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{"created":"2022-01-31T15:46:05.063225+00:00","id":"lit21434","links":{},"metadata":{"alternative":"Zeitschrift f\u00fcr Induktive Abstammungs- und Vererbungslehre","contributors":[{"name":"Baur, Erwin","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Zeitschrift f\u00fcr Induktive Abstammungs- und Vererbungslehre 3: 34-98","fulltext":[{"file":"P0034.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit\nAntirrhinum.\nVon Erwin Baur-Berlin.\nMit Antirrhinum majus sind schon fr\u00fcher vielfach Vererbungsversuche angestellt worden. Uber eine Reihe von Kreuzungen berichtet de Vries in der Mutationstheorie Bd. 2, S. 196 und dann hat vor allem Miss Wheldale1) \u00fcber sehr umfangreiche Kreuzungsversuche mit Rassen von A. majus wichtige Mitteilungen gemacht.\nMeine eigenen Versuche laufen jetzt im sechsten Jahre. Ich begann im Sommer 1904 mit Versuchen \u00fcber die Erblichkeit der Aurea-Sippen, \u00fcber die ich bereits an anderer Stelle kurz berichtet habe2). Ich achtete jedoch bald auch auf eine Reihe anderer Merkmale, Bl\u00fctenfarbe, Bl\u00fctenform, Wuchsart, Blattfarbe und Blattform. Die zu Anfang wenig umfangreichen Versuche wurden naturgem\u00e4\u00df immer ausgedehnter. Noch 1906 bestand meine Kultur nur aus wenigen Individuen, Sommer 1909 wurden bereits rund 25 000 Pflanzen zur Bl\u00fcte gro\u00dfgezogen und gez\u00e4hlt.\nDurchgef\u00fchrt wurden die Versuche in den ersten Jahren in meinem kleinen privaten Versuchsgarten in Friedrichshagen bei Berlin. Im Sommer 1909 habe ich jedoch auch einen Teil des Berliner Universit\u00e4tsgartens mit benutzen k\u00f6nnen. Etwa die H\u00e4lfte der Freilandbeete war dort Versuchszwecken dienstbar gemacht, und was f\u00fcr mich das Wichtigste war, auch die Fr\u00fchbeete und Gew\u00e4chsh\u00e4user standen zur Anzucht der jungen Keimpflanzen und zur \u00dcberwinterung der Stammpflanzen wenigstens teilweise zur Verf\u00fcgung.\n1)\tWheldale, Miss M. The inheritance of flower colour in Antirrhinum majus. Proc. Roy. Soc. London. B. 79 1907. S. 288.\n2)\tBaur, E. Untersuchungen \u00fcber die Erblichkeitsverh\u00e4ltnisse einer nur in Bastardform lebensf\u00e4higen Sippe von Antirrhinum majus. Ber. d. Deutsch. Betau. Ges. 25 1907. S. 442. Ferner: Die Aureasippen von Antirrhinum majus. Ztsclir.\nr.d. Abst. u. Vererbungslehre 1 1909. S. 124.","page":0},{"file":"P0035.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n35\nMethodisches.\nAlle wichtigen Verrichtungen, Kastrierung, Kreuzung, Samenernte, Aussaat und Etikettierung habe ich stets selbst vorgenommen. Pikiert habe ich bis 1908 ebenfalls alles selbst, seit 1909 habe ich hierf\u00fcr in dem Oberg\u00e4rtner des Universit\u00e4tsgartens W. Heuer einen zuverl\u00e4ssigen, stets hilfsbereiten Mitarbeiter. Das Auspflanzen erfolgt durch G\u00e4rtnergehilfen, aber stets unter meiner Kontrolle und in der Weise, da\u00df immer nur eine Sorte gleichzeitig zum Auspflanzen von mir ausgegeben wird.\nDie Aussaat erfolgte bis 1908 in Erde, die ich mir aus einer G\u00e4rtnerei bezog, die ziemlich frei von Antirrhinum war. Au\u00dferdem wurden die Saatt\u00f6pfe schon 14 Tage vor dem Auss\u00e4en mit dieser Erde beschickt und feuchtwarm gehalten, um eventuell in der Erde ruhende Antirrhinum-Samen zum Auskeimen zu bringen. Seit 1909 s\u00e4e ich nur in sterilisierte Erde aus, weil die Infektionsgefahr infolge der Massenkulturen von Antirrhinum jetzt zu gro\u00df geworden ist.\nUm die zweite gro\u00dfe Fehlerquelle bei derartigen Versuchen, Etikettverwechslungen und Schreibfehler auf den Etiketts, zu vermeiden, habe ich seit 1909 eine doppelte Etikettierung eingef\u00fchrt. Jede Aussaat hat zwei verschiedene Nummern, eine Hauptnummer auf dem Etikett und eine auf den Topf geschriebene Kontrollnummer. Welche zwei Zahlen eine Aussaat kennzeichnen, zusammengeh\u00f6ren, ist nur aus meinem Aussaatbuch zu ersehen, jede Verwechslung, jeder Schreibfehler beim Neuetikettieren \u00e4u\u00dfert sich dann dadurch, da\u00df zwei nicht zusammenpassende Zahlen Zusammenkommen, der Fehler meldet sich also selbst.\nIm einzelnen ist weiterhin meine Buchf\u00fchrung die, da\u00df auch jede Antirrhiuumpila.nze, die ich auf ihre Vererbung hin untersuche als \u201eStammpflanze\u201c eine Nummer bekommt, etwa \u201eA. 26\u201c und au\u00dferdem als Kontrollnummer die Hauptnummer derjenigen Saat, aus der die betreffende Pflanze stammt. Im ganzen habe ich bisher 642 derartige Stammpflanzen. Alle Stammpflanzen halte ich jetzt in T\u00f6pfen und kultiviere sie mehrj\u00e4hrig, um immer die M\u00f6glichkeit zu haben, die Stammpflanzen mit ihrer Nachkommenschaft zu vergleichen und vor allem auch, um die M\u00f6glichkeit zu haben, mit den gleichen Stammpflanzen noch anderweitige Kreuzungen vorzunehmen, die zur Beantwortung von neu aufgetauchten Fragen notwendig werden.\nJede Stammpflanze hat in einem Zettelkatalog ihr Kartonblatt, auf dem ihre Aszendenz vermerkt ist. Ferner ist auf dieser","page":0},{"file":"P0036.txt","language":"de","ocr_de":"Baur.\n36\nKarte vermerkt, unter welchen Aussaatnummern in den verschiedenen Jahrg\u00e4ngen Samen dieser Pflanzen ausges\u00e4t worden sind, mit welchen anderen Pflanzen Kreuzungen gemacht wurden, und endlich, welche anderen Stammpflanzen Deszendenten dieser Pflanze sind. Auf diese Weise ist es mir jederzeit m\u00f6glich, Aszendenz und Deszendenz jeder meiner Stammpflanzen rasch festzustellen. Jede Stammpflanze hat dann ferner in einem Buche einige Seiten, auf denen eine kurze Beschreibung und vor allem die Formel steht mit Angabe aller der Aussaaten und Beobachtungen usw., die zur Ableitung dieser Formel f\u00fchren.\t*\nJe eine Frucht wird in einem eigenen Samenbeutel1) geerntet, auf welchem die Nummern des Elters bzw. der Eltern aufgeschrieben waren. Also z. B. Samen von A. 26 durch Selbstbefruchtung gewonnen hei\u00dft A. 26 x\" A. 26. Unten auf der Samend\u00fcte steht als Kontrollnummer die Nummer der Aussaat der Elternpflanzen.\nDer Inhalt je einer Samend\u00fcte, also die Samen je einer Frucht werden in einem eigenen Saattopf ausges\u00e4t. Jeder Saattopf bekommt eine Nummer (Doppelnummer wie oben beschrieben) und diese Nummer steht im \u201eSaatbuch\u201c des betreffenden Jahres. In meinen Notizen und so auch im folgenden Text werden alle Saatnummern kenntlich gemacht durch Vorsetzen von S. und der Jahreszahl, also z. B. ,,S. 08. 125\u201c hei\u00dft Aussaat No. 125 des Jahres 1908. Im Saatbuch steht unter der betreffenden Nummer angegeben, von welchen Eltern der ausges\u00e4te Same stammt, ferner eine kurze Beschreibung der Eltern, ihre Formel und einiges mehr. In dieses Saatbuch werden dann alle Beobachtungen \u00fcber die aus dieser Aussaat hervorgehenden Pflanzen, wie Spaltung, Zahlenverh\u00e4ltnisse usw. eingetragen. Werden die jungen Pflanzen einer Aussaat pikiert und sp\u00e4ter in Beete ausgepflanzt, so geht die Saatnummer immer mit und steht sp\u00e4ter auf einem gro\u00dfen Etikett an dem Freilandbeete. Ebenso geht diese Saatnummer, wie oben schon gesagt, als Kontrollnummer auf einem eigenen Etikett mit allen \u201eStammpflanzen\u201c weiter, die aus dieser Saat entnommen werden.\nDie Zahl der von einem Elter, bezw. bei Kreuzungen von einem Elternpaare ausges\u00e4ten Samen ist im einzelnen sehr verschieden. Ist in einer Aussaat eine komplizierte Spaltung zu erwarten, so ziehe ich mehr, bis 1000 Individuen, ist die Aussaat voraussichtlich mehr ein-\n1) Sehr praktisch sind zuklebbare D\u00fcten aus Pergamin. Man kann darin durch das Papier hindurch jederzeit die Zahl der Samen, ihre Beschaffenheit usw. erkennen.","page":0},{"file":"P0037.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n37\nheitlich, so ziehe ich weniger. Im allgemeinen s\u00e4e ich etwa i y2\u20142-mal so viele Samen aus, als ich von der betreffenden Aussaat Individuen gro\u00df ziehen will. Aus dem Saattopf wird dann nur die gew\u00fcnschte Anzahl -}- ungef\u00e4hr 10 % pikiert. Der Rest der Keimpflanzen bleibt noch einige Wochen als Reserve im Saattopf stehen. Damit beim Pikieren der gro\u00df zu ziehenden Pflanzen jede (auch unbewu\u00dfte!) Selektion vermieden wird, gehe ich stets in der Weise vor, da\u00df ohne jede Auswahl alle innerhalb eines gewissen Teiles des Saattopfes gekeimten Pfl\u00e4nzchen pikiert werden. D. h. ich fange an irgend einer Ecke zu pikieren an und pikiere dann Pfl\u00e4nzchen um Pfl\u00e4nzchen weiter, schwache und kr\u00e4ftige, ohne eines auszulassen.\nErfahrungsgem\u00e4\u00df geht v\u00f6n den ausgepflanzten Individuen immer ein gewisser Prozentsatz fr\u00fchzeitig zugrunde. Das kann nat\u00fcrlich, besonders wenn etwa einzelne herausmendelnde Typen weniger widerstandsf\u00e4hig sind als die andern, zu einer Fehlerquelle werden. Ein weiterer Prozentsatz entgeht der Z\u00e4hlung dadurch, da\u00df er zu sp\u00e4t zur Bl\u00fcte kommt, d. h. den Fr\u00f6sten im Herbst zum Opfer f\u00e4llt, ehe er gebl\u00fcht hat. Um ein Urteil \u00fcber die Tragweite der in den Versuchen gefundenen Zahlen Verh\u00e4ltnissen zu geben, f\u00fchre ich daher im Folgenden, soweit ich Notizen dar\u00fcber habe, bei den Aussaatberichten jeweils an, wieviele Pflanzen nicht zur Bl\u00fcte gelangt waren1).\nDiese Angaben \u00fcber die Buchf\u00fchrung gen\u00fcgen wohl zum Verst\u00e4ndnis der nachfolgenden Mitteilung.\nFragestellung.\nWir wissen heute, da\u00df das, was wir als \u00e4u\u00dfere Eigenschaften, Farbe, Form usw. an einem Organismus erkennen, abh\u00e4ngt von einer gro\u00dfen Zahl Erbeinheiten1). Erbeinheiten und sichtbare Au\u00dfeneigenschaften sind ganz prinzipiell verschiedene Dinge, zwischen beiden bestehen, wie ich mich fr\u00fcher schon einmal ausgedr\u00fcckt habe, nur ungef\u00e4hr dieselben Beziehungen, wie sie etwa zwischen dem ja auch nur theoretisch erschlossenen, hypothetischen molekularen Aufbau einer bestimmten chemischen Verbindung einerseits und den \u00e4u\u00dferen Eigenschaften dieser Verbindung \u2014 Farbe, Geruch usw. \u2014 andererseits bestehen.\nl) G enaue Notizen dar\u00fcber, wieviele der pikierten und ausgepflanzten Individuen fr\u00fchzeitig starben, habe ich erst seit 1909 f\u00fcr meine Aussaaten gemacht.\na) Vgl. hier\u00fcber: Baur, E. Einige Ergebnisse der experiementellen Vererbungslehre. Beih. zur medizinischen Klinik. Heft iq. 1908. S. 283.","page":0},{"file":"P0038.txt","language":"de","ocr_de":"38\nllaui.\nVon Antirrhinum majiis unterscheiden schon die G\u00e4rtner \u00fcber ioo verschiedene Rassen (Haage und Schmidt in Erfurt z. B. im Preisverzeichnis 1909: 105) und die Zahl der unterscheidbaren Rassen ist in Wirklichkeit noch sehr viel gr\u00f6\u00dfer. Es schien mir nun zun\u00e4chst einmal von Interesse festzustellen, auf der Kombination von wieviel verschiedenen und von welchen Erbeinheiten diese zahlreichen Rassen beruhen, ferner, festzustellen, ob es \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, die ganze gro\u00dfe Formen- und Farbenmannigfaltigkeit von A. majits auf eine bestimmte Anzahl von Erbeinheiten zur\u00fcckzuf\u00fchren, oder ob auch \u201enicht mendelnde\u201c Unterschiede hier eine Rolle spielen. Mit anderen Worten, ich will eine v\u00f6llige hybridologische Analyse der Spezies durchf\u00fchren.\nEine zweite Aufgabe habe ich mir darin gestellt, zu untersuchen, ob die Unterschiede zwischen A. majus und anderen Arten wie -1. latifolium, sempervirens, molle, hispanicum usw., die, wie ich festgestellt habe, mit A. majus fertile Bastarde geben, ebenfalls auf Fehlen und Vorhandensein von Erbeinheiten beruhen.\nDie L\u00f6sung dieser beiden Aufgaben ist nat\u00fcrlich in wenigen Jahren nicht m\u00f6glich und ich bin heute dem Anfang der Arbeit wohl noch viel n\u00e4her als dem Ende. Aber immerhin \u00fcbersehe ich heute doch schon manches mit ziemlicher Klarheit, so da\u00df mir eine teilweise Publikation meiner Versuche angezeigt scheint, vor allem deshalb, weil ich nicht der einzige bin, der mit Antirrhinum experimentiert.\nIch will in der Weise vorgehen, da\u00df ich zun\u00e4chst einen \u00dcberblick gebe \u00fcber die Erbeinheiten, durch deren Pr\u00e4zisierung es m\u00f6glich ist, das sonst v\u00f6llig un\u00fcbersichtliche empirisch gefundene Zahlenmaterial zu verstehen. Erst danach soll ein Bericht \u00fcber einen Teil meiner Versuche folgen.\nIch selbst arbeite mit der zuerst ja von Correns1) angedeuteten, dann aber besonders von Bateson2) und seinen Sch\u00fclern ausgearbeiteten, heute ja wohl ganz allgemein angenommenen3) \u201ePresence and Absence\u201c-Hypothese, das will ich, ohne auf Theoretisches hier zu Beginn einzugehen, vorl\u00e4ufig noch hervorheben.\n1)\tCorrens, C. Weitere Beitr\u00e4ge zur Kenntnis der dominierenden Merkmale und der Mosaikbildung der Bastarde. Ber. Deutsch. Botan. Ges. 21 1903. S. 195.\n2)\tVgl. z. B. Bateson, W. Mendels Principles of Heredity. Cambridge 1909 auf S. 7\u00f6ff.\n3)\tShull, G. H. The \u201ePresence and Absence\" Hypothesis. The American Naturalist 43 1909. S. 410.","page":0},{"file":"P0039.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n39\nDie Erbeinheiten von a. majus.\nEine Anzahl von Erbeinheiten hat schon Miss Wheldale herausgearbeitet, diese gen\u00fcgen aber lange nicht, um meine Versuche verst\u00e4ndlich zu machen. Ich selbst operiere zurzeit mit 22 verschiedenen Erbeinheiten, \u00fcber 13 will ich zun\u00e4chst in dieser ersten Ver\u00f6ffentlichung etwas eingehender berichten.\nI. Erbeinheiten der Bl\u00fctenfarbe.\nDie Mannigfaltigkeit der Farbenrassen von A. majus ist ganz erstaunlich gro\u00df. Trotzdem beruht diese bunte Mannigfaltigkeit von Farben auf einer kleinen Zahl von Erbeinheiten, und ich will versuchen, zun\u00e4chst eine \u00dcbersicht \u00fcber die bekannten Farbenrassen und die Erbeinheitsformel dieser Rassen zu geben.\n1. Die Farbenrassen und ihre Bezeichnung.\nDa es oft Schwierigkeiten macht, ohne genaue Beschreibung und vor allem ohne Abbildung, zu erkennen, welche Farbenrasse ein Autor meint, habe ich dieser Abhandlung eine farbige Tafel beigegeben, die freilich nur einen kleinen Teil der mir bekannten Farbenrassen zur Darstellung bringt. Aber an der Hand dieser Tafel wird es doch wohl f\u00fcr jeden Leser m\u00f6glich sein, die in der nachstehenden \u00dcbersicht vorkommenden Bezeichnungen zu verstehen und danach die von mir untersuchten Rassen zu erkennen.\nwei\u00df = Fig. 1 Taf. I. Identisch mit dem white von Miss Wheldale. gelb = Fig. 2 Taf. I. Identisch mit dem yellow von Miss Wheldale. elfenbein = Fig. 3 Taf. I. Identisch mit dem ivory von Miss Wheldale und einem Teil des wei\u00df von de Vries, rosar\u00fccken a.e. (a.e. = Abk\u00fcrzung f\u00fcr : auf elfenbein), ganz = Fig. 27, 28 Taf. I. Die rosa Farbe ist in der Reproduktion ein wenig zu bla\u00df ausgefallen.\nrosar\u00fccken a. g. (a. g. = Abk\u00fcrzung f\u00fcr : auf gelb), ganz wie die vorige, aber Grundfarbe der Bl\u00fcte gelb wie Fig. 2 Taf. I.\n(rosar\u00fccken a. e. und a. g. als Delila-Form kenne ich noch nicht.)\nfleischfarbig a. g., ganz = Fig. 4 u. 5 Taf. I.\nfleischfarbig a. g., Delila, wie Fig. 4U. 5, aber R\u00f6hre elfenbeinfarbig und Farbe der Lippen sehr bla\u00df, fast ohne roten Farbenton. Sehr oft kaum von gelb zu unterscheiden, fleischfarbig a. e., ganz = Fig. 6 Taf. I. Identisch mit rose von Miss Wheldale und fleischfarbig von de Vries.","page":0},{"file":"P0040.txt","language":"de","ocr_de":"40\tBaur.\nfleischfarbig a. e., Delila, wie Fig. 6 Taf. I, aber R\u00f6hre elfenbein und Farbe der Lippen sehr bla\u00df. Oft kaum von elfenbein zu unterscheiden. Identisch mit rose delila von Miss Wheldale und mit einem Teil des wei\u00df von de Vries, chamoisrosa a. g., ganz, \u00e4hnlich wie Fig. 14 Taf. I, aber Farbenton der Lippen wie von Fig. 17. chamoisrosa a. g., Delila = Fig. 17 Taf. I. chamoisrosa a. e., ganz = Fig. 14'Taf. I.\nchamoisrosa a. e., Delila, \u00e4hnlich wie Fig. 14 Taf. I, aber R\u00f6hre elfenbein.\nrot a. g., ganz, = Fig. 8 Taf. I. Identisch mit dem crimson von Miss Wheldale.\nrot a. g., Delila, \u00e4hnlich wie Fig. 8 Taf. I, aber R\u00f6hre elfenbein.\nIdentisch mit crimson delila von Miss Wheldale. rot a. e., ganz, = Fig. 7 Taf. I. Identisch mit magenta von Miss Wheldale.\nrot a. e., Delila = Fig. 16 Taf. I. Identisch mit magenta delila von Miss Wheldale.\nbla\u00dfrot a. g., ganz = Fig. 9 Taf. I, aber mit gelbem Untergrund, bla\u00dfrot a. g., Delila, entsprechend dem vorigen, aber Delilaform, bla\u00dfrot a. e., ganz = Fig. 9 Taf. I. bla\u00dfrot a. e., Delila. Delilaform zu Fig. 9 Taf. I.\nGanz genau entsprechende Typen, wie die eben f\u00fcr fleischfarbig, chamoisrosa und rot aufgez\u00e4hlten, gibt es auch mit schwarzrot als Farbenton. Eine Bl\u00fcte mit schwarzrot a. e. ganz als Farbe ist in Fig. 10 Taf. 1 abgebildet. Die zugeh\u00f6rigen a.^.-Formen sind nur wenig im Farbenton verschieden.\nEin weiterer Farbenton, der a. e. und a. g. und als ganz und als Delila vorkommt, ist Rubin. Eine Bl\u00fcte mit Rubin a. e., ganz, als Farbe, ist in Fig- 15 abgebildet.\nAu\u00dfer mit homogener F\u00e4rbung kommen nun die eben genannten Farbent\u00f6ne chamoisrosa, rot, schwarzrot, rubin auch als \u201epicturatum\u201c vor. Eine Bl\u00fcte z. B. von rot a. e., ganz, picturatum ist in Fig. 12 Taf. I, eineBl\u00fcte von rot a. g., ganz, picturatum ist in Fig. 11 und 13 Taf. I dargestellt.\n2. Die Erbeinheiten.\nFaktor B.\nEs gibt zun\u00e4chst Rassen mit v\u00f6llig \u201ewei\u00dfen\u201c Bl\u00fcten (Fig. 1 Taf. I). Diese wei\u00dfen sind von den sonst \u00e4hnlichen \u201eelfenbeinfarbigen\u201c","page":0},{"file":"P0041.txt","language":"de","ocr_de":"Veierbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n41\n(\u00efvory) leicht daran zu unterscheiden, da\u00df sie auch auf der Mitte der Unterlippe und an den Haaren im Innern der Bl\u00fctenr\u00f6hre v\u00f6llig rein wei\u00df, nicht gelb oder gelblich sind. Wei\u00df sind alle Individuen, die die Erbeinheit oder, wie ich weiterhin meist sagen werde, den Faktor B nicht haben, also in ihrer Formel bb aufweisen.\nIndividuen, die B wenigstens einmal in der Formel enthalten, also alle Bb und aTle bb, sind nicht wei\u00df, sondern gef\u00e4rbt. Welche Farbe diese bb, bzw. Bb Pflanzen haben, h\u00e4ngt ab von den \u00fcbrigen Farbenfaktoren, zun\u00e4chst dem Faktor F. Eine Pflanze, welche B enth\u00e4lt aber F und c nicht, bl\u00fcht \u201egelb\u201c wie Fig. 2 Taf. I.\nWir haben also in diesem Faktor B die Grundlage f\u00fcr alle Farbe \u00fcberhaupt zu sehen.\nMein Faktor B ist identisch mit dem Faktor Y von Miss Wheldale.\nbb und Bb Pflanzen sind \u00e4u\u00dferlich meist nicht deutlich unterscheidbar.\nFaktor C.\nDer Faktor c macht Pflanzen, die b wenigstens einmal, aber nicht F enthalten, zu \u201eElfenbein\u201c (Fig. 3 Taf.). Elfenbein kann also sein bbcc oder BBCc oder BbCc. Die Einwirkung von c auf F und die \u00fcbrigen Farbenfaktoren wird weiter unten besprochen werden.\nMein Faktor c ist identisch mit Miss Wheldales Faktor J.\ncc- und Cc-Pflanzen sind \u00e4u\u00dferlich nicht deutlich unterscheidbar.\nFaktor F.\nDer Faktor F bewirkt in Pflanzen, die zwar B, aber nicht den Faktor R enthalten, einen zarten rosa Ton auf dem R\u00fccken der Bl\u00fcte und einen ebensolchen Schimmer auf der R\u00f6hre beiderseits vom Sporn (Fig. 27 Taf. I). In dem \u00fcbrigen Teil der Bl\u00fcte ist nichts von rosa Farbe zu bemerken. Ist die betreffende Pflanze im \u00fcbrigen cc, so ist sie, abgesehen von dem rosa Hauch auf dem R\u00fccken und neben dem Sporn, gelb, ist sie Cc oder cc, so ist sie elfenbein mit rosa Hauch auf dem R\u00fccken (Fig. 27, 28 Taf. 1).