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Apparate für psychologische Untersuchungen, Katalog XXI

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{"created":"2022-01-31T15:31:16.763015+00:00","id":"lit23709","links":{},"metadata":{"contributors":[{"name":"Spindler & Hoyer","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"G\u00f6ttingen","fulltext":[{"file":"a0001.txt","language":"de","ocr_de":"is\nSpindler & Boyer\n6. m. b. B.\nGottingen\n\u2019*as\u00bb\u00bb5si*as\u00bb\u00bbss*\u00abas\u00abi*as\u00ab*as\u00bb\u00ab*a3\u00ab\u00bb*asi*as\nApparate f\u00fcr psycholo\u00ab\ngische Untersuchungen","page":0},{"file":"p0001.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER\nG. m. b. H.\nMECHANISCHE und OPTISCHE WERKST\u00c4TTEN\nGOTTINGEN\nAPPARATE\nf\u00fcr\nPSYCHOLOGISCHE\nUNTERSUCHUNGEN\nKatalog XXI","page":1},{"file":"p0002.txt","language":"de","ocr_de":"Vorwort.\nDer Aufforderung der Firma SPINDLER & HO YER, f\u00fcr den vorliegenden Katalog die Apparate zusammenzustellen und zu beschreiben, bin ich gerne nachgekommen. Denn wenn diese Arbeit auch viel mehr Zeit und M\u00fche kostet, als es auf den ersten Blick scheinen mag, so hoffte ich doch im Interesse der Wissenschaft zu handeln.\nErstens wird es manchem Forscher viel M\u00fche ersparen, wenn er einen gro\u00dfen Teil der Apparate zusammengestellt vorfindet und deren Beschreibungen stets bequem zur Hand haben kann.\nDer Katalog sollte indessen mehr leisten, als etwa eine Zusammenstellung der bis jetzt \u00fcber die betreffenden Apparate ver\u00f6ffentlichten Beschreibungen und Notizen. Zun\u00e4chst sind die Beschreibungen, auch wo es sich um verwandte Apparate handelt, sehr verschieden, in der einen ist dieses, in der andern jenes betont, die eine nach diesen, die andere nach jenen Gesichtspunkten geordnet. Hier sind sie nach einem gemeinschaftlichen Schema verfa\u00dft und so ihre Vergleichung wesentlich bequemer gemacht. Dazu kommt aber vor allem Folgendes: Will man sich z. B. \u00fcber einen Ged\u00e4chtnisapparat ein sicheres Urteil bilden, so wird man alle in den bisher ver\u00f6ffentlichten Beschreibungen geltend gemachten Forderungen sorgf\u00e4ltig sammeln, eventl. die aus eigener Praxis gewonnenen hinzuf\u00fcgen, sich \u00fcber die gr\u00f6\u00dfere oder geringere Wichtigkeit derselben ein Urteil bilden, und, so ger\u00fcstet, an die Kritik herantreten. Diese Arbeit versuchte ich nun im vorliegenden Kataloge zum Teil vorwegzunehmen, indem ich in gemeinsamen Vorbemerkungen zu zusammengeh\u00f6rigen Apparaten die psychologischen und praktischen Forderungen zusammenstellte und darauf bei den Beschreibungen R\u00fccksicht nahm.\nIn der Beschreibung der einzelnen Apparate, der Details, der physikalischen Fehlerquellen und deren Kontrolle, ihrer Gebrauchsanweisung etc., konnte lange nicht alles gesagt werden, was zu sagen gewesen w\u00e4re. Dazu h\u00e4tte mindestens der dreifache Raum zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcssen. Ich war daher gezwungen, eine Auswahl zu treffen. Es wurde manches weggelassen, was mir gen\u00fcgend bekannt oder weniger wichtig schien; zum Teil freilich beruhte die Auswahl auch darauf, da\u00df es mir nicht m\u00f6glich war, jeden Apparat durchzuversuchen. Man m\u00f6ge es mir daher verzeihen, wenn sich auch in wichtigeren Punkten L\u00fccken finden sollten. Vielleicht wird in einer Neuauflage Gelegenheit sein, diese auszuf\u00fcllen. Aber es d\u00fcrfte wohl in der Natur der Aufgabe liegen, da\u00df man sie nie als vollst\u00e4ndig gel\u00f6st wird ansehen k\u00f6nnen.\nBerlin, Oktober 1908.\nDr. Hans Kupp\nAssistent am psychol. Institut zu Berlin (fr\u00fcher Assist, am psychol. Instit. zu G\u00f6ttingen.)","page":2},{"file":"p0003.txt","language":"de","ocr_de":"Vorwort.\nIm Jahre 1898 ging die Firma Carl Diederichs, welche sich u. a. mit der Anfertigung von psychologischen Apparaten nach Angaben von G. E. M\u00fcller und Schumann befa\u00dfte, in unseren Besitz \u00fcber.\nWir haben uns nun die Aufgabe gestellt, uns eingehender mit der Herstellung psychologischer Apparate zu besch\u00e4ftigen. Zu diesem Zwecke haben wir die Anfertigung einer Reihe von Modellen in Angriff genommen, die teils Verbesserungen unserer fr\u00fcheren Modelle darstellen, teils aber neue, den neuesten Forderungen entsprechende Apparate sind. Einige dieser Neukonstruktionen sind noch nicht zur Vollendung gelangt. Wir beschr\u00e4nken uns daher im folgenden darauf, auf sie an entsprechender Stelle blos hinzuweisen, und werden ihre genaue Beschreibung sp\u00e4ter in Erg\u00e4nzungsheften mitteilen.\nDa eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von bew\u00e4hrten Apparaten von anderen Mechanikern hergestellt werden, so haben wir uns, um ein psychologisches Laboratorium ann\u00e4hernd vollst\u00e4ndig einrichten zu k\u00f6nnen, mit diesen Mechanikern in Verbindung gesetzt und von den meisten von ihnen die Einwilligung erwirkt, einige ihrer Apparate in unseren Katalog aufnehmen zu d\u00fcrfen. Wir nehmen die Bestellung auf diese Apparate entgegen uud liefern sie zu denselben Preisen, wie sie von den betreffenden Mechanikern selbst geliefert werden. Dieses Vorgehen d\u00fcrfte wohl den P. P. Herren Psychologen willkommen sein, weil wir damit in unserem Kataloge eine gro\u00dfe Anzahl der wichtigsten Apparate zusammenstellen k\u00f6nnen, die sonst zum Teil in den Katalogen der verschiedenen Mechaniker zerstreut sind, w\u00e4hrend sich ein anderer Teil in B\u00fcchern und Zeitschriften findet, so da\u00df es oft viel M\u00fche kostet, sie zusammenzusuchen.\nWir bitten jedoch, da\u00df man nicht eine Liste aller bis jetzt hergestellten Apparate erwarten m\u00f6ge. Wir haben \u00e4ltere und schon \u00fcberlroffene Apparate nicht aufgenommen und ebenso eine Aufz\u00e4hlung von verschiedenen Modellen desselben Apparates, die keine wesentlichen Unterschiede zeigen, vermieden. Endlich bitten wir zu ber\u00fccksichtigen, da\u00df das Unternehmen im Werden begriffen ist. Wir hoffen jedoch, da\u00df es uns im Laufe der Zeit gelingen wird, die L\u00fccken auszuf\u00fcllen.\nIn dem vorliegenden Kataloge sind die wichtigsten Eigenschaften der angef\u00fchrten Apparate an der Hand von Abbildungen und schematischen Zeichnungen kurz beschrieben, und ist auf Zweck und Verwendung derselben hingewiesen. F\u00fcr einzelne Apparate, hei welchen es w\u00fcnschenswert sein d\u00fcrfte, werden wir sp\u00e4ter eine eingehende Beschreibung und genaue Gebrauchsanweisung beif\u00fcgen. Bei Anfragen und Bestellungen geben wir nat\u00fcrlich gerne die eingehendsten Ausk\u00fcnfte.\nG\u00f6ttingen, Oktober 1908.\nSPINDLER & HO VER.\nDie jetzt erscheinende neue Auflage enth\u00e4lt durchweg die Apparate der ersten Auflage. Einige Instrumente, welche sich nicht bew\u00e4hrt haben, sind fortgefallen, dagegen sind wieder andere neu aufgenommen worden.\nSPINDLER & HOVER\nG. m. b. H.\nG\u00f6ttingen, im Juni 1921.","page":3},{"file":"p0004.txt","language":"de","ocr_de":"Verkaufs-Bedingungen\nDer Versand erfolgt auf Rechnung und Gefahr des Empf\u00e4ngers, je nach dem Gewicht der Apparate per Post oder Bahn.\nDie Verpackung wird aufs Sorgf\u00e4ltigste vorgenommen und zum Selbstkostenpreise berechnet.\nBei Bestellungen bitten wir um genaue Angabe der Nummer des bestellten Gegenstandes.\nHandelt es sich um Apparate, welche mit elektrischem Strom bet\u00e4tigt werden, so bitten wir stets anzugeben, welche Stromquellen (Elemente, Akkumulatoren, Anschlu\u00df an das Hochspannungsnetz, Gleich-- oder Wechselstrom) vorhanden und f\u00fcr welche Volt- und Amperezahl dieselben eingerichtet sind.","page":4},{"file":"p0005.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.b.m.H. G\u00d6TTINGEN\nI. Apparate f\u00fcr\nZeitmessungen und Registrierapparate.\nChronoskope, Chronometer, Uhren.\nNr. 1. Chronoskop nach Hipp. Dieses Instrument hat sich in der Psychologie und Psychiatrie vollst\u00e4ndig eingeb\u00fcrgert und wird bei Ged\u00e4chtnis- und bei allen Arten von Reaktionsversuchen fast ausschlie\u00dflich benugt. ln seiner am h\u00e4ufigsten vorkommenden Form, gew\u00f6hnlidies Modell, gestattet es, Zeiten bis auf Viooo Sek. = 1 a genau zu bestimmen, und hat eine Laufzeit von einer Minute. Das Uhrwerk wird durch ein Gewicht getrieben und sein Gang durch eine genau gestimmte Lamelle reguliert. Das Zeigerwerk kann elektromagnetisch aus- und eingeschaltet werden, und zwar ist das Instrument entweder so zu schalten, dag die Zeiger sich drehen, solange ein Strom durch das Chronoskop geht, oder so, dag sie sich drehen, solange der Strom unterbrochen oder durch Nebenleitung hinl\u00e4nglich geschw\u00e4cht ist. Die Wahl der Schaltung h\u00e4ngt u. a. davon ab, ob das Reiz- und das Reaktionsinstrument f\u00fcr \u00d6ffnung oder f\u00fcr Schliegung eines Kontaktes eingerichtet sind. In der Vorbemerkung zur Gruppe \u201eVI. Apparate f\u00fcr Reaktionsversuche'' sind einige Sdialtungen angef\u00fchrt.\nDas Instrument wird auger in der beschriebenen, gew\u00f6hnlichen Form, noch in zwei gr\u00f6\u00dferen Formen hergestellt, in welchen es wesentlidi praktischer, freilich auch wesentlich teurer ist, da diese Modelle relativ selten angefertigt werden. Das eine Modell, gro\u00dfes Modell, unterscheidet sich von der gew\u00f6hnlichen Form nur durch die l\u00e4ngere Laufzeit von 6 Minuten; das zweite, gro\u00dfes Modell mit 3 Zifferbl\u00e4ttern, unterscheidet sich erstens dadurch, da\u00df es die Zeiten nur auf \u2018/too Sek. statt auf \u2018/iooo Sek. genau angibt; zweitens durch eine l\u00e4ngere Laufzeit: 30 Minuten per Gewichtsaufzug bei einem Gewichtsfall von 55 cm, drittens dadurch, da\u00df es drei Zifferbl\u00e4tter und drei Zeiger besigt, von welchen der eine '/wo Sek., der zweite und dritte die Sekunden und Minuten anzeigt. Der Sockel des Apparates und sein Gewicht mit Gall\u2019scher Kette und Gegengewicht sind die gleichen wie diejenigen bei den Bandchronographen. Das Gewicht kann jederzeit wieder aufgezogen werden, ohne dag dadurch der Gang des Apparates oder die angefangenen Beobachtungen gest\u00f6rt werden. Der doppelte Elektromagnet mit gemeinschaftlichem Anker, der augenblicklich die Zeiger in Bewegung segt oder sie abstellt, befindet sich an der hinteren Geh\u00e4usewand.\nNr. la gew\u00f6hnliches Modell, mit S\u00e4ulenaufsa\u00df.\nNr. lb gro\u00dfes Modell mit 2 Zifferbl\u00e4ttern, per Gewichtsaufzug 6 Minuten gehend,\nauf Sockel und Konsole montiert, auf S\u00e4ulenaufsa\u00df montiert.\nNr. lc gro\u00dfes Modell mit drei Zifferbl\u00e4ttern, wie oben beschrieben, der gleiche Apparat, aber mit Federbetrieb und einer Gangdauer von 15 Minuten pro Aufzug.\n5","page":5},{"file":"p0006.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 2. Chronometer d\u2019Arsonval. Dieses Instrument wird durch eine Feder betrieben und zeigt Sekunden an. Die elektromagnetische Ein- und Ausschaltung des Zeigerwerkes ist dieselbe wie beim Hipp, jedoch ist der Apparat so eingerichtet, da\u00df das Zeigerwerk nur dann geht, wenn der Strom ge\u00f6ffnet bez. ge-sdiw\u00e4cht ist. Laufzeit 10 Minuten. Die Zeiger k\u00f6nnen stets in die Nullstellung gebracht werden, so dag die Zeiten direkt abgelesen werden k\u00f6nnen, nicht erst durch Subtraktion zu berechnen sind, wie beim Hipp.\nNr. 3. Chronoskop nach Ewald. Dasselbe benugt die momentanen Strom-schliegungen einer Stimmgabel von 100 Doppelschwingungen dazu, elektromagnetisch einen Zeiger bei jeder Schwingung um einen Teilstrich weiter zu bewegen. Der Zeiger kann nach jeder Ablesung in die Nullstellung gebracht werden.\nNr. 4. Vernier-Chronoskop nach Sanford. (Sanford \u201eThe Vernier-Chrono-skope\u201c Amer. Journ. of Psych. Vol. IX und \u201eImprovements in the Vernier-Chronoskope\u201c ebenda Vol. XII). Dieses Chronoskop gestattet, Zeiten in ('so Sekunde (vergl. auch die Anrn.) zu messen. Vor den \u00fcbrigen Chronoskopen hat es den Vorzug der Einfachheit und Billigkeit. Das zur Zeitmessung n\u00f6tige Ausz\u00e4hlen der Schwingungen ist allerdings umst\u00e4ndlicher als das einfache Ablesen der Zeiten bei den Uhren. Besonders ist das Instrument bei Forschungsreisen zu empfehlen.\nDas Prinzip des Apparates ist folgendes: Er besteht erstens aus 2 Pendeln, von welchen das eine etwas l\u00e4nger ist als das andere, und zweitens aus Vorriditungen, die gestatten, das l\u00e4ngere Pendel am Beginn der zu messenden Zeit (in der Regel eine Reaktionszeit) loszulassen, das k\u00fcrzere am Ende derselben. Die maximale Amplitude (feste Ausgangslage) beider Pendel ist dieselbe.\nBei Modell I und II ist die Pendell\u00e4nge so zu regulieren, dag das l\u00e4ngere Pendel eine Doppelschwingung in 0,80 Sekunden, das k\u00fcrzere in 0,78 Sekunden ausf\u00fchrt, Wenn daher beide Pendel zu gleicher Zeit losgelassen werden, so wird bei jeder Schwingung des k\u00fcrzeren, das l\u00e4ngere Pendel um 0,02 = \u2018/so Sekunde Zur\u00fcckbleiben. Am Ende der 40. Schwingung des k\u00fcrzeren Pendels wird das l\u00e4ngere um 40 X\u2018/5o = 0,80 Sekunde zur\u00fcckgeblieben sein, also um eine ganze Sdiwingung; das lieigt, es werden die 41. Schwingung des k\u00fcrzeren und die 40. Schwingung des l\u00e4ngeren Pendels wieder gleichzeitig beginnen (Koinzidenz). Wird ferner das k\u00fcrzere Pendel z. B. um eine '/so Sekunden sp\u00e4ter losgelassen als das l\u00e4ngere, so mug, wie aus dem Gesagten unmittelbar hervorgeht, am Ende der ersten Schwingung des k\u00fcrzeren Pendels Koinzidenz eintreten. Wenn es nach 2, 3 \u2018/eo Sekunden losgelassen wird, so werden analog am Ende der 2., 3. Schwingung die beiden Pendel koinzidieren. Will man daher umgekehrt wissen, um wieviel Sekunden das k\u00fcrzere Pendel sp\u00e4ter losgelassen wurde,","page":6},{"file":"p0007.txt","language":"de","ocr_de":"\t\t\n\torUNDLlLK &\u2022 riU Y ttK (j.m.D.n. DU I 1 UNLrKJN\t\nwie grog also die Reaktionszeit war, so braucht man nur die Schwingungen des k\u00fcrzeren Pendels zu z\u00e4hlen bis zu jener Schwingung, an deren Ende die erste Koinzidenz stattfand. Die Anzahl der Schwingungen gibt die L\u00e4nge der Reaktionszeit in \u2018/so Sekunde an. Dasselbe Resultat erh\u00e4lt man, wie eine c infache Erw\u00e4gung ergibt, wenn man die Schwingungen des l\u00e4ngeren Pendels vom Beginn der Reaktionszeit an z\u00e4hlt bis zu jener Schwingung, an deren Ende Koinzidenz eintrat. Dieses Verfahren ist bei dem vorliegenden Modell bequemer, weil das l\u00e4ngere Pendel auf der dem Versuchsleiter zugekehrten Seite h\u00e4ngt. Wenn das gr\u00f6gere Pendel 1, 2 Schwingungen vollendet, ehe das zweite Pendel losgelassen wird, so sind nat\u00fcrlich zum erhaltenen Resultat 1X0,8, 2X0,8 Sekunden zu addieren.\nDie in Rede stehenden Modelle sind nicht blos Chronoskope, sondern sie enthalten augerdem Vorrichtungen f\u00fcr eine ganze Reihe von Reizen und f\u00fcr Reaktionen ; das tr\u00e4gt auch dazu bei, den Apparat namentlich f\u00fcr Reisende wertvoll zu machen.\nModell I. Auf einer stabilen, gugeisernen Platte erhebt sich (in der Figur hinten sichtbar) ein Tr\u00e4ger, an dessen oberem Ende eine horizontale Leiste befestigt ist. An dieser legteren sind mittels F\u00e4den die 2 Pendelscheiben aufgeh\u00e4ngt.\nUm den Pendeln ohne M\u00fche die richtige L\u00e4nge geben zu k\u00f6nnen, ist folgende einfache Vorrichtung getroffen: der oben erw\u00e4hnte Tr\u00e4ger hat nahe dem unteren Ende zwei \u00fcbereinander liegende L\u00f6cher; ebenso sind die beiden Pendelscheiben in ihrer Mitte durchloeht. In diese L\u00f6cher pagt ganz exakt der in der Figur neben dem Apparate liegend gezeichnete Stab. Steckt man ihn z. B. in das untere Loch und schiebt \u00fcber ihn die Scheibe des vorderen, l\u00e4ngeren Pendels, so braucht man nur den Faden desselben etwas zu spannen, um dem Pendel die richtige L\u00e4nge zu geben. Analog dient das obere Lodi in dem Tr\u00e4ger dazu, das kurze Pendel einzustellen.\nFreihch ist es n\u00f6tig, die Schwingungsdauer nachtr\u00e4glich noch genauer mittels der Stoppuhr zu messen. Es schadet nichts, wenn dabei Zahlen herauskommen sollten, die von den oben angegebenen 0,80 und 0,78 ein wenig differieren. Man migt eben dann die Reaktionszeit nicht in l/B0 = 0,02 Sekunden, sondern z. B. in 0,021 Sekunden als Einheiten. Man vergleiche hier\u00fcber die erste der oben zitierten Abhandlungen.\nVon den weiteren Teilen des Apparates springen vor allem die 2 Taster in die Augen. Der vordere dient dazu, den Reiz auszul\u00f6sen und im gleichen Moment das vordere Pendel loszulassen, der hintere Taster wird als Reaktionstaster benugt. Sowie die Versuchsperson beginnt, ihn niederzudr\u00fccken, wird das zweite Pendel frei.\n7","page":7},{"file":"p0008.txt","language":"de","ocr_de":"!\tII\t1\n1 OrinULtK \u00f6c flU \u00cf JttJK u.m.D.H. U<J 1 1 liNULdN\t\nDie Schemen la und Ib zeigen die Wirkungsweise dieser Vorrichtungen deutlicher. Die Taster bestehen aus dem Winkelhebel A, der um die Axe a drehbar ist. Der horizontale Schenkel tr\u00e4gt den Knopf, der vertikale Schenkel ist an seinem oberen Ende so abgeschliffen, dag seine Schleiffl\u00e4che a genau auf die untere Fl\u00e4che b des nicht beweglichen St\u00fcckes B pagt. Eine Feder, die unterhalb des Knopfes angreift (in der Figur sichtbar), dr\u00fcckt den horizontalen Schenkel nadi oben und pregt damit a fest an b an.\nDie Pendelscheibe tr\u00e4gt einen Ring, der mit einem flachen Stiel versehen ist. Dieser Stiel wird zwischen den eben genannten Sdileiffl\u00e4chen a und b eingeklemmt. Wird auf den Taster gedr\u00fcckt, so entfernen sich, wie Schema I b zeigt, die beiden Schleiffl\u00e4chen, und der Stiel und mit ihm auch das Pendel wird losgelassen.\nDie Ausl\u00f6sung einiger Reize beim Niederdr\u00fccken des vorderen Tasters geschieht in folgender einfacher Weise. Akustische Reize k\u00f6nnen dadurch erzeugt wmrden, dag man mit einem harten Gegenstand mit gleicher St\u00e4rke auf den Knopf des Tasters schl\u00e4gt. Man kann sich auch trainieren, gleichzeitig auf den Taster zu dr\u00fccken und ein Wort oder eine sinnlose Silbe auszusprechen; dadurch wird der Apparat f\u00fcr viele und wichtige Versuche verwendbar. Zur Ausl\u00f6sung eines visuellen Reizes wird auf dem vertikalen Schenkel A des vorderen Tasters ein vertikaler Stab befestigt (siehe Figur), der oben mittels einer Klammer ein Schirmchen tr\u00e4gt (in der Figur nicht gezeichnet). Dieses verdeckt ein zweites Schirmchen, das durch eine Klammer gehalten wird, welche vorne an der die Pendel tragende Leiste aufgesegt ist. Das zweite Schirmchen besigt das Reizobjekt; es ist mit Papier von bestimmter Farbe \u00fcberklebt, oder es stehen Worte oder Ziffern auf demselben usw. Wird nun der Taster niedergedr\u00fcckt, so wird das zuerst genannte Schirmchen weggezogen und dadurch das Reizschirmchen siditbar. Auch primitive Tastreize lassen sich gleichzeitig mit dem Niederdr\u00fccken des Tasters applizieren, indem die Versuchsperson einen Finger so unter die Hand des Versuchsleiters legt, dag er von dieser beim Niederdr\u00fccken des Tasters ber\u00fchrt wird. Zur Reaktion dient zun\u00e4dist der zweite Taster. Uebt man jedoch die Versuchsperson darauf ein, gleichzeitig mit dem Beginn des Sprechens auf den Taster zu dr\u00fccken, so kann man den Apparat f\u00fcr alle m\u00f6glidien sprachliche!! Reaktionen verwenden, wodurdi sich wieder, wie durch den sprachlichen Reiz, das Anwendungsgebiet des Apparates sehr erweitert.\nModell II. Dieses Modell unterscheidet sich in zwei Punkten von dem fr\u00fcheren. Erstens hat es 2 Taster zur Reaktion; es eignet sich also f\u00fcr die sogenannten Wahlreaktionen, wenn man zur Reaktion die Tasterbewegung w\u00e4hlt. (Bei sprachlicher Reaktion lassen sich dieselben Versuche, wie oben erw\u00e4hnt, auch mit dem vorigen Modell ausf\u00fchren). Zweitens ist an dem Taster des Versuchsleiters ein Kontakt angebracht, weldier bei Beginn des Niederdr\u00fcckens ge\u00f6ffnet wird. Durch diese\n$","page":8},{"file":"p0009.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m b H. G\u00d6TTINGEN\nletzte Einrichtung wird der Apparat f\u00fcr viele neue F\u00e4lle brauchbar. Schaltet man n\u00e4mlich in den Stromkreis, welcher durch diesen Kontakt geht, ein Induktorium, so kann man zur Reizung Funken, Geigler\u2019sche R\u00f6hren, Telephone, Elektroden zur Hautreizung usw. verwenden; man ist hinsichtlich des Ortes, an welchem der Reiz erzeugt werden soll, nicht gebunden, man kann seine Intensit\u00e4t mittels des Induktoriums leicht ver\u00e4ndern, und man kann abwechselnd beliebig viele verschiedene und an verschiedenen Orten gelegene Reize geben. Au\u00dferdem k\u00f6nnen die Apparate Nr. 205 und Nr. 207 und eine Reihe anderer im vorliegenden Katalog nicht angef\u00fchrter Apparate (ohne Induktorium) bei diesem Modell des Chronoskopes zur Anwendung kommen. Nat\u00fcrlich lassen sich auch alle Versuche ausf\u00fchren, die bei der Besprechung des ersten Modelles erw\u00e4hnt wurden.\nDie Schemen IIa und IIb zeigen die Konstruktion des Tasters; sie weidit von der Konstruktion im Modell I etwas ab.\nIn dem festen, schraffierten Teil A bewegt sich der Kolben B ; er wird, wenn nicht auf den Knopf des Tasters gedr\u00fcckt wird, durch die Feder F nach unten gezogen, so dag sein konisch geh\u00f6hlter Kopf fest an A anliegt und den Stiel der Pendelscheibe einklemmt. Durch Niederdr\u00fccken des Tasters wird der Kolben, wie Schema II b zeigt, gehoben und das Pendel losgelassen. Die Konstruktion der Taster des k\u00fcrzeren Pendels ist dieselbe, nur dag dort zwei Tasterhebel unter dem Zapfen B ansegen, so dag dieser legtere in gleicher Weise durdi jeden von beiden gehoben werden kann. Die Kontaktvorrichtung c am vorderen Taster ist ohne weiteres aus dem Schema verst\u00e4ndlich. Die Feder f soll die Sicherheit des Kontaktes verb\u00fcrgen.\nAnmerkung \u00fcber Verbesserungen. Ein Kontakt wie bei Modell II, der bei Beginn der Tasterbewegung ge\u00f6lfnet wird, ist auch in Modell I eigentlich schon vorhanden, n\u00e4mlidi der Kontakt zwischen den Fl\u00e4chen a und b (vgl. Schema Ia und Ib), der durdi die Wirksamkeit der Feder F noch gesichert ist. Es ist daher nach einem Vorschl\u00e4ge von Rupp nur n\u00f6tig, den Teil B von dem Taster zu isolieren, und Klemmen anzubringen, um diesen Kontakt auch elektrisdi verwendbar zu madien und damit, nach dem oben Gesagten, das Anwendungsgebiet des Apparates bedeutend zu vergr\u00f6\u00dfern Das Modell I wird audi mit dieser Erg\u00e4nzung geliefert und zwar mit einem elektrischen Kontakt auch f\u00fcr den zweiten Taster, wodurch sich der Apparat nodi zu manchem anderen Zwecke verwenden lassen d\u00fcrfte.\nAuf Wunsdi wird ferner, einer Bemerkung in der oben zitierten Abhandlung gem\u00e4\u00df, der Apparat so konstruiert, da\u00df die Loslassung der Pendel elektrisdi, durdi \u00d6ffnung eines Stromes, herbeigefiihrt wird. Dadurch ist es erstens m\u00f6glich, eine Reihe weiterer Rcizinstrumente zu verwenden, wie die Treffer-Appa-rate Nr. 217 und 218, den Expositionsapparat Nr. 219, die elektrische Sdireibfeder Nr, 205a, die Schallsdil\u00fcssel Nr. 201 und 203, den Lippensdil\u00fcssel Nr. 204, den Schailhammer Nr. 205 usw. Ferner k\u00f6nnen au\u00dfer dem Taster als Reaktioiisinstrument der Lippensdil\u00fcssel und der Sdiallschl\u00fcssel in Anwendung gebracht werden. Nat\u00fcrlich kann der Apparat audi so konstruiert werden, da\u00df er sowohl medianisdie als auch elektrische Loslassung der Pendel gestattet.\nH\u00e4ngt man endlidi die Pendelscheibe nidit an F\u00e4den auf, sondern an einem festen Stab, so kann man, nach einem Vorsdilage von Rupp, durdi ein an einer Skala verschiebbares Gegengewidit, die Sdiwingungsdauer variieren und dadurch den Apparat nach Bed\u00fcrfnis so einrichten, da\u00df er eine Zeitmessung in Vso, \u2018/zu, 1 io Sekunden, vielleidit auch in >/,\u201e Sekunden zu bestimmen gestattet. Alte diese Verbesserungen \u00e4ndern den Preis nur unbedeutend.\nNr. 5. Graphisches Chronometer nach Jaquet. Dieses wegen seiner bequemen Form und wegen seiner gro\u00dfen Pr\u00e4zision sehr verbreitete Instrument kann zu verschiedenen Zwecken verwendet werden. Zun\u00e4chst dient es als Stoppuhr: durch\n9","page":9},{"file":"p0011.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 9. Tachoskop. Der Zweck dieses Instrumentes ist, die Anzahl der Umdrehungen einer Axe in einem gegebenen Zeitraum zu bestimmen, und zwar in Minuten und */s Sekunden. Dies wird erreicht durch Kombination eines Tourenz\u00e4hlers mit einem zeitregistrierenden Uhrwerk. Die Abbildung zeigt das Zifferblatt des Tourenz\u00e4hlers; auf der R\u00fcckseite befindet sidi das Zifferblatt f\u00fcr die Zeitregistrierung. Das Instrument ist f\u00fcr eine Tourenzahl bis 6000 in der Minute konstruiert.\nNr. 10. Metronom zur Fixierung des Tempos beim Lernen von Silbenreihen, bei Gewiditshebungen usw. verwendbar, ferner zur Feststellung der adaequaten Zeit usw.\nNr. 11. Kontaktmetronom. Dieses Instrument benufet die Schwingungen des Metronompendels dazu, in ganz gleichen und durch das Metronom variierbaren Zeitabst\u00e4nden kurze Stromschl\u00fcsse zu erzeugen. Um dieselbe Axe \u00ab, wie das Pendel P des Metronoms dreht sich der horizontale Stab S. Dieser und die gleich zu erw\u00e4hnenden Kontaktvorrichtungen liegen vor dem Pendel, \u00e4ugen an dem Metronomkasten. Der Stab S ist mit dem Pendel in Verbindung, schwingt also mit ihm, jedoch im rediten Winkel. Dabei tauchen die beiden Stifte s s1 abwediselnd in die Quecksilbern\u00e4pfchen Q Q\u2018, so dag bei jeder Halbsdiwingung ein Kontakt geschlossen wird. Die N\u00e4pfdien sigen an Schrauben und k\u00f6nnen durch diese in ihrer H\u00f6he verstellt werden; ebenso lassen sich die Stifte s und s1 nach oben und unten schieben und durch seitliche Schr\u00e4ubchen festklemmen. Bei der Adjustierung des Kontaktmetronoms mug man darauf achten, dag nicht blog die Schl\u00e4ge des Metronoms in gleichen Zeitintervallen folgen, sondern dag auch die Momente, in welchen die Kontakte folgen, aequidistant sind, was man durch die eben bezeichneten Verschiebungen regulieren kann. Auch die Dauer der einzelnen Stromschl\u00fcsse l\u00e4gt sich auf dieselbe Weise variieren.\nKontrollinstrumente zum Hipp.\nDas Hipp\u2019sche Chronoskop kann zweierlei Fehler aufweisen: 1) Es kann sein, dag der kleine Zeiger in der Sekunde nicht genau 1000, sondern etwa 1020 \u00bb anzeigt ; in diesem Falle besteht ein Gangfehler oder \u201ekonstanter Fehler\u201c; derselbe ist der angezeigten Zeit proportional. 2) Das Zeigerwerk beginnt nicht genau in dem Momente zu laufen, wo der durch die Uhr gehende Strom gesdilossen (bez. ge\u00f6ffnet) wird; ebenso bleibt es ein wenig sp\u00e4ter stehen, als derselbe ge\u00f6ffnet (bez. geschlossen) wird. Sind diese Latenzzeiten gleich, so zeigt das Chronoskop die Zeit richtig an (abgesehen von einem etwaigen Gangfehler) ; sind sie nicht gleich, so besteht ein Latenzfehler oder \u201evariabler Fehler\u201c. Durch \u00c4nderung von Stromst\u00e4rke und Federspannung kann dieser Fehler eliminiert werden. Den Gangfehler pflegt man nicht zu eliminieren, weil es sich in der Regel nicht um absolute Zeitwerte, sondern um das Verh\u00e4ltnis der bei einer Untersuchung erhaltenen Zeiten handelt.\nDie Kontrollapparate dienen nun dazu, den Latenzfehler zu konstatieren und zu eliminieren, und ferner dazu, jederzeit eine bequeme Kontrolle zu geben, ob sich an der Einstellung des Chronoskopes nichts ge\u00e4ndert hat.\n11","page":11},{"file":"p0012.txt","language":"de","ocr_de":"! SPINDLER & HOYER G.mb.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 12. Kont roll hammer, Neukonstruktion. Ein ziemlich schwerer Hammer bewegt sich, sehr sicher gelagert, um eine horizontale Axe. Die Zeit, die er braucht, um von der festen Ausgangslage, in der er durch einen Elektromagneten gehalten wird, herabzufallen, ist au\u00dferordentlich konstant. Im Fallen bewegt er die kleinen Zungen z2 der zwei Doppelkontaktvorrichtungen k, k2 nach unten, wodurch in jeder der le\u00dfteren gleichzeitig ein Kontakt ge\u00f6ffnet und ein anderer geschlossen wird. Die zwischen der \u00c4nderung im oberen und der im unteren Kontakt liegende Zeit (Kontrollzeit) wird sowohl ehronographisch, wie durch das Hipp gemessen. Die erstere Messung, die mittels einer geeichten Stimmgabel von z. B. 250 Schwingungen ausgef\u00fchrt wird, liefert die richtige Zeit; nach ihr ist die Hippzeit eventuell zu korrigieren. Nimmt man eine kleine Kontrollzeit (120\u2014150 <r), so kann man den Gangfehler vernachl\u00e4ssigen und hat Stromst\u00e4rke und Federspannung solange zu \u00e4ndern, bis das Hipp beim Fallen des Hammers genau die Kontrollzeit anzeigt. Bei gro\u00dfen Kontroll-zeiten k\u00f6nnte dieses Vorgehen zu einer ganz falschen Einstellung des Hipp f\u00fchren. Au\u00dferdem w\u00e4chst mit der Kontrollzeit der Fehler, der sich aus einer Ungenauigkeit\nDer von uns konstruierte Kontrollhammer unterscheidet sich von den \u00fcblichen in erster Linie durch die Konstruktion der Doppelkontakte, indem hierbei nach dem Vorschl\u00e4ge von Rupp das einfachere Prinzip der Ewald\u2019schen Wippe benu\u00dft ist. Durch Bewegen der Zunge z nadi unten \u2014 siehe Schema I und II \u2014 wird fast in genau demselben Zeitmoment der Kontakt Kt geschlossen und der Kontakt K2 ge\u00f6ffnet. Da\u00df die Lage II erhalten, also K, dauernd ge\u00f6ffnet, K, dauernd geschlossen bleibe, wird bewirkt durch den Zahn A, der bei Lage II durch eine Feder unter den hinteren Hebelarm der Zunge z geschnellt wird und so deren R\u00fcckbewegung hemmt. Will man zum Zwecke eines neuen Versuches die Ausgangslage wieder hersteilen, so dr\u00fcckt man mit der Hand den Zahn A in die Lage I zur\u00fcck.\nDie Fallgeschwindigkeit und damit die Kontrollzeit kann man durch Verstellen des Laufgewichtes innerhalb weiter Grenzen variieren. Daher wurde davon abgesehen, den Elektromagneten oder die Kontakte verstellbar zu machen.\nder Stimmgabel ergeben w\u00fcrde.\ncV\u00c4)cvvva. \\\nKi\nA\n12","page":12},{"file":"p0013.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G-m.b.H. G\u00d6TTINGEN\n___________________________\nUm zur Messung der Kontrollzeit keines separaten Chronographen oder Kymographions zu bed\u00fcrfen, ist mit dem Hammer die Chronographplatte S fest verbunden. Sie wird direkt beru\u00dft und an sie eine Stimmgabel mit Schreibspi\u00dfe heranbewegt, die, w\u00e4hrend die Platte f\u00e4llt, eine Wellenlinie auf ihr aufzeichnet. Jeder Welle entspricht bei einer Gabel von 250 Schwingungen eine Fallzeit von 4 u. Man will jedoch nicht die ganze Fallzeit des Hammers, sondern nur die Zeit wissen, die er braucht, um vom oberen zum unteren Kontakt zu kommen. Zu dem Zwedce bringt man ihn nacheinander in diese beiden Lagen, h\u00e4lt ihn fest und besdireibt jedesmal mit der Stimmgabel eine horizontale Marke (a a und b b). Dann l\u00e4gt man den Hammer wie ge-w\u00f6hnlidi von oben bis unten fallen, w\u00e4hrend die Gabel ihre Schwingungen aufzeichnet und z\u00e4hlt die Schwingungen zwischen den Marken (vergl. nebenstehende Zeichnung). Nat\u00fcrlich mu\u00df man mehr solche Messungen z. B. 10 ausf\u00fchren, wobei man sich gleichzeitig \u00fcberzeugt, ob der Hammer mit konstanter Ge-sdiwindigkeit f\u00e4llt.\nDamit man diese Bestimmung exakt und bequem ausf\u00fchren kann, wird zu dem Apparat ein Stativ f\u00fcr die Stimmgabel geliefert, das 1. gestattet, die Schreibspi\u00dfe horizontal an der Platte entlang zu f\u00fchren zum Aufzeichnen der horizontalen Marken, und das 2. erm\u00f6glicht, die Gabel von der Platte zur\u00fcckzuziehen und dann wieder genau um denselben Betrag gegen die Platte zu schieben. Wenn man n\u00e4mlich vor einer neuen Messung die Platte hodiheben will, mu\u00df man die Schreibspi\u00dfe vorerst entfernen, da sie sonst bei der Hebung verbogen w\u00fcrde. F\u00fcr die Schreibung mu\u00df dann die Spi\u00dfe wieder genau um denselben Beirag hinbewegt werden, da sonst, wie leicht einzusehen, die horizontalen Marken ihre Giltigkeit verlieren k\u00f6nnten. Dies ist durch eine Trommelablesung an dem Stimmgabelstativ erm\u00f6glicht, durch die jede Lage der Gabel genau bestimmt und stets wieder hergestellt werden kann. Stativ und Hammer sind leidit abnehmbar auf einer gemeinsamen gu\u00dfeisernen Platte montiert und zwar so, da\u00df sie genau die richtige gegenseitige Lage besi\u00dfen.\nNr. 13. Kontrollhammer, vereinfacht. Die gleichzeitige Schlie\u00dfung und \u00d6ffnung der beiden Kontakte des Doppelkontaktes hat zwar Vorteile, ist aber nicht unentbehrlich. Da die successive Schlie\u00dfung und \u00d6ffnung eine wesentlich\neinfadiere Konstruktion zul\u00e4\u00dft, so wurde sie hier gew\u00e4hlt. Ferner ist bei diesem Modell der Hammer in seiner h\u00f6disten Lage nicht elektromagnetisch, sondern mechanisch festgehalten ; nat\u00fcrlich gesdiieht auch das Loslassen mechanisch, indem der den Hammer haltende Sdiieber durch eine Feder pl\u00f6\u00dflich und mit stets gleicher Geschwindigkeit zur\u00fcckgezogen wird. Der Apparat wird ebenfalls mit einer Chronograph-Platte und mit einem auf derselben gu\u00dfeisernen Grundplatte festmontierten Stativ f\u00fcr die Stimmgabel geliefert.\n13","page":13},{"file":"p0014.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 14. KontroUvorrichtung zum Hipp nach Kiilpe. Die Ein- und Ausschaltung des Zeigerwerkes im Hipp wird dadurdi bewirkt, dag die den kleinen Zeiger tragende Axe A A nach vorne und hinten bewegt wird und dadurch der mit ihr fest verbundene Stift s bald in das vordere feststehende Kronrad Ki eingreift, bald\nin das hintere Kronrad K\u201e das sich mit dem Gewichtsuhrwerk best\u00e4ndig dreht, so dag die Axe und mit ihr der Zeiger z im ersteren Falle mitgerissen wird, im legteren Falle stillsteht. Mittels der Kontaktvorrichtung C, Cj kann man nun die Momente der Ein- und Ausschaltung am Chronographen markieren. An der hinteren Chronoskopwand ist, isoliert von ihr, ein Winkel aufgeschraubt, der eine Feder F mit einer verstellbaren Platin-spige C, tr\u00e4gt. Der dieser Spige gegen\u00fcberliegende Schraubenknopf Cs ist mit einem Platinbl\u00e4ttchen versehen. Ci wird nun so eingestellt, dag sie bei R\u00fcckw\u00e4rtsbewegung der Axe von Cj in dem Momente ber\u00fchrt wird, wo der Stift s in das hintere Kronrad eingreift und somit das Zeigerwerk zu gehen beginnt. Analog wird im Momente, wo das Zeigerwerk ausgeschaltet wird, der Kontakt Ci C, ge\u00f6ffnet. Vergleicht man am Chronographen diese Zeitpunkte mit denen, in welchen der durch die Elektromagnete des Hipp gehende Strom geschlossen und ge\u00f6ffnet wurde, so erf\u00e4hrt man unmittelbar die absolute Gr\u00f6ge der fr\u00fcher erw\u00e4hnten Latenzzeiten.\nNr. 15. Kontaktpendel (vgl. N. Ach., Uber die Willenst\u00e4tigkeit und das Denken, Anhang S. 255). Das durdi Verschieben eines Laufgewidites in seiner Sdiwingungsdauer variierbare Pendel nimmt bei der Halbschwingung nach rechts die\n14","page":14},{"file":"p0015.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nh\nilLilii uliilil 11 li lllil ! 11 llluiil.\n,h\nSc fimi I\n\nliliiliiuluillj\nil il 11 iTr|TTfl|rrrTpJ\tnnpccrjTTrqmTyrmynTiyn\nHebel h h von leichten Kontaktvorrichtungen mit, wodurch in jeder der letzteren ein Kontakt Kj dauernd ge\u00f6ffnet und kurz darauf ein anderer Kontakt K2 dauernd geschlossen wird. Aus Schema II ist die Konstruktion dieser Vorrichtungen ersichtlich. Der um a drehbare Hebel ist mit der Klemme 3 in metallischer Verbindung. Bei seiner Ausgangslage ist 3 durch den Kontakt K, mit der Klemme 1, bei der (gestrichelt gezeichneten) Endlage ist 3 mit 2 verbunden. Die Feder f ist in sinnreicher Weise so gebogen, dag sie sowohl den Kontakt Kt wie den Kontakt K2 sichert. Der hintere Teil des Hebels gleitet an ihr mittels eines kleinen R\u00f6llchens. Um den Hebel wieder in die Ausgangslage zur\u00fcckzubewegen, bedient man sich am besten der in der Figur sichtbaren Gummiballen. Durch Zusammendr\u00fccken derselben wird n\u00e4mlich der Stift a \u2014 vgl. Schema II \u2014 nach links vorgestogen, der wieder seinerseits den Hebel in die fr\u00fchere Lage zur\u00fcckbewegt.\nVier so konstruierte Kontaktvorrichtungen werden mit dem Pendel geliefert; zwei sind auf die vordere Leiste 12, zwei auf die hintere Leiste 1, aufzusegen. Zwischen den beiden Leisten schwingt das Pendel. Zwei gegen\u00fcberliegende Kontakte k\u00f6nnen einander beliebig gen\u00e4hert, ja auch gleichzeitig vom Pendel ausgel\u00f6st werden. Dasselbe erreicht man auch mittels des an die Pendelstange anschraubbaren Zusagst\u00fcckes, das einen kurzen, der Pendelstange parallelen Stab tr\u00e4gt, welcher in gleicher Weise wie diese die Hebel h mitnimmt.\nInfolge seiner grogen Masse braucht das Pendel jedesmal genau dieselbe Zeit, um von einer Kontaktvorrichtung zur anderen zu gelangen. Hat man also die Stellung derselben fixiert \u2014 die Ausgangslage des Pendels ist bei diesem Modell stets dieselbe \u2014 so kann man dieselbe Zeit beliebig oft und leicht wieder herstellen. Daher eignet sidi das Instrument zur Kontrolle des Hipp. Die Messung der Kontrollzeit geschieht auf chronographischem Wege (oder mittels eines schon gepr\u00fcften Chronoskopes).\nGegen\u00fcber dem Kontrollhammer hat das Pendel den Vorzug, dag man die Kontrollzeit beliebig klein und beliebig grog machen kann - legteres dadurch, dag man das Pendel Zwischenschwingungen zwischen der ersten und der zweiten Hebelverschiebung ausf\u00fchren l\u00e4gt. Daher d\u00fcrfte es sich auger zur Hippkontrolle zu mancherlei anderen Zwecken verwenden lassen.\nChronograph, Kymographion.\nDiese Instrumente k\u00f6nnen ebenso wie die Chronoskope zur Zeitmessung verwendet werden, nur sind sie viel unbequemer und darum etwa f\u00fcr Reaktionsversuche unbrauchbar. Jedoch ist eine graphische Zeitmessung zur Kontrolle der Chronoskope, zur Messung sehr kleiner Zeiten (z. B. Latenzzeiten) usw. wohl nicht zu umgehen. Vor allem aber haben die in Rede stehenden Apparate ein weiteres Anwendungsgebiet als die Chronoskope; sie dienen zum Aufschreiben von Kurven f\u00fcr Atmung, Puls, f\u00fcr Ausdrucksbewegungen, f\u00fcr alle willk\u00fcrlichen Bewegungen, wie das Heben von Gewichten, ferner zur Aufzeichnung von Klangkurven, zur Eichung von Stimmgabeln usw. \u00dcberhaupt stets, wenn es sich darum handelt, eine (eindimensionale) Ver\u00e4nderung in ihrem zeitlichen Verlauf, als Funktion der Zeit aufzuschreiben, ist die graphische Methode anwendbar.\n15","page":15},{"file":"p0016.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 17. Chronograph nach Schumann. (Zeitschr. f. Psych., Band 17, S. 260). Die Axe der Trommel schiebt bei der Rotation in \u00fcblicher Weise durch eine\n\u00dcbersetzung den Schlitten mit den Schreibvorrichtungen an der Trommel entlang, so dag die schreibenden Spitzen nach einer Umdrehung der legieren nicht an derselben Stelle, sondern jedesmal 4'/a mm weiter links zu liegen kommen. Bei den neuen Modellen des Apparates wird eine zweite \u00dcbersetzung hinzugef\u00fcgt, bei der die jedesmalige Verschiebung 9 mm betr\u00e4gt, so dag man auch Kurven mit gr\u00f6geren Exkursionen schreiben kann, ohne dag dieselben sich iiberdedcen. Auf Wunsdi liefern wir den Apparat auch mit \u00dcbersegungen von anderem Verh\u00e4ltnis.\nDer Sdilitten tr\u00e4gt 2 elektrische Markierer nach Pfeil, eine Stimmgabel von 250 Schwingungen und einen horizontalen Stab von 9 mm Dicke, an welchem das Jaquet\u2019sche Chronometer, Marey\u2019sche Tambours usw. befestigt werden k\u00f6nnen.\nNr. 19. Kymographlon mit selbstt\u00e4tiger Senkung. Eine durdi ein Federuhrwerk gedrehte horizontale Axe bewirkt mittels Kronrad\u00fcber-segung einerseits die Rotation der Trommel um ihre vertikale Axe, andererseits, davon unabh\u00e4ngig, eine Senkung derselben um 14 mm bei jeder Umdrehung. Die legtere Bewegung kann jedoch durch einen Exzenter w\u00e4hrend des Ganges ausgeschaltet werden, so dag sich die Trommel in konstanter H\u00f6he weiter dreht. Die Dauer einer Umdrehung kann von 5 Sekunden bis auf 2 Minuten variiert werden. Die Trommel hat einen Durchmesser von 20 cm und eine L\u00e4nge von 16 cm.\nNr.20. Kymographlon ohne (selbstt\u00e4tige Senkung. Bei \u00cf diesem Instrumente wird die Senkung nicht durch das Uhrwerk des Apparates ausgel\u00f6st, sondern man dreht, wenn man die Trommel senken will, mit der Hand an einer Kurbel in entsprechendem Mage. Im \u00fcbrigen ist dieses Kymographion genau gleich dem vorhergehenden.\n16","page":16},{"file":"p0017.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 21. Einfaches Kymographion ohne Uhrwerk. Die Trommel kann mittels der kr\u00e4ftigen Fl\u00fcgelschraube sowohl vertikal und horizontal, wie auch in beliebiger H\u00f6he eingestellt werden. Ein schwerer gu\u00dfeiserner Fug bewirkt, dag der Apparat bei jeder Lage der Trommel sehr stabil steht. Die Rotation wird durch irgend einen separaten Motor erzeugt, von dem aus eine Schnur zu einer der 2 Rollen des Kymographions gef\u00fchrt wird.\nNr. 22. Kymographion f\u00fcr endloses Papier. Die Papierrolle wird \u00fcber den Zapfen Z gesteckt, sodann das eine Ende des Papieres \u00fcber die Trommel T zur Axe A gef\u00fchrt und an derselben befestigt. Das Uhrwerk greift an A an und rollt das Papier auf dieser Axe auf. Die Sdireibvorrichtungen werden auf dem in der Abbildung sichtbaren Stab festgeklemmt u. zw. in der Weise, dag die Spigen an soldien Stellen auf dem Papiere sdireiben, wo dasselbe auf der Trommel T aufliegt.