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Centralblatt der Bauverwaltung.
5. November 1887.
die Domfreilegung. Inzwischen war auch der Heimannsche Vorschlag bekannt und Gegenstand lebhafter Besprechung geworden; zugleich aber hatten mittlerweile die Eigenthümer des Domhotels ihren Gasthof auf seinem alten Platze wieder aufgebaut!
Bei solcher Sachlage trat Herr Jakob Kaaf mit seinem Plane hervor, die Südfreilegung fallen zu lassen und die allerhöchst bewilligten Lotterieen zum Durchbruch der »Kaiserstrafse“ vom Domkloster bis zum Appellhofsplatze zu benutzen. Obwohl dieser Strafsen-durchbruch für den städtischen Verkehr erst eine Bedeutung erhalten könnte, wenn er vom Appellhofsplatz aus weiter geführt würde, am Zeughaus und am Regierungsgebäude vorüber bis zur St. Apern-und Friesen-Strafse, fand die Kaafsche Anregung sehr vielen Beifall; ja die Stadtverordnetenversammlung sprach sich mit grofser Mehrheit dahin aus, dafs sie die Eröffnung der Kaiserstrafse bis zum Appellhofsplatze der Südfreilegung vorziehe. Die Rückfragen des Central-
Zeichnung angegebenen »geplanten Querstrafse“ eröffnet, die Durchführung der Kaiserstrafse also vorbereitet werden würde.
Unsere Abbildung zeigt einen Lageplan von der Dom-Umgebung, wie sie sich gestalten würde, wenn sowohl die genehmigte Südfreilegung, als auch die Kaiserstrafse, deren Anfangs strecke den Heimann-schen Gedanken wiedergiebt, zur Ausführung gebracht sein würde, und zwar die Kaiserstrafse nicht blofs in der von Herrn Kaaf vorgeschlagenen Beschränkung bis zum Appellhofsplatze, sondern in ganzer Erstreckung bis zur St. Apern- und Friesenstrafse, einem Hauptzugange der Neustadt. Der Wunsch, dafs man bei dem Hei-mannschen Vorschläge schliefslich nicht stehen bleiben, sondern einen herrlichen Ausblick auf die Domthürme von Westen her durch die Kaiserstrafse schaffen möge, ist in Köln ein allgemeiner. Es möge gestattet sein, auch an dieser Stelle jenem Wunsche, zu dessen Erfüllung eine nochmalige Bethätigung der kaiserlichen Huld durch
Bezeichnungen:
X.	Vo rbereitungs -z immer. 73. Chemischer Arbeitsplatz. 75. Wandtisch. 76. Gossenstein. 77. Schrank. —
XI.	Operationszimmer. 78. Tisch, auf Schienen beweglich. 79.
Fenstertisch. 80. Schrank. — XII. Chemische Sammlung. 81. Schrank für Zeichnungen. 82. Fenstertisch. — XIII. Demonstrationssaal. 83. Zwei Tische. 84. Schrank. — XIY. Instrumen-ten-Sammlnng.
86. Grosser Tisch. 87. Tisch. 88. Zwei Schränke. 89. Drei
Bezeichnungen:
I. Chemisches Laboratorium. 1. Drei lOplätzige Arbeitstische mit Regalen. 2. Acht Fensterplätze mit Regalen. 3. zweiplätziger Arbeitstisch. 4. Sechs Abdampfnischen. 5. Schrank. 6. Repositur. — II. Physiologisches Labo -ratorium. 9. Zwei lOplätzige Arbeitstische für mikroskopische Arbeiten. 10. Zwei Arbeitstische für physiologische Arbeiten. 11. Drei Tische. 12. Drei Tische. 13. Schrank. 14. Kleine Etagere. 15. Tritt aus Gufseisen für 80 Zuhörer. 17. Froschkasten. — 111. Laboratorium des Directors und des Assistenten. 17. Drei chemische Arbeitsplätze. 18. Zwei Ab-
Grundrifs vom Erdgeschofs.
Physiologisches Institut für die Universität Marburg.