\nff und Ff-Individuen sind meist gut unterscheidbar.\nFaktor R.\nIn Pflanzen, die wenigstens je einmal b und F, aber nicht M und nicht c enthalten, bewirkt R eine F\u00e4rbung, wie in Fig. 4 Taf. 1 abgebildet, d. h. \u201efleischfarbig a. gelb\u201c in meiner Farbenbezeichnung. In Pflanzen, die au\u00dfer B und f auch c wenigstens einmal enthalten,","page":0},{"file":"P0042.txt","language":"de","ocr_de":"42\nBa ur.\nM aber nicht, sitzt dieses fleischfarbig auf elfenbein (Fig. 5 und 6 Taf. I), und in gleicher Weise \u00e4u\u00dfert sich auch bei allen weiter noch zu beschreibenden verschiedenen helleren und dunkleren roten Rassen das Fehlen oder die Gegenwart von c immer dadurch, da\u00df die betreffende rote Farbe auf gelber oder auf elfenbeinfarbener Unterlage aufsitzt, bzw. einen mehr gelbroten oder einen mehr blauroten Ton hat. Fleischfarbig kann also sein bbccffrr oder BBCCFFRr oder BBCCFfRR oder BBCCFfRr USW. bis BbCcFfRr.\nDie RR-Individuen, die Ff sind, sind deutlich blasser fleischfarben als die homozygotisch fleischfarbigen, also bbccffrr ist dunkler gef\u00e4rbt als BBCCFfRR. Die bbccffrr dagegen sind von z. B. den Bb ccffrr oder den BBCCFFRr usw. nicht sicher \u00e4u\u00dferlich unterscheidbar. In allen Individuen, denen einer der Faktoren b oder F oder beide ganz fehlen, bleibt F v\u00f6llig unwirksam. Sie sind wei\u00df bzw. elfenbein oder gelb, also z. B. bbcCFFRR oder bbCCFFrr ist wei\u00df, BBccffRR ist gelb usw.\nFaktor M.\nM bewirkt in allen Individuen, die B, F und R wenigstens einmal, aber nicht A enthalten, eine eigenartige ,,chamois-rosa\u201c-F\u00e4rbung. Fig. 14 Taf. I stellt diese F\u00e4rbung auf elfenbein-Grundlage dar. Fehlt F oder b oder mehrere von diesen Faktoren in einer Pflanze ganz, so bleibt m unwirksam, d. h. BBFFrrMM z. B. hat nur rosa R\u00fccken (Fig. 27, 28 Taf. I) und ist nicht etwa chamoisrosa. Oder bbRRFFMM ist wei\u00df. MM und Mm ist oft deutlich am Farbenton unterscheidbar.\nFaktor A.\nA bewirkt, aber nur zusammen mit wenigstens einmal b, f, r und M rote Farbe, das ,,rot\u201c meiner Farbenbezeichnung. Zusammen mit cc bzw. Cc sieht dieses \u201erot\u201c aus wie in Fig. 7 Taf. I abgebildet, zusammen mit cc, wie in Fig. 8 Taf. I dargestellt.\nDie Intensit\u00e4t des Rot ist verschieden, je nachdem die Faktoren B, R, f, m, A homo- oder heterozygotisch in einem Individuum enthalten sind, vor allem die Ff-Pflanzen sind vor den FF sehr stark verschieden. Fig. 7 Taf. I ist die Farbe eines bbccffrrmmaa-, Fig. 9 eines BBCCFfRRAA-Individuums.\nFaktor L.\nl macht mit bfrma \u201eschwarzrot\u201c wie Fig. 10. Je nachdem, ob CC bzw. Cc oder ob cc vorhanden sind, ist die Farbe entsprechend","page":0},{"file":"P0043.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\t43\ndem Unterschiede zwischen Fig. 7 und Fig. 8 mehr gelbrot oder mehr blaurot.\nFehlt irgend einer der anderen vorgeordneten Faktoren f\u00fcr Farbe ganz, so ist L wirkungslos, z. B. bbccffitmmaall ist rosa R\u00fccken, bbCCFFRRMMAALL ist wei\u00df usw. Homo- und heterozygotisch schwarzrot (d. h. ll und Ll ceteris paribus) ist meist ziemlich deutlich unter-scheidbbar, fluktuiert aber transgredierend.\nWir haben also hier eine ganze Reihe von Faktoren, welche rote F\u00e4rbung in verschiedenen Intensit\u00e4ten und Nuancen bewirken. Voraussetzung daf\u00fcr, da\u00df ein Faktor sich \u00e4u\u00dfern kann, ist immer, da\u00df die vorgeordneten Faktoren alle wenigstens einmal in dem betreffenden Individuum enthalten sind. Von der Reihe B, F, R, M, A, L m\u00fcssen immer alle links von einem Faktor stehenden \u00fcbrigen Faktoren in einer Pflanze wenigstens einmal enthalten sein, damit dieser betreffende Faktor sich \u00e4u\u00dfern kann.\nMit dieser Reihe von Faktoren ist nun aber die Zahl der Faktoren, welche die Bl\u00fctenfarbe beeinflu\u00dft, noch lange nicht ersch\u00f6pft. Zun\u00e4chst sei von weiteren Faktoren genannt, der\nFaktor D.\nAlle Pflanzen, die d nicht enthalten, also alle dd-Individuen haben eine elfenbeinfarbige R\u00f6hre und zeigen die rote oder r\u00f6tliche Farbe, die in ihnen durch die \u00fcbrigen schon genannten Farbenfaktoren bewirkt wird, nur in den Lippen. So ist z. B. die dd-Form zu rot von Fig. 7, also eine Pflanze von der Formel BBCCFFRRMMAAUCCdd in Fig. 16 abgebildet, w\u00e4hrend Fig. 7 die Formel bbccffrrmmaaiidd hat. Die ddcc-Form zu Fig. 14 ist Fig. 17. Die dd-Form zu Fig. 12 ist Fig. 20 usw. Das Fehlen von D in einer Pflanze \u00e4u\u00dfert sich ferner dadurch, da\u00df auch in den Lippen die Farbe etwas bla\u00dfer ist als in den entsprechenden ,,Ganz\u201c-Formen. Besonders auff\u00e4llig ist das bei fleischfarbigen Sippen, z. B. ist die dd-Form zu Fig. 6 Taf. I sehr bla\u00df und kann nur bei ganz genauem Zusehen von rein elfenbeinfarbigen Pflanzen unterschieden werden.\ndd-Formen kenne ich bereits zu allen verschiedenen roten Farbenrassen mit Ausnahme der ,,rosar\u00fccken\u201c-Sippen Eine Rasse von dem Aussehen von Fig. 16 ist unter dem G\u00e4rtnernamen \u201eDelila\u201c im Handel und daher hat sich allm\u00e4hlich die Gepflogenheit eingeb\u00fcrgert, die dd-Formen als \u201eDelila\u201c-Formen im Gegensatz zu den \u201eGanz\u201c-Formen zu bezeichnen.","page":0},{"file":"P0044.txt","language":"de","ocr_de":"44\nBaur.\nDer Faktor d mendelt, wie auch alle anderen bisher besprochenen Faktoren, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von den \u00fcbrigen, z. B. ergibt eine Kreuzung von b bccffr Rmm a a LLdd also \u201efleischfarbig a. e. Delila\u201c (Delilaform zu Fig. 6 Taf. I) mit bbccffrrmmaaiidd also \u201erot a. e. ganz\u201c (wie Fig. 7 Taf. I) eine F i-Generation, die \u201eschwarzrot a. e. ganz\u201c ist wie Fig. 10 und in F 2 ein Aufmendeln in: schwarzrot a. e. ganz, rot a. e. ganz, fleischfarbig a. e. ganz und schwarzrot a. e. Delila, rot a. e. Delila und fleischfarbig a. e. Delila-Individuen. Derartige Kreuzungsversuche werden wir im folgenden vielfach kennen lernen.\nFaktor G.\nDer Faktor G bewirkt, da\u00df die durch die \u00fcbrigen Farbenfaktoren bedingte rote F\u00e4rbung nicht homogen ist, sondern ein eigent\u00fcmlich verwaschenes Aussehen den /z'rtar\u00ab*n/z-Charakter der G\u00e4rtner aufweist. So hat eine Pflanze von der Formel bbccffrrmmaallddgg das Aussehen von Fig. 12, eine von derselben Formel aber mit cc das Aussehen von Fig. 11, eine von der Formel BBCCFFRRMMAALLddGG das Aussehen von Eig. 20.\nAuch damit ist die Reihe der Faktoren, welche die Farbe beeinflussen, noch nicht beendet. Ich kenne noch einen Faktor o, der mit brfc zusammen rot geaderte Bl\u00fcten, wie Fig. 26 bewirkt (die entsprechende cc-Form ist rot geadert auf gelbem Grunde). Es ist m\u00f6glich, da\u00df auch dieser Faktor in die oben geschilderte Reihe bfrmal einzuschalten ist (zwischen R und M), und da\u00df das Vorhandensein von o erforderlich ist f\u00fcr alle nachgeordneten roten Farben, aber Bestimmtes kann ich hier\u00fcber noch nicht angeben, das sollen erst F 2-Generationen, die im Sommer 1910 bl\u00fchen werden, zeigen.\nFerner kenne ich einen Faktor Q, der mit bfrm einen eigent\u00fcmlich leuchtend rosa Farbenton (Fig. 15 Taf. I) bewirkt. Auch dieser Faktor geh\u00f6rt vielleicht in die oben genannte Reihe (hinter M) und w\u00e4re dann Voraussetzung f\u00fcr alle h\u00f6heren Farben1). Dann kenne ich einen sicher mendelnden Faktor, der bewirkt, da\u00df die Zipfel der Unterlippe einer sonst rot gef\u00e4rbten Bl\u00fcte, etwa Fig. 16, ausgebleicht sind so wie in Fig. 29. Weiter scheint ein Faktor vorzuliegen, der bedingt, da\u00df der gelbe Fleck in der Mitte der Unterlippe der roten Bl\u00fcten mehr oder weniger breit ist.\nx) Es ist aber die M\u00f6glichkeit noch nicht ausgeschlossen, da\u00df dieser vorl\u00e4ufig angenommene Faktor q identisch ist mit l. Auch das sollen Aussaaten des Sommers 1910 erst entscheiden.","page":0},{"file":"P0045.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n45\nVersuche zur genaueren Pr\u00e4zisierung dieser letztgenannten Faktoren sind im Gange. In dieser ersten Mitteilung werde ich hierauf jedoch noch nicht eingehen.\nUber 4 weitere, aber vorl\u00e4ufig noch wenig bekannte Faktoren, die ebenfalls die Bl\u00fctenfarbe beeinflussen, habe ich ebenfalls Untersuchungen im Gange. Insgesamt wird es wohl m\u00f6glich sein, auf etwa^20 Erbeinheiten die ganze gro\u00dfe Mannigfaltigkeit der Bl\u00fctenfarbe von A. majus restlos zur\u00fcckzuf\u00fchren.\n2. Erbeinheiten der Bl\u00fctenform.\nEbenso wie in Bezug auf Bl\u00fctenfarbe, gibt es auch in bezug auf Bl\u00fcten form eine Reihe von erblich konstanten Rassen. Auch\nA\tB\nFig. i. Bl\u00fcten von A. 331 (A) und A. 14 (B).\nhier l\u00e4\u00dft sich eine kleine Anzahl von Faktoren erkennen, deren Kombinationen in den verschiedenen Rassen verk\u00f6rpert sind. Eine","page":0},{"file":"P0046.txt","language":"de","ocr_de":"46\nBaur.\nAnzahl von Faktoren, die ich aber noch fast gar nicht untersucht habe, beeinflu\u00dft die Bl\u00fctengr\u00f6\u00dfe, die relative Gr\u00f6\u00dfe der beiden Lippen, die Form der Oberlippe, die L\u00e4nge des Bl\u00fctenstieles und \u00e4hnliches. Untersuchungen \u00fcber diese Faktoren sind im Gange, aber noch sehr wenig weit gediehen. Eine zweite Gruppe von Faktoren, die einzige, die ich bisher schon etwas eingehender untersucht habe, beeinflu\u00dft die Bl\u00fctenform insofern, da\u00df die Bl\u00fcte normal zygomorph, oder radi\u00e4r pelorisch, gebaut ist. Hier l\u00e4\u00dft sich zun\u00e4chst unterscheiden ein\nFaktor E.\nEine Pflanze, die zwar alle anderen Faktoren f\u00fcr zygomorphe Bl\u00fcte enth\u00e4lt, aber nicht E, bl\u00fcht radi\u00e4r pelorisch (Textfig. i B). Ich habe z. B. eine v\u00f6llig konstante Rasse von der Formel bbffrrmmaa-liccDDggee in Kultur, die nur Bl\u00fcten von der in Textfig. iB abgebildeten Form und der in Fig. 7 Taf. I dargestellten Farbe bildet.\nFaktor P.\nEin weiterer Faktor, der zygomorphe Form der Bl\u00fcte bedingt, ist der Faktor P. Alle Pflanzen, die diesen Faktor nicht enthalten, bl\u00fchen ebenfalls radi\u00e4r pelorisch, auch wenn sie im \u00fcbrigen ee oder Ee enthalten. Die radi\u00e4r pelorische Form, die durch pp bedingt wird, ist jedoch eine andere als die durch ee bedingte vorher beschriebene radi\u00e4re Pelorie. Eine Pflanze von der Formel BBFFRRMMAALLccddEEpp ist in Textfig. 1 A abgebildet, eine einzelne Bl\u00fcte davon in Fig. 30 Taf. I.\nW\u00e4hrend bei den Pflanzen, die eepp in der Formel enthalten (Textfig. 1B), s\u00e4mtliche Bl\u00fcten ganz gleichm\u00e4\u00dfig radi\u00e4r pelorisch gebaut sind, tragen die EEpp - Pflanzen durchweg pelorische und zygomorphe Bl\u00fcten (Textfig. 1A).\nMeistens \u00fcberwiegen unten und ganz oben an einem Bl\u00fctenstand die zygomorphen Bl\u00fcten, in der Mitte dagegen die radi\u00e4ren. Diese eigent\u00fcmliche Verschiedenheit der Bl\u00fcten vererbt die EEpp-Sippe v\u00f6llig konstant, und zwar ist zwischen der Deszendenz einer geselbsteten radi\u00e4ren und der Deszendenz einer geselbsteten zygomorphen Bl\u00fcte einer solchen EEpp-Pflanze kein Unterschied. Die Nachkommen tragen immer wieder normale und pelorische Bl\u00fcten nebeneinander.\nDie Kreuzung der eePP- und der EEpp-Sippe, also der pelorischen Rasse Fig. 1B mit der pelorischen Rasse Fig. 1A, ergibt eine homogene Fi mit ausschlie\u00dflich normalen Bl\u00fcten, da ja auf diese Weise EePp-Pflanzen, die jetzt die beiden Faktoren f\u00fcr normale zygomorphe Bl\u00fcte wenigstens je einmal enthalten, entstehen. N\u00e4heres \u00fcber derartige Kreuzungen werde ich im folgenden mitteilen (S. 86).","page":0},{"file":"P0047.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuchc mit Antirrhinum.\n47\n3. Erbeinheiten der\nBlattfarbe.\nZun\u00e4chst sei hier ausdr\u00fccklich hervorgehoben, da\u00df s\u00e4mtliche Bl\u00fctenfarbenfaktoren, nur vielleicht mit Ansnahme des Faktors G, auch die Blattfarbe mit beeinflussen. Die Bl\u00e4tter und Stengel aller Pflanzen, die B und F enthalten, zeigen, wenigstens bei Kultur in m\u00e4\u00dfig warmer Temperatur und hellem Lichte einen mehr oder\nVon anderen mendelnden Faktoren der Bl\u00fctenform kenne ich dann noch einen, dessen Nicht Vorhandensein die in Textfig. 2 wiedergegebene Bl\u00fctenform bedingt. Das Verhalten dieses Faktors zu E und P habe ich noch nicht\nuntersucht.\nVermutlich wird sich heraussteilen, da\u00df auch die normale zygomorphe Bl\u00fctenform von einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl von Erbeinheiten abh\u00e4ngt, und da\u00df das Fehlen einzelner oder mehrerer von diesen Faktoren die anderen Bl\u00fctenformen, Sch\u00fctzer, wie Textfigur 2, radi\u00e4re Pelorien, Textfigur iA und B, Apetala-Formen, wie in Textfigur 3 abgebildet, und \u00e4hnliche Bl\u00fctentypen mit sich bringt. Die Klarlegung dieser Verh\u00e4ltnisse wird wohl noch die Arbeit einiger Jahre kosten.\nFig. 2. Bl\u00fcten von A. 312.\nFig. 3. Bl\u00fcten von A. 543.","page":0},{"file":"P0048.txt","language":"de","ocr_de":"B a nr.\nroten Anflug, der besonders auf der Unterseite der Kotyledonen und der ersten Laubbl\u00e4tter der Keimpflanzen ausgesprochen ist. Je nach dem Vorhandensein oder Fehlen der verschiedenen anderen einander \u00fcbergeordneten Farbenfaktoren ist die Intensit\u00e4t und der Farbenton dieses roten Anfluges sehr verschieden. Alle Pflanzen, denen schon F oder B fehlt, haben nur gr\u00fcne, nicht rot angelaufene Bl\u00e4tter und Stengel. Die dd-Pflanzen, die \u201eDelilas\u201c also, haben ceteris paribus immer weniger stark rot angelaufene Stengel und Bl\u00e4tter, als die entsprechenden DD-Individuen.\nAbgesehen von diesen Bl\u00fctenfarbenfaktoren, die sich auch in den Bl\u00e4ttern \u00e4u\u00dfern, gibt es nun noch weitere Erbeinheiten, die speziell eine besonders schwache oder starke Ausbildung der roten Farbe gerade in den Bl\u00e4ttern bedingen. Da\u00df es sich auch hier nur um mendelnde Erbeinheiten handelt, ist mir sehr wahrscheinlich. Genau untersucht habe ich aber diese Verh\u00e4ltnisse noch nicht.\nN\u00e4her besch\u00e4ftigt habe ich mich bisher nur mit einigen Erbeinheiten, welche die Bildung des Blattgr\u00fcnes bedingen. Ich habe bisher zwei Faktoren unterscheiden k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst einen\nFaktor N.\nFehlt N einer Pflanze, so bildet sie keine sattgr\u00fcne Chlorophyllk\u00f6rner aus, sondern wenig intensiv gef\u00e4rbte mit einem Stich ins Gelbliche. Derartige nn-Pflanzen sind meist (au\u00dfer bei Individuen, die dunkelrot \u00fcberlaufene Bl\u00e4tter haben) schon von weitem von den reinen gr\u00fcnen zu unterscheiden und zeigen ein auff\u00e4llig gehemmtes Wachstum, bl\u00fchen auch meist erst im zweiten Lebensjahre, wohl infolge ihres schw\u00e4cheren Assimilationsverm\u00f6gens.\nEin zweiter Faktor des Blattgr\u00fcns ist\nFaktor H.\nAlle Pflanzen, die hh enthalten, sind statt gr\u00fcnbl\u00e4tterig intensiv gelbbl\u00e4tterig und nicht lebensf\u00e4hig. Hh-Pflanzen, also die Heterozygoten, sind gelbgr\u00fcn, sogenannte Aurea-Pflanzen. H ist also der Faktor, durch dessen Besitz das eigent\u00fcmliche A. majus fol. mireis charakterisiert ist, \u00fcber dessen Erblichkeit ich schon fr\u00fcher publiziert habe 1).\n^VERSIT^-,\n''Vi.RSlT'\u00c7S?-\nweniger\n4. Die Erbeinheiten der Blattform.\nDie Erbeinheiten der.Blattform sind, zum gro\u00dfen Teil mindestens, identisch mit den Erbeinheiten der Bl\u00fctenformen. Das geht aus einer\ni) Baur. Ber. d. Deutsch. Botan. Ges. 25 1907. S. 442 und Zcitschr. ind. Abst. u. Vererbungslehre 1 1909. S. 124.","page":0},{"file":"P0049.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n49\nReihe von Beobachtungen hervor. Spezielle Untersuchungen habe ich dar\u00fcber noch nicht angestellt, ich habe aber im vergangenen Sommer mit Notizen dar\u00fcber begonnen.\n5. Erbeinheiten der Wuchsform.\nErbeinheiten der Wuchsform habe ich bisher ebenfalls fast noch nicht bearbeitet; da\u00df aber auch alle die verschiedenen Wuchsformen von A. majus mendeln, ist wohl zweifellos. Die Verh\u00e4ltnisse liegen hier freilich sehr kompliziert. Eine Anzahl von Beobachtungen hat mir bisher nur gezeigt, da\u00df \u201eWuchs\u201c zun\u00e4chst abh\u00e4ngt von verschiedenen Erbeinheiten, die starke oder schwache Verzweigung bedingen, ferner spielen dabei andere Erbeinheiten mit (sicher mehrere), welche die L\u00e4nge der Internodien, ferner andere, die \u00fcberhaupt die Lebenskr\u00e4ftigkeit der Pflanze bedingen. Zum Teil sind diese Faktoren identisch mit Farbenfaktoren und mit Faktoren der Blatt- und Bl\u00fctenform. Zum Beispiel ist der Faktor B sicher auch ein Wuchsfaktor: bb-Pflanzen, die in einer komplizierten F 2-Generation herausmendeln, sind immer kleiner (etwa um als die entsprechenden Bb oder bb-Individuen.\nGanz besonders erschwert wird aber eine Untersuchung der Erbeinheiten der Wuchsformen dadurch, da\u00df es sich hier um Au\u00dfenmerkmale handelt, die zwrar sicher konstant vererbt werden, die aber weitgehend transgredierend fluktuieren.\nDie Erbeinheiten in der Form, wie ich sie im vorstehenden skizziert habe, sind nat\u00fcrlich durchaus nicht etwa auch von mir vor den Versuchen theoretisch aufgestellt worden, sondern in Wirklichkeit waren die Versuche das erste, die Untersuchung der Deszendenz zahlreicher selbstbefruchteter Individuen sehr verschiedenartiger Herkunft, die ich in der S. 35 geschilderten Weise als Stammpflanzen verwendete, und dann vor allem das Resultat von Kreuzungen dieser Stammpflanzen, die durch mehrere Generationen hindurch verfolgt wurden, ergab eine gro\u00dfe Zahl von zum Teil sehr komplizierten Spaltungen und bestimmte Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten in den Zahlenverh\u00e4ltnissen. Erst nachdem so ein gr\u00f6\u00dferes empirisch gewonnenes Material vorlag, versuchte ich durch Annahme bestimmter Erbeinheiten in die Lage zu kommen, die empirisch gefundenen Zahlen-\nInduktive Abstammungs- und Vererbungslehre. III.\t4","page":0},{"file":"P0050.txt","language":"de","ocr_de":"50\nBaur.\nVerh\u00e4ltnisse auch theoretisch zu berechnen. Verkehrte Hypothesen, die zun\u00e4chst mit dem Material zu stimmen schienen, die aber schlie\u00dflich zu Widerspr\u00fcchen f\u00fchrten, hat es in gro\u00dfer Zahl bedurft, um endlich zu einer Umrei\u00dfung der Erbeinheiten in einer Form zu kommen, die es erm\u00f6glicht, theoretisch auf Grund der Annahme eben dieser Erbeinheiten und ihrer gegenseitigen Beziehungen alle in meinen sehr zahlreichen Versuchen beobachteten Erscheinungen auch zu berechnen und das Resultat neuer Versuche vorher zu sagen.\nZu einem gewissen Abschlu\u00df bin ich von den Erbeinheiten der Bl\u00fctenfarbe erst mit A, B, C, D, F, G, L, M und R, von denen der Blattfarbe mit H und N und von denen der Bl\u00fctenform mit E und P gekommen, und nur mit diesen Erbeinheiten werde ich in den Formeln der Versuchspflanzen im folgenden operieren.\nWenn wir nur diese 13 unabh\u00e4ngig mendelnden Erbeinheiten in Rechnung stellen, so sind danach theoretisch schon 213=8i92 liomo-zygotische Individuen, also auch ebensoviel erblich konstante\n(213V2\t213\nverschiedene Sippen und -----------1---= 33558528, d. h. \u00fcber\n2 2\n33% Million, in ihrem erblichen Verhalten verschiedene Individuen m\u00f6glich.