\nNr. 23. Vorrichtung f\u00fcr beliebig lange Schleife. Ein nach Bedarf k\u00fcrzerer oder l\u00e4ngerer Streifen Glac\u00e9papier wird an den Enden genau senkrecht zu den R\u00e4ndern abgeschnitten und diese sorgf\u00e4ltig \u00fcbereinander geklebt, so dag eine an beiden R\u00e4ndern gleich weite Schleife entsteht, welche man, wie das Schema zeigt, \u00fcber die Trommel T und \u00fcber die beiden Rollen R, R2 des in Rede stehenden Apparates spannt. Diese sind einerseits um ihre eigenen Axen sehr leicht drehbar, damit sie sich mit dem Papierstreifen mitdrehen, ohne dessen Bewegung zu hemmen; andererseits k\u00f6nnen sie um eine in der Mitte zwischen ihnen liegende Axe gemeinsam gedreht werden. Dadurch hat man es in der Hand, die Spannung der Schleife zu regulieren, ohne den ganzen Rollenapparat verschieben zu m\u00fcssen. Mittels der Fl\u00fcgel-\n2\n17","page":17},{"file":"p0018.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nschraube am Ende der Mittelaxe kann man eine bestimmte Stelle ganz fixieren oder auch nur so viel Reibung erzeugen, dag sich der Apparat bei der Rotation der Kymographion-Trommel nicht von selbst bewegt, sondern nur dann verschiebt, wenn\nman ihn mit der Hand verstellt. Der Rahmen mit den Rollen kann in dem Stativ sowohl horizontal wie vertikal, der Trommelaxe entsprechend, befestigt und auch in der H\u00f6he verstellt werden. Der sehr stabile, schwere gugeiserne Fug des Stativs ist, damit man die Axe der Rollen genau parallel zu der Trommel stellen kann, mit Stellschrauben versehen (die Figur, die nach einem \u00e4lteren Modell des Apparates angefertigt ist, entspricht nicht genau dieser Beschreibung).\nUm die auf der berugten Schleife gezeichneten Kurven zu fixieren, nimmt man die Schleife am besten ab und h\u00e4ngt sie \u00fcber eine Rolle, und zwar in solcher H\u00f6he, dag der untere Teil der Schleife in die K\u00fcvette mit der Schellackl\u00f6sung eintaucht. Das Abnehmen geschieht am bequemsten mit Hilfe von zwei Haken in folgender Weise: Man legt erst, wie das zweite Schema zeigt, den einen Haken rechts von innen an die Schleife, lockert die Spannung derselben, indem man den Rahmen mit den Rollen etwas dreht; dann greift man mit dem zweiten Haken links bei der Trommel unter die Schleife und kann nun die legtere mit den beiden Haken leicht wegziehen1).\nDer Apparat kann auger f\u00fcr chronographische Zwecke auch f\u00fcr Ged\u00e4chtnisversuche usw. verwendet werden, wenn es sich um sehr lange Reihen handelt, die auf einer blog die Trommel umspannenden Sdileife nicht Plag haben.\nNr. 24. Berussungsvorrichtung mit Petroleumbrenner.\nNr. 25. Berussungsvorrichtung f\u00fcr Qas, bestehend aus einem Gestelle, in welchem die Chronograph- oder Kymographiontrommel gelagert und mittels einer seitlichen Kurbel gedreht werden kann, und aus einem Gasrohr mit vielen nahe nebeneinander liegenden kleinen L\u00f6chern, aus welchen die die Trommel berugenden Flammen brennen.\nNr. 26. Fixiervorrichtung, bestehend aus einer K\u00fcvette, in welche die Schellackl\u00f6sung gegossen wird, und aus einer in der H\u00f6he verstellbaren Rolle zum Aufh\u00e4ngen und Trocknen des mit der Rugschrift versehenen Papierstreifens.\nNr. 27. Qlac\u00e9papier, der Gr\u00f6ge der Chronograph- oder Kymographion-trommeln entsprechend.\n') Pies ist nat\u00fcrlich nur dann m\u00f6glich, wenn die Trommel auf der einen Seite frei ist, wie bei Kymographion Nr. 21. Audi die Kymographien Nr. 20 und 22 hauen wir auf Wunsch in dieser Weise.\n1$","page":18},{"file":"p0019.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nSchreibapparate zu Chronographen und Kymographien und Stative dazu.\nUm mit einem Chronographen oder Kymographion exakt und bequem arbeiten zu k\u00f6nnen, mug man \u00fcber Schreibapparate verf\u00fcgen, die 1. die n\u00f6tige Treue und Empfindlichkeit besigen, d, h. die Ver\u00e4nderungen, welche sie registrieren sollen, richtig deutlich wiedergeben, und die 2. genau und auf bequeme Weise in die richtige Lage zur SclircibfUiche gebradit werden k\u00f6nnen. Hinsichtlich der Art und Weise, wie diese Forderungen, insbesondere die zweite, bei den im folgenden ausgef\u00fchrten Apparaten erf\u00fcllt sind, seien einige allgemeine Bemerkungen vorausgeschickt.\na)\tWas die Empfindlichkeit betrifft, so kann dieselbe bei dem Marey\u2019schen und elektrischen Schreiber dadurch reguliert und den jeweiligen Umst\u00e4nden angepagt werden, dag der Angriffspunkt der Kraft an dem Schreibhebel verschoben wird, wie es bei dem ersten der genannten Schreiber allgemein \u00fcblich ist. Bei den elektrischen\nApparaten, den elektrischen Markierern, Stimmgabeln und Lamellen kann die Amplitude der Schwingungen auger durch \u00c4nderung der Stromst\u00e4rke vor allem durch Ann\u00e4hern und Entfernen der Magnete vom Anker bedeutend beeinflugt werden.\nb)\tZur Regulierung des Druckes des Schreibhebels ist derselbe um einen von der Spige ziemlich entfernt gelegenen Punkt drehbar, wie es das nebenstehende Schema andeutet.\nc)\tDie Marey\u2019schen Schreiber k\u00f6nnen in der Richtung der Pfeile in nebenstehendem Schema gedreht werden. Dies hat haupts\u00e4chlich den Zweck> kleine Abweichungen von der Parallellage korrigieren zu k\u00f6nnen.\nd)\tDie Dimensionen der Apparate sind so gew\u00e4hlt, dag ihre Schreibspigen, wenn man die\nApparate neben dem Jaquet\u2019schen Chronometer auf demselben Stab befestigt, ungef\u00e4hr ebensoweit von dem Stabe abstehen, wie die Spigen des Chronometers. Die Gr\u00f6ge des erw\u00e4hnten Chronometers ist deshalb als Norm f\u00fcr die Dimensionen der \u00fcbrigen Apparate gew\u00e4hlt, weil dieses Instrument sehr verbreitet ist. Die genauere Eiustelluug aller Spitzen in eine Gerade ist bei den einzelnen Instrumenten in verschiedener Weise vorzunehmen: Bei den Marey\u2019schen Schreibern, bei denen der Schreibhebel in einem Strohhalm besteht, der \u00fcber einen Stift gesteckt wird (vgl. Nr. 29, Seite 20), schiebt man einfach den Halm an dem Stift etwas nach vorne oder hinten. Unsere neuen Modelle (Nr. 29, 31 u. 32) gestatten augerdem, den Hebel mittels einer Schraube in seiner L\u00e4ngsrichtung zu verschieben, so dag man die erw\u00e4hnte Einstellung sehr bequem und genau ausf\u00fchren kann.\ne)\tNachdem man die Schreibapparate einzeln richtig eingestellt und ihre Spigen genau in eine Gerade gebracht hat, ist es von Wert, sie nunmehr gemeinsam von der Trommel weg und wieder geuau in dieselbe Lage zuriickbewegen zu k\u00f6nnen, ohne sie neuerdings einstellen zu m\u00fcssen (vgl. das Schema zu b). Dies erm\u00f6glichen die im folgenden ausgef\u00fchrten Stative.\n2'\n19","page":19},{"file":"p0020.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER \u00fc.m.b.H. G\u00dcTTINGEN\nf) Sollen endlich bei Kymographien ohne Senkung dieselben Apparate mehrere Kurven oder Kurvengruppen neben- beziehungsweise untereinander aufzeichnen, so mug man die Schreiber gemeinsam l\u00e4ngs der Trommel parallel zur Axe derselben verschieben. Die Pr\u00e4zisions-Stative Nr. 45 und 46 gestatten, alle Schreibapparate, nachdem sie einmal richtig eingestellt sind, gemeinsam in dieser Weise zu verschieben und zwar so, dag keine neue Einstellung der einzelnen Apparate mehr n\u00f6tig ist.\nNr. 29. Marey\u2019scher Schreiber, 5 cm Kapseldurchmesser, Neukonstruktion. Der Apparat hat folgende Feinstellungen:\na) Zur Variierung der Empfindlichkeit ist die Luftkapsel gegen den Schreibhebel verstellbar. Die Drehaxe \u00df des Hebels ist n\u00e4mlich mittels der Verbindungsleiste B mit dem zun\u00e4chst als feststehend zu denkenden parallelepipedischen St\u00fcck A fest verbunden. In diesem St\u00fcck gleitet der Schlitten \u00fc fl, indem er durch die Spindel der Schraube Sj hin und hergeschoben und durch 2 Stangen gef\u00fchrt wird. An dem Schlitten sigt die Luftkapsel, die sich bei Bewegung des ersteren gegen den Schreibhebel verschiebt. Dadurch r\u00fcckt aber der Angriffspunkt y der Kraft dem Drehpunkt |1 des Hebels n\u00e4her oder von ihm weg, und die Sehreibspige wird bei gleicher Kraft verschieden groge Exkursionen machen. Man hat es dadurch in der Hand, die Empfindlichkeit des Schreibers zu variieren. So wird man bei den schwachen Erhebungen der Kapselmembrane, wie sie bei Registrierung des Pulses entstehen, die Kapsel so stellen, dag ihr Stift nahe dem Drehpunkt \u00df angreift, w\u00e4hrend bei Registrierung der viel ausgiebigeren Atembewegungen der Angriffspunkt ziemlich weit nach redits vom Drehpunkt verlegt werden mug.\nK c\n,H\n\n\nB x >\nb) Die zur Regulierung des Druckes dienende, in der Vorbemerkung unter b) angegebene Bewegung wird mittels der Sdiraube S3 ausgef\u00fchrt. Der Schlitten bb sigt auf einer kr\u00e4ftigen Stahllamelle cd, welche bei c auf der Klemme K angeschraubt ist.\n20","page":20},{"file":"p0021.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00dcTTINGEN\nDurch Emporschrauben von Ss wird die Stahllamelle ein wenig nach oben gebogen und mit ihr der ganze Apparat im gleichen Sinne gedreht. Dieselbe Drehung kann, wenn der Apparat mittels der Klemme K befestigt ist, durch die Schraube S'3 erzeugt werden.\nc)\tDie Verstellung c) der Vorbemerkung wird mittels des Hebels H ausgef\u00fchrt. Er ist um die Axe a, welche in der festen Leiste B sigt, drehbar. Das Neben-Sdrema zeigt, wie die Bewegung von H eine Drehung des Schreibhebels um die Axe y zur Folge hat.\nd)\tDie in der Vorbemerkung unter d) angegebene Bewegungsm\u00f6glichkeit ist dadurch realisiert, da\u00df das St\u00fcck AA, welches Kapsel und Schreibhebel tr\u00e4gt, in dem Schlitten b b verschiebbar ist. Diese Feinstellung wird durch die Schraube S, ausgef\u00fchrt. Die Schlitteneinrichtung ist der fr\u00fcheren ganz analog.\nDie Anbringung der zweiten Klemme K\u2018 hat folgenden Zweck: Bei gr\u00f6\u00dferen Exkursionen des Schreibhebels macht sich der Umstand st\u00f6rend bemerkbar, dag sidi die Spige nidrt geradlinig, sondern im Bogen bewegt. Dieser Fehler ist aber unmerkbar, wenn der Hebel gen\u00fcgend lang ist. Bei l\u00e4ngerem Hebel w\u00fcrde jedoch seine Sehreibspige \u00fcber die des Jaquet\u2019schen Chronometers hinausragen. Dem wird abgeholfen, wenn man die Klemme K\u2018 ben\u00fcgt; der Hebel kann dann um ca. 5 cm l\u00e4nger sein.\nn______<1\ni\nh\nd\u00fcr\nUm einen toten Gang bei der Verbindung der Membrane und des Schreibers zu vermeiden, ist dieser durch eine Gummischnur an die Pelote der ersteren gebunden. Der Schreibhebel besteht aus einer einige Zentimeter langen Aluminiumnadel a, \u00fcber welche ein l\u00e4ngerer, sehr leichter und d\u00fcnner Strohhalm gesteckt wird, der durch einen kleinen Gummiring b festgehalten, und in dessen gespaltenes Ende eine aus elastischem Pauspapier geschnittene Spige durch etwas Klebgummi befestigt wird.\nNr. 39. Derselbe, 3 cm Kapseldurchmesser, Neukonstruktion. Das Instrument ist empfindlicher als das obige Nr. 29. Hebell\u00e4nge 5 cm; dennoch steht auch hier die Spige von dem Stativ, auf welchem der Apparat befestigt ist, ebensoweit ab wie bei dem vorigen Instrument.\nNr. 31. Derselbe, 1 cm Durchmesser, Neukonstruktion. Feinste Gummimembrane, Hebel \u00e4u\u00dferst leicht, 3 cm lang. Der Apparat dient u. a. f\u00fcr phonetische Aufschreibungen, als Schreibapparat zum Phonautographen Nr. 181, Kehltonschreiber Nr. 182 u. dgl. Auch dieses Instrument schreibt in einer Linie mit dem Jaquet\u2019schen Chronometer.\nNr 32. Derselbe, vereinfacht, blo\u00df mit den Feinstellungen a) und c), wie sie die urspr\u00fcnglichen Marey\u2019sehen Schreiber hatten.\ncsi-SH\u00e4\u00f6\nNr. 33. Marey\u2019sche Aufnehmekapsein mit Stiel zum Befestigen; 3 Gr\u00f6\u00dfen mit den Durchmessern 5, 3, 1 cm und entsprechend feiner Membrane.\n21","page":21},{"file":"p0022.txt","language":"de","ocr_de":"j SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 34. Zwischenventil. Durch leichten Druck auf den Hebel wird der Luftdruck in der Kapsel ver\u00e4ndert. Hierdurch kann der Hebel des Tambours in die Nullstellung gebracht werden.\nNr. 35. Elektromagnetischer Markierer nach Pfeli. Der Anker des Elektromagneten besteht aus einer Stahllamelle, auf welche ein kleiner Stift auf-gese\u00dft ist, der an dem Schreibhebel, sehr nahe an dessen Drehpunkt, angreift, so dag die Ankerbewegung bedeutend vergr\u00f6gert wird. Verschiedene Exkursionen der Schreibspige werden durch Ann\u00e4herung und Entfernung des Elektromagneten gegen den Anker erzielt. Durch Drehen der in der Abbildung rechts unten sichtbaren Schraube wird der Markierer im Bogen gegen die berugte Fl\u00e4che hin und von ihr weg bewegt. \u00dcber den Zweck dieser Verstellung vgl. b) u. d) in der Vorbemerkung S. 19.\nNr. 39. Elektromagnetische Stimmgabel mit einfachem Kontakt mit 50, 100 oder 250 Doppelschwingungen, zur Zeitmarkierung. Sie werden elektro-magnetisch in Schwingung versegt, wobei entweder Trockenkontakt oder Quecksilberkontakt verwendet wird. Die Kontakte sind mikrometrisch einzustellen, die Stellung des Trockenkontaktes ist durch eine Gegenmutter zu fixieren. Der Quecksilberkontakt ist mit Vorrichtung zur Alkoholsp\u00fclung versehen. Die Gabeln schreiben entweder direkt mittels einer geeigneten Spige auf der beru\u00dften Fl\u00e4che, oder der durch die Stimmgabel z. B. 100 mal pro Sek. geschlossene Strom erteilt einem am Chronographen oder Kymo-graphion schreibenden Markierer ebenso viele St\u00f6\u00dfe. Die Gabeln werden genau geeicht geliefert; die Schwingungszahl bezieht sich auf die Schwingungen der Gabel samt Schreibspige und Kontaktvorrichtung.\nNr. 40. Elektromagnetische Stimmgabel mit doppeltem Kontakt mit 50, 100 oder 250 Schwingungen. Der eine Kontakt dient wie oben zur elektro-magne-tisehen Ingangsegung und Erhaltung der Schwingung, der andere zur Schlie\u00dfung und Unterbrechung des Markiererstromes. Beide Kontakte werden sowohl als Trocken-wie auch als Quecksilberkontakte mit Vorrichtung zur Alkoholsp\u00fclung geliefert.\nNr. 40a. Einrichtung zur Luft\u00fcbertragung. Fig. zeigt die Stimmgabel in Verbindung mit einer Luftkapsel. Die Eichung bezieht sich auch hier auf die Stimmgabel samt der Luftkapsel. Bei Gabeln mit dieser Einrichtung erh\u00f6ht sidi der Preis.\nNr. 42. Kagenaars Chronoskop. Das Instrument gestattet, Kurven von der aus der Figur ersichtlichen Form zu zeichnen, in welchen der Wellenzug der kleineren Welle selbst wieder eine gr\u00f6\u00dfere Welle bildet. Das sonst oft recht l\u00e4stige Ausz\u00e4hlen l\u00e4ngerer Kurven geht auf diese Weise viel bequemer und schneller.\nDer Apparat besteht aus einem Stativ, das auf einem schweren gu\u00dfeisernen Dreifu\u00df steht, Auf jedem Fu\u00dfe desselben sind 2 Stahlst\u00e4be aufgeschraubt, die mit\n22","page":22},{"file":"p0023.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN |i\nLaufgewichten versehen sind. Stellt man diese auf die angegebene Marke ein, so haben die 6 Stahlst\u00e4be die Schwingungszahlen 25 und 5, 2 und 10, 10 und 50. Die Schwingungszahlen je zweier auf einem Fuge befestigten St\u00e4be verhalten sich wie 1:5. Will man nun z. B. die St\u00e4be a und b ben\u00fcgen, so stellt man mittels eines am Stativ zu befestigenden Armes die beiden Luflkapseln j j so ein, dag ihre Peloten von den schwingenden Lamellen bei jeder Schwingung einen kleinen Stog erfahren. Die so erzeugten Luftst\u00f6ge pflanzen sich in den Scbl\u00e4udien p q und nach Vereinigung derselben bei s in dem Schlauche l fort, der zur Schreibkapsel W f\u00fchrt. Mittels der H\u00e4hne / und k reguliert man die Intensit\u00e4t der St\u00f6ge so, dag die von der langsamer schwingenden Lamelle b herr\u00fchrenden St\u00f6ge st\u00e4rkere Aussdil\u00e4ge der Schreibspige ergeben. Sie erzeugen somit gr\u00f6gere Sinusschwingungen, auf welche sich die kleineren Schwingungen der anderen Lamelle aufsegen. Die 2 oberen, am Stativ festgeschraubten Arme dienen dazu, den Elektromagneten M und die Kontaktvorrichtung i m zu halten, durch welche die Lamellen in Schwingung erhalten werden.\nNr. 43. Elektromagnetische Lamelle (Stromunterbrecher) nach Bernstein. Die Stimmgabel ist hier durch eine Lamelle ersegt, welche in \u00e4hnlicher Weise wie die Gabeln auf elektromagnetisdiem Wege in Schwingung erhalten wird. Bei dem vorliegenden Instrument ist Quedcsilberkontakt gew\u00e4hlt; das N\u00e4pfdren mit dem Quedcsilber ist entsprechend der Gr\u00f6ge der Exkursionen in der H\u00f6he zu verstellen. Um Oxydation des Quecksilbers zu verh\u00fcten, giegt man einige Tropfen Alkohol \u00fcber dasselbe. Die Elektromagnete lassen sich der Lamelle n\u00e4hern und von ihr entfernen, wodurch ebenso wie durch \u00c4nderung der Stromst\u00e4rke die Gr\u00f6ge der Exkursion reguliert werden kann.\nIm Gegensag zu den Stimmgabeln bietet dieses Instrument den grogen Vorteil, dag man die Schwingungszahl der Lamelle variieren kann, indem man sie n\u00e4her oder ferner vom Ende einklemmt. Mit derselben Lamelle kann man auf diese Weise einen Strom 50 bis 250 mal in der Sekunde unterbrechen. Der Tr\u00e4ger der Lamelle ist verschiebbar, damit man bei jeder L\u00e4nge derselben das schwingende Ende zwischen die feststehenden Elektromagneten und das Quecksilbern\u00e4pfchen bringen kann. Die Lamelle ist mit einer Skala versehen, die man mit Hilfe eines geeichten Tonmessers oder mit Hilfe von geeichten Stimmgabeln eichen kann.\nUnter die Schreibapparate geh\u00f6rt vor allem auch das Jaquet\u2019sche Chronometer, das auf Seite 9 beschrieben ist.\n23","page":23},{"file":"p0024.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 45. Pr\u00e4zisionsstativ f\u00fcr Ky mograpkien ohne Senkung nach Rupp. Dieses Instrument ist noch nicht fertig gebaut. Es soll die zwei in der Vorbemerkung unter e) und /) angef\u00fchrten Feinstellungen erm\u00f6glichen und sowohl f\u00fcr vertikale wie f\u00fcr horizontale Trommeln verwendbar sein.\nAuch die zwei vereinfachten Formen dieses Apparates: , Nr. 46, Stativ f\u00fcr Kymo-graphion ohne Senkung blog f\u00fcr vertikale Trommeln\u201c und \u201eNr. 47, Stativ f\u00fcr Kymo-graphion mit Senkung\u201c sind noch in Konstruktion.\nNr. 48. Pr\u00e4zisionsstativ f\u00fcr Kymographien mit Senkung nach Marey (vgl. Langendorff, Physiologische Graphik, Seite 74 f). Dasselbe ist leicht gebaut\nund l\u00e4gt sidi am Kymographion selbst festschrauben, wie aus der Figur ersichtlich ist. \u00dcber den festen Stativstab ist eine engansdiliegende R\u00f6hre gesteckt, die durch die Schraube S, welcher die Feder F entgegenwirkt, um den Stab gedreht werden kann, und auf der die Schreibapparate befestigt werden. Das Stativ ist auch f\u00fcr horizontale Trommeln verwendbar.\nDieses Stativ wird, wie die Skizze angibt, entweder zum Anklemmen an den Apparat oder auf Wunsch auf Dreifug geliefert. Der Preis bleibt derselbe.\n24","page":24},{"file":"p0025.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN j\nII. Apparate zur Untersuchung des Raumsinnes der Augen.\nNr. 49. Apparat f\u00fcr den Hering\u2019schen Fallversuch. Der Beobachter blickt von 0 aus durch den Tubus T und den in seiner H\u00f6he verstellbaren Spalt S in einen auf beiden Seiten offenen Kasten, dessen Hinterwand ein gleichm\u00e4\u00dfig grauer\nKarton bildet. In den Kasten wird in beliebiger Entfernu g ein kleines Stativ mit einem wei\u00dfen, vom Hintergrund sich deutlich abhebenden Knopf K aufgestellt. Man l\u00e4\u00dft nun, w\u00e4hrend K fixiert wird, durch die kleinen, je 1 cm von einander entfernten L\u00f6cher in der Decke des Kastens Perlen herabfallen und l\u00e4\u00dft den Beobachter jedesmal entscheiden, ob die Perle vor oder hinter dem fixierten Knopf gefallen sei. Da\u00df man fallende Perlen anstatt ruhender Objekte verwendet, hat den Zweck, parallaktische Verschiebungen, wie sie bei Kopf- und Augenbewegungen entstehen w\u00fcrden, auszuschlie\u00dfen. Da ferner die Perlen verschieden gro\u00df sind, so bleibt als Kriterium der Tiefenentfernung der fallenden Perle vom fixierten Knopf bei monokularer Betrachtung nur der Grad der Verschwommenheit \u00fcbrig, w\u00e4hrend bei binoku'arer Betrachtung die Querdisparation hinzukommt. Da nun bei binokularem Sehen das Urteil sicher und richtig, bei monokularem Sehen sehr unsicher und oft ganz unrichtig ist, so zeigt der Versuch in augenf\u00e4lliger Weise die Bedeutung der Querdisparation f\u00fcr das Tiefensehen.\nNr. 50. Isoskop nach Donders (Archiv f. Ophthalmologie, Bd. 21, III, S. 104). Wenn man dem linken Auge zwei F\u00e4den, dem rechten Auge einen vertikalen Faden\ndarbietet und sie so betrachtet, da\u00df in binokularen Bilde der rechte Faden zwischen denen des linken Auges liegt, so werden die in Wirklichkeit paralle len F\u00e4den im allgemeinen gegeneinander geneigt gesehen. Umgekehrt mu\u00df man die F\u00e4den des einen Auges gegen den Faden des anderen Auges um einen bestimmten Winkel neigen, wenn alle 3 parallel erscheinen sollen. Diesen Winkel genau zu messen, seine Abh\u00e4ngigkeit von der Konvergenz, von der Neigung der Blickebene, von Konturen, die sich au\u00dferdem im Gesichtsfeld befinden usw. zu bestimmen, und die analogen Versuche bei horizontalen und schr\u00e4gen F\u00e4den anstellen zu k\u00f6nnen, dazu dient das Isoskop, und es zeichnet sich dadurch aus, da\u00df sich die betreffenden Einstellungen sehr schnell und bequem ausf\u00fchren lassen.\nEin vertikaler, massiver Holzrahmen R R tr\u00e4gt an seiner Vorderseite einen leichteren, beweglichen Rahmen. Die Leisten desselben sind um die Axcn 1, 2, 3, 4, die durch die Ecken des Rahmens gehen, drehbar, so da\u00df sie ein Parallelogramm von beliebigem Seitenwinkel bilden k\u00f6nnen. Durch die Schrauben 5, 6 ist dieser Rahmen an dem zuerst genannten befestigt, und er wird um dieselben gedreht, indem man an den unten vorstehenden St\u00fccken 7, 8 seiner seitlichen, vertikalen Leisten anfa\u00dft. Der\n25","page":25},{"file":"p0026.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nWinkel der Drehung kann an der redits oben sichtbaren Gradeinteilung mittels des Nonius, der sich wie ein Zeiger mit dem Rahmen bewegt, auf Vio0 genau abgelesen und auf \u2019/ioo0 gesch\u00e4ht werden.\nIn diesem Rahmen werden die F\u00e4den ausgespannt, deren Neigung man variieren soll, w\u00e4hrend solche F\u00e4den, deren Neigung konstant bleiben soll, in dem festen Rahmen gespannt werden. An dem oberen und unteren Stabe des beweglichen Rahmens ist je eine Metalleiste angeschraubt, an welcher Klemmen verschoben und an beliebigen Stellen festgeschraubt werden k\u00f6nnen. An diesen Klemmen werden die F\u00e4den befestigt. Der Faden des festen Rahmens ist oben an einen Stift gebunden, der nidit beweglich ist, unten an eine Klemme, die auf einer Metalleiste verschiebbar ist. Stift und Klemme ragen so weit nach vorne, dag der Faden in dieselbe vertikale Ebene zu liegen kommt, wie die beiden F\u00e4den des vorderen Rahmens.\nDie F\u00e4den werden, nachdem man den Nonius auf 0 eingestellt, durch Vergleichung mit einem Lote in vertikale Lage gebracht. Die Ablesung gibt dann den genauen Winkel zur wirklichen Vertikalen an. Will man dem unbeweglichen Faden eine Neigung von z. B. 5% geben, so stellt man erst einen beweglichen Faden auf diesen Winkel ein und richtet nadi ihm den unbeweglichen.\nUm auch in horizontaler Richtung F\u00e4den spannen und aus ihr herausdrehen zu k\u00f6nnen, tr\u00e4gt der feste Rahmen an der hinteren Seite einen zweiten beweglichen Rahmen, der sich von dem vorderen nur dadurch unterscheidet, dag die Schrauben, mittels derer er am festen Rahmen befestigt ist, nicht in den vertikalen, sondern in der Mitte der horizontalen Arme liegen. Man erh\u00e4lt ein Bild dieses hinteren Rahmens, wenn man die nebenstehende Figur von der linken Seite aus betrachtet. Auch die Faden dieses Rahmens kommen in dieselbe Ebene zu liegen wie die \u00fcbrigen F\u00e4den.\nDie genaue Horizontalstellung der F\u00e4den wird in folgender Weise vorgenommen. Man verbindet 2 ungef\u00e4hr vertikal stehende R\u00f6hrchen an ihren unteren Enden durch einen Schlauch und f\u00fcllt dieses System kommunizierender R\u00f6hren mit Quecksilber. Die Kuppeln stellen sidi genau in eine horizontale Gerade, nach welcher man durch Visieren die F\u00e4den richten kann.\nDie Einstellung der F\u00e4den bei den Versuchen kann vom Beobachter selbst vorgenommen werden. Um Konvergenz zu erreichen, braucht man nur die F\u00e4den einander zu n\u00e4hern. Um zu untersuchen, welchen Einflug Linien haben, die auger den bis jegt erw\u00e4hnten 3 F\u00e4den im Gesichtsfeld vorhanden sind, spannt man weitere F\u00e4den in dem festen Rahmen aus. Ferner kann man St\u00e4be und andere Objekte in irgendwelcher Neigung hinter der Fadenebene aufstellen, um ihre Wirkung auf die Gr\u00f6ge des in Rede stehenden Winkels zu pr\u00fcfen.\nNr. 51. Kantenapparat nach Hillebrand. (Zeitsdir. f. Psydi, Bd. VII, S. 108). Der Apparat dient dazu, einem Auge Objekte in verschiedenen Entfernungen\nin der Weise darzubieten, dag die Beurteilung der Entfernung nur auf Grund der Akkommodationserscheinungen und der damit unvermeidlich verbundenen Konvergenz m\u00f6glich ist, w\u00e4hrend alle anderen Motive der Tiefenlokalisation, z. B. \u00c4nderung der Bildgr\u00f6ge bei \u00c4nderung der Entfernung, ausgeschlossen sind. Auf einer horizontalen Grundplatte ist eine kurze vertikale Axe A befestigt, um welche sich die 2 horizontalen Winkel B drehen. Auf ihren 1 m langen F\u00fchrungsschienen aus Metall mm! sind die Schieber PP1 ger\u00e4usdilos verschiebbar, welche vertikale Rahmen tragen, \u00fcber die auf der dem Beobachter zugekehrten Seite die undurchsichtigen Kartonschirme S S1 gespannt sind. Die inneren vertikalen Kanten dieser beiden Schirme, welche die auf ihre Entfernung hin zu beurteilenden Objekte bilden,\n26","page":26},{"file":"p0027.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nsind ganz scharf und genau geradlinig geschnitten, so dag nicht durdi irgend welche Unregelm\u00e4gigkeiten in denselben (Fasern, Kr\u00fcmmungen) Anhaltspunkte f\u00fcr die Tiefensch\u00e4gung gegeben werden k\u00f6nnen. Bei der innersten Lage eines jeden Winkels \u2014 der linke Winkel ist in der Figur in dieser Lage dargestellt \u2014 steht seine Kante genau in der Symmetrieebene des Apparates. Das Auge des Beobachters befindet sich \u00fcber der Axe A und blickt durch ein kurzes, ausziehbares Rohr mit l\u00e4nglicher \u00d6ffnung nach vorne. Das Rohr steckt in dem Schirme R, weldier die \u00fcbrigen Teile des Apparates verdeckt. Den Hintergrund bildet die mattgeschliffene, durch die Lampen L L1 hell beleuchtete Milchglasplatte M. Die beiden Winkel k\u00f6nnen durch ein Bogenst\u00fcck f so verkuppelt werden, dag, wenn man sie in der Richtung des Pfeiles dreht, die Kante des Schirmes S1 eben in das Gesichtsfeld tritt, wenn die Kante von S dasselbe verlassen hat. Auf diese Weise l\u00e4gt sich ein schneller Wechsel der beiden Objekte erzielen. Die Stellung der Schieber und damit die Entfernung der Kanten vom Auge kann an einer auf m und m, angebrachten Millimeterteilung abgelesen werden.\nNr. 52. Spiegelhaploskop nach Hering. (Hermann\u2019s Handbuch d. Physiol. Ill 1 Seite 393 f. und Hillebrand, Die Stabilit\u00e4t der Raumwerte auf der Neghaut, Zeitschr. f. Psych., Band Y Seite 38.) Auf einem horizontalen Metallrahmen ruhen die zwei symmetrischen Sektoren S, S,,, auf denen in den vertikalen Axen At A2 zwei Lineale S, S2 drehbar sind (siehe das Schema). Die Sektoren samt den Linealen k\u00f6nnen ein wenig einander gen\u00e4hert oder entfernt werden. Jedes Lineal tr\u00e4gt ein kleines Stativ, in welchem ein Spiegelchen Sp, bez. Sp2 verstellbar ist. Diese Spiegel-chen werden so orientiert, dag sie mit der L\u00e4ngsrichlung der Lineale einen Winkel von 45 Graden bilden, und dag ihre Ebene vertikal steht. Ferner sind auf den Linealen die Schlitten Sd^ Sch2 verschiebbar, auf welche verschiedene Rahmen aufgesegt werden k\u00f6nnen.\n\nEine Art von Rahmen zeigt die Hauptfigur: dieselben sind so eingerichtet, dag Gl\u00e4ser eingeschoben werden k\u00f6nnen, auf welche die beiden haploskopisch zu vereinigenden Bilder ge\u00e4gt oder gezeichnet oder aufgeklebt werden.\n27","page":27},{"file":"p0028.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER &\u2022 HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nEin anderes Paar von Rahmen, welches rechts separat gezeichnet ist, hat folgendes Aussehen: Es sind in einer vertikalen, auf den Linealen senkrecht stehenden Ebene drei schwarze Haare gespannt, von denen das mittlere in fester, vertikaler Lage ist, w\u00e4hrend jedes der seitlichen durch je eine Schraubenspindel am oberen und unteren Ende des Rahmens erstens beliebig von den mittleren F\u00e4den entfernt und zweitens beliebig schr\u00e4g gestellt werden kann. In dem Schema sind die F\u00e4den durch Kreuze gekennzeichnet.\nStatt dieser Rahmen k\u00f6nnen endlich auch (nach Hofmann und Bielschowsky, Pfl\u00fcgers Arch. Bd. 80, 1) zwei verschiedene Paare von Tr\u00e4gern eingesetzt werden, auf welchen Karten oder Papiere mit Zeichen und Druckschrift zu befestigen sind; das eine Paar von Tr\u00e4gern gestattet, diese Bilder beliebig zu drehen, das andere erm\u00f6glicht eine genaue H\u00f6henversdiiebung derselben.\nDer Beobachter h\u00e4lt den Kopf so, dag die Drehpunkte seiner Augen \u00fcber den Axen A, A2 liegen. Die legteren werden zu diesem Zwecke samt den Sektoren in die entsprechende Entfernung (Pupillendistanz) gebradit. Bei der den Linealen in der Figur gegebenen Lage bilden side z. B. die F\u00e4dentripel in den Negh\u00e4uten so ab, als w\u00fcrden sie die Bilder eines einzigen fernen Tripels sein. Dreht man nun die Lineale aus dieser Lage in der Richtung der Pfeile, so konvergieren die Augen, um die F\u00e4den einfach zu sehen, in entsprechendem Mage. Der Konvergenzwinkel ist gleich der Summe der Winkel, um welche das rechte und das linke Lineal gedreht wurde. Diese Winkel sind an einer Gradeinteilung am Rande der Sektoren abzulesen. Zur Fixierung des Kopfes ist mit dem Apparat ein Stirnhalter und ein Beigbrettchen verbunden.\nMittels dieses Apparates lassen sidi viele wichtige Versuche \u00fcber Tiefenlokalisation, \u00fcber Inkongruenz der Negh\u00e4ute, \u00fcber Schielen usw. in exakter Weise durchf\u00fchren.\nNr. 53. Stereoskop nach Wiechert, bestehend aus poliertem Mahagonirahmen mit mattgeschliffener Glasscheibe als Bildhalter. Uber dem Rahmen erhebt sidr der Linsentr\u00e4ger aus Aluminium. Die Linsen sind einzeln durch Schnecken f\u00fcr jedes Auge passend stellbar.\nNr. 54. Zeiss=Stereoskop mit wandernder Marke. (C. Pulfrich, \u00dcber neuere Anwendungen der Stereoskopie usw., Zeitschr. f. Instrumentenkunde Bd. 22, Heft 3, 5, 6 und 8 1902). Der Abstand der Okularlinsen von den Stereoskopbildern ist zum Zwecke der Einstellung auf die richtige Sehweite verstellbar. Ebenso l\u00e4gt sich der Abstand der beiden Linsen variieren, um sie einerseits dem Augenabstand und andererseits dem Abstand der Stereoskopbilder anpassen zu k\u00f6nnen.\nZur Demonstration des stereoskopischen Sehens und zur Demonstration des stereoskopischen Megverfahrens dient das Stereomikrometer mit der sogen, wandernden Marke.\nDasselbe besteht aus einem Rahmen, der \u00fcber das Stereoskopbild gelegt wird und 2 der Gr\u00f6ge der Bilder entsprechende Ausschnitte besigt. An der\n2$","page":28},{"file":"p0029.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\noberen Leiste dieses Rahmens l\u00e4gt sich in einer F\u00fchrung der die Spige nij tragende Hauptschlitten und auf diesem mittels einer Mikrometerschraube der die Marke m2 tragende Schlitten verschieben. Man verschiebt also, indem man am Knopf K angreift, mit der Hand beide Marken gleichzeitig, und, indem man an der Schraube S dreht, die Marke ms. Beide Marken k\u00f6nnen mit der Hand nach oben und unten geschoben werden.\nVerschiebt man mit m, gegen m2, so scheint die einfach gesehene Marke nach vorne und hinten zu \u201ewandern\u201c und auf diese Weise mit verschiedenen Punkten des plastischen Stereoskopbildes zu koinzidieren, dessen Tiefenentfernungen sich aus der Verschiebung der Marke, die auf \u2018/too abgelesen werden kann, berechnen l\u00e4gt. Die Berechnung ist jedodi bei diesem Instrumente nicht genau, weil die Spigen der Marken nicht in derselben Ebene liegen wie die Bilder. Es ist n\u00e4mlich n\u00f6tig, \u00fcber die Bilder eine d\u00fcnne Glasplatte zu legen, damit die Spigen sie nicht besch\u00e4digen, dasselbe ist auch bei Diapositiven der Fall. Dadurch entstehen aber parallaktische Verschiebungen, falls nicht zuf\u00e4llig beide Augen senkrecht auf die Bilder gerichtet sind.\nNr. 55. Tropostereoskop nach Ludwig=Rupp. Das Instrument dient zur Demonstration der Tiefenwirkung der Querdisparation und ist einem gleidibenannten und zu demselben Zwecke konstruierten Instrumente von Ludwig nachgebildet, unterscheidet sidi von diesem jedoch dadurch, dag das in verschiedener Tiefe erscheinende Objekt nidit audi verschieden hoch gesehen wird, sondern sich blog seiner Entfernung nach \u00e4ndert, wodurch die Demonstrierung der Erscheinung wesentlich vereinfacht wird.\nDie Augen blicken getrennt durch die zwei Rohre r 1^ deren Konvergenzwinkel sich durch Drehen der Rohre ein wenig variieren l\u00e4gt. Die Augen seien so eingestellt, als ob sie den Punkt A fixierten. Dann mug sich A auf korrespondierenden Punkten beider Negh\u00e4ute, n\u00e4mlich auf den Neghautmitten abbilden. Bei gleicher Augenlage bilden sich B und C auf disparaten Punkten ab, und zwar B, der n\u00e4here Punkt, auf gleichnamig, C der fernere, auf ungleichnamig-disparaten Stellen. Anstatt in A sind nun in dem vorliegenden Apparate in a und \u00df Marken angebracht, die als ein Punkt in A gesehen werden. Diese zwei Marken lassen sich symmetrisch nach \u00e4ugen und innen verschieben, was nach dem Obigen den Erfolg hat, dag der einfach gesehene Punkt nach vorne gegen B bezw. nach hinten gegen C zu wandern scheint.\nNr. 56. Einfacher Verant nach Ciullstrand-Rohr. Wenn man das mit einer photographischen Kamera aufgenommene Bild in verschiedenen Entfernungen betrachtet, so zeigt es keineswegs immer die gleichen Tiefenverh\u00e4ltnisse, z. B. erscheint bei gr\u00f6geren Entfernungen der Vordergrund unnat\u00fcrlich vergr\u00f6gert. Die richtige Entfernung, bei welcher die Kopie den gleichen plastischen Eindruck erweckt wie das Original, ist im Falle des ruhenden Auges dann gegeben, wenn der Abstand von der Pupille gleich ist der Brennweite des Objektivs; im Falle des bewegten Auges (aber bei ruhigem Kopf) mug der Abstand des Bildes vom Drehpunkt des Auges gleich der Brennweite sein. Da nun die gew\u00f6hnlichen Objektive Brennweiten von ca. 9\u201417 cm besigen, und ein normales (nidit kurzsichtiges) Auge sich auf ein in so geringer Entfernung gehaltenes Bild nicht akkommodieren kann, so ist es n\u00f6tig, das Bild in dem Mage, als es vom Auge entfernt werden mug, auch zu vergr\u00f6gern. Dies leistet der Verant durch Anwendung einer entsprechenden Lupe. Und zwar werden Veranten mit einer Lupe von 11 cm Brennweite f\u00fcr Objektive von 9\u201413 cm Brennweite geliefert und Veranten mit 15 cm Brennweite f\u00fcr 13\u201417 cm Objektive. Die Lupen sind so berechnet, dag sie frei sind von sph\u00e4rischer und chromatischer Abweichung. Ferner ist die Brennweite so gew\u00e4hlt, dag der Brennpunkt ungef\u00e4hr in den Drehpunkt des Auges f\u00e4llt, wenn man das Auge an die Muschel anlegt, welche vor die Linse gesegt ist.\n","page":29},{"file":"p0030.txt","language":"de","ocr_de":"I\tSPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN !\nII\nDas oben links zu sehende Bild zeigt den ganzen, sehr einfachen Apparat. Den Fug bilden zwei Drahtb\u00fcgel, die gleichzeitig, wenn man sie unten zusammenbiegt, als Handhabe dienen. Die Grundplatte des Apparates tr\u00e4gt einerseits an 2 Drahtst\u00e4ben den Schirm, in dessen Mitte die Verantlinse befestigt ist. Die Muschel vor der Linse ist in der Figur in der Lage dargestellt, wie sie f\u00fcr das linke Auge pagt; will man das rechte Auge ben\u00fcgen, so mug die Muschel um 180\u00b0 gedreht werden. Rechts und links von der Linse sind Einkerbungen in den Schirm geschnitten, die f\u00fcr die Nase bestimmt sind. Andererseits tr\u00e4gt die Grundplatte den Rahmen zum Aufnehmen der Kopien; er ist an einer Schiene befestigt, die in einer F\u00fchrung auf der Grundplatte gleitet; man kann dadurch das Bild von der Linse n\u00e4hern und von ihr entfernen. Der in der Figur rechts hinten stehend gezeichnete Rahmen dient zum Aufnehmen von nicht aufgezogenen Kopien.\nWichtig ist es, den Apparat so horizontal bezw. geneigt zu halten, wie der photographische Apparat bei der Aufnahme gestanden hat; das unnat\u00fcrliche \u201eSt\u00fcrzen\u201c von Linien, das man bei Aufnahmen mit nicht horizontal gehaltenen Apparaten ohne Verant beobachtet, f\u00e4llt bei Ben\u00fcgung des legteren weg.\nDer Verant hat nicht nur den praktischen Wert, dag er Bilder in richtiger Plastik erscheinen l\u00e4gt, sondern auch psychologisches Interesse, da er besonders deutlich plastische Bilder liefert und dadurch zur Kenntnis der Faktoren, welche die Tiefenwahrnehmung vermitteln, beitragen d\u00fcrfte.\nNr. 57. Doppelverant nach Gul\u00eestrand=Rohr. (Siehe das oben rechts gezeichnete Bild.) Derselbe hat zwei Linsen f\u00fcr die 2 Augen; ihr Abstand ist variierbar, damit er dem Augenabstand angepagt werden kann (zur Bestimmung des legteren vgl. die Apparate Nr. 58 und namentlich 59). Damit die optischen Axen der Linsen bei verschiedenem Abstand der legteren stets auch durch dieselben Punkte der Kopien gehen, so \u00e4ndert sich bei diesem Instrumente mit dem Linsenabstande gleichzeitig der der Kopien. Es ist daher f\u00fcr jede Kopie ein eigener Rahmen vorgesehen. Die kleinste Pupillendistanz, f\u00fcr die der Apparat eingerichtet ist, betr\u00e4gt 54 mm. Da man dementsprechend auch die Kopien soweit einander n\u00e4hern k\u00f6nnen mug, dag ihre korrespondierenden Punkte nur 54 mm voneinander entfernt sind, so kann jede Kopie nur h\u00f6chstens 48 cm breit sein. Damit trogdem ein relativ groges Bild gesehen werden kann, wurde die Brennweite klein gew\u00e4hlt, n\u00e4mlich 73 mm. Die Aufnahme mug daher auch mit Objektiven von \u00e4hnlicher Brennweite vorgenommen werden. Der Abstand der Objektive soll ungef\u00e4hr 65 mm betragen; bei kleinerem Abstand tritt Verkleinerung des Vordergrundes ein, bei gr\u00f6gerem Vergr\u00f6gerung desselben.\n30","page":30},{"file":"p0031.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 58. Apparat zur Bestimmung der PupHlendistanz. 2 gu\u00dfeiserne Tr\u00e4ger halten in Augenh\u00f6he einen 5 cm hohen und 15 cm breiten Spiegel Sp, vor dem 2 Lote Lt L2 h\u00e4ngen, die sich in einer zur Spiegelebene genau parallelen Ebene verschieben lassen. Ihre Entfernung ist an einer Skala mit Nonius abzulesen. Um ein Pendeln der F\u00e4den zu vermeiden, tauchen dieselben mitihren Bleigewichten in eine kleine Wanne, die mit einer die Bewegung d\u00e4mpfenden Fl\u00fcssigkeit gef\u00fcllt wird.\nDer Kopf des Beobaditers wird mittels eines an einem Stativ befestigten Bei\u00dfbrettchens (vgl. Nr. 63) fixiert und der Spiegel m\u00f6glichst genau in eine frontalparallele Ebene gebracht.\nDie Messung des Augenabstandes geschieht in der Weise, da\u00df man zun\u00e4chst einen Faden so vor dem gleichseitigen Auge umherschiebt, bis er sidi mit seinem Spiegelbilde deckt; dasselbe tut man sodann mit dem anderen Lot. Die auf der Skala abgelesene Distanz der F\u00e4den stellt die Pupillardistanz dar,\nNr. 58 a. Derselbe mit Feinstellung der Lote durch Schrauben.\nNr. 59. Einfacher Augenabstands= messer nach Zeiss. Wenn es nicht auf gr\u00f6\u00dfere Genauigkeit ankommt, so gen\u00fcgt dieses kleine lnstrumentchen zur Bestimmung der Basallinie. Im Gegensa\u00df zu dem vorigen Apparat f\u00e4llt die exakte Fixierung des Kopfes weg. Im \u00dcbrigen ist das Prinzip ein \u00e4hnliches.\nDas Instrument besteht aus nichts weiter als aus einer kleinen, flachen Pappschachtel, deren eine k\u00fcrzere Seite schr\u00e4g gestellt und mit einer Skala versehen ist, w\u00e4hrend die gegen\u00fcberliegende Seite 2 Spiegelchen (in der Figur gestrichelt gezeichnet) tr\u00e4gt. Die Skala besteht auf der linken Seite aus einer O-Marke und auf der rechten aus 30 mm Teilstrichen, die nach ihrer Entfernung von der O-Marke bezeichnet sind. Entsprechend ist in der gegen\u00fcberstehenden Wand links ein kurzes, rechts ein l\u00e4ngeres Spiegelchen eingese\u00dft.\nMan legt das Instrument mit der schr\u00e4gen Seite ungef\u00e4hr symmetrisch an der Nasenwurzel an. Dann betrachtet man im kleineren Spiegel seine linke Pupille und verschiebt das Instrument so lange nach rechts oder links, bis die durch den Spiegel ebenfalls gesehene O-Marke genau unter der Mitte der linken Pupille zu liegen kommt. Indem man darauf bedacht ist, das Instrument nicht zu verschieben, fixiert man sodann seine rechte Pupille und liest gleichzeitig an der Millimeterskala ab, welcher Teilstrich wieder unter der Mitte der Pupille liegt. Diese beiden Einstellungen wiederholt man mehrmals zur Kontrolle. Der an der Skala abgelesene Teilstrich zeigt, wie man leicht einsieht, die Pupillendistanz an.