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Der forderliche Reiz löst — wie wir sahen, in biologisch und physiologisch verständlicher Weise — reflektorisch Streckbewegungen, der schädliche Reiz Beugebewegungen aus; diese Bewegungen aber rufen centripetal Empfindungen hervor, welche sich mit der Reizvorstellung verbinden und dieser den Lust- oder Unlustcharakter verleihen. Insofern dieses Bewusstseinselement seine Quelle in den reflektorischen Reaktionen des eigenen Körpers hat, diese Körperempfindungen aber den Untergrund unserer konstanten Ichvorstellung bilden, müssen wir dieses, Gefühl genannte Element unwillkürlich als subjektiv gegenüber der objektiven Reizvorstellung auffassen, und insofern diese Beugungs- und Streckungsempfindungen die Bewusstseinsvertretung entgegengesetzter Handlungen darstellen, müssen diese Empfindungen selbst „als gegensätzliche empfunden werden. Die enge Beziehung der Gefühle zu den. Handlungen ist damit schon ohne weiteres gegeben.
Nach verschiedenen Richtungen ist diese Auffassung der Gefühle von vornherein vor Missverständnissen zu bewahren. Zunächst ist zu beachten, dass wir, wie schon oben erwähnt, unberechtigter Weise gewöhnt sind, unter dem Gefühl überall dort, wo der Lust — Unlust-Wert stärker hervortritt als der qualitative Empfindungsinhalt, diesen Inhalt miteinzubegreifen. Ganz besonders gilt das vom Schmerz, aber auch von der Wollust u. s. w. Die Stärke der Unlust oder Lust, welche hier konstant zu einem bestimmten Empfindungsinhalt hinzutritt, lässt übersehen, dass auch der Schmerz genau ebenso einen vom Gefühl trennbaren Inhalt besitzt wie die Geschmacksoder Geruchs-, Ton- oder Farbenempfindung. Selbstverständlich ist es nur dieser Gefühlswert im engeren Sinne, der auf die Empfindung der Beugung und Streckung zurückgeführt werden kann. Dadurch, dass der starke schädliche Reiz Beugungen auslöst und somit Beugungsempfindungen hervorruft, ist nicht der Schmerz erklärt, den der Reiz erzeugt, sondern nur erklärt, dass der vom Reiz erzeugte Schmerzinhalt mit Unlust aufgefasst wird; der Schmerz des Ver-