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Beispiel mag genügen. C. Lange hat in seiner bekannten Untersuchung über die Gemütsbewegungen zu zeigen versucht, wie die Affekte auf einer Erhöhung oder Verminderung in der Innervation der willkürlichen, der Eingeweide- und Gefäss-muskeln beruhen. Wundt hat mit vollem Recht dieser Theorie entgegengehalten, dass Zorn und Freude dann derselbe Affekt sein müsste, da Lange selbst sagt, dass in beiden die willkürliche Innervation erhöht und die Gefässe erweitert sind, während Langes Unterschiedsbestimmung, dass die Bewegungen des Zornigen unkoordiniert, die des Freudigen koordiniert sind, durchaus nicht ausnahmslos gilt und jedenfalls nebensächlich ist. Wuiidt schliesst nun weiter: da Freude und Zorn sich in der Selbstwahrnehmung als sehr verschiedene Vorgänge erweisen, so muss diejenige Theorie falsch sein, welche in den psychischen Wirkungen der reflektorisch ausgelösten peripheren Körpervorgänge die Grundlage der Affekte suchen will. Ich glaube, ein anderer Schluss wäre hier berechtigter, nämlich der, dass die Langesche Analyse der Zorn- und Freudewirkungen unzureichend sei und gerade die wesentlichen Differenzen unbeachtet lasse. Gewiss ist bei Zorn und Freude die Innervation der willkürlichen Muskeln gesteigert, aber Lange und Wundt übersehen beide, dass sich die Innervationssteigerung in beiden Affekten auf verschiedene, und zwar gerade auf antagonistische Muskelgruppen bezieht. Der Zornige ballt die Faust, beugt drohend den Arm, verengert die Augenspalte, presst die Zähne zusammen, verstärkt die Exspiration, der Freudige dagegen schwenkt jubelnd mit kräftigen Streckbewegungen, was er in der Hand hält, er verstärkt jauchzend die Inspiration, reisst die Augen auf, und alle Glieder strecken sich, kurz Zorn und Freude repräsentieren in ihren Wirkungen jenen Antagonismus der Beuge- und Streckvorgänge, der genügenden Anhalt gibt, um die beiden gegensätzlichen inneren Zustände nun doch, jener psychophysischen Theorie gemäss, als Wirkungen der peripheren Vorgänge auffassen zu können. Derselbe Gegensatz