\nNr. 60. Kopt'halter, wie er von Photographen benu\u00dft wird, mit stabilem Fu\u00df und mehrfach verstellbarem, mit Tuch \u00fcberzogenem B\u00fcgel zum Anlehnen des Hinterkopfes.\nNr. 61. Stirnhalter. In einer Zwinge ist ein kr\u00e4ftiger Eisenstab in vertikaler Richtung verschiebbar, der ein lyraf\u00f6rmig gebogenes Flacheisen tr\u00e4gt, dessen obere Enden durch ein straffgespanntes Band verbunden sind. An dieses wird die Stirne gelehnt.\n31","page":31},{"file":"p0032.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 62. Stirn- und Kinnhalter. Zwei Zwingen werden im Abstand von 30 cm an die Tischkante geschraubt. Jede tr\u00e4gt einen vertikalen Stab. An diesen St\u00e4ben lassen sich 2 horizontale Verbindungsleisten verschieben, von denen die obere zum Anlegen der Stirne, die untere zum Anlegen des Kinnes bestimmt ist. In der Mitte haben sie eine der Stirn bezw. dem Kinn entsprechende flache Ausbuchtung, die mit schwarzem Sammet \u00fcberzogen ist.\nNr. 63. Einfacher Kopffixierer (Beissbrettchen). Eine vollkommen exakte Fixierung des Kopfes kann nur durch das von Helmholg erdachte Beigbrettchen erreicht werden. In einer Zwinge wird ein Stab in entsprechender H\u00f6he festgeklemmt und an dessen oberem Ende das vernickelte Beigbrettchen festgeschraubt. Es l\u00e4gt sich in einem Schlige ein wenig nach vorne und hinten schieben und auch zur Seite drehen. Die L\u00f6cher in dem Brettchen haben den Zweck, dag die Schellack- oder Stentsmasse, in welche die Z\u00e4hne abgedr\u00fcckt werden, sicher h\u00e4lt. Dem Apparat werden 3 Beigbrettchen beigegeben.\nNr. 64. Kopffixierer nach Hering. (Die Lehre vom binokularen Sehen, S. 78.) In den Axen A A,, die genau in derselben horizontalen Geraden liegen, dreht sich der innere Rahmen R des Kopfhalters, welcher das Beigbrettchen B tr\u00e4gt. Zun\u00e4chst fixiert man die Lage des Kopfes relativ zum Beigbrettchen, indem man auf dieses Stentsmasse oder Schellack auftr\u00e4gt und in denselben beigt, so dag ein Abdruck der Z\u00e4hne gebildet wird. Sodann wird der Apparat so eingestellt, dag die Drehpunkte der Augen in der Linie A A[ liegen. Um das zu erm\u00f6glichen, sind der Rahmen und das Beigbrettchen in mehrfacher Hinsicht verstellbar. Zun\u00e4chst kann der ganze Rahmen durch die Schrauben S! Sx verschieden hoch gestellt werden; dann ist die vordere, das Beigbrettchen haltende Leiste durch die Schrauben Ss S2 nach vorn und hinten zu verschieben. Endlich l\u00e4gt sich das Beigbrettchen um die vertikale Axe der Schraube S3 beliebig drehen und augerdem in einem Schlige um einige Zentimeter nach vorn und hinten schieben, \u00e4hnlich wie das Beigbrettchen in Nr. 63. Ist die angedeutete Kopflage erreicht und durch den Abdruck der Z\u00e4hne fixiert, so kann man - und das ist der Hauptzweck des Apparates -den Kopf um die dur* die Drehpunkte der Augen gehende Axe dadurch neigen, dag man den Rahmen um die Axe A A, dreht. Der an der Halbkreisteilung K ablesbare Winkel gibt dann die Neigung der Blickebene an.\n\u00dcber die Kontrolle daf\u00fcr, ob die Augen die geforderte Stellung wirklidi einnehmen, vergleiche die oben zitierte Abhandlung.\n32","page":32},{"file":"p0033.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 65. Kopffixierer nach Donders. Arch. f. Ophthalm. Bd. 21, IH, S. 110.) Der Apparat ist zun\u00e4chst f\u00fcr daslsoskop (vgl. Nr. 50) gebaut, l\u00e4gt sich jedoch auch gesondert von diesem verwenden. Das Prinzip und der Zweck sind dieselben wie beim Hering-schen Kopffixierer Nr. 64; auch die Konstruktion ist wenig ge\u00e4ndert. An dem Tisch T\nist der Stab S befestigt, der den B\u00fcgel ABA tr\u00e4gt. Durch die Enden desselben geht die Axe a a\u2019, um welche der Kopf gedreht werden soll. Der um diese Axe drehbare Teil des Apparates ist genau so konstruiert wie beim Hering\u2019sehen Instrument. Nur ist das Beig-brettchen l\u00e4ngs der Messungsstange s, an der es sigt, verschiebbar und um sie drehbar.\nGebraucht man den Kopffixierer zu Versuchen mit dem Isoskop, so wird er in folgender Weise mit demselben verbunden. Um den Kopfhalter herum wird der groge Rahmen R auf gestellt, welcher 2 kr\u00e4ftige Arme VP tr\u00e4gt, die um die Axen m, drehbar sind. An ihren Enden wird der feste Rahmen des Isoskopes befestigt. Das Gewicht derselben wird durch die Gegengewichte Q ausgeglichen. Der Kopfhalter wird so gerichtet, dag seine Axe a a1 mit der Axe m m1 des Rahmens R genau in eine Gerade f\u00e4llt. Dreht man dann das Isoskop um m m1, so dreht es sich um eine durch die Drehpunkte der Augen gehende Gerade. Fixieren die Augen dabei stets dieselben Punkte der F\u00e4den des Isoskopes, so wird auf diese Weise die Blickebene geneigt. Von dieser Bewegung wird bei kleinen Neigungen der Blickebene Gebrauch gemacht. Will man gr\u00f6gere erzielen, so dreht man den Kopfhalter.\nWie man kontrollieren kann, dag die Axe a a1 durch die Drehpunkte der Augen geht, und wie man die Prim\u00e4rstellung erreicht, m\u00f6ge man aus der oben zitierten Abhandlung S. 111 entnehmen.\nNr. 66 Ophthalmotrop nach Knapp (vgl. Helmliolg, Physiolog. Optik, II. Aufl., S. 667). Zwei die Aug\u00e4pfel repr\u00e4sentierende weige Kugeln, in welchen Linse, Iris und Pupille markiert sind, sind in Kugelgelenken allseitig drehbar. An den Punkten, welche den Angriffspunkten der Muskel entsprechen, greifen Schn\u00fcre an, die so gef\u00fchrt sind, dag auch ihre Richtung der Richtung des Muskeizuges entspricht. Durch Ziehen an diesen Schn\u00fcren kann man demonstrieren, welche Wirkung die Kontraktionen der einzelnen Muskel haben und durch welche Muskelkontraktionen die einzelnen tats\u00e4chlich vorkommenden Augenbewegungen Zustandekommen.\nNr 67 Phaenophthalmotrop nach Donders. (\u201eDie Bewegungen des Auges, veranschaulicht durch das Phaenophthalmotrop\u201c, Archiv f. Ophthalmologie, Bd. 16 Abt. I.) W\u00e4hrend die Ophthalmotrope zeigen, wie die Augenbewegungen durch Innervation entsprechender Muskel Zustandekommen, soll dieses, aus praktischen Vorlesungsbed\u00fcrfnissen hervorgegangene Instrument in erster Linie die Gesege der Augenbewegungen selbst, vor allem das Listing\u2019sche Geseg, anschaulich machen. Welche Muskel verk\u00fcrzt, bezw. passiv verl\u00e4ngert werden m\u00fcssen, um diese Bewegungen zu erzeugen, ist eine zweite Frage, die sich, sobald man die Bewegungen selbst klar vor Augen hat, leicht beantworten l\u00e4gt.\nDer Augapfel 0 O ist um die Axe a a in dem Ringe R drehbar. Dieser Ring dreht sich wieder um die in der Figur horizontal liegende Axe a\u2019, welche in dem Ringe R\u2019 R\u2019 gelagert ist. Dieser endlich l\u00e4gt sich mittels des Stiftes S konzentrisch im Ringe R\u201d drehen. Augerdem ist die vorne im Augapfel steckende R\u00f6hre r um ihre eigene Axe zu drehen.\n3\n33","page":33},{"file":"p0034.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nJede der genannten Drehungen kann ihrem Betrage nach an einer Gradteilung abgelesen werden. Bei der in der Figur gezeichneten Stellung, die der Prim\u00e4rstellung des Auges entspricht, stehen alle Indices auf dem Nullpunkt der zugeh\u00f6rigen Teilung.\nDie dem Listing\u2019schen Geseke entsprechenden Bewegungen aus der Prim\u00e4rlage heraus erreicht man nun in folgender Weise: Die Erhebung oder Senkung des Blickes erh\u00e4lt man durch Drehen des Augapfels um die horizontale Axe a\u2019; der vertikale Meridian, der im Modell durch die St\u00e4bchen k k repr\u00e4sentiert ist, bleibt dabei in einer vertikalen Ebene. Die \u00fcbrigen Bewegungen des Listing\u2019 sehen Geseges erh\u00e4lt man dadurch, dag man die Axe a\u2019 aus ihrer horizontalen Lage herausbewegt und nun den Bulbus um diese Axe in ihrer neuen Lage dreht. Die St\u00e4bchen kk bedeuten dabei jenen Meridian, der sich bei der Drehung in seiner eigenen Ebene verschiebt. Will man erfahren, wie sich der vertikale oder der horizontale Meridian verh\u00e4lt, so braucht man nur nach der Drehung der Axe a\u2019 die R\u00f6hre r so zu drehen, dag kk wieder vertikal und die St\u00e4bdien k\u2019k\u2019 horizontal stehen. Man wird dann bei der Drehung des Auges um a\u2019 sofort merken, dag die St\u00e4bchen nidit in einer vertikalen bezw. horizontalen Ebene bleiben. Ihre Neigung kann man leicht feststellen, indem man zusieht, um wieviel Grade man die R\u00f6hre r drehen mug, um die St\u00e4bchen in eine vertikale, durch die optische Axe des Auges gehende Ebene zu bringen. Dies geschieht am besten so, dag man durch den Axenkanal, welcher in dem Bulbus freigelassen ist und welcher ein Fadenkreuz tr\u00e4gt, auf einen vertikalen Faden oder eine vertikale Kante blickt und nach dieser die St\u00e4bchen richtet.\nMan kann an dem Phaenophthalmotrop auch den von Helmholg mittels der Nachbilder gelieferten Beweis f\u00fcr das Listing\u2019sche Geseg demonstrieren. Erzeugt man n\u00e4mlich in einem Auge ein Nachbild, so sieht man, durch den Axenkanal blickend, dag die Nachbilder wirklich in der Richtung zu stehen scheinen, in welcher die St\u00e4bchen sich auf eine vertikale Wand projizieren.\nIn die hintere \u00d6ffnung des Bulbuskanales kann man eine Mattglasscheibe einschieben, auf die ein Kreuz gezeichnet ist; \u00e4hnlich in die vordere \u00d6ffnung eine Linse von entsprechender Brennweite. Durch diese bilden sich vertikale und horizontale Linien auf der Mattscheibe ab, und man kann bei den einzelnen Lagen oder Bewegungen des Auges sehen, ob und wieviel die Bilder in ihrer Richtung von den Balken des Kreuzes (also vom vertikalen und horizontalen Meridian) abweichen.\nBisher war von der Axe a a noch nicht die Rede. Zur Demonstration des Listing\u2019schen Geseges ist diese tats\u00e4chlich nicht n\u00f6tig. Sie hat vielmehr den Zweck, dag man mit dem Instrumente auch anschaulich demonstrieren kann, wie man sich nach Helmholg die einzelnen, bei der Listing\u2019schen Bewegung resultierenden Lagen geometrisch konstruieren kann, n\u00e4mlich 1) durch eine Erhebung oder Senkung um die Axe a\u2019, 2) durch eine Seitenwendung um die in Rede stehende Axe a a und 3) durch Raddrehung um die optische Axe. Das Auge f\u00fchrt aber diese Bewegungen nicht aus, sondern im wesentlichen nur die eine, dem Listing\u2019schen Gesege entsprechende Drehung.\n34","page":34},{"file":"p0035.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nDer Apparat wird in einfacherer und komplizierterer Form hergestellt- Bei der einfacheren ist die eben erw\u00e4hnte Axe a a weggelassen. Daf\u00fcr ist der Bulbus im Ringe R um die optische Axe drehbar. Dies bringt den Vorteil mit sich, dag man feste Angriffspunkte f\u00fcr die Augenmuskel hat. Beim andern Modell ist dies nicht der Fall; denn bei jeder Drehung der Axe a\u2019 aus ihrer horizontalen Lage heraus wird der Bulbus mitgedreht, es m\u00fcgten also jedesmal andere Angriffspunkte gew\u00e4hlt werden. Hier aber kann man ihn um den gleichen Betrag in dem Ringe R zur\u00fcckdrehen, er beh\u00e4lt also seine Lage bei, ob er nun um eine horizontale, vertikale oder schr\u00e4ge Axe aus dieser Lage heraus gedreht werden soll.\nDer ganze Apparat ruht auf einem Stativ, auf welchem er h\u00f6her oder tiefer gestellt werden kann, damit man ihn der Augenh\u00f6he des Beobachters, der durch den Axenkanal blicken will, anpassen kann.\nEndlich wird er in einem gr\u00f6geren und in einem kleineren Modell angefertigt; das erstere ist f\u00fcr Demonstrationen vor einem gr\u00f6geren Auditorium berechnet.\nNo. 68. Apparat zur Demonstration der Lichtbrechung im Auge nach Hering. In der vorderen Wand eines oben offenen, mit tr\u00fcbem Wasser zu f\u00fcllenden Bledikastens befindet sich ein sph\u00e4risch parallel geschliffenes Glas, welches die Hornhaut repr\u00e4sentiert. Die hintere Wand wird durch eine Glasplatte gebildet, durch welche man das auf eine davorstehende mattgeschliffene Glasplatte (Neghaut) entworfene Bild betrachtet. Durch 3 verschieden groge Diaphragmen, welche dicht hinter dem erstgenannten Glase einzuschieben sind, kann der Einflug der Randstrahlen, die von der Pupillen-gr\u00f6ge abh\u00e4ngige Form der Zerstreuungskreise, ferner durch eingeschobene Glaslinsen die Wirksamkeit der Krystallinse demonstriert werden. In ein Stativ vor dem Kasten kann zur Demonstration der Wirkung von Brillen eine Sammel- oder eine Zerstreuungslinse eingese\u00dft werden, ebenso eine duicblochte Hartgummiplatte zur Demonstration des Scheiner\u2019schen Versudies. Durch einen verstellbaren Spiegel wird Sonnen- oder Lampenlicht in den Kasten geworfen.\nDer Apparat kann auch zur Demonstration des Augenspiegels und des Augen-leuchtens verwendet werden Man erse\u00dft in diesem Falle die mattgeschliffene Glasplatte durch die beigef\u00fcgte, mit einer Schrift versehene Messingplatte, deckt den Kasten mit der ebenfalls beigef\u00fcgten Eisenplatte zu und betraditet die Schrift durch Linsen, welche in das Stativ eingeschoben werden.\nNr. 69 Distanzvariator nach Chaym. Der Apparat gestattet, die Distanzen von zwei oder drei Punkten, Strichen etc. beliebig zu variieren und ist daher verwendbar zur Untersuchung unserer F\u00e4higkeit, r\u00e4umliche Distanzen miteinander zu vergleichen. Vor anderen, einfacheren Modellen, welche demselben Zwecke dienen, hat dieser Apparat den Vorzug, dag man jeden der drei Punkte unabh\u00e4ngig von den beiden anderen verschieben kann, so dag nicht blog mit der Vergleichsdistanz, sondern auch mit der Hauptdistanz von Versuch zu Versuch gewechselt werden kann.\nDrei in Blechrahmen gefa\u00dfte Spiegelglasplatten von rechteckiger Form sind unmittelbar hintereinander verschiebbar. Ihr mittlerer Abstand betr\u00e4gt 2 mm. ln der Mitte jeder Platte ist ein schmaler Streifen von schwarzem Tuchpapier aufgeklebt. 1 mm vor der vordersten Platte ist ein weiger, quadratischer Schirm von 25 cm Seitenlange aus \u00f6lgetr\u00e4nktem Pauspapier ausgespannt. Stellt man nun hinter dem Apparat eine kr\u00e4ftige Lampe (Projektionslampe) auf, so bilden sich von den erw\u00e4hnten drei Streifen auf dem Schirm scharfe, vollkommen gleiche Schatten. Nat\u00fcrlich mu\u00df die Lampe in gen\u00fcgender Entfernung aufgestellt werden; damit ferner die Konturen der Lichtquelle durch den Schirm nicht sichtbar sind, se\u00dft man vor dieselbe Rauchgl\u00e4ser, durch die man zugleich die Intensit\u00e4t des Lichtes regulieren kann.\nDie drei Striche, die auch durch Punkte oder andere Objekte erse\u00dft werden k\u00f6nnen, werden mit den Glasplatten gegeneinander verschoben, indem man an St\u00e4ben anfagt, die rechts unten an die Rahmen angese\u00dft sind. Diese St\u00e4be sind mit einer Millimeter-Skala von 20 cm L\u00e4nge versehen; ein feststehender Nonius f\u00fcr jeden Stab\n3*\n35","page":35},{"file":"p0037.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nIII. Apparate zur Untersuchung des Farbensinnes.\nNr. 71. Kreiselscheiben, 12 Farbent\u00f6ne, wei\u00df und schwarz. 3 Gr\u00f6\u00dfen von den Durchmessern: 19\u2018/2, 11*/* und 9 cm, so dag sich Scheiben der nebenstehenden Form hersteilen lassen, in welchem sich von dem durch die \u00e4u\u00dfere und die innere Scheibe gebildeten Grund ein schmaler Ring abhebt. Diese Anordnung ist f\u00fcr Kontrastversuche geeignet. Auf Wunsch liefern wir auch andere Scheibengr\u00f6gen.\nDie Scheiben haben in der Mitte ein Loch von 13 mm Durchmesser, der Dicke unserer Kreiselaxen entsprechend. Auf Wunsch liefern wir jedoch die Scheiben auch mit einem kleineren Loch oder ohne Loch.\nScheiben in verschiedenen Farben wie vorstehend. 19 */2, 11 \u2019/* und 9 cm Durchmesser.\nNr. 72. Kreiselscheiben, wei\u00dfes Barytpapier.\n19 */z, 11 */2 und 9 cm Durchmesser.\nNr. 73. Kreiselscheiben, tuchschwarz.\n19\u2018/si 11 *-/a un(I 9 cm Durchmesser.\nNr. 74. Hinterlege=Scheiben f\u00fcr Kreisel, aus steifem, wei\u00dfem Zeichenpapier.\n19 */,, 11 */2 und 9 cm Durchmesser.\nNr. 75. Schutzringe f\u00fcr Kreiselscheiben aus steifem wei\u00dfem Zeichenpapier. Ehe man die Schraubenmutter der Kreiselaxe auf die Scheiben se\u00dft und die le\u00dfteren hierdurch fixiert, ist es gut, einen kleinen Ring zwischen Scheibe und Schraubenmutter zu schieben, damit die Scheiben durch die le\u00dftere nicht besch\u00e4digt werden.\nNr. 76. Farbige und farblose Papiere. Gr\u00f6\u00dfe 50X60 cm. 1'2 Farben, wei\u00df und schwarz wie bei den Kreiselscheiben Nr. 73.\nNr. 77. Wei\u00dfes Barytpapier. Gr\u00f6\u00dfe 50X60 cm.\nNr. 78. Tuchschwarz, 50 cm breit.\n37","page":37},{"file":"p0038.txt","language":"de","ocr_de":"---V SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nll_____________________s________________\nNr. 79. Sclieibenmesser. Ein rechteckiger, mit einer Miliimeterteilung versehener Stab tr\u00e4gt an seinem einen Ende ein scharfes Messer. Auf ihm kann ein sehr genau sigender Schieber verschoben und an beliebiger Stelle durch Anziehen einer Schraube fixiert werden. An demselben ist die Spige befestigt. Segt man diese in das Papier ein, so kann man mit dem Messer eine Scheibe ausschneiden, \u00e4hnlich wie man mit der einen Zirkelspige einen Kreis zeichnet. Der Halbmesser der Scheibe kann durch Verschieben der Spige beliebig grog genommen werden. Seine Gr\u00f6ge wird an der Skala mittels des an dem Schieber angebrachten Nonius abgelesen.\nNr. 80. Schablone zum Ausschneiden von Scheiben. Das Papier, aus dem die Scheibe ausgeschnitten werden soll, wird zwischen die beiden Metallscheiben der Schablone gepregt und l\u00e4ngs des Randes derselben mit einer Scheere sorgf\u00e4ltig abgeschnitten.\nGr\u00f6ge: 191/2, 11 */2 und 9 cm Durchmesser.\nZwecke das Loch andernfalls entstehen\nNr. 81. Lochstanzen. Man ben\u00f6tigt sie zu mehreren Zwecken. Erstens um in Kreiselscheiben das Loch in der Mitte auszustanzen, in welches die Axe gesteckt wird. Das Lodi mug der Axe ganz genau entsprechen, weil die Scheibe durch dasselbe riditig zentriert werden soll. Nat\u00fcrlich mug zu diesem selbst mit dem Umfang der Scheibe genau konzentrisch sein; unscharfe oder, falls man mehrere Scheiben ineinander gesteckt hat, andersgef\u00e4rbte R\u00e4nder. Zweitens ben\u00f6tigt man die Stanzen zum Ausschlagen von L\u00f6chern in Papieren, wenn es sich um Anwendung der Lochmethode handelt. Hierbei soll n\u00e4mlich das Loch mit der Farbe einer darunter oder dahinter befindlichen Scheibe erf\u00fcllt erscheinen. Indem das den Grund bildende und das durch das Loch sichtbare Papier r\u00e4umlich getrennt sind, kann man sie unabh\u00e4ngig voneinander variieren, z. B. durch verschiedene Beleuditung, durdi verschiedene Neigung zur Lichtquelle, oder dadurch, dag man durch das Loch auf einen Kreisel oder einen Spektralapparat blickt etc. Das Loch mug ganz\nscharf, die Stanze also gut geschliffen sein; es d\u00fcrfen ferner die R\u00e4nder nicht aufgebogen oder nach innen absch\u00fcssig sein. Die Stanzen, die zum Ausstanzen der L\u00f6cher von Kreiselsdieiben oder f\u00fcr die Lochmethode dienen, sind daher \u00e4ugen zylindrisch und innen konisch geschliffen, wie Fig. b zeigt. Ein Instrument der Form a w\u00fcrde das Papier etwas zusammenpressen und einen glatten, durch seinen Glanz st\u00f6renden Rand ergeben.\nHingegen eignen sich die Stanzen der Form a zum Ausstanzen von kleinen Scheiben, wie man sie h\u00e4ufig zu Versuchen \u00fcber Kontrast, \u00fcber den blinden Fleck etc. be-n\u00fcgt. Hier mug der \u00e4ugere Rand der Scheiben gerade abgeschnitten, also die Innenseite der Stanzen zylindrisch sein. Diese Form wird auch verwendet, um den \u00e4ugeren Rand der Sehugringe f\u00fcr die Kreiselscheiben auszuschlagen.\nWir bitten, bei Bestellung anzugeben, ob die Stanze \u00e4ugen oder innen parallel (zylindrisch) geschliffen sein soll. Was die Gr\u00f6ge des Durchmessers betrifft, so liefern wir jede gew\u00fcnschte Gr\u00f6ge von 3 bis 30 mm,\n3$","page":38},{"file":"p0039.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 82. Kreisteilung zum Ablesen der Sektoren nach Jacobsohn. Sie ist mit einem Griff versehen, damit man beim Gebrauche der Kreisteilung mit der Scheibe nicht direkt in Ber\u00fchrung kommt. Der Griff hat eine der Gr\u00f6\u00dfe der Schraubenmutter des Kreises genau entsprechende H\u00f6hlung, die in der Figur punktiert gezeichnet ist. Die Durchmesser des Kreisringes, der sowohl au\u00dfen wie innen in Grade geteilt ist, sind 9,3 und 13 cm.\nNr. 83. Kreisteilung nach R\u00e9v\u00e9sz. Sie besteht aus einem festen und einem beweglichen Sektor. Zun\u00e4chst wird die schr\u00e4g abgeschliffene Kante des ersteren genau an die eine Kante des zu messenden Scheibensektors gelegt, dann die schr\u00e4g abgeschliffene Kante des beweglichen Sektors mit der anderen Kante des zu messenden Sektors zur Deckung gebracht und in dieser Lage festgeschraubt. Auf einer Kreisteilung ist sodann der gesuchte Winkel abzulesen.\nNr. 84. Milchglasplatte, 40X60 cm, mit Rahmen und Stativ. Sie liefert ein rein wei\u00dfes, sehr helles und gleichm\u00e4\u00dfiges Feld, das zu manchen Zwecken recht wertvoll ist, z. B. zur Erzeugung eines konstanten Adaptationszustandes, zur Zuspiegelung von wei\u00dfem Licht, als gleichm\u00e4\u00dfiger Hintergrund etc. Die Platte ist gerahmt und der Rahmen mit zwei Doppelf\u00fc\u00dfen versehen, die Platte steht vertikal. Ein Pappkasten, welcher mit dem Apparat mitgeliefert wird, dient zum Sch\u00fc\u00dfe der Platte beim Nichtgebrauch.\nNr. 85. Dunkeltonne. Die 1 m lange Pappdeckelr\u00f6hre R ist innen schwarz ausgekleidet; ebenso der fest anschlie\u00dfende, aber abnehmbare Deckel D, der die hintere Wand bildet. Die vordere Wand hat eine kreisrunde \u00d6ffnung von\n15 cm Durchmesser. Blickt man durch dieselbe in der Richtung des Pfeiles in die R\u00f6hre, so fallen, wie man annehmen darf, gar keine Licht-\n---- strahlen auf die der \u00d6ffnung entsprechende\nNe\u00dfhautpartie. Die \u00d6ffnung ist also, physikalisch gesprochen, absolut schwarz, es ist das beste, erreichare Schwarz.\nNo. 86. irisblende. Sie hat eine runde \u00d6ffnung, die durch Verschieben des in der Figur oben sichtbaren Hebels vergr\u00f6\u00dfert und verkleinert werden kann.\nDas Instrument ist zu zwei verschiedenen Zwecken zu verwenden. Erstens dient es dazu, ein gr\u00f6\u00dferes Feld bis auf ein gr\u00f6\u00dferes oder kleineres St\u00fcck abzublenden. Zweitens wird es dazu verwendet, bei konstanter Lichtquelle eine Fl\u00e4che verschieden stark zu beleuchten. Die Beleuchtungsst\u00e4rke ist der Blenden\u00f6ffnung proportional. Hinter die Blende mu\u00df jedoch ein Milchglas gese\u00dft werden, welches das Licht ann\u00e4hernd gleichm\u00e4\u00dfig auf die zu beleuchtende Fl\u00e4che (die \u00fcbrigens nicht zu gro\u00df sein darf) verteilt. Andernfalls w\u00fcrde bei verschiedener Blenden\u00f6ffnung einfach ein gr\u00f6\u00dferer oder kleinerer Kreis der Fl\u00e4che beleuchtet werden.\nNr. 87. Das Diaphragma nach Aubert hat eine quadratische \u00d6ffnung, die dadurch variiert werden kann, da\u00df der Schieber S, mehr oder weniger \u00fcber den Schieber S8 geschoben wird. Es k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch beide Schieber symmetrisch\n39","page":39},{"file":"p0040.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nverschoben werden. Der Preis des Instrumentes richtet sich nach seiner Gr\u00f6\u00dfe und nach der Feinheit, mit der die Verschiebung auszuf\u00fchren sein soll. Auf Wunsdi liefern wir f\u00fcr spezielle Formen einen Kostenanschlag.\nNr. 88. Scheibenepiskotister mit Motor. Die Episkotister dienen \u00e4hnlich \u2014wie die Blenden (Nr. H6 und 87) dazu, die Intensit\u00e4t einer Lichtquelle abzusdiw\u00fcdren, jedoch tun sie es in der Weise, da\u00df sie das Licht intermittierend in das Auge oder auf die zu beleuchtende Fl\u00e4che fallen lassen. Nach dem Verh\u00e4ltnis der Zeiten der Beleuchtung und der Zeiten der Beschattung bestimmt sich der Grad der Schw\u00e4chung der Lichtintensit\u00e4t.\nDas Scheibenepiskotister besteht aus einem Kreisel mit ausgef\u00fcllten und leeren Sektoren. Die ausgef\u00fcllten, schwarzen Sektoren k\u00f6nnen mehr oder weniger \u00fcbereinander geschoben werden, wodurch der gesamte schwarze Sektor verkleinert bezw. vergr\u00f6\u00dfert, und dementsprechend der freie, das Licht durchlassende Sektor vergr\u00f6\u00dfert bezw. verkleinert wird. Wir liefern den Apparat direkt mit Motor verbunden mit einem Durchmesser der Scheibe von 11 cm.\n\u00bb> \u00bb \u00bb\t\u00bb \u00bb,\t,,16 \u201e\nNr. 89. Dasselbe ohne Motor. Durchmesser 11 cm.\n,\u00bb 16 \u201e\nNr. 90. Zylinderepiskotister nach Q. E. M\u00fcller. Um eine Nernstlampe rotiert ein Zylinder, dessen Mantel aus 12 verschiebbaren Teilen besteht, von welchen je zwei gegen\u00fcberliegende verbunden sind. Diese Teile k\u00f6nnen so \u00fcbereinander geschoben werden, da\u00df im Maximum \">/ls des Zylindermantels frei bleiben, in welchem Falle die Intensit\u00e4t des Lichtes, das bei schneller Rotation nach irgend einer Seite hin ausstrahlt, l0/12 der Lampenintensit\u00e4t betr\u00e4gt. Schiebt man nun die einzelnen Mantelst\u00fccke heraus, so kann man die Intensit\u00e4t auf einen beliebigen Grad herabse\u00dfen. An einer Kreisteilung kann die Gr\u00f6\u00dfe des herausgeschobenen Sektors abgelesen und darnach die Intensit\u00e4t leicht berechnet werden. Die Rotation wird durch einen mit dem Apparat verbundenen Elektromotor erzeugt. Um den rotierenden Zylinder ist ein zweiter, feststehender Zylinder gese\u00dft, der auf allen Seiten geschlossen ist und nur in der Mitte des Mantels, dort wo der Gl\u00fchk\u00f6rper der Lampe liegt, einen freien G\u00fcrtel hat, dessen Gr\u00f6\u00dfe variierbar ist. Diese Vorrichtung hat den Zweck, das Lidit nur auf die zu beleuchtende Fl\u00e4che fallen zu lassen. Das ganze Instrument samt Motor ist auf einem Stativ derart befestigt, da\u00df man es vertikal, horizontal oder beliebig schief stellen kann. Gegen\u00fcber dem Scheibenepiskotister hat es den Vorzug, da\u00df es mit der\n40","page":40},{"file":"p0041.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nLampe fest verbunden ist, dag es nur auf den zu beleuchtenden Bereich Licht sendet. Es ist ein in sich fertiger Apparat, der nicht zu seiner Anwendung noch einiger Stative, Schirme, Blenden und eines Motors bedarf.\nNr. 91. Dasselbe ohne Motor.\nNr. 92. Einfacher Kreisel mit Handbetrieb, eigene Konstruktion. Die starke \u00dcbersegung mittels Schneckentriebes, wie sie aus der Figur ersichtlich ist, erm\u00f6glicht es, dag durch eine langsame, bequeme Drehung des Kurbelrades eine hinreichend schnelle Rotation des Kreisels bewirkt wird.\nNr. 93. Zweifacher Kreisel mit Handbetrieb, eigene Konstruktion. Die Konstruktion jedes einzelnen Kreisels ist dieselbe wie beim vorigen Apparat. Die Entfernung der 2 Kreisel l\u00e4gt sich beliebig variieren.\nNr. 94. Einfacher elektrischer Kreisel. Hier ist die Kreiselaxe die Verl\u00e4ngerung der Axe eines kleinen, aber kr\u00e4ftigen Elektromotors. Auf die Konstruktion des legteren ist besondere Sorgfalt verwendet. Er hat einen Trommelanker und einen zw\u00f6lfteiligen Kollektor mit Kohlenschleifkontakten; ein Durchbrennen der Kontakte ist also ausgeschlossen. Der Motor ist ferner mit festmontierten Ausschaltern versehen. Der Kreisel ist, wie die Figur zeigt, auf eine Zwinge gesegt. Hinter der Kreiselscheibe ist eine Rolle angebracht, um den Apparat auch als Motor zum Antrieb anderer Apparate benugen zu k\u00f6nnen.\nF\u00fcr Gleidistrommotor 110 Volt.\n\u00bb\n\u00bb\nWechselstrommotor 110 \u201e 220\n41","page":41},{"file":"p0042.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 95. Vierfacher Kreisel f\u00fcr Hand= oder l'lotorbetrieb, namentlich zu Demonstrationen geeignet. Hinter den Kreiseln ist ein Tuch von mittlerem Grau gespannt.\nNr. 96. Variationskreisel nach Musil. Dieser Kreisel dient demselben Zweck wie der bekannte Kreisel nach Marbe: das Verh\u00e4ltnis der Sektoren w\u00e4hrend der Rotation variieren zu k\u00f6nnen. Er unterscheidet sich jedoch von diesem dadurch,\nSchema I\ndag man das Sektorenverh\u00e4ltnis auch w\u00e4hrend der Rotation mit vollst\u00e4ndiger Genauigkeit ablesen kann, was bei dem Marbe\u2019schen Instrument infolge der nidit ganz konstanten L\u00e4nge der Darmsaite nicht m\u00f6glich ist. Das Prinzip des Musil\u2019sehen Apparates ist von dem des Marbe\u2019schen ganz verschieden.\nAuf einem sehr stabilen gugeisernen Sockel erheben sich 3 ebenfalls gugeiserne B\u00f6cke B, B2 Bs (siehe das Schema I). Der mittlere sigt auf einem Schlitten, der in einer Schwalbensehwanzfiihrung sehr exakt vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts gleitet; die beiden anderen B\u00f6cke sind fest. Durch Bohrungen an den oberen Enden aller 3 B\u00f6cke geht zun\u00e4chst die Axe a a, an deren hinterem Ende eine Rolle sigt, f\u00fcr die Schnur des Motors bestimmt, der den Kreisel treiben soll. \u00dcber diese Axe sind 2 H\u00fclsen gesteckt. Die eine H\u00fclse b b sigt an dem mittleren Bock und verschiebt sich, wie aus dem Schema I verst\u00e4ndlich ist, mit diesem nadi vorne und hinten. Sie dreht sich bei der Rotation der erstgenannten Axe mit dieser stets mit, indem ein an ihr befestigter Stift in eine entsprechende Einkerbung der Axe eingreift. Schema II zeigt dies vergr\u00f6gert im Querschnitt. Damit aber gleichzeitig die H\u00fclse mit dem Bock l\u00e4ngs der Axe nach vorne und hinten verschoben werden kann, besteht die Einkerbung in einer l\u00e4ngeren Furche, wie sie in Schema I angedeutet ist. \u00dcber die Axe a ist weiter die H\u00fclse c geschoben; sie kann nicht nach vorne und hinten bewegt werdrn, da sie an dem festen Bock B3 sigt. Sie tr\u00e4gt ein ziemlich steiles Gewinde, in welches die Backen 8 \u00df ein-greifen, die im Innern an der R\u00f6hre b b sigen. Durch dieselben wird diese H\u00fclse von der H\u00fclse b bei der Rotation mitgerissen. Verschiebt man nun den mittleren Bock nach vorne, so mug, da sich die Backen nicht geradlinig, sondern nur in Schraubenwindungen in den Furchen der Spindel c nach vorne bewegen k\u00f6nnen, gleichzeitig die H\u00fclse b und mit ihr die Axe a um c gedreht werden, oder es dreht sich umgekehrt c gegen a und b. Diese Verschiebung gegeneinander tritt nat\u00fcrlich ebensogut bei rotierender, wie bei ruhender Axe ein. Es kann also w\u00e4hrend der Rotation die H\u00fclse c um die Axe a gedreht werden. Da nun an ihnen vorne die beiden Kreiselscheiben befestigt sind, sd kann auch deren Sektorenverh\u00e4ltnis w\u00e4hrend der Rotation variiert werden.\nJeder Gr\u00f6ge des einen von den Scheiben gebildeten Sektors entspricht eine bestimmte Stellung des mittleren Bockes in seiner F\u00fchrung. Dieselbe kann durch 2 Skalen abgelesen werden: zun\u00e4chst an der Millimetereinteilung, die an einer der\n5cljsmau\n42","page":42},{"file":"p0043.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. \u00bb G\u00d6TTINGEN\nF\u00fchrungsschienen angebracht ist. Die genauere Ablesung aber geschieht mittels einer Gradteilung der Peripherie der Handscheibe H. Diese legtere sigt an der Axe d d, und mit ihr wird die Spindel gedreht, an welcher sich der Bock nach vorne oder hinten schraubt (vgl. Schema I).\nNr. 97. Scheibe zur Bestimmung der Wei\u00dfvalenz vor der Dunkeltonne. Die Vorriditung dient dazu, die Weigvalenz einer grauen oder farbigen Papierscheibe zu bestimmen, indem eine Gleichung bezw. Helligkeitsgleichung zwischen der Farbe der legteren und einem Gemisch aus einem Normalweig (Barytpapier) und dem absoluten Schwarz hergestellt wird, das eine Dunkeltonne liefert. Vor der Tonne wird ein Kreisel aufgestellt und auf ihm Sdieiben von folgender Form festgeschraubt. Zu unterst wird die Hinterscheibe H gelegt, welche zwei ringf\u00f6rmige Ausschnitte von je\n90\u00b0 und auf der Hinterseite an beiden R\u00e4ndern der Ausschnitte Kreisteilungen besigt. Auf diese Scheibe wird die weige Barytscheibe V gelegt, welche einen Vorsprung hat, dessen Durchmesser Rl ein wenig \u00fcber den Durchmesser R der Hinterscheibe vorragt. Auf diese Scheibe kommt die zu untersuchende, horizontalschraffierte Scheibe u und endlich auf diese eine dunkelgraue, in der Figur A vertikalschraffierte Scheibe. Durdi einen schmalen geschw\u00e4rzten Bleehring, der am Rande \u00fcber die zusammengesegte Scheibe gelegt und durch 3 Schr\u00e4ubchen an der Hinterscheibe befestigt wird, werden die Scheiben aneinander festgehalten. Fig. A gibt das Bild der auf diese Weise\n43","page":43},{"file":"p0044.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nzusammengesetzten Scheibe. Es entstehen bei der Rotation auf grauem Grunde zwei Ringe, von welchen der innere zur H\u00e4lfte die zu untersuchende Farbe enth\u00e4lt, der \u00e4ugere zur H\u00e4lfte ein Gemisch aus Weig und absolutem Schwarz, da ja durch die Ausschnitte auf die dahinterstehende Dunkeltonne gesehen wird. Zur anderen H\u00e4lfte enthalten beide Ringe das Grau des Hintergrundes. Man schiebt nun den Weigsektor so lange \u00fcber die \u00d6ffnung, bis die beiden Ringe gleich bezw. gleich hell erscheinen. An der an der Hinterscheibe angebrachten Skala kann die Gr\u00f6ge des Weigsektors abgelesen werden.\nNr. 98. Polariphotometer nach Hering. (Grundz\u00fcge der Lehre vom Lichtsinn, 1. Lfg 1905, S. 67). Das Instrument erm\u00f6glicht es, \u00e4hnlich wie die Scheibe zur Bestimmung des Kreiselwertes (Nr. 97), festzustellen, wieviel Licht ein Papier reflektiert (Remissionsverm\u00f6gen im Verh\u00e4ltnis zu einem weigen Normalpapier (Barytweig). Wie dort, so wird auch hier das Normalweig mit dem idealen Schwarz des Dunkelkastens (Nr. 85) sozusagen gemischt und das Mischungsverh\u00e4ltnis so lange ge\u00e4ndert, bis eine der zu untersuchenden gleidie, bezw. gleichhelle Farbe herauskommt.\nDie Dunkeltonne wird vertikal auf den Boden gestellt, mit der \u00d6ffnung nach oben gerichtet. \u00dcber dieselbe schiebt man von rechts und von links her zwei Streifen, der eine von Normalweig, der andere von dem zu eichenden Papier; der Zwischenraum wird durch das Schwarz der Dunkeltonne erf\u00fcllt. Das Ganze betrachtet man durch das Polariphotometer; dasselbe besteht aus einem doppelbrechenden Prisma und aus einem dar\u00fcber befindlichen Nikol. Das erstere erzeugt von jedem Streifen 2 nebeneinanderliegende Bilder o und e. Die Streifen werden einander soweit gen\u00e4hert, dag, wie das\n0\no\neiner gewissen Stellung ist w=p.\n360 tg2 if der Kreiselwert des untersuchten Papieres.\nSchema zeigt, das ordin\u00e4re Bild o des rechten und das extraordin\u00e4re Bild e des linken Streifens sidi eben ber\u00fchren.\nDurch den drehbaren Nikol \u00fcber dem Prisma werden die beiden Streifen w und p betrachtet. Er wird zun\u00e4chst so gestellt, dag das extraordin\u00e4re Bild, also w ganz verschwindet. Dreht man ihn dann aus dieser Stellung heraus, so wird w sichtbar und immer st\u00e4rker, w\u00e4hrend p schw\u00e4cher wird. Bei War hierzu eine Drehung um <p\u00b0 n\u00f6tig, so ist\nNr. 99. Einfaches Photometer nach Bougner. (Vergl. Hering, Grundz\u00fcge der Lehre vom Lichtsinn, 1. Lfg. 1905 S. 15.) Es besteht aus einem T f\u00f6rmigen,\ninnen sorgf\u00e4ltig geschw\u00e4rzten Kasten, in dessen Mitte ein Holzprisma eingesegtist, dessen Kante dem von oben herab blickenden Beobachter zugekehrt ist. Auf die beiden Fl\u00e4dien a b werden die zu vergleichenden Papiere (auf Glas aufgezogen) gelegt und von rechts und links her durch gleiche Lichtquellen aus solcher Entfernung beleuchtet, dag sie gleich er-sdceinen. Legt man gleiche\n44","page":44},{"file":"p0045.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nPapiere auf, so kann man auf diese Weise das Intensit\u00e4tsverh\u00e4ltnis der Lichtquellen bestimmen. Auch Schwellen lassen sich in derselben Weise bestimmen und demonstrieren. Endlidi sei u. a. auf den von Hering a. a. O. S. 15 beschriebenen Versuch hingewiesen.\nNr. 100. Flimmerphotometer f\u00fcr Scheiben nach Schenck. Die eine H\u00e4lfte einer weigen Scheibe ist in der Weise, wie die nebenstehende Figur zeigt, mit Sektoren aus Tuchschwarz teilweise \u00fcberklebt; dieselben sind so geschnitten, dag sie vom Kreise A aus bis zum Kreise B proportional der Entfernung von A abnehmen. Augen und innen ist die Scheibe ganz weig, bezw. ganz schwarz. Die Dimensionen sind aus der Figur ersichtlich. Die Kreise A und B werden auf der Scheibe nicht verzeichnet. Will man den \u00dcbergang vom Schwarz zum Weig allm\u00e4hlicher haben, so benugt man 2 Scheiben, deren Sektoren so geformt sind, wie die Nebenfiguren S, S2 zeigen.\nMit diesen Scheiben wird die auf ihre Helligkeit hin zu pr\u00fcfende farbige Scheibe so zusammengesteckt, dag die legtere die weige H\u00e4lfte der ersteren \u00fcberdeckt. L\u00e4gt man die Scheibe zun\u00e4chst so langsam rotieren, dag sie noch \u00fcberall flimmert, und steigert dann die Rotationsgeschwindigkeit allm\u00e4hlich, so h\u00f6rt zuerst derjenige Ring der Scheibe auf zu flimmern, dessen Sehwarz-Weig-Sektoren ein Grau liefern, welches ebenso hell ist wie die Farbe. Diesen Ring genau zu bestimmen, dazu dient das vor die Scheibe gesegte, mit dem Kreisel fest verbundene Flimmerphotometer.\nEs besteht aus einem Sdiirm, welcher in der H\u00f6he des Mittelpunktes der Scheiben eine kleine \u00d6ffnung hat, und welcher an einer Zahnstange horizontal zu verschieben ist. Durch die \u00d6ffnung blickend, sieht man ein kleines St\u00fcck der Scheibe. Man verschiebt nun den Schirm so lange, bis man den Bereich findet, der nicht mehr flimmert. An einer verschiebbaren Skala, deren Nullpunkt genau auf den Punkt A eingestellt wird, l\u00e4gt sich die Entfernung des gefundenen Bereiches von diesem Punkte A ablesen und damit das Grau des Ringes und die Helligkeit der Farbe bestimmen. Zur Fixierung des Blickes dient ein Stirnhalter und ein Diopter. Das durch die \u00d6ffnung des Diopters sichtbare St\u00fcckchen kann durch entsprechende Wahl der \u00d6ffnung so klein gemacht werden, dag es sich ganz auf der fovea abbildet. Nat\u00fcrlich kann man mittels dieses Apparates auch die Flimmerhelligkeit auf peripheren Neghautteilen bestimmen. Wir liefern diesen Apparat in Verbindung mit einem durdi einen separaten regulierbaren Motor zu betreibenden Kreisel.\nNr. 101. Flimmerpliotometer f\u00fcr Zylinder. Statt der rotierenden Scheibe ist hier ein Zylinder benugt, der zur einen H\u00e4lfte mit dem zu messenden farbigen, zur anderen H\u00e4lfte mit einem weigen Papier bedeckt wird; auf das legtere sind, wie die nebenstehende Figur zeigt, 6 Dreiecke aus Tuchsehwarz aufgeklebt, so dag das Sdiwarz von A bis B proportional der Entfernung von A abnimmt. Die Papiere werden durch Gummiringe auf dem Zylinder festgehalten. Da der Zylinder und dem-\n45","page":45},{"file":"p0046.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nentsprechend der Verschiebungsbereich des Flimmerphotometers 30 cm lang ist, so l\u00e4gt sich das kritische Grau sehr genau bestimmen. Der Preis bezieht sich auch hier auf das Photometer und den entsprechenden, durdi einen separaten Motor zu treibenden Rotationsapparat.\nNr. 102. Apparat zur Bestimmung der peripheren Helligkeit nach Hering. (Arch. f. Ophthalm. Bd. 35, Abt. 4, S. 25.) Durdi ein kleines Loch in einem mit grauem Papier \u00fcberspannten Rahmen ist die Farbe eines darunter befindlichen rotierenden Kreisels sichtbar. Bei gen\u00fcgend seitlicher Fixation wird die Farbe in einem gewissen Grau gesehen. Neigt man nun den um die horizontale Axe drehbaren Rahmen mehr oder weniger gegen das Fenster, indem man ihn mittels des Griffes dreht, so kommt man zu einer Lage, bei welcher sich das Loch nicht mehr vom Grunde untersdieidet. Der Grund hat dann diejenige Helligkeit, in welcher die Farbe des Kreisels bei peripherer Betrachtung erscheint. Die Rotation der Scheibe wird durch Drehen des Antriebsrades erzeugt. Dem Apparat werden vier Rahmen mit verschieden hellem Grau beigegeben.\nNr. 103. Adaptometer nach Nagel. (Zwei Apparate f\u00fcr die augen\u00e4rztlidie Funktionspr\u00fcfung, Zeitsdirift f. Augenheilkunde, Bd. 17, H. 3.) Das Adaptometer gestattet, den Adaptionszustand (Hell-Dunkel-Adaption) in augerordentlich genauer Weise zu messen, indem es die Bestimmung erm\u00f6glicht, wie hell eine weige Fl\u00e4che von bestimmter Gr\u00f6ge beleuchtet werden mug, damit sie sich von der v\u00f6llig dunklen Umgebung (Dunkelzimmer) eben abhebt (absolute Schwelle).\nIn dem einen Ende des Kastens sind drei Osmiumlampen aufgestellt, die sich durch ihr konstantes Lieht auszeichnen. (Ihre geringe Gelbvalenz wird durch eine blau gef\u00e4rbte Milchglasscheibe kompensiert.) Sie beleuchten eine in die gegen\u00fcberliegende Wand eingelassene Milchglasplatte m3, welche das von dem Beobachter zu betrachtende Objekt bildet. Da die Schwelle bei verschiedener Gr\u00f6ge des beleuchteten Feldes verschieden ist, so ist, um ein Normalfeld zu haben, bei den Apparaten der neuesten Konstruktion vor die Milchglasplatte eine Blende mit kreisf\u00f6rmiger \u00d6ffnung von 10 cm Durchmesser gesegt.\nBeleuchten die Lampen direkt die Fl\u00e4che m3, so liegt seine Helligkeit audi bei starker Helladaption bedeutend \u00fcber der Schwelle. Es handelt sich also darum, die\n46","page":46},{"file":"p0047.