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{"created":"2022-01-31T14:19:35.952462+00:00","id":"lit16210","links":{},"metadata":{"alternative":"Gesammelte Schriften, Erster Band, II. Abtheilung, Wissenschaftliche Abhandlungen","contributors":[{"name":"Czermak, Johann N.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"In: Gesammelte Schriften, Erster Band, II. Abtheilung, Wissenschaftliche Abhandlungen, 820-835. Leipzig: Wilhelm Engelmann","fulltext":[{"file":"p0820.txt","language":"de","ocr_de":"LXIV.\nDer elektrische Doppelhebel.\nEine Universal-Contact-Vorrichtung zur exacten Markirung des Momentes, in welchem eine beliebige Bewegung beginnt oder ihre Richtung \u00e4ndert.\nHierzu Tafel 27.;\n[Leipzig bei Wilh. Engelmann 187! Festschrift zu E. H. W el er\u2019 s Jubil\u00e4um.)]\nHochverehrter Herr Jubilar !\nWenn ich gerade die Beschreibung meines \u00bbelektrischen Doppelhebels\u00ab zum Gegenst\u00e4nde dieser Festschrift w\u00e4hlte, so geschah dies nicht ohne eine ganz specielle Beziehung zu den wissenschaftlichen Leistungen jenes Mannes, dessen Jubil\u00e4um von so seltener wie erfreulicher Art die weiten Kreise seiner Verehrer und Freunde, insonderheit aber die Mitglieder der hiesigen medicinischen Faeult\u00e4t, an dem heutigen Tage zu feiern so gl\u00fccklich sind.\nSind Sie es doch selbst, der mir, ohne es zu wissen, vor Jahren den Anstoss gab, eine, mich noch immer besch\u00e4ftigende Arbeit zu beginnen, bei deren Verfolgung jene elektrische Universal-Contact-Vor-richtung entstand, welche ich den \u00bbelektrischen Doppelhebel\u00ab nannte. Ihre sch\u00f6nen Untersuchungen \u00fcber die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Pulswelle in den Arterien1 . welche die von dem russischen Akademiker Weitbrecht, 1734, entdeckte vereinzelte und unverstandene Thatsache der Pulsversp\u00e4tung einer hundertj\u00e4hrigen \u2014 nur durch Haller's opponirende Autorit\u00e4t erkl\u00e4rlichen \u2014 Vergessenheit entrissen, zu allgemeiner Anerkennung und zur endlichen richtigen wissenschaft-\n1 E. H. Weber: De pulsu, resorptione, auditu et tactu. Progr. Lipsiae IS34.","page":820},{"file":"p0821.txt","language":"de","ocr_de":"Der elektrische Doppelhebel.\nS21\nliehen W\u00fcrdigung gebracht haben, waren mir n\u00e4mlich Veranlassung, mich mit demselben Thema zu besch\u00e4ftigen und es, den so hochgesteigerten Anforderungen der Gegenwart entsprechend, unter Anwendung neuer Hilfsmittel der Messung m\u00f6glichst ersch\u00f6pfend zu behandeln.\nWas Sie nun vor 36 Jahren durch den tastenden Finger und das horchende Ohr mit bewunderungsw\u00fcrdiger Feinheit der Beobachtung erkannt und mit dem tiefen Verst\u00e4ndnis\u00bb der Kreislaufserscheinungen, welches die Wissenschaft Ihren bahnbrechenden Anschauungen verdankt, in unanfechtbarer Weise gedeutet und gew\u00fcrdigt haben, das hat in einer Zeit, wo die Mechanik nicht nur das Leben in Verkehr und Industrie beherrscht, sondern auch f\u00fcr die Wissenschaft vom Leben immer mehr und mehr praktische wie theoretische Bedeutung gewinnt, unter den H\u00e4nden eines dankbaren Epigonen zur Construction einer mechanischen Vorrichtung gef\u00fchrt, welche zur elektrischen Mar-kirung nicht nur der Arterienpulse, sondern j e der pendelartigen Bewegung von variabler Amplitude unentbehrlich ist. \u2014\nUnd so nehmen Sie denn das diese Vorrichtung behandelnde vorliegende Schriftchen an dem heutigen Freudentage als ein kleines Zeichen meiner aufrichtigen Dankbarkeit. Verehrung und Hochachtung freundlich und nachsichtig entgegen, und genehmigen Sie zugleich meine Bitte um Fortdauer Ihrer mir seit mehr als 20 Jahren bewiesenen wohlwollenden Gesinnung.\nLeipzig, 8. Januar J 87 J.\n1.\nIn der \u00bbBeschreibung einiger Vorrichtungen z u physiologischen Zwecken\u00ab, welche ich in LIX Band. Heft II. 2. Abtheilung der Sitzber. der k. Akademie der Wissenschaften zu Wien. 1869, ver\u00f6ffentlichte 1 ), findet sich p. 243 u. f. folgende Stelle:\n\u00bbIch habe bereits vor 5 Jahren mitgetheilt, dass ich behufs der exacten elektro - magnetischen Markirung der Arterienpulse auf ein neues Constructionsprincip von Contactvorrichtungen verfallen bin. welche durch die zu registrirenden Vorg\u00e4nge selbst in Bewegung gesetzt werden, und die Drathleitungen eines elektrischen Stromes, die sie bilden helfen. in genau bestimmten Momenten \u00f6ffnen und wieder schliessen.2 Dieses Princip. welches ich das des \u00bbelektrischen\n! Siehe Nr. IAH.\n2 Yergl. Czermak: Mittheilungen aus dem physiolog. Privatlaboratormm. Wien, lsoi Nr. 1.111 .","page":821},{"file":"p0822.txt","language":"de","ocr_de":"822\nDer elektrische Doppelhebel.\nDoppelliebels\u00ab neune, gestattet eine so vielfache Verwerthung in der Experimentalphysiologie, dass ich es hier vollst\u00e4ndig auseinandersetzen und in seiner speeiellen Anwendung, zur Registrirung der se-cund\u00e4ren Zuckung vom Herzen aus, n\u00e4her beschreiben will.\u00ab\n\u00bbEs kann bekanntlich der Beginn eines jeden Bewegungsvorganges, welcher sich einem kleinen Metallhebel mitzutheilen im Stande ist. h\u00f6chst exact durch Oeffnung einer elektrischen Stromesleitung markirt werden, wenn jener Hebel ein integrirender Bestandteil dieser Leitung, und mit dem einen Pol der Kette in leitender Verbindung steht,\u00ab \u2014 w\u00e4hrend sein freies Ende gegen eine Contactschraube anliegt, zu der der andere Poldraht f\u00fchrt.