\nRechnen wir nur mit den vorhin genannten 9 Erbeinheiten der Bl\u00fctenfarben (bfrmalcdg), so sind damit theoretisch 2\u00ae=5i2 homo-zygotische Individuen, d. h. auch ebensoviele erblich konstante verschiedene Sippen gegeben. Von diesen 512 Sippen w\u00fcrden allerdings nur ein kleiner Teil auch \u00e4u\u00dferlich unterscheidbar sein, es werden n\u00e4mlich 256 Sippen allein wei\u00df bl\u00fchen m\u00fcssen, sich als verschieden nur erkennen lassen an ihrem Verhalten bei Kreuzungen. Die \u00fcbrigen 256 Sippen werden gef\u00e4rbt sein m\u00fcssen und von ihnen wird wiederum die H\u00e4lfte, d. h. 128 elfenbeinfarbig (50%) bezw. gelb (50%) bl\u00fchen. Irgendwie rot oder r\u00f6tlich gef\u00e4rbte Sippen bleiben also theoretisch 128 \u00fcbrig. Von diesen 128 irgendwie r\u00f6tlich oder rot gef\u00e4rbten haben 64 nur den Farbenton von Fig. 27, 28 Taf. I usw. Ich will diese ganze Ableitung nicht zu Ende durchf\u00fchren, jeder mit diesen Fragen vertraute wird das leicht selbst ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Das Ende der \u00dcberlegung ist schlie\u00dflich, da\u00df wir von schwarzrot gef\u00e4rbten Sippen bbffrrmmaall noch acht verschiedene homo-zygotische Kategorienhaben m\u00fcssen (entsprechend den Faktoren c. D, G n\u00e4mlich :","page":0},{"file":"P0051.txt","language":"de","ocr_de":"Vercrbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n51\nbbffrrmmaallccddgg schwarzrot a. e. ganz, picturatum(Fig. 12 Taf. I1) BBFFRRMMAALLCCDDgg schwarzrot a. e. ganz (Fig. 10 Taf. I) BBFFRRMMAALLCCddGG schwarzrot a.e.Delila, picturatum(Fig.20 Taf. Ix) BBFFRRMMAALLCCddgg schwarzrot a. e. Delila (Delilaform zu Fig. 10 Taf. I) bbffrrmmaallccddgg\tschwarzrot a. g. ganz, picturatum (Fig. nTaf. I \u2019)\nBBFFRRMMAALLccDDgg\tschwarzrot\ta.\tg.\tganz\nBBFFRRMMAALLccddGG\tschwarzrot\ta.\tg.\tDelila,\tpicturatum\nBBFFRRMMAALLccddgg\tschwarzrot\ta.\tg.\tDelila.\nWirklich beobachtet habe ich von den theoretisch m\u00f6glichen Kombinationen von Erbeinheiten der Bl\u00fctenfarbe erst einen kleinen Teil. Die zuletzt aufgez\u00e4hlten acht Kategorien von schwarzroten habe ich alle in meinen Versuchen beobachtet, ebenso alle acht theoretisch m\u00f6glichen entsprechenden Kategorien von roten. Hier sind alle denkbaren Kategorien ja auch \u00e4u\u00dferlich verschieden, und deshalb sind Sippen, welche diese verschiedenen Kombinationen darstellen, schon von den G\u00e4rtnern einigerma\u00dfen isoliert worden. Nur die Unterscheidung der roten GG-Individuen von den schwarzroten GG-Individuen macht Schwierigkeiten. Aber schon von den 16 verschiedenen denkbaren Kategorien mit chamoisrosa als Farbenton, die ja nicht mehr alle \u00e4u\u00dferlich verschieden sind, habe ich bisher erst drei beobachtet. Von den 23 verschiedenen denkbaren von fleischfarbigen bisher erst sechs, von den 64 mit rosa R\u00fccken als Farbenton erst zwei, von den 128 elfenbein bzw. gelb nur f\u00fcnf und von den 256 verschiedenen wei\u00dfen Sippen, die ja alle \u00e4u\u00dferlich sich v\u00f6llig gleichen, erst drei.\nSoviel hier zun\u00e4chst \u00fcber die bisher erkannten Erbeinheiten. Der besseren \u00dcbersichtlichkeit halber gebe ich nachstehend noch einmal eine Zusammenstellung dieser vorl\u00e4ufig in Rechnung gestellten Erbeinheiten. Ich hoffe, diese Zusammenstellung wird die ja sonst f\u00fcr manche wohl etwas schwierige Lekt\u00fcre erleichtern. Ich gebe die Faktoren in alphabetischer Reihenfolge, so wie sie auch in den Formeln stehen.\nA. \u201eRot\u201c-Faktor, wirkt nur zusammen mit wenigsten je einmal b, f, R, M, bedingt zusammen mit diesen Faktoren die Farbe rot (Fig. 7 bzw. 8 Taf. I).\n!!\u2022 Grundfaktor f\u00fcr alle Bl\u00fctenfarben. F\u00fcr sich allein, d. h. ohne c und ohne F bedingt er gelbe Farbe (Fig. 2 Taf. I). Alle Pflanzen, die nicht wenigstens einmal b enthalten, bl\u00fchen wei\u00df (Fig. 1 Taf. I), auch wenn sonst alle anderen Farbenfaktoren enthalten sind.\ni) Fig. 11, 12, 13, 20 sind gezeichnet nach rot \u2014picturatum\u2014, also 11-Fflanzen. Die schwarzrot- und die rot-picturatum-Pflanzcn sind aber \u00e4u\u00dferlich fast nicht zu unterscheiden.\n4","page":0},{"file":"P0052.txt","language":"de","ocr_de":"52\nBaur.\n('\u2022 \u201eElfenbein\u201c-Faktor. Modifiziert das durch B bedingte gelb in \u201eelfenbein\u201c (Fig. 3 Taf. I), bzw. das gelbrot, mein rot a. g.1) (crimson englisch) zu bl\u00e4ulichrot, rot a. e.2) (magenta englisch) z. B. auf Taf. I Fig. 4 zu Fig. 6, Fig. 8 zu Fig. 7, Fig. 11 zu Fig. 12, Fig. 33 zu Fig. 23 usw.\nD* \u201eGanz\u201c-Faktor. Alle sonst irgendwie rot oder r\u00f6tlich gef\u00e4rbten Pflanzen, die nicht wenigstens einmal D enthalten, haben elfenbeinfarbige R\u00f6hre, bilden die Delilaformen zu den entsprechenden ganz-gef\u00e4rbten (z. B. auf Taf. I: ist Fig. 16 die dd, d. h. Delilaform zu Fig. 7, Fig. 20 die Delilaform zu Fig. 12, Fig. 17 die Delilaform (und gleichzeitig cc-Form!) zu Fig. 15 usw.).\nE.\tT. Faktor f\u00fcr zygomorphe normale Bl\u00fctenform. Alle ee-Pflanzen haben radi\u00e4r pelorische Bl\u00fcten (Textfig. 1 B und Fig. 34 Taf. I).\nF.\tRosar\u00fccken-Faktor, bedingt zusammen mit wenigstens einmal b in Pflanzen, die R nicht enthalten, die in Fig. 28 u. 27 Taf. I dargestellte F\u00e4rbung.\nG.\t\u201ePicturatum\u201c-Faktor, modifiziert die durch die \u00fcbrigen Farbenfaktoren bedingte rote Farbe zu picturatum (z. B. ist Fig. 12 die GG, d. h. picturatum-Form zu Fig. 7, Fig. 20 zu Fig. 16 usw.).\nH.\t\u201eAurea\u201c-Faktor, macht homozygotisch das sonstige normale Blattgr\u00fcn zu gelb (nicht lebensf\u00e4hige Pflanzen!), heterozygotisch zuaureafarbig.\nF- \u201eSchwarzrot\u201c-Faktor, macht zusammen mit wenigstens je einmal B, F. R, M, A die Farbe schwarzrot (wie Fig. 10 Taf. 1).\nM. \u201eChamoisrosa\u201c-Faktor, macht zusammen mit wenigstens je einmal B, F, R, in Pflanzen die A nicht enthalten, die Farbe chamois-rosa (Fig. 15 Taf. I).\nFaktor f\u00fcr normales Gr\u00fcn der Chromatophoren. Fehlen dieses Faktors bedingt gelblichgr\u00fcne Bl\u00e4tter, die \u201eehlorina\u201c-F\u00e4rbung.\nF. 2. Faktor f\u00fcr zygomorphe normale Bl\u00fcte. Fehlen dieses Faktors bedingt die in Textfig. 1A dargestellte Pelorie, d. h. die pelorische Halbrasse.\nR- \u201eFleischfarbig\u201c-Faktor, bedingt zusammen mit wenigstens je einmal B und F in Pflanzen, die nicht M enthalten, die Farbe fleischfarbig (Fig. 4\u20146 Taf. I, Fig. 4 u. 5 sind dabei cc, Fig. 6 cc). Die dd, d. h. die Delila-Form von fleischfarbig ist sehr schwer \u00e4u\u00dferlich von gelb bzw. elfenbein zu unterscheiden.\n*) a. g. = auf gelb.\n2) a. e. = auf elfenbein.","page":0},{"file":"P0053.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n53\nVererbungs- und Kreuzungsversuche.\nIm ganzen habe ich im Laufe der letzten f\u00fcnf Jahre 642 Individuen zu Stammpflanzen gemacht und 216 davon bisher analysiert, d. h. es wurden durch gesch\u00fctzte Selbstbefruchtung gewonnene Samen ausges\u00e4t und die Deszendenz untersucht. Eine gro\u00dfe Anzahl dieser Pflanzen wurde untereinander gekreuzt und diese Kreuzung weiter verfolgt.\nEs w\u00fcrde viel zu weit f\u00fchren, wenn ich etwa alle diese Versuche hier publizieren wollte, ein gro\u00dfer Teil ist zudem noch lange nicht abgeschlossen und betrifft Fragen, die hier noch gar nicht erw\u00e4hnt sind, wie Mutationen, ferner die sonderbare Erblichkeit der gestreiften Rassen (Taf. I Fig. 23\u201425 u. 33\u201434), \u201eGametic Coupling\u201c und \u00e4. Ich will mich darauf beschr\u00e4nken, in dieser ersten Mitteilung zu berichten \u00fcber die Erblichkeit, die eine Anzahl aus verschiedenen Quellen bezogener Antirrhinumpflanzen bei Selbstbefruchtung zeigten, und dann die Resultate besprechen, die eine Anzahl von Kreuzungen zwischen diesen Individuen ergab.\n1. Die Stammpflanzen.\nZu den Kreuzungen, \u00fcber die hier berichtet werden soll, wurden verwendet die Pflanzen:\nA. 14.\nWar erhalten durch Selbstbefruchtung von A. 12. Diese Pflanze war aureabl\u00e4ttrig und hatte normale, d. h. regelm\u00e4\u00dfig zygomorphe Bl\u00fcten und als Bl\u00fctenfarbe das typische rot a. e. ganz. Das hei\u00dft genau Bl\u00fctenform und Farbe von Fig. 7 Taf. I. Durch Selbstbefruchtung gewonnene Samen von A. 12 gaben in S. 07. 351 22 gr\u00fcne und 45 aureabl\u00e4ttrige Keimpflanzen. Zur Bl\u00fcte gro\u00dfgezogen wurde hiervon nichts. Eine zweite geselbstete Frucht ergab in S. 07. 250 zwei aurea und drei gr\u00fcne Keimpflanzen, die gro\u00dfgezogen alle rot genau wie die Mutter bl\u00fchten. In Hinsicht auf die Bl\u00fctenform waren vier normalbl\u00fctig, eine dagegen trug ausschlie\u00dflich radi\u00e4r pelorische Bl\u00fcten, genau wie Textfig. 1 B. Diese Pflanze wurde zur Stammpflanze gemacht als A. 14. Die Pflanze war gr\u00fcn-, d. h. nicht aurea-bl\u00e4ttrig'), die Bl\u00fcten waren alle rot a. e. ganz, pelorisch.\n!) Gr\u00fcnbl\u00e4ttrig hei\u00dft hier und weiterhin stets nur: \u201enicht aurea\u201d und \u201enicht chlorina\", d. h. normaler Chlorophyllgehalt. Im \u00fcbrigen k\u00f6nnen diese als gr\u00fcn be-zeichneten Bl\u00e4tter rein gr\u00fcn oder mehr oder weniger rot \u00fcberlaufen sein. A 14 hatte z. B. einen sehr deutlichen roten Anflug an den ersten Bl\u00e4ttern.","page":0},{"file":"P0054.txt","language":"de","ocr_de":"54\nBaur.\nA. 14 erwies sich bei Selbstbefruchtung als v\u00f6llig konstant. In S. 08. 138 wurden aus einer durch Selbstbest\u00e4ubung erhaltenen Frucht von A. 14 rund 100 Keimpflanzen erzielt, die alle rein gr\u00fcnbl\u00e4ttrig waren. Zur Bl\u00fcte gro\u00dfgezogen wurden 24, alle erwiesen sich als vollkommen gleichartig unter sich und in allem \u00fcbereinstimmend mit A. 14. Nach alledem hat also A. 14 die Formel AABBCCDDeeFFgghi\u00fci mmnnpprr. Durch Selbstbefruchtung erzielte Deszendenten von A. 14 (aus S. 08. 138) sind die Pflanzen A. 194 und A. 335, die auch ihrerseits weiterhin v\u00f6llig konstante Nachkommenschaft ergaben1).\nA. 40.\nA. 40 erzog ich in S. 07. 82 aus Handelssamen (bezogen als A. nigropurpureum von Haage & Schmidt in Erfurt). Die Pflanze war gr\u00fcnbl\u00e4ttrig und bl\u00fchte schwarzrot a. e., ganz, normal, war also genau = Fig. 10 Taf. I. Geselbstet gab A. 40 in S. 08. 143 und in S. 09. 3 eine Spaltung in gr\u00fcnbl\u00e4ttrige und in Chlorinapflanzen (vgl. Bemerkung zu Faktor N Seite 52). In S. 08. 143 waren 19 chlorina: 81 gr\u00fcn, in S. 09. 3 waren 12 chlorina: 32 gr\u00fcn, zusammen also 31 chlorina zu 113 gr\u00fcn. Theoretisch w\u00e4ren zu erwarten gewesen 36 chlorina:iOS gr\u00fcn. Im \u00fcbrigen erwiesen sich beide Aussaaten als v\u00f6llig einheitlich und \u00fcbereinstimmend mit A. 40. Die Formel f\u00fcr A. 40 w\u00e4re danach anzusetzen als AABBCCDDEEFFgghh llmmNhPPRR. Eine gr\u00fcnbl\u00e4ttrige Tochterpflanze von A. 40 ist A. 269, das geselbstet in S. 09. 90 eine Deszendenz von 9 chlorina: 33 gr\u00fcnen Keimpflanzen ergab (theoretisch 10,5:31,5), die gro\u00dfgezogen alle einheitlich schwarzrot a. e., ganz, normal bl\u00fchten. Nachkommenschaft aus geselbsten chlorina-Deszendenten von A. 40 habe ich noch nicht gezogen. Gekreuzt wurde A. 40 mit f\u00fcnf anderen Pflanzen, \u00fcber einen Teil dieser Kreuzungen soll nachher berichtet werden.\nA. 44.\nDie Pflanze wurde 07 in S. 07. 267 aus Handelssamen erzogen (A. m. album Queen Victoria von Haage & Schmidt in Erfurt). Die Pflanze war rein gr\u00fcnbl\u00e4ttrig und bl\u00fchte elfenbein, normal genau wie Fig. 3 Taf. I. Geselbstet ergab A. 44 in S. 08. 259 unter 20 Pflanzen 5, die gelb (wie Fig. 2 Taf. I) und 15, die elfenbein wie die Mutter\n*) A 12 war dagegen AAB\u00dfCCDDEeFFggHhllMMNNPPRR. Eine der ,,normal\" bl\u00fchenden Schwesterpflanzen von A 14, die als A139 zur Stammpflanze gemacht worden war, erwies sich ebenfalls als Ec, spaltete in S. 08. 137 in 28 normal: 11 pelorisch bl\u00fchende Pflanzen.","page":0},{"file":"P0055.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n55\nbl\u00fchten (also zuf\u00e4llig genau die theoretischen Zahlen). In Wuchs, Blattiarbe usw. war die ganze Deszendenz einheitlich und gleich der Mutter. Die Formel kann danach angesetzt werden als: . . BBCc . . EEff . . hh . . . . NNPP . . . Eine Pflanze aus dieser Aussaat S. 07. 267 ist A. 270, die in S. 09. 91 sich ebenfalls als c c erwies, in vier gelbe: 19 elfenbein spaltete (theoretisch 5,75:17,25). Gekreuzt wurde A. 44 im ganzen mit vier anderen Individuen.\nA. 48.\nErwuchs aus Handelssamen (A. m. \u201eRosa\u201c von Haage & Schmidt) in S. 07. 86. Die Pflanze war gr\u00fcnbl\u00e4ttrig, die Bl\u00fcten rot a. e. ganz, normal, wie Fig. 7 Taf. I. Samen aus Selbstbefruchtung wurden ges\u00e4t in S. 08. 135 und in S. 09. 5. Es erfolgte Spaltung in \u201eganz\u201c und in \u201eDelila\u201c-Formen und in rot a. e. und in chamoisrosa a. e. (Fig. 14 Taf. I). Im einzelnen war das Verh\u00e4ltnis:\nTabelle I.\n(A. 48 x A. 48, S. 08. 135 und S. 09. 5.)\n\t\t\t\t\tchamoisrosa\t\tchamoisrosa\t\nAussaat\trot a.\te. ganz\trot a. e. jjenia\t\ta. e.\tganz\ta. e.\tDelila\n\tge-\ttheo-\tge-\ttheo-\tge-\ttheo-\tge-\ttheo-\n\tfunden\tretisch\tfunden\tretisch\tfunden\tretisch\tfunden\tretisch\nS. \u00f6S. 135. . .\t25\t24,75\t8\t8,25\tIO\t8,25\tI\t2,75\nS. 09. 5 . . .\t79\t\tIO\t\t36\t\tI\t\nSa.\t104\t95fi25\t18\t3i\u00df75\t48\t31,875\t2\t10,625\nDie Spaltung ist mit der theoretisch verlangten nicht ganz in Einklang. Zun\u00e4chst ist zwar das Verh\u00e4ltnis aller rot : allen chamoisrosa 122:48 noch in gen\u00fcgender \u00dcbereinstimmung mit den theoretischen Zahlen H:l, genau w\u00e4re es 127,5 :42,5, aber das Verh\u00e4ltnis aller \u201eganz\u201c zu allen \u201eDelilas\u201c ist unklar. Gefunden wurden 150 \u201eganz\u201c und 20 ,,Delilas\u201c, wo theoretisch ebenfalls 127,5 \u201eganz\u201c : 42,5 \u201eDelila\u201c h\u00e4tten erwartet werden m\u00fcssen. Woher das Mi\u00dfverh\u00e4ltnis stammt, habe ich nicht feststellen k\u00f6nnen \u2019).\nAus A. 48 x A. 48, und zwar aus S. 08. 135 stammen zwei Stammpflanzen A. 245 rot a. e\u201e ganz, normal und A. 225 chamoisrosa a. e., ganz, normal. A. 245 erwies sich als homozygotisch in bezug auf den Faktor D und als heterozygotisch in bezug auf den Faktor A.\ni) Auff\u00e4llig ist, da\u00df die S. 08. 135 f\u00fcr sich' allein betrachtet eine sehr gute \u00dcbereinstimmung zwischen den gefundenen und den theoretischen Zahlen ergibt, vgl. die Tabelle I.","page":0},{"file":"P0056.txt","language":"de","ocr_de":"56\nBaur.\nSamen aus Selbstbefruchtung ergaben n\u00e4mlich in S. 09. 75 103 rot a. e. ganz normal und 36 chamoisrosa a. e. (theoretische Zahlen 104,25 -.34,75).\nA. 225 erwies sich als Dd, spaltete in S. 09. 62 in 61 chamoisrosa a. e., ganz, normal und 19 chamoisrosa a. e., Delila, normal (Theoretisch 60:20). Die Formeln der letztgenannten Pflanzen d\u00fcrften also danach wohl zu setzen sein als:\nA. 48 AaBBCCDdEEFFgghhllMMNNPPRR A. 245 AaBBCCDDEEFFgghhllMMNNPPRR A. 225 aaBBCCDdEEFFgghliUMMNNPPRR.\nKreuzungen habe ich mit A. 48 nicht ausgef\u00fchrt, dagegen in gro\u00dfer Zahl mit A. 245 und A. 225.\nA. 49.\nErwuchs in S. 07. 80 aus Handelssamen (A. m. album von Haage & Schmidt in Erfurt). Die Pflanze war gr\u00fcnbl\u00e4ttrig und bl\u00fchte elfenbein, normal, genau wie Fig. 3 Taf. I.\nF. 1 aus Selbstbefruchtung wurde gezogen in S. 08. 258 und S. 09. 312. In beiden Aussaaten waren alle Keimpflanzen rein gr\u00fcn. Die gro\u00df gezogenen bl\u00fchten gelb (3) und elfenbein (7). Die Bl\u00fctenform war bei allen normal. Danach kann also f\u00fcr A. 49 die Formel vorl\u00e4ufig angesetzt werden als: . . BBCc .. EEff.. hh .. . . nnpp . .\nA. 50.\nErwuchs in S. 07. 264 aus Handelssamen (A. m. picturatum mirabundum von Haage & Schmidt in Erfurt. Gr\u00fcnbl\u00e4ttrig, Bl\u00fcte \u00e4hnlich wie Fig. 19 Taf. I, aber F\u00e4rbung ein klein wenig dunkler, d. h. in meiner Farbenbezeichnung \u201ehellpicturatum a. e., Delila, normal\u201c. Die ganze R\u00f6hre war, wie bei allen Delilaformen elfenbein. Samen aus Selbstbefruchtung ergaben in S. 08. 157 eine v\u00f6llig konstante Deszendenz. Zur Bl\u00fcte gro\u00df gezogen wurden im ganzen 40 Pflanzen, als Keimpflanzen wurden untersucht (auf Kotyledonenfarbe usw.) 200. Aus dieser Aussaat stammen die Pflanzen A. 193 und A. 278, die beide zu zahlreichen Kreuzungen benutzt wurden, von denen freilich nur \u00fcber einige wenige im folgenden vorl\u00e4ufig berichtet werden soll. Die Formel f\u00fcr A. 50 und ebenso f\u00fcr die davon abstammenden A. 193 und A. 278 ist nach dem Ergebnis von S. 08. 157 anzusetzen als:\naaBBCCddEEFFGGhh . . MMNNPPRR.\nVielleicht ist es zweckm\u00e4\u00dfig, hier einmal diese Annahme zu motivieren: Picturatum Delilas mit aa oder Aa und im \u00fcbrigen der","page":0},{"file":"P0057.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n57\ngleichen Formel wie die von A. 50 sehen aus wie Fig. 20 Taf. I. bb mu\u00df vorliegen, sonst w\u00e4ren in F 1 wei\u00dfe Pflanzen aufgetreten, CC mu\u00df vorliegen, sonst h\u00e4tten gelbe bzw. \u201eauf gelb\u201c gef\u00e4rbte in F 1 vorhanden sein m\u00fcssen, dd ergibt sich aus dem Aussehen (D macht gef\u00e4rbte R\u00f6hre). Auf ee ist daraus zu schlie\u00dfen, da\u00df in F 1 keine pelorischen, auf ff daraus, da\u00df in F 1 keine elfenbein Individuen auftraten, ferner auf GG, weil alle F1-Individuen picturatum waren (homogen wie Fig. 14 Taf. I gef\u00e4rbte waren keine darunter), hh folgt aus dem Aussehen (H macht Aureabl\u00e4tter). Ob 11 oder LL oder Li vorliegen, ist auf Grund von S. 08. 157 noch nicht zu entscheiden, da wegen aa ein eventuell auch vorhandenes L sich gar nicht \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnte, mm folgt daraus, da\u00df alle Fi-Pflanzen den gleichen rosa Farbenton hatten, NN daraus, da\u00df keine chlorina, und pp daraus, da\u00df keine pelorischen Individuen in F x beobachtet wurden. RR mu\u00df vorliegen, denn rr-Pflanzen sind ungef\u00e4rbt bis auf einen rosa Hauch auf der Oberseite der Bl\u00fcte, und derartige Individuen waren in S. 08. 157 ja ebenfalls nicht aufgetreten.\nA. 67.\nDie Pflanze war gr\u00fcnbl\u00e4ttrig, die Bl\u00fcte wei\u00df, normal, genau wie Fig. 1 Taf. I. Entstanden war A. 67 als Deszendent von A. 2, A. 2 stammt ab von einer im Jahre 1905 aus Handelssamen erzogenen aureabl\u00e4ttrigen Pflanze mit gestreiften Bl\u00fcten (wie Fig. 25 Taf. I aber a. e.). Die Deszendenz dieser betreffenden Pflanze war nicht weiter untersucht worden, ich habe nur notiert, da\u00df die Nachkommen dieser Pflanze teils aureabl\u00e4ttrig, teils gr\u00fcn, ungef\u00e4hr im Verh\u00e4ltnis 2 aurea : 1 gr\u00fcn waren. A. 2 ist ein solcher gr\u00fcnbl\u00e4ttriger Deszendent. A. 2 bl\u00fchte rot gestreift a. e., ganz, normal, wie Fig. 23 Taf. 1 aber a. e. Ge-selbstet gab es in S. 07. 247 eine Deszendenz von lauter gr\u00fcnbl\u00e4ttrigen Pflanzen, die aber in Hinsicht auf die Bl\u00fctenfarbe eine ziemlich\nkomplizierte Aufspaltung zeigten. Es waren:\n1.\trein wei\u00df...........................................123\n2.\trot gestreift a. g. (Fig. 33) oder a. e. (Fig. 23) oder rot gestreift auf fleischfarbig a. g. (Fig. 25) oder\nrot gestreift auf fleischfarbig a. e.1).............266\n3.\twie 2, aber die Delilaform.......................... 61\n4.\tfleischfarbig a. g. ganz............................ 2\nx) Diese verschiedenen Kategorien von gestreiften Pflanzen hatte ich IQ07 noch nicht richtig erkannt und habe sie deshalb alle zusammengcz\u00e4hlt.","page":0},{"file":"P0058.txt","language":"de","ocr_de":"5\u00ab\nBaur.