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Centralblatt der Bauverwaltung.
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zeitigen Leiter des physiologischen Instituts in Marburg, der seine auf neuem Gebiete bahnbrechenden Forschungen in gänzlich unzulänglichen, der Wichtigkeit der Sache in keiner Weise entsprechenden Räumlichkeiten auszuführcn genöthigt gewesen ist. Der Neubau, von dem die beigegebenen Holzschnitte eine Anschauung geben, berücksichtigt deshalb in höherem Mafse als seine Vorgänger diesen Sonderzweig der Wissenschaft, und bietet namentlich Gelegenheit, die Studi-renden selbst zu physiologisch-chemischen Arbeiten in gröfserer Zahl praktisch anzuleiten.
Der zur Verfügung stehende Bauplatz liegt an der Südseite der Elisabethkirche, von derselben durch den Kirchgarten und die schmale, nach dem Deutschhaushofe führende Strafse getrennt. Der Neubau wurde an der Nordgrenze des Grundstückes hart an die Deutsch-hausstrafse gerückt, weil zur Zeit des Baubeginnes die inzwischen wieder aufgegebene Absicht vorlag, zwischen dem physiologischen Institut und der chirurgischen Klinik noch das pathologische Institut zu errichten. Von der Ostgrenze bleibt der Neubau 4,0 m zurück. Der Nachbar ist vertragsmäfsig verpflichtet, bei etwaiger Bebauung seines Grundstücks den gleichen Abstand einzuhalten.
Die Grundrifs- und Aufrifsskizzen für den vorliegenden Neubau sind
zimmer), ein Zimmer für feine Waagen, zugleich zur Aufstellung für feine Körperwaagen und Luftpumpen, ein Destillirraum, ein Schwefel-wasserstoffraum, ein Laboratorium für den Director und den chemischen Assistenten; 2) die physiologisch-anatomische Abtlieilung, und zwar ein Arbeitssaal für physiologische Thierversuche, ein sog. optisches, mit Verdunklungsvorrichtung versehenes Zimmer, in welchem Spectral-apparat, Spectrophotometer, Heliostat, Polarisationsapparate und dergl. zu ständiger Benutzung aufgestellt sind. Als Kleiderablage dient der durch Glasabschlüsse abgetrennte Vorraum vor dem physiologischen Arbeitssaal. Diese Räume umschliefsen das inmitten des Baues angeordnete Treppenhaus, welches hauptsächlich durch ein seitliches Fenster und durch Oberlicht beleuchtet wird.
Im I. Stockwerk liegt im Ostbau der Hörsaal für 100 Zuhörer, beleuchtet mit hohem Seitenlicht, ausgestattot mit Gestühl und Lehrpult. Die Rückwand hinter dem Lehrstuhl ist zum Auf heften von Zeichnungen getäfelt und enthält eine Nische für chemische Arbeiten, welche zugleich die Verbindung mit dem anstofsenden Vorbereitungszimmer bildet. Vor der Oeffnung werden drei Wandtafeln, eine schwarze, eine matte Glastafel auf Polsterung (sogen. Lucaesche Tafel) und eine weifse zur Auffangung mikroskopisch vergröfserter
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Holzstich von O. Ebel, Berlin
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Physiologisches Institut in Marburg.
im Ministerium der öffentlichen Arbeiten entworfen; der Raumbedarfs-Nachweisung des Institutsdirectors wird wie folgt Rechnung getragen:
In dem durchweg ausgebauten Kellergeschosse befinden sich aufscr den Vorrathsräumen für Chemiealien und Glas noch das Gas-und Quecksilberzimmer, das Krystallisationszimmer, zugleich zur Aufstellung der Eisschränke dienend, und ein Raum für schmierige Arbeiten; diese Räume liegen im westlichen Theile des Instituts und sind durch eine besondere Treppe mit den Räumen für chemische Arbeiten im Erdgeschofs verbunden. Eine mechanische Werkstatt mit Raum zur Aufstellung eines Gasmotors (von 4 Pferdekräften) der Centrifuge und der Maschine für elektrisches Licht liegt an der Nordseite im Mittelbau. Stallungen für Hunde, Kaninchen, Katzen und Meerschweinchen, sowie für Frösche und andere Kaltblüter sind im südlichen Ausbau untergebracht. Eine Dienerwohnung liegt am Ostgiebel, Aborte in unmittelbarer Nähe des Treppenhauses und zwei Räume für die Sammelheizung mit dem nothwendigen Raume für Brennstoffe an zwei verschiedenen Stellen des Grundrisses im östlichen und im Mittelbau. Davon dient der eine als Luftheizkammer zur Vorwärmung der frischen Luft, der andere als Kesselraum für die Niederdruckdampfheizung. Da diese Räume zur Befriedigung aller Bedürfnisse nur knapp genügen, so ist der Bau eines Hofgebäudes in Verbindung mit einem Eiskeller noch in Aussicht genommen.
Im Erdgeschofs liegen 1) die Arbeitsräume der physiologischchemischen Abtheilung, und zwar ein chemischer Arbeitssaal für 38 Arbeitsplätze, ein Zimmer für Elementar-Analysen (Verbrennungs-
Bilder, angebracht. Der Reflector wird auf einer Plattform aufgestellt, welche durch Zusammenlegen von drei neben- und ebensoviel hintereinander liegenden Sitzplätzen gegenüber der Mitte des Lehrpultes gebildet wird. Aufserdem sind sämtliche Fenster mit Verdunklungsvorrichtungen versehen, die mittels hydraulischen Druckes gehandhabt werden. Aufser der allgemeinen Gasbeleuchtung ist für den Hörsaal elektrische Beleuchtung vorgesehen.
Durch das Vorbereitungszimmer ist das Operationszimmer, in dem sowohl Thiere für die Vorlesung wie für die wissenschaftlichen Untersuchungen operirt, als auch operirte Thiere beobachtet werden können, und andererseits vom Hörsaal unmittelbar der Demonstrations-Saal zugänglich. Ferner sind vorhanden ein Zimmer für die chemische Sammlung, ein Saal für die Instrumenten-Sammlung, in welchem besonders die gröfseren, schwer beweglichen Apparate benutzt und von den Zuhörern besichtigt werden, ein Mikroskopirzimmer für den Director und den Assistenten für mikroskopische Arbeiten (an der Nordseite), daneben ein Zimmer für die Bibliothek und ein Zimmer für den Director, welches zugleich als Prüfungszimmer dient und auch von der Dienstwohnung des Directors aus zugänglich ist.
Im Dachgeschofs sind, durch eine steinerne Treppe zugänglich, die Wohnung für den Assistenten und Räume für Institutszwecke, ein Zeichenzimmer, ein Pflanzenbaus, ein Raum zur Herstellung von Photographieen usw., letztere im Ost- und Westgiebel untergebracht.
Das durch das Treppenhaus mit dem Institut verbundene Wohn-