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{"created":"2022-01-31T15:45:35.385857+00:00","id":"lit16203","links":{},"metadata":{"alternative":"Gesammelte Schriften, Erster Band, II. Abtheilung, Wissenschaftliche Abhandlungen","contributors":[{"name":"Czermak, Johann N.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"In: Gesammelte Schriften, Erster Band, II. Abtheilung, Wissenschaftliche Abhandlungen, 767-768. Leipzig: Wilhelm Engelmann","fulltext":[{"file":"p0767.txt","language":"de","ocr_de":"LY H.\nEin Experiment \u00fcber die Beziehungen des Gaswechsels in den Lungen zum Athmungsbed\u00fcrfniss beim Menschen.\nCentraUilalt f. d. med. Wissenschaft IS\u00dffl.]\nRosexthal hat bekanntlich gezeigt, dass man hei Thieren, deren Pleurah\u00f6hlen ge\u00f6ffnet sind, durch Einleitung der k\u00fcnstlichen Respiration, ganz nach Belieben, je nach der mehr oder weniger kr\u00e4ftigen Luftzufuhr, alle m\u00f6glichen Abstufungen der Athembewegnngen. von der normalen bis zu der dyspnoetischen hervorrufen kann ; dass es aber auch gelingt durch energische Handhabung des Blasebalges das Athmungsbed\u00fcrfniss f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit so vollst\u00e4ndig aufzuheben, dass selbst nach minutenlanger Unterbrechung der k\u00fcnstlichen Respiration s\u00e4mmt-liclie Atliemmuskeln in Ruhe und Erschlaffung verharren.\nDiesen letzteren Zustand der Athmungsbed\u00fcrfnisslosigkeit hat Rosexthal mit der Ueberladung des Blutes mit 0 erkl\u00e4rt und sehr passend \u00bbApnoe\u00ab genannt.\nDass sich durch verminderte Luftzufuhr, wie bei den Thieren, so beim Menschen, der Reiz auf den in der Med. obl, vorhandenen Mechanismus, unter dessen Imperium die Athembewegungen stehen, ver-gr\u00f6ssert und das Athmungsbed\u00fcrfniss zur Dyspnoe steigert, ist eine bekannte Thatsache : dass sich aber durch willk\u00fcrlich vermehrten Gasaustausch in den Lungen, wenn auch keine vollst\u00e4ndige Apnoe, analoge Zust\u00e4nde, auch beim Menschen, hervorrufen lassen, das zeigt der folgende einfache Versuch.\nWenn ich n\u00e4mlich bei ruhiger leichter Respiration etwa 3\u20146 Athemz\u00fcge in 15 Sec. mache nnd dann die Athmung mit einer letzten tieferen Inspiration unterbreche, so gelingt es mir den Athem etwa 30\u201435 Sec. anzuhalten, dann aber zwingt mich das gesteigerte Athmungsbed\u00fcrfniss die Athembewegungen wieder fortzusetzen.","page":767},{"file":"p0768.txt","language":"de","ocr_de":"768\nEin Experiment \u00fcber die Beziehungen des Gasvechsels etc.\nMache ich hingegen 10\u201418 ausgiebige Athemz\u00fcge in 15 Sec. und unterbreche dann die Athmung mit einer gleich tiefen Inspiration wie das erste Mal, so kann ich den Athem eine ganze bis a n de r thalb Minuten anhalten. ehe ich mich durch denselben Grad von Athem-noth gezwungen f\u00fchle wieder Athem zu sch\u00f6pfen.\nIch habe den beschriebenen Versuch unz\u00e4hlige Mal mit \u00fcberzeugendem Erfolg wiederholt und zweifle nicht, dass derselbe Jedem gelingen wird, der ihn mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit anstellt.\nDie ealmirende Wirkung des gesteigerten Gaswechsels in den Lungen w\u00e4chst jedoch nicht in geradem Verh\u00e4ltnis\u00ab mit der Vergr\u00f6s-serung der Energie der Athembewegung und der Verl\u00e4ngerung der verst\u00e4rkten Respiration vor Anhalten des Athems, sondern findet wahrscheinlich wegen des in Folge der Anstrengung der Athemmus-keln und der Gef\u00e4ssaufregung gesteigerten \u00d6-Verbrauchs alsbald eine Grenze, so dass es durch willk\u00fcrlich verst\u00e4rkte Athmung wohl niemals zur vollst\u00e4ndigen Apnoe kommen kann.\nNach den RosEXTHAL\u2019schen Ermittelungen \u00fcber die Umst\u00e4nde, durch welche die Athembewegungen angeregt werden, war der Erfolg meines Versuches vorauszusehen, weil durch das verst\u00e4rkte Athmen nicht nur der \u00d6-Gehalt des Blutes sondern auch der Luft, welche nach der letzten Respiration in den Lungen eingeschlossen wird, zunimmt ; \u00fcberraschend bleibt es nur. dass sich schon ein so merklicher Unterschied in der Zeit, w\u00e4hrend welcher der Athem angehalten werden kann, geltend macht \u2014 selbst wenn das willk\u00fcrlich verst\u00e4rkte Athmen nicht l\u00e4nger als 15 Sec. und darunter gedauert hat.\nJena, den 20. Jan. 1866.","page":768}],"identifier":"lit16203","issued":"1879","language":"de","pages":"767-768","startpages":"767","title":"Ein Experiment \u00fcber die Beziehungen des Gaswechsels in den Lungen zum Athmungsbed\u00fcrfniss beim Menschen","type":"Book Section","volume":"1(2)"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:45:35.385863+00:00"}