\nAuf die Natur der gestreiften Pflanzen und auf die Deutung der beiden fleischfarbigen Individuen wollen wir vorl\u00e4ufig nicht eingehen. \u00dcber die Erblichkeit der Streifung werde ich einmal gesondert publizieren, meine Versuche sind noch nicht zu einem gen\u00fcgenden Abschlu\u00df gekommen. Wir wollen hier nur unterscheiden wei\u00dfe einerseits und irgendwie rot gef\u00e4rbte andererseits. Wir haben dann wei\u00df 123: irgendwie rot gef\u00e4rbt 329. Theoretisch w\u00e4re zu erwarten gewesen 113 wei\u00df:33S gef\u00e4rbt. Jedenfalls war also A. 2 Bb. Was im \u00fcbrigen die Formel von A. 2 war, mag vorl\u00e4ufig dahingestellt bleiben. A. 67 ist eine dieser wei\u00dfen Tochterpflanzen von A. 2. Geselbstet gab A. 67 in S. \u00f6S. 127 eine v\u00f6llig homogene wei\u00df bl\u00fchende gr\u00fcnbl\u00e4ttrige Deszendenz (zur Bl\u00fcte wurden im ganzen 20 Pflanzen gezogen). Als Formel f\u00fcr A. 67 kann danach vorl\u00e4ufig angesetzt werden .. Bb ... . E-E .... hh .... nnpp ..\nA. 93.\nStammt aus der Kreuzung von A. 4 x A. 7 in S. 07. 54. A. 4 war eine gr\u00fcnbl\u00e4ttrige Pflanze, die elfenbein, normal bl\u00fchte und sich bei Selbstbefruchtung als v\u00f6llig konstant erwies.\nA. 7 war wahrscheinlich eine Schwesterpflanze von A. 2 und war aureabl\u00e4ttrig und bl\u00fchte rot a. e., ganz normal. Geselbstet gab A. 7 in S. 07. 48 eine Deszendenz von 77 aurea : 40 gr\u00fcn und in S. 07. 311 21 aurea:4 gr\u00fcnen, zusammen also 98 aurea 144 gr\u00fcnen Keimlingen. Theoretisch w\u00e4re verlangt gewesen 94,666 . . . aurea : 47,333 . . . gr\u00fcn (da die homozygotisch HH-Individuen nicht lebensf\u00e4hig sind). Zur Bl\u00fcte gro\u00df gezogen wurden von A. 7 nur 30 als Keimpflanzen rot angelaufene1) Individuen, die sehr verschieden bl\u00fchten. Eine Z\u00e4hlung wurde nicht vorgenommen. Es waren vertreten: rot a. e., ganz, wie Fig. 7 Taf. I, rot a. e., Delila, rot a. g., Delila, fleischfarben a. e., ganz, fleischfarben a. g., ganz. Sehr wahrscheinlich hat danach A. 7 die Formel A AB . CcDdEEF . ggHhiiMmNNPPRR gehabt. Ob Bb oder BB bzw. ob Ff oder FF vorlag, ist nicht auf Grund von S. 07. 48 zu entscheiden, da nur rot angelaufene Pflanzen gro\u00df gezogen wurden (da\u00df Bb Vorgelegen haben mu\u00df, folgt aus der Formel von A. 93, vgl. nachher S. 59).\nDie Kreuzung A. 4 x A. 7 ergab in S. 07. 54 14 Pflanzen, davon waren 10 aurea und 4 gr\u00fcn (theoretisch verlangt 7 aurea : 7 gr\u00fcn).\n1) Die Keimpflanzen waren teils rot angelaufen, teils nicht. Pikiert wurden nur rot angelaufene Keimpflanzen.","page":0},{"file":"P0059.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n59\nGro\u00df gezogen wurden alle diese Pflanzen und bl\u00fchten teils rot a. e., ganz, teils rot a. e., Delila, teils fleischfarben a. e., ganz, teils fleischfarben a. e., Delila. Ausgez\u00e4hlt habe ich die verschiedenen Farbenkategorien nicht1), ich habe nur notiert, welche verschiedenen Pflanzen auftraten. (Daraus, da\u00df in F i dieser Kreuzung keine schwarzroten Pflanzen auftraten, folgt, da\u00df auch A. 4 ll gewesen sein mu\u00df, daraus da\u00df teils ganz, teils Delila-Formen darunter waren, folgt, da\u00df A. 4 entweder dd oder Dd war, ein Schlu\u00df, der \u00fcbrigens auch aus anderen mit A. 4 oder seinen Deszendenten vorgenommenen Kreuzungen zu ziehen ist.)\nEine fleischfarbig a. e., ganz-Pflanze aus dieser Aussaat ist A. 93. Geselbstet gab sie in S. 08. 125 folgende Spaltung: Es waren 28 fleischfarbig a. e., ganz2), 9 fleischfarbig a. e., Delila und 37 elfenbein und wei\u00df. Unerwartet war mir das Auftreten von wei\u00dfen, ich achtete anfangs nicht darauf und z\u00e4hlte l\u00e4ngere Zeit wei\u00dfe und elfenbein Pflanzen unterschiedslos durcheinander als elfenbein, bis ich schlie\u00dflich doch bemerkte, da\u00df auch rein wei\u00dfe darunter waren, sogar wohl die Mehrzahl der nichtroten bildeten. Da A. 4 v\u00f6llig konstant elfenbein. also bb war, konnte nur von A. 7 das in A. 93 enthaltene b stammen. A. 7 mu\u00df also wohl Bb gewesen sein. Da\u00df in S. 07. 48 keine wei\u00dfe Pflanzen beobachtet worden waren, ist nicht auff\u00e4llig, da ja dort nur mehr oder weniger rot angelaufene Keimpflanzen pikiert worden waren. Nach der in S. 08. 125 erfolgten Spaltung mu\u00df A. 93 heterozygotisch in 3 Faktoren, n\u00e4mlich BbFfDd gewesen sein. Theoretisch w\u00e4re demnach f\u00fcr die Farbenkategorien zu erwarten gewesen :\nfleischfarbig\nelfenbein\nwei\u00df\n12} 1 1 16\t) 1\nund wenn wir die danach theoretisch zu erwartenden Zahlen den empirisch gefundenen gegen\u00fcberstellen, so finden wir:\ni) Ich hatte diese Aussaat ebenso wie viele andere des Jahres 1907 urspr\u00fcnglich nur gemacht, um die Vererbung der Blattfarbe zu studieren, und habe \u00fcber die Bl\u00fctenfarbe anf\u00e4nglich nur einige gelegentliche Notizen gemacht.\n-) Eine dieser fleischfarbig a. e., ganz gef\u00e4rbten Pflanzen ist A. 338, eine wei\u00df-luintbl\u00e4ttrige Pflanze, \u00fcber deren Erblichkeitsverh\u00e4ltnisse ich bei einer anderen Gelegenheit berichten werde.","page":0},{"file":"P0060.txt","language":"de","ocr_de":"6o\nBaur.\nTabelle II.\n(A. 93 x A. 93, S. 08. 125.)\nFarbenkategorien\ttheoretisch verlangt\tgefunden\nfleischfarbig a. e. ganz\t\t(27)\t31.21875\t28\nfleischfarbig a. e. Delila\t\t(9)\t10,40625\t9\nelfenbein\t( wei\u00df\t(\t(28)1) 32,37500\t37\nSa.\t7 4,00000\t74\nDie \u00dcbereinstimmung zwischen den theoretischen und den empirischen Zahlen geht hier also gen\u00fcgend weit.\nF\u00fcr A. 93 haben wir demnach die Formel anzunehmen A.BbCC-DdEEFfgghhiimmNNPPRR 1 2). Ein durch Selbstbefruchtung von A. 93 gewonnener Deszendent A. 229 (fleischfarbig a. e., ganz) zeigte folgende Erblichkeit :\nTabelle III.\n(A. 220 x A. 220, S. 09. 57.)\nFarbenkategorien\tgefunden\ttheoretisch verlangt\nfleischfarbig a. e. ganz\t\t26\t(9) 24,75\nfleischfarbig a. e. Delila\t\tIO\t(3)\t8,25\nelfenbein\t\t8\t(4)\t11,00\nSa.\t44\t44.00\nA. 220 hat demnach in der Formel bb, stimmt aber im \u00fcbrigen mit A. 93 \u00fcberein.\nA. 96.\nStammt aus A. 3 x A. 3 in S. 07. 44. A. 3 stammt von einer 05. aus Handelssamen erzogenen aureabl\u00e4ttrigen Pflanze, \u00fcber deren Bl\u00fctenfarbe ich aber keine Notizen gemacht habe. A. 3 war rot a. e., ganz, aureabl\u00e4ttrig und hatte in puncto Bl\u00fctenfarbe in S. 07. 44 kompliziert aufgespalten. Genaue Notizen habe ich aber auch \u00fcber diese Spaltung noch nicht gemacht. In puncto Blattfarbe spaltete A. 3 in 126 aurea zu 68 gr\u00fcn, also fast genau wie erwartet nach 2 zu 1.\n1)\t12 -f-16.\n2)\tOb Aa oder aa vorliegt, ist vorl\u00e4ufig nicht zu sagen. Einmal wenigstens A folgt aber aus der Formel von A 7.","page":0},{"file":"P0061.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n61\nA. 98 war gr\u00fcnbl\u00e4ttrig. Die Bl\u00fctenfarbe war genau die von Fig. 28 Taf. I, also ,,rosa R\u00fccken a. e.\u201c.\nSamen von A. 96 aus Selbstbefruchtung ergaben in S. 09. 14. 109 Pflanzen \u201erosa R\u00fccken\u201c und 40 elfenbein, also fast genau 3:1 (ganz genau 3:1 w\u00e4re 111,75:37,23). Als Formel ist demnach vorl\u00e4ufig anzusetzen : .. bbccddeef\u00ef . . hh . ... NNPPrr. Ganz sicher ist mir hier freilich die Sachlage noch nicht. Es w\u00e4re m\u00f6glich, da\u00df die hier als elfenbein bezeichneten und von elfenbein nicht unterscheidbaren Pflanzen in Wirklichkeit die mir noch unbekannten dd-Formen zu rosa R\u00fccken w\u00e4ren1). Kreuzungsversuche, die diese Frage klarstellen sollen, sind im Gange.\nA. 103.\nWurde erzogen in S. 07. 83 aus Handelssamen (A. m. coccineum von Haage & Schmidt, Erfurt). Gr\u00fcnbl\u00e4ttrig, Bl\u00fcte schwarzrot a. g., ganz, normal (also wie Fig. 10 Taf. I, aber auf gelbem Grunde und au\u00dferdem etwas bl\u00e4sseres Rot).\nBei Selbstbefruchtung ergab die Pflanze in S. 08. 144 (30 Individuen) eine deutliche Spaltung in der Bl\u00fctenfarbe. Ein kleinerer Teil der Deszendenten bl\u00fchte rot wie Fig. 8 Taf. I, ein gr\u00f6\u00dferer Teil mehr oder weniger schwarzrot wie die Mutter. Eine sichere Unterscheidung der Kategorien war nicht durchf\u00fchrbar, rot, heterozygotisch schwarzrot und homozygotisch schwarzrot fluktuieren tr\u00e4nsgredierend, ich komme hierauf sp\u00e4ter nochmals zur\u00fcck. Offenbar war also A. 103 heterozygotisch in Li. Im \u00fcbrigen ist die Formel dieser Pflanze nach S. 08. 144 anzusetzen als AABBccDDEEFFggiihLiMMNNPPRR.\nA. 106.\nStammt aus Handelssamen in S. 07. 265 (A. m. picturatum immitable von Haage & Schmidt, Erfurt). Gr\u00fcnbl\u00e4ttrig, Bl\u00fcte genau wie Fig. 11 Tafel I, d. h. in meiner Bezeichnung \u201edunkelpicturatum a. g., ganz, normal\u201c. Nachkommenschaft aus Selbstbefruchtung wurde erzogen in S. 08. 162 und in S. 09. 16. Das Resultat war eine Spaltung in drei Typen,\n1.\tgelbe, genau wie Fig. 2,\n2.\tdunkelpicturatum a. g., Delila,\n3.\tdunkelpicturatum a. g., ganz, genau wie der Elter.\n1) A. 96 h\u00e4tte dann die Formel .. BDCCDdEEFF.. hh.... NNPPrr.","page":0},{"file":"P0062.txt","language":"de","ocr_de":"62\nBaur.\nDas Zahlenverh\u00e4ltnis war:\nTabelle IV.\n(A. 106 xA. 106, S. 08. 162 und 09. 16.)\n\t\tgelb\tdunkelpict. a. g. Delila\tdunkelpict. a. g. ganz\nS. 08. S. 09.\t162\t 16\t\t5 \u2014 26\t22 26\t66 107\n\tSa.\t78\t48\t173\nTheoretisch w\u00e4re auf Grund der von mir angenommenen Erbeinheiten zu erwarten gewesen, da\u00df 34 aller Individuen gelb und % gef\u00e4rbt, und da\u00df von den gef\u00e4rbten 34 Delila und % ganz seien sollten, d. h. es ist zu erwarten das Verh\u00e4ltnis 4 gelb : 3 dunkelpicturatum a. g., Delila : 9 dunkelpicturatum a. g., ganz. Und wenn wir das Verh\u00e4ltnis f\u00fcr die gefundenen Zahlen berechnen, h\u00e4tte theoretisch verlangt werden m\u00fcssen 74,75 gelb (gef. 78) : 56,0325 picturatum, Delila (gef. 48) : 168,1875 picturatum, ganz (gef. 173). Die \u00dcbereinstimmung zwischen den theoretischen und den gefundenen Zahlen ist also gen\u00fcgend weitgehend.\nAls Formel w\u00e4re danach f\u00fcr A. 106 vorl\u00e4ufig anzusetzen aabbcc-DdEEpfGGhh.. MMNNPPRR. Ob LL oder Li oder ll vorliegt, ist auf Grund des Aussehens von A. 108 und des Befundes in S. 08. 162 und S. 09. 16 nicht zu entscheiden. Die roten und die schwarzroten GG-Individuen sind \u00e4u\u00dferlich kaum verschieden. Das kann erst aus Kreuzungsergebnissen festgestellt werden.\nEine gelbe Pflanze aus S. 08. 162 ist A. 285. F\u00fcr diese Pflanze ist nach der Formel ihres Elters und nach ihrem Aussehen die Formel als aabbcc . . EEffGGhh .. mmnnpprr vorl\u00e4ufig festzusetzen. Mit A. 286 habe ich eine gro\u00dfe Zahl von Kreuzungen ausgef\u00fchrt.\nA. 111.\nA. 111 ist eine Schwesterpflanze von A. 14 (S. 53), also ebenfalls erzogen aus Samen von selbstbefruchteten A. 12, \u00fcber das bei A. 14 schon berichtet ist, und zwar aus einer dritten ausges\u00e4ten Frucht in S. 07. 309. Die Aussaat ergab nur 23 Pflanzen, die teils aurea, teils gr\u00fcn waren. Eine Z\u00e4hlung habe ich nicht vorgenommen.\nZur Bl\u00fcte kamen hiervon nur 10 Pflanzen, die alle rot a. e., ganz, aber teils normal, teils pelorisch bl\u00fchten, und zwar f\u00fcnf normal und f\u00fcnf pelorisch, statt wie theoretisch verlangt w\u00e4re, 7,5 : 2,5. Aber bei so kleinen Zahlen ist eine gr\u00f6\u00dfere \u00dcbereinstimmung nicht zu erwarten.","page":0},{"file":"P0063.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n63\nEine von diesen ersteren normalen Pflanzen dieser Aussaat ist A. 111. Die Pflanze war gr\u00fcnbl\u00e4ttrig, die Bl\u00fcte rot a. e., ganz, normal, genau wie Fig. 7 Tafel I.\nGeselbstet gab A. Ill in S. 08. 136 eine Deszendenz, die in allem bis auf die Bl\u00fctenform einheitlich und der Mutter gleich war. In Hinsicht auf die Bl\u00fctenform erfolgte eine Spaltung in 23 Individuen mit normalen und 8 mit pelorischen Bl\u00fcten (theoretisch 23,25 : 7,75). Die pelorischen Pflanzen stimmten in allem v\u00f6llig mit A. 14 \u00fcberein. Die Formel von A. 111 ist demnach vorl\u00e4ufig anzusetzen als:\nA A BBCCDDEeFFgghhllMMNNPPRR.\nA. 112.\nErwuchs in S. 07. 314 aus Samen, \u00fcber deren Herkunft mir nur bekannt ist, da\u00df sie von einer selbstbefruchteten Pflanze des Jahrgangs 1906 stammen. S. 07. 314 bestand aus vier Kategorien von Pflanzen, die alle in Wuchs und Blattform \u00fcbereinstimmten, aber in der Bl\u00fctenfarbe verschieden waren. Die vier Kategorien waren: elfen-bein, gelb, rot a. e. Delila, rot a. g. Delila. Uber das Zahlenverh\u00e4ltnis kann ich keine Angaben machen, eine Z\u00e4hlung wurde nicht ausgef\u00fchrt.\nEine elfenbeinfarbige Pflanze aus dieser Aussaat war A. 112. Deszendenz aus Selbstbefruchtung von A. 112 habe ich nicht gezogen. \u00dcber die Formel ist daher vorl\u00e4ufig nur zu sagen, da\u00df die Pflanze ff und hh, ferner, da\u00df sie wenigstens einmal c, e, p, gehabt haben mu\u00df. Aus der Zusammensetzung von S. 07. 314 folgt ferner, da\u00df die Mutterpflanze von A. 112 die Formel AABBCcddEEFfgghhUMMNNPPRR gehabt haben mu\u00df. Demnach ist also f\u00fcr A. 112 mit sehr gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit vorl\u00e4ufig die Formel AABBC.ddEEffgghhllMMNNPPRR anzusetzen. (Faktoren, die die Mutterpflanze homozygotisch enth\u00e4lt, enthalten nat\u00fcrlich die Tochterpflanzen alle in gleicher Weise \u2014 von dem seltenen mutativen Verlust einzelner Erbeinheiten abgesehen.)\nA. 113.\nA. 113 ist eine Schwesterpflanze von A. 67 und bl\u00fchte ebenfalls wei\u00df. Auch im \u00fcbrigen gilt alles f\u00fcr A. 67 Gesagte auch f\u00fcr A. 113. Auch f\u00fcr A. 113 ist demnach als Formel vorl\u00e4ufig nur anzunehmen\n. . bb__EE .... hh ... . NNPP . .\nA. 117.\nStammt aus S. 07. 310 von einer geselbsteten Pflanze des Jahres 1906. Wie diese Pflanze beschaffen war, wei\u00df ich ebenso wie bei","page":0},{"file":"P0064.txt","language":"de","ocr_de":"64\nB;i ur.\nA. 112 in S. 07. 314 auch hier nicht, einer bei der Aussaat vorgekommenen Etikettverwechslung1) wegen. S. 07. 310 bestand, abgesehen von einer Spaltung in Wuchs formen, aus vier verschieden gef\u00e4rbten Kategorien von Pflanzen. Diese waren gelb, elfenbein, rot a. g. Delila, rot a. e. Delila. Die Form der Bl\u00fcte war bei allen gleich, normal. A. 117 war eine gelbe Pflanze aus dieser Aussaat. Sehr wahrscheinlich hat nach dem vorstehenden der Elter von A. 117 die Formel AABBCcddEEFfgghhiiMMNNPPRR gehabt, und A. 117 hat danach die Formel AABBccddEEffgghhllMMNNRR.\nNachkommenschaft aus Selbstbefruchtung habe ich von A. 117 nicht gezogen.\nA. 141.\nWar eine ebenfalls rein wei\u00dfe Schwesterpflanze von A. 67 und A. 113. Alles f\u00fcr A. 67 Gesagte gilt auch f\u00fcr A. 141. Die Formel ist demnach f\u00fcr A. 141 zu setzen als .. bb .... ee .... hh .... nnpp ..\nA. 143.\nIst eine Schwesterpflanze von A. 67, A. 113, und A. 141, bl\u00fchte aber fleischfarbig a. e., ganz, genau wie Fig. 4 Tafel I. Samen aus Selbstbefruchtung ergaben in S. 09. 299, eine in Hinsicht auf Bl\u00fctenfarbe, Wuchs und gr\u00fcne Farbe der Bl\u00e4tter ganz einheitliche Deszendenz2). Alle Pflanzen waren gr\u00fcnbl\u00e4ttrig und bl\u00fchten fleischfarbig a. e., ganz, wie die Mutter. Als Formel von A. 143 kann danach gesetzt werden \u2022 \u25a0 BBccDDEEFFgghh . . mmSNPPRR.\nA. 149.\nErwuchs in A. 07. 89 aus Handelssamen (A. m. Sonnengold von J. C. Schmidt, Erfurt). Die Pflanze war gr\u00fcnbl\u00e4ttrig, die Bl\u00fcten waren rot a. e. Delila, normal (Fig. 16 Tafel I), aber Farbenton deutlich dunkler, etwa Ton von Fig. 30.\nSamen aus Selbstbefruchtung wurden ausges\u00e4t in S. 08. 152 und in S. 09. 19. In Wuchs und Blattfarbe war diese Deszendenz einheitlich. In der Bl\u00fctenfarbe folgte eine ganz interessante Spaltung.\n*) Ich hatte 1907 die doppelte Etikettierung, die einen solchen Fehler sofort meldet und meist auch erkennen l\u00e4\u00dft, was f\u00fcr ein Fehler begangen wurde, noch nicht eingef\u00fchrt.\n2) In Hinsicht auf die Form der Bl\u00fcte war diese Generation nicht ganz einheitlich, mehrere Individuen hatten eigent\u00fcmlich tief herab getrennte Blumenbl\u00e4tter. Um was es sich hierbei handelt, m\u00fcssen erst weitere Untersuchungen lehren.","page":0},{"file":"P0065.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n65\nDie Pflanzen bl\u00fchten n\u00e4mlich teils genau wie der Elter, also rot a. e. Delila, teils chamoisrosa Delila (wie Fig. 14 Taf. I, aber R\u00f6hre elfen-bein), teils chamoisresa a. g. Delila (Fig. 17 Tafel I, Ton ist aber dort nicht ganz naturgetreu herausgekommen), teils fleischfarbig a. e. Delila (wie Fig. 6 Tafel I, aber R\u00f6hre elfenbein), teils fleischfarbig a. g. Delila (wie Fig. 4, aber R\u00f6hre elfenbein).\nDiese verschiedenen Kategorien traten in folgenden Zahlenverh\u00e4ltnissen auf:\nTabelle V.\n(A. 149 x A. 149, S. 08. 152, S. 09. 19.)\nKategorien\trot a. e. Delila\trot a. g. Delila\trosa a. e. Delila\trosa a. g. Delila\tfleischfarb. a. e. Delila\tfleischfarb. a. g. Delila\ngef. in S. 08. 152\t30\tI I\t12\t4\tl6\t8\ngef. in S. 09. 19\t99\t30\t41\tIO\t42\t14\nSa.\t129\t41\t53\t14\t58\t22\nAuf Grund dieser Aufspaltung ist anzunehmen, da\u00df A. 14g als Formel hat AaBBCcddEEFFgghhUMmNNPPRR. Die Pflanze w\u00e4re also heterozygotisch in drei Erbeinheiten, n\u00e4mlich in Aa, Cc und Mm. Theoretisch w\u00e4re danach zu erwarten, da\u00df zun\u00e4chst ein Viertel aller Individuen (alle ff) fleischfarbig sein m\u00fc\u00dften und drei Viertel (alle FF und Ff) rot oder rosa sein m\u00fc\u00dften. Ferner ist zu erwarten, da\u00df von den rot bzw. rosa gef\u00e4rbten genau ein Viertel (alle mm) rosa, drei Viertel (alle Mm und mm) rot bl\u00fchen m\u00fcssen. Ferner ist theoretisch zu erwarten, da\u00df von jeder dieser Farbenkategorien je ein Viertel a. e. und je drei Viertel a. e. sein m\u00fcssen. Es ergibt sich also das theoretisch zu erwartende Verh\u00e4ltnis von\nrot a. e. Delila...........27J\nrot a. g. Delila...........9j\nrosa a. e. Delila .... 3) rosa a. g. Delila . ... 3 J fleischfarbig a. e. Delila . 42J fleischfarbig a. g. Delila . 4)\nWenn wir f\u00fcr die in den beiden Aussagen gefundene Individuenzahl das theoretische Verh\u00e4ltnis 27 : .9 : 9 : 3 : 12 : 4 ausrechnen, so ergibt ein Vergleich der empirisch gefundenen und der theoretisch erwarteten Zahlen folgendes:\nInduktive Abstammungs- und Vererbungslehre. III.\n5","page":0},{"file":"P0066.txt","language":"de","ocr_de":"66\nBaur.\nTabelle VI.\n(A. 149 x A. 149, S. 08. 152 und S. 09. 19.)\nFarbenkategorien\tgefunden in S. 08. 152 und in S. 09. 19\ttheoretisch erwartete Zahlen\nrot a. e. Delila\t\t129\t(27) 133.734375\nrot a. g. Delila\t\t41\t(9) 44.578I23\nrosa a. e. Delila\t\t53\t(9) 44.578125\nrosa a. g. Delila\t\t\t14\t(3) 14.859375\nfleischfarbig a. e. Delila\t\t58\t(22)\t59.437500\nfleischfarbig a. g. Delila\t\t22\t(4)\t19,812500\nSa.\t317\t317\nDie \u00dcbereinstimmung ist in Anbetracht der f\u00fcr eine so komplizierte Spaltung doch nicht sehr gro\u00dfen Individuenzahl von 317 eine ganz auffallend gute.\nAuch die Zahlen von S. 09. 19 f\u00fcr sich allein geben schon eine sehr weitgehende \u00dcbereinstimmung.\nTabelle VII.\n(A. 149XA. 149, S. 09. 19.)\nF arbenkategorien\tgefunden\ttheoretisch berechnet\nrot a. e. Delila\t\t99\t(27)\t99.5625\nrot a. g. Delila\t\t3\u00b0\t(9)\t33.1875\nrosa a. e. Delila\t\u2022 . .\t41\t(9)\t33.1875\nrosa a. g. Delila\t\tIO\t(3)\t11,0625\nfleischfarbig a. e. Delila\t\t42\t(12)\t44,2500\nfleischfarbig a. g. Delila\t\t14\t(4)\t24.7500\nSa.\t236\t236,OCOO\nAus S. 08. 152 wurde eine der rot a. e. Delila bl\u00fchenden Pflanzen zur Stammpflanze gemacht. Diese Pflanze = A. 343 gab geselbstet in S. 09. 114 eine Aufspaltung in rot a. e. Delila, rot a. g. Delila, chamoisrosa a. e. Delila und chamoisrosa a. g. Delila. Offenbar ist also A. 343 eine MM-Form, wie sie ja theoretisch in der Deszendenz von A. 149, das Mm war, erwartet werden mu\u00df. Die Formel von A. 343 ist demnach AaBBCcddEEFFgghhllMMNNPPRR.