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m b.H. G\u00d6TTINGEN\nLichtst\u00e4rke abschw\u00e4chen zu k\u00f6nnen. Dies ist erstens durch drei durchl\u00f6cherte Metallseheiben erm\u00f6glicht, deren L\u00f6cher eine solche Gr\u00f6\u00dfe haben, dag durch Einschieben der hintersten Scheibe die Intensit\u00e4t auf '/._,0 herabgesegt wird, und ebenso durch Hinzuf\u00fcgen der mittleren und vorderen Scheibe die Intensit\u00e4t jedesmal auf \u2018/20 des fr\u00fcheren Betrages sinkt; zusammen bewirken also die 3 Scheiben eine Herabsegung der Lichtst\u00e4rke auf '/sooo- Weiter befindet sich in der Mitte des Kastens ein Aubert\u2019sehes Diaphragma, dessen \u00d6ffnung zwischen 1 und 10000 mm2 variiert werden kann. Die Beleuchtungsst\u00e4rke von m3 ist aber der Gr\u00f6\u00dfe der Diaphragma\u00f6ffnung proportional. Also verhalten sich die extremen Beleuchtungsst\u00e4rken, die durch Ein- und Ausschieben der Platten und durdi Verstellen des Diaphragmas erreichbar sind, wie 1:80 Millionen. Die \u00d6ffnung des Diaphragmas wird durch Drehen des Steuerrades Tr variiert und seine Gr\u00f6\u00dfe durch das Fenster K in der oberen Wand des Kastens an einer Skala abgelesen.\nHat man diejenige Einstellung des Apparates bestimmt, bei welcher die Lichtst\u00e4rke des Feldes 1 Meterkerze ist (es ist dies die Schwelle f\u00fcr ein gut hell adaptiertes Auge), so l\u00e4gt sich f\u00fcr jede andere Einstellung die Lichtst\u00e4rke nach diesem absoluten Mage ausdr\u00fceken; man hat nur mit einer Konstanten zu multiplizieren.\nUm im Dunkeln das zu betrachtende Feld finden zu k\u00f6nnen, ist es vorteilhaft, etwa an den oberen Rand desselben das Fixierzeichen Nr. 131 zu halten.\nDie Lampen d\u00fcrfen nicht zu lange brennen, da sonst die Hige den Apparat besch\u00e4digen kann.\nNr. 104. Apparat f\u00fcr Simultankontrast nach Hering. (Zeitsdirift f. Psych. Bd. 1.) Man bringt die Augen von oben her m\u00f6glidist nahe an die beiden farbigen Glasplatten p pl heran und fixiert, durch dieselben blickend, den Knopf k. Der\nvon der wei\u00dfen Grundplatte sich abhebende schwarze Streifen s erscheint dabei in Doppelbildern, welche, wenn die beliebig auszuwedi-selnden Gl\u00e4ser ppj verschiedenfarbig sind, ebenfalls verschieden gef\u00e4rbt erscheinen, was nach der psydiologischen Theorie des Kontrastes unm\u00f6glich w\u00e4re, da der Grund einfarbig, n\u00e4mlich in der Misdifarbe der beiden Gl\u00e4ser erscheint.\nMittels der allseitig verstellbaren wei\u00dfen Platten w\u2019 w kann man der Farbe der Gl\u00e4ser mehr oder weniger wei\u00dfes Licht zusegen, um die Kontrastfarben besser zur Geltung zu bringen. Aus dem gleichen Grunde sind die Platten p\u2019 p drehbar. Die farbigen Gl\u00e4ser k\u00f6nnen ausgewechselt und die jeweilig nicht ben\u00f6tigten Gl\u00e4ser in der Schublade des Tischchens aufbewahrt werden.\nDer Apparat l\u00e4\u00dft sidi auch zur Demonstration des binokularen Kontrastes verwenden.\nNr. 105. Apparat zur Demonstration des Spiegelkontrastes nach Hering.\n(Pfl\u00fcgers Archiv Bd. 41, Seite 358.) In einen oben und vorne zu \u00f6ffnenden Kasten sind unter dem Winkel von 45\u00b0 Spiegelglasplatten von verschieden gef\u00e4rbtem Glas einzusegen. An der Grundfl\u00e4che und an der Hinterfl\u00e4che sind wei\u00dfe Kartons mit schwarzen, 1 cm breiten Ringen von verschiedenen Durchmessern angeklebt. Blickt man von oben in den Kasten, so sieht man die untere Platte durch das Glas z. B. gr\u00fcn gef\u00e4rbt, w\u00e4hrend von der hinteren Platte infolge der Reflexion an der oberen Fl\u00e4che des gr\u00fcnen Glases wei\u00dfes Licht heraufgesendet wird. Die Durchmesser der Ringe der beiden Platten sind nun, wie das Schema zeigt, so gew\u00e4hlt, da\u00df zwischen je zwei Ringen der einen Platte ein Ring der anderen Platte gesehen wird. Die Ringe der unteren Platte erscheinen in der Kontrastfarbe, in unserem Falle rosa, die Ringe der hinteren Platte gr\u00fcn; der Grund ist wei\u00dflichgriin gef\u00e4rbt. Eine unten am Kasten angebrachte Holzklappe, welche in der Figur nicht gezeichnet ist, dient dazu, das in den\n47","page":47},{"file":"p0048.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\n--------------------------------1\nKasten fallende Licht abzuschw\u00e4chen und jene Beleuchtungsst\u00e4rke herzustellen, bei welcher die Kontrastfarbe am intensivsten gesehen wird. Bei dunkleren Plaiten neigt man sie nach unten, bei helleren, z. B. Gelb, stellt man sie nahezu senkrecht.\nNr. 106. Farbige Fenster zur Erzeugung farbiger Schatten nach Hering. (Pfl\u00fcgers Archiv Bd. 42, S. 113.) Ein in einer Dunkelkammer einzuse\u00dfendes Fenster ist folgenderma\u00dfen eingerichtet: Durdi zwei, etwa in l/2 m Entfernung nebeneinander liegende, in ihrer Breite variierbare Spalte kann das Tageslicht einfallen. Der eine Spalt wird durch Fenster mit farbigem Glas verschlossen, vor dem anderen Spalt l\u00e4gt sich ein zur H\u00e4lfte aus Milchglas gebildetes, zur H\u00e4lfte undurchsichtiges Fenster in vertikaler Richtung verschieben. L\u00e4gt man durch den ersteren Spalt z. B. rotes Licht R eindringen, so beleuchtet dasselbe die Milchglasplatte M mit Ausnahme eines Streifens GR, welcher im Schatten der vor der Platte vertikal stehenden Leiste S liegt. Infolge der roten Umgebung des Streifens erscheint derselbe in der Kontrastfarbe (gr\u00fcn), welche bei g\u00fcnstiger Beleuchtung von dem wei\u00dfen Fenster W her sehr deutlich hervortritt. Der Streifen R ist nur von dem roten und nicht vom wei\u00dfen Fenster beleuchtet und erscheint daher viel ges\u00e4ttigter als die \u00fcbrige Platte. Das Experiment geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten Demonstrationsversuchen. Zur Bestimmung des Preises ist die Angabe der Gr\u00f6\u00dfe der Fenster notwendig.\nNr. 107. Doppelter Nuancierungsapparat nach Hering. (Grundz\u00fcge der Lehre vom Lichtsinn, 2. Lfg. 1907, S. 12t). Bei diesem Apparate ist in fruchtbarer Weise das Prinzip verwendet, durch verschiedene Neigung eines farbigen oder farblosen Feldes gegen die Lichtquelle, z. B. gegen das Fenster, innerhalb weiter Grenzen jede Intensit\u00e4tsnuance herzustellen.\nIn dem unteren Teile eines innen mit schwarzem Tuchpapier ausgelegten Kastens, welcher mit seiner offenen Wand gegen das Fenster zu stellen ist, sind die beiden Platten p! p, befestigt; jede Platte ist unabh\u00e4ngig von der anderen um eine horizontale, in derselben Geraden liegende Axe drehbar, und die jeweilige Neigung kann an den au\u00dfen angebrachten Teilkreisen K abgelesen werden. Will man den Platten die gleiche Neigung geben, so kuppelt man sie durch einen Schieber. Auf diese Platten werden Papiere gelegt oder besser \u2014 da die Papiere h\u00e4ufig nidit ganz eben aufliegen \u2014 mit Papier \u00fcberzogene Glasplatten. Damit diese bei Neigung der Platten nicht abgleiten, sind die R\u00e4nder der le\u00dfteren aufgebogen.\nDie obere Wand des Kastens ist bis auf einen Rand von wenigen Zentimetern entfernt. \u00dcber die so entstehende rechteckige \u00d6ffnung werden Kartons gelegt, die auf der Unterseite mit Tuchsehwarz, auf der Oberseite je nach Bedarf mit\n4$","page":48},{"file":"p0049.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.b.m.H. G\u00d6TTINGEN\nfarbigem oder farblosem Papier \u00fcberklebt und mit 2 L\u00f6chern versehen sind, durch die man auf die beiden Platten Pi P, sieht, so dag die L\u00f6cher mit der Farbe der von unten herauf kommenden Lichter erf\u00fcllt erscheinen (Loch-Methode). Die Gr\u00f6ge der L\u00f6cher richtet sich nach dem Zweck der Versuche. Bei Hellig--keitsbestimmung- farbiger Papiere, wo auf die eine Platte das farbige Papier, auf die andere ein passendes Grau gelegt wird, macht man die L\u00f6cher rechteckig und m\u00f6glichst grog, aber doch so, dag die R\u00e4nder der Platten auch bei starker Neigung derselben verdeckt bleiben. \u00c4hnliches gilt bei anderen Versuchen, wo man die von unten kommenden Lichter vergleichen will, ohne dag die Neigung der Felder erkannt werden soll. Zieht man andererseits den oben aufgelegten Karton wieder weg, so dag die Neigung gesehen wird, so zeigt sich der Einflug der \u201eGed\u00e4ichtnisfarbeu\u201c in auffallender Weise. Bei Versuchen \u00fcber Simultan-kontrast, zu denen sich dieser Apparat besonders eignet, werden die L\u00f6cher im oberen Karton klein genommen, etwa 12 mm Durchmesser, damit die Kontrastfarbe das ganze Feld erf\u00fcllt. Das kontrasterzeugende Feld wird durch den Karton gebildet, bezw. durch die auf ihn aufgelegten farbigen oder farblosen Papiere, die dann ebenfalls ein entsprechendes Loch besigen. Legt man auf die eine H\u00e4lfte des Kartons ein m\u00f6glichst schwarzes Papier, auf die andere weiges, so sieht man bei gleicher Neigung der Platten p, p2 durch den Unterschied der beiden L\u00f6cher augenf\u00e4llig die Wirkung des vom weigen Papier erzeugten Kontrastes. Die Figur zeigt diese Anordnung, indem die Verschiedenheit der beiden H\u00e4lften des Kartons durch verschiedene Schraffierung angedeutet ist. Man kann auch die St\u00e4rke des Kontrastes bestimmen, indem man die eine Platte so lange neigt, bis die beiden L\u00f6cher gleich erscheinen; die Gr\u00f6ge des Unterschiedes der Grau der beiden Platten ist ein Mag der St\u00e4rke des Kontrastes.\nDer Apparat gestattet ferner, den von unten kommenden Farben weiges Licht zuzusegen, indem dieses durch eine Milchglasplatte (vgl. Nr. 84) durch die ge\u00f6ffnete seitliche T\u00fcre T2 in der Richtung des Pfeiles in den Kasten gesendet und durch die Glasplatte P nach oben reflektiert wird. Durch diese Einrichtung lassen sich einige weitere Versuche mit dem Apparate anstellen. Z. B. kann man die Wirkung der durch den Weigzusag erzeugten Adaptations\u00e4nderung demonstrieren (Koeffizientensag, vgl. auch Hering a. a. O. S. 124). Wenn man die das Licht hineinreflektierende Platte verschieden gegen das Fenster neigt, so erh\u00e4lt man verschieden starken Weigzusag zu den von unten heraufkommenden Lichtern. Man kann auf diese Weise die Farben mehr oder weniger mit Weig verh\u00fcllen. Wir liefern \u2014 nach einem Vorschl\u00e4ge von Rupp \u2014 zu dem Apparat auch eine Milchglasplatte von entsprechender Gr\u00f6ge, die an der Seite des Kastens angeh\u00e4ngt werden kann und um eine vertikale Axe drehbar ist, um eben verschieden starken Weigzusag erzeugen zu k\u00f6nnen; der Neigungswinkel ist an einer Kreisteilung abzulesen.\nDem Apparate werden Papiere und mit Papieren \u00fcberzogene Glasplatten f\u00fcr einige wichtige Versuche beigegeben.\ni '\ni 1\n4\n49","page":49},{"file":"p0050.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN ;\nAnstatt mit den Platten pI p2 liefern wir den Appirat auch \u2014 nach einem Vorschl\u00e4ge von G. E. M\u00fcller \u2014 mit elektrischen Kreiseln, die entweder feststehend oder um dieselbe Axe wie die Platten drehbar sind. Die Kreisel sind bei dem Preis nicht mit eingerechnet.\nKl iti\nNr. 108. M\u00fcller\u2019scher Aufsatz zum Nuancierungsapparat. \u00dcber die \u00d6ffnung in der oberen Wand des Nuancierungsapparates wird statt des oben erw\u00e4hnten Kartons ein stereoskopartiger Kasten geschoben, der in seiner unteren Platte zwei Aubert\u2019sche Diaphragmen d, ds besi\u00dft, durch die man auf die Platten im gro\u00dfen Kasten sieht. Oben tr\u00e4gt das Stereoskop zwei Okularrohre R, R2, die sich mittels Gummiringes an ihrer M\u00fcndung eng an das Auge anlegen. Schlie\u00dft man die beiden getrennten vorderen Deckel \u00dc! D2 des Stereoskopes und die Diaphragmen, so gelangen gar keine Strahlen in das Auge. Der M\u00fcller\u2019sche Kasten wirkt also wie ein Dunkelzimmer. Je nachdem man die Deckel einzeln schlie\u00dft oder \u00f6ffnet, lassen sich bei hinreichend langer Betrachtung f\u00fcr jedes Auge getrennt verschiedene Adaptationszust\u00e4nde herstellen, und die Wirkungen der nach \u00d6ffnung der Diaphragmen von unten kommenden Lichter pr\u00fcfen.\nNr. 109. Rupp\u2019scher Aufsatz zum Nuancierungsapparat. Will man mit dem Nuancierungsapparat die Gese\u00dfe des Kontrastes genauer zeigen, so ist es n\u00f6tig, auch den Grund, auf welchem die Farben der Platten p, p2 erscheinen, nuancieren zu k\u00f6nnen. Diesem Zwecke dient der in Rede stehende Aufsa\u00df. Die Papiere, weldie den Grund (kontrasterregendes Feld) bilden sollen, werden auf die drehbaren Platten q, qa gelegt, welche, wie auch die Papiere selbst, einen streifenf\u00f6rmigen Schli\u00df bes\u00e4\u00dfen, durch den die Farben der unteren Platten gesehen werden. Uber die rechteckige \u00d6ffnung in der oberen Wand des Aufsa\u00dfes wird ein Karton mit den in der Figur gezeichneten Ausschnitten gelegt, welcher die R\u00e4nder von qi q, verdeckt.\nErteilt man diesen sehr verschiedene Neigung, so da\u00df sie verschiedenen Kontrast erzeugen, stellt jedoch p, p2 so ein, da\u00df die beiden Kontrastfelder gleich erscheinen, so bleibt diese subjektive Gleichheit erhalten, wenn man den oberen Karton wegzieht, tro\u00dfdem, wegen der Ged\u00e4chtnisfarben, die beiden kontrasterzeugenden Felder objektiv Es l\u00e4\u00dft sich also gleichzeitig zeigen, da\u00df die Ged\u00e4chtnis-\nganz\nf\u00e4rbe\nandere geworden sind, auf den Kontrast keinen Einflu\u00df hat.\n50","page":50},{"file":"p0051.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 110. Apparat zur Demonstration der Nachbilder nach Hering. Der Apparat besteht aus einem Kasten, in dessen unterer H\u00e4lfte eine Reihe von Tafeln h\u00e4ngen, die mittels der seitlichen Griffe hochgezogen werden k\u00f6nnen. Auf jeder Tafel ist ein Quadrat von intensiver F\u00e4rbung aufgeklebt mit einem Fixationspunkt in der Mitte. Nachdem der Beobachter dieses Quadrat l\u00e4ngere Zeit fixiert hat, l\u00e4gt man die Tafel des Kastens fallen, und der Beobachter sieht nun auf der grauen Hinterwand das Nachbild des Quadrates.\nNr. 111. Einfacher Spiegelfarbenmischapparat. (Vgl. Helmholg, Phys. Opt. II. Aufl. S. 350, und Hering, Grundz\u00fcge der Lehre vom Lichtsinn, 1. Lfg. 1905 S. 56.) Auf einer mit schwarzem Sammt \u00fcberzogenen Grundplatte erhebt sich in der Mitte ein Spiegelglas Sp. Legt man rechts und links von ihm farbige oder farblose Papiere f^ f, (am besten auf Glas aufgezogen) auf und blickt von O aus schr\u00e4g gegen das Spiegelglas, so mischen sich mit den direkt von ft kommenden Strahlen diejenigen Strahlen, die von f, herkommen und an dem Spiegel reflektiert werden.\nDer Apparat wird aber erst dadurch wertvoll, dag man das Verh\u00e4ltnis der beiden Komponenten des Mischlichtes \u00e4ndern kann, u. zw. ist dies auf dreifache Weise m\u00f6glich: erstens dadurch, dag man die Papiere symmetrisch zur Glasplatte\nauseinander oder zusammenschiebt; zweitens dadurch, dag der Beobachter selbst von einem h\u00f6heren oder tieferen Punkte aus betrachtet; endlich dadurch, dag man die Glasplatte um den Punkt a dreht; dabei mug man, falls man eine vollst\u00e4ndige Deckung der beiden Papiere w\u00fcnscht, das eine derselben, welches nicht direkt gesehen wird, entsprechend verschieben. Der Grund, weshalb sich das Verh\u00e4ltnis der Komponenten \u00e4ndert, ist in allen 3 F\u00e4llen der, dag dabei der Reflexionswinkel des gespiegelten Lichtes variiert wird, und dag das Licht um so vollst\u00e4ndiger reflektiert wird, je flacher es auff\u00e4llt, je gr\u00f6ger also der Einfalls- und der Reflexionswinkel ist.\n51","page":51},{"file":"p0052.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nAuf diese Weise lassen sich also 2 Farben in beliebigem Verh\u00e4ltnis mischen. Auch mehr oder weniger Weig l\u00e4gt sich einer Farbe zusegen, indem man auf die linke, direkt gesehene Seite die Farbe, auf die rechte das weige Papier legt und unter verschiedenen Winkeln auf die Glasplatte blickt. Ebenso lassen sich schwarzverh\u00fcllte Farben erzeugen; man legt in diesem Falle auf die linke Seite kein Papier, sondern blickt auf den schwarzen Sammt, mit dem die Grundplatte \u00fcberzogen ist und \u00e4ndert die Intensit\u00e4t des reflektierten Lichtes wieder in einer der oben beschriebenen 3 Arten. Legt man endlich auf die eine Seite ein belegtes Spiegelglas, so kann als die eine Komponente auch Tageslicht, das Blau des Himmels etc. verwendet werden.\nDem Apparate werden einige mit verschiedenen Papieren \u00fcberzogene Glasplatten beigelegt, welche beim Nichtgebrauch in der unter der Grundplatte befindlichen Lade aufbewahrt werden k\u00f6nnen.\nNr. 112. Farbenmischapparat f\u00fcr farbige Gl\u00e4ser nach Hering. Der Apparat\ndadurch erzeugt werden, dag weiges Licht durch farbige Gl\u00e4ser hindurch gesendet wird, in beliebigem Intensit\u00e4tsverh\u00e4ltnisse zu mischen. Die 3 mattgeschliffenen Milchglasplatten ww, ws senden weiges Licht in das K\u00e4stchen K. Beim Eintritt in dasselbe durchsegt das Licht die farbigen Gl\u00e4ser f ft f2, die vor die betreffenden \u00d6ffnungen des K\u00e4stchens geschoben und beliebig ausgewechselt werden k\u00f6nnen. Sodann werden im Innern die von rechts und von links kommenden Strahlen durch die Glasplatten s s1 nach oben reflektiert, so dag also in das von oben her blickende Auge die Strahlen aller 3 farbigen Lichter gelangen und sich in demselben mischen. Will man nur 2 Farben mischen, so schliegt man eine der T\u00fcren 1t, t2, die vor den 3 \u00d6ffnungen angebracht sind. Die Intensit\u00e4t jedes einzelnen Mischlichtes wird dadurch variiert, dag man die Milchglasplatten w w, w2 verschieden gegen die Lichtquelle neigt.\nNr. 113. Spektralfarbenmischapparat nach Helmholtz, einfaches Modell. (Vgl. A. K\u00f6nig und Diterici, Die Grundempfindungen etc., Zeitschr. f. Psych. Bd. 4 S. 243.) Auf einem runden, gugeisernen Tische ist in der Mitte das auf 3 Seiten geschliffene, stark brechende Flintglasprisma P aufgestellt. Der Kante 1, 2 symmetrisch gegen\u00fcber ist, ebenfalls feststehend, das Beobachtungsrohr B angebaeht. Den beiden anderen Kanten stehen die 2 Kollimatoren C, C2 gegen\u00fcber, die jedoch um eine genau durch die Mitte des Prismas gehende vertikale Axe drehbar sind. An den \u00e4ugeren Enden dieser Kollimatoren werden die beiden Brenner G, G2 aufgestellt. Sehen wir zun\u00e4chst von den in den beiden Kollimatoren montierten Nikol\u2019sehen Prismen NjN2 und von den Kalkspatprismen Kt K2 ab, so wird das von Gj herkommende Licht durch den bilateralen, mittels der Schraube Qj verstellbaren Spalt in Ci eindringen und, da der Spalt im Brennpunkt der achromatischen Linse L, liegt, durch diese als axenparalleles Strahlenb\u00fcndel austreten. Der auf die Fl\u00e4che 3 des Prismas fallende Teil dieser Strahlen wird an 3 und 1 so gebrochen, dag er wenigstens teilweise in das Beobachtungsrohr B gelangt, w\u00e4hrend dies von den auf 2 auffallenden Strahlen nicht gilt. Infolge der Brechung im Prisma treten aus demselben die Strahlen in verschiedenen Richtungen aus, jedoch haben, da die eintretenden Strahlen s\u00e4mtlich parallel sind, die Strahlen gleicher Wellenl\u00e4nge auch gleiche Richtung. Die Linse L3 vereinigt aber alle parallelen Strahlen in je einem Punkte ihrer Brennebene d d, so dag in dieser ein reelles Spektrum entworfen wird, aus dem der Spalt S ein kleines, ann\u00e4hernd homogenes St\u00fcck herausgreift. Das Analoge gilt von den Strahlen, die von dem Kollimator Cs\ndient dazu, 3 farbige Lichter, die\n52","page":52},{"file":"p0053.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nherkommen. Auch von ihnen wird in d d ein Spektrum entworfen, das jedoch im allgemeinen gegen das erste verschoben sein wird. Blickt man nun durch S, so sieht man die Prismenfl\u00e4chen 1 und 2 von gewissen homogenen Lichtem durchleuchtet und durch die scharfe Kante 1, 2 getrennt. Dreht man einen Kollimator, so verschiebt sich auch das betreffende Spektrum und es wird die entsprechende Prismenfl\u00e4ehe in einer anderen Farbe erscheinen.\nDie \u00c4nderung der Wellenl\u00e4nge und die Mischung von verschiedenen homogenen Lichtern wird jedoch auch auf anderem Wege erzielt. In jeden Kollimator ist ein Doppelspalt K eingesegt, der sich zwischen Spalt und Linse verschieben l\u00e4gt. Je weiter er vom Spalte entfernt wird, desto gr\u00f6ger ist der Abstand der beiden senkrecht zu einander polarisierten Doppelbilder. Die auf diese Weise entstehende Verschiebung des einen Bildes gegen das andere hat aber denselben Effekt, wie wenn der Kollimator seitw\u00e4rts verschoben w\u00fcrde, n\u00e4mlich es sind die von den beiden Doppelbildern in d d erzeugten Spektren gegen einander verschoben. Somit erscheint, wenn man durch den Spalt S blickt, die betreffende Prismenfl\u00e4che in einer Mischfarbe von 2 homogenen Lichtern, die umso verschiedenere Wellenl\u00e4nge haben, je weiter der Doppelspalt vom Kollimatorspalt gegen die Kollimatorlinse ger\u00fcckt ist.\nUm in der Mischfarbe nach Belieben die eine Komponente im Verh\u00e4ltnis zur anderen st\u00e4rken oder schw\u00e4chen, ja ganz zum Verschwinden bringen zu k\u00f6nnen, sind die Nikol\u2019schen Prismen N, N2 vor die Spalte S, S2 gesegt. Geht man von einer Lage der Nikol aus, bei der der augergew\u00f6hnlidie Strahl ganz ausgel\u00f6scht ist, und dreht nun das Nikol, so wird dieser allm\u00e4hlich auftauchen und auf Kosten des gew\u00f6hnlichen st\u00e4rker werden, bis nach Drehung um 180\u00b0 nur der augergew\u00f6hnlidie durchgelassen wird und er seine h\u00f6chste Intensit\u00e4t erreicht hat. Die Stellung der Nikol kann mittels der Indizes I, I2 an den Teilkreisen D, und D\u201e abgelesen werden.\nDer Spalt S wird durch ein Okular (Lupe) betrachtet, das auf das Beobachtungsrohr gesteckt wird. Man sieht dann, zufolge einer kreisf\u00f6rmigen Blende, eine kleine Scheibe, die aus 2 von einander scharf getrennten Halbscheiben besteht.\n53","page":53},{"file":"p0054.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nUm die Kollimatoren vor Erw\u00e4rmung zu sch\u00fcfen, ist zwischen diese und die Lichtquelle je ein kleiner, mit Alaunl\u00f6sung gef\u00fcllter Glastrog gesegt, der mit den Kollimatoren fest verbunden ist.\nNr. 114 Spektralfarbenmischapparat nach Helmholtz, verbessert nach K\u00f6nig. Dieses Modell zeigt folgende Vervollkommnungen gegen\u00fcber dem eben beschriebenen: 1) Auger den zwei Hauptkollimatoren besigt der Apparat zwei Nebenkollimatoren zur Beimischung von weigern Licht. Durch \u00c4nderung der Spaltbreite wird die Intensit\u00e4t des weigen Lichtes reguliert. 2) Die Brenner sind mit den Kollimatoren gemeinsam auf starken, um die Vertikalaxe des Apparates drehbaren Armen montiert, so dag ihre Lage zu den Kollimatoren stets genau dieselbe ist und dies nicht erst durch besondere Mittel kontrolliert werden mug. 3) Der Okularspalt ist bilateral verstellbar und durch Schieber nach oben und unten beliebig zu begrenzen. Der Okularauszug ist mittels Triebes einzustellen.\nNr. 115. Gro\u00dfer Spektralfarbenmischapparat nach Helmholtz, verbessert nach K\u00f6nig. Bei diesem Modell kommt gegen\u00fcber den beiden vorigen noch folgendes hinzu: 1) Die grogen doppelbrechenden Prismen in den Kollimatoren k\u00f6nnen herausgenommen werden. 2) Die Kollimatorspalte sind von der Mitte aus durch Schnurl\u00e4ufe zu variieren. 3) Die Nebenkollimatoren sind mit eigenen Lampen, 4) mit Nikol\u2019schen Prismen versehen, und sie sind 5) f\u00fcr weiges und homogenes Licht eingerichtet, u. zw. einseitig durch Einschalten eines Reflexions- bezw. Flintglasprismas und f\u00fcr beide H\u00e4lften durch Einschalten eines planparallelen Spiegels. 6) Ein Okularaufsag mit kreuzbaren Nikols dient zur gleiehm\u00e4gigen \u00c4nderung der Intensit\u00e4t beider Felder. 7) Einrichtung zur seitlichen Fixierung (peripheren Betrachtung). Dem Apparat werden beigegeben 4 Gaslampen mit Metallzylindern, 4 Gasgl\u00fchlidrdampen, 4 Zirkonlampen mit Linnemann\u2019schen Brennern und 1 Extragaslampe f\u00fcr diffuses Licht; endlich 2 groge K\u00e4sten zur Aufbewahrung der optischen Teile.\nNr. 116. Spektralfarbenmischapparat nach Asher. (Verhandlg. der deutsch-physik. Gesellschaft V. Jahrg. Nr. 18 und 19). Der Apparat unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten vom Helmholg\u2019schen Apparat: 1. Die homogenen Farben werden durch ein Beugungsgitter erzeugt, die Farben sind daher im Spektrum gleichm\u00e4gig verteilt und ihre Abst\u00e4nde in demselben sind proportional den Differenzen ihrer Wellenl\u00e4ngen; dag das Spektrum licht-schw\u00e4cher ist, st\u00f6rt wohl kaum. 2. Alle Spalten erhalten Licht durch denselben Auerbrenner, indem es, wie aus der Figur ersichtlich, durch zwei gekr\u00fcmmte Spiegel sowohl in die rechten wie in die linken Spalte geworfen wird. 3. Praktisch wertvoll ist es, dag die Spalte vom Beobachter selbst eingestellt werden k\u00f6nnen.\nDie Spalte k\u00f6nnen in ihrer Ebene nach rechts und links verschoben werden. Je nach ihrer Lage fallen die Lichtstrahlen, nachdem sie durch die Objektivlinsen O, 02 parallel gemacht worden sind, verschieden schr\u00e4g auf das Gitter G auf, und dementsprechend gelangen in das Beobachtungsrohr Lichter verschiedener Wellenl\u00e4nge. Das Licht des rechten und des linken Spaltes mischt sich; durch \u00c4nderung der Spaltbreite wird die Intensit\u00e4t jeder Komponente und damit ihr Anteil an der Mischfarbe bestimmt. Damit w\u00e4re aber blog die M\u00f6glichkeit zur Mischung gegeben. Um ein Vergleichsfeld, das ebenfalls durch eine beliebige Mischfarbe ausf\u00fcllbar sein soll, zu erhalten, ist \u00fcber den genannten Spalten ein zweites Paar in derselben Weise und unabh\u00e4ngig vom ersten Paar verschiebbar. Jedes Spaltpaar f\u00fcllt mit seinen Lichtern eine\n54","page":54},{"file":"p0055.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nHallte der kreisf\u00f6rmigen \u00d6ffnung, die im Beobachtungsrohr sichtbar ist, aus. Die horizontale Grenzlinie zwischen den Halbscheiben ist vollkommen scharf. Um weiges Licht zusegen zu k\u00f6nnen, ist bei V ein vertikales Rohr aufgesegt, durch dessen oberen, variierbaren Spalt mehr oder weniger weiges Licht eindringt. Zur beliebigen Schw\u00e4chung des oberen oder unteren Feldes sind bei D zwei Spalte eingef\u00fcgt, die durch Schrauben megbar verschoben werden k\u00f6nnen. Die \u00d6ffnung bei E dient zur eventuellen Einf\u00fchrung eines Episkotisters in den Strahlengang. Die Eichung des Apparates geschieht so, dag das homogene Eiehlicht vor das Okular gestellt wird und der vor den Spalten sigende Beobachter diese so lange verschiebt, bis die scharfe Linie in der Mitte des jeweilig beobachteten Spaltes liegt.\nNr. 117. Apparat zur Diagnose der Farbenblindheit nach Hering. (Archiv f. OpthMmologie Bd. 36 Abt. I S. 225). Der Apparat dient dazu, schnell und mit Sicherheit festzustellen, ob einer der gew\u00f6hnlichen Typen von Farbenblindheit z. B. Rotgr\u00fcnblindheit vorliegt. Man versucht mittels desselben, ob der Patient gewisse\ncharakteristische Gleichungen z. B. zwischen rotgelb urd gr\u00fcngelb herstellt. Die beiden zu vergleichenden Felder sind relativ grog, mit sehr reinen und ges\u00e4ttigten Farben gleichm\u00e4gig erf\u00fcllt und stogen unmittelbar aneinander. L\u00e4gt sich unter diesen f\u00fcr die Erkennung von Unterschieden g\u00fcnstigsten Bedingungen eine vollst\u00e4ndige Gleichung erreichen, so wird bestimmt z. B. im angenommenen Falle rot und gr\u00fcn nicht empfunden; es handelt sich dann um Farbenblindheit, nicht Farbenschw\u00e4che.\nWie bei dem Farbenmischapparat Nr. 112 werden die Farben dadurch erzeugt, dag weiges Licht durch farbige Gl\u00e4ser gesendet wird. Ein Holzkasten, dessen vordere Wand und dessen seitliche W\u00e4nde zu \u00f6ffnen sind, tr\u00e4gt ein Rohr mit dem K\u00e4stchen K.\nDie rechte, linke und untere Wand des legteren ist zur H\u00e4lfte entfernt, u. zw., wie das Schema zeigt, von der linken und unteren Wand die vordere, von der rechten die hintere H\u00e4lfte. Vor die so entstehenden \u00d6ffnungen werden farbige Gl\u00e4ser geschoben. Im Innern des K\u00e4stchens sind 2 Glasplatten diagonal eingesegt. Die vordere, welche im Schema gestrichelt gezeichnet ist, reflektiert das durch die linke Glasplatte kommende Licht nach oben und l\u00e4gt gleichzeitig das von unten kommende Licht durch, so dag sich beide Lichter mischen. Die andere, im Schema nicht gezeichnete Glasplatte liegt in\n55","page":55},{"file":"p0056.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nder hinteren H\u00e4lfte des K\u00e4stchens und reflektiert das von rechts kommende Licht nach oben. Der durch das Rohr herabblickende Beobachter sieht demnach ein rundes Feld, das in eine vordere und eine hintere H\u00e4lfte geteilt ist; die Grenzlinie zwischen beiden ist vollkommen scharf. Eine in das Rohr eingesegte Irisblende gestattet, das ganze Feld beliebig zu verkleinern, was f\u00fcr die Untersuchung von Skotomen oder der fovea centralis von Wichtigkeit ist. Die Milchglasplatten W W, W2 senden, je nach ihrer Neigung gegen die vorne gedachte Lichtquelle (z. B. das Fenster), mehr oder weniger Licht durch die 3 farbigen Gl\u00e4ser. Auf diese Weise l\u00e4gt sich die Intensit\u00e4t jeder der 3 Farben beliebig variieren. Die Neigungen der Platten k\u00f6nnen an Kreisteilungen abgelesen werden. Die 2 seitlichen Platten kann der Beobachter selbst mittels der Kn\u00f6pfe S1S2 bequem einstellen.\nMit dem Apparate wird eine Beschreibung nach Hering mitgeliefert, in welcher angegeben ist, welche Farben man zu w\u00e4hlen, und wie man bei der Herstellung der Gleichung zu verfahren hat. Ebenso wird eine gr\u00f6gere Anzahl von farbigen Gl\u00e4sern beigegeben, so dag man den Apparat zur Herstellung mannigfaltiger Gleichungen und zur Diagnose verschiedener St\u00f6rungen des Farbensinnes verwenden kann, zumal da sich in dem einen Feld 2 Farben mischen lassen. Segt man vor eine \u00d6ffnung kein Glas ein, so wird durch dieselbe weiges Licht von variierbarer Intensit\u00e4t gesendet.\nNr. 118. Farbengleichungsapparat nach Nagel. (Archiv f. Augenheilkunde Bd. 38, S. 50\u201452. Diese Beschreibung betrifft das erste Modell; seitdem sind vom Autor einige Verbesserungen vorgenommen worden). Der Apparat dient \u00e4hnlichen Zwecken wie der eben beschriebene Hering\u2019sehe Apparat. Wie bei diesem sind farbige Gl\u00e4ser benugt, jedoch werden dieselben durch einen Auerbrenner beleuchtet, weil dann die Beleuchtung eine konstantere ist. Dieser sendet durch eine unten n\u00e4her beschriebene Spalt Vorrichtung Licht in das Rohr R, in welches der zu Untersuchende in der Richtung des Pfeiles blickt. Die Scheibe S am Ende der R\u00f6hre dient dazu, das\n56","page":56},{"file":"p0057.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nS1 \\S2]\nin der Feder b zu sehen feldes im Rohre.\nLidit der Lampe von dem Beobachter abzuhalten mit Ausnahme der Strahlen, die durch die \u00d6ffnung in der Mitte der Scheibe kommen. In der Mitte des Rohres sind nebeneinander 2 Revolversebeiben eingesegt, deren Form Figur II zeigt. Jede Scheibe hat 5 halbkreisf\u00f6rmige \u00d6ffnungen, die der Reihe nach durch weiges, rotes, gelbes, gr\u00fcnes und blaues Glas verschlossen sind. Die Federn b, die in kleine Einkerbungen am Rande der Scheiben ein-schnappen, sorgen daf\u00fcr, dag jedesmal zwei dieser \u00d6ffnungen in der Mitte einander symmetrisch gegen\u00fcberstehen. Die Versuchsperson sieht dann in dem sonst schwarzen Gesichtsfelde in der Mitte 2 Halbscheiben, die von irgend zweien der 5 erw\u00e4hnten Farben erf\u00fcllt sind. Damit der Versuchsleiter von \u00e4ugen sieht, welche Scheibe im Gesichtsfeld steht, sind an der Peripherie der Revolver, wie in der Fig. I angedeutet ist, 5 kleine, farbige Glasscheibchen eingelegt; in der Farbe desjenigen Scheibchens, welches eben zu oberst liegt und durch ein entsprechendes Loch ist, erscheint auch die gleichseitige H\u00e4lfte des Geischts-\nDie Helligkeit einer jeden der beiden im Gesichtsfelde erscheinenden Halbscheiben kann nun durch eine Spaltvorrichtung variiert werden, welche an dem der Lampe zugekehrten Ende des Rohres angebracht ist. Von den Revolverscheiben bis zum Spalte geht eine vertikale mittlere Scheidewand, die das Rohr in 2 seitliche H\u00e4lften teilt, deren jede unabh\u00e4ngig von der anderen abstufbar beleuchtet werden kann. Figur III zeigt die hierzu dienende Spaltvorrichtung. Von den Seiten her lassen sich mittels der Zeiger f, f2 die beiden Platten d, d2 der mittleren Scheidewand (die in der Figur als vertikaler Strich gezeichnet ist) beliebig n\u00e4hern. Mit der Weite der Spalte s, s2 \u00e4ndert sich aber die Lichtst\u00e4rke des beleuchteten Feldes. Damit die Beleuchtung gleichm\u00e4gig sei, sind hinter den Spalten und unmittelbar vor den Revolverscheiben Milchglasplatten eingesegt. Uber den Spalten ist eine aus 4 Marken bestehende Skala angebracht, an welcher die Spigen der Zeiger spielen. Je nach der Stellung der Zeiger in dieser Skala \u00e4ndert sich die Spaltweite und damit die Helligkeit der gesehenen Felder. Die Skala ist auf der dem Beobachter zugewendeten Seite angebracht. Damit sie deutlich sichtbar ist, wird sie von der Lampe her durch den horizontalen Schlig a beleuchtet, vor den jedoch zur D\u00e4mpfung des Lichtes Gl\u00e4ser vorgesegt sind. (Siehe Fig. I).\nF\u00fcr jede der wichtigsten Typen von Farbenblinden und Anomalen l\u00e4gt sich mit Hilfe der vorhandenen Gl\u00e4ser und der Helligkeitsregulierung eine charakteristische Gleichung herstellen. F\u00fcr den Deuteranopen ist es folgende Gleichung : auf der einen Seite rot dunkel (Marke 1), auf der anderen gelb etwas verdunkelt (Marke 2). Der Normale sieht beide Felder gleich hell, dem Deuteranopen erscheinen sie ganz identisch u. zw. gelb. Der Protanop hingegen sieht bei dieser Einstellung das gelbe Feld bedeutend heller. Die f\u00fcr ihn charakteristische Gleichung wird erreicht, wenn man den der gelben Farbe entsprechenden Zeiger auf Marke 1 stellt. Will man f\u00fcr die beiden genannten Typen andere Gleichungen hersteilen, so darf man sich nicht an die angegebenen Marken halten. - Um die Rot- und Gr\u00fcn-Anomalen zu erkennen, wird ihr gesteigerter Farbenkontrast benugt. Sie sehen bei der zulegt erw\u00e4hnten Einstellung das Gelb durch den Kontrast gr\u00fcn. Um die beiden Typen zu unterscheiden, \u00e4ndert man die Helligkeit des Rot so lange, bis es gleich hell dem (dunkeln) Gelb escheint. Der Gr\u00fcnanomale w\u00e4hlt dabei eine Einstellung, die auch der Normale als Helligkeitsgleichung anerkennt. Der Rotanomale hingegen verlangt eine viel st\u00e4rkere Beleuchtung des roten Feldes.\n57","page":57},{"file":"p0058.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNeben diesen typischen Gleichungen, f\u00fcr die der Apparat speziell eingerichtet ist, lassen sich nat\u00fcrlich noch eine Reihe anderer wichtiger Gleichungen herstellen (z. B. gr\u00fcn grau usw.).\nNr. 119. Anomaloskop nach Nagel, Modell I. (Zwei Apparate f\u00fcr die augen-\u00e4rztl. Funktionspr\u00fctung, Zeitschr. f. Augenheilkunde, Bd. 17, H. 3.) Dieses Instrument soll einem praktischen Zwecke dienen, n\u00e4mlich zur schnellen Entscheidung, ob der zu Untersuchende normalen Farbensinn hat, oder ob er nadi der Terminologie der Helm-holg-Schule \u2014 ein Rot- oder Gr\u00fcnblinder (Dichromat, Protanop oder Deuteranop) oder ob er ein Rot- oder Gr\u00fcnanomaler (Trichromat) ist. In der Tat d\u00fcrften diese 5 Typen die am h\u00e4ufigsten vorkommenden sein.\nDas Anomaloskop ist ein Spektralfarbenmischapparat, der jedoch speziell f\u00fcr die Herstellung der Lithium-Thallium-Natrium-Gleichung eingerichtet ist. Als Lichtquelle dient eine Nernstlampe in Blechgeh\u00e4use mit Vorgesetzter Milchglasplatte; es ist am besten, wenn sie mit dem Apparat auf einer Grundplatte montiert ist. Zur Zerlegung des Lichtes dient eine geradsichtige Prismenkombination; Kollimator und Beobachtungsrohr liegen daher in einer Geraden. Sie sind nicht drehbar; Lichter verschiedener Wellenl\u00e4nge werden durch Verschieben der Kollimatorspalte und ebenso die Mischlichter durch zwei in entsprediender Entfernung nebeneinander liegende Spalte erzeugt. Die ganze Spaltvorrichtung besteht aus einem oberen einfachen und\neinem unteren doppelten Spalt. Der erstere erzeugt, wie das Schema zeigt, ein einfaches Spektrum, aus welchem der Okularspalt ein bestimmtes, ann\u00e4hernd homogenes Licht herausgreift. Verschiebt man ihn z. B. in der Richtung des Pfeiles, so verschiebt sich das Spektrum in entgegengesetzter Richtung und durch den Okularspalt wird ein anderes homogenes Licht sichtbar In analoger Weise erzeugen die durch den unteren doppelten Spalt eintretenden Lichter zwei Spektren, die gegeneinander verschoben sind, und durch den Okularspalt treten zwei verschiedene homogene Lichter aus, die im Auge eine Mischfarbe erzeugen. Die Strahlen des einfachen und des Doppelspaltes werden durch ein im Okularrohr liegendes Zwillingsprisma so auseinander gehalten, dag die \u00d6ffnung des Okularspaltes zur einen H\u00e4lfte mit dem einfachen, zur anderen mit dem Mischlichte erf\u00fcllt erscheint, und dag beide Halbscheiben durch eine scharfe Kante getrennt sind. Diese \u00d6ffnung wird durch ein vorgeschobenes Okular betrachtet, wodurch sie in deutlicher Sehweite u. zw. unter dem Winkel von 2\u00b0 erscheint, so dag sie sich ganz auf der fovea abbildet.\nUm nun die Li-Tl-Na-Gleichung hei zustellen, wird der obere einfache Spalt auf Na eingestellt; seine Intensit\u00e4t kann durch \u00c4nderung der Spaltbreite variiert werden, der Spalt ist zu diesem Zwecke bilateral verschiebbar eingerichtet. Der untere Doppelspalt ist so konstruiert, dag seine beiden Spalte stets dieselbe Entfernung haben, und zwar eine solche Entfernung, dag, wenn der eine Spalt auf Lithium eingestellt ist, der andere Thallium liefert. Wohl aber ist das Verh\u00e4ltnis der beiden Spaltbreiten und damit auch das der Intensit\u00e4ten der Mischlichter beliebig variierbar. Die \u00e4ugeren\nKanten a \u00df\u2019 sind n\u00e4mlich von feststehenden Teilen gebildet, w\u00e4hrend die beiden inneren a\u2019 \u00df von einer verschiebbaren Platte gebildet werden. Verschiebt man diese, so wird der eine Spalt auf Kosten des anderen vergr\u00f6gert; man kann auch einen Spalt ganz schliegen.\nDurch diese Spalteinrichtungen lassen sich in der Tat f\u00fcr die erw\u00e4hnten 4 Typen charakteristische\not-o\u00f6 PP'\n\u25a1no\n5$","page":58},{"file":"p0059.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nGleichungen hersteilen. Der Rot- und der Gr\u00fcnblinde werden durch eine Gleichung Na=Li, ebenso durch eine Gleichung Na=Tl kenntlich. (Hierbei wird der eine Spalt des Doppelspaltes ganz geschlossen). Erkennt der Normale eine solche vom Farbenblinden hergestellte Gleichung wenigstens als Helligkeitsgleichung an, so ist der lefetere gr\u00fcnblind (Deuteranop) ; wenn nicht, so ist er rotblind (Protanop). Die beiden Typen von anomalen Trichromaten sind dadurch charakterisiert, dag sie, um zwischen Na einerseits und Li u. TI andererseits eine vollst\u00e4ndige Gleichung herzustellen, ein anderes Mischungsverh\u00e4ltnis der Mischlichtkomponenten brauchen als der Normale. Der Rotanomale braucht relativ viel Li, der Gr\u00fcnanomale relativ viel TI. Zur Herstellung einer vollst\u00e4ndigen Gleichung ist es nat\u00fcrlich stets notig, dem Na die richtige Intensit\u00e4t zu geben, was, wie schon erw\u00e4hnt, durch Regulierung der Breite des oberen einfachen Spaltes geschieht.\nDer Apparat ist sehr handlich, er nimmt wenig Raum ein, und man kann ihn selbst ohne Gehilfen einstellen.\nNr. 120. Anomaloskop nach Nagel, Modell II. Dieses Modell unterscheidet sidi von dem I. einfachen Modell dadurch, dass das Beobachtungsrohr gegen das Prisma drehbar ist. Man kann also bei gleicher Stellung der Spalte audi andere Partien der Spektren sehen, z. B. die Gleichung Blaugr\u00fcn = Indigo-Cyanblau her-stellen, bei welcher das Gelb der Makulapigmentierung keine Rolle spielt. Im allgemeinen steht jedoch einer Gleichung zwischen einem bin\u00e4ren Gemisch und einer einfachen Farbe die feste Entfernung der beiden Spalte des Doppelspaltes entgegen.\nNr. 121. Wollproben nach Holmgren,\nNr. 122. Tafeln zur Diagnose der Farbenblindheit nach Nagel.\nNr. 123, Farbenschwellenapparat. Ein Spektrometer mit feststehendem Teilkreis und starkbrechendem Prisma entwirft e'n objektives Spektrum, aus welchem durch den sehr feinen Okularspalt OS ein ann\u00e4hernd homogenes Licht herausgegriffen\niA\nwird, das nach Durchsetjung der Konvexlinse L ein Loch in dem grossen weissen Schirm S ausf\u00fcllt. In deutlicher Sehweite (25 cm) vor dem Schirm befindet sich das Auge A des Beobachters, der somit die Spektralfarbe als scharfbegrenzten Kreis\nsieht. Die Gr\u00f6sse des Kreises ist so gew\u00e4hlt, dass er sich bei Fixation sicher nur im fovealen Gebiete der Nefehaut abbildet. Durch \u00c4nderung der Breite des Kollimator-\n59","page":59},{"file":"p0060.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nSpaltes KS, welche mittels der einen der in der Figur sichtbaren Stangen vom Beobachter selbst vorgenommen werden kann, l\u00e4gt sich die Intensit\u00e4t der Farbe variieren und so die Farbenschwelle bestimmen. Um die einzelnen Spektralfarben zu erhalten, wird, ebenfalls vom Beobachter aus, der Kollimator um die Axe des Spektrometers gedreht; mittels einer Skala, die man vorher geeicht hat, l\u00e4gt sich die Wellenl\u00e4nge des bei dieser Stellung sichtbaren Lichtes bestimmen.