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wiederholt sich in allen Affekten, welche ausgesprochenen Lust- oder Unlustcharakter tragen, und auch der mimische Ausdruck der Affekte lässt sich erst dann verstehen, wenn » auch in der Kopfmuskulatur jener Antagonismus der Verengerer und Erweiterer, also der Beuger und Strecker im einzelnen verfolgt wird. Dass mit der psychischen Wirkung der Beugung und Streckung noch nicht das Wesen der Ge-mütsbewegungen erschöpft sein kann, ist klar; sowohl die Rückwirkung auf den Vorstellungsablauf gehört dazu als wie nun vor allem die Bewusstseinswirkungen der reflektorisch ausgelösten Drüsen-, Blutgefäss- und Eingeweidethätigkeit, sowie derjenigen Prozesse in der willkürlichen Muskulatur, welche in Beugern und Streckern gemeinsam ablaufen. Eben hierauf beruht jene unendliche Mannigfaltigkeit in der Färbung und Schattierung der Gemütszustände.
Hier wird nun die neue Theorie der Gefühle anzuknüpfen haben. Haben wir durch James, Lange u. a. gelernt, die Affekte als psychische Wirkungen der reflektorisch ausgelösten peripheren Vorgänge aufzufassen und haben wir gesehen, dass in diesen Vorgängen der Gegensatz der Streckung und Beugung entscheidend für den Lust- oder Unlustcharakter der Affekte ist, haben wir andererseits festgestellt, dass, wie unsere Experimente ergaben, alle Lust- und Unlirstzustände Tendenz zur Streckung und Beugung zeigen : so werden wir jenes Erklärungsprinzip der Affekte auch auf die einfachen Gefühle übertragen können und behaupten, dass Streckung und Beugung nicht durch Lust oder Unlust verursacht werde, sondern umgekehrt die reflektorisch erzeugten Streckungen und Beugungen die Bedingung derjenigen Bewusstseinsvorgänge sind, welche wir Lust und Unlust nennen. An unserem Körper kann sich Beugung und Streckung nicht vollziehen, ohne dass durch sie qualitativ bestimmte elementare Bewusstseinsinhalte centripetal erweckt werden; auf dem Hinzutritt dieser Inhalte zu den äusseren Sinnesempfindungen beruh-t das, was wir den Gefühlston der Empfindung zu nennen pflegen.
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