\nAuch bei A. 343 war die \u00dcbereinstimmung zwischen den berechneten und den gefundenen Zahlen auff\u00e4llig gut. Der Befund war:","page":0},{"file":"P0067.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n67\nTabelle VIII.\n(A. 343 X A. 343, S. 09. 114.)\nFarbenkategorien\tgefunden\ttheoretisch berechnet\nrot a. e, Delila\t\tI IO\t(9)\t112,5\nrot a. g. Delila\t\t39\t(3)\t37,5\nrosa a. e. Delila\t\t38\t(3)\t37,5\n\t13\t(1)\t12,5\nSa.\t200\t200,0\nA. 331\nerzog ich in S. 08. 321 aus Samen, die ich aus dem Botanischen Garten der Universit\u00e4t Stra\u00dfburg erhalten hatte. Die Pflanze ist von mittelhohem Wuchs, sehr wenig verzweigt, der Stengel schwach rot \u00fcberlaufen, die Bl\u00e4tter sind gr\u00fcn und auffallend schmal. Die Bl\u00fcten sind ziemlich lang gestielt, etwa doppelt so lang als die Bl\u00fcten der gro\u00dfen Mehrzahl meiner anderen Sippen. Die Bl\u00fcten sind teils normal, teils mehr oder weniger radi\u00e4r pelorisch. Vgl. Textfig. 1A. Die Farbe der Bl\u00fcte ist schwarzrot a. g. Delila. Eine v\u00f6llig pelorische Bl\u00fcte dieser Pflanze ist in Fig. 30 Taf. I abgebildet \u2014 die Farbe ist jedoch zu hell ausgefallen, liegt in Wirklichkeit ungef\u00e4hr in der Mitte zwischen den Lippenfarben von Fig. 30 und Fig. 10. In der Verteilung der normalen und pelorischen Bl\u00fcten auf den einzelnen bl\u00fchenden Zweigen besteht eine gewisse Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit, im allgemeinen sind die obersten und die untersten Bl\u00fcten mehr normal, die mittleren mehr pelorisch, streng gilt diese Regel aber nicht. Bei Selbstbefruchtung (jeweils eine Bl\u00fcte mit ihrem eigenen Pollen best\u00e4ubt) zeigte sich A. 331 v\u00f6llig konstant. S\u00e4mtliche gro\u00dfgezogenen Deszendenten stimmten alle genau mit dem Elter \u00fcberein. Speziell waren bei allen wieder die Bl\u00fcten in genau der gleichen Weise, teils normal, teils pelorisch. Ich s\u00e4te im ganzen die Samen von vier geselbsteten Bl\u00fcten aus, und zwar von zwei v\u00f6llig pelorischen und zwei v\u00f6llig normalen. Die Deszendenz der pelorischen und der normalen Bl\u00fcten war v\u00f6llig gleich, was ich \u00fcbrigens auch gar nicht anders erwartet hatte. A. 331 hat demnach vorl\u00e4ufig als Formel zu bekommen AABBccddEEFFgghhLLMMNNppRR.\nA. 334.\nA. 334 stammt ab von selbstbefruchtetem A. 54 und dieses wiederum war erzogen aus selbstbefruchtetem A. 1. Es ist daher zun\u00e4chst \u00fcber diese Vorfahren zu berichten:","page":0},{"file":"P0068.txt","language":"de","ocr_de":"68\nBaur.\nA. 1 war erwachsen in S. 06. 3, und zwar aus Samen von einer selbstbefruchteten aureabl\u00e4ttrigen Pflanze des Jahres 1905, \u00fcber deren Aussehen ich aber keine Notizen habe. A. 1 war gr\u00fcnbl\u00e4ttrig und hatte rot a. e. Delila Bl\u00fcten von normaler Form. Nachkommenschaft aus Selbstbefruchtung wurde gezogen in S. 07. 42. Hier erfolgte eine Aufspaltung in die Farbenkategorien rot a. e. Delila, rot a. g. Delila, elfenbein und gelb. Die Blattfarbe war \u00fcberall gr\u00fcn. Eine gelbbl\u00fchende Pflanze aus dieser Aussaat ist A. 54. Um \u00fcber die Formel von A. 1 v\u00f6llige Sicherheit zu bekommen, habe ich in S. 09. 315 eine noch vorhandene 06 durch Selbstbefruchtung von A. 1 gewonnene Frucht ausges\u00e4t. Das Resultat war auch hier eine Spaltung in die gleichen Farbenkategorien, wie sie in S. 07. 42 aufgetreten waren.\nIm einzelnen ergab sich in beiden Aussaaten folgendes Verh\u00e4ltnis :\nTabelle IX.\n(A. 1 xA. 1, S. 07. 42, S. 09. 315.)\nFarbenkategorien\tgef. in S. 07. 42\tgef. in S. 09. 315\tzusammen in beiden Aussaaten\ttheoretisch berechnet\nrot a. c. Delila\t\t5\t13\t18\t(9)\t1^,5625\nrot a. g. Delila\t\t2\t2\t4\t(3)\t6,1875\nelfenbein\t\t4\t5\t9\t(3)\t6,1875\ngelb\t\tI\tI\t2\t(1)\t2,0625\nSa\t\t\t\t33\t33.0000\nDanach hat also A. 1 die Formel AABBCcddEEFfgghhiiMMNNPPRR gehabt.\nEine gelb bl\u00fchende Tochterpflanze von A. 1 ist wie gesagt A. 54. Geselbstet gab sie in S. 08. 132 eine v\u00f6llig einheitliche, gelb bl\u00fchende Nachkommenschaft (zur Bl\u00fcte gro\u00df gezogen wurden 12 Pflanzen). F\u00fcr A. 54 ist als Deszendent von A. 1 und auf Grund seines Aussehens die Formel AABBccddEEffgghhiiMMNNPPRR anzusetzen.\nEine Tochterpflanze von A. 54 ist nun endlich A. 334, die zu sehr vielen Kreuzungsversuchen verwendet wurde, von denen freilich hier vorl\u00e4ufig nur \u00fcber einen berichtet werden soll.\nDie Formel von A. 334 mu\u00df die gleiche sein, wie die des v\u00f6llig homozygotischen Elters, also ebenfalls: AABBccddEEffgghhiiMMNNPPRR.\nSoviel hier zur Orientierung \u00fcber eine Anzahl meiner Stammpflanzen, die in den jetzt zu beschreibenden Versuchen verwendet worden sind.","page":0},{"file":"P0069.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n69\n2. Kreuzungsversuche.\n1. A. 40 xA. 141.\nschwarzrot a. e., ganz, normal\nA A BBCCDDEEFFgghhLLMMNnPPRR\nwei\u00df, normal\n. . bb_EE____hh . . . . NNPP . .\nF. i wurde erzogen in S. 08. 295 in St\u00e4rke von 50 Individuen. Alle bl\u00fchten schwarzrot a. e. genau wie die Mutter. Aus diesem Befund folgt zun\u00e4chst, da\u00df A. 141 gg ist, sonst h\u00e4tten hier in F. 1 picturatum-Pflanzen auftreten m\u00fcssen.\nEine dieser F. i-Pflanzen wurde als A. 268 zur Stammpflanze gemacht und ergab aus Selbstbefruchtung in S. 09. 89 lauter gr\u00fcne Keimpflanzen (also keine Chlorina) und eine Aufspaltung in 48 schwarzrot a. e., ganz, 15 rot a. e., ganz und 13 wei\u00df.\nA. 268 mu\u00df nach dieser Spaltung die folgende Formel gehabt haben: AABbCCDDEEFFgghhLlMMNNPPRR. Warum dies der Fall sein mu\u00df, brauche ich wohl im einzelnen nicht mehr abzuleiten. Es ist nun die Frage, ob diese Formel von A. 268 im Einklang steht mit der Formel der Eltern. Diese Frage ist zu bejahen. F\u00fcr A. 40 hatten wir die Formel angesetzt AABBCCDDEEFFgghhLLMMNnPPRR und f\u00fcr A. 141 die Formel . . bb .. . .ee .. gg 'jhh .... nnpp .. und ein Blick auf diese Formeln zeigt, da\u00df ein Widerspruch zwischen den drei Formeln nicht besteht.\nMan kann nun aber auch aus der Formel von A. 268 r\u00fcckw\u00e4rts die noch unbekannten, durch Punkte angedeuteten Erbeinheiten von\nA.\t141 teilweise erg\u00e4nzen. A. 141 mu\u00df nach der Formel von A. 268 zu schlie\u00dfen, mindestens je einmal gehabt haben die Faktoren A, c,\nB,\tF, g. l, M, R. Die Formel von A. 141 kann also jetzt bereits geschrieben werden als : A . bbC . d . eef . gghh . im . nnppr .* 2).\nAls Zahlen Verh\u00e4ltnis zwischen den verschiedenen Farbenkategorien war in S. 09. 89 gefunden 48 schwarzrot, 15 rot, 13 wei\u00df. Diese Zahlen stimmen, wie Tab. X zeigt, mit den theoretisch berechneten gen\u00fcgend \u00fcberein.\nx) Vgl. das oben Gesagte.\n2) Solche R\u00fcckw\u00e4rtsfolgerungen kann man nat\u00fcrlich f\u00fcr ein und dasselbe Individuum von mehreren verschiedenen Seiten her machen, wenn man nur dieses Individuum mit mehreren anderen Individuen gekreuzt hat. Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen die Folgerungen, die man so von verschiedener Seite herzieht, zu dem gleichen Ergebnis f\u00fchren. Eine Diskrepanz sagt ohne weiteres, da\u00df entweder in der Theorie noch ein Fehler stockt, oder da\u00df ein Beobachtungsfehler vorgekommen ist.","page":0},{"file":"P0070.txt","language":"de","ocr_de":"70\nBaur.\nTabelle X.\n(A. 268 x A. 268, S. 09. 89.)\nFarbenkategurien\tgefunden\ttheoretisch berechnet\nschwarzrot a. e. ganz\t\t48\t(9)\t42.75\nrot a. e. ganz\t\ti 5\t(3)\t14.25\n\t13\t(4)\t19.00\nSa.\t76\t76,00\nAuff\u00e4llig ist nur, da\u00df etwas zu wenig wei\u00dfe gefunden wurden, das ist aber verst\u00e4ndlich dadurch, da\u00df die bb-Pflanzen, wie fr\u00fcher schon gesagt, durchweg schw\u00e4cher sind, als die Bb- oder BB-Pflanzen, und auch, wie ich oft habe direkt beobachten k\u00f6nnen, leichter allerhand Sch\u00e4dlichkeiten erliegen. Die wei\u00dfen sind daher fast in allen Spaltungen, in denen sie auftreten, in etwas geringerer Zahl vorhanden, als berechnet wird.\n2. A. 40 x A. 106.\nschwarzrot a. e. ganz, normal dunkelpict. a. e. ganz, normal, AABBCCDDEEFFgghhLLMMNnPPRR AABBccDdEEFfGGhh . . MMNNPPRR\nFx wurde gezogen in S. 08. 189. Alle \u2014 60 \u2014 Pflanzen waren gleichartig dunkelpicturatum a. e. ganz. Das war nach der Formel der Eltern zu erwarten gewesen. Der Ton der dunkelpicturatum war im einzelnen etwas ungleich, im gro\u00dfen und ganzen aber scheinbar etwas dunkler als bei A. 106. Bei genauerer Betrachtung ergab sich aber, da\u00df die dunklere F\u00e4rbung haupts\u00e4chlich wohl dadurch zustande kam, da\u00df der Picturatumcharakter weniger deutlich ausgesprochen war.\nAus dieser Saat wurden zwei Pflanzen: A. 222 und A. 223 zu Stammpflanzen gemacht.\nA, 222 ergab nach Selbstbefruchtung in S. 09. 59 und S. 09. 292 zun\u00e4chst eine Aufspaltung in gr\u00fcne und in chlorina Keimpflanzen. Das Zahlenverh\u00e4ltnis gebe ich nachstehend in Tabellenform:\nTabelle XI.\n(A. 222 X A. 222, S. 09. 59 und S. 09. 292.)\nBlattfarben\tgefunden in S. 09. 59\tgefunden in S. 09. 292\tzusammen\ttheoretisch berechnet\nchlorina\t\t39\t68\t107\t(1)\t87\ngr\u00fcn\t\t74\t167\t241\t(3)\t261\nSa.\t\t\t348\t348","page":0},{"file":"P0071.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\t71\nEs traten also auffallend viele chlorina Individuen auf. Die \u00dcbereinstimmung zwischen den theoretischen und den gefundenen Zahlen ist so schlecht, da\u00df es sich hier wohl nicht mehr um einen zuf\u00e4lligen Fehler handelt. Was aber hier vorliegt m\u00fcssen erst weitere Versuche entscheiden.\nAbgesehen von der Aufspaltung in bezug auf die Blattf\u00e4rbung erfolgte unabh\u00e4ngig davon auch eine Aufspaltung in Hinsicht auf die Bl\u00fctenfarbe. Es traten auf folgende Kategorien: i. gelb (Fig. 2, Taf. 1), 2. elfenbein (Fig. 3, Taf. 1), 3. schwarzrot a. e. ganz (Fig. 10, Taf. 1), 4. schwarzrot a. g. ganz, 5. schwarzrot a. e. Delila, 6. schwarzrot a. g. Delila, 7. dunkelpicturatum a. e. ganz (wie Fig. 12, Taf. 1), 8. dunkelpicturatum a. g. ganz (Fig. 11, Taf. 1), 9. dunkelpicturatum a. e. Delila (Fig. 20, Taf. 1), 10. dunkelpicturatum a. g. Delila. Die a. e. und a. g. waren bei schwarzrot und dunkelpicturatum nur sehr schwer ohne ganz genaue Untersuchung unterscheidbar. Es wurden daher die Kategorien 3 mit 4, ferner 5 mit 6, 7 mit 8, 9 mit 10 zusammengez\u00e4hlt. Das Ergebnis der Z\u00e4hlung gebe ich nachstehend in einer Tabelle:\nTabelle XII.\n(A. 222 x A. 222, S. 09 59 und S. 09. 2921).)\nFarbenkategorien\tgefunden in S. 09. 59\tgefunden in S. 09. 292\tzusammen gefunden\ttheoretisch berechnet\ngelb\t\t6\t4\t10 i > 49\t(16) 38,750000\nelfenbein\t\t20\t19\t39 j\t\nschwarzrot a. g. und a. e. Delila\t3\t4\t7\t(3)\t7.265625\nschwarzrot a. g. und a. e. ganz\t9\tI I\t20\t(9) 21,796875\ndunkelpict. a. g. und a. e. Delila\t9\tI I\t20\t(9) 21,796875\ndunkelpict. a. g. und a. e. ganz\t23\t36\t59\t(27)\t65,390625\nSa.\t\t\t155\t155,000000\nA. 222 ist nach der Spaltung in dieser Aussaat offenbar hetero-zygotisch in den Farbenfaktoren F (Spaltung in elfenbein bzw. gelb einerseits und 4\u2014 rot gef\u00e4rbte andererseits), D (Aufspaltung in ganz und Delila), G (Spaltung in homogen gef\u00e4rbte und in picturatum gef\u00e4rbte), c (Spaltung in elfenbein und gelb, bzw. in a. e. und a. g.). Homozygotisch dagegen hat A. 222 die Faktoren aa, bb, ll, mm, rr.\n\u2018) Ausgepflanzt wurden in S. 09. 59. 113, davon waren, wie oben gesagt, 39 chlorina und 74 gr\u00fcn. Zur Bl\u00fcte kamen nur 70, und zwar nur gr\u00fcne. In S. 09. 292 wurden 235 Pflanzen ausgepflanzt (63 chlorina, 167 gr\u00fcn), auch hier kamen nur die gr\u00fcnen wenigstens gro\u00dfenteils zur Bl\u00fcte, im ganzen 85 Individuen, alle andern bl\u00fchten im ersten Jahre noch nicht und worden voraussichtlich in diesem Winter erfrieren.","page":0},{"file":"P0072.txt","language":"de","ocr_de":"72\nBaur.\nWarum dies zu folgern ist, brauche ich im einzelnen wohl nicht abzuleiten .\nDie Formel von A. 222 ist also danach;AABBCcDdEEFfGghhLLMMXn pprr. Es ist mm nat\u00fcrlich die Frage, ob aus der Kreuzung von A. 40 x A. 106 Individuen von dieser Formel haben entstehen k\u00f6nnen. Diese Frage ist zu bejahen. F\u00fcr A. 40 hatten wir die Formel aabb CCDDEEFFgghhLLMMNnPPRR festgestellt. Danach hat A. 40 zweierlei Gameten gebildet. Erstens ABCDEFghLMNPR und zweitens ABCDEFgh LMnPR.\nF\u00fcr A. 106 hatten wir angesetzt AABBccDdEEFfGGhh . AJmmxxpprr. Diese Pflanze konnte demnach folgende vier verschiedene Arten von Gameten bilden.\n1.\tABcDEFGh . MN PR\n2.\tABcDEfGh . MNPR\n3.\tABcdEFGh . MNPR\n4.\tABcdEfGh . MNPR\nFi der Kreuzung A. 40 x A. 106 hat demnach bestehen m\u00fcssen aus 2x4, d. h. 8 verschiedene Kategorien von Individuen (die freilich \u00e4u\u00dferlich alle gleich sein mu\u00dften und dies ja auch waren). Eine von diesen 8 m\u00f6glichen Kombinationen eines Gameten von A. 40 und eines von A. 106 ist nun folgende : Von A. 40 der zweite der oben genannten, d. h. ABCDEFghLMnPR, von A. 106 der vierte der oben genannten d. h. ABcdEfGh . MNPR. Die Vereinigung dieser beiden Gameten mu\u00df eine Pflanze von der Formel AABBCcDdEEFfGghhL* 2)MMNnPPRR ergeben. Mit dieser Formel stimmt aber die f\u00fcr A. 222 auf Grund seiner Spaltung anzusetzende Formel AABBCcDdEEFfGghhLLMMNnPPRR v\u00f6llig \u00fcberein. Aus der Formel von A. 222, das LL ist, folgt nun aber, da\u00df auch A. 106 Gameten mit l abgegeben haben mu\u00df, da\u00df also A. 106 entweder ll oder mindestens Li gewesen sein mu\u00df. W\u00e4re A. 106 11 gewesen, dann h\u00e4tten alle F. i-Individuen der Kreuzung A. 40 x A. 106 Li-Pflanzen sein m\u00fcssen, d. h. h\u00e4tten bei Selbstbefruchtung ausspalten\n!) Ob A. 106 LL, oder Ll, oder 11 war, daf\u00fcr hatte die fr\u00fcher beschriebene Untersuchung seiner Deszendenz (S. 62) keinen Anhaltspunkt gegeben. In Hinsicht auf den Faktor l lassen sich daher aus der Formel von A. 106 keine Folgerungen ziehen. Da\u00df umgekehrt dagegen aus der empirisch gefundenen Formel von A. 222 der Schlu\u00df gezogen werden mu\u00df, da\u00df A. 106 nur entweder LL, oder Ll, aber nicht 11 gewesen ist, wird nachher auseinandergesetzt werden.\n2) Da \u00fcber den Faktor l in der Formel von A. 106 noch nichts bekannt war (vgl. S. 62). lie\u00df sich f\u00fcr die Kreuzungsprodukte von A. 40 und A. 106 nur sagen, da\u00df alle Fj-Pflanzen aus dieser Kreuzung mindestens einmal den Faktor l enthalten haben mu\u00dften (weil A. 40 ll ist).","page":0},{"file":"P0073.txt","language":"de","ocr_de":"Vcrerbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n73\nm\u00fcssen in rote und in schwarzrote \u2014 in unserem Falle nat\u00fcrlich in elfenbein, gelb, rot a. e. ganz, rot a. g. ganz, schwarzrot a. e. ganz, schwarzrot a. g. ganz, rot a. e. Delila, rot a. g. Delila, schwarzrot a. e. Delila und schwarzrot a. g. Delila und (da mit G zusammen rot und schwarzrot nicht sicher unterscheidbar sind) in picturatum a. e. ganz, picturatum a. g. ganz, picturatum a. e. Delila und picturatum a. g. Delila. Rote waren nun aber in S. 09. 59 und S. 09. 292 nicht aufgetreten, also ist A. 222 sicher ll und dann mu\u00df also auch A. 106 ll oder U gewesen sein.\nAuf Grund der Formel von A. 222 ist theoretisch zu erwarten, da\u00df entsprechend Ff zun\u00e4chst 1ji aller Deszendenzen elfenbein bzw. gelb, % irgendwie rot, teils a. e., teils a. g. gef\u00e4rbt sein m\u00fcssen. Entsprechend Cc m\u00fcssen die elfenbein:gelb, bzw. a. e.:a. g. jeweils im Verh\u00e4ltnis 3:1 stehen. Ferner mu\u00df entsprechend Dd von den irgendwie rot gef\u00e4rbten 1/4 Delila, % ganz sein und entsprechend Gg mu\u00df von den irgendwie roten 1/4 homogen, % picturatum sein. Das ergibt also theoretisch folgende Verh\u00e4ltniszahlen: schwarzrot a. e. picturatum, ganz . schwarzrot a. g. picturatum, ganz . schwarzrot a. e. picturatum, Delila . schwarzrot a. g. picturatum, Delila .\nschwarzrot a. e. ganz..............^\t,\nschwarzrot a. g. ganz..............J\nschwarzrot a. e. Delila schwarzrot a. g. Delila\nelfenbein.............\ngelb..................\nDas hei\u00dft, wenn wir die Kategorien elfenbein mit gelb und ebenso die entsprechenden a. g. und a. e. zusammen rechnen, wie wir es ja der schlechten Unterscheidbarkeit halber bei der Z\u00e4hlung im Versuch getan haben, dann ergibt sich f\u00fcr die unterschiedenen Farbenkategorien das Verh\u00e4ltnis 27:9;9;3:16. In der Tabelle XII ist nun in der letzten Spalte dies Verh\u00e4ltnis f\u00fcr die gez\u00e4hlte Individuenzahl ausgerechnet. Die \u00dcbereinstimmung ist in Anbetracht der geringen Individuenzahl eine ziemlich weitgehende, nur sind etwas zu viele elfenbein bzw. gelbe gefunden worden. Das nur zuf\u00e4llig eine zu gro\u00dfe Zahl gelber und elfenbeinfarbene Individuen hier beobachtet worden ist, wird sehr wahrscheinlich dadurch gemacht, da\u00df, wenn man S. 09. 292 allein in Rechnung zieht \u2014 ich will das hier im ein-\n12\t3\n64\t16\nI 108 27 j 36 9","page":0},{"file":"P0074.txt","language":"de","ocr_de":"74\nBaur.\nzelnen nicht ausf\u00fchren \u2014 die theoretischen und empirischen Zahlen sehr genau stimmen. Ebenso ist die \u00dcbereinstimmung eine sehr weitgehende in der Deszendenz einer Schwesterpflanze von A. 222, der jetzt gleich zu besprechenden A. 223.\nA. 223, wie oben gesagt eine Schwesterpflanze von A. 222, ergab in S. 09. 60 zun\u00e4chst eine in der Blattform v\u00f6llig einheitliche gr\u00fcne Deszendenz. Chlorina Individuen waren nicht dabei. A. 223 ist demnach NN. In Hinsicht auf die Bl\u00fctenfarbe erfolgte eine Spaltung in genau die gleichen Kategorien, wie wir sie bei A. 222 kennen gelernt haben. In Form einer Tabelle dargestellt ist das Resultat der Ausz\u00e4hlung folgendes (elfenbein und gelb, bzw. a. e. und a. g. nicht getrennt gez\u00e4hlt) :\nTabelle XIII.\n(A. 223 x A. 223, S. 09. 60.)\nFarbenkategorien\tgefunden in S. 09. 60\ttheoretisch berechnet\ngelb. bzw. elfenbein\t\t6\t(16)\t6,750000\nschwarzrot a. e. und a. g. Delila\t\t2\t(3)\t1,265625\nschwarzrot a. e. und a. g. ganz\t\t3\t(9)\t3.796875\ndunkelpicturatum a. e. und a. g. Delila\t\t5\t(9)\t3,796875\ndunkelpicturatum a. e. und a. g. ganz\t\tI I\t(27) 11,390625\nSa.\t27\t27,000000\nNach dem vorhin f\u00fcr A. 222 ausgef\u00fchrten ist hierzu wenig zu bemerken. A. 223 hat nach dieser Spaltung offenbar die Formel: aa BBCcDdEEFfGghhLLMMNNPPRR, weicht also von A. 222, das Nn war, nur durch nn ab. Da\u00df in F. i der Kreuzung A. 40 x A. 106 auch nn-Individuen zu erwarten waren, folgt aus dem oben Seite 72 ausgef\u00fchrten. Die \u00dcbereinstimmung der theoretischen und der gefundenen Zahlen geht hier in Anbetracht der sehr kleinen Individuenzahl des Versuches wieder sehr weit.\n3. A. 40 x A. 103.\nschwarzrot a. e. ganz, normal I schwarzrot a. g. ganz, normal AABBCCDDEEFFgghhLLMMNnPPRR AABBccDDEEFFgghhLlMMNNPPRR\nFj der Kreuzung wurde erzogen in S. 08. 187. Die ganze Aussaat war sehr einheitlich. Alle 50 gro\u00dfgezogenen Individuen waren gr\u00fcn, die Bl\u00fcten waren alle normal und schwarzrot a. e., ganz, genau wie Fig. 10 Taf. 1. Das war ja auch auf Grund der Formel der Eltern nicht anders zu erwarten. Aus dieser Aussaat wurden 3 Pflanzen","page":0},{"file":"P0075.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n75\nA. 173, A. 181 und A. 351 zu Stammpflanzen gemacht. A. 351 zeigte die auch sonst ab und zu zu beobachtende Erscheinung, da\u00df die beiden Endbl\u00fcten eines Astes ganz regelm\u00e4\u00dfig radi\u00e4r pelorisch waren. Diese drei Stammpflanzen wurden geselbstet und ihre Deszendenz bl\u00fchte im Sommer 1909. Ich berichte \u00fcber die Deszendenz dieser drei Pflanzen getrennt.\nA. 178 ergab in S. 09. 