\nDer Schirm S ist zu dem Zwecke da, um den Grund, auf dem die Farbe erscheint und der wegen der Kontrastwirkung, die er auf die Farbe aus\u00fcbt, f\u00fcr die Schwelle von Bedeutung ist, variieren zu k\u00f6nnen. Dies geschieht am besten durch Beleuchtung mit dem M\u00fcller\u2019schen Zylinderepiskotister.\nFerner ist hinter der Okularlinse der Kreisel Kr mit freien Sektoren angebracht, welcher es gestattet, erstens der Farbe Weig zuzusegen und zweitens nach der Flimmermethode die Helligkeit derselben zu bestimmen. Auch diese Scheibe kann man, zur Variierung ihrer Helligkeit, mit dem Zylinderepiskotister beliebig stark beleuchten.\nDer Apparat l\u00e4gt sich nat\u00fcrlich auch f\u00fcr periphere Betrachtung verwenden. Will man ferner bei Tagesbeleuchtung mit ihm Versuche anstellen, so hat man erstens zu sorgen, dag von vorne keine Strahlen in das Okular gelangen, die dann an der Linse reflektiert und einen Zusag von weigern Licht ergeben w\u00fcrden, und zweitens wird man an passender Stelle drehbare weige Schirme anbringen, die je nach ihrer Neigung gegen das Fenster mehr oder weniger Licht auf den Schirm S und den Kreisel Kr reflektieren (\u00e4hnlich wie beim Apparat f\u00fcr Simultankontrast Nr. 104).\nNr. 124. Elektrische Brille nach G. E. M\u00fcller. (\u00dcber die galvanischen Gesichtsempfindungen, Zeitschrift f. Psych. Bd. 14, S. 332). Um galvanische Gesichtsempfindungen zu erzeugen, leitet man einen Strom von vorne in das Auge hinein und an irgend einer andern Stelle z. B. am Nacken ab. Die elektrische Brille dient als Elektrode zur Zuleitung des Stromes zum Auge. Sie besteht aus einer Mensurbrille, die innen mit sehr feinem, weichem Schwamm ausgelegt ist, der sich, wenn er angefeuchtet ist, gut an die R\u00e4nder der Augenh\u00f6hle anschmiegt. Die beiden Brillen\u00f6ffnungen selbst sind frei, damit das Auge vor oder w\u00e4hrend der Wirkung des Stromes auf farbige oder farblose Objekte, je nach dem Ziel der Versuche, blicken kann. Dem Instrument wird eine Elektrode zur Ableitung des Stromes beigegeben.\nNr. 125. Fixierpunktvorrichtung nach Nagel. (Zwei Apparate f\u00fcr die augen\u00e4rztliche Funktionspr\u00fcfung, Zeitschrift f. Augenheilkunde Bd. 17 H. 3). Eine kleine Gl\u00fchlampe ist allseitig von einem Metallgeh\u00e4use lichtdicht umschlossen; ein das Geh\u00e4use umgebender Metallzylinder verh\u00fctet, dag man mit den bei l\u00e4ngerem Gebrauch heig werdenden Geh\u00e4use in Ber\u00fchrung kommt. Das legtere hat eine \u00d6ffnung R, bei der eine R\u00f6hre ansegt, die selbst eine kleine seitliche \u00d6ffnung K besigt. Bei R ist ein rotes Glas eingesegt; die in das Rohr eintretenden roten Strahlen werden durch das total reflektierende Prisma P reflektiert und treten durch die seitliche \u00d6ffnung aus. In die legtere ist ein Mildiglask\u00fcgelchen zur H\u00e4lfte eingelassen, das von dem roten Lichte allseitig durchleuchtet wird, so dag man den roten Punkt bei Betrachtung von verschiedenen Seiten her sieht. Um \u00dcberhigung der Lampe zu vermeiden, ist es ratsam, das Instrument nicht zu lange ununterbrochen zu benugen.\nNr. 126. Heliumr\u00f6hre zur Eichung eines Spektralapparates. Das in einem Glase eingeschlossene Heliumgas wird durch Induktionsstr\u00f6me zum Gl\u00fchen gebracht\n60","page":60},{"file":"p0061.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nund liefert dabei 7 Lichtlinien mit den Wellenl\u00e4ngen 707, 688, 588, 502, 495, 470, 446 uu. Mittels derselben kann man die Skala des Spektralapparates leicht vollst\u00e4ndig eichen. Audi wegen der bequemen und dauernden Herstellung der betreffenden homogenen Lichter ist das Instrument wertvoll.\nNr. 127. Quecksilberlampe zur Eichung eines Spektralapparates. Diese Lampe leistet \u00e4hnliche Dienste wie die Heliumr\u00f6hre Nr. 126. Sie liefert die Lichter 615, 579, 577, 546, 491, 436, 405 \u00ab.\u00ab. Bei Bestellung bitten wir anzugeben, ob die Lampe durch Induktionsstrom oder Bogenlichtstrom bedient werden soll. Auf Wunsch erteilen wir n\u00e4here Auskunft.\nNr. 128. Platinring nach Winter, zur Eichung eines Spektralapparates dienlich, falls man die Eichung in der gew\u00f6hnlichen Weise durch Metallsalze ausf\u00fchrt. Er besteht in einer ringf\u00f6rmigen Pfanne aus Platin, die anstelle der Auerlampe in den Bunsenbrenner gesteckt wird und in die die Salze gef\u00fcllt werden.\nIV. Apparate f\u00fcr akustische und phone= tische Untersuchungen.\nUnter den unten angef\u00fchrten Apparaten finden sich folgende Arten von Tonquellen: Stimmgabeln mit und ohne Resonatoren, elektromagnetische Stimmgabeln, Zungenpfeifen, Lippenpfeifen, angeblasene Flaschen in Kugel- und in Zylinderform, Metallsaiten (Monochord) und die Sirene. Es eignet sich keineswegs jede Tonquelle zu jeder Untersuchung; vielmehr werden im allgemeinen bei verschiedenen Untersuchungen verschiedene Anforderungen an sie zu stellen sein; eine Reihe von Untersuchungen wird man auch mit verschiedenen Tonquellen ausf\u00fchren m\u00fcssen. Wir stellen hier, um die Wahl der Tonquellen zu erleichtern, eine Zusammenstellung der Forderungen auf, die man an die Apparate stellen kann, und geben an, welche dieser Forderungen die einzelnen Tonquellen erf\u00fcllen.\n1. Anzahl der Obert\u00f6ne. Hinsichtlich der Anzahl der Obert\u00f6ne lassen sich die oben erw\u00e4hnten Tonquellen ungef\u00e4hr in folgende Reihe ordnen: Fast obertonfrei sind die kugelf\u00f6rmigen, angeblasenen Flaschen und die Stimmgabeln mit Resonatoren. Nur im ersten Momente, beim Anstreichen oder Anschl\u00e4gen gibt die Stimmgabel einige hohe Obert\u00f6ne. Etwa an zweiter Stelle kommen die Stimmgabeln ohne Resonatoren und die Lippenpfeifen aus Holz, nach diesen die Lippenpfeifen aus Blech, die zylinderf\u00f6rmigen, angeblasenen Flaschen (Tonvariator); weiter schlie\u00dfen sich die elektromagnetischen Stimmgabeln an. Die Sirene besigt bereits ziemlich viele Obert\u00f6ne; die meisten aber haben die Metallsaiten und die Zungenpfeifen. Um Obert\u00f6ne ganz aus-zuschliegen, wie es z. B. bei Untersuchung der Anzahl der Differenzt\u00f6ne n\u00f6tig ist, bedient man sich der Interferenz (vgl. Nr. 172).\nF\u00fcr manche Fragen ist es sehr wichtig, dieselbe Untersuchung mit Instrumenten anzustellen, die verschieden viele Obert\u00f6ne liefern. Die einzelnen Geh\u00f6rsreize bezw. -Empfindungen sind dann nicht blo\u00df hinsichtlich ihrer Klangfarbe verschieden, sondern auch hinsiditlidi der Schwebungen und Differenzt\u00f6ne, welche durch die Obert\u00f6ne erzeugt werden. Daher werden einige besonders wichtige und vielseitige Apparate mit verschiedenen Tonquellen hergestellt, z. B. mit Stimmgabeln und Zungen; vergl. die Anmerkung zu Nr. 155.","page":61},{"file":"p0081.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nllllliillipilWiHI'ilpilllllllllllllllllllllMlI'l.l.!\n\nNr. 172. Dichord nach Spearman (vgl. Sommer, Die Ausstellung von exper. psychol. Apparaten und Methoden bei dem 1. Kongreg f\u00fcr exper. Psych, in Giegen, 1904, S. 32). Auf einem Brette sind zwischen 2 feststehenden Stegen 2 Metallsaiten ausgespannt, che in \u00e4hnlicher Weise wie die Saiten eines Klaviers mittels eines Sdil\u00fcssels zu stimmen sind und wie die Metallsaiten der Zither mit einem Ring angeschlagen werden. Zwischen den feststehenden Stegen besigt jede Saite 2 von einander unabh\u00e4ngige verschiebbare Stege. Man hat somit, indem man stets das zwischen einem Endstege und dem n\u00e4her liegenden beweglichen Stege liegende St\u00fcck ben\u00fcgt, 4 T\u00f6ne gleidizeitig zur Verf\u00fcgung, die man beliebig und unabh\u00e4ngig von einander variieren kann. Die Stellung der beweglichen Stege ist an einer Millimeter-Skala abzulesen. Augerdem sind auf dem Grundbrette 2 Skalen angebracht, welche, die richtige Stimmung der Saiten vorausgesegt, die T\u00f6ne der Tonleiter bezw. Schwin-gungszahlcn angeben. \u201eDie sonstigen Vorz\u00fcge soldier Apparate (weiter Tonumfang, Freiheit von Ansdilagsger\u00e4usch, Gleichheit der St\u00e4rke, Gleidiartigkeit der Obert\u00f6ne, rasdie Herstellung aller m\u00f6glidien Intervalle, Billigkeit usw.) vereinigen sich hier mit einer Genauigkeit, die derjenigen der Stimmgabel gleichkommt, da sich Intervalle bis \u2018/io Sdiwingungen erzeugen lassen. Dies wird durch Anbringung eines Nonius erreicht, sowie durch eine Einrichtung, verm\u00f6ge deren der Stellungswedisel des Steges keine Ver\u00e4nderung der Spannung verursacht, und die Ersdi\u00fctterung der angeschlagenen H\u00e4lfte der Saite zur anderen nicht \u00fcbergehen kann\u201c.\nJedem Instrument wird auger dem dazugeh\u00f6rigen Schl\u00fcssel und Ring eine Gebrauchsanweisung beigegeben.\nNr 173. Interferenzapparat nach N\u00f6remberg-Krueger (vgl. Krueger, Philos. Stud. Bd. 17 S. 233 ff.). Die einzige sichere Methode, obertonfreie Kl\u00e4nge zu erzeugen, ist die Ausl\u00f6sdiung der in einem Klang vorhandenen Obert\u00f6ne durch Interferenz.\nDiese wird nach dem Vorg\u00e4nge von N\u00f6remberg dadurch erzeugt, dag an die R\u00f6hre A, in welche die Schallwelle eindringt, Nebenrohre senkrecht angesegt sind. Die Luftwelle pflanzt sich dann nicht blog in dem Hauptrohr A A fort, sondern zweigt auch in die Nebenrohre ab, wird an den versdilossenen Enden derselben reflektiert, langt mit einem gewissen Phasenunterschied wieder in dem Hauptrohre an und interferiert infolgedessen mit der direkten Welle. Die L\u00e4nge des eben beschriebenen Abzweigungsweges wird nun so ^ gew\u00e4hlt, dag die Phasenverschiebung eine halbe\n----1 Welle betr\u00e4gt, in welchem Falle die st\u00e4rkste\nSchw\u00e4dmng der Hauptwelle eintritt. Will man z. B. den ersten Oberton von ^ = 256, n\u00e4mlich den Ton c2\u2014512 schw\u00e4chen, so mug man, da seine Wellenl\u00e4nge 66,4 cm betr\u00e4gt, die seitlichen Rohre 3/4 Wellenl\u00e4nge = 0,166 cm lang nehmen. Zu diesem Zwecke werden die verschiebbaren Stempel der Rohre soweit herausgezogen, dag der durch sie abgeschlossene Teil diese L\u00e4nge erh\u00e4lt. An einer Skala, die der Stiel der Stempel tr\u00e4gt, l\u00e4gt sich die L\u00e4nge des abgeschlossenen Teiles ablesen. Krueger fand nun weiter, dag die Interferenzwirkung am st\u00e4rksten ist, wenn die Abzweigung an einer Stelle beginnt, die um ein Vielfaches der Wellenl\u00e4nge von der Tonquelle (z. B. der Hinterwand des Resonanzkastens der Stimmgabel) entfernt ist. Nach seinem Beispiele sind den Nebenrohren die in der Figur bezeichneten Abst\u00e4nde voneinander\n6\n81","page":81},{"file":"p0082.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\ngegeben. Darnach kann, wenn die Stimmgabel ein ganzes Vielfaches einer Wellenl\u00e4nge von der Ansafestelle des ersten Rohres entfernt ist, der Ton c1 = 256 durch 3, der Ton c2-=512 durch 5, der Ton c3\u20141024 durch alle 6 Rohre geschw\u00e4cht werden, wobei in jedem Falle die Rohre an einer f\u00fcr die Schw\u00e4chung g\u00fcnstigsten Stelle stehen. Die abschw\u00e4chenden Wirkungen mehrerer Rohre summieren sich und bringen den Ton zum g\u00e4nzlichen Verschwinden.\nAuf Wunsch werden nat\u00fcrlich Interferenzapparate mit mehr Seitenrohren und mit Abst\u00e4nden derselben geliefert, die f\u00fcr Grundt\u00f6ne von anderen Schwingungszahlen berechnet sind.\nNr. 174. Tontabellen nach Stumpf und Schaefer. (Beitr\u00e4ge zur Akustik und Musikwiss., 3. Heft S. 139 ff.) Diese 9 Tabellen, deren Plan von Stumpf und Schaefer entworfen und die von lefeterem mit grofeer M\u00fche berechnet wurden, sind bei akustischen Versuchen von grofeer praktischer Bedeutung. Sie geben eine \u00dcbersicht \u00fcber die Schwingungszahlen der wichtigsten musikalischen T\u00f6ne von C2 bis c7 bei verschiedener Stimmung des al und bei verschieden gestimmten Intervallen, ferner eine \u00dcbersicht \u00fcber die Ableitung und Berechnung der lefeteren. Die 3 in den Tabellen ber\u00fccksichtigten Gesamtstimmungen sind: 1) die physikalische Stimmung, bei welcher C2 als 16 angenommen ist (a1 hat dann als temperierte Sexte von c, die Schwingungszahl 430,54, als nat\u00fcrliche Sexte die Schwingungszahl 4262/3).\t2) die\nheutige Normalstimmung a> = 435, 3) die fr\u00fchere, zur Zeit von Helmholfe geltende Normalstimmung a\u2018 = 440. Die Intervalle sind von den Grundt\u00f6nen c aus in temperierter und nat\u00fcrlicher Stimmung verzeichnet, von den lefeteren ist nat\u00fcrlich eine Auswahl getroffen. Den Kopf der Tabellen bilden die Bezeichnungen der T\u00f6ne (cis, dis, etc.), die Schwingungszahlenverh\u00e4ltnisse (z. B temperierte grofee Terz 12 24= 1,2599 oder nat\u00fcrliche gro\u00dfe Terz T = \u00ae/4 = 1,2500) und bei enharmonischen Intervallen die Ableitungen derselben (z. B. der Ton cis ist als kleine Terz der gro\u00dfen Terz E berechnet, was durch das Symbol T/t ausgedr\u00fcckt ist). 3 Tabellen sind doppelt vorhanden; die einen geben die Schwingungszahlen in ganzen Zahlen und gemeinen Br\u00fcchen, die anderen in ganzen Zahlen und Dezimalbr\u00fcchen an.\nNr. 175. Schallpendel. Die beiden Pendel mit Ebenholzkugeln schlagen beim Fallen auf einen Eisenambos auf und erzeugen dabei ein Ger\u00e4usch, dag um so\nst\u00e4rker ist, aus je gr\u00f6\u00dferer H\u00f6he das Pendel f\u00e4llt. Die Fallh\u00f6he jedes Pendels ist an einer Kreisteilung ablesbar. Um ein Pendel von einem bestimmten Punkte der Teilung aus fallen lassen zu k\u00f6nnen, stellt man einen Schieber auf diesen Punkt ein und dr\u00fcckt an dessen vorstehenden Stift das Pendel fest an. Damit das durch seine Elastizit\u00e4t vom Ambos zur\u00fcckprallende Pendel nicht wieder anschlagen und Ger\u00e4usche hervorrufen kann, h\u00e4lt man es beim Zur\u00fcckspringen an der Wattenumh\u00fcllung auf.\nNr. 181. Phonautograph nach Rousselot. Er dient dazu, Gesprochenes oder Gesungenes, ebenso Kl\u00e4nge verschiedener Tonquellen und Instrumente graphisch zu registrieren, um aus den Kurven \u00fcber Tonh\u00f6he, Intensit\u00e4t, Klangfarbe etc. Aufschlu\u00df zu erhalten. Die Luftwellen werden durch einen Trichter aufgenommen und verst\u00e4rkt und von diesem aus durch einen Schlauch der sehr empfindlichen Marey\u2019schen\n$2","page":82},{"file":"p0083.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nKapsel Nr. 31 mitgeteilt, welche sie auf den Schreibhebel \u00fcbertr\u00e4gt. Da Membrane und Hebel nat\u00fcrlich infolge ihrer gr\u00f6\u00dferen Mage und infolge ihrer Elastizit\u00e4t nicht allen feinsten Schwingungen der Luft folgen k\u00f6nnen, so werden diese durch die Kurve nicht genau wiedergegeben. Aber im Wesentlichen (z. B. in der H\u00f6he der T\u00f6ne, wenn dieselben nicht zu hoch sind), ist die Reproduktion doch richtig, und sie reicht f\u00fcr viele Untersuchungen vollst\u00e4ndig aus.\nNr. 182. Kehltonschreiber nach Rousselot. Hierbei wird nicht gegen einen Trichter gesprochen, sondern man legt die Marey\u2019sche Aufnehmekapsel des Apparates an den Schildknorpel des Kehlkopfes an, weither genau die Schwingungen der Stimmb\u00e4nder mitmacht. Die Membranbewegung wird wieder auf die sehr empfindliche Schreibkapsel Nr. 31 \u00fcbertragen. Der Apparat hat den Vorzug, dag er die Versuchsperson in keiner Weise bel\u00e4stigt, keine abnorme Haltung u. dgl. verlangt. Die Kurven geben Tonfall und Intensit\u00e4t getreu wieder; nur zu einer Analyse der Klangfarben, also der Vokale, kann der Apparat nicht verwendet werden, da diese nicht blog durch die Stimmb\u00e4nderschwingungen, sondern auch durch die Resonanz in der Mundh\u00f6hle bestimmt sind.\nNr. 178. Phonautograph mit Lichtschreibung (Vokalkurvenapparat) nach Samojloff. Die Luftschwingungen, die in dem Trichter durch Sprechen oder Singen, oder durdi eine Stimmgabel usw. erzeugt werden, \u00fcbertragen sich auf die Membrane M.\nAuf derselben sigt ein sehr leichter Korkzapfen, in dessen unterer Einkerbung ein Korkkeil eingreift, welcher um die Axe \u00ab sehr leicht drehbar ist und an einer sdir\u00e4gen Seitenfl\u00e4che das Spiegelchen Sp tr\u00e4gt. Wirft man auf den Spiegel schr\u00e4g einen Strahl a (von einer Projektionslampe her), so wird derselbe bei ruhender Membrane nach b reflektiert.\nIst aber die Membrane in Bewegung, so schwingt\nauch der Spiegel und mit ihm der Liditstrahl b, indem er bald gegen b\u2018, bald gegen b\" geworfen wird.\nDie so entstehende Lichtstrahlschwingung wird sodann durch ein rotierendes Spiegelprisma (vgl. Nr. 179) sozusagen auseinandergezogen und ergibt, auf eine Wand projiziert, eine Lichtkurve, die sich mit der Tonh\u00f6he, Intensit\u00e4t und Klangfarbe \u00e4ndert und zum Zwecke eines genaueren Studiums und der Fixierung photographiert werden kann. Haupts\u00e4chlich aber dient der Apparat zur Demonstration, vor allem von Vokalkurven. Nebenstehende Figur zeigt das erw\u00e4hnte Rotationsspiegelprisma und den Gang der Lichtstrahlen bei ruhendem Prisma.\nNr. 179. Rotationsspiegelprisma nach Koenig. Es dient dazu, Schwingungen eines Lichtpunktes, die in einer geraden Strecke a b liegen, in eine Kurve auseinanderzuziehen. Vergl. die Beschreibung zu Nr. 178 und Langendorff, Physiol. Graphik, S. 84.\nNr. 180. Phonautograph f\u00fcr Flammenschreibung nach Koenig. (Vgl. Langendorff, Physiol. Graphik, S. 83). Die Sdiwingungen der Luft werden hier einer sehr empfindlichen Gasflamme mitgeteilt, u. zw. in folgender Weise. Sie gelangen, nachdem sie durch den Schalltrichter Tr verst\u00e4rkt worden sind, durch einen Schlauch in die Kapsel K, deren Einrichtung das Schema zeigt. Die Kapsel besitzt im Innern eine Kammer K, in deren Mitte eine sehr empfindliche Membrane ausgespannt ist.\n6*\n83","page":83},{"file":"p0084.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nBei z ist der vom Schalltrichter her kommende Schlauch angese\u00dft. Die eintretenden Schwingungen teilen sich somit der Membrane mit. Auf der anderen Seite derselben m\u00fcndet seitlich in die Kammer das Rohr G, in das durch einen Schlaudi Gas von sehr konstantem Druck eingef\u00fchrt wird. Dieses str\u00f6mt durch das Rohr f aus und wird so reguliert, dag es in einer Stichflamme mit scharfer, leuchtender Spige brennt. Wenn nun die Membrane schwingt, so \u00e4ndert sich entsprechend der Druck des Gases und die Flamme brennt in denselben Perioden h\u00f6her und tiefer. Um diese in einer vertikalen Geraden sich bewegenden Schwingungen der Flammenspige verfolgen zu k\u00f6nnen, benugt man nach Koenig ein rotierendes Spiegelprisma (Nr. 179).\nNr. 176. Phonograph, Exzelsior, Der Phonograph ist f\u00fcr phonetische und akustische Untersuchungen ein sehr wertvolles Instrument. Er dient dazu, gesprochene S\u00e4ge, Lieder, Rhythmen usw. zu fixieren, um sie nachher zum Zwecke einer genaueren Analyse beliebig oft reproduzieren zu k\u00f6nnen. Die Wiedergabe ist nat\u00fcrlich nicht genau dem Original gleich; aber in den wichtigsten Eigenheiten (Tonfall, Rhythmus etc.) wird es doch getreu wiedergegeben. Die Aufnahme geschieht bekanntlich so, dag in einen Trichter gesungen bezw. gesprochen wird; die dabei entstehenden Luftschwingungen \u00fcbertragen sich auf die am Ende des Trichters liegende Membrane und weiter auf einen Stift, welcher sehr feine Vertiefungen in eine mit einer weichen Masse (Antimonseife) \u00fcberzogene, unter ihm rasch vorbeirotierende Walze eingr\u00e4bt. Bei der Reproduktion folgt der Stift, der mit leichtem Druck auf der Walze aufsigt, diesen Vertiefungen, macht also dieselben Schwingungen wieder und \u00fcbertr\u00e4gt sie auf die Membrane und die Luft. Vor die Membrane wird dabei entweder wieder ein Schalltrichter gesteckt, welcher die T\u00f6ne verst\u00e4rkt und gestattet, sie einem Auditorium zu demonstrieren; oder man segt einen Schlauch an und leitet durch ihn die Luftwellen zu den beiden Ohren. Dem Apparat wird ein solcher, sich in 2 Teile gabelnder Schlaudi beigegeben.\nDer Stift kann durch eine Hebelvorrichtung in jedem Moment von der Walze abgehoben und wieder auf sie aufgesegt werden. Ebenso l\u00e4gt er sich samt der Membran und dem Trichter l\u00e4ngs der Walze verschieben. Man kann also einzelne Stellen des Phonogramms herausgreifen und beliebig oft wiederholen, was f\u00fcr das Studium desselben von grogem Wert ist.\nHandelt es sich um Aufnahmen, die schwer oder gar nicht zu wiederholen sind, wie die Phonogramme, die bei wilden V\u00f6lkern gemacht sind, dann ist es n\u00f6tig, von den Walzen, die sehr leicht Besch\u00e4digungen ausgesegt sind und sich durch den Gebrauch stark abn\u00fcgen, auf galvanoplastischem Wege Kopien herstellen zu lassen. Diese leisten genau dasselbe wie die Originalwalzen und sind dauerhaft und widerstandsf\u00e4hig.\nDas in Rede stehende Modell des Phonographen hat den Vorzug der Billigkeit und Handlichkeit (es wiegt nur 1 */, kg), und es liefert sehr gute Phonogramme. Es eignet sich daher vorz\u00fcglich f\u00fcr Aufnahmen, die f\u00fcr wissenschaftliche Zwecke bei Reisen (Naturv\u00f6lker, Landbev\u00f6lkerung) gemacht werden.\nNr. 177. Phonograph, Edison Home Modell. Dieses Modell ist gr\u00f6\u00dfer und schwerer als das vorige, liefert aber deutlicher vernehmbare Reproduktionen und eignet sich daher vortrefflich zur Demonstration. An Exaktheit steht es auf einer Stufe mit dem vorigen.\nAnm.: Das Phonogrammarchiv des Psychologischen Institutes zu Berlin NW., Porotheen-strage 95/96, besigt eine reichhaltige Sammlung von Phonogrammen (namentlich Lieder und Instrumentalst\u00fccke wilder V\u00f6lker). Von vielen derselben werden Kopien zu Studien- oder zu Demonstrationszwecken abgegeben. Forscher, die sich daf\u00fcr interessieren, m\u00f6gen sich dorthin wenden.\n$4","page":84},{"file":"p0085.txt","language":"de","ocr_de":"\t\t\n\toriiNDLli,K & HU i r,K U. m b. H. Lr(J 1 1 HNuhilN\t\nV. Apparate zur Untersuchung der Haut> u. der Kinaesthetischen Empfindungen,\nVorbemerkung \u00fcber Aesthesiometer.\nDer Ausdruck \u201eAesthesiometer\u201c ist \u2014 \u00e4hnlich wie der Ausdruck \u201eAesthetik\u201c \u2014 in willk\u00fcrlicher Weise spezialisiert worden, indem man ihn beschr\u00e4nkt hat auf Instrumente, die zur Bestimmung der Empfindlichkeit f\u00fcr Druckreize auf die Haut dienen. Je nachdem es sich um Bestimmung von Intensit\u00e4tsschwellen handelt, wo nur ein Hautpunkt gereizt wird, oder von Raumsdiwellen bezw. um Sch\u00e4gung oder Vergleichung von \u00fcberschwelligen Distanzen, wo jedesmal zwei Punkte ber\u00fchrt werden, sind die Instrumente im Folgenden als einfache oder als Doppel-Aesthesiometer bezeichnet. Ferner werden verschiedene Druckintensit\u00e4ten, sofern sie nicht durch freie Hand bestimmt werden, bei den im folgenden ausgef\u00fchrten Instrumenten auf 3 Wegen erzeugt: durch verschiedene L\u00e4ngen eines Haares, durch verschiedene Spannung einer Feder oder endlich durch verschieden schwere Gewichte. Dementsprechend sind die Ausdr\u00fccke Haar-Aesthesiometer, Feder-Aesthesiometer und Gewichts-Aesthesiometer gew\u00e4hlt.\nNr. 183. Einfaches Haar-Aesthesiometer nach v. Frey. (Untersuchungen \u00fcber die Sinnesfunktionen der menschlichen Haut. Erste Abhandlung: Druckempfindung und Schmerz, Abhandlungen d. math. phys. Klasse der Kgl. Sachs. Ges. d. Wiss, Bd. XXIII. S. 214 f.). Das Instrument dient dazu, die Intensit\u00e4tsschwelle f\u00fcr Druckreize der Haut, d. h. jene minimale Druckst\u00e4rke zu bestimmen, bei welcher eben noch oder eben sdion ein Druck gesp\u00fcrt wird. Eine exakte Regulierung und Variierung der Geschwindigkeit mit der der Reiz einsegt, sowie der Gr\u00f6ge der ber\u00fchrenden Fl\u00e4che erlaubt das Instrument nicht. Es soll nur ein m\u00f6glichst einfadier und handlicher Apparat sein zur schnellen Orientierung \u00fcber die Druckempfindlichkeit, wie er zu klinischen Zwecken n\u00f6tig ist. Aber auch f\u00fcr die Demonstration wird es sich aus denselben Gr\u00fcnden sehr eignen.\nIn einer ca. 5 cm langen \u00e4ugeren H\u00fclse H gleitet mit etwas Reibung der Stab S, der der L\u00e4nge nach mit einer sehr feinen Bohrung versehen ist. In diese Bohrung pagt genau der d\u00fcnne Draht D, welcher mit dem einen Ende an der \u00e4ugeren H\u00fclse H befestigt ist, w\u00e4hrend er an dem anderen, freien Ende ein Pferdehaar tr\u00e4gt, das durch die Bohrung des Stabes S hindurchgeht. Je nachdem man diesen Stab mehr oder weniger in die \u00e4ugere H\u00fclse hineinschiebt, ragt das Haar verschieden weit \u00fcber ihn hinaus. Nach der L\u00e4nge des vorragenden St\u00fcckes des Haares bestimmt sich aber der Widerstand, den dasselbe der Durchbiegung beim Niederdr\u00fccken auf die Haut entgegensegt: darauf beruht eben das Prinzip des Apparates. Jeder L\u00e4nge des Haares, somit auch jeder Stellung des Stabes S und jedem Teilstrich an der Skala, die in diesen eingerigt ist, entspricht eine genau bestimmte St\u00e4rke des Druckes. Da das Haar ebenso wie die H\u00fclse etwa 5 cm lang ist, so lassen sich sehr verschiedene Reizintensit\u00e4ten herstellen, von den leisesten, meist unter schwelligen Intensit\u00e4ten bei langem Haar, bis zu den kr\u00e4ftigen und schon schmerzenden Reizen bei nur wenig vorstehender Borste. Die extremen Intensit\u00e4ten verhalten sich etwa wie 1 : 50.\nEs sind noch einige Bemerkungen hinzuzuf\u00fcgen. Bei gleich langem, aber verschieden gebogenem Haare ist der ausge\u00fcbte Druck nicht ganz gleich. Der maximale Druck wird nahezu erreicht, ehe noch eine merkliche Biegung eintritt; bei Durchbiegung steigert sich der Druck noch\n85","page":85},{"file":"p0086.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.b.m.H. G\u00d6TTINGEN\nein wenig, nimmt bei st\u00e4rkerer Durchbiegung aber wieder ab. Man wird also am besten so stark mit dem Instrument auf die Haut dr\u00fccken, dag eine eben merkliche Durchbiegung eintritt. Bei st\u00e4rkerer Biegung macht sich augerdem der Fehler st\u00e4rker bemerkbar, dag das Haar nicht mit der ganzen Fl\u00e4che des Querschnittes, sondern nur mit einer Kante auf die Haut wirkt, und dag eine seitliche, im Sinne einer Verschiebung des Haares auf der Haut wirkende Komponente entsteht.\nDas Haar darf auch deshalb nicht stark gebogen werden, damit seine Elastizit\u00e4tsgrenze nicht \u00fcberschritten wird. Denn in diesem Falle kehrt es nidit sofort nach der Reizung, sondern erst nach einiger Zeit in seine Ausgangslage zur\u00fcck, oder es erh\u00e4lt gar einen dauernden Knick, so dag es durch ein neues ersegt werden mug.\nUm das Haar nach dem Gebrauch zu sch\u00fcgen, schiebt man den Stab S ganz aus der H\u00fclse heraus, so dag er das Haar m\u00f6glichst weit deckt, und steckt augerdem \u00fcber Stab und Haar die zweite in der Figur nebenliegend gezeichnete H\u00fclse H', welche durch Reibung gen\u00fcgend sicher h\u00e4lt.\nDie Eichung der Skala nimmt man mit einer sehr feinen Wage vor, indem man f\u00fcr jeden 5. oder 10. Teilstrich bestimmt, wie viel Milligramm man auflegen mug, damit das Haar eben durchgebogen wird.\nNr. 184. Schwellenwage nach v. Frey. (Untersuchungen \u00fcber die Sinnesfunktionen der menschlichen Haut. Erste Abhandlung: Druck und Schmerz. Abhandlungen d. math. phys. Klasse d. Kgl. S\u00e4chs. Ges. d. Wiss., Bd. XXIII, S. 189 ff ). Sie dient, wie das vorige Instrument, zur Bestimmung der Schwelle f\u00fcr Druckreize auf die Haut, jedoch gestattet sie auch eine exakte Variierung der St\u00e4rke des Druckes und der Geschwindigkeit der Belastung. Augerdem l\u00e4gt sich die Gr\u00f6ge der belasteten Fl\u00e4che leicht variieren. Freilich wird dadurch das Instrument sowie auch seine Handhabung wesentlidi komplizierter. Zur Erzeugung verschiedener Druckst\u00e4rken wird eine Feder verwendet.\nLj H Mi\n$6","page":86},{"file":"p0087.txt","language":"de","ocr_de":"\t\t\n\t\u00f6rli'IDLc.K cfc riUYEK G.m.b.H. LrU I 1 lNtiEN\t\nDer in horizontaler Richtung festzuklemmende Stab T tr\u00e4gt eine Gabel, in welcher die zwei Axen A, A2 sigen. An der einen Axe A, ist der sehr leichte, ca. 8 cm lange Hebel Ht mit dem Ber\u00fchrungsstiftchen St befestigt, an der anderen Axe A, der Hebel H2 und die Zwinge z, die den Korkstreifen K und einen mit einer Kreisteilung versehenen Papiersektor tr\u00e4gt. Beide Axen sind verbunden durch eine Spiralfeder, welche oben durch die Zwinge gehalten wird und unten an dem Scheibchen vor dem Hebel H, befestigt ist. Wenn man den Hebel H2 hebt, indem man die in der Figur gezeichnete Schnur nach oben zieht, so wird die Axe A2 gedreht und zun\u00e4chst mittels der Feder auch die Axe A, mitgenommen. Der Hebel Ht stellt sich dabei auf einen gewissen Teilstrich ein. Da er, sowie auch die Feder, nicht unverr\u00fcckbar an der Axe At befestigt, sondern durch die Schraubenmutter M, festgeklemmt ist, so kann man nach Lockerung dieser Mutter beide so einstellen, dag der Hebel in der erw\u00e4hnten Ruhelage auf den Nullpunkt der Teilung sich einstellt. Sowie nun, w\u00e4hrend man den Hebel H, weiter nach oben zieht, das Stiftchen St die Haut ber\u00fchrt, wird der Hebel H, festgehalten, es kann sich nur mehr die Axe A2 drehen, und mit ihr verschiebt sich der Sektor, sodag der Hebel auf andere Teilstriche der Gradteilung zeigt. Gleichzeitig aber wird die Spiralfeder zusammengedr\u00fcckt, enger gerollt, und damit durch sie ein immer st\u00e4rkerer Zug auf den Hebel H, ausge\u00fcbt, der sich als st\u00e4rkerer Druck des Stiftchens St auf die Haut \u00e4ugert. Jedem Teilstrich entspricht somit eine genau bestimmte Druckst\u00e4rke.\nVor dem Versuch wird das Instrument in solcher Lage befestigt, dag der Ber\u00fchrungsstift der gew\u00fcnschten Hautstelle fast bis zur Ber\u00fchrung gen\u00e4hert ist. Man klemmt das Instrument an einem Stativ in ungef\u00e4hr richtiger Lage fest und nimmt die Feinstellung durch Schrauben der Mutter M3 vor, indem man so die Spige langsam auf die Hautstelle herabl\u00e4gt.\nDie Eichung wird in folgender Weise vollzogen: Man stellt in der eben besprochenen Weise das Instrument so ein, dag die Spige St die eine Schale einer sehr empfindlichen (chemischen) Wage ber\u00fchrt. Dann legt man auf die andere Schale verschiedene Gewichte, l\u00f6st die Arretierung der Wage und hebt den Hebel H2 solange, bis wieder Gleichgewicht herrscht. Dieses Heben wird durch Senken der Schraube S vollzogen, welche auf den kurzen Aim des zweiarmigen Hebels H2 dr\u00fcckt. H2 kann \u00e4hnlich wie Ht mittels der Mutter M2 in verschiedener Lage auf der Axe A2 befestigt werden.\nDie Gr\u00f6ge der ber\u00fchrten Hautstelle l\u00e4gt sich in sehr einfacher Weise variieren. Man legt erst mit einer Pinzette sehr behutsam die kleinen, mit dem Instrumente gelieferten Scheibchen auf die Haut; die dabei event, auftretenden fl\u00fcchtigen Ber\u00fchrungsempfindungen haben auf den Erfolg des Versuches keinen Einflug. Sodann l\u00e4gt man den Stift der Schwellenwage auf das Scheibchen herab und \u00fcbt durch sie einen st\u00e4rkeren oder geringeren Druck aus.\n$7","page":87},{"file":"p0088.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nEs er\u00fcbrigt noch zu besprechen, wie die Geschwindigkeit der Ber\u00fchrung bestimmt wird. v. Frey verf\u00e4hrt so, dag er den Faden, welcher den Hebel H2 zieht und dadurch den Druckreiz ausl\u00f6st, von einem Kymographion mitnehmen l\u00e4gt, das eine konstante und variierbare Geschwindigkeit besigt. Der Faden wird zuerst, wie aus der Figur und aus dem vorstehenden Schema ersichtlich ist, nach oben und \u00fcber die Rolle R! gef\u00fchrt, dann ein St\u00fcck horizontal zum R\u00f6llchen R, und von diesem schr\u00e4g abw\u00e4rts zu dem Hebel L, an welchem er festgebunden wird. Dieser Hebel wird von dem Daumen D, der an der vertikalen Trommel T des Kymographions befest'gt ist, ein St\u00fcck mitgenommen u. zw. mit genau bestimmter Geschwindigkeit, die sich in bekannter Weise durch Verstellen der Windfl\u00fcgel und der Friktionsscheiben-\u00fcbersegung regulieren l\u00e4gt. Damit der Hebel, wenn er von dem Daumen nicht mehr mitgenommen wird, durch die Kraft der Spiralfeder der Sch weilenwage nicht zur\u00fcckgezogen werde, zieht man die Schraube bei P so fest an, dag die Feder die dadurch entstehende Reibung leicht \u00fcberwinden kann. Nach dem Versuche zieht man mittels des ebenfalls an L festgebundenen Fadens F2 den Hebel wieder zur\u00fcck und stellt dadurch auch die Ausgangslage in der Schwellenwage wieder her.\nUm versdiiedene Druckst\u00e4rken auszu\u00fcben, mug der Faden verschieden weit zur\u00fcckgezogen werden. Zu diesem Zwecke wird das Kymographion auf eine Platte gestellt, welche um C drehbar ist. Durch Drehen der Platte samt dem Kymographion um diese Axe wird der Zahn D mehr oder weniger gegen den Hebel L vor- bezw. zur\u00fcckgeschoben und mug daher diesen ein gr\u00f6geres bezw. kleineres St\u00fcck mit sich f\u00fchren.\nNr. 185. Doppelaesthesiometer nach Spearman. (Sommer, Die Ausstellung von exper.-psychol. Apparaten und Methoden bei dem Kongreg f\u00fcr exper. Psychol, in Giegen 1904 S. 37) Das Instrument dient haupts\u00e4chlich zur Untersuchung\nder simultanen Raumschwelle der Haut, d. h. derjenigen Distanz zweier Spigen, bei welcher dieselben eben als 2 Spigen bezw. als r\u00e4umlich getrennt liegend erkannt werden. Seine Konstruktion ist augerordentlich einfach. Es hat 2 gegeneinander verschiebbare Teile. Der eine Teil besteht aus einem Lineal, auf dem eine Millimeterleilung (bis 60 mm) eingerigt ist, und aus einem links daran sich anschliegenden Kopf, an welchen eine gerade und eine schr\u00e4g nadi unten stehende Spige angeschraubt sind. Der andere Teil hat eine Schwalbenschwanzf\u00fchrung, in der das eben erw\u00e4hnte Lineal gleitet, und tr\u00e4gt ebenfalls eine Spige. Die Entfernung der zwei nach unten gerichteten Spigen ist an der Skala abzulesen; zur genaueren Messung dient ein Nonius. Die Spigen sind aus einem schlecht w\u00e4rmeleitenden Material, n\u00e4mlich aus Elfenbein angefertigt, damit K\u00e4lteempfindungen bei der Ber\u00fchrung m\u00f6glichst vermieden werden.\nDie dritte Spige dient zu Versuchen, bei welchen nur eine Spige aufgesegt wird, also zur Bestimmung der Successivschwelle, falls man die zu ber\u00fchrenden Punkte schon vorher auf der Haut gekennzeichnet hat, und zu den sogenannten Lokalisationsversuchen, wo die Lage blog eines Punktes anzugeben ist.\nDas Instrument ist ganz aus Aluminium gearbeitet; es ist daher sehr leicht. Au\u00dferdem sind die Dimensionen so klein als m\u00f6glich genommen und die Form so gew\u00e4hlt, dag es sehr bequem zu halten ist. Dies sind wesentliche Vorz\u00fcge gegen\u00fcber anderen Konstruktionen desselben Apparates. Denn das Instrument wird mit der Hand dirigiert und vor allem auch der Druck mit freier Hand erzeugt. Dies ist aber nur bei einem sehr leichten und handlichen Instrument mit hinreichender Exaktheit durchzuf\u00fchren.\nNr. 186. Doppel-Gewichtsaesthesiometer nach Rupp. Dieses Instrument hat einen etwas anderen Zweck als das vorige. Es dient erstens zur successiven Reizung der Haut auch f\u00fcr den Fall, dag man die Punkte nicht vorher auf der Haut bezeichnet hat, und es wird ferner die St\u00e4rke des Druckes nicht mit freier Hand, sondern durch Auflegen von Gewichten bestimmt. Dadurch kann gleichzeitig die St\u00e4rke des Druckes in exakter Weise und me\u00dfbar variiert werden,\n$$","page":88},{"file":"p0089.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nAuf einem 14 cm langen und 2 cm breiten, horizontalen Rahmen R gleiten die 2 Schieber. In Ringen und L\u00f6chern dieser Schieber gleiten wieder, in vertikaler Richtung, die 2 Stahlst\u00e4bdien s, s2, welche oben die runde Platte P tragen, in deren Mitte der Stab s3 aufgesetzt ist. Auf die St\u00e4bchen S! sind Elfenbeinspigen auf-\n\ngeschraubt, die sich leicht abnehmen und je nach Bedarf durch spigere oder stumpfere ersetzen lassen. Die St\u00e4bchen sind so gebogen, dag die Spigen einander bis zur vollst\u00e4ndigen Ber\u00fchrung gen\u00e4hert werden k\u00f6nnen. Ihre Entfernung ist an der Millimeterskala (bis 100 mm), die auf dem Rahmen eingerigt ist, abzulesen. Die St\u00e4bchen s2 sind k\u00fcrzer als s, ; sie haben nur den Zweck, zu vermeiden, dag diese sich drehen, weil sich dadurch die Entfernungen der Spigen \u00e4ndern und vielleidit auch unbeabsichtigte Empfindungen (bei der Drehung) entstehen w\u00fcrden. Auf die St\u00e4bchen s3 endlich werden Gewichte aufgelegt, wie solche in der Figur auf dem rechten Schieber zu sehen sind. Die Gewichte haben die Form von dickeren oder d\u00fcnneren Scheiben und sind in der Mitte durchbohrt. Es werden, wenn nicht besondere W\u00fcnsche ge\u00e4ugert werden, je 2 Gewichte von 5, 10, 20 und 50 g mitgeiiefert. (Die Platte P mit den St\u00e4bchen und der Beinspige wiegt 3 g). Damit die Schieber bei der relativ grogen Belastung nicht umkippen, und \u00fcberhaupt zur Sicherung der F\u00fchrung, werden sie von unten durch Federn an die Rahmen angedr\u00fcckt.\nDas Heben und Senken der Platten samt den Gewichten und Spigen geschieht durch Exzenter in folgender Weise. Auf den Stab St, welcher den Rahmen tr\u00e4gt, sind 2 kleine Pfosten aufgesegt. Der hintere, etwas h\u00f6here tr\u00e4gt einen Exzenter, der vordere einen Doppelhebel, auf dessen einen Arm der Exzenter dr\u00fcckt, w\u00e4hrend der andere Arm rechtwinklig umgebogen ist und unter einen kleinen, an der Platte P an-gesegten Stift s4 greift und mittels desselben die Platte samt den Gewichten und Spigen hebt bezw. sinken l\u00e4gt. Die Platte auf dem linken Schieber ist in der Figur gehoben gezeichnet, die auf dem rechten gesenkt. Jeder Schieber hat seinen eigenen Exzenter; beide sind voneinander unabh\u00e4ngig.\nMan verf\u00e4hrt bei successiver Reizung so, dag man zun\u00e4chst die Spigen hebt, also die Exzenter nach hinten dreht; sie sind so gearbeitet, dag sie von selbst in dieser Ausgangslage bleiben. Sodann bewegt man den einen Exzenter mit bestimmter, gleichf\u00f6rmiger Geschwindigkeit nach vorne, so dag die erste Ber\u00fchrung stattfindet, schl\u00e4gt ihn z. B. nach 1 Sek. wieder zur\u00fcck und dreht dann den andern Exzenter mit derselben Geschwindigkeit nach vorne, um ihn ebenfalls nach 1 Sek. zur\u00fcckzusdilagen. Die Druckst\u00e4rke wird dabei durch die Schwere der Gewichte sowie der Platten samt den St\u00e4bchen und Spigen bestimmt. Nur die Geschwindigkeit, mit der die Ber\u00fchrung einsegt, ist nicht maschinell, sondern durch freie Hand reguliert. Jedoch liege sich auch hier ein \u00e4hnliches Verfahren einschlagen, wie es bei der Schwellenwage nach v. Frey (Nr. 184) beschrieben ist.\n$9","page":89},{"file":"p0090.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nWill man Versuche mit Simultanschwelle anstellen, so werden die 2 rechtwinklig umgebogenen Hebel, auf welche die Exzenter wirken, miteinander verkuppelt, so dag man mit einem Exzenter beide Gewidite gleichzeitig heben und senken kann. Damit jedoch die Spigen auch gleichzeitig die Haut ber\u00fchren, m\u00fcssen sie so eingestellt werden, dag sie sdion vor der Ber\u00fchrung gleiche Entfernung von der Haut besigen. Dies erreidit man dadurdi, dag man sie auf den St\u00e4bchen s, ein wenig hinauf bezw. hinunterschraubt. \u2014 Nat\u00fcrlich kann man mit diesem Aesthesiometer auch bei Simultanschwelle die Geschwindigkeit der Ber\u00fchrung exakt regulieren und variieren, wie es v. Frey bei der Schwellenwage tut.\nDer Apparat ist horizontal an einem Stativ zu befestigen. Es wird zu diesem Zwecke eine an den Tisch zu klemmende Zwinge mit einem verschieden hoch einzustellenden vertikalen Stab beigegeben und eine Doppclmuffe, um daran den Stab St des Instrumentes zu befestigen.\nNr. 187. Einfaches Qewichtsaesthesiometer nach Rupp. Das Instrument dient dazu, einen einzigen (\u00fcberschwelligen) Drudereiz von variierbarer und meg-barer St\u00e4rke zu erzeugen. Man kann also den Einflug der Druckst\u00e4rke auf die Lokalisation eines Punktes und auch aut die Successivsehwelle bestimmen; nur mug in dem legteren Falle die Reihe der Punkte, die man reizen will, vorher auf der Haut bezeichnet werden.\nPrinzip und Konstruktion sind genau wie beim vorigen Apparat. Man denke sidr einen Schieber herausgenommen und mit einem Holzgriff versehen, so erh\u00e4lt man im wesentlichen das Aussehen des Instrumentchens.\nNr. 188. Elektroden zur elektrischen Hautreizung, in Gr\u00f6ge und Form nach Wunsch.\nNr. 189. W\u00e4rmetaster nach Miescher. Derselbe dient dazu, Tastreize von beliebiger und genau bestimmbarer Temperatur zu applizieren. Ein nach unten konisch zulaufendes, mit einem schlecht w\u00e4rmeleitenden Futteral \u00fcberzogenes Neusilberr\u00f6hrchen von 45 mm L\u00e4nge ist durch eine Scheidewand in 2 L\u00e4ngsh\u00e4lften geteilt, die nur ganz nahe an der durch ein d\u00fcnnes Metallpl\u00e4ttchen von 1 mm Durchmesser verschlossenen Spige kommunizieren. An die eine L\u00e4ngsh\u00e4lfte segt sich ein Zuflug-, an die andere ein Abflugr\u00f6hrchen an. Der Einstr\u00f6mungsweg erweitert sich zu einer kleinen Metallkapsel, in welcher die Kugel eines feinen Thermometers eingepagt ist. Bei einem Wasserstrom von 15 ccm pro Min. und einer um 27\u201430\u00b0 C. h\u00f6heren Temperatur als die der Zimmerluft zeigt das Thermometer die Temperatur der Spige auf ca. \u2018/io0 genau an. Das Wasser mug klar filtriert und frei von kohlensaurem Kalk sein. Das Instrument wird schr\u00e4g aufgesegt wie ein Bleistift, weshalb auch die Spige etwas abgeschr\u00e4gt ist.