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gewöhnliche Schrift. Ein anderer Versuch zeigt mir, dass die Mitübung bei mir auch dann nicht eintritt, wenn die linke Hand die geübte ist; ich spiele seit meinem achten Jahre Violoncello und hin trotz so langer Uebung der Linken nicht im stände, die symmetrischen Bewegungen mit der Rechten auszuführen. Auch S.tumpf erwähnt, dass nach den Erfahrungen des Klavierunterrichts die eine Hand nicht merklich durch die andere mitgeübt werde1). Soltmann2) sieht in der Neigung zu linkshändiger Spiegelschrift sogar ein psychopathisches Symptom. Die meisten Kinder, die er aufforderte, mit der linken Hand zu schreiben, brachten die Worte in der gewöhnlichen Weise von links nach rechts zu Papier, nur solche, deren Psyche nicht intakt war, schrieben ohne Besinnen Spiegelschrift. Bezüglich der pathologischen Fälle schliesslich von konstanter Mitbewegung scheint mir der Erklärungsversuch im Missverhältnis zu der Seltenheit der beobachteten Fälle zu stehen. Wenn wirklich eine gleichzeitige Innervation der beiderseitigen Extremitätenmuskeln der ursprüngliche Vorgang wäre, der nur durch einseitige Hemmung aufgehoben wird, so würde das Fehlen oder die mangelhafte Ausbildung dieser kortikalen Hemmung eine verhältnismässig häufige Erscheinung sein, die konstante symmetrische Mitbewegung müsste dann wenigstens oft Symptom cerebraler Erkrankungen sein. Bis jetzt sind aber erst ein paar völlig vereinzelte, von Jugend an bestehende Fälle beschrieben worden, so dass es wahrscheinlicher ist, in diesen Ausnahmefällen anatomische Abnormitäten, vielleicht mangelhafte Pyramidenkreuzung der motorischen Bahnen zu vermuten. Dass bei der gewöhnlichen halbseitigen Lähmung Erwachsener, auch wenn die Lähmung von der Grosshirnrinde ausgeht, solche Mitbewegung im gelähmten Gliede nicht eintritt, scheint mir entscheidend. Auch darauf sei schliesslich hingewiesen.
') Stumpf, Tonpsychologie. Bd. 1. S. 81.
2) Soltmann, Schrift und Spiegelschrift bei gesunden und kranken Kindern. 1890.