37 zun\u00e4chst eine Spaltung in chlorina und in gr\u00fcn, und zwar 41 Keimpflanzen chlorina und 130 gr\u00fcn, das hei\u00dft, also fast genau das theoretische Verh\u00e4ltnis 1:3 (42,75:128,25). Pikiert wurden ohne Wahl 102 Pflanzen. Davon waren 21 chlorina und 81 gr\u00fcn. Zur Bl\u00fcte kamen nur 79 Pflanzen, und zwar nur gr\u00fcne, die chlorina Individuen bl\u00fchten bis zum Herbst noch nicht \u2019). Die zur Bl\u00fcte gelangten 79 gr\u00fcnen Pflanzen zeigten ein Aufspalten in rote und in schwarzrote und in a. e. und a. g. Vertreten waren also in der Aussaat schwarzrot a. e. ganz, schwarzrot a. g. ganz, rot a. e. ganz, rot a. g. ganz. Da die sichere Unterscheidung von a. e. und a. g. bei schwarzrot sehr zeitraubend ist und auch bei rot sogar eine Unterscheidung im Freien, besonders beim Z\u00e4hlen im grellen Sonnenlicht, oft Schwierigkeiten macht, habe ich nur die zwei Kategorien schwarzrot und rot unterschieden. Das Resultat der Z\u00e4hlung war 20 rot a. e. bzw. a. g. : 59 schwarzrot a. e. bzw. a. g. Theoretisch w\u00e4re zu erwarten gewesen 19,75 rot : 59,25 schwarzrot. Danach hat A. 178 die Formel AABBCcDDEEFFgghhLiMMNnPPRR. Diese Formel steht im Einklang mit der oben angegebenen Formel der Eltern. A. 40 bildet u. a. Gameten von der Formel ABCDEFghLMnPR und A. 103 u. a. Gameten von der Formel ABcDEFghiMNPR. Die Vereinigung von diesen beiden Gameten mu\u00df eine Pflanze von der Formel von A. 178 ergeben.\nA. 181 ergab im S. 09. 306 eine homogen gr\u00fcnbl\u00e4ttrige Deszendenz, war demnach NN. In Hinsicht auf Bl\u00fctenfarbe erfolgte genau die gleiche Spaltung wie bei A. 178. Rot a. e. bzw. a. g. waren 6, schwarzrot a. e. bzw. a. g. waren 14 Pflanzen2). Theoretisch w\u00e4ren zu erwarten gewesen 5 rot : 15 schwarzrot. Die Formel von A. 181 ist demnach AABBCcDDEEFFgghhLiMMNNPPRR. Pflanzen von dieser Formel waren aus der Kreuzung von A. 40 x A. 103 ja ebenfalls zu erwarten gewesen.\ni) Werden aber unter Bedeckung \u00fcberwintert, damit ich feststellen kann, ob die Chlorinapflanzen ein anderes Verh\u00e4ltnis der Bl\u00fctenkategorien zeigen, als die gr\u00fcnen, was allerdings nicht wahrscheinlich ist.\n-) Pikiert waren 37 Pflanzen, von denen aber nur 20 noch zur Bl\u00fcte kamen. S. 09. 306 geschah als Na chaussa at erst am 29. v. 09.","page":0},{"file":"P0076.txt","language":"de","ocr_de":"76\nBaur.\nA. 351 wich, wie oben gesagt, von den beiden Schwesternpflanzen nur dadurch ab, da\u00df es als Ende eines Bl\u00fctenzweiges zwei ganz regelm\u00e4\u00dfig radi\u00e4r pelorische Bl\u00fcten, genau von der Form, die f\u00fcr A. 14 beschrieben ist, auf wies. In der ganzen sonstigen Deszendenz von geselbstetem A. 40 sowohl, wie von geselbstetem A. 103 war etwas \u00e4hnliches nicht beobachtet worden. Es wurde zur Untersuchung der Erblichkeit dieser pelorischen Bl\u00fcten jede mit eigenem Bl\u00fctenstaub befruchtet und ebenso wurden einige normale Bl\u00fcten von A. 351 ge-selbstet. Samen einer normalen Bl\u00fcte wurde in S. 09. 116, die Samen der pelorischen Bl\u00fcten in S. 09. 117 a und S. 09. 117 b ges\u00e4t. Das Resultat war, da\u00df zun\u00e4chst alle Pflanzen gr\u00fcnbl\u00e4tterig waren. A. 351 ist also, wie A. 181 nn. In bezug auf die Bl\u00fctenfarbe erfolgte eine Spaltung in rot a, e. bzw. a. g. in schwarzrot a. e. bzw. a. g. also genau wie bei A. 178 und A. 181. Eine genaue Z\u00e4hlung unterlie\u00df ich hier. Da\u00df ungef\u00e4hr ein Viertel rot : drei Viertel schwarzrot vorlag, war ohne weiteres zu sehen. A. 351 war also auch Cc und Li, d. h. hatte genau die gleiche Formel wie A. 181.\nDie Deszendenz der normalen und der pelorischen Bl\u00fcten war nicht verschieden. Von den Nachkommen der normalen Bl\u00fcte wurden 48 gro\u00df gezogen, von denen der beiden pelorischen Bl\u00fcten 36 bzw. 48. Alle diese Pflanzen hatten v\u00f6llig normale Bl\u00fcten. Die Bildung der beiden pelorischen Bl\u00fcten auf A. 351 war danach also wohl keine Mutation, sondern eine reine Modifikation1).\n4. A. 44 x A. 67.\nelfenbein, normal.\twei\u00df, normal.\n. . BBCc . . EEff . . hh . . . . NNPP . . j . . bb .... EE .... hh . . . .NXPF . .\nF. 1 dieser Kreuzung wurde in S. 08. 294 gezogen und bestand ans 28 Pflanzen, die rot a. e. ganz, 7 die rot a. e. Delila und 1, die gestreift auf a. e. ganz bl\u00fchte. Die Bl\u00fctenform war \u00fcberall normal. Auf die Deutung der gestreiften Pflanze m\u00f6chte ich in dieser Publikation nicht eingehen, \u00fcber das Wesen und die Erblichkeit der Streifung werde ich sp\u00e4ter publizieren. Vorl\u00e4ufig sei diese gestreifte Pflanze als rot gez\u00e4hlt. Wir h\u00e4tten dann 28 rot a. e. ganz : 8 rot a. e. Delila. Das ist offenbar das Verh\u00e4ltnis 3:1. Das Rot dieser F. 1-Pflanzen war sehr bla\u00df, genau wie das von Fig. 9 Tafel 1, d. h. genau das\nr) Das Auftreten von ganz peloiischen Bl\u00fcten auf Individuen normalbl\u00fctiger Sippen habe ich mehrfach beobachtet. Die Erblichkeit habe ich aber nur in dies.m <inen Falle untersucht.","page":0},{"file":"P0077.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n77\ntypische Ff rot. Aus diesem Resultat der Kreuzung erfolgt mit Sicherheit, da\u00df A. 67 ff und cc gewesen ist und da\u00df mindestens einer der Eltern aa, mm, rr war, da\u00df beide Eltern gg und 11 und da\u00df beide Eltern Dd gewesen sein m\u00fcssen. Das ist wohl alles ohne weiteres jetzt jedem verst\u00e4ndlich. Aus dieser F. i-Generation wurde eine Pflanze als A. 212 zur Stammpflanze gemacht. Die aus Selbstbefruchtung gewonnene Deszendenz von A. 212 ist in S. 09 51 erzogen. Pikiert wurden im ganzen 662 Pflanzen. Zur Bl\u00fcte kamen davon 654. Die hierbei aufgetretenen Bl\u00fctenfarben und die f\u00fcr die einzelnen Kategorien gefundenen Zahlenverh\u00e4ltnisse sind folgende:\nTabelle XIV.\n(A. 212 x A. 221, S. 09. 51.)\nFarbenkategorien\tgefunden in S. 09. 51\ttheoretisch berechnet\nrot a. e. ganz\t\t90\t(9)\t9i'96^75\nbla\u00dfrot a. e. ganz\t\t217\t(18) 183,93750\nrot a. e. Delila\t\t30\t(3)\t30,65625\nbla\u00dfrot a. e. Delila\t\t64\t(6)\t61,31250\nelfenbein\t\t141\t(12) 122,62500\n\tI 12\t(16) 163,50000\nSa.\t654\t654,00000\nAus dieser Spaltung geht hervor, da\u00df A. 212 heterozygotisch war in Bb. Dd, Ff, dagegen homozygotisch war in aa, CC, EE. gg, hh, 11, mm, NX, fp, rr. Die Formel von A. 212 ist danach AABbcCDdEEFfgghhiiMM-NXPPRR. Daraus folgt dann aber weiterhin, da\u00df beide Eltern mindestens einmal A, M, R, gehabt haben m\u00fcssen. In Verbindung mit den schon aus F. 1 gezogenen Schl\u00fcssen und den schon fr\u00fcher bekannten (Seite 54 bzw. 57) ergibt sich also jetzt als Formel f\u00fcr A. 44 a. BBCcDd-EEffgghhll M. NNPPR, und f\u00fcr A. 67 A. bbCCDdEEFFgghhllM. NNPPR. Zu besprechen bleiben nun noch die gefundenen Verh\u00e4ltniszahlen der Farbenkategorien. Die theoretisch auf Grund der Formel von 212 zu erwartenden Zahlen sind in den letzten beiden Spalten der Tabelle XIV abgedruckt. Die \u00dcbereinstimmung zwischen den gefundenen und den berechneten Zahlen gen\u00fcgt bis auf ein gro\u00dfes Manko von wei\u00dfen. (Gefunden 112, berechnet 163,5). Das ist aber nicht unerwartet, da die bb Pflanzen, wie schon S. 70 betont, hinf\u00e4lliger sind, als alle anderen und in jungen Stadien unmittelbar vor und nach dem Pikieren in wesentlich h\u00f6herem Prozentsatz absterben als die bB oder bb Individuen.","page":0},{"file":"P0078.txt","language":"de","ocr_de":"78\nBaur.\n5. A. 49 x A. 67.\nelfenbein, normal\twei\u00df, normal\n. . BBCc . . EEff . . hh_NNPP . .\tA . bbCCDdEEFFgghhllM. NNPPR.1)\nF.i wurde gezogen in S. 08. 174. Die ganze Generation \u2014 es wurden 50 Pflanzen zur Bl\u00fcte gezogen -\u2014 war v\u00f6llig einheitlich. Alle Pflanzen waren gr\u00fcnbl\u00e4ttrig und bl\u00fchten bla\u00dfrot a. e. ganz, wie Fig. 9, und hatten normale Bl\u00fctenform. Aus dieser Beschaffenheit von F. x folgt zun\u00e4chst schon, da\u00df A. 49 dd, 11, gg, gewesen sein mu\u00dfte, ferner folgt daraus, da\u00df mindestens einer der beiden Eltern aa, mm, RR. gewesen ist.\nAus dieser Generation wurden zwei Pflanzen A. 226 und A. 253 zu Stammpflanzen gemacht.\nDie Deszendenz von geselbsteten A. 226 wurde in S. 09. 63, die Deszendenz von A. 253 in S. 09. 79 gezogen. Beide Pflanzen zeigten genau die gleiche Aufspaltung. Ich gebe deshalb das Resultat der Analyse beider Pflanzen in einer Tabelle vereinigt. Die verschiedenen Kategorien, die auftraten, waren wei\u00df, elfenbein, rot auf elfcnbein ganz, bla\u00dfrot a. e. ganz. Im einzelnen wurden folgende Zahlen gefunden:\nTabelle XV.\n(A. 226XA. 226, A. 25.3 x A. 253, S. 09. 63, S. 09. 79.s)\nFarbenkategorien\tA. 226x A. 22\u00f6!a. 253XA. 253 in S. 09. 63 in S. 09. 79\t\tSum ma\ttheoretisch berechnet\nrot a. e. ganz\t\t130\t7\t137\t(3)\t127,87.1\nbla\u00dfrot a. e. ganz ....\t263\tiS\t278\t(6)\t255,75o\nelfenbein\t\tI l6\t14\t130\t(3)\t127,875\nwei\u00df\t\t120\t17\t137\t(4)\t170,500\nSa.\t629\t53\t682\t682.000\nDiese Spaltung ergibt f\u00fcr A. 226 sowohl wie f\u00fcr A. 253 die Formel : AABbCCDDEEFfgghhiiMMNNPPRR. Aus dieser Formel kann man nun aber wiederum R\u00fcckschl\u00fcsse auf einige unbekannte Faktoren in der Formel der Eltern ziehen und ebenso mu\u00df nat\u00fcrlich diese Formel im Einklang stehen mit der schon anderweitig erkannten Formel der Eltern. Dieses letztere ist vollkommen der Fall, im einzelnen will ich das hier nicht mehr ableiten. Daraus, das A. 226 und A. 253 aa, mm, RR sind, folgt,\n1)\tDie Formel auf Grund des Resultates der vorhergehenden Kreuzung erg\u00e4nzt.\n2)\tIn S. 09. 63 wurden pikiert 696 Pflanzen, zur Bl\u00fcte kamen davon 629, der Rest, 67, ging vorher zugrunde. In S. 09. 79 wurden 60 Pflanzen pikiert, davon starben 7 fr\u00fchzeitig und 53 kamen zur Bl\u00fcte.","page":0},{"file":"P0079.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n79\nda\u00df jeder der Eltern mindestens einmal A, M, r enthalten haben mu\u00df. Zusammen mit der schon oben Seite 78 angestellten \u00dcberlegung und dem schon fr\u00fcher bekannten, folgt also aus diesem Kreuzungsversuch, da\u00df A. 49 die Formel a . BBCcDDEEffgghhilM. nnppr . gehabt hat. F\u00fcr A. 67 folgt aus diesem Kreuzungsversuch nichts, was nicht aus dem vorher beschriebenen Versuche 4 bekannt gewesen w\u00e4re, aber die Schl\u00fcsse, die auf die Formel von A. 67 aus Versuch 5 gezogen werden m\u00fcssen, stehen v\u00f6llig im Einklang mit den aus Versuch 4 bereits gezogenen. Die auf Grund der Formel von A. 226 bzw. A. 253 berechneten theoretischen Verh\u00e4ltniszahlen f\u00fcr die Spaltung weichen wiederum in der Zahl der wei\u00dfen stark von der gefundenen ab. Das h\u00e4ngt aber auch hier offenbar mit der st\u00e4rkeren Sterblichkeit der bb Pflanzen zusammen. Wenn man die Annahme macht, da\u00df von den in S. 09. 63 fr\u00fchzeitig zugrunde gegangenen Pflanzen etwa drei Viertel wei\u00df gewesen sind und nur ein Viertel gef\u00e4rbte, so stimmen die entsprechend korrigierten gefundenen Zahlen mit den f\u00fcr die Summe 696 berechneten theoretischen Zahlen sehr gut \u00fcberein.\n6. A. 49. x A. 93,\nfleischfarbig a. e. ganz, normal AABbCCDdEEFfgghhllmmNNPPRR\nelfenbein, normal A . BBCcDDEEffgghhilM . NNPPR ]).\nF. i in S. 08. 176 -) \u2014bestand aus zwei Farbenkategorien, elfenbein und bla\u00dfrot a. e. ganz (Fig. 9 Tafel 1), und zwar waren 15 Pflanzen rot, 19 elfenbein. Die Blattfarbe aller Pflanzen war gr\u00fcn, die Form der Bl\u00fcten \u00fcberall normal. Dieses Resultat steht v\u00f6llig im Einklang mit der Formel der Eltern, war also zu erwarten gewesen. Da A. 49 ff A. 93 Ff war, mu\u00df theoretisch das Verh\u00e4ltnis von rot zu elfenbein in F. 1 hier 1 : 1 sein. Damit stehen die gefundenen Zahlen 19 : 15 gen\u00fcgend in Einklang. (Theoretisch war zu erwarten gewesen iy : iy.)\nDa A. 93 mm ist, und in dieser F. 1 keine fleischfarbigen Individuen gefunden wurden, folgt, da\u00df A. 49 mm gewesen sein mu\u00df. Somit ist die anfangs so unbekannte Formel dieser Pflanze jetzt schon fast v\u00f6llig klar gelegt.\nAus dieser F. i-Generation wurden zwei Pflanzen, A. 197 und A. 203, zu Stammpflanzen gemacht.\n1)\tFormel erg\u00e4nzt nach Versuch 5.\n2)\tPikiert 53 Pflanzen, zur Bl\u00fcte kamen 34, die \u00fcbrigen starben fr\u00fch, wurden gro\u00dfenteils kurz nach dem Auspflanzen von Maulwurfsgrillen abgebissen.","page":0},{"file":"P0080.txt","language":"de","ocr_de":"So\nBaur.\nA. 197 ist rot a. e. Deszendenz aus Selbstbefruchtung wurde gezogen in S. 09. 43. Pikiert wurden im ganzen 460 Pflanzen, bis zur Bl\u00fcte kamen 436. Die \u00fcbrigen 24 gingen fr\u00fchzeitig zugrunde (wurden wiederum gro\u00dfenteils nach dem Auspflanzen von Maulwurfsgrillen abgebissen.) Die 436 gro\u00df gewordenen Pflanzen waren alle gr\u00fcnbl\u00e4ttrig, hatten alle normale Bl\u00fcten und bestanden hinsichtlich der Bl\u00fctenfarbe aus 4 Kategorien : elfenbein, fleischfarbig a, e. ganz rot a. e. ganz, bla\u00dfrot a. e. ganz. Im einzelnen wurden folgende Zahlen gefunden:\nTabelle XVI.\n(A. 197 X A. 197, S. 09. 43.)\nFarbenkategorien\tgefunden in S. 99. 43\ttheoretisch berechnet\nbla\u00dfrot a. e. ganz\t rot a. e. ganz\t\t7 ! \u00abs 69 1\t(6) (\t163,50 ( (3) l\"\u201d 8*.75 1\nfleischfarbig a, c. ganz \t\t\t84\t(3)\tB i .75\nelfenbein\t\t106\t(4)\t109,00\nSa,\t436\t436,00\nRot und bla\u00dfrot ist in der Tabelle zusammengezogen, weil die Unterscheidung dieser beiden Kategorien Schwierigkeiten machte und vielleicht mehrfach rote als bla\u00dfrote gez\u00e4hlt worden sind. S. 09. 43. war in einem etwas schattigen Beete ausgepflanzt und infolgedessen waren die Bl\u00fctenfarben nicht so intensiv wie sonst.\nAuf Grund dieser Spaltung ergibt sich f\u00fcr A. 197 die Formel AABBCCDDEEFfgghhllMmNNPPRR.\nMit der Formel der Eltern steht diese Formel von A. 197 in Einklang. Pflanzen von dieser Formel k\u00f6nnen aus einer Kreuzung von A. 49 und A. 93 hervorgehen.\nTheoretisch mu\u00df seiner Formel gem\u00e4\u00df A. 197 bei Selbstbefruchtung eine Aufspaltung in 9 rot bzw. bla\u00dfrot a. e. ganz: 3 fleischfarbig a. e. ganz: 4 elfenbein erwartet werden. Die danach berechneten Verh\u00e4ltniszahlen stimmen mit den empirisch gefundenen fast v\u00f6llig \u00fcberein, wie ein Blick auf die letzte Rubrik der Tabelle XVI zeigt.\nEine noch interessantere Aufspaltung zeigte die Schwesterpflanze von A. 197: A. 203. Die Pflanze war ebenfalls bla\u00dfrot a. e. ganz, genau wie A. 197. Nachkommenschaft aus Selbstbefruchtung wurde gezogen in S. 09. 45. Pikiert wurden 128 Pflanzen, zur Bl\u00fcte kamen davon 114. Hier erfolgte au\u00dfer einer Spaltung, in die gleichen Farbenkategorien die bei A. 197 gefunden wurden, auch noch eine Spaltung","page":0},{"file":"P0081.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n8l\nin ganz und in Delila. Ich gebe das Resultat der Z\u00e4hlung wieder in Form einer Tabelle.\nTabelle XVII.\n(A. 203 x A. 2.03, S. 09. 43.)\nFarbenkategorien\tgefunden in S. 09. 45\ttheoretisch berechnet\nbla\u00dfrot und rot1) a. e. ganz\t\t50\t(27) 48.09375\nbla\u00dfrot und rot a. e. Delila\t\t\tl6\t(9) 16,03125\nfleischfarbig a. e. ganz\t\t\t!5\t(9) 16,03125\nfleischfarbig a e. D.dila\t\t5\t(3)\t5,34375\nelfenbein\t\t28\t(16) 28,50000\nSa.\t114\tI 14,00000\nDie Formel von A. 203 ist danach zu setzen als AABBCCDdEEFf-gghhiiMmNNpprr. Pflanzen mit dieser Formel sind aus der Kreuzung von A. 49 X A. 93 zu erwarten gewesen. Die auf Grund der Formel von A. 203 theoretisch zu berechnenden Zahlen sind in der Tabelle XVII wiederum beigeschrieben. Eine noch genauere \u00dcbereinstimmung zwischen den gefundenen und den theoretischen Zahlen wird man selten finden.\n7. A. 49 x A. 14.\nelfenbein, normal\trot a. e. ganz, pelorisch\nA . BBCcDDEEffgghhllMMNNPPR .\tAABBCCDDeeFFgghhllMMNNPPRR\nF. i2) war in jeder Hinsicht v\u00f6llig einheitlich, alle Pflanzen waren gr\u00fcnbl\u00e4tterig, alle hatten v\u00f6llig normale, bla\u00dfrot a. e. ganz gef\u00e4rbte Bl\u00fcten. Dieses Resultat steht mit der Formel der Eltern v\u00f6llig im Einklang.\nAus dieser F. i-Generation habe ich die Stammpflanze A. 219 entnommen. A. 219 ergab in S. 09. 56 eine sehr instruktive Spaltung, die nachstehend in Form einer Tabelle wiedergegeben ist. (Siehe Tabelle XVIII Seite 82.)\nDie Pflanzen der als pelorisch bezeichneten Kategorien hatten ausschlie\u00dflich pelorische Bl\u00fcten, genau wie A. 14. Die Spaltung ist im \u00fcbrigen so \u00fcbersichtlich, die \u00dcbereinstimmung zwischen theoretischen und gefundenen Zahlen so weitgehend, da\u00df eine eingehende Besprechung\n*) Auch S. 09. 45 stand in einem schattigen Beete, neben S. 09. 43. Die Unterscheidung von rot und bla\u00dfrot machte daher auch hier Schwierigkeiten.\n2) In S. 08. 178. Es wurden 30 Pflanzen zur Bl\u00fcte gro\u00df gezogen.","page":0},{"file":"P0082.txt","language":"de","ocr_de":"82\nBaur.\nTabelle XVIII.\n(A. 219 x A. 219, S. 09. 56.)\nKategorien\tgefunden in S. 09. 56.\ttheoretisch berechnet\nrot a. e. ganz, normal\t\t .\t39\t(3)\t43S73\nrot a. e. ganz, pelorisch\t\t15\t(1)\t14.625\nbla\u00dfrot a. e. ganz, normal\t\t94\t(6)\t8/,750\nbla\u00dfrot a. e. ganz, pelorisch\t\t28\t(2)\t29.250\nelfenbein normal\t\t45\t(3)\t43,875\nelfenbein pelorisch\t\t13\t(1)\t14,625\nSa.\t2 34\t234,000\nwohl \u00fcberfl\u00fcssig ist. Die Formel von A. 219 ist danach AABBCCDDEe FfgghhiiMMNNPPRR, was mit der Formel der Eltern v\u00f6llig im Einklang steht. Die bla\u00dfroten sind, das sei vielleicht noch einmal hervorgehoben, die Ff-Individuen, die von den FF-, das hei\u00dft den roten Individuen deutlich verschieden sind. Rechnet man die roten und bla\u00dfroten zusammen, dann mu\u00df in der theoretischen Berechnung nat\u00fcrlich ebenfalls eine Summierung der entsprechenden Kategorien erfolgen. Wir m\u00fcssen dann die altbekannte Zahlenreihe ,9-.3:3:1 erwarten. So umgerechnet, also ohne Unterscheidung von rot und bla\u00dfrot, sieht die Tabelle folgenderma\u00dfen aus:\nTabelle XIX.\n(A. 219 x A. 219, S. 09. 56.)\nKategorien\tgefunden in S. 09. 56\ttheoretisch berechnet\nrot und bla\u00dfrot a. e. ganz, normal\t\t133\t(9)\t131.625\nrot und bla\u00dfrot a. e. ganz, pelorisch\t\t43\t(3)\t43.875\nelfenbein normal\t\t45\t(3)\t43.875\nelfenbein pelorisch\t\t13\t(1)\t14.625\nSa.\t234\t234,000\nDie \u00dcbereinstimmung zwischen den theoretischen und den gefundenen Zahlen ist dann eine fast vollkommene. Dieser Fall ist ein Schulbeispiel f\u00fcr Spaltung bei zwei Merkmalspaaren, wie man es besser gar nicht w\u00fcnschen kann.\n8. A. 111 x A. 40.\nrot a. e. ganz, normal\tschwarzrot a. e. ganz, normal\nAABBCCDDEeFFgghhllMMNNPPRR AABBCCDDEEFFgghhLLMMNnPPRR\nF. i in S. 08.266 war v\u00f6llig einheitlich, alle Pflanzen, 11 im ganzen, hatten normale, schwarzrot a. e. ganz gef\u00e4rbte Bl\u00fcten. Als Stamm-","page":0},{"file":"P0083.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n83\npflanze wurde aus dieser Saat genommen A. 318. Die Deszendenz dieser Pflanze zeigte in S. 09. 104]) eine in folgender Tabelle wiedergegebene Aufspaltung.\nTabelle XX.\n(A. 318 X A. 318, S. 09. 104)\nKategorien\tgefunden in S. 09. 104\ttheoretisch berechnet\nschwarzrot a. e. ganz, normal\t\t138\t(9)\t145,125\nschwarzrot a. e. ganz, pelorisch\t\t51\t(3)\t48,375\nrot a. e. ganz, normal\t\t46\t(3)\t48,375\nrot a. e. ganz, pelorisch\t\t23\t(i)\t16,125\nSa.\t258\t238,000\nA.318 ist danach AABBCCDDEeFFgghhLiMMNNPPRR gewesen. Pflanzen dieser Formel sind auch theoretisch in F. 1 der Kreuzung A. Ill x A. 40 zu erwarten, wie ein Blick auf die Formel der Eltern zeigt.\n9. A. 111 x A. 113.\nrot a. e. ganz, normal\twei\u00df, normal\nA ABBCCDDEeFFgghhllMMNNPPRR\t. . bb . . . .EE .... hh ... . NNPP . .