\nNr. 190. Bewegungsmesser nach Goldscheider. (Gesammelte Abhandlungen Bd. II S. 288 und Berliner klin. Wochenschrift 1890, Nr. 14.) Der Apparat dient dazu, unsere Empfindlichkeit f\u00fcr Bewegungen der K\u00f6rperteile gegeneinander zu pr\u00fcfen, vor allem um Bewegungsschwellen, sowohl f\u00fcr aktive wie f\u00fcr passive Bewegungen zu bestimmen. F\u00fcr seine Konstruktion war der Gedanke maggebend, dag er f\u00fcr klinische Zwecke geeignet sein soll, also zur schnellen Orientierung dar\u00fcber,\nob der Patient normale oder abnorme Empfindlichkeit besigt. Daher ist der Apparat so konstruiert, dag seine Handhabung sehr einfach ist, und dag er keine langen Vorbereitungen und keine Nebenapparate erfordert.\nDie Holzschiene s wird mit seiner unteren Fl\u00e4che, die mit Leder \u00fcberzogen ist, auf das zu bewegende Glied, z. B. auf den Unterarm aufgelegt und, wie die Figur zeigt, mit den H\u00e4nden an denselben angedr\u00fcckt, so dag es gut anliegt.\n\n90","page":90},{"file":"p0091.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nOben an der Schiene ist, quer zu ihr, also senkrecht zur Zeichenebene, ein St\u00fcck mittels einer Schraube befestigt, welches verstellbar ist und so weit \u00fcber den Arm vorragen mug, dag der Sektor mit dem Pendel, den es tr\u00e4gt, freien Spielraum gewinnt. Der Sektor ist an dem Querst\u00fcck nicht starr befestigt, sondern kann mit Reibung in zweifacher Weise gedreht werden: erstens um das Querst\u00fcck als Axe, also in seiner eigenen (und in der Zeichen-) Ebene, zweitens um seine Symmetrieaxe, die durch den Nullpunkt der Teilung geht und in der Figur fast senkrecht liegt. Das Pendel stellt sich durch seine Schwere vertikal. Damit es, ehe es zur Ruhe kommt, nicht lange hin- und herschwingt, gleitet es mit einem kleinen R\u00f6llchen an der unteren, gebogenen Leiste des Sektors. Zur bequemen Ablesung des Teilstriches der Gradteilung, auf den sich das Pendel einstellt, ist es mit einem R\u00e4hmchen versehen, in dessen Mitte vertikal ein d\u00fcnner Draht ausgespannt ist. Der Teilstrich, welchen der Draht deckt, ist f\u00fcr die Ablesung maggebend. Man kann leicht bis auf halbe Grade ablesen, da jeder Gradstrich vom n\u00e4chsten 2 mm entfernt ist.\nMan stellt den Sektor durch Drehen um das Querst\u00fcck so ein, dag das Pendel bei der gew\u00e4hlten Ausgangslage des Gliedes auf 0 zeigt. Wird nun das Glied aus dieser Lage heraus gedreht, so bewegt sich um genau denselben Winkel auch die an ihm fest anliegende Schiene und mit dieser der Sektor, w\u00e4hrend das Pendel infolge seiner Schwere in vertikaler Lage verharrt. Der neue Teilstrich, vor welchen das Pendel dabei zu stehen kommt, gibt dann, wie eine einfache \u00dcberlegung zeigt, den Winkel der ausgef\u00fchrten Drehung an.\nDie Ausgangslage des Gliedes braucht keine horizontale zu sein. Nur mug, wenigstens bei starker Neigung, der Sektor in solche Lage gebracht werden, dag er wieder vertikal nach unten steht und das Pendel bei 0 einspielt. Stets aber m\u00fcssen der Sektor und das Pendel in einer vertikalen Ebene liegen.\nWenn man nicht, wie bisher stillschweigend angenommen wurde, die Schwelle f\u00fcr die Beugung und Streckung untersuchen will, sondern die f\u00fcr die Drehung z. B. des Armes um seine L\u00e4ngsaxe, so tritt die zweite der obenerw\u00e4hnten Bewegungsfreiheiten des Sektors in Kraft; er wird um seine eigene Symmetrieaxe um 90\u00ae gedreht, so dag er senkrecht zum Arm und senkrecht zur Zeichenebene steht.\nZuweilen st\u00f6ren aktive Muskelspannungen beim Halten des Gliedes den Versuch. Das einfachste Mittel dagegen ist es, wenn der Versuchsleiter das zu bewegende Glied selbst festh\u00e4lt. Eventuell m\u00fcssen die proximal gelegenen Teile fixiert werden. Die Fixierung und Bewegung soll so geschehen, dag Hautempfindungen bei der Bewegung m\u00f6glichst vermieden werden. \u00dcbrigens betont Goldscheider, dag seine \u201ePatienten ausnahmslos sehr schnell die Bewegung von den \u00fcbrigen Sensationen unterscheiden\u201c lernten.\nNr. 191. Fechner\u2019sche Gewichte. (Elemente der Psychophysik 1, S. 96 f. Revision der Hauptpunkte der Psychophysik S. 359, ferner G. E. M\u00fcller u. F. Schumann, \u00dcber die Vergleichung gehobener Gewichte, Pfl\u00fcg. Arch. Bd. 45, S. 37 f.) Sie dienen zur Untersuchung unserer Unterschiedsempfindlichkeit f\u00fcr aktiv gehobene Gewichte. Form und Ausf\u00fchrung sind genau dieselben wie bei den urspr\u00fcnglichen, von Fechner selbst be-n\u00fcgten Gewichten.\nIn das einfache Gestelle, dessen Form aus der Figur ersichtlich ist, werden zun\u00e4chst unten groge, den ganzen Boden deckende Gewichtsplatten eingelegt. Dar\u00fcber wird eine Blechplatte mit einem Aufsag","page":91},{"file":"p0092.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\ngelegt, wie sie in der mittleren Figur zu sehen ist. In den Aufsafe passen kleinere Gewichtsplatten, auf die wieder eine Blechplatte mit einem noch kleineren Aufsafe gelegt wird, welcher zur Aufnahme der kleinsten Gewichte bestimmt ist. Die lefetere Platte samt ihrem Aufsafe ist in der Figur links in vergr\u00f6\u00dfertem Ma\u00dfstabe gezeichnet. \u2014 Diese ganze Einrichtung hat den Zweck, dag die Gewichte in dem Gef\u00e4\u00dfe zentrisdi verteilt sind, da\u00df sie ferner beim Heben nicht hin und her rutsdien, und dag sie, wenigstens bei m\u00e4\u00dfiger Hubgeschwindigkeit, nicht herausfliegen.\nDer zu den Gef\u00e4\u00dfen geh\u00f6rige vollst\u00e4ndige Safe von Gewichten umfa\u00dft je 10 Bleiplatten von 1000, 500, 100, 50 g, 20 Bleiplatten von 200 g; ferner je 10 Zinkplatten von 10, 5, 1, '/s g und je 20 Zinkgewichte von 20 und 2 g. Es lassen sich somit in Intervallen von je */, g alle Gewichte von */2 g bis zu mehreren kg einlegen. Die Gef\u00e4\u00dfe selbst sind relativ leicht und sind untereinander genau gleich schwer.\nDer Griff, an dem die Gef\u00e4\u00dfe beim Heben angefa\u00dft werden, ist aus Hartgummi angefertigt; er ist sehr handlich und dreht sich leicht um seine Axe.\nDie einzelnen Hebungen m\u00fcssen untereinander ganz gleich ausgef\u00fchrt werden, mit gleicher Geschwindigkeit und bis zu gleicher Hubh\u00f6he. Das Tempo wird am besten durch ein Metronom reguliert, die Hubh\u00f6he durch eine \u00fcber den Gewichten ausgespannte Schnur; die Gewichte werden so hoch gehoben, da\u00df die Hand die Schnur eben ber\u00fchrt.\nUm das heim Niedersefeen der Gewichte entstehende, st\u00f6rende Ger\u00e4usch zu d\u00e4mpfen, nimmt man als Unterlage ein gepolstertes Brett. Will man die \u201eRaumlage\u201c f\u00fcr die zu vergleichenden Gewichte konstant lassen, so werden dieselben nicht nebeneinander, sondern successiv an dieselbe Stelle gesefet. Hierzu bedient man sich am besten \u2014 nach einem Vorschl\u00e4ge von Scholl \u2014 einer gepolsterten Drehscheibe. Die Gewichte werden vor dem Versuche in entsprechendem Abstand auf den Rand der Sdceibe gesefet und dann einfach durch Drehung derselben successive an dieselbe Stelle gebracht.\nNr. 192. Apparat nach Laura Steffens. (Zeitschr. f. Psych. Bd 23 S. 274). Derselbe dient dazu, die Schnelligkeit der Hebung am Beginne derselben zu messen. Uber dem Grundbrett P, dreht sich in der Axe A die Platte P2, die durch die Feder F von dem ersteren abgehoben wird. Die Platte P2 tr\u00e4gt die Zunge Z, deren Platin-\nspifeen bei der h\u00f6chsten und tiefsten Lage der Platte die Platinbl\u00e4ttchen p2 und pt ber\u00fchrt, die an dem Messingb\u00fcgel B, bezw. an dem Grundbrett befestigt sind. Z ist mit der Klemme Kt, pt sowie p2 mit K2 in metallischer Verbindung. Stellt man das zu hebende Gewidit auf die obere Platte, so dr\u00fcckt es dieselbe nieder, und K2 wird mit K2 durch den unteren Kontakt bei p2 verbunden. Wird das Gewicht abgehoben, so wird der Strom unterbrochen, bis die Platte die in der Figur dargestellte Endlage erreicht hat, in welcher der obere Kontakt bei p2 hergestellt wird. Die Dauer der Stromunterbrechung, die sich mittels des Hipp\u2019schen Chronoskopes messen l\u00e4\u00dft, \u00e4ndert sich je nach der mittleren Schnelligkeit, mit der das Gewicht in den ersten Momenten abgehoben wird.\nNr. 193. Charpentier\u2019sche Gewichte. 2 gleich schwere, aber verschieden gro\u00dfe Messingkugeln mit Schlinge zum Halten. Wenn man die Gewichte hebt und vergleicht, indem man sie gleichzeitig ansieht, so entsteht die T\u00e4uschung, als ob die kleinere Kugel deutlich schwerer sei.\nNr. 194. Ergograph nach Mosso. (Du Bois-Reymond\u2019s Arch. Jahrg. 1890 S. 90, Die Erm\u00fcdung, Lpz. 1892, S. 86 ff.) Er dient dazu, die von einem Mittelfinger nach bestimmtem Tempo ausgef\u00fchrten Gewichtshebungen graphisch zu registrieren. Die \u00fcbrige Hand und der Arm sollen sich m\u00f6glichst wenig an der Hebung beteiligen. Zu diesem Zwecke wird der Arm mittels der halbringf\u00f6rmigen Kissen A, der Zeige- und\n92","page":92},{"file":"p0093.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOY ER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nRingfinger durch die R\u00f6hren F festgehalten, w\u00e4hrend der Mittelfinger durch den dazwischen liegenden Ring gesteckt wird, der sein Grundglied fest umschliegt, so dag die 1. und 2. Phalanx frei bleiben. Vor den bisher besprochenen Teil des Apparates wird der in der Figur rechts stehende Hebelapparat gesegt. Das zu hebende Gewicht wird an einer Darmsaite befestigt, die \u00fcber die Rolle R zum Schlitten S f\u00fchrt. An diesen greift auf der rechten Seite eine zweite Darmsaite an, die zun\u00e4chst horizontal, dann \u00fcber eine Rolle gehend nach aufw\u00e4rts zu dem Ringe f\u00fchrt, der an dem Mittelfinger steckt. Das nebenstehende Schema zeigt diese F\u00fchrung der Saite. Wird nun der Finger gebeugt, so zieht er die Saite nach sich, und mit derselben den Schlitten S, welcher den Hebel H tr\u00e4gt, und mittels dieses Schlittens endlich das Gewicht. Der Hebel zeichnet auf einer langsam rotierenden Trommel mit horizontaler Axe eine Kurve, welche die Abnahme der Hubh\u00f6he und den eigent\u00fcmlichen Phasenverlauf der einzelnen Hebung zeigt. Eine einfache, in der Figur weggelassene Vorrichtung gestattet es, die Summe aller einzelnen Hubh\u00f6hen und damit durch Multiplikation mit dem Gewicht die Gesamtarbeit zu bestimmen.\nDer Apparat wird dazu verwendet, den Einflug geistiger und k\u00f6rperlicher Erm\u00fcdung sowie auch anderer Umst\u00e4nde auf die Muskelleistung zu untersuchen.\nNr. 195. Derselbe, Handlagerung modifiziert nach Dubois. (Schn y der, Alkohol und Muskelkraft, Pfl\u00fcg.-Ardi., Bd. 93, S. 458). Bei diesem Instrument ist der Mosso\u2019sche Schreibapparat beibehalten, hingegen von dem Dubois\u2019sehen Instrumente die Art der Handlagerung und der Handbewegung \u00fcbernommen. Die Hand umfagt hier einen kr\u00e4ftigen Zapfen und wird durch die 2 verschiebbaren Halter fixiert. Ferner kann hier die Bewegung mit dem Zeigefinger ausgef\u00fchrt werden, was den Verh\u00e4ltnissen des t\u00e4glichen Lebens besser entspricht.\nNr. 196. F\u00fchlstreckenapparat nach Schumann. Der Apparat dient zur Vergleichung von F\u00fchlstrecken, d. h. von Strecken, die bei geschlossenen Augen mit der Hand durchfahren und abgesch\u00e4gt werden.\nAuf einem auf 3 Stellschrauben ruhendem Gestelle erheben sich vorne 2 Tr\u00e4ger, die oben 2 parallele runde Stangen und unmittelbar darunter eine vierkantige Leiste tragen. Die 2 Stangen dienen zur F\u00fchrung f\u00fcr ein J f\u00f6rmiges St\u00fcck, an dessen vertikalem Stab die Versuchsperson anzufassen hat, um das ganze St\u00fcck in geradliniger F\u00fchrung horizontal fortzusehieben. Die zu vergleichenden Strecken werden dadurch bestimmt, dag der Bewegung Grenzen, Hemmnisse gesegt werden. Soll die Strecke z. B. von links nach rechts durchfahren werden, so wird die Ausgangslage durch einen Anschlag auf der linken Seite bestimmt, w\u00e4hrend die rechte Grenze durch ein Hemm-","page":93},{"file":"p0094.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nnis auf dieser Seite markiert wird. Die Hemmnisse werden an Schiebern angebracht, die auf der kantigen Leiste l\u00e4ngs einer Skala zu verschieben sind. Das nebenstehende, in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstabe gehaltene Schema zeigt ihre Konstruktion. Der Schieber wird von unten durdi eine Schraube an der Leiste festgeschraubt. Oben hat er einen Einschnitt, in welchen der eine Balken eines T-f\u00f6rmigen St\u00fcckes pa\u00dft. Dieses ist etwas\nh\u00f6her als der Schieber und hemmt dadurch den dar\u00fcber befindlichen, von der Versuchsperson fortgeschobenen Griff Gr, indem an demselben ein Stift befestigt ist, weldier \u00fcber den Sdiieber selbst eben noch hinweggeht, w\u00e4hrend er durdi das etwas h\u00f6here Hemmnis aufgehalten wird.\nSehr kleine Differenzen von Strecken, wie man sie zur Untersuchung der Unterschiedsempfindlichkeit ben\u00f6tigt, werden nicht durch Verschieben der ganzen Schieber erzeugt, sondern dadurch, da\u00df T-St\u00fccke mit verschieden breiten oberen Balken eingese\u00dft werden. Das Auswechseln derselben ist sehr einfach; man fa\u00dft sie an dem ringf\u00f6rmigen Griff an und hebt sie aus dem Schieber heraus bezw. se\u00dft sie in denselben ein.\nDamit man die von der Versuchsperson ausgef\u00fchrten Bewegungen in ihrem Phasenverlauf genauer studieren kann, ist es n\u00f6tig, sie graphisch zu registrieren. Zu diesem Zwecke ist der Apparat so eingerichtet, da\u00df er mit dem Schreibapparat des Ergographen verbunden werden kann, dessen Schreibhebel dann die Bewegung auf einem Kymographion oder Chronographen aufzeichnet. Die Figur zeigt den Apparat in Verbindung mit der Schreibvorrichtung. Des Genaueren ist die Einrichtung folgende: Der von der Versuchsperson zu verschiebende Griff tr\u00e4gt einen Ring, in welchem ein Stab gleitet, der nach hinten geht und dort in einem durch eine S\u00e4ule getragenen Ring festgeklemmt ist. Beide Ringe drehen sich um eine vertikale Axe, um die Verschiebung des Griffes nicht zu hindern. Hinten wird auf zwei S\u00e4ulen der Schreibapparat des Ergographen auf geschraubt. Mit dem Schieber dieses Apparates wird die fr\u00fcher erw\u00e4hnte Stange gekuppelt und so die Bewegung des von der Versuchsperson bewegten Griffes auf den Schreibhebel \u00fcbertragen.\nMit Absicht ist der Apparat f\u00fcr eine geradlinige und nicht f\u00fcr eine zu dem bewegten K\u00f6rpergelenk konzentrische Bewegung eingerichtet. Die geradlinige Bewegung ist zwar physiologisch komplizierter, indem sie durch Zusammenwirken mehrerer Gelenke entsteht, aber auf sie beziehen sich vorwiegend unsere r\u00e4umlichen Vorstellungen, und die Sch\u00e4\u00dfung und Vergleichung von Gr\u00f6\u00dfen. Au\u00dferdem kommen rein kreisf\u00f6rmige, durch Drehung um ein einziges Gelenk entstehende Bewegungen im praktischen Leben kaum vor.\n94","page":94},{"file":"p0095.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nVI. Apparate f\u00fcr Reaktionsversuche.\nVorbemerkung und Angabe von Schaltungen.\nReaktionsversuche sind bekanntlich solche Versuche, bei welchen der Beobachter auf gegebene Reize m\u00f6glichst schnell mit bestimmten Bewegungen zu reagieren hat, event, nach Zwischenschaltung gewisser Aufgaben, und bei welchen die Zeit vom Beginne des Reizes bis zum Beginne der Reaktion gemessen wird. Denn aus dieser Reaktionszeit lassen sich unter Umst\u00e4nden Schl\u00fcsse auf die Dauer, Kompliziertheit und Art der psychischen Vorg\u00e4nge zwischen der Einwirkung des Reizes und der Reaktion ziehen. Die Versuche haben daher ein weites Anwendungsgebiet in der Psychologie und Pathologie. Vor allem ist es gelungen, Aufschl\u00fcsse \u00fcber die relative Dauer zentraler Vorg\u00e4nge (Reproduktion, Apperzeption etc.) unter versdiiedenen Umst\u00e4nden (Aufmerksamkeit, Hemmungen, Erm\u00fcdung etc.) zu erhalten und damit eine wertvolle objektive Eigenschaft derselben kennen zu lernen.\nDie Versudisanordnung hat nach dem Gesagten vor allem die Aufgabe, die Messung der Zeit zu erm\u00f6glichen. Hierzu k\u00f6nnen verschiedene Chronoskope verwendet werden. Meistens ben\u00fcgt man das nach Hipp, u. zw. das mod\u00e8le courant desselben (Nr. 1 a). Es k\u00f6nnen jedoch auch die Chronoskope Nr. 2, 3 und 4 verwendet werden. Das legtere ist durch seine Einfachheit ausgezeichnet sowie dadurch, dag es zugleich Vorrichtung zur Reizung und zur Reaktion enth\u00e4lt (vgl. auch die Anm. zu Nr. 4). Ferner sei verwiesen auf das Universalpendel Nr. 16 das als \u201ePendelchronoskop\u201c auch zur Zeitmessung dient und gleichzeitig als Reizinstrument verwendbar ist. Endlich seien erw\u00e4hnt ein Chronoskop nadi Nets chaj eff, das ebenfalls mit Reiz- und Reaktionseinrichtung versehen ist, und ein nodi im Bau befindliches Chronoskop nadi Rupp, bei welchem das Prinzip der Sanduhr verwendet ist (vgl. auch Anm. zu Punkt i) der Vorbemerkung von Gruppe VII und die Anm. zu Nr. 216).\nBei den meisten dieser Chronoskope gesdiieht die Ein- und Ausschaltung des Zeigerwerkes auf elektromagnetischem Wege. Daher sind die im Folgenden angef\u00fchrten Reiz- und Reaktionsinstrumente so eingerichtet, dag im Moment, wo der Reiz erscheint bezw. wo die Reaktion beginnt, ein Kontakt ge\u00f6ffnet oder geschlossen wird.\nIm Folgenden sind die wichtigsten Arten angef\u00fchrt, nach denen das Hipp mit dem Reiz- und dem Reaktionsinstrument in einen Stromkreis geschaltet werden k\u00f6nnen. Die verschiedenen Schaltungen unterscheiden sich in zweifacher Hinsicht. Einmal dadurch, dag bei den einen Schaltungen die Elektromagneten des Hipp w\u00e4hrend der Reaktionszeit von einem elektrischen Strom durchflossen werden (Strom-schliegung w\u00e4hrend der Reaktionszeit), bei den anderen Schaltungen der Strom w\u00e4hrend der Reaktionszeit ge\u00f6ffnet, hingegen vor- und nachher geschlossen ist (Strom\u00f6ffnung w\u00e4hrend der Reaktionszeit). Im ersten Falle wird im Hipp das untere Paar von Elektromagneten benugt und die obere Feder st\u00e4rker gespannt; im legteren Falle wird das obere Paar benugt und die untere Feder st\u00e4rker gespannt. \u2014 Zweitens kann man die Schaltungen nach dem Gesichtspunkt einteilen, ob das Reiz- und das Reaktionsinstrument f\u00fcr \u00d6ffnung oder f\u00fcr Schliegung eines Kontaktes eingerichtet sind. \u2014 Darnach gibt es 4 Kombinationen: a) Schliegung-\u00d6ffnung, d. h. das Reizinstrument ist f\u00fcr Schliegung, das Reaktionsinstrument f\u00fcr \u00d6ffnung eingerichtet, b) \u00d6ffnung-Schliegung. c) Schliegung-Schliegung. d) \u00d6ffnung-\u00d6ffnung. Nimmt man die erste Einteilung hinzu (Stromschliegung, Strom\u00f6ffnung w\u00e4hrend der Reaktionszeit), so gibt es somit 8 Kombinationen. Dabei ist von den Schaltungen abgesehen, in welchen beide Paare von Elektromagneten im Hipp benugt werden.\nEs ist nicht wertlos, sidi f\u00fcr m\u00f6glichst viele Kombinationen die entsprechenden Schaltungen gegenw\u00e4rtig zu halten. Denn erstens kann es sein, dag ein Paar von\n95","page":95},{"file":"p0096.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nElektromagneten versagt; auch gibt es \u00e4ltere Modelle, welche nur 1 Paar bes\u00e4\u00dfen. Zweitens sind zwar die meisten Reiz- und Reaktionsinstrumente sowohl f\u00fcr \u00d6ffnung wie f\u00fcr Schlie\u00dfung eingerichtet, einige hingegen jedodi nur f\u00fcr eines von beiden. Im Folgenden sind 6 verschiedene Schaltungen angegeben; f\u00fcr 2 von den erw\u00e4hnten 8 Kombinationen lassen sich analoge einfache Schaltungen nicht durchf\u00fchren. In der Literatur sind bis je\u00dft nur die 3 Schaltungen la, 2a und 2b erw\u00e4hnt. Mit ihnen, ja mit den beiden Schaltungen la und 2b, wird man in den meisten F\u00e4llen auskommen. \u2014 In den Schemen der Schaltungen bedeutet 0 eine Pohl\u2019sche Wippe, die hinter der Stromquelle eingeschaltet wird, um den Strom zur Vermeidung von remanentem Magnetismus kommutieren zu k\u00f6nnen. Der Hipp ist durch seine 2 Elektromagnetenpaare repr\u00e4sentiert; je nachdem bei der betreffenden Schaltung die obere oder die untere Feder st\u00e4rker zu spannen ist, ist nur die obere bezw. untere Feder eingezeichnet. Das Reiz- und das Reaktionsinstrument sind durch einfache Kontakte angedeutet.\n1. Stromschlie\u00dfung w\u00e4hrend der Reaktionszeit. Es werden die unteren Elektromagneten benu\u00dft und daher die obere Feder st\u00e4rker gespannt.\na) Schlie\u00dfung-\u00d6ffnung. Reiz- und Reaktionsinstrument sind hintereinander geschaltet. Der Kontakt im Reaktionsinstrument ist vor dem Versuche geschlossen, der im Reizinstrumente ge\u00f6ffnet. Beim Reiz wird der le\u00dftere und daher der ganze Stromkreis geschlossen, durch die \u00d6ffnung des Kontaktes im Reaktionsinstrument wird er wieder ge\u00f6ffnet.\nllf\nb) \u00d6ffnung-Schlie\u00dfung. Reiz- und Reaktionsinstrument sind in Nebenleitungen gelegt. Da n\u00e4mlich der Hipp in seinen Elektromagneten einen ziemlich starken Widerstand besi\u00dft, so geht bei geschlossener Nebenleitung fast alle Elektrizit\u00e4t durch diese, und der Hipp ist so gut wie ausgeschaltet. Der Kontakt im Reizinstrument ist vor dem Versuch geschlossen, somit geht der Strom durch die betreffende Nebenleitung. Erst wenn diese gleichzeitig mit der Reizung unterbrochen wird, geht er, da die andere Nebenleitung von vornherein ge\u00f6ffnet ist, ganz durdi den Hipp. Bei der Reaktion wird die zweite Nebenleitung geschlossen und daher der Strom in diese abgelenkt.\nc) Schlie\u00dfung-Schlie\u00dfung. Hier ist nur das Reaktionsinstrument in eine Nebenleitung gelegt. Die Schaltung wird nach dem unter b) Gesagten ohne weiteres verst\u00e4ndlich sein.\n96","page":96},{"file":"p0097.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\n.1,\nd) \u00d6ffnung-\u00d6ffnung. Hier ist umgekehrt das Reizinstrument in eine Nebenleitung gelegt. Auch diese Schaltung versteht sich nach dem unter b) Gesagten von selbst.\n2. Strom\u00f6ffnung w\u00e4hrend der Reaktionszeit. Es werden die oberen Elektromagneten im Hipp benugt und daher die untere Feder st\u00e4rker gespannt.\na) Schlie\u00dfung-\u00d6ffnung. Reiz- und Reaktionsinstrument sind analog wie bei der Schaltung I a hintereinander geschaltet. Nur sind beide in die Nebenleitung gelegt.\nbrochen. Bei der Reaktion wird der durch ihn fliegen.\nb) \u00d6ffnung-Schlie\u00dfung. Reiz- und Reaktionsinstrument sind analog wie bei Schaltung 1 b nebeneinandergeschaltet, nur sind sie nicht in eine Nebenleitung, sondern in die Hauptleitung gelegt. Das Reizinstrument ist vor dem Versuch geschlossen, das Reaktionsinstrument ge\u00f6ffnet; der Strom nimmt daher durch das erstere seinen Weg. Beim Reiz wird auch dieser Zweig ge\u00f6ffnet, also der Strom unterandere Zweig geschlossen, somit kann der Strom\nEs er\u00fcbrigt noch, eine Komplikation der Schaltung zu besprechen, die z. B. bei Reizinstrumenten entsteht, in denen der Reiz durch einen Induktionsstrom erzeugt wird (Telephon Nr. 206, elektrische Hautreizung Nr. 188, ebenso optischer Reiz durch elektrischen Funken etc.). Bei den meisten Reizinstrumenten wird durch die Reizung eine mechanische Bewegung erzeugt, welche gleichzeitig dazu verwendet wird, einen Kontakt zu \u00f6ffnen oder zu schlie\u00dfen. In den erw\u00e4hnten F\u00e4llen ist aber keine solche mechanische Bewegung vorhanden. Man wird zun\u00e4chst daran denken, den Hippstrom selbst als prim\u00e4ren Strom zu benugen und durch seine Schlie\u00dfung oder \u00d6ffnung gleichzeitig den Reiz auszul\u00f6sen und den Hipp in Gang zu se\u00dfen. Allein dann ist ein neuer Widerstand, n\u00e4mlich der der prim\u00e4ren Spirale in den Stromkreis eingeschaltet, wodurch Schwierigkeiten entstehen, z. B. mu\u00df die Stromst\u00e4rke so gew\u00e4hlt werden, da\u00df sie nicht allein dem Hipp gen\u00fcgt (vgl. das bei der Hipp-Kontrolle S. 11), sondern da\u00df sie auch einen entsprechend starken Induktionssdilag erzeugt. Solchen Schwierigkeiten weicht die von Ewald angegebene Schaltung aus (vgl. Dumreicher, zur Messung der Reaktionszeit, Dissert., Stra\u00dfburg 1899, S. 37). In den Hippstromkreis wird nicht das Reizinstrument selbst eingeschaltet, sondern die -, Ewald\u2019sche Wippe (s. u. Gruppe X). Das nebenstehende \\ Schema verdeutlicht deren Funktion. Sie besteht aus Ki\t2 Hebeln. Wenn man den rechten Hebel in der Rieh-\n\u00cez\u00a3\ttung des Pfeiles nach unten dr\u00fcckt, so wird in einem\n>\"\u2019jL\tgewissen Moment der Kontakt K, geschlossen, aber bei\n7\n<n","page":97},{"file":"p0098.txt","language":"de","ocr_de":"\t\t\n\tSr IJNL>L,ttK & riUYr,K U.m.D.rl. LrU I 1 UN LrrtiN\t\nschnellem Niederdr\u00fccken fast gleichzeitig der Kontakt K, ge\u00f6ffnet. Das Instrument wird nun so verwendet, dag der eine Kontakt in den Hippstromkreis eingeschaltet wird, w\u00e4hrend der andere in einen davon ganz unabh\u00e4ngigen, mit eigener Stromquelle und eigenem Widerstand ausger\u00fcsteten Kreis geschaltet wird, welcher auch das Reizinstrument, z. B. die prim\u00e4re Spirale des Induktoriums enth\u00e4lt.1) Wird im Hippstromkreis der Schliegungskontakt der Wippe benugt, so liegt im Nebenstromkreis des\nReizinstrumentes der \u00d6ffnungskontakt, der Reiz mug also durch Strom\u00f6ffnung erzeugt werden; und umgekehrt. Es sind somit auch hier genau dieselben Schaltungen des Hipp m\u00f6glich, welche oben erw\u00e4hnt wurden. Anstelle des dort angef\u00fchrten Kontaktes des Reizinstrumentes tritt einfach der eine Kontakt der Ewald\u2019sehen Wippe. In der Literatur ist blog eine einzige Schaltung erw\u00e4hnt (vgl. die fr\u00fcher zitierte Abhandlung). Sie entspricht unter den oben beschriebenen Schaltungen der ersten: Ewald\u2019sche Wippe und Reaktionsinstrument sind hintereinander in den Hippstrom geschaltet, u. zw. von der Wippe der Schliegungskontakt. Der Reiz wird durch \u00d6ffnung des Nebenstromes erzeugt, was beim Induktorium vorteilhaft ist, da der \u00d6ffnungsschlag kr\u00e4ftiger ist als der Sehliegungsschlag.\na) Reizinstrumente.\nNr. 199. Optischer Reizapparat nach Roemer. (Kraepelin, Psychol. Arbeiten, Bd. 1, Seite 572). Er dient dazu, eine Karte mit einem darauf geschriebenen Worte oder Zeichen schnell zu exponieren und im Momente der vollen Exposition einen Kontakt zu schliegen,\nDie gugeiserne Grundplatte A tr\u00e4gt zwei S\u00e4ulchen B B[ durch deren Kopf eine Axe geht, um welche die rechteckige Platte c drehbar ist. Auf diese Platte wird die Reizkarte gesteckt und zwar zun\u00e4chst auf der dem Beobachter abgewendeten Seite. Eine starke Feder in der Trommel E bewirkt sodann, wenn man den Hebel K mit der hemmenden Nute G niederdr\u00fcckt, dag die Platte sich schnell um 180\u00b0 dreht, wodurch die Karte auf die dem Beobachter zugekehrte Seite kommt. In dieser Lage wird sie durch die Hemmvorrichtung H festgehalten, in welcher sie gleichzeitig einen dauernden Kontaktschlug bewirkt.\nNr. 200. Kartenwechsler nach Ach. (Kraepelin, Psychol. Arb., III. Band, S. 256.) Dieses Instrument gestattet es, eine gr\u00f6gere Anzahl von Karten mit verschiedenen W\u00f6rtern, Zeichen, Farben etc., die vorher in gewisser Reihenfolge in den Kasten a des Apparates eingelegt worden sind, in derselben Reihenfolge nacheinander zu exponieren. Durch Druck an dem Hebel B wird der vorher verdeckte Spalt in dem\n!) Auch Reizinstrumente, in welchen durch Anziehung oder Loslassung eines Ankers der Reiz erzeugt wird, k\u00f6nnten in \u00e4hnlicher Weise geschaltet werden. Dasselbe gilt nat\u00fcrlich auch von Reaktionsinstrumenten. \u00dcbrigens ist, genau gesehen, etwas Analoges bei den Schallschl\u00fcsseln realisiert; nur ist dort die Ewald\u2019sche Wippe durch ein Relais erseht.","page":98},{"file":"p0099.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nSchirme y frei und dadurch die Karte mit dem Reizwort (z. B. Wohnhaus) sichtbar. Durch einen zweiten Druck an dem Griffe A wird der Spalt wieder verdeckt und gleichzeitig die Karte nach unten in die schr\u00e4ge Rinne c) geschleudert und die n\u00e4chste an ihre Stelle gedr\u00fcckt. Im Momente, wo die Silbe auf der Karte ganz sichtbar wird, wird ein durch den Apparat geleiteter Strom geschlossen.\nDas rechts stehende Schema zeigt die n\u00e4here Ausf\u00fchrung des Apparates. Mit dem schon erw\u00e4hnten Schirme y stehen in fester Verbindung der Kasten a, in welchen die Reizkarten vertikal eingestellt werden, die schr\u00e4ge Rinne d, die gleichzeitig als Fug dient, und endlich die Platte JJ (siehe das Schema). Diese Platte dient als Rahmen f\u00fcr die 2 beweglichen Platten C und F, die hinter bezw. vor J liegen. In den Ausschnitt D der hinteren Platte C passen, der Gr\u00f6\u00dfe wie der Dicke nach, genau die in den Kasten gelegten Reizkarten; sie werden durch die Feder H in den Ausschnitt hineingedr\u00fcckt. An der eben erw\u00e4hnten Platte C ist der in der Figur zu sehende Griff A befestigt. Dr\u00fcckt man ihn nach unten, so wird auch die Platte und mit ihr eine Reizkarte nach unten gezogen, und legtere in die Rinne d hinausgeschleudert. L\u00e4gt man den Griff A wieder los, so wird er samt der Platte durch eine Feder nach oben zur\u00fcckgeschnellt, und es r\u00fcckt eine neue Reizkarte in den Ausschnitt D. Wenn die Platte nach unten gezogen wird, so nimmt sie mittels zweier Haken E auch die vordere Platte F mit. Diese hat, ebenso wie J, einen Ausschnitt, der der Gr\u00f6ge des Spaltes G im Schirme y entspricht. Wenn sich beide Platten in der in dem Schema gezeichneten Lage befinden, so ist die Reizkarte sichtbar; wenn hingegen F mit C nach unten gezogen wird, so verdeckt der obere Teil von F die Karte. F bleibt in der unteren Lage auch dann, wenn C wieder nach oben geschnellt wird und die neue Karte in den Ausschnitt D kommt. Erst wenn man an dem kleinen seitlichen Hebel B (siehe die Figur) zieht, wird auch F nach oben geschnellt und damit der neue Reiz sichtbar.\nEs er\u00fcbrigt nun noch zu erw\u00e4hnen, wie bei der Exposition des neuen Reizes ein elektrischer Kontakt erzeugt wird. An der Platte J ist, durch ein Hartgummist\u00fcck K isoliert, eine Klemme befestigt, mit der die Feder L in Verbindung steht. Wenn die Platte F nach unten gezogen ist, so ber\u00fchrt sie die Feder L nicht; wenn sie hingegen nach oben kommt, so tritt in einem bestimmten Moment ein Kontakt ein; u. zw. ist die Feder L so gebogen, dag der Kontakt in dem Momente entsteht, wo das Wort auf der Reizkarte ganz sichtbar wird.\nNr. 200 a. Kartenwechsler nach Paul Menzerath. Die Neukonstruktion dieses Kartenwechslers sucht drei Erw\u00e4gungen gerecht zu werden:\n1. ist die Fl\u00e4che der gew\u00f6hnlichen Reizkarten immerhin beschr\u00e4nkt, komplizierte Reize (ganze S\u00e4ge etwa) lassen sich nur sehr schwer darbieten. Bei dem Menzerathsehen Modell betr\u00e4gt die L\u00e4nge der Reizstreifen etwa 21 cm, so dag selbst hohen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgt sein d\u00fcrfte.\n7*\n99","page":99},{"file":"p0100.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\n2.\terlauben die anderen Konstruktionen nicht, die Reihenfolge des Reizmaterials w\u00e4hrend der Versuche ohne zeitraubende Manipulationen zu variieren, sei es, dag man die gleiche Karte mehrfach darbieten will, sei es, dag man einzelne (stark emotive) Reizworte vollst\u00e4ndig unterdr\u00fccken m\u00f6chte, sei es, dag sich die \u00c4nderung der Reizfolge gelegentlich als notwendig erweisen sollte.\n3.\tendlich ist bei den anderen Modellen die \u201eFernausl\u00f6sung\u201c (durch den Versuchsleiter) resp. die \u201eSelbstausl\u00f6sung\u201c (durch die Versuchsperson) nicht leicht zu bewirken.\nDas Kartenmagazin ist durch eine Kartentrommel ersegt, die normal 33 Reizstreifen tr\u00e4gt. Das Einstellen der gew\u00fcnschten Karte erfolgt durch Drehen an einer \u00e4ugen angebrachten Kurbel, deren Stift in Halbbohrungen einer Messingplatte eingreift und so automatisch die Stellung der Trommel reguliert. Die Nummer des Reizes ist auf einer dreifachen Skala ablesbar. Diese Skala ist dreifach aus folgendem Grunde: der Spalt tr\u00e4gt drei Blenden, die es gestatten, ohne weiteres den einen oder anderen Teil der Reizkarte zu verdecken, so dag man im ganzen 99 Reize auf der Trommel anbringen kann. Durch die Skala und die Spaltblenden ist jede Kombination der Reize zu erm\u00f6glichen.\nFerner besigt der Apparat den Vorzug, sozusagen kein Federwerk zu haben, er ist also f\u00fcr den Gebrauch sehr zuverl\u00e4ssig, stets gebrauchsfertig und dabei \u00f6konomisch. Der Spalt wird durch einen leichten Hebeldruck in seine Lage gebracht. Seine Ausl\u00f6sung erfolgt entweder direkt durch einfachen Druck auf einen Knopf oder aber elektrisch. Zu legterem Zwecke ist die Lamelle eines Elektromagneten federnd gehalten. Die Lamelle tr\u00e4gt am unteren Ende einen Haken, der in die Nase des\n100","page":100},{"file":"p0101.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nSpalthakens eingreift, bei Stromsehlug wird dieser also freigegeben und der Spalt f\u00e4llt herunter. Da die Platte auf Gummid\u00e4mpfer anschl\u00e4gt, arbeitet der Apparat ziemlidi ger\u00e4uschlos.\nZum Auswechseln der Kartenstreifen ist die Trommel herauszuheben. Die (in der Abbildung mit gezeichneten) Messingf\u00fcge sind abschraubbar.\nNr. 200b. Reise-Apparat f\u00fcr psychologische Reaktions-Versuche nach Dr. Paul Menzerath. Der im folgenden beschriebene Apparat dient haupts\u00e4chlich zu Assoziationsversuchen, wenigstens ist seine Ausf\u00fchrung urspr\u00fcnglich daf\u00fcr bestimmt gewesen; er gestattet jedoch, auch andere Reaktionsversuche vorzunehmen.\nUeber die Bedeutung der Assoziationsversuche f\u00fcr die angewandte Psychologie _ und diese soll speziell hier in Betracht kommen \u2014 ist wohl kein Zweifel mehr m\u00f6glich, seitdem die beachtenswerten Resultate der \u201eTatbestandsdiagnostik\u201c wie der\n\u201ePsychoanalyse\u201c bekannt geworden sind. Da es nun nicht immer m\u00f6glich ist, die Versuchsperson in einem eigens dazu eingerichteten Laboratorium zu untersuchen, \u2014 man denke nur an schwer Kranke \u2014 so mugte ein Apparat konstruiert werden, der allen Anforderungen an Pr\u00e4zision gen\u00fcgt, der ferner die Fehler bisheriger Konstruktionen m\u00f6glichst umgeht und dabei leicht zu transportieren ist.\nAls Desiderata bei Assoziationsversuchen kommen vornehmlich zwei in Frage: 1. Die Darbietung des Reizwortes mug optisch sein (optische Methode) soweit dies irgendwie ang\u00e4ngig ist. Die an sich bequemere akustische Methode ist so vielen Fehlern ausgesegt, dag sie nur in Notf\u00e4llen angewandt werden d\u00fcrfte, da ihr die anzustrebende Objektivit\u00e4t durchaus abgeht. Als Notf\u00e4lle sind anzusehen etwa: Versuche mit Blinden, Ungebildeten, Imbezillen, Sdiwerkranken. (Dag diese akustischen Versuche gleichfalls mit Hilfe des hier beschriebenen Apparates auszuf\u00fchren sind, sei nur nebenbei bemerkt.) Hierzu kommt als 2. Forderung: Die mechanische Registrierung- der Reaktionszeit, die unter allen Umst\u00e4nden festzuhalten ist, um jeden suggestiven Einflug zu vermeiden. Diesen beiden Forderungen wird unser neuer Apparat durchaus gerecht: Die optisdie Methode ist erm\u00f6glicht durch einen Kartenwechsler, der w\u00e4hrend des Versuches anzuschrauben und sp\u00e4ter wieder abzunehmen ist. Die Zeitregistrierung geschieht mittels des d\u2019Arsonval\u2019sdien Chrono-skopes (Vioo Sek.) und ferner mittels elektrischer Ausl\u00f6sung. Die als Stromquellen\n101","page":101},{"file":"p0102.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nbenugten zwei Akkumulatoren sind von \u00e4ugen so eingebaut, dag die entstehenden Schwefeld\u00e4mpfe nach \u00e4ugen Abzug haben, ohne die im Innern des Kastens befindlichen Apparate angreifen zu k\u00f6nnen. Die Akkumulatorkammer ist noch eigens mittels eines Paraffinanstrichs isoliert.\nAls Reaktionsvermittler sind zwei Apparate beigegeben: Ein Lippensdil\u00fcssel, der im Deckel des Kastens untergebracht ist und eine \u00e4ugerst exakt arbeitende Neukonstruktion des R\u00f6mersdien Schallschl\u00fcssels (demontabel). Da aber nach Menzerath\u2019s Untersuchungen der R\u00f6mer\u2019sche Apparat einige f\u00fcr die exakte Registrierung unangenehme Fehler zeigt (auf eine Reihe von Lauten spricht er nicht an), wurde ein weiterer Apparat ausgef\u00fchrt, der allen Anforderungen an Pr\u00e4zision gerecht wird und die St\u00f6rungen des Lippenschl\u00fcssels vermeidet; es ist dies ein gleichfalls von Menzerath konstruierter Kinnschl\u00fcssel, der auf Wunsch beigegeben wird.\nDer Kasten als solcher dient zun\u00e4chst als Kartenwechsler; durch vier Eisenstreben wird er auf eine gewisse H\u00f6he gebracht, als R\u00fcckwand dient der R\u00f6mer\u2019sche Schalltrichter und das Innere enth\u00e4lt auger den schon genannten Apparaten die dem d\u2019Arsonval\u2019schen Chronoskop stets beigegebenen beiden Instrumente (Hammer und Reaktionstaster), ferner ein Kartenmagazin, ein Holzk\u00e4stchen f\u00fcr die (biegsamen) elektrischen Verbindungsdr\u00e4hte. Das zum R\u00f6mer\u2019schen Schalltrichter geh\u00f6rige Relais ist vom Apparat getrennt und auf dem Brett des Chronoskops untergebracht.\nSomit bleibt jeder Apparat unabh\u00e4ngig vom Ganzen und damit auch auger-halb dieser speziellen Anordnung verwendbar.\nTrog des komplizierten Aussehens ist der Apparat \u00e4ugerst einfach und leicht zu handhaben, selbst f\u00fcr denjenigen, der in technischen und elektrischen Dingen vollkommen unerfahren ist. Jede der Schaltklemmen ist n\u00e4mlich mit einer Nummer versehen, und nach der dem Apparat beigegebenen Schaltskizze, bezw. Schaltangabe nach einfacher Numerierung, ist jeder in Stand gesegt, die im gegebenen Fall richtige Schaltung ohne weiteres zu bewirken.\nBemerkt sei noch, dag eine Doppelschaltung beim Kartenwechsler vorgesehen ist, sodag er f\u00fcr Arbeits- wie f\u00fcr Ruhestrom (das d\u2019Arsonval\u2019sche Chronoskop arbeitet bekanntlich mit Ruhestrom) verwendbar wird.\nDer Apparat ist verh\u00e4ltnism\u00e4gig klein. Die Dimensionen sind: 25X20X20 cm.\nWir sind gerne bereit, bei schon vorhandenen d\u2019Arsonval\u2019schen Chronoskop dasselbe entsprechend zu montieren.\nNr. 201. Schallschl\u00fcssel nach Catel). (Philosoph. Studien Bd. Ill S. 313). Der Apparat dient dazu, in dem Momente, wo man beginnt, ein Wort in den Schalltrichter zu sprechen, einen Kontakt dauernd zu \u00f6ffnen oder dauernd zu schliegen. Er kann daher als Reizinstrument zu solchen Versuchen verwendet werden, wo der Reiz in einem gesprochenen Worte besteht.\nDurch die Luftwellen des in den Schalltrichter gesprochenen Wortes wird die an dem Rande des legteren ausgespannte Membran in Schwingungen versegt. In ihrer Mitte ist innen ein Platinbl\u00e4ttchen angeklebt, das bei nicht-schwingender Membran einen gegen\u00fcberstehenden Stift eben ber\u00fchrt. Schwingt hingegen die Membran, so wird bei jeder Schwingung der Kontakt einmal ge\u00f6ffnet und einmal geschlossen, und damit auch der Strom, der durch die beiden Klemmen am Rande des Trichters zugef\u00fchrt ist. Dieser Strom geht durch die Spulen des im Folgenden beschriebenen Relais, in welchem durch die erste, momentane Strom\u00f6ffnung ein anderer Strom dauernd geschlossen oder ge\u00f6ffnet wird. Dieser erst ist es, der durch den Hipp geleitet wird.\n102","page":102},{"file":"p0103.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 202. Relais zum Schallschl\u00fcssel nach Catell. (a. a. 0.) An einem galgenartigen Tr\u00e4ger h\u00e4ngt eine Stange, die unten einen Anker tr\u00e4gt, welcher von einem Elektromagnetenpaar angezogen und durch die Feder F (siehe das Schema) von diesem entfernt wird. Durch die Eiektromagnete wird der auch durch den Schallschl\u00fcssel gef\u00fchrte Strom geleitet. Wird dieser nun bei der ersten Schwingung der\nK\nMembran auf einen Moment unterbrochen, so wird der Anker losgelassen und durch die entgegenwirkende, mittels Schraube regulierbare Feder F soweit weggezogen, dag der bei der n\u00e4chsten Schwingung auf kurze Zeit wieder geschlossene Strom nicht mehr imstande ist, ihn anzuziehen. Durch die Ankerbewegung wird ferner bei S, ein Kontakt ge\u00f6ffnet, bei S2 ein solcher geschlossen. Leitet man nun den Chrono-skopstrom bei K ein und bei K, bezw. Ks weg, so wird derselbe in der Tat durch die erste momentane Strom\u00f6ffnung im Schallschl\u00fcssel, also bei Beginn des Sprechens \u2014 abgesehen von einer kleinen konstanten Latenzzeit \u2014 dauernd ge\u00f6ffnet bezw. geschlossen.\nNr. 203. Schallschl\u00fcssel nach Roemer. (Kraepelin, Psychol. Arb. Bd. I, Seite 577). Er unterscheidet sich vom eben besprochenen Apparat dadurch, dag er eine empfindlichere Membran hat1), weshalb er freilich auch eine zartere Behandlung\nij Auf Wunsch wird der Apparat au* mit der Papier- oder Lammsledermembran des Catell\u2019-schen S*alls*l\u00fcssels und umgekehrt dieser le^tere mit der Roemer\u2019s*en Fournie\u2122embran geliefert.\n103","page":103},{"file":"p0104.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nund strenge Vermeidung von Ersch\u00fctterungen verlangt, und dag ferner das Relais in sinniger Weise mit dem Schallschl\u00fcssel zu einem wenig Raum einnehmenden Apparate verbunden ist.