﻿ordination in der Vertikalrichtung gewonnen, und jede Seitenbewegung der Augen ist ebenso wie jede Seitenbewegung des Kopfes offenbar unsymmetrisch. Zutreffend schildert Prey er auch, wie die Kinder im Schlaf träge Kontraktionen mit Spreizen und Beugen der Finger ausführen, Bewegungen, welche erst zum Ende des zweiten Jahres seltener werden „und vom Anfang an meistens asymmetrisch sind“ *). Auch beim Gehenlernen fällt es jedem auf, wie das Kind, wenn es unter den Armen so gehalten wird, dass die Füsse den Boden berühren, durchaus abwechselnd die Beine hebt und streckt* 2). Mark Baldwin, der die Entwicklung der Rechtshändigkeit verfolgen wollte, notierte die Armbewegungen seines Kindes in den ersten Monaten; es ergab sich, dass von 2187 Fällen nur 1034 zweihändig, 1183 einhändig ivaren3); in Anbetracht, dass von den zweihändigen Bewegungen alle diejenigen wegfallen, welche nicht symmetrisch sind oder welche auf Reize hin erfolgen, die in der Medianebene oder zur Medianebene symmetrisch liegen, so ergibt sich auch hier, dass von einem ursprünglichen.Ueber-wiegen der Mitbewegungstendenz keine Rede ist. Was schliesslich die Fälle von Mitübung und Spiegelschrift, sowie die pathologischen Erfahrungen betrifft, so beweisen sie überaus wenig. Bei dem vielcitierten Fechnerschen Beispiel von Spiegelschrift mit der linken Hand ist von einem ursprünglich linkshändigen Knaben die Rede, der nur durch Uebung eine gleiche Geschicklichkeit in der rechten Hand erworben hatte. Der Vater des Knaben fügt seinem Bericht ausdrücklich hinzu, dass er selbst eher mit der rechten als mit der linken Hand Spiegelschrift hervorbringen kann. Dasselbe gilt von mir ; ich kann mit der rechten Hand ziemlich fliessend und ohne jede Ueberlegung Spiegelschrift schreiben, während mir mit der linken Hand Spiegelschrift ebenso missrät, wie
*) Prey er, Seele des Kindes. II. A. S. 153.
2)	A. a. O. S. 203.
3)	Baldwin, Origin of Right or Left Handedness. Science 1890.