\n\u00bbJe nachdem man die durch Ber\u00fchrung von Hebel und Contactschraube geschlossene Leitung der Hauptbahn eines elektrischen Stromes angeh\u00f6ren l\u00e4sst, oder als gutleitende Nebenschliessung der Hauptbahn anlegt, muss nat\u00fcrlich die Oeffnung derselben im Moment des Beginns der Bewegung den elektrischen Strom der Hauptbahn entweder ganz unterbrechen oder \u2014 im zweiten Falle \u2014 pl\u00f6tzlich verst\u00e4rken.\u00ab *)\n\u00bbEs versteht sich von selbst, dass die pl\u00f6tzliche Unterbrechung oder Verst\u00e4rkung\u00ab resp. Entstehung \u00bbdes elektrischen Stromes auf die mannigfaltigste Weise als genaues Signal f\u00fcr den Moment des Beginns der \u00bbzu registrirenden\u00ab) Bewegung benutzt werden kann.\u00ab\n\u00bb\\ on Helmholtz und Du Bois R\u00eayjiond sind derartige einfache Contactvorrichtungeii zuerst zu physiologischen Zwecken angewendet worden.\u00ab\n\u00bbDieselben haben sich zur genauen Signalisirung des Moments, in welchem eine Bewegung beginnt, vortrefflich bew\u00e4hrt.\u00ab\n\u00bbHandelt es sich aber um eine fortlaufende Markirung der Anf\u00e4nge periodisch wiederkehrender, pendelartiger Bewegungsvorg\u00e4nge, welche \u00fcberdies, wie z. B. die Arterienpulse, eine wechselnde Oscil-lationsbreite haben, dann sind die bisherigen einfachen Contactvor-richtungen begreiflicher Weise unbrauchbar, weil der Hebel bei abnehmender Excursiousweite die ein f\u00fcr allemal fein und fest eingestellte Contactschraube\" gar nicht wieder erreichen kann ; beizunehmender Bewegungsgr\u00f6sse aber den Contact mit der Schraube zu sp\u00e4t unterbrechen muss.\u00ab\n1 War w\u00e4hrend der Ber\u00fchrung von Hebel und Contactschraube gar kein merklicher Antheil des Stromes in die Hauptbahn \u00fcbergetreten, dann wird im Moment der Contactunterbrechung in die bis dahin stromlose Hauptbahn ein Strom pl\u00f6tzlich hereinbrechen.","page":822},{"file":"p0823.txt","language":"de","ocr_de":"Der elektrische Doppelhebel.\nS2\u00d6\n\u00bbWie ich a. a. 0. mittheilte hin ich zur m\u00f6glichsten Beseitigung dieser Uebelst\u00e4iule auf die Idee gekommen, die Contaetscliraube auch an einem beweglichen Hebel anzubringen.\u00ab\n\u00bbDie neuen Contactvorrichtungen sollten aus z w e i einander parallel laufenden Hebeln bestehen, deren Axenlager in gleicher Flucht liegend, beiden Hebeln nur Drehungen um eine und dieselbe mathematische Linie gestatten und, wohl isolirt, mit je einem Pole der Kette in leitender Verbindung stellen.\u00ab\n\u00bbDer eine der Hebel \u2014 den wir als den prim\u00e4ren bezeichnen wollen \u2014 sollte unmittelbar durch den zu registrirenden Vorgang in Bewegung gesetzt, der zweite oder secund\u00e4re aber von dem prim\u00e4ren beim Hingang wie beim R\u00fcckgang mitgenommen werden.\u00ab\n\u00bbZugleich sollte der secund\u00e4re Hebel in seinen Axenlagern mit einem solchen Minimum von Reibung gehen dass er, ohne an seiner leichten Beweglichkeit wesentlich einzub\u00fcssen, dennoch in jeder beliebigen Stellung, in die ihn der prim\u00e4re gebracht hat, von selbst stehen bleibt.\u00ab\n\u00bbEs kommt auf dasselbe hinaus ob die Contaetscliraube im prim\u00e4ren oder secund\u00e4ren Hebel festsitzt.\u00ab\n\u00bbDagegen kann man sich die beiden Hebel als zweiarmige oder als einarmige Hebel denken*, und dann m\u00fcssen \u2014 je nachdem der erste oder der zweite Fall gelten soll \u2014 jene Einrichtungen verschieden sein, welche es erm\u00f6glichen, dass der prim\u00e4re Hebel seine Bewegungen auf den secund\u00e4ren \u00fcbertr\u00e4gt, d. h. ihn beim Hingang wie beim R\u00fcckgang mitnimmt.\u00ab\n\u00bbIm ersten Fall w\u00fcrde das Mitgenommenwerden des secund\u00e4ren Hebels durch die Bewegungen des prim\u00e4ren im Princip dadurch erm\u00f6glicht und gesichert sein, dass sich an einem jener Arme der Hebel, zwischen welchen die Contaetscliraube nicht vorsteht, ein stumpfes Kn\u00f6tchen, aus leitender oder nicht leitender Substanz bef\u00e4nde \u2014 gleichgiltig ob es an dem prim\u00e4ren oder secund\u00e4ren Hebel befestigt w\u00e4re\u00bb\u00ab\n\u00bbIm zweiten Falle m\u00fcsste zur Sicherung der Mitbewegungen einer der beiden Hebel ein B\u00fcgelchen tragen, welches den anderen mit einigem Spielraum umgreift, und an diesem B\u00fcgelchen h\u00e4tten entweder die Contaetscliraube oder das Gegenkn\u00f6tchen oder aber beide zugleich in solcher Anordnung, und gegen den Spielraum vorspringend, zu sitzen, dass der secund\u00e4re Hebel beim Hingang des prim\u00e4ren durch die eine, beim R\u00fcckgang durch die andere der in den Spielraum vorspringenden Spitzen mitgenommen werden m\u00fcsste.\u00ab","page":823},{"file":"p0824.txt","language":"de","ocr_de":"824\nDer elektrische Doppelhebe].\n\u00bbDie specielle Herstellung dieser allgemeinen Bedingungen erlaubt nat\u00fcrlich die mannigfaltigsten Anordnungen, die Jeder leicht finden wird, der mein Princip des elektrischen Doppelhebels f\u00fcr einen bestimmten Zweck verwenden will.\u00ab\n\u00bbUm das Spiel der. nach diesem Princip construirten Contactvor-richtungen vollends zu erl\u00e4utern, habe ich nur noch Weniges hinzuzufugen,\u00ab\n\u00bbDa der secund\u00e4re Hebel, trotz der Spur von Reibung, sehr leicht beweglich ist, so wird er sich ohne erheblichen Widerstand vom prim\u00e4ren bis an das Ende der Bewegung in der einen und in der anderen Richtung fortstossen oder mitnehmen lassen; da er aber mit jener, durch ein Schr\u00e4ubchen fein regulirbaren Spur von Reibung in seinen Axenlagern geht, welche eben hinreicht ihn in jeder Stellung, in die er gebracht wurde, momentan festzuhalten, so muss die Ber\u00fchrung zwischen den beiden Hebeln abwechselnd an der \u00dcontactsehraube und an dem Gegenkn\u00f6tchen genau in dem Momente des Beginnes der hin- und der hergehenden Bewegung, die dem prim\u00e4ren Hebel mitgetheilt wird, unterbrochen werden.