Doppelschränke. — XV. Mikroskopir-Zimmer. 90. Zwei Tische. 91. Schrank. 92. Schrank. 93. Gossenstein. 94. Etagere. —.XVI. Bibliothek-Zimmer. 96. Grosser Tisch. 97. Bücherschrank. — XVII. Arbeits- u. Sprechzimmer des Directors. 98. Grofser Schreibtisch. 99. Arbeitssessel. 100. Sopha. 102. Sophatisch. 103. Kleiderspind. 104. Bücherspind. 105. Fenster-tisch. 106. Zwei Acten-ständer. 107. Waschtisch. 108. Wandschränkchen.
dampfnischen. 19. Steintisch für Verbrennungen. 20. Gossenstein. 21. Tisch. 22. Schrank. —IV.Optisches Zimmer. 25. Tisch. 26. Grofser Tisch. 27. Zwei Schränke. — V. D e s t i 1-lir-Raum. 31. Zwei Tische. 32. Grofser Tisch. 33. Abdampfnische.
34.	Zwei Gossensteine.
35.	Repositur. 36. Glühofen. 37. Dampfbad. 39. Kleiner Tisch.
—	VI. Schwefelwasserstoffraum.
47. Abdampfnische. 48. Tisch. — VII. Waagen-z i m m e r. 50. Zwei Steintische. 51. Tisch. 52. Etagerentisch. 53. Schrank.
—	VIII. Glühraum. 60. Steintisch. 61. Verbrennungstisch.
62. Gossenstein. 67. Schrank.
Dombauvereins an entscheidender Stelle fanden indes ihre Beantwortung dahin, dafs der vom Unterzeichneten aufgestellte ursprüngliche Freilegungsplan die Allerhöchste Genehmigung erfahren habe und mit den Mitteln der bewilligten Lotterieen zur Ausführung zu bringen sei. Mehrere aufser dem Domhotel erforderliche Grundstücke sind infolge dessen vor kurzem erworben worden; und auch über die Niederlegung des neuen Gasthofs soll gegen Austausch des erwähnten, vorher zu räumenden fiscalisehen Grundstücks ein Einverständnis mit den Besitzern erzielt sein. Die erweiterte Südfreilegung dürfte somit in -wenigen Jahren zur Wirklichkeit geworden sein.
Es ist indes die Meinung verbreitet, die aus den vier Lotterieen fliefsenden Geldmittel, welche voraussichtlich ungefähr zwei Millionen Mark betragen, würden durch die Südfreilegung nicht erschöpft werden. Für diesen wahrscheinlichen Fall ist sicherem Vernehmen nach höheren Orts die Ausführung des Heimannschen Vorschlages derart in Aussicht genommen, dafs dadurch die breitere Anfangsstrecke der »Kaiserstrafse“ vom Domkloster bis zu der auf der
Bewilligung weiterer Lotterieen zu erbitten wäre, von ganzem Herzen Ausdruck zu geben.
Hand in Hand mit den Bestrebungen des Centraldombauvereins zur Freilegung des erhabenen Gotteshauses -gehen übrigens gegenwärtig die Anstrengungen der Stadt, die geschaffene freie Umgebung zu verschönern. Für die Regelung, planmäfsige Anlage und Bepflanzung des Domhofs, dessen unwürdiger Zustand jahrelang Einheimischen und Fremden Aerger bereitet hat, sind seitens der städtischen Vertretung die vom Unterzeichneten geforderten Mittel im Betrage von ungefähr 190 000 Mark bewilligt worden. Die Arbeiten werden, nachdem in den jüngsten Tagen die bei der gesetzmäfsigen Offenlegung des Planes erhobenen Einsprüche in oberster Instanz abgelehnt worden sind, in Bälde in Angriff genommen werden, sodafs das nächste Jahr den in Köln sich versammelnden deutschen Architekten und Ingenieuren der Dom hoffentlich in einer freundlicheren Umrahmung zeigen wird, als man ihn bis dahin zu sehen gewohnt war.	J. Stübben.
Heubau eines physiologischen Institutes für die Uniyersität Marburg.
Die Wissenschaft der Physiologie oder Lehre von den Lebenserscheinungen zerfällt bekanntlich in zwei Abtheilungen: die anato-
mische oder experimentelle und die chemische Physiologie. Die letztere ist jüngeren Ursprungs, sie hat ihren Hauptvertreter in dem