﻿193
F
psychophysischer Anstrengung und daher das Maximum der Leistung unter sonst gleichen Bedingungen dann zu erreichen sein, wenn die Maschinen so eingerichtet sind, dass die auszuführenden Bewegungen einer etwaigen natürlichen Zuordnung entsprechen. Dass die ganze Frage auch für den Physiologen wie für den Nervenpathologen von Bedeutung ist, bedarf kaum des Hinweises. Solche Mitbewegungen spielen sich entweder an verschiedenen Teilen derselben Körperhälfte ab, z. B. zwischen Arm und Fuss, Arm und Kopfmuskulatur, Arm und Finger, zum Teil sogar unauflösbar wie zwischen Augen-innenwender und Accomodationsmuskel, oder aber an den entsprechenden Teilen beider Körperhälften, zum Teil auch hier unauflöslich wie das Zusammenwirken der beiderseitigen Atmungs-, Kau-, Schluckmuskulatur, der Sphinkteren u. s. w. Die folgende Untersuchung beschäftigt sich nur mit der für die Willensentwicklung besonders wichtigen Frage, ob eine solche natürliche Zuordnung auch für die Gliedermuskulatur der beiden Körperhälften existiert, speziell ob unsere Arme in einer natürlichen Wechselbeziehung stehen, eine Frage, zu der bekanntlich auch Fechner das Wort ergriffen hat.
Die Anschauungen in diesem Punkt sind, soviel ich sehe, im wesentlichen übereinstimmende. Schon Joh. Müller, welcher die Mitbewegungen ausführlich darstellt, sagt, dass die Nerven und Muskeln der Extremitâtèn die Tendenz bilateral symmetrischer Bewegung besitzen; „wenigstens ist es bekanntlich schwer, entgegengesetzte rotierende Bewegungen einer gewissen Richtung, z. B. um eine gemeinschaftliche Querachse mit beiden oberen oder beiden unteren Extremitäten zu vollziehen, während gleichartige Bewegungen mit beiden Extremitäten zugleich sehr erleichtert sind“ *). Bei der Ausübung schnell aufeinanderfolgender entgegengesetzter Rotationen mit beiden Armen fühlen wir einen inneren Wider-
’) Joh. Müller, Handbuch d. Physiol, d. Menschen. IV. A. Bd. 1. S. 589.
Münsterberg, Beiträge. IV.
13