\nFx in S. 08. 191 war v\u00f6llig gleichartig. Alle 20 gro\u00dfgezogenen Pflanzen bl\u00fchten rot a. e. ganz und hatten normale Bl\u00fctenform.\nAus dieser Beschaffenheit von F. 1 sind verschiedene R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Formel von A. 113 m\u00f6glich. Es mu\u00df danach zun\u00e4chst sicher gg und dann aber auch 11 gewesen sein. Stammpflanzen aus dieser Aussaat sind A. 250 und A. 263. Die Deszendenz von A. 250 wurde gezogen in S. 09. 78 und S. 09. 2942). Das Resultat ist:\nTabelle XXI.\n(A. 250 X A. 250, S. 09. 78, S. 09. 294.)\nKategorien\tgefunden in S. 09. 78\tgefunden in S. 09. 294\tSumma\ttheoretisch berechnet\nrot a. e. ganz, normal . . . wei\u00df normal\t\t66 21\t34 10\tIOO 31\t(3) 98,25 (1)\t32,75\nSa\t\t\t\t131\t131,00\n') Pikiert wurden 300 Pflanzen, fr\u00fchzeitig zugrunde gingen 12 Pflanzen, zur Bl\u00fcte kamen 258. Der Rest, 30, bl\u00fchten im ersten Jahre nicht.\n2) Pikiert wurden in S. 09. 78 96 Pflanzen, davon starben 9 fr\u00fch, und 87 kamen zur Bl\u00fcte. In S. 09. 294 wurden 60 Pflanzen pikiert, 16 starben fr\u00fch, 44 kamen zum Bl\u00fchen.\n6*","page":0},{"file":"P0084.txt","language":"de","ocr_de":"84\nBaur.\nDie Formel von A. 250 ist danach AABbCCDDEEFFgghhiiMMNNPPRR und aus dieser Formel folgt wiederum, da\u00df A. 113 auch mindestens einmal A, d, c. f, m und R gehabt haben mu\u00df. Die Formel von A. 113 kann also jetzt angesetzt werden als A . bbc . D . eef . gghhiiM . nnppr ..\nA. 263 zeigte in S. 09. 861) eine Spaltung in die gleichen Farbenkategorien, wie A. 250, aber au\u00dferdem noch ein Aufspalten in Pflanzen mit normalen und in Pflanzen mit lauter pelorischen Bl\u00fcten. Im einzelnen war das Ergebnis:\nTabelle XXII.\n(A. 263 x A. 263, S. 09. 86.)\nKategorien\tgefunden in S. 09. 86\ttheoretisch berechnet\nrot a. e. ganz, normal\t\t28\t(9)\t30,375\nrot a. e. ganz, pelorisch\t\t13\t(3)\t10.123'\nwei\u00df, normal\t\t9\t(3)\t10.125\nwei\u00df, pelorisch\t\t .\t4\t(1)\t3,375\nSa.\t54\t54,000\nA. 263 war danach AABbCCDDEeFFgghhiiMMNNPPRR- Pflanzen von dieser Formel waren in Fx der Kreuzung A. Ill x A. 113 zu erwarten, ebenso wie auch Pflanzen von der f\u00fcr A. 250 gefundenen Formel.\nZu bemerken ist noch, da\u00df auch hier die als pelorisch in der Tabelle bezeichneten Kategorien ganz regelm\u00e4\u00dfig pelorisch waren, genau wie A. 14 und da\u00df alle Bl\u00fcten der betreffenden Pflanze genau gleich waren.\n10. A. 143 x A. 111.\nfleischfarbig a. g. ganz, normal\trot a. e. ganz, normal\n. . BBccDDEEFFgghh . . mmNNPPRR AABBCCDDEeFFgghhllMMNNPPRR\nF. i in S. 08. 304 war in Bl\u00fctenfarbe und Bl\u00fctenform einheitlich. Alle 10 gro\u00dfgezogenen Pflanzen bl\u00fchten rot a. e. ganz normal. Aus diesem Ergebnis folgt, da\u00df A. 143 H gewesen sein mu\u00df, sonst h\u00e4tten schwarzrote Pflanzen auftreten m\u00fcssen, bei ll lauter schwarzrote, bei L1 5\u00b0% rote und 50% schwarzrote.\nEine Pflanze aus dieser Aussaat ist A. 215. Diese Pflanze gab geselbstet in S. 09. 53 eine Spaltung, die wieder ein Schulbeispiel f\u00fcr eine Spaltung bei drei verschiedenen Merkmalspaaren liefert. Leider\n*) Pikiert 60, fr\u00fch gestorben 6.","page":0},{"file":"P0085.txt","language":"de","ocr_de":"Yererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n85\nhatte ich nur 224 Individuen gro\u00dfgezogen, was f\u00fcr eine derartige Spaltung doch etwas wenig ist. Pikiert waren im ganzen 228, es war also gl\u00fccklicherweise der Verlust in dieser Aussaat sehr gering. Ich gebe die Spaltung wieder in Tabellenform:\nTabelle XXIII.\n(A. 215 x A. 215, S. 09. 53.)\nKategorien\t\tgefunden in S. 09. 53\ttheoretisch berechnet\t\nrot a. e. ganz,\tnormal\t\t64\t(27)\t52.3125\nrot a. g. ganz.\tnormal\t\tIO\t(9)\t17.4375\nrot a. e. ganz,\tpelorisch\t\t14\t(9)\t17.4375\nrot a. g. ganz,\tpelorisch\t\t6\t(3)\t5.8125\nfleischfarbig a.\te. ganz, normal\t\t23\t(9)\t17.4375\nfleischfarbig a.\tg ganz, normal\t\t4\t(3)\t5.8125\nfleischfarbig a.\te. ganz, pelorisch\t\tI\t(3)\t5.8125\nfleischfarbig a.\tg. ganz, pelorisch\t\t2\t(1)\t1.9375\n\tSa.\t124\t\t124,0000\nDie pelorischen Pflanzen hatten alle nur pelorische, ganz regelm\u00e4\u00dfig radi\u00e4re Bl\u00fcten. Nach dieser Spaltung zu schlie\u00dfen, ist die Formel von A. 215 offenbar: AABBCcDDEeFFgghhUMmNNPPRR. Da\u00df Pflanzen mit dieser Formel in F. 1 der Kreuzung A. 143 x A. 111 zu erwarten waren, zeigt auch hier wohl ein Blick auf die Formel der P. i-Pflanzen. F\u00fcr die Formel von A. 143 folgt aus dieser Formel von A. 215, da\u00df A. 143 mindestens einmal A gehabt haben mu\u00df. Die Formel von A. 143 kann also geschrieben werden als a . bbcc\u00fcdeeff gghhii 1)mmNNPPRR. Die theoretischen, auf Grund der Formel von A. 215 berechneten Zahlen stimmen mit den gefundenen nicht so gut, wie in manchen der schon beschriebenen Beispiele, aber die \u00dcbereinstimmung ist noch gen\u00fcgend gro\u00df. A. 215 ist \u00fcbrigens noch am Leben und ich werde, falls gen\u00fcgend Platz frei zu machen ist, n\u00e4chsten Sommer eine gr\u00f6\u00dfere Zahl Nachkommen, etwa 500 ziehen, um einmal ein recht instruktives Zahlenbeispiel zu bekommen.\nEine zweite aus der Kreuzung von A. 143 x A. 111 gewonnene Frucht wurde in S. 08. 186 ausges\u00e4t. Auch hier war diese F. i-Gene-ration gleichm\u00e4\u00dfig rot a. e. normal. Stammpflanze aus dieser Saat wurde A. 273, das in S. 09. 92 folgende Spaltung zeigte:\nx) Folgt aus F, dieser Kreuzung, vgl. S. 8 p","page":0},{"file":"P0086.txt","language":"de","ocr_de":"86\nBaur.\nTabelle XXIV.\n(A. 273 x A. 273, S. 09. 92.)\nKategorien\tgefunden in S. 09. 92\ttheoretisch berechnet\nrot a, e. ganz, normal\t\t62\t(9)\t57.9375\nrot a. g. ganz, normal\t\tl6\t(3)\t19.3125\nfleischfarbig a e. ganz, normal\t\t20\t(3)\t19.3125\nfleischfarbig a. g. ganz, normal\t\t5\t(1)\t6,4375\nSa.\t103\t103,0000\nA. 273 ist demnach : AABBCcDDEEFFgghhllMmNNPPRR und derartige Pflanzen waren ja theoretisch in F. 1 dieser Kreuzung A. 143 x A. 111 ebenfalls zu erwarten gewesen.\n11. A. 335 x A. 331.\n,\t.\t. ,\tschwarzrot a. g. Delila, pelorische\nrot a. e. ganz, pelorisch\tTT\n0\tr\tHalbrasse, pelorische Blute\nAABBCCDDeeFFgghhllMMNNPPRR\tAABBccddEEFFgghhLLMMNNppRR\nDie Kreuzung hatte das interessante Ergebnis, da\u00df F. 1 in S. 09 2x5 (51 Pflanzen) v\u00f6llig einheitlich aus Pflanzen mit vollkommen normalen schwarzrot a. e. ganz gef\u00e4rbten Bl\u00fcten bestand. Wir haben also hier den Fall, da\u00df die Kreuzung zweier pelorischer Rassen eine normale F. 1 gibt. Diese F. i-Pflanzen m\u00fcssen auf Grund der Formel der Eltern, die Formel AABBCcDdEeFFgghhLiMMNNPpRR auf weisen. Danach ist f\u00fcr ihre Deszendenz, selbst wenn man die Cc und CC nicht unterscheidet, eine Aufspaltung nach dem Verh\u00e4ltnis 81:27:27:27:27:9:9:9:9:9:9: 3:3:3:3:1 zu erwarten1). Darunter m\u00fcssen nun auch Individuen auf-treten, welche ee und gleichzeitig pp sind. Was diese Pflanzen f\u00fcr eine Bl\u00fctenform aufweisen werden, ist nat\u00fcrlich im voraus nicht zu sagen.\n12. A. 334 x A. 331.\ngelb, normal\nAABBccddEEffgghhllMMNNPPRR\nschwarzrot a. g. Delila, pelorische Halbrasse, pelorische Bl\u00fcte\nAABBccddEEFFgghhLLMMNNppRR\nF.i wurde gezogen in S. 09. 211. Alle 53 gro\u00df gezogenen Pflanzen waren v\u00f6llig einheitlich, bl\u00fchen schwarzrot a. e. Delila (ganz mit dem\n!) In Wirklichkeit erfolgt nat\u00fcrlich auch eine Spaltung in a. e. und a. g. und das ergibt dann die Verh\u00e4ltniszahlen 243:81:81:81 usw. bis: 3:1.","page":0},{"file":"P0087.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n87\nf\u00fcr FfLl typischen blassen Farbenton). Die Bl\u00fctenform war v\u00f6llig normal bei allen Pflanzen. Bei keiner wurde trotz wiederholter Durchsuchung auch nur eine einzige pelorische Bl\u00fcte gefunden. F. 2 der Kreuzung wird im n\u00e4chsten Sommer zu ziehen sein. Es ist zu erwarten, da\u00df eine Aufspaltung in schwarzrot a. g. Delila, rot a. g. Delila, gelb, alle normal und in die gleichen Kategorien aber mit zum Teil pelorischen Bl\u00fcten erfolgen wird, falls nicht, was ich vorl\u00e4ufig noch nicht wissen kann, die beiden gekreuzten Pflanzen A. 334 und A. 331 sich auch noch in einem oder mehreren anderen vorl\u00e4ufig noch nicht bekannten Faktoren der Bl\u00fctenform unterscheiden.\n13. A. 220 x A. 286.\nfleischfarbig a. e. ganz, normal\tgelb normal\nAABBCCDdEEFfgghhllmmNNPPRR\tAABBcc . . EEffGGhh . . MMNNPPRR\nA. 286 ist, wie ich oben S. 62 berichtet habe, ein Abk\u00f6mmling einer Picturatumpflanze, die gg in der Formel hatte. Diese gelbbl\u00fchende (genau wie Fig. 2 Taf. 3) Pflanze mu\u00dfte danach den Pictu-ratumfactor G ebenfalls homozygotisch enthalten. Anzusehen war ihr das nat\u00fcrlich nicht, aber das mu\u00dfte sich durch Kreuzungen zeigen lassen. Die hier zu besprechende Kreuzung mit einer fleischfarbigen Pflanze (Aussehen wie Fig. 6 Taf. 1), gab auch tats\u00e4chlich ein Resultat, das diese Annahme best\u00e4tigte. F. 1 dieser Kreuzung in S. 09. 167 zeigte folgendes :\nTabelle XXV.\n(A. 220 X A. 286, S. 09. 167.)\nKategorien\tgefunden in S. 09. 167\ttheoretisch auf Grund der Formel der Eltern berechnet\nelfenbein\t\tI I\t(4)\t14.0\nblasses picturatum a. e. ganz\t\t15\t(3)\t10,5\nblasses picturatum a. e. Delila\t\t2\t(1)\t3.5\nSa.\t28\t28,0\nTheoretisch war auf Grund der Formeln der P. i-Pflanzen zu erwarten, da\u00df 50% elfenbein und 50% picturatum sein m\u00fcssen (weil ein Elter Ff der andere ff ist). Diese Erwartung ist gen\u00fcgend erf\u00fcllt. Eine gr\u00f6\u00dfere \u00dcbereinstimmung zwischen den gefundenen Zahlen 11 : 17 und den theoretischen 14:14 ist bei der kleinen Individiuenzahl nicht zu erwarten. Ob die picturatum ganz oder Delila sein w\u00fcrden, war nicht vorher zu sagen, da nicht bekannt war, ob A. 286 dd oder Dd","page":0},{"file":"P0088.txt","language":"de","ocr_de":"88\nBaur.\noder dd war. Umgekehrt kann man aber aus dem Ergebnis der Kreuzung den Schlu\u00df ziehen, da\u00df A. 286 Dd war. W\u00e4re n\u00e4mlich A. 286 dd gewesen, so h\u00e4tten nur \u201eganz\u201c -Formen in F. 1 auftreten d\u00fcrfen, war A. 286 dd gewesen, so h\u00e4tten 50% ganz 50% Delila sein m\u00fcssen (weil A. 220 Dd ist). Wenn A. 286 aber auch Dd ist, dann mu\u00df die Kreuzung mit einer anderen Dd-Pflanze wie A. 220 3 ganz : 1 Delila ergeben. Das gefundene Verh\u00e4ltnis 2 Delila: 15 ganz steht nun zweifellos dem Verh\u00e4ltnis 1 : 3 n\u00e4her als dem Verh\u00e4ltnis 1:1. Wir d\u00fcrfen also den Schlu\u00df ziehen, da\u00df A. 286 Dd ist. Da\u00df dies der Fall ist, folgt \u00fcbrigens mit v\u00f6lliger Sicherheit aus verschiedenen anderen Kreuzungen von A. 286 mit anderen Stammpflanzen von bekannter Formel, z. B. aus der Kreuzung A. 278 x A. 286. A. 278 ist eine picturatum a. e. Delilapflanze, die bei Selbstbefruchtung v\u00f6llig konstante Deszendenz gab. Die Kreuzung von A. 278, also einer dd-Pflanze mit A. 296 gab in S. 09. 200. 18 bla\u00dfpicturatum a. e. ganz: 17 bla\u00df picturatum a. e. Delila, also fast genau das Verh\u00e4ltnis 1:1, das zu erwarten ist, wenn A. 286 Dd in der Formel hat.\nA. 286 wurde 1908 noch mit verschiedenen anderen Pflanzen gekreuzt, z. B. mit A. 335 rot a. e. ganz, pelcrisch von der Formel AABBCCDDeeFFgghhiiMMNNPPRR. ferner mit A. 245 rot, a. e. ganz. AaBBCCDDEEFFgghhllMMNNPPRR und anderen. In allen diesen Kreuzungen waren die in F. i auftretenden roten Pflanzen picturatum.\nDamit will ich die Einzelbesprechung von derartigen Kreuzungsversuchen abschlie\u00dfen. Freilich stellen die hier genannten Versuche nur einen kleinen Teil der \u00fcberhaupt ausgef\u00fchrten dar1). Ich gedenke jedoch das ganze Material sp\u00e4ter in ganz kurzer tabellarischer Form zu ver\u00f6ffentlichen und die hier einzeln beschriebenen Versuche sollen nur vorl\u00e4ufig ein Bild geben, wie sich auf Grund der von mir angenommenen Erbeinheiten diese zum Teil ja ziemlich komplizierten Verh\u00e4ltnisse der Vererbung von Bl\u00fctenfarbe und Bl\u00fctenform bei Antirrhinum verstehen und berechnen lassen.\nDie Kreuzungsversuche von de Vries und Miss Wheldale.\nSchon in der Einleitung habe ich darauf hingewiesen, da\u00df deVries und vor allem Miss Wheldale eine Reihe von Erblichkeits- und Kreuzungsversuchen mit A. majus ausgef\u00fchrt haben. Es ist nat\u00fcrlich\n1) insgesamt habe ich bisher rund 400 Kreuzungen ausgef\u00fchrt.","page":0},{"file":"P0089.txt","language":"de","ocr_de":"Vc-rerbungs- und Bastardic rungs versuche mit Antirrhinum.\tg g\nvon Interesse, festzustellen, ob auch die Resultate dieser Versuche in Einklang stehen mit den von mir eingef\u00fchrten Erbeinheiten.\nSchwierigkeiten macht hier wohl nur eine Identifizierung der Farbenbezeichnung und hier mu\u00df daher erst eine gemeinsame Basis geschaffen werden. Ich gebe deswegen zun\u00e4chst die Farbenbezeichnung von de Vries, Miss Wheldale und mir, so, wie sie einander entsprechen.\nde Vries\tMiss Wheldale\tBau r\n\u2014\twhite\twei\u00df\nwei\u00df z. Teil\tivory\telfenbein\n\u2014\tyellow\tgelb\nwei\u00df z. Teil\trose Delila\tfleischfarbig a. e., Delila\nfleischfarbig\trose\tfleischfarbig a. e., ganz\n\u2014\tcrimson Delila\trot a. g. Delila\n\u2014\tcrimson\trot a. g. ganz\nDelila\tmagenta Delila\trot a. e. Delila\nrot\tmagenta\trot a. e. ganz\nIst man sich erst \u00fcber diese Differenz in der Bezeichnung der Farben klar, so sind die Versuchsergebnisse von de Vries sowohl wie von Miss Wheldale v\u00f6llig in Einklang mit den von mir aufgestellten Erbeinheiten. Ich will dies an der Hand eines Beispieles zeigen, de Vries z. B. kreuzte eine \u201erote'* und eine \u201ewei\u00dfe\u201c Pflanze. Beide Pflanzen hatten bei Selbstbefruchtung konstante Deszendenz. Gekreuzt gaben sie eine rote F. i und in F. 2 erfolgte eine Aufspaltung in \u201erot, fleischfarbig, Delila und wei\u00df\u201c, im Verh\u00e4ltnis 51 : 16 : 31 : 2.\nDie rote von diesen beiden Pflanzen hatte demnach wohl die Formel AABBCCDDEEFFgghhiiMMNNPPRR. Die wei\u00dfe Pflanze dagegen kann, das werden wir gleich sehen, in Wirklichkeit nur eine \u201efleischfarbig a. e. Delila\u201c-Pflanze gewesen sein von der Formel aabbcc-ddEEFFgghhllmmNNPPRR.\nF. i der Kreuzung zweier Pflanzen von diesen Formeln mu\u00df rot a. e. sein, wie de Vries auch fand und F. 2 mu\u00df bestehen aus rot a. e. ganz, rot a. e. Delila, fleischfarbig a. e. ganz und fleischfarbig a. e. Delila im Verh\u00e4ltnis 9:3:3:!.\nVergleichen wir diese theoretisch verlangten Zahlen mit den von de Vries gefundenen, so bekommen wir:\n1) de Vries, Mutationstheorie Bd. II, S. 196","page":0},{"file":"P0090.txt","language":"de","ocr_de":"9o\nBaur.\nTabelle XVI.\n(Kreuzungsversuch von de Vries, Mutationstheorie Bd. II, S. 196,)\nFarbenkategorien\t\tgefunden von\ttheoretisch von\t\nnach de Vries\tnach Baur\tde Vries\tmir erwartet\t\nrot\trot a. e. ganz\t5i%\t(9)\t56,25 %\nfleischfarbig\tfleischfarbig a. e. ganz\t16%\t(3)\t18,75 %\nDelila\trot a. c. Delila\t31 %\t(3)\tJ8.75 %\nwei\u00df\tfleischfarbig a. e. Delila\t2%\t(1)\t6\u00bb25 %\nDa\u00df die von de Vries \u201ewei\u00df\u201c genannte Farbe nicht identisch mit meinem wei\u00df oder mit meinem elfenbein hat sein k\u00f6nnen, folgt aus der sehr kleinen Zahl von \u201ewei\u00dfen\u201c, die de Vries in F. 2 auf-treten sah. H\u00e4tte eine wei\u00dfe oder eine elfenbeinfarbige Pflanze (nach meiner Bezeichnung) in P. 1 Vorgelegen, dann h\u00e4tte in diesem Falle Yj von F. 2 wieder wei\u00df bzw. elfenbein sein m\u00fcssen.\nDa\u00df fleischfarbig a. e. Delila nur bei sehr genauem Zusehen von rein elfenbeinfarbig zu unterscheiden ist, habe ich oben S. 43 schon erw\u00e4hnt, und de Vries hat Mi\u00df Wheldale selbst brieflich mitgeteilt, da\u00df seine \u201ewei\u00dfen\u201c teils \u201eivory\u201c teils \u201erose delila\u201c in der Farbenbezeichnung von Mi\u00df Wheldale gewesen sind.\nEbenso wie diese Kreuzung von de Vries, so steht auch das Verhalten der von ihm 1. c. S. 199 geschilderten einzelnen geselbsteten F. 2-Pflanzen v\u00f6llig in Einklang mit meinem Erbeinheiten bzw. mit der von mir f\u00fcr die beiden P. i-Pflanzen von de Vries oben genannten Formel.\nDie Versuche von Mi\u00df Wheldale stimmen alle durchaus mit den meinigen. Ich brauche das aber im einzelnen hier wohl nicht auszuf\u00fchren.\nDie Zahl der Erbeinheiten von A. majus.\nDie bisher beschriebenen Versuche zeigen wohl zur Gen\u00fcge, wie ungemein klar und \u00fcbersichtlich die sonst ja v\u00f6llig unverst\u00e4ndlichen Befunde werden, wenn man eine Anzahl unabh\u00e4ngig mendelnder Erbeinheiten annimmt, wie die, mit welchen ich in allen diesen Versuchen operiert habe. Wenn man, wie ich es jetzt schon mit Antirrhinum getan habe, sehr viele Experimente ausf\u00fchrt und die Resultate miteinander vergleicht, dann kommt man schlie\u00dflich dazu, mit diesen Erbeinheiten fast eine k\u00f6rperliche Vorstellung zu verbinden, mit ihnen genau so zu operieren, wie es der Chemiker mit seinen \u2014","page":0},{"file":"P0091.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n91\nja auch nur theoretisch angenommenen Einheiten, den Atomen, Molek\u00fclen usw. \u2014 tut. Es ist mir wahrscheinlich, da\u00df es nur eine Frage der Zeit ist, f\u00fcr irgend eine Art z. B. f\u00fcr A. majus die Erbeinheiten so weit klar zu legen, da\u00df man schlie\u00dflich die ganze Formenmannigfaltigkeit der betreffenden Art damit umfa\u00dft, da\u00df es m\u00f6glich ist, einfach durch eine Formel f\u00fcr irgend eine Rasse eindeutig anzugeben, wie sie aussieht, wie sie sich vererbt und vor allem auch, wie sie sich bei jeder einzelnen Kreuzung mit jeder anderen Rasse verhalten wird, wie F. 1 und F. 2 dieser Kreuzungen aussehen werden usw. F\u00fcr Antirrhinum majus wird dies wahrscheinlich mit maximal etwa 40\u201450 Erbeinheiten m\u00f6glich sein.\nEs ist nun die Frage, sind diese 40 bis 50 Erbeinheiten nun wirklich alle \u00fcberhaupt in A. majus enthaltenen Erbeinheiten ? Diese Frage ist zu verneinen. Wir m\u00fcssen uns n\u00e4mlich stets dar\u00fcber klar bleiben, da\u00df wir irgend eine Erbeinheit als solche nur dann erkennen k\u00f6nnen, wenn wir ein Individuum haben, oder erzeugen k\u00f6nnen, das heterozygotisch in bezug auf diese Erbeinheit ist. Und wenn wir auf den Boden der presence and absence-Hypothese bleiben, ist demnach eine Erbeinheit, d. h. ein Faktor, ein gro\u00dfer Buchstabe unserer Formeln, nur dann zu erkennen, wenn es Individuen gibt, die diesen Faktor nicht enthalten. Solange ich keine ee-Pflanze hatte, wu\u00dfte ich nichts von der Existenz des Faktors E. Solange ich nicht eine rr-Pflanze hatte, wu\u00dfte ich nichts von der Existenz eines Faktors R usw. Also erst dadurch, da\u00df man eine Rasse oder auch nur ein Individuum in Beobachtung bekommt, das irgend einen Faktor nicht enth\u00e4lt, kann man konstatieren, ob in einer anderen Pflanze dieser Faktor enthalten ist oder nicht. Und wir haben ja gar keinen Grund anzunehmen, da\u00df von Antirrhinum majus alle vorhandenen Erbeinheiten auch nur wenigstens in irgend einer Rasse \u201eabsent\u201c sind. Mit anderen Worten, auch wenn es m\u00f6glich sein wird, auf 40 bis 50 Faktoren die ganze Formenmannigfaltigkeit der Rassen von A. majus zur\u00fcckzuf\u00fchren, so sagt dies nur, da\u00df von den vielleicht noch sehr viel zahlreicheren Erbeinheiten nur 40 bis 50 vorl\u00e4ufig wenigstens in irgend einer Rasse als fehlend gefunden worden sind. Aber \u00fcber die wirkliche Zahl der vorhandenen Erbeinheiten sagt dies nat\u00fcrlich gar nichts aus.