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stand, der diese Bewegungen beständig stört, so dass sie unwillkürlich in gleichartige Bewegungen beider Extremitäten übergehen1). Fechner stützte diese Annahme durch die Beobachtung, dass beim Schreibenlernen eine bilateral symmetrische Mitübung eintritt, derart, dass wenn die rechte Hand in normaler Weise Schreibbewegungen einübt, die linke Hand dadurch eine mehr oder weniger entwickelte Fähigkeit zur Spiegelschrift gewinnt2). Schliesslich wurden vereinzelte klinische Fälle von Mitbewegungen bekannt, bei denen die abnorm associierten Bewegungen nicht wie bei der häufig beobachteten „Irradiation des Willensimpulses“ an derselben Seite eintraten, sondern bilateral symmetrisch geordnet waren, so dass bei den Patienten die einfachen oder komplizierten Bewegungen der einen Extremität eine unfreiwillige getreue Nachahmung an der anderen Seite finden; „alle paarigen Muskeln der Oberextremität und des Schultergürtels geraten bei der Ausführung beabsichtigter einseitiger Bewegungen stets beiderseitig in Kontraktion“3). Dam sch kommt bei der Erörterung solcher Fälle zu der Annahme, dass wir überhaupt erst durch die Erziehung lernen, die gleichzeitige Aktion paariger Muskeln zu unterdrücken. „Die Erziehung, Unterricht und Uebung muss demnach zur Ausbildung von Hemmungen führen, welche von der anderen Hemisphäre ausgehen und korrigierend auf die zunächst mangelhaft isolierten Willensimpulse einwirken.“ Jene pathologischen Fälle würden dann darauf beruhen, dass derartige Hemmungen nicht zur Ausbildung gelangen. „Man muss sich alsdann vorstellen, dass die von dem Cortex der
9 A. a. O. Bd. H. S. 85.
2) Fechner, Beobachtungen, welche zu beweisen scheinen, dass durch diê Uebung der Glieder der einen Seite die der anderen zugleich mitgeübt werden. Berichte der Sachs. Ges. der Wiss. Math.-Phys. CI. Bd. 10.
8) Darnach, Mitbewegungen in symmetrischen Muskeln an nicht gelähmten Gliedern. Zeitschr. f. klinische Medicin. Bd. 19. Suppl. 1891. Westphal, Bewegungserscheinungen an gelähmten Gliedern. Archiv f. Psychiatrie. Bd. 4. 1874.