\u00ab\n\u00bbIst das Gegenkn\u00f6tchen aus leitender Substanz, so bekommt man f\u00fcr den einmaligen Ablauf des Bewegungsvorgangs zwei Paare von Signalen: besteht es dagegen aus isolirender Masse. wie Elfenbein. Hartgummi u. dgl., so bekommt man nur zwei einzelne Signale, von denen das eine der Unterbrechung der Leitung genau im Momente des Beginnes der Bewegung entspricht, w\u00e4hrend das andere die Herstellung der Leitung in einem beliebigen Phasenmomente der entgegengesetzten Bewegungsrichtung bedeutet, Welches Phasenmoment dies aber ist, h\u00e4ngt einfach von dem Verh\u00e4ltniss ab, in welchem die Weite des Spielraums zwischen den Spitzen der Contaetscliraube und des Gegenkn\u00f6tchens zu der Schwankungsbreite und Geschwindigkeit des prim\u00e4ren Hebels steht. Da nun jener Spielraum durch feine Einstellung der Contactschraube beliebig vergr\u00f6ssert und verkleinert werden kann, so sieht man leicht ein, wie unsere ganze Vorrichtung \u2014 und darin liegt eben ihr Sinn und Zweck \u2014 die ununterbrochene Mar-kirung periodischer Bewegungen von wechselnder Oscillationsbreite erm\u00f6glicht und sichert, sobald man nur daf\u00fcr sorgt, dass jener Spielraum kleiner bleibt, als die Minima der Schwankungsbreiten des prim\u00e4ren Hebels.\u00ab \u2014\nA. a. 0. lasse ich nun {die' Beschreibung jenes Apparates folgen, welchen ich nach dem so eben auseinandergesetzten Princip des elektrischen Doppelhebels speeiell zur elektromagnetischen Registrirung der secund\u00e4ren Zuckung vom Herzen aus construirt hatte. Hier je-","page":824},{"file":"p0825.txt","language":"de","ocr_de":"Der elektrische Doppelhebel.\n825\ndoch will ich die gemachten allgemeinen Auseinandersetzungen nachtr\u00e4glich durch einige Zeichnungen illustriren.\n1. Zweiarmiger Doppelhebel.\nVgl- Tafel 27 , Fig. 1 A, Der Punkt a ist die Projection der mathematischen Linie um welche beide Hebel \u2014 sowohl der prim\u00e4re ip) als der, secund\u00e4re Ji; \u2014 ihre Drehungen innerhalb des punktirten Kreisabschnittes ausf\u00fchren. Beide Hebel stehen parallel und horizontal und ber\u00fchren sich weder an der Contact-schranbe (c) noch an dem Gegenkn\u00f6tchen oder der Gegenschraube !g).\nFig. 1 B zeigt, wie der prim\u00e4re Hebel in irgend einem Phasenmomente seiner hingehenden Bewegung die Spitze der Gontactschraube fei erreicht hat und ber\u00fchrt. Die Kichtung der Bewegung und die L\u00e4nge des in dieser Richtung zur\u00fcck-gelegten Weges sind durch einen Pfeil angedeutet. Indem der prim\u00e4re Hebel seinen Weg fortsetzt, nimmt er den bisher unbewegten secund\u00e4ren Hebel mit, w\u00e4hrend die Ber\u00fchrung an der Gontactschraube fortdauert.\nIn Fig. 1 C hat der prim\u00e4re Hebel seinen Hingang bereits vollendet und den secund\u00e4ren Hebel aus seiner horizontalen Anfangsstellung in die Endstellung f\u00fcr die hingehende Bewegungsrichtung (vgl. den Pfeil gebracht. Im n\u00e4chsten Moment Fig. 1 D; beginnt der prim\u00e4re Hebel seine r\u00fcckl\u00e4ufige Bewegung (vgl. den kurzen Pfeil, dessen Spitze nach unten sieht und da der secund\u00e4re Hebel, durch das Minimum von fein regulirbarer Reibung, mit weichet' er in seinen Axenlagern geht. in der bei Beendigung der aufsteigenden Bewegung gewonnenen Stellung festgehalten wird, so wird genau in diesem Momente Beginn des R\u00fcckgangs; die Ber\u00fchrung an der Gontactschraube unterbrochen.\nDer secund\u00e4re Hebel verbleibt nun so lange in seiner vorgeschobenen Stellung, und es findet wieder wie in Fig. 1 .1 gar keine Ber\u00fchrung zwischen beiden Hebeln statt (vgl. Fig. 1 I) , bis dass der prim\u00e4re Hebel bei Fortsetzung seiner r\u00fcckl\u00e4ufigen Bewegung mit seiner Gegenschraube an den secund\u00e4ren Hebel st\u00fcsst (vgl. Fig. 1 E). Unter Fortdauer der Ber\u00fchrung beider Hebel am Gegenschr\u00e4ubchen nimmt jetzt der prim\u00e4re den bis dahin ruhenden secund\u00e4ren bis zur Vollendung der r\u00fcckl\u00e4ufigen Bewegung mit, (vgl. Fig. 1 F.) Im Moment, wo nun der prim\u00e4re Hebel die Richtung seiner r\u00fcckg\u00e4ngigen Bewegung (vgl. den kurzen Pfeil mit aufw\u00e4rts gerichteter Spitze in Fig. 1 0 umkehrt (Beginn des Hingangs . wird die bis dahin fortdauernde Ber\u00fchrung am Gogenschr\u00e4ubchen \u2014 und damit \u00fcberhaupt wieder jede Ber\u00fchrung der beiden Hebel f\u00fcr so lange unterbrochen (vgl. Fig. 1 G), bis endlich der prim\u00e4re Hebel bei Fortsetzung seines Weges gegen die Gontactschraube st\u00fcsst vgl. Fig. 1 II ; und nun wiederholt sich das beschriebene Spiel immer wieder von Neuem.\nDie Unterbrechung der Ber\u00fchrung \u2014 am Gogenschr\u00e4ubchen einer-, an der Gontactschraube andererseits \u2014 der beiden Hebel f\u00e4llt stets genau mit dem Moment der Umkehr der Richtung der zu registrirenden pendelartigen Bewegung zusammen, also mit dem Beginn der her- oder der hingehenden Bewegung ; w\u00e4hrend die Herstellung der Ber\u00fchrung der beiden Hebel am Gegenschr\u00e4ub-chen einer- an der Gontactschraube andererseits, gewissen Phasenmomenten der hingehenden und der r\u00fcckl\u00e4ufigen Bewegungsrichtung entspricht.\nF\u00e4llt z. B. die Unterbrechung der Ber\u00fchrung an der Gontactschraube mit dem Beginn der r\u00fcckl\u00e4ufigen Bewegungsrichtung zusammen, so folgt hierauf zun\u00e4chst die Herstellung der Ber\u00fchrung am Gegenschr\u00e4ubchen und markirt ein sp\u00e4teres Phasenmoment dieses R\u00fcckganges ; dann kommt es zur Unterbrechung der","page":825},{"file":"p0826.txt","language":"de","ocr_de":"$26\nDer elektrische Doppelhebel.