﻿208
aussen strecken und gleichzeitig nach innen ziehen. Führen wir dagegen kräftige Yertikalbewegungen der Arme symmetrisch aus, so als wollten wir ein Beil schnell heben und senken, um Holz zu spalten, so gerät wieder unser ganzer Körper in Arbeit, die sofort auf hört, sobald wir zu der unsymmetrischen alternierenden Armthätigkeit übergehen. So lässt sich bei jeder Bewegungskombination unserer Versuche zeigen, dass die willkürlich ausgeführte Bewegung bei abgelenkter Aufmerksamkeit mit Vorliebe in diejenige Bewegung überging, welche möglichst die überflüssigen Mitbewegungen unterdrückt. So erklärt sich denn auch, dass an die Stelle der symmetrischen * so oft die gleichsinnig-ungleichphasige Bewegung tritt; sie ist in vielen Fällen wirklich ebenso geeignet, den Körper in der Gleichgewichtslage ruhig zu halten, wie die symmetrische. Auch dass die scharfen Ecken sich bei unwillkürlicher Bewegung bald abrundeten, die Linienenden sich auswölbten, dürfte eine zweckmässige Arbeitsersparnis sein; die plötzliche Innervationsänderung beim unvermittelten Uebergang einer starken Bewegung in die entgegengesetzte verlangt sehr viel energischere Arbeit und Gegenspannung als der vermittelte allmähliche Uebergang. In dieser eng begrenzten Wirksamkeit zeigt sich die symmetrische Innervation also als eine Zweckmässigkeitserscheinung, bedingt durch das biologische Gesetz des kleinsten Kraftaufwandes, ein Gesetz, das eben in häufigeren Fällen gerade die unsymmetrische Innervation veranlasst. Wäre dagegen, wie die übliche Auffassung verlangt, die symmetrische Innervation das konstante, nur durch einseitige Hemmung aufzulösende Ergebnis einer anatomischen Verbindung, so würde eine solche Einrichtung den biologischen Bedürfnissen des Menschen, wie Gehen, Laufen, wechselseitige unabhängige Benutzung der Arme u. s. w. in so hohem Masse schädigend gegenüberstehen, dass es unbegreiflich bliebe, wie solch unzweckmässige Verbindungsbahn sich entwickeln und erhalten konnte. Sind doch auch für die höheren Tiere die unsymmetrischen Bewegungen der Extremi-