\nAuf der in dem Rahmen E ausgespannten Fournier-Membran D ist ein Platinbl\u00e4ttchen befestigt, das der gegen\u00fcberstehende Platinstift eben ber\u00fchrt. Wenn die Membran schwingt, so wird der Kontakt zwischen Bl\u00e4ttdien und Stift bei jeder Schwingung einmal unterbrochen und geschlossen, und desgleichen ein Strom, der zu den Klemmen K4 und K2 geleitet ist, da Kt durch den Tr\u00e4ger F mit dem Platinstift und Ks durch die Wicklung des Elektromagneten und durch den feinen zum Platinbl\u00e4ttchen f\u00fchrenden Draht mit diesem in Verbindung steht. Dieser Strom bewirkt, dag der Anker c, wenn er mittels des Stiftes G durdr Ziehen an der Schnur des Hebels H dem Elektromagnete gen\u00e4hert worden ist, von diesem festgehalten wird. Gleichzeitig ist dann K3 durch den Anker und den Eisenkern mit K4 verbunden, w\u00e4hrend, wenn der Anker herabf\u00e4llt, K, und K6 in Verbindung stehen. Der Versuch wird nun so ausgef\u00fchrt, dag zun\u00e4chst durch Ziehen an der Schnur der Anker gehoben und durch den Elektromagnetstrom festgehalten wird. Spricht man dann gegen die Membran, so f\u00e4llt bei der ersten Schwingung derselben der Anker herab, ohne wieder angezogen werden zu k\u00f6nnen, und schliegt oder \u00f6ffnet dauernd einen Strom, je nachdem man die Klemmen K3 K5 oder Ks K4 ben\u00fcgt. Die Glocke, deren Klingel mit dem Anker verbunden ist, hat den Zweck, bequem merkbar zu machen, ob der Anker wirklich gefallen ist. Vor die Membran wird, um die Luftwellen wirksamer zu machen, ein Schalltrichter gesegt, der durch ein eigenes Stativ gehalten wird.\nNr. 204. Lippenschl\u00fcssel nach M\u00fcller=Pilzecker. Wie der Schallschl\u00fcssel kann auch dieses Instrument zu solchen Reaktionsversuchen verwendet werden, bei weichen der akustische Reiz in einem gesprochenen Worte besteht. Der Versuchsleiter dr\u00fcckt das Mundst\u00fcck mit der Unterlippe oder den unteren Schneidez\u00e4hnen in die\nH\u00f6he und l\u00e4gt es beim Beginn des Sprechens schnell fallen. Wesentlich ist es 1) sehr schnell zu sprechen und damit den Schl\u00fcssel rasch fallen zu lassen, 2) ihn nicht erst fallen zu lassen und nachher zu sprechen \u2014 ein Fehler, der von Unge\u00fcbten sehr h\u00e4ufig begangen wird. Durch \u00dcbung und Konzentration lernt man indeg schnell die richtige Handhabung. Das Instrument hat vor den beiden vorigen den Vorzug der Einfachheit und Billigkeit und funktioniert be richtiger Benugung sehr exakt. Es erfordert auch nicht wie jene einen besonderen Relaisstrom. Durch Loslassen des Mundst\u00fcckes wird der Kontakt zwischen den Klemmen Kt K2 ge\u00f6ffnet und nach einer Latenzzeit von wenigen Sekunden zwischen Kj und K3 ein Kontakt geschlossen.\nNr. 205. Schallhammer. Durch den Schlag des Hammers auf den Ambos wird ein akustischer Reiz gegeben. Der Schlag wird durch elektromagnetische An-\nziehung des um eine horizontale Axe drehbaren Hammerstieles erzeugt. Durch \u00c4nderung der Stromst\u00e4rke kann die St\u00e4rke des Schlages innerhalb gewisser Grenzen variiert werden. Beim Aufschlagen wird zwischen Hammer und Ambos ein Kontakt hergestellt. Durch die Klemmen K und K' wird der Strom zu den Elektromagneten geleitet.\n104","page":104},{"file":"p0105.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 206. Telephon. Wenn man dasselbe in den sekund\u00e4ren Kreis eines In-duktoriums schaltet, so entstehen bei Schlie\u00dfung und namentlich bei \u00d6ffnung des Prim\u00e4rstromes kurze, knallartige Ger\u00e4usche, die sich als akustische Reize f\u00fcr Reaktionsversuche eignen. \u00dcber die Schaltung siehe den Schlu\u00df der Vorbemerkung.\nNr. 205a. Elektrische Schreibfeder nach Kraepelin (Kraepelin, Psychol. Arbeiten, Bd. II S. 400) etwas umge\u00e4ndert nach Rupp. Das Instrument kann zur Applikation von Druckreizen verwendet werden. Es besteht aus einem hohlen Hartgummigriff, in welchem um die Axe A ein Hebel drehbar ist, dessen einer Arm sich in die zur Ber\u00fchrung dienende stumpfe Hartgummispi\u00dfe fortse\u00dft, w\u00e4hrend der andere Arm die Klemme K, bei seiner h\u00f6chsten und tiefsten Lage mit der Klemme K2 bezw. K3 verbindet. Wenn auf die Spi\u00dfe kein Druck wirkt, so wird dieser Hebelarm durch die Feder F in die H\u00f6he gedr\u00fcckt und Kt mit K2 verbunden. \u00dcbt man mit der Feder aber einen Druck aus, so bekommt der Hebel die andere Endlage, es wird der Kontakt Kt K\u201e ge\u00f6ffnet und zwischen K, und K3 der Kontakt hergestellt. Der Druckreiz wird mit freier Hand ausgef\u00fchrt. Bei st\u00e4rkerem Druck und bei einiger Geschicklichkeit von Seiten des Versuchsleiters sind die kleinen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten der Reizung irrelevant.\nDie elektrische Schreibfeder wurde von Kraepelin urspr\u00fcnglich zur Bestimmung der Schwankungen der Arbeitsleistung benu\u00dft und auch zu diesem Zwecke konstruiert. Anstelle der Hartgummispi\u00dfe war eine Bleispi\u00dfe. Die Versuchsperson hatte hintereinander eine gro\u00dfe Anzahl von kurzen Additionen auszuf\u00fchren. Die resultierenden Summen wurden mit der Feder niedergeschrieben und darnach jedesmal ein Strich gezeichnet. Die Feder war mit dem elektr. Markierer eines Kymographions in Verbindung. So oft daher beim Schreiben ein Druck auf die Feder ausge\u00fcbt wurde, zeichnete der Markierer eine Marke. Neben dieser Schreibkurve wurden Vs Sek. markiert, und so konnten durch die Marken der nach jeder Rechnung gezeichneten Striche die einzelnen Additionszeiten und ihre Schwankungen bestimmt werden.\nAuch das vorliegende Instrument l\u00e4\u00dft sich in derselben Weise ben\u00fc\u00dfen. Es ist nur die Hartgummispi\u00dfe durch eine Bleispi\u00dfe zu erse\u00dfen. Mit dem Apparat werden mehrere Spi\u00dfen beiderlei Art geliefert.\nKi\nNr. 206a. Elektr. Taster nach Ewald. (D umreicher, zur Messung der Reaktionzeit, Diss. Stra\u00dfburg 1899, S. 37.) Derselbe dient zur elektrischen Hautreizung. In dem Hartgummiknopf des Tasters endigen zwei Metallstifte. Dr\u00fcckt man den, am besten mit warmem Wasser befeuchteten Zeigefinger auf den Knopf, so ist durch die Haut die Verbindung zwischen den bis dahin isolierten Stiften hergestellt. Wird nun durch diese Leitung ein Induktionsstrom gesendet, so erzeugt derselbe in der Hand einen elektrischen Reiz.\nNB. Zu den Reizinstrumenten geh\u00f6ren auch die Ged\u00e4chtnisapparate 212 bis 216, sofern sie f\u00fcr Trefferversuche eingerichtet sind, die gesonderten Trefferapparate Nr. 217 und 218, sowie der Expositionsapparat Nr. 219. Endlich l\u00e4\u00dft sich auch das Vernier-Chronoskop nach Sanford (Nr. 4) als Reizinstrument verwenden.\n105","page":105},{"file":"p0106.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nb) Reaktionsinstrumente.\nNr. 207. Reaktionstaster. Derselbe wird so benugt, dag die Versuchsperson vor dem Versuch den Zeigefinger oder Zeige- und Mittelfinger auf den Knopf des Tasters niederdriickt und bei der Reaktion die Finger schnell weghebt, wobei ein Kontakt ge\u00f6ffnet wird. Das Instrument ist auch als Stromschl\u00fcssel verwendbar.\nNr. 208. lOfacher Reaktionstaster in zwei getrennten Teilen; jeder Teil enth\u00e4lt 5 Taster f\u00fcr die 5 Finger einer Hand. Die Kn\u00f6pfe entsprechen in ihrer Anordnung der Lage der Fingerspigen einer mittelgrogen Hand.\nNB. Zu den Reaktionsinstrumenten geh\u00f6ren vor allem die Schallschl\u00fcssel Nr. 201, 203 und der Lippenschl\u00fcssel Nr. 204. Sie sind urspr\u00fcnglich als Reaktionsinstrumente f\u00fcr sprachliche Reaktion konstruiert und werden auch meistens als solche verwendet. Ferner ist zu erw\u00e4hnen der elektrische Taster nach Ewald Nr. 206 a, der sich nicht blog zur Hautreizung, sondern als Taster gleichzeitig zur Reaktion verwenden l\u00e4gt. Endlich enth\u00e4lt das Vernier-Chronoskop nach Sanford (Nr. 4) einen, bezw. zwei Taster zur Reaktion.\nNr. 209. Gesamtanordnung f\u00fcr Reaktionsversuche (vgl. Sommer, Lehrb. d. psychopathol. Untersuchungsmethoden, Seite 165). Um Reaktionsversuche mit mehreren Reizen und verschiedenen Reaktionsbewegungen sofort hintereinander anstellen zu k\u00f6nnen, sind die betreffenden Instrumente auf einem Tische so montiert, dag man blog an einem Schaltbrett verschiedene St\u00f6psel einzusegen hat, wenn man dieses oder jenes Instrument eingeschaltet haben will. Auch das Hipp\u2019sehe Chronoskop und sein\n\nSchaltbrett allein.\nKontrollinstrument stehen auf dem Tische. Als Reizinstrumente sind f\u00fcr visuelle Reize der Aeh\u2019sche Kartenwechsler V, f\u00fcr akustische Reize der Schallhammer A und der\n106","page":106},{"file":"p0107.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nLippenschl\u00fcssel L, f\u00fcr taktile Reize die elektrische Sehreibfeder T vorgesehen; als Reaktionsinstrumente der Reaktionstaster R und der Sehallschl\u00fcssel Sch (da der Lippenschl\u00fcssel mehr \u00dcbung erfordert, als bei solchen Versuchen willkommen sein d\u00fcrfte). Jedes dieser Reizinstrumente kann mit jedem Reaktionsinstrumente durch St\u00f6pselung verbunden werden. Nat\u00fcrlich wird auf Wunsch auch eine andere Zusammenstellung von Instrumenten geliefert.\nNB. Eine sehr einfache Gesamtanordnung f\u00fcr Reaktionsversuche bietet auch das Vernier-Chronoskop nach Sanford Nr. 4, wenigstens in den oben erw\u00e4hnten 2 Modellen, indem dieselben zur Reizung, Reaktion und gleichzeitig zur Zeitmessung ohne jegliche Nebenapparate und ohne Stromquelle dienen. Freilich l\u00e4gt sich die Reaktionszeit nur in '/60 Sekunde bestimmen.\nVH. Apparate zur Untersuchung des Ged\u00e4chtnisses.\nDer Zweck der Ged\u00e4chtnisapparate 210 bis 216 ist es, eine Reihe von Silben, Zahlen etc., die einzupr\u00e4gen ist, successiv, mit genau bestimmter Geschwindigkeit und beliebig oft vor dem Auge vorbeiziehen zu lassen. Dieses wird auf verschiedene Weisen bewerkstelligt. Man schreibt die Silben etc. untereinander auf einen Papierstreifen, spannt diesen \u00fcber einen Zylinder (Trommel) von entsprechendem Umfang und dreht denselben. (Siehe Schema I). Oder man spannt den Streifen \u00fcber 2 Zylinder, deren Entfernung je nach der L\u00e4nge des Streifens verschieden grog genommen wird; man spricht in diesem Falle von einer \u201eSchleife\u201c. (Siehe Schema II). Oder die Silben werden, statt auf Streifen, auf Scheiben geschrieben, u. zw. radial an den Rand, und die Scheibe in Rotation versegt. (Siehe Schema III). Damit die Versuchsperson nie mehrere Silben zugleich sehen kann \u2014 die Darbietung soll rein successiv sein \u2014 wird vor dem Streifen bezw. vor der Scheibe ein Schirm mit rechteckiger \u00d6ffnung angebracht, die so grog ist, dag nie mehr als eine Silbe sichtbar ist.\nEine weitere Aufgabe dieser Ged\u00e4chtnisapparate und insbesondere der Apparate 217 und 218 ist die, dag sie Versuche nach der Treffer- und Zeitmethode (vgl. M\u00fcller und Pilzecker, Beitr\u00e4ge zur Lehre vom Ged\u00e4chtnis, Zeitschr. f. Psychol., Erg\u00e4nzungsband 1, S. 3 ff.) erm\u00f6glichen. Dieselben bestehen darin, dag von den gelernten Silben bestimmte vorgezeigt werden, und die Versuchsperson aus dem Ged\u00e4chtnisse jene Silben zu nennen hat, die in der gelernten Reihe auf die ersteren gefolgt\n107","page":107},{"file":"p0108.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.b.m.H. G\u00d6TTINGEN\nsind oder ihnen vorausgegangen waren usw. Dabei ist auch die Zeit vom Vorzeigen jeder Silbe bis zum Nennen der reproduzierten Silbe zu messen. Wie man sieht, handelt es sich um Reaktionsversuche. Zur pl\u00f6tzlichen Exposition der Silben werden jedoch nicht die in Gruppe V angef\u00fchrten Reizinstrumente benutzt, sondern man hat den besonderen Bed\u00fcrfnissen entsprechend eigene Apparate gebaut, die man als Trefferapparate zu bezeichnen pflegt. Die Silben werden in \u00e4hnlicher Weise wie sie eben beschrieben wurde, mittels einer Trommel oder Scheibe, eine nach der anderen vorgef\u00fchrt. Davor steht wieder ein Schirm mit rechteckiger \u00d6ffnung. Die Exposition mug, um eine genaue Zeitmessung zu erm\u00f6glichen, eine pl\u00f6tzliche sein. Es wird entweder die Trommel so schnell gedreht, dag die Silbe pl\u00f6glich hinter der \u00d6ffnung erscheint, oder es wird die \u00d6ffnung durch ein Schirmchen zun\u00e4chst verdeckt und dieses dann pl\u00f6glich weggezogen.\nBei der genaueren technischen Durchf\u00fchrung dieser Ziele ergaben sich eine Reihe von speziellen Forderungen an die Apparate. Je nach der Konstruktion und je nach dem Preise erf\u00fcllen die einen diese, die anderen jene Forderungen, die einen erf\u00fcllen sie in vollkommenem, die andern in weniger vollkommenem Grade. Im Folgenden sind die Forderungen, die man bisher gestellt hat, ziemlich vollz\u00e4hlig angef\u00fchrt. Auch ist kurz darauf hingewiesen, durch welche Mittel dieselben erf\u00fcllt werden, und welche Mittel besser, welche weniger vollkommen zum Ziele f\u00fchren. Eine solche \u00dcbersicht d\u00fcrfte von Vorteil sein, damit man bei der Wahl des Apparates nicht Gefahr l\u00e4uft, den einen oder anderen Punkt, der von Wichtigkeit gewesen w\u00e4re, zu \u00fcbersehen.\na)\tEine Hauptforderung ist es, dag der Apparat die Silben mit hinreichend gleichm\u00e4giger Geschwindigkeit vorbeif\u00fchre, da bekanntlich bei verschiedenem Tempo der Vorf\u00fchrung verschieden schnell gelernt wird, und da die Versuchsperson selbst kleine Schwankungen h\u00e4ufig merkt und als St\u00f6rung empfindet. Die Apparate 210, 211, 214, 215 und 216 sind daher mit einem durch Windfl\u00fcgel regulierten Gewiehts-bezw. Federmotor versehen. Dagegen h\u00e4ngen die Apparate 212 und 213 in dieser Hinsicht von der G\u00fcte und von der richtigen Behandlung des Kontaktmetronoms ab. Es ist bei demselben darauf zu achten, ob erstens die geraden und ungeraden Schl\u00e4ge und momentanen Stromsdil\u00fcsse in gleichen Zwischenpausen erfolgen (vgl. das hier\u00fcber in Nr. 11 Gesagte), und ob zweitens das Metronom nach l\u00e4ngerer Zeit nicht langsamer geht als am Anf\u00e4nge.\nb)\tDie Geschwindigkeit mug variierbar sein, wenigstens innerhalb gewisser Grenzen. Denn erstens wird man das Tempo bis zu einem gewissen Grade der Individualit\u00e4t der Versuchsperson anpassen. Vor allem aber wird es variiert, um den Einflug dieses Faktors auf Lernen und Behalten zu pr\u00fcfen. S\u00e4mtliche Apparate sind so eingerichtet, dag die Expositionsdauer der einzelnen Silben mindestens zwischen \u2018/2 und 3 Sekunden beliebig gew\u00e4hlt werden kann. Diese Grenzen werden wohl aus-reichen. \u00dcbrigens ist bei einigen Apparaten die Geschwindigkeit \u00fcber diese Grenzen hinaus variierbar.\nc)\tDer Apparat darf nicht zu schnell ablaufen. Die Apparate, die im Folgenden angef\u00fchrt sind, laufen s\u00e4mtlich mindestens so lange, dag eine 12silbige Reihe 40 mal vorbeiziehen kann. Sollte es n\u00f6tig sein, das Uhrwerk dann noch einmal aufzuziehen, so wird die dadurch entstehende kleine Pause kaum als St\u00f6rung angesehen werden k\u00f6nnen.\nd)\tDie Apparate 210, 211, 212, 215 und 216 sind mit Tourenz\u00e4hlern versehen, welche die Anzahl der ganzen Rotationen (Wiederholungen) oder die Gesamt-\nSdierna 111","page":108},{"file":"p0109.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nzahl der von einem bestimmten Momente an vorbeigezogenen Felder angeben. Der Versuchsleiter ist dadurch der unbequemen Arbeit des Z\u00e4hlens enthoben; er liest einfach am Schl\u00fcsse, wenn die Versuchsperson die Reihe erlernt hat, die Zahl der hierzu gebrauchten Wiederholungen am Tourenz\u00e4hler ab. Solche Z\u00e4hlvorrichtungen werden auf Wunsch auch an den Apparaten angebracht.\ne)\tEine wohl unentbehrliche Forderung f\u00fcr einen Ged\u00e4chtnisapparat ist es, dag er f\u00fcr verschieden lange Reihen verwendbar sei. Die 12silbigen Reihen d\u00fcrften zwar am h\u00e4ufigsten angewendet werden, namentlich da solche Reihen je\u00dft gedruckt zu kaufen sind (vgl. Nr. 222). Allein bisweilen wird man aus verschiedenen Gr\u00fcnden zu 8-, 10- oder auch zu 16-, 20-, 24-silbigen Reihen greifen. Selten wird man bei Ged\u00e4chtnisversuchen nodi l\u00e4ngere Reihen ben\u00f6tigen. Wohl aber braucht man solche bei Reaktions- und tachistoskopischen Versuchen, wenn man eine l\u00e4ngere Reihe von Reizw\u00f6rtern hintereinander geben will. Hierzu lassen sich n\u00e4mlich die Ged\u00e4chtnisapparate ebenfalls verwenden, wie wir weiter unten sehen werden. \u2014 F\u00fcr verschieden lange Reihen werden entweder Trommeln von verschieden gro\u00dfem Umfange ben\u00fc\u00dft, oder es wird die Schleife weiter oder k\u00fcrzer genommen. Auf den ersten Blick erscheint die Schleife zweifellos als das Einfachere, da man f\u00fcr alle verschiedenen L\u00e4ngen nur 2 Trommeln ben\u00f6tigt. Allein sie bringt unter Umst\u00e4nden Schwierigkeiten mit sich. Zun\u00e4chst mu\u00df sie sehr sorgf\u00e4ltig geklebt werden, so da\u00df sie \u00fcberall gleich weit ist, sonst w\u00fcrde sie sich l\u00e4ngs der Trommel verschieben und leicht rei\u00dfen (vgl. auch Nr. 23, S. 17). Aus dem gleichen Grunde m\u00fcssen die 2 Walzen, \u00fcber welche die Schleife gespannt ist, genau parallel sein. Vor allem aber mu\u00df die Einrichtung so getroffen sein, da\u00df die Schleife von der Trommel genau mitgenommen wird; denn w\u00fcrde sie einmal Zur\u00fcckbleiben, so w\u00fcrden die Silben nicht mehr in der Mitte des Gesichtsfeldes erscheinen. \u2014 Wenn nun die Geschwindigkeit eine gleichm\u00e4\u00dfige ist, wie bei den Apparaten 210, 211 und 216, so hat dies keine Schwierigkeit. \u2014 Anders aber ist es bei Ruckbewegung (vgl. Punkt g). Hier m\u00fcssen eigene Mittel angewendet werden, um ein Zur\u00fcckbleiben zu verhindern. Man wird zun\u00e4chst daran denken, die Schleife st\u00e4rker zu spannen. Allein erstens wird dadurch leicht dem Motor zuviel zugemutet; zweitens und haupts\u00e4chlich w\u00e4re es dann erforderlich, bei jeder neuen Schleife, die man aufzieht, sich zu \u00fcberzeugen, ob die Spannung genau dieselbe geblieben ist, da sonst die Geschwindigkeit der Rotation sich \u00e4ndern w\u00fcrde. Dieser Schwierigkeit entgeht man, wenn man die Schleife frei h\u00e4ngen l\u00e4\u00dft und sie durch das Gewicht der unteren Walze spannt. So bleibt die Spannung dieselbe, auch wenn die eine Schleife ein Minimum l\u00e4nger sein sollte. Doch bleibt es fraglich, ob der Streifen dabei genau mitgenommen wird. Man hat vielmehr andere Wege eingeschlagen, um dies zu erreichen. Beim Apparat 213 dr\u00fcckt ein Doppelr\u00f6llchen das Papier an die Trommel an; der Druck wird durch eine Feder ausge\u00fcbt; er ist variierbar, bleibt aber, solange man an der Einstellung nichts \u00e4ndert, konstant. Beim Apparat 214 ist die Trommel 6-kantig und die Schleife zwischen je 2 Silben geknickt. Die Kanten legen sich in die Knicke hinein und nehmen so den Streifen mit. Endlich ist bei dem in Anm. 2 zu 213 erw\u00e4hnten Apparat die Trommel mit Stiften versehen, die in entsprechende L\u00f6cher der Streifen eingreifen und so diesen notwendig mitziehen. Diese 2 le\u00dfteren Mittel bringen freilich den Nachteil mit sich, da\u00df man sich der M\u00fche unterziehen mu\u00df, die Streifen zu knicken bezw. zu durchlochen.\nf)\tDa h\u00e4ufig mehrere Silbenreihen unmittelbar hintereinander gelernt werden sollen, so mu\u00df das Auswechseln derselben schnell vonstatten gehen. In dieser Hinsicht ist zun\u00e4chst zu bemerken, da\u00df die Trommeln so lang, und daher die Streifen so breit sind, da\u00df mindestens 2 einsilbige Reihen nebeneinander aufgeschrieben werden k\u00f6nnen. Will man also zu einer neuen Reihe \u00fcbergehen, so braucht blo\u00df der Schirm mit der rechteckigen \u00d6ffnung, durch welchen man auf die Silben blickt, nach rechts oder links verschoben zu werden, je nachdem n\u00e4mlich die neu zu lernende Reihe rechts oder links von der fr\u00fcheren auf dem Streifen aufgeschrieben ist. Indessen ben\u00f6tigt man diesen Pla\u00df auf dem Streifen h\u00e4ufig f\u00fcr Trefferversuche (vgl. Punkt i) ;\nIO1?","page":109},{"file":"p0110.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nferner wird man bisweilen auch mehr z. B. 6 Reihen unmittelbar hintereinander lernen lassen wollen. Es mu\u00df daher unter allen Umst\u00e4nden auch daf\u00fcr gesorgt sein, da\u00df sich die Streifen schnell auswechseln lassen. Am besten ist in dieser Hinsicht der Lipmann\u2019sdie Apparat (214) eingerichtet; bei ihm sind 2 Schleifen nebeneinander angeordnet; w\u00e4hrend die eine ben\u00fcgt wird, kann auf der andern ein neuer Streifen aufgespannt werden. Aber auch bei den andern Apparaten erfordert das Auswechseln bei einiger Geschicklichkeit nicht mehr Zeit als etwa l/4 bis 1 Minute. Soviel Zeit wird man der Versuchsperson schon wegen der starken Perseveration und wegen der r\u00fcckwirkenden Hemmungen g\u00f6nnen m\u00fcssen, so dag von einer St\u00f6rung durch die Vorbereitungen zur neuen Reihe nicht die Rede sein kann.\ng)\tDie Forderung, die wohl das meiste Nachdenken verursacht hat, ist die der Ruckbewegung. Die Silben sollen nicht mit gleichm\u00e4\u00dfiger Geschwindigkeit vorbeiziehen, sondern jede Silbe soll pl\u00f6glich ins Feld springen, daselbst einige Momente ruhig stehen bleiben und dann ebenso schnell der n\u00e4chsten Silbe Plag machen. Das andauernde gleichf\u00f6rmige Vorbeiziehen ruft n\u00e4mlich manchmal Bewegungsnachbilder und Sehwindeierscheinungen hervor, \u00e4hnlich wie man sie beobachtet, wenn man von einer Br\u00fccke aus l\u00e4nger auf das flie\u00dfende Wasser hinabsieht. Verdienen somit die Apparate mit Ruckbewegung, ceteris paribus, zweifellos den Vorzug, so ist andererseits die Forderung doch nicht eine unumg\u00e4nglich notwendige. Man vergesse nicht, da\u00df viele und gerade grundlegende Versuche mit Apparaten ohne Ruckbewegung ausgef\u00fchrt worden sind. \u2014 Um nun diese Ruckbewegung zu erzielen, sind eine Reihe verschiedener Prinzipien angewendet worden. Sie sind in den Beschreibungen genau angef\u00fchrt und gegeneinander abgewogen.\nMit der Erzeugung der Ruckbewegung war es jedoch nicht abgetan. Es ergaben sich vielmehr durch sie neue Forderungen. Die Silbe sollte nach dem Ruck m\u00f6glichst pl\u00f6glich zum Stehen kommen; es lag aber die Gefahr nahe, da\u00df die Trommel infolge ihres Schwunges \u00fcber die Endlage hinausschnellt. Andererseits, wenn sie pl\u00f6glich aufgehalten wurde, gab es leicht ein Zittern, ehe sie ganz ruhig stand. Beides mu\u00dfte nach M\u00f6glichkeit vermieden werden. Endlich entstand durch das pl\u00f6g-liche Ingangsegen und Aufhalten ein nicht unbedeutendes Ger\u00e4usch. Somit erhob sich die neue und schwierige Aufgabe, dieses zu beseitigen oder wenigstens zu schw\u00e4dien. Der einfachste Weg hierzu ist es, die bewegte Masse m\u00f6glichst klein und leicht zu machen; damit allein kommt man aber nicht immer aus, es m\u00fcssen noch D\u00e4mpfungsvorrichtungen usw. hinzutreten. Das N\u00e4here hier\u00fcber mag aus den Beschreibungen ersehen werden. Was die Forderung der Ger\u00e4uschlosigkeit selbst betrifft, so mu\u00df betont werden, da\u00df keineswegs alle Fachm\u00e4nner von der Wichtigkeit derselben \u00fcberzeugt sind. In der Tat, es ist eine gewisse Markierung schon durch die optische Bewegung der Silbe gegeben. Was sollte es schaden, wenn hierzu die weitere (akustisdie) Markierung durch die Ger\u00e4usche kommt? Es m\u00fc\u00dfte denn sein, da\u00df man die Wirkung der Markierungen verschiedener Sinne auf die Aufmerksamkeit pr\u00fcfen wollte. Auf den Sinnestypus beim Lernen und Behalten wird diese Markierung kaum einen Einflug haben. Wohl aber kann in einer anderen Hinsicht das Ger\u00e4usch tats\u00e4chlich als St\u00f6rung empfunden werden, in dem Falle n\u00e4mlich, wenn das Aussprechen der Silben mit dem Ert\u00f6nen der Ruckger\u00e4usche nicht zeitlich zusammenf\u00e4llt. Die Versuchspersonen stellen sich daher h\u00e4ufig von selbst so ein, da\u00df sie die Silbe erst aussprechen, wenn das Ger\u00e4usch des n\u00e4chsten Ruckes kommt. Hierdurch aber ist eine gewisse Einseitigkeit, freilich auch eine gewisse Konformit\u00e4t der Versuche gegeben.\nh)\tVon gro\u00dfem praktischem Wert ist es, sich \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe des Gesichtsfeldes zu einigen. Das Anfertigen der Reihen kostet sehr viel M\u00fche, und man wird daher froh sein, wenn man die einmal angefertigten Reihen auch f\u00fcr andere Apparate verwenden kann; ebenso ist der Druck von Silbenreihen sehr kostspielig und es w\u00e4re sicher nicht rentabel, f\u00fcr jeden Apparat neue Reihen drucken zu lassen. Daher werden wenigstens die neueren Modelle meistens nur f\u00fcr folgende 3 Feldgr\u00f6\u00dfen gebaut (sofern nicht ausdr\u00fccklich anderes gew\u00fcnscht wird): 30X13, 45X20, 70X30 mm.\n110","page":110},{"file":"p0111.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTIN GEN\nDie erste Gr\u00f6\u00dfe ist die der gedruckten Reihen Nr. 222, die le\u00dfte ist die urspr\u00fcnglich von M\u00fcller und Schumann gew\u00e4hlte. \u2014 Manchmal will man l\u00e4ngere W\u00f6rter, Paare von Silben oder W\u00f6rtern usw. darbieten. In diesem Falle w\u00e4ren die genannten Feld-gro\u00dfen, wenigstens die beiden ersten zu klein. Indessen sind die meisten Apparate so eingerichtet, da\u00df 2 Reihen nebeneinander Pla\u00df haben, und da\u00df nur durch den Schirm die eine Reihe verdeckt wird. Man braucht somit nur die \u00d6ffnung im Schirm entsprechend zu w\u00e4hlen, um ein doppelt so breites Feld zu haben.\ni) Auch hinsichtlich der Trefferapparate kann man verschiedene Forderungen stellen. Unbedingt ist zu fordern, da\u00df die Silben in derselben Gr\u00f6\u00dfe, Schrift usw. kurz in m\u00f6glichst derselben Weise dargeboten werden wie beim Lernen selbst. Ferner sind schon oben 2 Arten der Exposition erw\u00e4hnt worden: entweder springt die Silbe selbst ins Gesichtsfeld, oder es wird ein Schirm vor ihr weggezogen. Das erstere l\u00e4\u00dft sich sehr einfach bei den Ged\u00e4chtnisapparaten mit Ruckbewegung durchf\u00fchren. Die pl\u00f6\u00dfliche Bewegung ist mit dem Ruck schon gegeben; man mu\u00df nur den Apparat nach dem Ruck anhalten k\u00f6nnen und daf\u00fcr sorgen, da\u00df durch die Ruckbewegung gleichzeitig ein Kontakt z. B. geschlossen wird. In dieser Weise sind in der Tat die Apparate 212, 213, 214 und 216 eingerichtet. Allein wenn diese Exposition auch in den meisten F\u00e4llen ausreicht, so hat sie doch M\u00e4ngel: der eine Mangel ist, da\u00df sich die Silbe selbst bewegt und ihre Bewegung \u2014 und eventuell ein Zittern beim Anhalten \u2014 gesehen wird; der zweite, da\u00df die Bewegung eine relativ langsame ist. Befriedigender ist es, wenn man einen Schirm vor der \u00d6ffnung wegbewegt. So sind die Trefferapparate 217 und 218 eingerichtet. Sie sind vom Ged\u00e4chtnisapparat getrennt und haben eine eigene Trommel, auf welche der Streifen mit den Reizsilben aufgespannt wird. Es ist aber vorteilhaft, wenn Lern- und Trefferapparat vereinigt sind, so wie es bei den eben fr\u00fcher erw\u00e4hnten Apparaten der Fall ist. Eine solche Vereinigung des Lernapparates mit der vollkommeneren Treffereinrichtung ist bei dem Apparat 215 durchgef\u00fchrt. Endlich mu\u00df der Trefferapparat so gebaut sein, da\u00df die Versuche sich unmittelbar an das Lernen der Reihe anschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Wo Treffer- und Lernapparat getrennt sind, ist dies ohne weiteres m\u00f6glich. Bei den \u00fcbrigen Apparaten gilt analoges wie es unter Punkt f) \u00fcber den raschen Wechsel der Lernreihen gesagt wurde.\nAnm : Als Reaktionsinstrumente hat man bei den Trefferversuchen die S(hallschl\u00fcssel Nr. 201 und 203 und vor allem den Lippenschl\u00fcssel Nr. 204 verwendet. Zur Zeitmessung wird gew\u00f6hnlich das Hipp\u2019sdbe Chronoskop benugt. Dasselbe ist jedoch hierf\u00fcr nicht gerade sehr geeignet: es l\u00e4uft zu schnell ab, so dag man gezwungen ist, das Gewicht sehr oft aufzuziehen; und nicht selten passiert es, dag es unerwarteter Weise abl\u00e4uft, noch ehe die Versuchsperson reagiert hat, so dag die Messung vereitelt wird. Der Grund, weshalb es dennoch immer gew\u00e4hlt wird, ist einfach der, dag die Laboratorien gew\u00f6hnlich nur mit diesem Instrument, u. zw. mit dem mod\u00e8le courant desselben, versehen sind. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dag sich auch das Vernier-Chronoskop (Nr. 4) recht gut eignen w\u00fcrde, namentlich in den in der Anm. auf S. 9 vorgeschlagenen erweiterten Formen; freilich ist hierbei das Ausz\u00e4hlen der Schwingungen etwas umst\u00e4ndlich und zeitraubend.\nk)\tUnter Umst\u00e4nden ist die Forderung von Wert, da\u00df die ganze Anordnung m\u00f6glichst wenig Hilfsapparate und Hilfseinrichtungen beanspruche, da\u00df sie wenig Raum einnehme, ja da\u00df sie bequem transportierbar sei. In diesem Falle wird man den Apparaten den Vorzug geben, die keine Elektrizit\u00e4t, kein Metronom brauchen, und die den Trefferapparat in sich haben. Zur Zeitmessung wird man nicht den Hipp, sondern das Vernier-Chronoskop Nr. 4 w\u00e4hlen. \u2014 Ferner ist zu \u00fcberlegen, ob es angeht, da\u00df der Apparat an einen Tisch geschraubt wird und ob ein Loch f\u00fcr das Gewicht in den Tisch gebohrt werden kann, wie es einige Apparate fordern. Man wird dann vielleicht den Gewichtsmotor durch den obendrein leichteren Federmotor erse\u00dfen lassen usw.\nl)\tF\u00fcr Massenversuche und Demonstrationen in Auditorien und Schulen ist bis je\u00dft kein Apparat gebaut. Es lie\u00dfen sich aber verschiedene Modelle zu diesem Zwecke vergr\u00f6\u00dfern. Einige kleine Modelle werden sich auch im Projektionsapparat verwenden lassen.\n111","page":111},{"file":"p0112.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nm) Zum Schl\u00fcsse sei darauf hingewiesen, dag einige Apparate dadurch wertvoller werden, dag sie auch zu anderen Zwecken verwendbar sind. So ist schon unter i) beschrieben, wie sich die Ged\u00e4chtnisapparate f\u00fcr Treff er versuche und damit auch f\u00fcr Reaktionsversuche \u00fcberhaupt verwenden lassen. Und in \u00e4hnlicher Weise k\u00f6nnen namentlich die Apparate mit Ruckbewegung zu taehistoskopischen Versuchen gebraucht werden. Man l\u00e4gt den Apparat z. B. 3 Rucke machen; beim 1. Ruck erscheine ein leeres Feld, beim 2. das Reizwort, beim 3. wieder ein leeres Feld. Dann war das Wort eine bestimmte kurze Zeit, also tachistoskopisch, exponiert. Die Expositionszeit kann innerhalb gewisser Grenzen variiert werden, indem man die Rucke schneller oder langsamer aufeinander folgen l\u00e4gt. Freilich wird auch die k\u00fcrzeste dabei erreichbare Expositionszeit in vielen F\u00e4llen noch zu lang sein. Manchmal aber wird sich doch diese Anordnung verwenden lassen, z. B. um die minimale Zeit zu bestimmen, die zur Apperzeption gewisser Reize n\u00f6tig ist, oder um die relative Zahl von richtigen und falschen Apperzeptionen bei bestimmter Expositionszeit festzustellen. - Eine Variante dieser taehistoskopischen Versuche ist es, wenn man dem Beobachter nach der Exposition nicht l\u00e4ngere Zeit zum Nachdenken gibt, sondern ihn zwingt, schnell zu reagieren, indem man den Apparat weiter rotieren und immer neue Reize geben l\u00e4gt. Auch zu solchen Versuchen eignen sich die Ged\u00e4chtnisapparate, sowohl die mit kontinuierlicher wie die mit Ruckbewegung. \u2014 Endlich lassen sich die Apparate auch in der Weise zu taehistoskopischen Versuchen verwenden, dag man vor der ruhig stehenden Silbe ein Tachistoskop aufstellt, welches die Silbe pl\u00f6glich aufdeckt und nach bestimmter Zeit wieder ebenso pl\u00f6glich verdeckt; \u00e4hnlich wie man zu Treffer- und Reaktionsversuchen vor die ruhende Silbe einen Fallschirm stellen kann. Der Ged\u00e4chtnisapparat dient dann nur zum bequemen Auswechseln der Reize. \u2014 In allen diesen F\u00e4llen bietet der Ged\u00e4chtnisapparat nur dann wesentliche Vorteile, wenn er die Anwendung l\u00e4ngerer z. B. 40- oder 60 silbiger Reihen erlaubt.\nAuger zu diesen 3, \u00fcber Ged\u00e4ehtnisversuche hinausgehenden Anwendungsweisen lassen sich die Apparate 210 und 211, namentlich der erstere, als Kymographien ben\u00fcgen; ihre Konstruktion ist auch aus der der Kymographien hervorgegangen. Endlich ist beim Apparat 215 der konstante Gang dazu ausgen\u00fcgt, in bestimmten Intervallen Kontakte zu schliegen; der Apparat dient also gleichzeitig als Kontaktmetronom. Ja, da mehrere in verschiedenem Tempo gehende Kontaktreihen gleichzeitig nebeneinander benugt werden k\u00f6nnen, so leistet das Instrument \u00e4hnliches, wie das Chronoskop nach Kagenaar (Nr. 42).\nNr. 210. Ged\u00e4chtnisapparat nach M\u00fcller=Schumann. (Zeitschrift f\u00fcr Psych., Bd. 6, S. 97). Dies ist der erste in der Literatur erw\u00e4hnte Ged\u00e4chtnisapparat. Er ist nicht f\u00fcr Ruckbewegung eingerichtet. Die Konstruktion ist der der Kymographien naehgebildet. Ein Gewicht treibt ein durch Windfl\u00fcgel reguliertes Uhrwerk; von diesem wird die Bewegung mittels Friktionsscheiben\u00fcbersegung auf eine Trommel \u00fcbertragen, auf die der Papierstreifen mit der Silbenreihe aufgespannt ist. Das Ge-\nwicht h\u00e4ngt an einer Schnur, die von der Welle aus durch ein in den Tisch zu bohrendes Loch nach unten geht. Der Schirm vor der Trommel, welcher bewirkt,\nm","page":112},{"file":"p0113.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\ndag jedesmal nur eine Silbe sichtbar ist, ist in der Figur weggelassen. Die Geschwindigkeit ist dank der Regulierung sehr konstant und kann durch Auflegen von Gewichten durch Verstellen der Windfl\u00fcgel und durch \u00c4ndern der Friktionsscheiben\u00fcber-segung innerhalb sehr weiter Grenzen variiert werden. Infolgedessen ist der Apparat nicht auf Ged\u00e4chnisversuche beschr\u00e4nkt, sondern kann zu allen Zwecken gebraucht werden, zu denen ein Kymographion dient. Ein Tourenz\u00e4hler gestattet, die Anzahl der Rotationen und somit die Anzahl der Wiederholungen der Silbenreihe abzulesen. F\u00fcr verschieden lange Reihen sind Trommeln von verschiedenem Umfang einzusegen; das Auswechseln derselben geht augerordentlich einfach und schnell. Dem Apparat wird je eine Trommel f\u00fcr 8, 10, 12, 16 und 20-silbige Reihen beigegeben. Dabei ist als Feldgr\u00f6ge 70X30 mm angenommen. Die Trommeln sind so lang, dag 3 Reihen nebeneinander Plag haben. Will man wesentlich l\u00e4ngere als 20-silbige Reihen anwenden, so mug man entweder die Silben kleiner schreiben und dementsprechend den Spalt kleiner machen, oder man mug eine Schleife verwenden. (Hierzu eignet sich die Seite 17 beschriebene Vorrichtung Nr. 23. Man ber\u00fccksichtige die unter Punkt e) der Vorbemerkung erw\u00e4hnten Vorsichtsmagre geln.) In beiden F\u00e4llen l\u00e4gt sich der Apparat auch zu der zweiten und dritten Art der unter Punkt m) der Vorbemerkung erw\u00e4hnten tachistoskopischen Versuche verwenden.\nEin Vorzug des Apparates ist seine Einfachheit. Er braucht keine Elektrizit\u00e4t und keine Hilfsapparate. Auf Wunsch wird er in kleineren Dimensionen (Feldgr\u00f6ge 30X13 f\u00fcr die gedruckten Reihen, Trommell\u00e4nge 60 mm) und mit Gewichtsuhrwerk gebaut und mit derselben Treffereinrichtung wie Apparat 215 versehen. In dieser Form ist er bequem transportierbar.\nNr. 211. Derselbe, vereinfacht nach Mc. Dougall. Hier ist die Friktionsscheibe weggelassen, da die Variation der Geschwindigkeit, wie sie f\u00fcr Ged\u00e4chtnisversuche in Betracht kommt, sich leicht durch Auflegen von Gewichten und durch Verstellen der Windfl\u00fcgel erreichen l\u00e4gt. Trommell\u00e4nge 25 cm. Durchmesser 20 cm.\nAuch dieser Apparat wird auf Wunsch mit Federmotor und in kleinen Dimensionen (Feldgr\u00f6ge 30X13 f\u00fcr die gedruckten Reihen, Trommell\u00e4nge 60 mm) gebaut und mit Treffereinrichtung wie Apparat Nr. 215 versehen.\nNr. 212. Mnemometer nach Ranschburg. (Monatsschrift f\u00fcr Psychol, und Neurol., Bd. 10, S. 321.) Bei diesem Apparat wurde das erste Mal der Versuch gemacht, die Silben nicht mit gleichf\u00f6rmiger Gesdiwindigkeit, sondern ruckweise an dem Auge vorbeiziehen zu lassen. Das mechanische Prinzip, durch welches dies erreicht wurde, ist folgendes. Die Axe, die ruckweise rotieren soll, tr\u00e4gt ein Zahnrad, in dessen Z\u00e4hne eine Sperrklinke eingreift, die jedesmal, wenn sie niedergedr\u00fcckt wird, das Rad um einen Zahn weiterbewegt. Das Niederdr\u00fccken der Klinke wird aber nicht mechanisch, sondern elektromagnetisch bewirkt. Der Apparat wird in einen\n8\n113","page":113},{"file":"p0114.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nStromkreis geschaltet, der ein Kontaktmetronom (vgl. Nr. 11) enth\u00e4lt; so oft in diesem auf einen Moment der Kontakt hergestellt wird, erfolgt ein Ruck. Der Zeitpunkt der Strom\u00f6ffnung ist f\u00fcr die Bewegung ohne Einflug. (Sollte dennoch bei der \u00d6ffnung eine kleine Ruckbewegung entstehen, so hat man nur die Schraube, welche an der Einschnappfeder des oberen Zahnrades angebracht ist, entsprechend einzustellen.)\nDie nebenstehenden Figuren geben ein Bild des Apparates. Der Mechanismus ist zum Sehuge in ein K\u00e4stchen (20X20 cm) eingeschlossen, dessen Deckel aufklappbar ist. Die erste Figur zeigt das K\u00e4stchen allein, mit aufgeklapptem Deckel. In der Mitte desselben erhebt sich die kurze Axe ; sie tr\u00e4gt eine Metallscheibe, auf welcher mittels der Schraubenmutter M die Kartonscheibe befestigt wird, an deren Rand radial die Reizworte geschrieben sind (vgl. die Vorbemerkung Schema III). Diese Scheibe rotiert ruckweise mit der Axe, und es r\u00fcckt dadurch eine Silbe nach der anderen unter den viereckigen Spalt D des Deckels (siehe die untere Figur). Unter der Metallscheibe sieht man das Zahnrad Z. E sind die Elektromagnete. Bei I sind an der unteren Seite des K\u00e4stchens 2 Klemmen angebracht, die zur Einschaltung der Elektromagnete dienen. N ist ein einfacher Tourenz\u00e4hler, dessen Z\u00e4hlwerk bei jeder vollen Umdrehung der Axe (60 Rucke) um eine Nummer weiter bewegt wird. Die Nummer ist von \u00e4ugen durch das Fenster auf der linken Seite des K\u00e4stchens abzulesen.\nDie Geschwindigkeit, mit der die Rucke erfolgen, wird durch das Metronom bestimmt. Man achte auf die Konstanz desselben, ob und wann es beginnt, langsamer zu laufen. Das kleinste Intervall zwischen je 2 Rucken, das sich mittels des Metronoms erreichen l\u00e4gt, betr\u00e4gt \u2018/s Sek., das gr\u00f6gte 3 Sek. F\u00fcr Intervalle von 1 l/j bis 3 Sek. wird nur der eine der beiden Kontakte eingeschaltet, also bei jeder ganzen Schwingung einmal der Strom geschlossen. Namentlich im anderen Falle, bei Be-nugung beider Kontakte, mug das Instrument sorgf\u00e4ltig eingestellt werden ; man vergleiche hier\u00fcber Nr. 11 S. 12 und Punkt a) der Vorbemerkung. Da die Metronomschl\u00e4ge leicht st\u00f6ren, namentlich wenn sie mit den Ruckger\u00e4uschen des Mnemometers nicht zusammenfallen, so ist es ratsam, das Metronom in ein Nebenzimmer zu stellen oder wenigstens die Schl\u00e4ge zu d\u00e4mpfen, indem man das Instrument auf eine dicke Filzplatte stellt und eine Glocke dar\u00fcberst\u00fclpt. Statt des Metronoms k\u00f6nnen auch andere zeitmarkierende Apparate (Zeitsinnapparat, Universalpendel usw.) verwendet werden.\nDie zweite Figur zeigt den oben beschriebenen Reizapparat in Verbindung mit dem Metronom und einem Taster; aus ihr ist gleichzeitig die Schaltung zu ersehen.\n114","page":114},{"file":"p0115.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nAuf dem Grundbrettchen des Tasters ist rechts ein einfacher Schalter angebracht, durch den der eine, in der Figur der linke, Kontakt des Metronoms ein- oder ausgeschaltet werden kann, damit man nach Belieben die einfachen oder die Doppelschwingungen des Pendels ben\u00fcgen kann.\nDas Zahnrad an der Axe hat 60 Z\u00e4hne und kann nicht ausgewechselt und beliebig durch ein anderes mit einer geringeren Anzahl von Z\u00e4hnen ersegt werden. Die Reizscheibe macht daher stets 60 Rucke bei einer vollen Umdrehung. Will man somit eine Reihe von z. B. 12 Silben wiederholt darbieten, so mug man sie 5 mal (oder, wenn man jedesmal 3 Zwischenfelder frei l\u00e4gt, 4 mal) hintereinander aufschreiben, Auch lassen sich nicht die gedruckten Silbenreihen nach M\u00fcller-Schumann (Nr. 222) verwenden, da diese auf gerade Streifen und nicht radial auf Scheiben gedruckt sind.\nHingegen eignet sich der Apparat sehr gut f\u00fcr Reaktionsversuche, bei welchen eine gr\u00f6gere Anzahl von Re;zen gegeben werden soll. Der pl\u00f6gliche Ruck wird be-nugt, um den Reiz schnell darzubieten (vgl. Punkt i) der Vorbemerkung). Damit jedesmal nur ein Ruck erfolge, der Reiz also dauernd exponiert werde, \u00f6ffnet man nach dem Ruck sofort mittels des Tasters den Strom. Handelt es sich um sehr rohe Zeitmessung, so kann man die Schl\u00e4ge des Metronoms bis zur Reaktion z\u00e4hlen. F\u00fcr feinere Messungen ist ein elektromagnetisches Chronoskop z. B. das Hipp (Nr. 1) zu ben\u00fcgen (vgl. die Anm. zu Punkt i) der Vorbemerkung.) Das Metronom wird dabei ausgeschaltet oder ein Kontakt in demselben dauernd geschlossen. Der Ruck wird jedesmal durch kurzes Niederdr\u00fccken des Tasters erzeugt. Im Moment, wo der Reiz erscheint, wird durch die Ruckbewegung selbst bei C (siehe die obere Figur) ein Kontakt geschlossen. Bei II sind an der unteren Seite des Reizapparates 2 Klemmen angebracht, die zu diesem Kontakt f\u00fchren. Diese 2 Klemmen, das Hipp und das Reaktionsinstrument, werden in einen zweiten, von dem oben erw\u00e4hnten ganz unabh\u00e4ngigen, mit einer eigenen Stromquelle versehenen Stromkreis geschaltet.