\nBer\u00fchrung am Gegensehr\u00e4ubchen, und diese entspricht dem Beginn der entgegengesetzten Bewegung'\u2014 also dem Beginn des Hingangs, \u2014 und schliesslich kommt\u2019s zur Herstellung der Ber\u00fchrung an der Contactschraube, welche einem sp\u00e4teren Phasenmoment dieses Hingangs entspricht u. s. w.\n2. Einarmiger Doppelliebel.\nDas Spiel und die Reihenfolge der Herstellung und Unterbrechung der Ber\u00fchrung an der Contactschraube und an dem Gegensehr\u00e4ubchen bei dem einarmigen Doppelhebel ist genau ebenso wie beim zweiarmigen (vgl. Pig- - A\u2014ff und Fig. 3 A\u2014F) ; hier\u00fcber bedarf es keiner weiteren Worte, dagegen will ich noch kurz angeben, in welcher Weise ich beim einarmigen Doppelliebel Contact-scliraube und Gegensehr\u00e4ubchen habe anbringen lassen, um das Mitgenommenwerden des secund\u00e4ren Hebels zu sichern.\nMan findet oben, in der aus meiner vorj\u00e4hrigen Abhandlung citirten Stelle schon erw\u00e4hnt, dass ich dies in der Weise bewerkstelligen liess, dass an einem der beiden Hebel ein B\u00fcgelehen angebracht wurde, welches entweder das Gegenschr\u00e4ubchen oder die Contactschraube, oder beide tr\u00e4gt. Im Allgemeinen kann diese Anordnung durch Fig. 3 erl\u00e4utert werden, in der die gleichen Buchstaben die gleichen Bewegungsmomente und die gleichen Bestandtheile wie in den fr\u00fcheren Figuren bezeichnen. Das freie Ende des prim\u00e4ren Hebels ist einfach biigel-f\u00f6rmig auf- und umgebogen, und tr\u00e4gt, genau gegen einander \u00fcber, die Contactschraube (c) und das Gegensehr\u00e4ubchen (</). \u2014\nSeither habe ich aber noch eine wesentlich andere Anordnung versucht, welche ich jedoch \u2014 nur der Vollst\u00e4ndigkeit wegen \u2014 hier nicht unerw\u00e4hnt lassen will, da ich sie in der weiter unten zu beschreibenden Vorrichtung nicht verwerthet habe.\nBei dieser Anordnung sind beide Hebel, der prim\u00e4re sowohl, wie der secun-d\u00e4re, einarmig; sie bilden zusammen aber eine zweiarmige Hebelvorrichtung, indem sie als je ein Arm an einer und derselben Metallaxe sitzen. Der prim\u00e4re Hebel ist fest mit der Axe verbunden; der secund\u00e4re hingegen steckt mit einem Minimum von regulirbarer Reibung nur lose auf derselben, so, dass der erstere durch die ihm mitgetheilten Bewegungen die Axe in ihren Zapfenlagern auf- und abdrehen kann, der letztere aber so lange genau mitgehen muss, bis er gegen ein festes Hinderniss st\u00f6sst und davon in unver\u00e4nderlicher Stellung festgehalten wird, w\u00e4hrend sich die Axe weiterdreht und der prim\u00e4re Hebel seine Excursion in der begonnenen Richtung vollendet.\nDas feste Hinderniss, an welchem der secund\u00e4re Hebel stehen bleiben muss, ist nun einerseits die Contactschraube, andererseits die Gegenschranbe; keines von beiden Hindernissen, zwischen denen der secund\u00e4re Hebel hin- und hergeht, ist hier jedoch an einem der Hebel befestigt, sondern an einem besonderen B\u00fcgel, (vgl. Fig. 3 M,, der an dem Gestell, welches die, mit dem einen Pol der Kette leitend verbundene Gabel f\u00fcr die Axenlager tr\u00e4gt, \u2014 (selbstverst\u00e4ndlich elektrisch wohl isolirt, und mit dem anderen Kettenpol leitend verbunden: \u2014 angeschraubt ist. In Fig. 3 bedeutet p = den prim\u00e4ren, s = den secund\u00e4ren Hebel, a = die Projection der mathematischen Linie, um die sich die gemeinschaftliche Metallaxe dreht; il = den B\u00fcgel, mit c der Contactschraube und g der Gegenschraube; bei A Ber\u00fchrung des secund\u00e4ren Hebels mit der Contactschraube; bei B Vollendung des Hinschwungs des prim\u00e4ren Hebels , w\u00e4hrend der secund\u00e4re Hebel ruhig in Ber\u00fchrung mit der Contactschraube bleibt, indem sich die","page":826},{"file":"p0827.txt","language":"de","ocr_de":"Der elektrische Doppelhebel.\nS27\nMetallaxe in dem Ringe, mit welchem er auf ihr sitzt, weiterdreht; die Hebel welche bei A in einer geraden Fluchtlinie standen, bilden nun einen nach oben offenen stumpfen Winkel (a) mit einander, und behalten denselben, in Folge des Minimums regulirbarer Reibung, mit welcher der secund\u00e4re Hebel auf der gemeinschaftlichen Metallaxe schleift, so lange bei, bis der secund\u00e4re Hebel an das Gegenschr\u00e4ubchen st\u00f6sst, von wo ab sich der Winkel a bis zur Vollendung des R\u00fcckschwungs des prim\u00e4ren Hebels allm\u00e4hlich in dennach unten offenen stumpfen Winkel %' verwandelt. Bei C R\u00fcckschwung des prim\u00e4ren Hebels bei unterbrochener Ber\u00fchrung an der Contactschraube ; der Beginn dieser Unterbrechung fiel genau mit dem Beginn des R\u00fcckschwungs zusammen; bei D Ber\u00fchrung des secun-d\u00e4ren Hebels mit der Gegenschraube, im weiteren Verlauf der r\u00fcckg\u00e4ngigen Bewegung; bei E Vollendung des R\u00fcckschwungs bei fortdauernder Ber\u00fchrung an der Gegenschraube. Bei F endlich hat die Unterbrechung der Ber\u00fchrung an der Gegenschraube im Momente der Umkehr der Bewegung des prim\u00e4ren Hebels (vgl. den Pfeil; so eben erst stattgefunden.\nII.\nIn Erw\u00e4gung der ausserordentlich mannigfaltigen Anwendbarkeit und Brauchbarkeit des elektrischen Doppelhebels zu physikalischen und physiologischen Zwecken, wollte es mir seither w\u00fcnschenswerth und verdienstlieh erscheinen, eine solche Form des elektrischen Doppelhebels zu ersinnen, welche als eine Art Uni v ersal-C ontact-Vorriclitung unter allen Umst\u00e4nden und in allen F\u00e4llen, wo sie unentbehrlich ist, leicht, bequem und sicher angewendet werden k\u00f6nnte, ohne dass man n\u00fctliig h\u00e4tte etwas anderes zu thun, als sie an einem passenden Tr\u00e4ger zu befestigen und die bewegten Tlieile so mit ihr in Verbindung zu setzen, dass sich die zu registrirenden Bewegungen mit oder ohne Vergr\u00f6sserung oder Verkleinerung exact und sicher auf dieselbe \u00fcbertragen.