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Wirkung des Reizes verstärkt oder schwächt. So wird der Streckung auch die Erweiterung der Augen-, Nasen-, Mundöffnung u. s. w. koordiniert sein; der Beugung die Verengerung dieser Höhlen entsprechen.
Unter den zahlreichen physiologischen Thatsachen, welche zu den besprochenen Erscheinungen in Beziehung stehen, bietet sich natürlich in erster Linie das sogenannte Ritter-Rollettsehe Phänomen dar, dessen unerwartet weite Ausdehnung noch neuerdings durch Osswald sichergestellt ist. Wir wissen, dass von demselben motorischen Nervenstamm aus elektrische, chemische, mechanische, thermische Reize je nach der Intensität oder Zeitdauer der Einwirkung sowohl Beugung als Streckung hervorrufen können. Es entspräche somit den physiologischen Beobachtungen, dass, auch wenn der motorische Impuls von den Nervencentren ausgeht, je nach der Intensität, der Dauer, der Ausdehnung solcher centralen Erregung, peripher Beugung oder Streckung eintritt ; und sobald der centrale motorische Impuls Wirkung der centri-petalen Erregungen ist, wird mithin auch der Sinnesreiz je nach Stärke, Ausdehnung und Dauer in der Centralsubstanz den Impuls zur Beugung oder zur Streckung hervorrufen. Der Reiz, welcher beim Menschen bei mässiger Stärke oder kurzer Dauer, reflektorisch Streckung auslöst, wird vielleicht bei grösserer Intensität oder längerer Einwirkung Beugung hervorrufen. Erinnert sei dabei daran, dass ein ganz ähnlicher physiologischer Gegensatz in den Wirkungen der Wärme und Kälte zu Tage tritt; innere Erhitzung führt zur Streckung, Abkühlung zur Beugung der Glieder. Es ist nicht unmöglich, dass der förderliche Reiz in der Centralsubstanz lokale Veränderungen an-regt, welche den Wirkungen innerer Temperatursteigerung ähnlich sind, und das umgekehrte beim schädlichen Reiz.
Eine wesentliche Stütze bietet uns vor allem aber die psychophysische Analyse der Affekte; ja, es ist überraschend, dass hier der Gegensatz der Streck- und Beuge-thätigkeit bisher so unbeachtet gebheben ist. ,Ein markantes
Münsterberg, Beiträge. IV.	15