Schreiben, Musizieren funktionieren die beiden Arme unsymmetrisch. Nur wenn unser menschliches Leben mit Schwimmen und Rudern ausgefüllt wäre, so könnten wir auch für die Extremitäten teleologisch aus der Funktion die natürliche Zuordnung erklären.
Ist die Analogie mit den Rumpf- und Gesichtsmuskeln mithin irreführend, so kann sich die Annahme der symmetrischen Gliederthätigkeit nur auf die direkt beobachteten That-sachen stützen. Hierhin gehören in erster Linie die Bewegungen der Kinder, bei denen jene Hemmungen der natürlichen Mitbewegung noch nicht eingetreten sind. Gerade hier aber kann eine objektive Beobachtung unmöglich verkennen, dass das Kind die unsymmetrischen Impulse durchaus bevorzugt. Als ich beobachtete, wie Säuglinge sich bewegen, wenn sie in lauwarmem Badewasser sich behaglich fühlen, stiegen mir die ersten Zweifel an der Gültigkeit des Symmetriegesetzes auf; in vergnügtem Strampeln wird stets das eine Bein angezogen, wenn das andere gestreckt wird und die Arme wechseln in ihren Bewegungen unregelmässig ab. Selbst die Augen haben hier noch nicht die symmetrische Ko-