\nIch erlaube mir eine ausf\u00fchrliche Beschreibung jener handlichen Form des elektrischen Doppelhobels, \u2014 durch Abbildungen erl\u00e4utert \u2014 im Folgenden zu geben, bei welcher ich nach langem Brobiren und l'eberlegen stehen geblieben bin und von welcher ich mir versprechen zu k\u00f6nnen glaube, dass sie den angedeuteten Anforderungen m\u00f6glichst gen\u00fcgt. M\u00f6ge sie eine \u00e4hnliche weite Verbreitung und h\u00e4ufige Verwendung im Kreise der Experimental-Physiologen finden, wie der \u00bbKaninchenkopfhalte\u00bb, welchen ich vor einigen Jahren angegeben und a. a. O. S. 235, in den Sitzber. der k. Akad. d. Wiss. zu Wien beschrieben habe.\nDas Grundst\u00fcck der ganzen Vorrichtung vgl. auf der Tafel Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6 ist ein vierkantiges Prisma H von isolirender Kammmasse (Hartgummi;, dessen Querschnitt ein Quadrat von 10 mm Seite ist. und dessen L\u00e4nge oder H\u00f6he 19 mm betr\u00e4gt.","page":827},{"file":"p0828.txt","language":"de","ocr_de":"82S\nDer elektrische Doppelhebel.\nIm Mittelpunkt der einen Langfl\u00e4che sitzt ein starker eylin-drisclier Dorn D . vermittelst welches die ganze Vorrichtung an einem, dem speciellen Zwecke der Verwendung entsprechenden Tr\u00e4ger befestigt werden kann.\nEine mit der ersten rechtwinkelig zusammenstossende zweite Langfl\u00e4che des Hartgummiprisma\u2019s besitzt eine vertiefte 4eckige Stelle (Fig. 5 A. von vorn 8, e, p, v; B, von oben 3, e zu sehen , und in diese ist eine Messingplatte II'\u201d. Fig. 4, Fig. 6 eingelassen, welche in zwei parallele senkrecht nach unten frei vorstehende Arme U', II\" ausl\u00e4uft. Die \u00e4ussersten Enden dieser Arme tragen feine Schr\u00e4ubchen, zwischen deren nach innen gewendeten Spitzen eine horizontale Me-tallaxe II, Fig. 4 A von vorn, C in seitlicher Projection) mit gr\u00f6sster Leichtigkeit sich drehen l\u00e4sst. Die eine H\u00e4lfte (p) der Metallaxe II hat die Gestalt eines vierkantigen Prisma von quadratischer Basis, auf dessen oberer freier Fl\u00e4che vermittelst einer Schraube ein Metallst\u00e4bchen befestigt werden kann, wovon sp\u00e4ter. Die andere H\u00e4lfte d dieser Axe ist genau cylindrisch, und glatt polirt. Auf dieser glatten H\u00e4lfte schleift das freie untere Ende eines zarten langen Metallfeder-chens, [F' Fig. 4 A von vorn. B von der Seite), dessen oberes Ende an der, dem Hartgummiprisma zugewendeten Fl\u00e4che der Messingplatte (//)'\" befestigt ist. Die Schraube (2 Fig. 4) erlaubt das zarte Metallfederehen mehr oder weniger zu spannen oder ganz abzuspannen, wodurch der Druck, mit welchem es auf der zylindrischen H\u00e4lfte (c) der Axe 11 schleift \u2014 und demgem\u00e4ss der Grad der Reibung, mit welcher die Axe bei ihrer Drehung zwischen den Spitzen geht, beliebig gesteigert oder vermindert, ja endlich ganz aufgehoben werden kann. \u2019Weiter oben als diese Stellschraube zur feinen Regulirung des Reibungs-federchens befindet sich ein zweites Schr\u00e4ubchen (2' Fig. 4), das zur Anklemmung des hakenf\u00f6rmig umgebogenen und plattgeschlagenen Endes eines Poldrahtes dient.\nS\u00e4mmtliche bisher beschriebenen Bestandtheile beziehen sich auf den mit einem Minimum von Reibung drehbaren secund\u00e4ren Hebel unserer Vorrichtung, welcher durch das vorerw\u00e4hnte sp\u00e4ter zu beschreibende Metallst\u00e4bchen dargestellt wird.\nDer prim\u00e4re Hebel, welcher ebenfalls aus einem Metallst\u00e4bchen besteht, wird an eine zweite Axe (I Fig. 5, Fig. 6 angeschraubt. Diese dreht sich mit \u00e4usserster Leichtigkeit zwischen den Spitzen feiner Schr\u00e4ubchen, hat aber eiue verwiekeltere Gestalt, als die Axe II des secund\u00e4ren Hebels.\nSie ist nur an dem einen Ende (?j, auf wenige Millimeter, genau","page":828},{"file":"p0829.txt","language":"de","ocr_de":"Der elektrische Doppelhebel.\n829\ncylindrisch geformt, ilir \u00fcbriger Theil b) ist b\u00fcgelf\u00f6rmig nach unten ausgebogen und bandartig abgeplattet.\nDie Schr\u00e4ubchen, zwischen deren Spitzen diese Axe sich dreht, gehen durch die unteren Enden von Messingst\u00e4bchen I\" Fig. 4 und b), deren obere Enden zu quadratischen Platten (/\"', I\"\") sich verbreitern , welche genau die beiden quadratischen Endfl\u00e4chen des Hart-gummiprisma\u2019s (Jf) decken und auch daselbst befestigt sind.\nDie L\u00e4nge der Messingst\u00e4bchen, ;welche die parallelarmigen Gabeln f\u00fcr die Axen I und II bilden, ist so abgepasst, dass das Ende der Gabel Ul', II\") f\u00fcr die Axe II, ohne\" irgendwo die Umgebung zu ber\u00fchren, genau in den Kaum, welcher innerhalb des bUgelf\u00f6rmigen Theils (6) der Axe I freibleibt, hineinreicht, und die beidenma-thematischen Linien, um jede von welchen sich eine dieser Axen dreht (vgl. die punktirten Linien x x und x\" x\" Fig. 4 und Fig. 5) in Eine zusammen fallen (vgl. die punktirte Linie x x, Fig. 6).\nAuf den cylindrischen Theil der Axe 1 ist ein Metallring R (vgl. Fig. 5 E) aufgeschoben, welcher nach hinten einen senkrecht abstehenden, am Ende querdurchbohrten, kleinen Fortsatz (/) tr\u00e4gt, w\u00e4hrend nach vorn zu ihm ein zweiter, dreiseitig prismatischer Fortsatz if) angesetzt ist, an dessen Ursprung sich das Schr\u00e4ubchen s eindrehen l\u00e4sst. Dieses Schr\u00e4ubchen s dient aber zugleich dazu, indem es bis in die Bohrung des Ringes vordringt, den Ring selbst auf dem cylindrischen St\u00fcck der Axe / festzuklemmen.