\nWill man in der Analyse weiter kommen, so bleibt nur noch ein, gerade bei Antirrhinum gl\u00fccklicherweise wahrscheinlich gangbarer Weg. Dieser Weg besteht in Kreuzungsversuchen zwischen A. majus und anderen Antirrhinum -Arten. Es ist heute schon wohl mit ziem-","page":0},{"file":"P0092.txt","language":"de","ocr_de":"92\nBaur.\nlicher Sicherheit zu sagen, da\u00df Unterschiede zwischen zwei sehr verschiedenen \u201eSpezies\u201c gelegentlich der gleichen Art sein k\u00f6nnen, wie zwischen Rassen von A. majus, d. h. da\u00df es sich um mendelnde, auf einer gro\u00dfen oder einer kleiner Zahl von Erbeinheiten beruhende Unterschiede handelt.\nIn sehr vielen anderen F\u00e4llen freilich beruhen die Unterschiede zwischen zwei Arten nicht blo\u00df auf verschiedenen Erbeinheiten, sondern sind ganz anderer Art, mendeln nicht. In der Gattung Antirrhinum gibt es nun mehrere von A. majus morphologisch sehr stark verschiedener Arten, die mit ihm v\u00f6llig fertile Bastarde geben und \u2014 nach einigen Vor versuchen zu schlie\u00dfen \u2014 sehr kompliziert aufzumendeln scheinen. F. 2-Generationen derartiger Art-Kreuzungen mit A. majus werde ich im n\u00e4chsten Sommer in sehr gro\u00dfen Individuenzahlen ziehen k\u00f6nnen und genau zu analysieren versuchen. Es ist nat\u00fcrlich a priori zu erwarten, da\u00df in diesen Versuchen auch zahlreiche neue Erbeinheiten gefunden werden k\u00f6nnen, die bisher nicht erkennbar sind, weil innerhalb der Art A. majus diese Erbeinheiten nur homozygotisch Vorkommen.\nVoraussichtlich wird also die Zahl der bekannten Erbeinheiten durch solche Art-Kreuzungen noch wesentlich erh\u00f6ht werden.\nWieweit sich so durch Artkreuzungen die Analyse wird f\u00fchren lassen, das ist nicht vorauszusehen. Ob es m\u00f6glich sein wird, auf diesem Wege sich eine pr\u00e4zisere Vorstellung \u00fcber das Wesen der Erbeinheiten zu verschaffen, das k\u00f6nnen wir h\u00f6chstens hoffen. Vielleicht kommt aber aus solchen Versuchen wenigstens die Aufkl\u00e4rung dar\u00fcber, welche Art von Unterschieden zwischen zwei Individuen auf mendelnden Erbeinheiten beruht und welche Art nicht.\nNicht auf Erbeinheiten zur\u00fcckzuf\u00fchrende Rassenunterschiede bei Antirrhinum majus.\nBisher schon habe ich wiederholt darauf hingewiesen, da\u00df es meine Versuche sehr wahrscheinlich machen, da\u00df nahezu die gesamten Rassenunterschiede bei Antirrhinum majus auf mendelnden Erbeinheiten beruhen.\nMan war ja noch vor einigen Jahren mit dem Zugest\u00e4ndnis, da\u00df irgend ein Merkmal nicht mendele, viel freigebiger, als man es heute ist. Wir wissen eben, da\u00df nicht die Au\u00dfenmerkmale, sondern die Erbeinheiten mendeln, und da\u00df ein Au\u00dfenmerkmal oft von sehr zahlreichen mendelnden Erbeinheiten beeinflu\u00dft wird. Eine Kreuzung","page":0},{"file":"P0093.txt","language":"de","ocr_de":"Vercrbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n93\nz. B. von einem niedrigen, stark ver\u00e4stelten Antirrhinum majits mit einem hohem, fast un verzweigt en, gibt in F. i eine mittelhohe Kompromi\u00dfbildung, in der ungef\u00e4hr die Form des hohen Elters \u00fcberwiegt. In F. 2 bekommt man eine sehr gro\u00dfe Manigfaltigkeit von Wuchsformen, scheinbar alle denkbaren Ubergangsformen zwischen den beiden Elterntypen, ohne jede scharfe Grenze. Fr\u00fcher h\u00e4tte man sofort geschlossen, da\u00df hier kein Mendeln vorliege, in Wirklichkeit liegt aber doch eine regelrechte Spaltung vor, aber eine Spaltung mit etwa 4\u20146 Erbeinheiten und dabei fluktuieren die einzelnen Typen trans-gredierend, was nat\u00fcrlich die genaue zahlenm\u00e4\u00dfige Analyse fast unm\u00f6glich macht. Man kann also mit dem Schl\u00fcsse, da\u00df irgend ein Unterschied zwischen zwei Sippen nicht mendele, gar nicht vorsichtig genug sein. Ich habe nun freilich noch eine Menge von Beobachtungen gerade \u00fcber Vererbung von Unterschieden von Wuchsform, Blattform, Bl\u00fctenstandbau usw. nicht auf die Erbeinheiten hin analysieren k\u00f6nnen, kenne aber auf der anderen Seite nur einen einzigen Unterschied, der sicher nicht mendelt. Dieser Fall liegt vor bei der Erblichkeit einer wei\u00dfbunten, als Mutation aus einer rein gr\u00fcnen Sippe in meinen Kulturen aufgetretenen Pflanze A. 280. N\u00e4heres \u00fcber diese Pflanze werde ich bei einer anderen Gelegenheit berichten. Hier kann ich mich damit begn\u00fcgen, mitzuteilen, da\u00df diese Pflanze sich in ihrer Erblichkeit offenbar genau so verh\u00e4lt wie die von Correns1) eingehend untersuchte Mirabilis Jalapa albomaculata.\nDie Buntheit wird auch hier nur durch die Mutter \u00fcbertragen. Diese Buntbl\u00e4ttrigkeit ist aber vorl\u00e4ufig das einzige Merkmal bei A. maj ns, von dem ich sicher sagen kann, da\u00df es nicht mendele.\nOb die Analyse der Artbastarde weitere derartige nicht mendelnde Unterschiede in gr\u00f6\u00dferer Zahl ergeben wird, m\u00fcssen die Versuche der n\u00e4chsten beiden Jahre zeigen.\nDie Erbeinheiten der \u201ewilden\u201c Stammform von A. majus.\nWenn es m\u00f6glich ist, unsere Kulturrassen von *1. majus zu analysieren und wenn wenigstens die Erbeinheiten der Bl\u00fctenfarben heute schon im wesentlichen klargestellt sind, so ist nat\u00fcrlich zu erwarten,\n1) Correns, C. Vererbungsversuche mit blal3(gelb)gr\u00fcnen und buntbl\u00e4ttrigen Sippen bei Mirabilis Jalapa, Urtica pilulifera, und Lunaria annua. Zschr. i. Abst.- u. Vererbungslehre 1 1909. S. 313.\n\u2014 \u2014 Zur Kenntnis der Rolle von Kern und Plasma bei der Vererbung. Ebenda 2 1909, S. 331.","page":0},{"file":"P0094.txt","language":"de","ocr_de":"94\nBaur.\nda\u00df auch das wilde A. majus in dieser Weise analysiert werden k\u00f6nnte. Vor allem ist es dabei von Interesse festzustellen, ob die zahlreichen, offenbar in Kultur entstandenen Rassen etwa alle einfach durch das Fehlen einzelner Erbeinheiten charakterisiert seien, die in dem wilden A. majus alle vorhanden sind.\nDiese Frage ist nicht zu beantworten. Es gibt eben ein \u201ewildes Antirrhinum majus\u201c als etwas einheitliches gar nicht. Es gibt schon wild eine sehr gro\u00dfe Menge von einander nahestehenden Sippen. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Sippen sind dabei z T. sehr betr\u00e4chtlich. Was die Systematiker Antirrhinum majus L hei\u00dfen, ist eine nicht weiter begr\u00fcndete Zusammenfassung einer gewissen Anzahl derartiger Sippen. Wieder andere Sippen aus diesem Verwandtschaftskreise sind ganz willk\u00fcrlich mit eigenen Artnamen belegt und beschrieben worden. Es wird viel M\u00fche kosten, hier einigerma\u00dfen Ordnung in der Systematik zu schaffen. Eine ganze Anzahl solcher wilder Sippen habe ich bereits in Kultur. Dabei hat sich gezeigt, da\u00df diese wirklich von einem nat\u00fcrlichen Standort stammenden Sippen alle in sich merkw\u00fcrdig einheitlich sind, d. h. Individuen dieser Sippen, die aus \u201ewilden\u201c Samen erzogen sind, gehen bei Selbstbefruchtung im allgemeinen stets eine v\u00f6llig konstante Deszendenz. Das ist auff\u00e4llig, weil alle diese Sippen, darunter auch manche als verschiedene \u201eSpezies\u201c beschriebene, miteinander vollkommen fertil kreuzbar sind und spontan sofort sich kreuzen, wenn sie einander benachbart kultiviert werden. Z. B. habe ich eine sehr charakteristische wilde Sippe von A. majus aus Spanien in Kultur, die durch einen eigent\u00fcmlichen ,,adszendens\u201c-Wuchs, sehr starke Behaarung und ziemlich kleine Bl\u00fcten, die ungef\u00e4hr die Zeichnung von Fig. 26 Taf. x, aber a. g. haben, ausgezeichnet ist. Diese Sippe ist von vornherein v\u00f6llig konstant gewesen, obwohl sie in Kultur nur durch Einbeutelung rein erhalten werden kann, wenn andere Sippen von A. majus in der N\u00e4he wachsen. Die Pflanzen dieser Sippe sind n\u00e4mlich ziemlich weitgehend selbststeril (was \u00fcbrigens vielfach bei wilden Sippen von A. majus und ein wenig auch bei A. latifolium zu beobachten ist), sind also sehr zu Fremdkreuzung geneigt.\nDa\u00df trotzdem in der Natur diese Sippen sich rein halten, kann wohl vielfach nur auf r\u00e4umliche Isolation der einzelnen Sippen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.\nIm einzelnen die Verbreitung der verschiedenen wilden Sippen, ihr Verhalten an Stellen, wo mehrere Sippen zusammen Vorkommen, u- dgl. Fragen zu untersuchen, w\u00e4re eine sehr dankbare Aufgabe.","page":0},{"file":"P0095.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n95\nEine Aufgabe freilich, die erst in Angriff genommen werden kann, wenn man schon m\u00f6glichst zahlreiche Sippen sehr genau kennt, d. h. nicht blo\u00df aus vertrocknetem Herbarmaterial, sondern durch lange Kultur und Beobachtung im lebenden Zustande.\nDurch Kreuzungen einer ganzen Anzahl derartiger Sippen sind offenbar die meisten unserer heutigen Kulturrassen von A. majus entstanden. Welche wilde Sippen auf diese Weise als die Stammformen der kultivierten Rassen anzusehen sind, ist wohl heute kaum mehr festzustellen. Wahrscheinlich ist es m\u00f6glich durch Kreuzung nur weniger \u2014 etwa 2\u20143 \u2014 wilder Sippen schon in F.2 mindestens die ganze Farbenmannigfaltigkeit unserer Kulturrassen zu bekommen. Ich habe einige derartige Versuche eingeleitet, wei\u00df aber nicht, ob ich in absehbarer Zeit gen\u00fcgend Platz haben werde, sie auszuf\u00fchren.\nDie stoffliche Grundlage der Erbeinheiten.\n\u00dcber den \u201eSitz\u201c der Vererbungstr\u00e4ger ist sehr viel diskutiert worden, ohne da\u00df wir besonders viel Klarheit gewonnen h\u00e4tten. Ich halte es vorl\u00e4ufig f\u00fcr zwecklos, sich Spekulationen dar\u00fcber hinzugeben, wie wir die theoretisch erschlossenen Erbeinheiten, auch wenn wir sie uns ja als irgend etwas K\u00f6rperliches vorstellen m\u00fcssen, in Beziehung bringen k\u00f6nnen zu anatomischen oder zytologischen Befunden. Man kann ja allerdings, um etwas bequemer in Gedanken mit den Formeln operieren zu k\u00f6nnen, sich vorstellen, da\u00df irgend ein Faktor, der \u201epresent\u201c ist, also ein gro\u00dfer Buchstabe in unsern Formeln irgend einem Partikelchen in einem Chromosom entspreche. Eine Pflanze, die homozygotisch in bezug auf diesen Faktor ist, habe dann in beiden Kernanteilen, dem v\u00e4terlichen und dem m\u00fctterlichen, diesen Partikel, habe ihn also doppelt. Bei der Reduktionsteilung bekomme dementsprechend auch jede der Tochterzellen diesen Faktor mit. Eine Pflanze, die heterozygotisch ist, habe diesen Partikel nur in dem einelterlichen Kernanteil also nur einmal, und bei der Reduktionsteilung bekomme dementsprechend immer nur eine der beiden Tochterzellen diesen Partikel mit, d. h. nur die H\u00e4lfte aller Sexualzellen \u00fcbertr\u00e4gt die daran gekn\u00fcpfte \u201eErbeinheit\u201c. Einer Pflanze, die den betreffenden Faktor homozygotisch nicht enth\u00e4lt, fehle das den Faktor repr\u00e4sentierende Partikelchen in beiden Kernanteilen. Es ist klar, da\u00df diese Vorstellung v\u00f6llig im Einklang steht mit allen Spaltungserscheinungen, aber irgend einen bestimmten andern Anhaltspunkt daf\u00fcr, da\u00df die Erbeinheiten mit Chromosomenpartikelchen zu identifizieren w\u00e4ren, haben wir vorl\u00e4ufig noch nicht.","page":0},{"file":"P0096.txt","language":"de","ocr_de":"96\nBaur.\nEin gewisser Fortschritt in dieser Hinsicht w\u00e4re schon erzielt, wenn man wenigstens den Beweis bringen k\u00f6nnte, da\u00df gerade die mendelnden Unterschiede zweier Sippen durch die Chromosomen \u00fcbertragen w\u00fcrden. Dieser Beweis ist nat\u00fcrlich auch noch l\u00e4ngst nicht erbracht, aber es ist doch immerhin eine sehr bemerkenswerte Tatsache, da\u00df gerade zwei Merkmale, von denen wir mit aller Sicherheit sagen k\u00f6nnen, da\u00df sie nicht mendeln, wohl sicher nicht durch den Kern vererbt werden. Sicher nicht nach den Spaltungsgesetzen vererbt sich die Wei\u00dfbuntheit der Mirabilis Jalapa albomaculata und diese Wei\u00dfbuntheit wird, wie Correns* 1) ausf\u00fchrt, sicher nicht durch den Kern, sondern durch das Plasma \u00fcbertragen. Auf ein zweites Merkmal, das nicht durch den Kern, sondern sehr wahrscheinlich die Chromatophoren \u00fcbertragen wird, n\u00e4mlich die Farblosigkeit der Chromatophoren bei einer wei\u00dfbl\u00e4tterigen Sippe von Pelargonium zonale habe ich selbst vor kurzem hingewiesen2). Wenn sich so weiterhin auch noch f\u00fcr andere Merkmale, die nicht mendeln, zeigen lie\u00dfe, da\u00df gerade sie auch nicht mit dem Kern, beziehungsweise dem Chromatin \u00fcbertragen w\u00fcrden, so w\u00e4re damit meines Erachtens sehr viel gewonnen.\nDominanz Verh\u00e4ltnisse.\nWenn wir auf dem Boden der presence and absence-Theorie stehen bleiben, dann haben wir v\u00f6llige Dominanz eines Faktors, wenn er\n1)\tCorrens, C. Zur Kenntnis der Rolle von Kern und Plasma bei der Yer erbung. Zschr. i. Abst. u. Vererbungslehre 2 1909, S. 331.\n2)\tBaur E. Das Wesen und die Erblichkeitsverh\u00e4ltnisse der Varietates albo-marginatae h\u00f6rt, von Pelargonium zonale. Zschr. i. Abst. u. Vererbungslehre 1 1909, S. 330. Nach meiner Auffassung m\u00fcssen wir nicht blo\u00df, wie Correns es tut, dem ,,Sitze der Erblichkeit\" nach zwei, sondern drei verschiedene Kategorien von Chromatophoreneigenschaften unterscheiden :\n1.\tmendelnde, die durch den Kern \u00fcbertragen werden, z. B. das Aurea Merkmal bei Antirrhinum (Faktor H), und Pelargonium, das Chlorinamerkmal bei Antirrhinum (Faktor N), bei Pelargonium und Mirabilis Jalapa u. a.\n2.\tnicht mendelnde, die\na)\tdurch das \u201ePlasma\" also nur von der Mutter her \u00fcbertragen werden (Mirabilis Jalapa albomaculata und eine entsprechende Wei\u00dfbuntheit bei A ntirrhinum), und\nb)\tdie durch die Chromatophoren \u00fcbertragen werden und demgem\u00e4\u00df in der von mir geschilderten eigent\u00fcmlichen Weise mosaikartig vegetativ schon in der F. i-Pflanze aufspalten.\nIch gedenke auf alle diese Dinge sp\u00e4ter eingehend zur\u00fcckzukommen, wenn eine Anzahl neu eingeleiteter Versuche abgeschlossen ist.","page":0},{"file":"P0097.txt","language":"de","ocr_de":"Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.\n97\nschon h et er ozy gotisch sich in gleich starker Weise \u00e4u\u00dfert, wie homozygotisch. Teilweise Dominanz liegt vor, wenn der Faktor heterozygotisch in seiner Wirkung deutlich geschw\u00e4cht ist.\nVon den in vorstehender Arbeit n\u00e4her behandelten Faktoren sind es nur drei E, P, N, welche schon heterozygotisch, also als Ee, Pp, Nn, sich genau gleich stark \u00e4u\u00dfern, wie homozygotisch als EE, pp, nn, d. h. hier sind die Heterozygoten nicht von den Homozygoten zu unterscheiden.\nDagegen alle Farbenfaktoren \u00e4u\u00dfern sich homozygotisch intensiver als heterozygotisch. Im einzelnen bestehen freilich gro\u00dfe Unterschiede, sehr leicht sind z. B. die Gg von den gg, die Ff von den ff zu unterscheiden, sehr schwer, meist gar nicht dagegen die DD von den dd, oft auch nicht LL von Li. Da\u00df aber trotzdem auch in diesen F\u00e4llen der betreffende Faktor heterozygotisch (also nach der presence and absence-Theorie einmal vorhanden) sich schw\u00e4cher \u00e4u\u00dfert als wenn er homozygotisch, d. h doppelt vorhanden ist, kann man gelegentlich nach-weisen. Gerade in dem letztgenannten Beispiel, zwischen ll und Li, tritt ein Unterschied sehr deutlich hervor, wenn man die Pflanzen unter Bedingungen kultiviert, die der Ausbildung der roten Farbe entgegenwirken, also warm und schattig, es tritt dann ein Unterschied zwischen ll und Li-Pflanzen deutlich hervor, die Ll sind blasser.\nBei einzelnen der im vorstehenden beschriebenen Versuche z. B. im Versuch 6 und 7 habe ich die Heterozygoten und die Homozygoten getrennt gez\u00e4hlt, aber im allgemeinen tue ich das nicht, weil eben meist eine sichere Unterscheidung doch zeitraubend und vielfach sogar unm\u00f6glich ist, weil die Homozygoten und die Heterozygoten zwar oft verschieden sind, aber transgredierend fluktuieren.\nIch kann dementsprechend zwar in jeder Spaltung einzelne Individuen bezeichnen, die sicher homozygotisch in bezug auf einen bestimmten Faktor sind und ebenso andere, die sicher heterozygotisch sind, aber ich kann meist nicht von jedem einzelnen Individuum sagen, ob es homo- oder heterozygotisch ist.\nFigurenerkl\u00e4rung zu Tafel I.\nFarbenrassen von Antirrhinum majus. Auf die vorstehende Abhandlung beziehen sich die Figuren 1\u201417, ferner Fig. 19, 20, 26, 27, 28, 29, 30 und nur diese Figuren seien deswegen hier besprochen. Die \u00fcbrigen Abbildungen beziehen sich auf eine sp\u00e4tere Arbeit, die auch in dieser Zeitschrift erscheinen soll und sind hier nur schon mitreproduziert worden, um die Kosten einer weiteren, sonst n\u00f6tig gewesenen Tafel zu ersparen. Die Bl\u00fcten sind alle nach der Natur von Herrn Maler Eichhorn-Berlin gemalt und dann in Farbenlithographie wiedergegeben worden.\nInduktive Abstammungs- und Vererbungslehre. III.\n7","page":0},{"file":"P0098.txt","language":"de","ocr_de":"98\nBaur. Steinmann.\nDa im Text, besonders S. 39 sehr ausf\u00fchrlich auf die Tafel Bezug genommen ist, gebe ich hier nur an, welche Farbenbezeichnung die abgebildete Bl\u00fcte in meiner Terminologie hat.\nFig. 1 : wei\u00df.\nFig. 2 : gelb.\nFig. 3: elfenbein.\nFig. 4: fleischfarbig a. g., ganz. Vorderansicht.\nFig. 5: fleischfarbig a. g., ganz. Hinteransicht.\nFig. 6: fleischfarbig a. e., ganz.\nFig. 7: rot a. e., ganz.\nFig. 8: rot a. g., ganz.\nFig. 9: bla\u00dfrot a. e., ganz.\nFig. 10: schwarzrot a. e., ganz.\nFig. 11 : rot a. g., ganz, picturatum. Vorderansicht (vgl. Fig. 15).\nFig. 12: rot a. e., ganz, picturatum.\nFig. 13: rot a. g., ganz, picturatum. Hinteransicht (vgl. Fig. 11).\nFig. 14: chamoisrosa a. e., ganz Fig. 15: rubin a. e., ganz.\nFig. 16: rot a. e., Delila.\nFig. 17: chamoisrosa a. g., Delila.\nFig. 19: hellpicturatum a. e., Delila.\nFig. 20: dunkelpicturatum a. e., Delila.\nFig. 26: rot geadert, a. e.\nFig. 27, 28: rosar\u00fccken a. e.\nFig. 30: schwarzrot a. g., Delila (pelorische Halbrasse).\nZur Phylogenie der Dinosaurier.\nEine kritische Besprechung von G. Steinmann.\nFast ein Jahrzehnt lang hat F. v. Huene der Untersuchung der Trias-Dinosaurier gewidmet, und das jetzt abgeschlossene dritte Werk \u00fcber diese Reptilgruppe1), in dem auch die fr\u00fcheren Untersuchungen mit verarbeitet wurden, zeigt deutlich den gewaltigen Fortschritt auf, den die Wissenschaft v. Huenes sorgf\u00e4ltigen Forschungen verdankt. Denn wir besitzen jetzt ein Werk, das einen recht vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick \u00fcber den Zustand dieser Tiergruppe zur Triaszeit bietet, und das als ein ebenb\u00fcrtiges Gegenst\u00fcck zu der klassischen Monographie von Marsh angesprochen werden\ni) Die Dinosaurier der europ\u00e4ischen Triasformation mit Ber\u00fccksichtigung der au\u00dfereurop\u00e4ischen Vorkommnisse (Geol. u. pal. Abh. hrg. v. Koken, Supp. 1 1907\u201408). Skizze zu einer Systematik und Stammesgeschichte der Dinosaurier (Centralbl. f.. Min. etc. 1909. S. 12-\u201422).\nDie fr\u00fcheren umfassenden Arbeiten des Referenten sind:\n\u00dcbersicht \u00fcber die Reptilien der Trias (Geol. u. pal. Abh. 10 A 902).\nUber die Dinosaurier der au\u00dfereurop\u00e4ischen Trias (ebenda 12 1906).","page":0},{"file":"p0098s0001table.txt","language":"de","ocr_de":"Zeitschrift f\u00fcr induktive . 1bslummiuigs-iuid Vererbungslehre.Btt.3.\nTaft!\nBaur: Antirrhinum.\nELaize,,L\u00fch Inst.Berlin,.","page":0}],"identifier":"lit21434","issued":"1910","language":"de","pages":"34-98","startpages":"34","title":"Vererbungs- und Bastardisierungsversuche mit Antirrhinum","type":"Journal Article","volume":"3"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:46:05.063230+00:00"}
