﻿Psychophysiologisches.
Es ist ein naheliegender Gedanke, mit Hilfe der zeitmessenden Methoden Belehrung über den Zusammenhang zwischen bestimmten psychischen Vorgängen und den Funktionen bestimmter Gehirnteile zu suchen. Die Nervenphysiologie zeigt, dass die Arbeitsleistung der nervösen Substanz in hohem Masse abhängig ist von der Blutdurchströmung. Wenn wir in bestimmten Teilen des Gehirns die Blutzufuhr verändern, so werden die Funktionen des betreffenden Teiles beschleunigt oder verlangsamt ablaufen; die Zeitmessung wird also eventuell auf die Lokalisation psychophysischer Centren neues Licht werfen können, nachdem bisher nur Vivisektionsversuche an Tieren oder pathologische Sektionsbefunde am Menschen befragt worden waren, zwei Methoden, welche an Sicherheit der Deutung bekanntlich viel zu wünschen übrig lassen. Die hier vorgeschlagene psychophysische Methode wird sich natürlich erst langsam entwickeln können; theoretisch hat sie den Vorzug, dass wirklich die lebendige Funktion bei ihr zur Untersuchung kommt, praktisch hat sie den Nachteil, dass wir vorläufig nur ganz im groben auf die Cirkulationsverhält-nisse des Gehirns ohne körperlichen Schaden Einfluss ausüben können. Immerhin ist ein solcher zweifellos vorhanden, wenn wir den Körper in verschiedene Stellungen bringen; ohne zu diskutieren, wie weit aktive und wie weit passive Hyperämie in den einzelnen Kopfteilen vorliegt und wie weit in bestimmter Zeit Ausgleichungen der Cirkulation stattfinden,