\nDer Ring R besitzt also, wie gesagt, zwei, in diametraler Richtung nach vorn und nach hinten gestellte Forts\u00e4tze. Der eine derselben [{\") hat die Form eines dreikantigen Prisma\u2019s, dessen eine Kante senkrecht nach unten, dessen eine Langfl\u00e4che nach oben gekehrt ist : der zweite if) ist seitlich zusammengedr\u00fcckt, und besitzt am freien Ende ein kleines L\u00f6chelchen, dessen Mittelpunkt in derselben Ebene liegt, wie die Drehaxe und die untere scharfe Kante des prismatischen Fortsatzes (vgl. die Seitenansicht in Fig. 5 C und E).\nIn dies L\u00f6chelchen, welches f quer durchbohrt, greift das untere hakenf\u00f6rmig aufgebogene Ende einer feinen Relaisspiralfeder (F in Fig. 5 und 6), deren oberes Ende in einen kleinen Arm in) eingehakt ist, welcher von einem Messingstuck [m] entspringt, das den benachbarten Gabelarm (/') von drei Seiten umgreift und an ihm auf und nieder gef\u00fchrt werden kann.\nHierzu dient eine lange Schraube (j), welche durch jenes Messingst\u00fcck m hindurch geschraubt ist, und oben wie unten mit windungslosen Enden versehen ist, die in glatten Bohrungen des Gabelarmes T","page":829},{"file":"p0830.txt","language":"de","ocr_de":"830\nDer elektrische Doppelhebel.\nund der quadratischen Endplatte I'\u201d wohl leicht drehbar, aber in vertikaler Richtung v\u00f6llig unverschiebbar feststecken. Die Folge davon ist, dass durch Drehen am Kopfe der langen Schraube t jenes Messingst\u00fcck [m], je nach der Richtung in der man dreht, an dem Gabelarm hinauf oder hcruntergef\u00fcbrt wird, wodurch die Relaisspiralfeder F mehr an- oder abzuspannen ist.\nGanz ebenso. wie das Schr\u00e4ubchen V Fig. 4) den hakenf\u00f6rmig umgehegenen und plattgeschlagenen einen Poldraht anklemmt, um den secund\u00e4ren Hebel durch seine Axenlager und das schleifende Federehen F' in leitende Verbindung mit der Kette zu bringen, in derselben Weise dient das Schr\u00e4ubchen V Fig. 5) dazu, um vermittelst der Axenlager und Relaisspiralfeder F. die leitende Verbindung zwischen dem prim\u00e4ren Hebel und dem anderen Pol der Kette herzustellen.\nKun bleiben nur noch die beiden Hebel selbst zu beschreiben, von denen der eine, und zwar der secund\u00e4re (S. Fig. (5), rvie gesagt, an die prismatische H\u00e4lfte (p) der mit fein regulirbarer Reibung gehenden Axe II vermittelst des Schr\u00e4ubchens s\"\" (Fig. 6 II) anzuschrauben ist. w\u00e4hrend der andere, d\u00e8r prim\u00e4re (P, Fig. 6) vermittelst des Schr\u00e4ubchens s'\" (Fig. \u00dc C). innen in dem B\u00fcgel j\u00a7) der Axe / dort befestigt wird, wo sich die seichte Vertiefung a) Fig. 5 A findet, so dass er dem secund\u00e4ren genau gegen\u00fcbersteht vgl. die Projection P, S, Fig. 6.1. Vorderansicht der ganzen Vorrichtung]. Ich habe zweiarmige Fig. 6 V und einarmige (Fig. 6 C Hebelpaare von verschiedener L\u00e4nge und St\u00e4rke anfertigen lassen. Bei den einarmigen ist das freie Ende des prim\u00e4ren Hebels P b\u00fcgelf\u00f6rmig auf- und umgebogen und tr\u00e4gt, einander gegen\u00fcber, sowohl das Contact-als das Gegen-sehr\u00e4ubchen s', s\"), w\u00e4hrend bei den zweiarmigen jeder Hebel sein eigenes Schr\u00e4ubchen tr\u00e4gt. Zu jedem Apparat geh\u00f6ren drei solche Schr\u00e4ubchen, von denen zwei aus Metall sind und Platinspitzen haben, w\u00e4hrend Eines ganz aus nicht leitender Substanz verfertigt ist, oder doch eine Spitze von Hartgummi oder Elfenbein besitzt. Wo die Schr\u00e4ubchen den gegen\u00fcberliegenden Hebel zu ber\u00fchren haben, sind kleine Platinbleche an demselben aufgel\u00f6thet.\nDie Hebel selbst bestehen aus Messing oder, der Leichtigkeit des Materials wegen, aus Aluminium. Die Oeffnungen in denselben, welche zur Aufnahme der Contact- und Gegenschr\u00e4ubchen bestimmt sind, sind an allen vollkommen gleich, so dass die drei Schr\u00e4ubchen, welche zu jedem Apparat geh\u00f6ren, beliebig vertauscht und eombinirt werden k\u00f6nnen. Sind beide Schr\u00e4ubchen, die man anwendet, von Metall, dann erh\u00e4lt man. wie aus den Eingangs mitgetheilten Bemerkungen \u00fcber das Spiel des elektrischen Doppelhebels hervorgeht \u2014","page":830},{"file":"p0831.txt","language":"de","ocr_de":"Der elektrische Doppelhebel.\nS31\nw\u00e4hrend des einmaligen Ablaufs des zu registrirenden Schwingungs-Vorganges zwei Gruppen von je zwei einzelnen Signalen; ist hingegen nur eines der beiden Schr\u00e4ubchen von Metall, das andere von Hartgummi oder Elfenbein, oder hat wenigstens eine Spitze aus nicht leitender Substanz, dann erh\u00e4lt man bei einmaliger Vollendung der hin und her gehenden Bewegung nur zwei einzelne Signale, von denen das eine den Beginn der hin- oder der r\u00fcckl\u00e4ufigen Bewegung, das andere den Eintritt eines gewissen Phasenmoments der in entgegengesetzter Richtung erfolgenden Bewegung markirt. Das eine Signal besteht immer in der Schliessung, das andere in der Unterbrechung eines elektrischen Stromes und kann leicht auf irgend eine Weise verwert! tot. z. B. vermittelst eines in die Leitung eingeschalteten empfindlichen Elektromagneten graphisch registrirt, oder akustisch markirt werden u. dgl.\nNoch habe ich auseinanderzusetzen, in welcher Art und durch welchen Bestandtheil der Vorrichtung die zu registrirenden Bewegungen dem prim\u00e4ren Hebel mitzutheilen sind. Hierzu dient der prismatische Fortsatz f des, auf dem cylindrisclien Theil der Axe I aufgeschobenen und durch das Schr\u00e4ubchen s Fig. 5 E festzustellenden Binges R. Dieser Fortsatz ist die Handhabe und bietet die Angriffspunkte, auf welche die Bewegungen mittelbar oder unmittelbar \u00fcbertragen werden m\u00fcssen, um sich dem prim\u00e4ren Hebel, der ja an derselben Axe I festgeschraubt ist, treu und sicher mitzutheilen.\nlieber die Art und Weise wie dies zu geschehen hat, l\u00e4sst sich im Allgemeinen nur so viel sagen, dass der genannte prismatische Fortsatz f mit den bewegten Theilen iu eine solche Ber\u00fchrung und Verbindung zu bringen ist, dass er die Bewegungen derselben genau und sicher mitzumachen gezwungen wird, was in jedem einzelnen Falle eine besondere Stellung und Fixirung der ganzen Contact-\u2019Vorrichtung und eine gewisse, m\u00f6glichst zu bpfelir\u00e4nk en de Anzahl von Zwischenst\u00fccken, die die Verbindung mit den urspr\u00fcnglich bewegten Theilen herstellen, erfordert. Dem ge\u00fcbten Experimentator kann jedoch von Seiten der Einrichtungen meines Contactapparates bei Erf\u00fcllung der jeweiligen Bedingungen keine ernstliche Verlegenheit erwachsen, denn erstlich ist die beschriebene Vorrichtung an ihrem Dorn D durch einen passenden Tr\u00e4ger in jeder erforderlichen Richtung und Stellung zu fixiren, und zweitens ist der prismatische Fortsatz ganz besonders geeignet, mit bewegten Theilen solid verbunden zu werden, indem man dieselben entweder direct auf das Prisma aufschiebt und durch ein Schr\u00e4ubchen fixirt, oder (\u00e4hnlich wie die unmittelbar auf die Arterie dr\u00fcckende Pulsfeder des Sphygmographen","page":831},{"file":"p0832.txt","language":"de","ocr_de":"S32\nDer elektrische Doppelhobel.\nvon M\u00e4rey) mit einer Stahlschneide versieht nnd vermittelst dieser gegen die untere Kante des prismatischen Fortsatzes wirken l\u00e4sst.\nStahlschneide und Kante sind \u00fcber Kreuz zu stellen und ber\u00fchren sich daher nur in einem Punkte. Indem durch die fein regulirhare Spannung der Relaisspiralfeder1 F Fig. 5 C und Fig 6 A) der prismatische Fortsatz continuirlich, und mit beliebiger Festigkeit gegen die Stahlschneide angedr\u00fcckt wird, so ist eine Unterbrechung der innigen punktf\u00f6rmigen Ber\u00fchrung beider Bestandtheile ausgeschlossen und die exacte Uebertragung der Bewegung auf den prim\u00e4ren Hebel unter allen Umst\u00e4nden gesichert. Zugleich ist hierbei eine Vergr\u00f6sse-rung der urspr\u00fcnglichen Bewegung m\u00f6glich, denn je n\u00e4her der Be-r\u00fchrungs- und Angriffspunkt an der Kante des prismatischen Fortsatzes der Umdrehungsaxe, 7. liegt, je l\u00e4nger dagegen zugleich die Contacthebel sind, d. h. je weiter von der Umdrehungsaxe entfernt die Schliessung und L\u00f6sung des elektrischen Contactes stattfindet, desto st\u00e4rker muss die Vergr\u00f6sserung der \u00fcbertragenen Bewegung sein, welche am Contactpunkte der Hebel stattfindet.\nSind die Excursionen, welche die urspr\u00fcnglich bewegten Theile machen, gross, wie bei den Athembewegungen, so kann man bei der L ebertragung auf eine Vergr\u00f6sserung derselben verzichten ; ja es kann unter Umst\u00e4nden vortheilhafter werden, eine Verkleinerung derselben zu bewirken. Zu diesem Ende braucht man nur auf den prismatischen Fortsatz ein Verl\u00e4ngerungsst\u00e4bchen aufzustecken und zu befestigen und das freie Ende desselben vermittelst der Feder F gegen die Stahlschneide zu pressen oder durch Gelenke mit den bewegten Theilen zu verbinden.2 Der Spielraum zwischen den Spitzen der Contact- und der Gegenschraube muss nat\u00fcrlich entsprechend verkleinert werden.\n1\tSolcher Spiralfedern muss man mehrere von verschiedenen Widerstandsgraden haben, um die dem Zwecke entsprechendste aussuchen und einh\u00e4ngen zu k\u00f6nnen. Zuweilen kann man sie ganz entbehren.\n2\tBeil\u00e4ufig will ich hierangeben, dass ich schon vor mehreren Jahren, vermittelst meiner \u00e4lteren elektrischen Doppelhebel die Bewegungen der Middel-DORPFFschen Herznadel in der zuletzt erw\u00e4hnten Weise auf den prim\u00e4ren Hebel \u00fcbertragen und sehr genau registrirt habe. Zu diesem Ende hatte ich einen steifen Strohhalm einerseits mit dem freien Ende der Herznadel, andererseits mit dem prim\u00e4ren Hebel selbst der Contactvorrichtung welche damals keinen prismatischen Fortsatz besass, gelenkig verbunden und horizontal gestellt, w\u00e4hrend der prim\u00e4re Hebel an seiner Axe nach unten hing und, da er dieselbe L\u00e4nge hatte wie das freie Ende der Herznadel, und urspr\u00fcnglich parallel zu diesem eingestellt worden war, die durch die In-und Exspiration bedingten grossen Neigungs\u00e4ndethngen der Herznadel genau mitmachte, ohne jedoch in der exacten Markirung der Pulsschl\u00e4ge gehindert zu werden. \u2014 Diese Neigungs\u00e4nderungen der Herznadel in","page":832},{"file":"p0833.txt","language":"de","ocr_de":"Der elektrische Doppelliebel.\n833\nIn Bezug auf die Regulirung dieses Spielraums durch Vor- oder Zuriiekschrauben der Contact- oder der Gegenschraube gilt im Allgemeinen , was ich schon Eingangs sagte, n\u00e4mlich : dass man daf\u00fcr zu sorgen hat, \u00bbdass er immer kleiner bleibe, als das Minimum der Schwankungsbreiten des prim\u00e4ren Hebels.\u00ab \u2014 Von den beiden vorhin erw\u00e4hnten Gr\u00fcnden, warum dem ge\u00fcbten Experimentator von Seiten der Einrichtungen meines Contact-Apparates keine ernstliche Verlegenheit erwachsen k\u00f6nne, bez\u00fcglich derArtundWeise, wie die zu registrirenden Bewegungen in den verschiedenen F\u00e4llen dem prim\u00e4ren Hebel mitzutheilen sind, erscheint mir der zweite durch die eben mitgetheilten Bemerkungen hinreichend er\u00f6rtert; was jedoch den ersten betrifft, so habe ich schliesslich noch das Folgende hervorzuheben.\nJe nach der Richtung und Ebene, in welcher die in den verschiedenen F\u00e4llen zu \u00fcbertragenden Bewegungen erfolgen, muss selbstverst\u00e4ndlich die Richtung und Stellung der ganzen Contactvorrichtung wechseln, denn wie sollte z. B. eine m\u00f6glichst einfache und exacte Febertragung einer, um eine verticale Umdrehungslinie in horizontaler Ebene erfolgende Pendelbewegung auf den prim\u00e4ren Hebel stattfinden, wenn die gemeinschaftliche Umdrehungslinie der Hebelvorrichtung vgl. Fig. 6 .1, die punktirte Linie w\u00e6) stets in horizontaler Ebene liegend verbleiben m\u00fcsste, und niemals vertical, wie hier erforderlich ist, gestellt werden k\u00f6nnte ?\nDas Auskunftsmittel, dass unsere Vorrichtung vermittelst ihres Bornes (D) und eines passenden Tr\u00e4gers in j eder erforderlichen Stellung und Richtung fixirt werden k\u00f6nne, ist zu selbstverst\u00e4ndlich und naheliegend, als dass es verdiente weiter besprochen zu werden. Allein der Umstand, dass mit dem Wechsel der Stellung der ganzen Contactvorrichtung nat\u00fcrlich auch die einzelnen Bestaudtheile derselben, wie der prismatische Fortsatz, die Axengabeln, die beiden Hebel etc. ihre Orientirung im Raume \u00e4ndern, bestimmte mich Einrichtungen anzubringen, welche gestatten die relative Stellung der beiden Contacthebel gegen den prismatischen Fortsatz und die Axengabeln in weiten Grenzen ver\u00e4nderlich zu machen, und dieser Einrichtungen muss Erw\u00e4hnung geschehen. Die Axengabeln und der prismatische Fortsatz m\u00fcssen n\u00e4mlich stets unter einem rechten Winkel gegeneinander gestellt bleiben, weil nur bei dieser relativen Stellung\nFolge der Athembewegungen aber waren immer das eigentliche und uniibersteig-liclio Hindernis\u00e4 f\u00fcr die ge n au e elektrische Markirung der Herzuadelbewegungen \u2014 ein Hinderniss, welches seit dem elektrischen Doppelhebel nicht mehr existirt ! Czermak, Seliriften.\t53","page":833},{"file":"p0834.txt","language":"de","ocr_de":"S34\nDer elektrische Doppelhebel.\nbeider Theile die Spiralfeder F unter den g\u00fcnstigsten Umst\u00e4nden an dein Fortsatz /\u2019zielit. Liegen die Axengabeln z. B. in einer verticalen Ebene, so ist der prismatische Fortsatz nothwendig horizontal gestellt, dann sind es aber auch die beiden Contacthebel und die Ebene, gegen welche sie senkrecht schwingen (vgl. die punktirte Linie x\" x'\" Fig. 6 B und C). Nun ist es aber w\u00fcnschenswerth, dass, wenn z. B. die ganze Vorrichtung so fixirt worden ist, dass die Umdrehungslinien der Axen I und II (vgl. die punktirte Linie xx, Fig. C A) in horizontaler Ebene liegt, die Contacthebel, namentlich bei Anwendung der einarmigen , u n t er a 11 e n U m s t \u00e4 n d e n, d. h. bei j e d e r Neigung des prismatischen Fortsatzes und der Axengabeln gegen den Horizont vertical aufgerichtet oder vertical herabh\u00e4ngend eingestellt werden, weil sie in dieser Stellung am leichtesten aus ihrer Gleichgewichtslage gebracht werden k\u00f6nnen. Um nun dieser Forderung zu gen\u00fcgen, wnrde der King R mit dem prismatischen Fortsatz nicht auf dem cylindrischen Theil der Axe 1, an deren B\u00fcgel der prim\u00e4re Hebel in unver\u00e4nderlicher Richtung festsitzt, auch ein f\u00fcr allemal festgemacht, sondern es wurden Ring und Axe, vermittelst des Schr\u00e4ubchens s Fig. 5 E beliebig gegeneinander verstellbar eingerichtet.\nMan hat also nur den primatischen Fortsatz in der durch die Umst\u00e4nde gebotenen Stellung festzuhalten, das Schr\u00e4ubchen s etwas zu lockern, um die Axe I im Ringe R so weit drehen zu k\u00f6nnen, bis der prim\u00e4re Hebel vertical steht. und dann das Schr\u00e4ubchen s wieder festzuziehen. \u2014\nDie beschriebene Contactvorriehtung wird von dem trefflichen Mechanikus Herrn Sch ortmann in Lindenau Hei Leipzig ausgef\u00fchrt und auf Verlangen geliefert.","page":834},{"file":"p0835.txt","language":"de","ocr_de":"Der elektrische Doppelhebel.\n835\nErkl\u00e4rung der Abbildungen.\nTafel 27.\nFig. 1 dient zur Erl\u00e4uterung des Spiels der zweiarmigen elektrischen Doppelhebel (vgl. Abschnitt I, S. 825).\nFig. 2 u. 3 dienen zur Erl\u00e4uterung des Spiels der beiden Formen der einarmigen elektrischen Doppelhebel (vgl. Abschnitt I, S. 826).\nFig. 4, 5 u. 6 beziehen sich auf die Beschreibung der Universal-Contact-Vorrich-tung (vgl. Abschnitt II).\nFig. 4 stellt die Axe und die Axengabel f\u00fcr den secund\u00e4ren Hebel dar. A Ansicht von vorn ; \u00df von der rechten Seite ; C Querschnitt der Axe, wo ihre cylindrische und ihre prismatische Seite zusammenstossen ; D Ansicht von oben.\nFig. 5 die Axe und die Axengabel f\u00fcr den prim\u00e4ren llebel. A Ansicht von vorn; \u00df von der rechten Seite ; C der rechte Gabelarm von innen ; 1) Ansicht von oben ; E der an den cylindrischen Theil der Axe / aufzuschiebende Hing mit seinem querdurchbohrten und seinem prismatischen Fortsatz, von verschiedenen Seiten gezeichnet.\nFig. 6 die ganze Contact-Vorrichtung; A Ansicht von vorn; D von oben, \u00df Zweiarmiger Doppelhebel von der Seite. C Einarmiger Doppelhebel von der Seite.\n53*","page":835}],"identifier":"lit16210","issued":"1879","language":"de","pages":"820-835","startpages":"820","title":"Der elektrische Doppelhebel","type":"Book Section","volume":"1(2)"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T14:19:35.952468+00:00"}