\nDas Mnemometer l\u00e4gt sich auch als Tachistoskop in den in Punkt m) der Vorbemerkung beschriebenen Weisen ben\u00fcgen.\nZu dem Apparat werden 23 gedruckte Reizkarten nach Ranschburg geliefert.\nNr. 213. Ged\u00e4chtnisapparat nach Wirth. (Wundt, Philos. Studien, Bd. 18, S. 701.) Wie der vorige Apparat ist auch dieser f\u00fcr Ruckbewegung eingerichtet; jedoch ist das Prinzip, wodurch dieselbe erreicht wird, ein ganz anderes. Gleichzeitig wurde\nbei diesem Apparate das erstemal daf\u00fcr gesorgt, die Ger\u00e4usche bei den Rucken zu vermeiden.\nDas nebenstehende Schema soll das Prinzip veranschaulichen. Die Axe, an welcher die Trommel bezw. die Scheibe mit den Silben sigt, und welche sich also ruckweise drehen soll, tr\u00e4gt ein Steuerrad R, in dessen stabf\u00f6rmige Z\u00e4hne abwechselnd die beiden Haken H eingreifen. Das Gewicht G sucht die Axe samt der Trommel bez. Scheibe in der Richtung des Pfeiles zu drehen. Wird bei der in der Figur gew\u00e4hlten Ausgangslage erst der linke Haken zur\u00fcckgezogen, indem dessen Elektromagnet E auf kurze Zeit von einem Strom durchflossen wird, so wird das Steuerrad frei, es dreht sich, bis es von dem Haken auf der anderen Seite aufgefangen wird. Wird dann im rechten Elektromagnet einen Moment ein\n8*\n115","page":115},{"file":"p0116.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nStrom geschlossen, w\u00e4hrend indessen der linke Haken durch seine Feder F in die Ausgangslage zur\u00fcckbewegt wurde, so dreht sich die Axe wieder ein St\u00fcck, bis sie links aufgefangen wird. Und solcher Rucke macht sie doppelt so viele als das Steuerrad Z\u00e4hne hat. Der abwechselnde Stromschlug in den beiden Elektromagneten wird durch ein Kontakt-Metronom (vgl. Nr. 11) oder einen \u00e4hnlichen Apparat (Zeitsinnapparat, Universalpendel usw.) erzeugt. Dadurch werden gleichzeitig die Intervalle zwischen den Rucken reguliert, \u00e4hnlich wie beim vorigen Apparate.\nAuf dreifachem Wege k\u00f6nnen hierbei Ger\u00e4usche entstehen: Erstens beim Anziehen der Haken H an die Elektromagnete E; zweitens wenn die Haken von den Elektromagneten freigelassen und durch die Federn F zur\u00fcckgeschnellt werden; drittens wenn die Haken das Steuerrad auffangen. Um diese Ger\u00e4usche unh\u00f6rbar zu machen, sind zun\u00e4chst alle bewegten Teile m\u00f6glichst klein gehalten und aus sehr leichtem Material hergestellt. Ferner stogen Metallteile bei der Bewegung nie wieder auf Metall, sondern stets auf weiches, d\u00e4mpfendes Material. Es werden die Haken H durch die (verstellbaren) Lederpuffer pj p2 aufgehalten; die Ansagfl\u00e4chen der Federn F sind mit Leder belegt und auch das Gestelle, welches die Haken tr\u00e4gt, auf Leder gebettet. Ebenso werden die Stifte des Steuerrades nicht durch Metallteile aufgefangen, sondern die Haken sind vorne gegabelt, zwischen den Zinken jeder Gabel ist eine Seidenschnur gespannt, und auf diese schlagen die Stifte auf. Durch diese Einrichtungen konnte tats\u00e4chlich, namentlich bei dem kleiner und leichter gebauten zweiten der beiden Modelle ein ger\u00e4uschloser Gang erzielt werden.\nDie genauere Ausf\u00fchrung des Apparates ist aus der untenstehenden Figur zu ersehen. R ist das Steuerrad mit 30 Z\u00e4hnen, A sind Anker an den Haken. Die oben erw\u00e4hnten Lederpuffer sigen an den in der Figur sichtbaren Schrauben und k\u00f6nnen\ndurch diese verstellt werden. Die Seidenschnur zum Auffangen des Steuerrades ist l\u00e4ngs des Hakens bis an das untere, etwas angebogene Ende desselben gef\u00fchlt und dort durch eine Schraube eingeklemmt. Dadurch ist gleichzeitig die M\u00f6glichkeit gegeben, ihre Spannung zu regulieren. Der Druck der Federn F kann mittels der Schrauben nahe an ihren Einklemmungsstellen reguliert werden. Endlich ist das ganze Metallpl\u00e4ttchen, auf dem die Haken befestigt sind, in der L\u00e4ngsrichtung derselben ein wenig verschiebbar, damit man die Einstellung so regulieren kann, dag, wenn der eine Haken einen Stift aufh\u00e4lt, der andere genau in der Mitte zwischen zwej Stiften steht. An allen diesen Einstellungen ist jedoch nur selten und nur nach l\u00e4ngerem Gebrauch eine \u00c4nderung vorzunehmen. Der Apparat wird nat\u00fcrlich sorgf\u00e4ltig eingestellt geliefert.\nWirth lieg 2 Modelle des Apparates bauen. Beim ersten werden die Silben auf Scheiben geschrieben. Diese haben genau die Gr\u00f6ge und Form der Scheiben des vorigen Apparates; es lassen sich daher dieselben Scheiben f\u00fcr beide Apparate verwenden. Das Steuerrad hat 30 Z\u00e4hne, die Axe macht somit eine volle Umdrehung, wieder wie beim Ransehburg-Apparat, in 60 Rucken. Der Apparat ist an eine Wand zu h\u00e4ngen. Den Mechanismus verdeckt ein aufklappbarer Schirm mit einem horizontalen Spalt, welcher jedesmal nur eine Silbe erscheinen l\u00e4gt. Damit die Silben genau in die Mitte dieses Spaltes zu stehen kommen, mug die Scheibe so auf die Axe auf-gesegt werden, dag einer der zwischen je 2 Silben gezogenen Radien sich genau mit dem Zeiger J deckt.\nBeim zweiten Modell, das die zweite Figur zeigt, ist eine Trommel anstatt der Scheibe ben\u00fcgt, damit durch Anwendung der Schleife beliebig lange Reihen verwendet werden k\u00f6nnen. Das Werk ist in ein K\u00e4stchen K eingeschlossen, da es","page":116},{"file":"p0117.txt","language":"de","ocr_de":"J SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nnoch leichter und kleiner gebaut ist als beim ersten Modell. Die Trommel hat einen Durchmesser von 8 cm und macht 30, nicht 60 Rucke bei einer Umdrehung. Sie bewegt sich bei jedem Ruck um ca. 8 mm weiter. Ihre Breite betr\u00e4gt 5 cm. Das Diaphragma in dem Schirm S ist jedoch nur 4 mm hoch und 2,8 cm breit. Die Schraube V dient dazu, die Trommel zu fixieren. Dies ist bei allen Manipulationen mit dem Apparat, vor allem beim Auflegen einer neuen Schleife ratsam, da durch gewaltsames Drehen der Trommel leicht die Spannung der jSeidensdmur ge\u00e4ndert oder gar eine gr\u00f6bere Verlegung herbeigef\u00fchrt werden kann. Damit die Schleife von der Trommel bei den Rucken sicher mitgenommen wird, wird sie mittels des Doppelr\u00f6lldiens F an die lefetere angedr\u00fcckt. Durdi die Mutter M kann der dabei ausge\u00fcbte Druck reguliert werden. Der ganze Apparat ist an einem Stativ zu befestigen. Die Kette, an der das Gewicht h\u00e4ngt, wird durdi die Rollen so gef\u00fchrt, dag der Apparat \u00e4hnlich wie der Ranschburg-Apparat, in bequeme, schr\u00e4ge Lage gebracht werden kann.\nDie Regulierung der Geschwindigkeit der Rucke geschieht bei beiden Modellen durch das Metronom, Da dieses selbst Ger\u00e4usche erzeugt, so mug es in einem Nebenraum aufgestellt werden. \u00dcber die Einstellung desselben gilt das beim vorigen Apparat Gesagte. Die Schaltung ist hier eine andere als dort. Der Strom wird von der Stromquelle (nach Zwisdienschaltung eines Stromunterbrediers) zum Pendel des Metronoms geleitet, dann von den beiden Quecksilbern\u00e4pfen desselben zu den Klemmen c, c2, wie sie in der 1. Figur zu sehen sind. Hinter den beiden Elektromagneten vereinigen sich die 2 Wege bei K und werden von hier aus gemeinsam zur Stromquelle zur\u00fcckgef\u00fchrt. Auf diese Weise erfolgt bei jeder Halbsthwingung ein Ruck; das l\u00e4ngste durch das Metronom erreichbare Intervall ist dann ca. ll/2 Sek. F\u00fcr l\u00e4ngere Intervalle mug man sich, falls man das Metronom benugen will, eines Hilfsapparates bedienen. Wirth hat einen solchen Duplikatorumschalter, wie er ihn nennt, konstruiert (a. a. O. S. 711).\nWie beim Ranschburg-Apparat m\u00fcgte man auch bei diesem, um k\u00fcrzere, z. B. 12-silbige Reihen darbieten zu k\u00f6nnen, dieselben mehrmals hintereinander aufschreiben. Der Apparat eignet sich haupts\u00e4chlich zu den drei Arten der unter Punkt m) der Vorbemerkung beschriebenen tachistoskopisehen Versuche. F\u00fcr Treffer- und daher auch f\u00fcr Reaktionsversuche ist er nicht eingerichtet.\nA n m. I. An dem Berliner Modell dieses Apparates wurden im Laufe der Zeit und werden noch augenblicklich einige \u00c4nderungen vorgenommen, die sich als w\u00fcnschenswert herausstellten. Zun\u00e4dist ist das Steuerrad, wie im Schema, mit 7 Stiften versehen, so dag die Trommel 14 Rucke macht. Der Apparat eignet sich dadurch f\u00fcr 12-silbige Reihen, indem man bei 12 Rucken Silben, bei den 2 legten Rucken leere Felder erscheinen l\u00e4gt, so dag zwischen je 2 Darbietungen der Reihe eine Pause von 2 Rucken erfolgt. Als Feldgr\u00f6ge ist die Normalgr\u00f6ge 13x30 mm der gedruckten Reihen (Nr. 222) gew\u00e4hlt. Die Trommel ist 6 cm lang, sodag 2 solche Reihen nebeneinander verwendet werden k\u00f6nnen. Pas Auswechseln der Trommeln l\u00e4gt sich sehr schnell vollziehen, da sie einfach aufgesteckt werden. Auch das Steuerrad kann herausgenommen und durch eins mit einer anderen Anzahl von Stiften ersegt we*den f\u00fcr l\u00e4ngere oder k\u00fcrzere Reihen. Dementsprechend sind auch die Elektromagnete und Haken verschiebbar eingerichtet. Die ersteren k\u00f6nnen augerdem den Haken etwas gen\u00e4hert und von ihnen entfernt werden. Damit im Falle, dag man l\u00e4ngere Schleifen anwendet, diese sicher mitgenommen werden, sind Stifte am Rande der Trommel befestigt und entsprechend in die Schleife L\u00f6cher geschlagen. Die Stifte greifen in die L\u00f6cher des Streifens ein und ziehen ihn absolut sicher mit. Endlich kommt noch ein Tourenz\u00e4hler und ein Fallschirm f\u00fcr Treffer- und Reaktionsversuche, \u00e4hnlich wie bei Apparat Nr. 215 hinzu.\n117","page":117},{"file":"p0118.txt","language":"de","ocr_de":"; SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nJ________________________________________11\nA n m. II. Bei den Apparaten 212 und 213 ist das Metronom, also das Pendel zur Regulierung der Zeitintervalle zwischen den Rucken benugt, aber in der Weise, dag das Pendel erst Kontakte schlie\u00dft und der durch dieselben fliegende Strom elektromagnetisch die Ruckbewegung im Ged\u00e4chtnisapparat ausl\u00f6st. Es liegt nun der Gedanke nahe, ob man diesen Umweg nicht vermeiden und durch die Pendelbewegung direkt die Ruckbewegung ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. In der Tat wurden solche Konstruktionen versucht, und dabei dieselben 2 speziellen Wege eingeschlagen, durch die sich der Ranschburg und der Wirth-Apparat unterscheiden. Die dem ersten Apparat entsprechende Konstruktion wurde vom Mechaniker Marx gemacht, das Modell bis jegt jedoch noch nicht durchgef\u00fchrt. Ein Pendel wird in \u00e4hnlicher Weise wie bei der Pendeluhr in regelm\u00e4\u00dfigen Gang versegt und erteilt bei jeder Schwingung der Trommel des Ged\u00e4chtnisapparates einen Sto\u00df. Die zweite Konstruktion r\u00fchrt von Rupp her. Da bei der Pendeluhr das Zahnrad selbst ruckweise sich bewegt, so versuchte Rupp, ob sich diese Ruckbewegung nicht gleichzeitig f\u00fcr die Ged\u00e4chtnistrommel benugen l\u00e4gt. Der ganze Apparat w\u00fcrde dann weitaus der einfachste von allen bisher gebauten Ged\u00e4chtnisapparaten sein, keinen Strom, keine Nebenapparate, kein kostspieliges Uhrwerk ben\u00f6tigen. Es ergab sich jedoch bei der Durchf\u00fchrung vor allem eine Schwierigkeit: das Pendel hat, wie bei der Uhr so auch hier, nicht blo\u00df die R\u00bb ckbewegung des Zahnrades zeitlich zu regulieren\u00bb sondern es mu\u00df andererseits durch das Zahnrad einen Antrieb erhalten. Dies suchte Rupp in der Weise zu erreichen, dag er die Spigen des Ankers abrunden lie\u00df, wie das Schema zeigt, w\u00e4hrend die \u00fcbrige Kante, auf welcher die Z\u00e4hne gleiten, genau konzentrisch zum Drehpunkt des Pendels geschnitten wurde. Solange die Z\u00e4hne auf diesem konzentrischen Bogen gleiten, kann sich das Zahnrad nicht drehen, die Trommel mit den Silben bleibt also ganz ruhig, das Pendel erf\u00e4hrt aber auch keinen Antrieb. Wenn hingegen die Z\u00e4hne auf die abgeschr\u00e4gten Teile kommen, so entsteht eine Komponente der Kraft, die die Pendelbewegung f\u00f6rdert. Freilich bewegt sich dann auch das Zahnrad und damit die Silbe. Wenn indessen nur ein kleines St\u00fcck abgeschr\u00e4gt wird, so st\u00f6rt diese Bewegung knapp vor dem Ruck nicht. Leider aber ergab sich, dag eine solche kleine Abschr\u00e4gung keine hinreichende Unterst\u00fcgung f\u00fcr das Pendel zu geben vermag; bei der geringsten St\u00f6rung verz\u00f6gerte dieses seinen Gang. Es wird daher wohl n\u00f6tig sein, dem Pendel einen separaten Antrieb zu geben, sei es durch ein zweites Gewicht oder durch eine Feder wie bei der Unruhe der Taschenuhr. Tro\u00df dieser Komplikation d\u00fcrfte ein solcher Apparat immer noch zu den einfachsten z\u00e4hlen.\nMan k\u00f6nnte auch daran denken, zur Zeitregulierung statt des Pendels eine Spiralfeder, \u00e4hnlich wie bei der Unruhe der Taschenuhr zu verwenden; doch wird sich dabei kaum die Dauer der einzelnen Schwingungen innerhalb gen\u00fcgend weiter Grenzen variieren lassen; man vergleiche Punkt b) der Vorbemerkung. Eher liege sich die Torsion verwenden, wie sie bei neueren Uhren verwertet wird ; durch Verk\u00fcrzung oder Verl\u00e4ngerung des tordierenden Fadens oder Drahtes k\u00f6nnte die Schwingungsdauer beliebig variiert werden.\nNr. 214. Ged\u00e4chtnisapparat nach Lipmann. (Ueber das erste Modell vgl. Zeitschr. f. Psych., Bd. 35, S. 202; \u00fcber das zweite verbesserte Modell Zeitschr. f. Psych., Bd. 49, S. 270, im Folgenden ist blog dieses zweite Modell beschrieben.) W\u00e4hrend die beiden vorigen Instrumente einen elektrischen Strom und Nebenapparate (Metronom, Stromunterbrecher, ev. Duplikatorumschalter) ben\u00f6tigen, suchte Lipmann blog mit mechanischen Mitteln und ohne Hilfsapparate auszukommen.\nDas Prinzip des Apparates ist ebenfalls von dem der vorigen ganz verschieden. W\u00e4hrend dort (auch bei den in der Anmerkung erw\u00e4hnten Konstruktionen) die Zeitintervalle zwischen den Rucken durch die periodische Bewegung eines Pendels (bezw. einer schwingenden Feder oder eines tordierten Fadens) reguliert werden, wird hier und bei den Apparaten 215 und 216 zuerst eine gleichm\u00e4gige, kontinuierliche Rotationsbewegung erzeugt, welche dann ihrerseits bei jeder einzelnen Umdrehung an einem oder mehreren Punkten die Ruckbewegung einer 2. Axe ausl\u00f6st, an der die Trommel\nm","page":118},{"file":"p0119.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00dcTTINGEN\nsigt; und zwar sind die Apparate 214 und 215 so eingerichtet, dag die kontinuierlich rotierende Axe selbst der Trommel die St\u00f6ge erteilt, dag also keine zweite Kraft n\u00f6tig ist.\nDas nebenstehende Schema zeigt, wie dieses Prinzip bei dem Lipmann-Apparat realisiert ist. Man sieht 2 R\u00e4der; das untere Rad K wird durch ein genaues Federuhrwerk in gleichf\u00f6rmige, kontinuierliche Rotation versegt; es sei daher als \u201ekontinuierliches\u201c Rad (K) bezeichnet. Im Schema ist die Kraft der Einfachheit halber durch ein Gewicht angedeutet. An diesem Rade sind, senkrecht zu seiner Ebene, Stifte auf-gesegt, die in die Z\u00e4hne des oberen Rades eingreifen. Dieses legtere soll ruckweise rotieren und ist daher mit R bezeichnet. So oft nun ein Stift des kontinuierlichen Rades nach oben kommt, nimmt er das Zahnrad ein St\u00fcde mit; dann steht dasselbe wieder still, bis der n\u00e4chste Stift nach oben kommt und in den n\u00e4chsten Zahn eingreift. Durch diesen einfachen Mechanismus wird das Zahnrad in der Tat ruckweise fortbewegt, und mit ihm bewegt sich ebenso die Silben-Trommel.\nDie beiden umstehenden Figuren zeigen die n\u00e4here Ausf\u00fchrung der Konstruktion. Die erste Figur gibt die Vorderansicht des Apparates. Das Werk ist zum gr\u00f6gten Teil durch den Schirm 16 verdeckt, der nur 2 rechteckige \u00d6ffnungen 11 hat, durch die man die Silben, u. zw. jedesmal nur eine sieht. Rechts hinter dem Schirm ist der Kasten 1 mit dem Uhrwerk zu sehen. Dasselbe wird mittels der Kurbel 2 aufgezogen. Der kleine Hebel 3 dient zum Ingangsegen und Arretieren des Werkes. Mittels der Schraube 4 kann man den Gang verlangsamen und beschleunigen, u. zw. verhalten sich die extremen Geschwindigkeiten ungef\u00e4hr wie 1:2'/,. Zur weiteren Variierung der Geschwindigkeit dient eine andere Einrichtung, die unten besprochen ist. Die erw\u00e4hnte Schraube ist mit einer groben Kreisteilung versehen, die es er-\nm\u00f6glicht, den Apparat auf eine bestimmte Geschwindigkeit mit hinreichender Genauigkeit einzustellen. Die 2. Figur gibt die hintere Ansicht des Apparates und zeigt die \u00dcbertragung der Bewegung auf die Trommeln. Vom Uhrwerk wird die Axe 5 angetrieben. An ihr sigen die 2 kontinuierlichen R\u00e4der 6 und diese versegen in der oben erl\u00e4uterten Weise die Zahnr\u00e4der 7 in ruckweise Bewegung. Mit diesen legteren wieder sind die 2 sechskantigen Trommeln 10 in fester Verbindung. Die 2 Trommeln 12 dienen dazu, die Schleifen, die \u00fcber die ersteren Trommeln gelegt werden, horizontal zu halten und zu spannen. Sie werden durch die B\u00f6cke 13 getragen, welche an den Schienen 14 zu verschieben und mittels der Fl\u00fcgelschrauben 15 zu fixieren sind. Die Schienen sind sorgf\u00e4ltig aufgesegt, die B\u00f6cke gleiten sehr exakt, sodag die runden und die sechskantigen Trommeln bei jeder Entfernung genau parallel stehen. (Man vergl. hier\u00fcber Punkt e) der Vorbemerkung.) Bei jeder Umdrehung der Axe 5 macht die Trommel 6 Rucke, da das kontinuierliche Rad 6 Stifte besigt. Dieselben sind jedoch leicht herauszunehmen. Ben\u00fcgt man z. B., wie im Schema gezeichnet, nur 3 Stifte, so werden bei jeder Umdrehung blog 3 Rucke erzeugt; ebenso kann man 2 oder nur 1 Stift verwenden. Die Intervalle zwischen den Rucken werden dann 2, 3\n119","page":119},{"file":"p0120.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nbezw. 6 mal so lang. Dies ist also das zweite Mittel, um die Rotationsgesehwindigkeit zu variieren. Zu beachten ist jedoch, dag sich beim Verstellen der Schraube 4 die Ruckdauer und die Dauer der Exposition in gleichem Verh\u00e4ltnisse \u00e4ndern, w\u00e4hrend sich beim Herausnehmen von Stiften blog die Expositionsdauer \u00e4ndert, die Geschwindigkeit des Ruches aber konstant bleibt.\nDer Apparat l\u00e4uft, wie die Kontrolle ergab, mit sehr konstanter Geschwindigkeit (man vgl. hier\u00fcber die 2. der oben zitierten Abhandlungen). Um das Uhrwerk m\u00f6glichst gleiehm\u00e4gig zu belasten, ist es g\u00fcnstig, die beiden Trommeln so einzustellen, dag sie die Rucke nicht gleichzeitig, sondern abwechselnd ausf\u00fchren. Dies l\u00e4gt sich leicht erreichen, da das Zahnrad auf seiner Axe verstellt und mittels einer kleinen Schraube in jeder Lage fixiert werden kann. Ebenso w\u00fcrde es den Gang beeinflussen, wenn die Schleife zu stark gespannt w\u00fcrde. Es ist nur eine ganz lose Spannung n\u00f6tig, da sie, wie in Punkt e) der Vorbemerkung erw\u00e4hnt, dadurch mitgenommen wird, dag der Papierstreifen geknickt ist und die Kanten der Trommel sich in die Knicke hineinlegen.\nF\u00fcr l\u00e4ngere oder k\u00fcrzere Reihen wird einfach die Schleife verschieden weit gemacht. Die Trommeln lassen sich so weit n\u00e4hern, dag sich noch Schleifen von 8 Feldern \u00fcber sie legen lassen. Bei der weitesten Entfernung der Trommel fagt die Schleife 42 bezw. 64 Felder, je nachdem man Trommeln mit 2 cm oder 13 mm Feldh\u00f6he benugt. Es wird n\u00e4mlich dem Apparat sowohl ein Paar der kleineren, f\u00fcr die gedruckten Silbenreihen Nr. 222 berechneten, wie auch ein Paar der gr\u00f6geren Trommeln mit 2X3 cm Feldgr\u00f6ge beigegeben.\nEin Vorzug des Apparates ist es, dag man beliebig viele Reihen hintereinander lernen lassen kann, ohne dazwischen durch das Wechseln der Streifen die geringste Zeit verlieren zu m\u00fcssen. Ebenso k\u00f6nnen an dem Apparate Trefferversuche unmittelbar nach den Lernversuchen angestellt werden. Aus diesen Gr\u00fcnden besigt eben der Apparat eine 2. Schleife. W\u00e4hrend die Versuchsperson an der einen Schleife lernt, hat man Muge, die andere aufzuziehen bezw. auszuwechseln. Augerdem sind die Trommeln so breit, dag 2 Reihen nebeneinander aufgeschrieben werden k\u00f6nnen. Dementsprechend sind die 2 Diaphragmen 11, die man in dem Schirm in der 1. Figur sieht, mit 2 von oben herabklappbaren Schirmchen versehen, von denen das eine die rechte, das andere die linke H\u00e4lfte des Diaphragmas deckt.\nDie Rucke erfolgen zwar nicht vollst\u00e4ndig ger\u00e4uschlos, aber doch nur mit einem sehr leisen, dumpfen Ger\u00e4usch, dag sicher nicht als St\u00f6rung empfunden wird. Die D\u00e4mpfung wird erstens dadurch erreicht, dag die Stifte des kontinuierlichen Rades mit Gummischl\u00e4uchen \u00fcberzogen sind, die sich im Bedarfsf\u00e4lle leicht durch neue ersegen lassen. Ferner sind die Z\u00e4hne von 7, wie das nebenstehende kleine Schema zeigt, mit Federn f versehen. Der Stift St prallt somit nicht direkt auf die relativ schwere Masse des Zahnrades, mit dem auch noch die Trommel in starrer Verbindung steht, sondern die Bewegung wird vorbereitet, allm\u00e4hlich eingeleitet, indem der Stift erst auf die Feder wirkt. Es zeigte sich, dag diese Einrichtung in der Tat einen Einflug auf das Ger\u00e4usch hat. - Um ein Zittern und Weiterschnellen der Trommel zu vermeiden, ist mit ihr die Hartgummischeibe 9 fest verbunden, an welcher die Feder 8 schleift. Dadurch entsteht eine kleine Bremsung, welche in dem angegebenen Sinne wirkt.\nDer Apparat ist auch f\u00fcr Trefferversuche eingerichtet u. zw. f\u00fcr solche der einfacheren Art, wie sie in der Vorbemerkung Punkt i) beschrieben sind. Die Rucke werden zur schnellen Exposition benugt und durch die Ruckbewegung gleichzeitig ein Kontakt geschlossen. Die schon fr\u00fcher erw\u00e4hnte Hartgummischeibe 9 ist, den 6 Prismenfl\u00e4chen entsprechend, mit 6 Metallschrauben befestigt, die so abgeschliffen sind, dag sie nicht \u00fcber die Scheibe hinausragen. So oft die Feder 8 \u00fcber eine solche Schraube schleift, ist der Kontakt geschlossen. Die Feder ist verstellbar und mug so\n120","page":120},{"file":"p0121.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\njustiert werden, dag sie auch nach dem Ruck die Schraube noch ber\u00fchrt, damit ein dauernder Kontakt entsteht. Andererseits mug die Trommel vor jedem Ruck ein wenig gedreht werden, damit der Kontakt wieder ge\u00f6ffnet wird.\nNoch eins ist f\u00fcr die Treffer versuche zu bemerken. Es w\u00e4re bei schnellem Gang schwer, sofort nach der Exposition, ehe noch der neue Ruck beginnt, das Werk zu arretieren. Auch mug das Uhrwerk einige Momente im Gang sein, um die richtige Geschwindigkeit zu erlangen. Deshalb verf\u00e4hrt Lipmann so, dag er die eine Trommel f\u00fcr Lern-, die andere f\u00fcr Trefferversuche benugt und bei der legteren einige Stifte des kontinuierlichen Rades, z. B. alle bis auf einen, entfernt. Dann erfolgen die Rucke ebenso schnell wie vorher, aber die Pause zwischen je zwei Rucken ist 6 mal so grog. Dadurch hat das Werk Zeit zum Anlaufen und der Versuchsleiter Zeit zum Arretieren.\nWie zu Trefferversuchen, so l\u00e4gt sich der Apparat auch zu anderen Reaktionsversuchen und ebenso zu den in Punkt i) der Vorbemerkung erw\u00e4hnten tachisto-skopischen Versuchen verwenden.\nDer Apparat ist auf ein Tischchen aufgesegt, damit die Diaphragmen, wenn man das Ganze auf einen Tisch von normaler H\u00f6he stellt, in Augenh\u00f6he kommen. Die F\u00fcge des Tischchens sind mit Filz unterlegt, damit einerseits keine Schall\u00fcbertragung auf die Unterlage stattfindet, und damit andererseits diese nicht besch\u00e4digt wird.\nNr. 215. Ged\u00e4chtnisapparat, Eigenkonstruktion. Auch bei diesem Apparate ist eine mechanische Erzeugung der Rucke gew\u00e4hlt, um Elektrizit\u00e4t und Nebenapparate zu vermeiden. Das Prinzip ist ebenfalls dasselbe wie beim vorigen Apparat, indem wieder erst eine kontinuierliche Drehbewegung hervorgerufen wird, welche dann ihrerseits die Ruckbewegung erzeugt. Jedoch ist die Art, wie aus der kontinuierlichen die Ruckbewegung entsteht, eine ganz andere. Sie wird durch das nebenstehende Schema\nveranschaulicht. Die treibende Kraft, ein Gewichtsuhrwerk, versegt eine horizontale Scheibe in gleichf\u00f6rmige, kontinuierlche Rotation, sie sei daher wieder als kontinuierliche Sdieibe (K) bezeichnet. S;e greift mit ihrem Rande ein wenig in die Einkerbungen eines Zahnrades ein, mit dem die Trommel in fester Verbindung steht, und welches somit rudiweise rotieren soll; dasselbe sei daher mit R bezeichnet. Die kontinuierliche Scheibe ist in der aus dem Schema ersichtlichen Weise an einer Stelle l\u00e4ngs ihres Randes eingeschnitten und der so entstehende Streifen nach unten gebogen. Wenn sie sich in der Richtung des Pfeiles dreht, und das abw\u00e4rts gebogene St\u00fcck in die Einkerbung des Zahnrades R eingreift, so wird dieses auf der linken Seite gehoben u. zw. so hoch, als der Streifen abw\u00e4rts gebogen ist; und dieser ist gerade so viel abw\u00e4rts gebogen, als die Einkerbungen voneinander entfernt sind. Indem sich dieses Spiel bei jeder Umdrehung von K wiederholt, wird das Rad R jedesmal ruckweise einen Zahn weiterbewegt.\nDie Kinematik kennt verschiedene Arien, aus einer kontinuierlichen eine ruckweise Drehbewegung zu erzeugen. Unter ihnen wurde von der Firma Spindler & Hoyer die eben besdiriebene aus folgenden Gr\u00fcnden gew\u00e4hlt. Die Hebung des Zahnrades, also die Ruckbewegung sefet hier allm\u00e4hlich ein und h\u00f6rt wieder allm\u00e4hlich auf; dadurch ist ein pl\u00f6glicher Anprall und damit starkes Zittern und starkes Ger\u00e4usch vermieden. Ferner ist ein Weiterschnellen der Trommel nach dem Ruck ausgeschlossen, da das Zahnrad nach dem Ruck durch den nicht aufgebogenen Rand der kontinuierlichen Scheibe in Zwangsf\u00fchrung gehalten wird. Freilich sind diese Ziele nicht vollkommen erreichbar, da ein gewisser toter Gang stets vorhanden sein mug.\nDie beiden Figuren zeigen den ganzen Apparat. Das Uhrwerk ist in einen Kasten eingeschlossen. Es ist ein Gewichtsuhrwerk, dessen Geschwindigkeit durch Gewicht und Windfl\u00fcgel variiert werden kann. Um das Werk in Gang zu segen, zieht\n121","page":121},{"file":"p0122.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nman den oben auf dem Kasten vorstehenden Schieber in die H\u00f6he; um es zu arretieren, dr\u00fcckt man denselben nach unten. Die der Silbentrommel zugekehrte Seitenwand des Kastens hat eine rechteckige \u00d6ffnung, in die man die kontinuierliche Scheibe und unter dieser ein Zahnrad hineinragen sieht; beide sigen an derselben vertikalen Axe. Das Zahnrad dient dazu, die Bewegung des Uhrwerkes auf die kontinuierliche Scheibe zu \u00fcbertragen. Rechts von der legteren sieht man das Zahnrad, welches die Ruckbewegung ausf\u00fchrt und an dessen Axe die Trommel sigt. Von der kontinuierlichen Scheibe ist noch zu bemerken, dag das aufgebogene St\u00fcck sich \u00fcber */6 des ganzen Randes erstreckt; somit verh\u00e4lt sidi die Dauer der Rucke zur Dauer der ruhigen Exposition stets wie 1:5.\nDie Trommel macht so viel Rucke bei jeder vollen Umdrehung, als das Zahnrad R Z\u00e4hne besigt. F\u00fcr verschieden lange Reihen m\u00fcssen daher nicht blog verschieden groge Trommeln, sondern entsprechend audi Zahnr\u00e4der mit mehr oder weniger Z\u00e4hnen eingesegt werden. Die R\u00e4der sind gleich an der Trommel befestigt. Die kontinuierliche Scheibe bleibt dabei dieselbe und auch an der gleichen Stelle.\nIN aturucn m\u00fcssen dann, wie aus dem nebenstehenden Schema verst\u00e4ndlich ist, die kleineren Zahnr\u00e4der der kontinuierlichen Scheibe mehr gen\u00e4hert werden als die gr\u00f6ge-ren. Daher ist die Axe, auf welche das Zahnrad samt der Trommel gesteckt wird} seitlich verschiebbar, u. zw. wird sie mittels des horizontalen Stabes St verschoben, der rechts an sie angesegt ist. Die Einstellung mug dabei eine sehr genaue sein, da, wenn das Zahnrad zu viel an die kontinuierliche Scheibe r\u00fcckt, Reibung entsteht, welche den Gang hemmt, und wenn es zu weit weg ist, die F\u00fchrung zu locker wird und die Trommel bei den Rucken schlottert. Um die Einstellung zu erleichtern, ist der erw\u00e4hnte Stab St mit sehr sorgf\u00e4ltig gefeilten Einkerbungen versehen, in die eine feststehende Feder F einschnappt. Man hat dann, um das Zahnrad richtig einzustellen, blog daf\u00fcr zu sorgen, dag die Feder in die entsprechende Einkerbung eingreift. Diese Lage wird dann durch Anziehen der Schraubenmutter S fixiert. \u2014 Mit dem Apparat werden zwei Trommeln f\u00fcr 14, zwei f\u00fcr 12 und eine f\u00fcr 24 Rucke geliefert.\nDas Auswechseln der Trommel geht sehr schnell, man steckt sie samt dem Zahnrad einfach auf die Axe auf und fixiert sie mittels der Schraube, die in der Figur in dem Hohlraum der Trommel zu sehen ist. Um die Silbenreihen schnell wechseln\n122","page":122},{"file":"p0123.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nzu k\u00f6nnen, ist es daher besser, die neue Reihe auf einer Reservetrommel aufzuspannen und die ganze Trommel zu wechseln statt auf derselben Trommel einen neuen Streifen aufzuspannen. Zu diesem Zwecke werden f\u00fcr die k\u00fcrzeren Reihen je 2 Trommeln geliefert. Als Feldgr\u00f6ge ist bei dem urspr\u00fcnglichen Modell 2X3 cm gew\u00e4hlt. Da die Trommeln 6 cm breit sind, k\u00f6nnen 2 solche Reihen nebeneinander aufgeschrieben werden. Die neueren Modelle werden, wenn nicht ausdr\u00fccklich anderes gew\u00fcnscht wird, f\u00fcr die Normalgr\u00f6ge 30X13 mm der gedruckten Reihen Nr. 222 gebaut.\nVor der Trommel steht ein vertikaler Schirm, der in einer einfachen F\u00fchrung gegen die Trommel zu verschieben ist; siehe die 2. Figur. Vor seinem rechteckigen Diaphragma kann ein Blechbl\u00e4ttchen verschoben werden, um die rechte oder linke H\u00e4lfte zu verdecken, damit nur die eine der beiden Silbenreihen sichtbar ist. Das Bl\u00e4ttchen kann auch ganz weggehoben werden, damit man auch das Doppelfeld benugen kann, wie es f\u00fcr l\u00e4ngere W\u00f6rter oder bei Darbietung eines Paares von Silben n\u00f6tig ist.\nDer Apparat ist auch f\u00fcr Trefferversuche eingerichtet, u. zw. ist er mit der in Punkt i) der Vorbemerkung erw\u00e4hnten vollkommeneren Einrichtung versehen, bei der sich nicht das Reizobjekt selbst bewegt und ins Feld springt, sondern wo ein Schirm vor demselben weggezogen wird. Die Einrichtung ist nach Angaben von Ru pp konstruiert. Hinter dem Schirm, der vor der Trommel steht, gleitet in leichter F\u00fchrung ger\u00e4uschlos ein 2. Schirm. Wenn man diesen hochzieht, so verdeckt er die \u00d6ffnung im vorderen Schirm, so dag die Silbe auf der Trommel nicht zu sehen ist. In dieser Lage wird er oben durch eine einfache Einschnappvorrichtung festgehalten. Dr\u00fcckt man auf den in der 2. Figur oben sichtbaren Hebel, so f\u00e4llt der Schirm, durch seine Schwere und haupts\u00e4chlich durdi die beiden seitlichen Federn gezogen, schnell herab. Da er nun in seinem oberen Teile rechteckig ausgeschnitten ist, so wird beim Fallen die Silbe sichtbar. Gleichzeitig wird in dem Momente, wo der vordere Spalt ganz aufgedeckt wird, ein Kontakt ge\u00f6ffnet, indem eine Feder, die mit dem Schirm f\u00e4llt, erst auf Metall, dann auf Isoliermasse (Hartgummi) schleift. Nachdem die Silbe schon ganz sichtbar geworden ist, f\u00e4llt der Schirm noch einige Zentimeter weiter herab. Die \u00d6ffnung in seinem oberen Teile erstreckt sich so hoch hinauf, dag dabei die Silbe immer noch sichtbar bleibt. W\u00e4hrend dieses Fallens wird die Bewegung ged\u00e4mpft und der Schirm schlieglich ganz aufgehalten, u. zw. ohne dag ein Ger\u00e4usch auftritt. Mit dem Schirm fallen n\u00e4mlich 2 seitliche Kolben, die dicht ansehliegend in Rohre tauchen. Je tiefer sie sinken, desto mehr wird die Luft in den legteren, da sie nur schwer entweichen kann, komprimiert und \u00fcbt dadurch einen Gegendruck aus. Dieser Fallschirm unterscheidet sich somit in 2 Punkten von den bis jegt konstruierten. Erstens ist, um eine schnelle Bewegung zu erzielen, nicht die Schwere benugt, sondern im wesentlichen die Federkraft. Da diese im Anfang am st\u00e4rksten wirkt, so hat der Schirm gleich zu Beginn der Bewegung hinreichende Geschwindigkeit, es wird somit an Raum gespart. Zweitens wird der Schirm nicht pl\u00f6glieh angehalten, wodurch starke und schwer zu d\u00e4mpfende Ger\u00e4usche entstehen, sondern allm\u00e4hlich w\u00e4hrend eines l\u00e4ngeren Weges; hierbei aber l\u00e4gt sich leicht eine ger\u00e4uschlose D\u00e4mpfung erreichen. - Vor jedem Trefferversuch dreht man die Trommel um eine Silbe weiter, indem man das Werk nur einige Momente laufen l\u00e4gt; man w\u00e4hlt hierbei am besten einen sehr langsamen Gang, indem man das Gewicht verringert.\nWie f\u00fcr Trefferversuche, so l\u00e4gt sich der Apparat auch f\u00fcr andere Reaktionsversuche und f\u00fcr alle in Punkt i) der Vorbemerkung erw\u00e4hnten Arten von tachisto-skopischen Versuchen verwenden. Benugt man n\u00e4mlich die gr\u00f6gte der Trommeln f\u00fcr 24 Silben und bei ihr erst die rechte, dann die linke H\u00e4lfte, so kann man, auch ohne Schleife, 48 Reize ohne Unterbrechung hintereinander darbieten, was in den meisten F\u00e4llen vollkommen ausreichen wird.\nDer Apparat besigt noch 2 von Rupp vorgeschlagene Nebeneinrichtungen. Je nach Wunsch des Bestellers wird eine beliebige oder jede Trommel so eingerichtet, dag sie nicht blog ruckweise, sondern auch kontinuierlich rotieren kann, wie es bei den Ged\u00e4chtnisapparaten 210 und 211 a der Fall ist. Die Trommel wird in diesem\n123","page":123},{"file":"p0124.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nFalle, wie das nebenstehende Schema zeigt, so weit rechts von der kontinuierlichen Sdieibe K festgeschraubt, dag diese nicht mehr in die Einkerbungen des Zahnrades R ein greift. Der kontinuierliche Antrieb erfolgt nun durch ein Zahnrad r,, das an einer aus dem Kasten vorragenden Axe des Uhrwerkes sigt. Dieses Rad wird durch das gleich zu besprechende Rad r2 mit r3 gekuppelt, welches legtere wie das Zahnrad R an der Trommelaxe befestigt ist. r2 sigt an einem Stabe, der um a gedreht und mit der Schraube S fixiert werden kann. Will man diese ganze Einrichtung nicht benugen, sondern die Trommel ruckweise rotieren lassen, so wird der erw\u00e4hnte Stab samt r2 in die gestrichelte Lage wegger\u00fcckt. \u2014 Dadurch dag der Apparat auch f\u00fcr kontinuierliche Rotation eingerichtet ist, wird er wohl f\u00fcr manche weitere Zwecke zu verwenden sein.\nDie 2. Nebeneinrichtung hat mit Ged\u00e4chtnisversuchen nichts zu tun. Es wird das konstante Uhrwerk dazu ausgenugt, in bestimmten und variierbaren Zeitintervalien Kontakte zu erzeugen. \u2014 In dem Uhrwerke befinden sich infolge der notwendigen \u00dcbersegungen Axen, die sich verschieden schnell drehen. 3 solche Axen, deren Geschwindigkeiten sich wie 1:10:50 verhalten, sind nadi hinten verl\u00e4ngert. An ihnen sigen, wie aus der 2. Figur zu sehen ist, kleine Walzen, auf denen Kontaktfedern schleifen. Bei jeder Umdrehung einer solchen Walze wird an einer Stelle auf einen Moment ein Kontakt geschlossen. Die Einrichtung wirkt also wie ein Kontaktmeironom, nur genauer und vollst\u00e4ndig ger\u00e4uschlos; auch sind die Intervalle innerhalb viel weiterer Grenzen variierbar, indem man erstens Windfl\u00fcgel und Gewicht \u00e4ndern und zweitens verschiedene Walzen benugen kann. Verbindet man ferner die Kontakte mit elektrischen Markierern, so kann man gleichzeitig mehrere Zeitkurven nebeneinander aufschreiben, von denen die eine z. B. Sekunden, die andere V.i oder \u2018/io Sek. markiert. Ja, durch eine besondere von Rupp angegebene Schaltung lassen sich mit ein und demselben Markierer Kurven schreiben, in welchen jede 5. oder jede 10. Marke l\u00e4nger ist, und die somit ein sehr bequemes und schnelles Ausz\u00e4hlen gestatten, \u00e4hnlich wie die Kurven des Kagenaar\u2019schen Chronoskopes Nr. 42. Das nebenstehende Schema zeigt diese Schaltung. Man sendet den Strom erst durch den h\u00e4ufigeren, z. B den 1/5 Sek. Kontakt und verzweigt ihn hinter diesem; in den einen Zweig legt man den zweiten, z. B. 1 Sek. Kontakt, in den anderen einen Widerstand W. Nach Vereinigung der Zweige f\u00fchrt man den Strom durch den Elektromagneten des Markierers und zur\u00fcck zur Stromquelle. Wenn nun blog der Vs Sek.-Kontakt geschlossen ist, so wird der Markierer eine kleine Exkursion machen, wegen des Widerstandes. Wenn hingegen auch der Sek.-Kontakt geschlossen ist, so verringert sich der Gesamtwiderstand, die Exkursion des Schreibers und damit die Marke wird eine gr\u00f6\u00dfere.\nAn den neueren Modellen des Apparates sind gegen\u00fcber den \u00e4lteren einige \u00c4nderungen vorgenommen. Wie schon erw\u00e4hnt, sind die Trommeln den gedruckten Silbenreihen angepagt. Ferner ist ein Tourenz\u00e4hler hinzugef\u00fcgt. Endlidi wird der Apparat auf Wunsch mit einem Federuhrwerk versehen, was den Vorteil mit sich bringt, dag man kein Loch in den Tisch, auf den der Apparat gestellt wird, bohren mug, durch welches die Schnur f\u00fcr das Gewicht nach unten h\u00e4ngt.\n124","page":124},{"file":"p0125.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 216. Ged\u00e4chtnisapparat nach Hempel-Rupp. Wie bei den beiden vorigen Apparaten, so ist auch hier zun\u00e4chst eine gleichf\u00f6rmige, kontinuierliche Rotation erzeugt, die ihrerseits eine Ruckbewegung hervorruft. Das Prinzip jedoch, nach dem die Ruckbewegung durdi die kontinuierliche bewirkt wird, ist hier ein ganz neues, es ist \u00fcberhaupt kein mechanisches, sondern ein optisches. Der Grundgedanke hierzu r\u00fchrt von Hempel her; Ru pp hat in der Durchf\u00fchrung einige Verbesserungen vorgenommen.\nAn der horizontalen Axe a siftt die Trommel Tr. \u00dcber die lefttere ist eine Papierschleife mit den zu lernenden Silben gelegt, die vertikal herabh\u00e4ngt und durch die kleinere Trommel tr beschwert ist. Die Axe a wird samt der Trommel in gleichf\u00f6rmige kontinuierliche Drehung verseht. Die Silben werden durch die 2 Spiegel Sp, Sp2 in der Richtung der ausgezogenen Linien dem Auge zureflektiert. Der Tubus T hat eine so kleine \u00d6ffnung, daft nur 1 Silbe, z. B. die bei 1 stehende, gesehen wird.\n^------\u2014.\tW\u00fcrden die 2 Spiegel stille stehen,\nso w\u00fcrden die Silben in gleichm\u00e4\u00dfiger Geschwindigkeit vorbeiziehen. Nun ist aber der Spiegel Sp, um die Axe \u00df drehbar. Er hat einen Fortsa\u00df f, mit dem er auf dem Rande des Rades K aufruht. Dieses Rad ist, wie die Trommel, fest mit der Axe a verbunden und dreht sich somit kontinuierlich; es sei daher wieder als kontinuierliches Rad (K) bezeichnet. Bei Drehung von der in der Figur gezeichneten Ausgangslage aus wird der Fortsaft f durch den allm\u00e4hlich aufsteigenden Rand des Zahnes etwas gehoben, und damit auch der Spiegel ein wenig gedreht. Nach einer ft'-t Drehung von K f\u00e4llt sodann der Fortsaft an dem steilen Rande des Zahnes herab und damit dreht sich der Spiegel schnell in die erste Lage zur\u00fcck. Bei derselben 1/4 Drehung sei die Silbe von 1 nach 2 gelangt. Die Z\u00e4hne von K sind nun genau so geschnitten, dag der Spiegel am Ende der Drehung in eine solche Lage kommt, dag er den von 2 herkommenden Strahl wieder in derselben Richtung gegen Sp2 reflektiert, wie vorher den von 1 kommenden Strahl, und dag ebenso bei jeder Zwischenlage der Strahl in dieser Richtung weitergeht. Somit erscheint w\u00e4hrend dieser ganzen Bewegung die Silbe dem Beobachter nicht bewegt, sondern ruhend. Wenn der Fortsaft dann an dem steilen Rande des Zahnes herabgefallen und der Spiegel in die erste Lage zur\u00fcckgekehrt ist, so reflektiert wieder er die von 1 herkommenden Strahlen dem Beobachter zu. Genau an der Stelle 1 ist aber jeftt die n\u00e4chste Silbe angelangt, indem der Abstand der Silben so gew\u00e4hlt ist, dag er l/4 des Trommelumfanges betr\u00e4gt. Somit ist in diesem Momente pl\u00f6ftlich die n\u00e4chste Silbe erschienen.\nBei dem urspr\u00fcnglichen Modell nach Hempel ist nicht eine Schleife, sondern eine einzige Trommel verwendet, ferner nicht 2 Spiegel, sondern nur der Spiegel Sp,. Dies hat 2 Nachteile. Erstens m\u00fcssen die Silben in Spiegelschrift aufgeschrieben werden; zweitens zeigt es sich, dag die Silben zwischen den Rucken sich zwar nicht fortbewegen, aber ein wenig nach vorne und hinten neigen. Diese 2 M\u00e4ngel suchte Ru pp zu vermeiden. Der erste war leicht zu beseitigen, es wurde einfach der Spiegel Sp2 hinzugef\u00fcgt.1) Der zweite Mangel beruht auf Folgendem: Angenommen, es seien\n') Diese Verbesserung hat inzwischen auch Hempel an seinem Apparate angebracht.\n125","page":125},{"file":"p0126.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\ndie Silben auf einer Trommel Tr aufgespannt, und eine Silbe bewege sich von 1 nach 2; entsprechend drehe sich auch der Spiegel Sp von 1 nach 2. Bei der Lage 1 geht der Strahl senkrecht von der Trommel weg; der Beobachter glaubt also senkrecht auf die beschriebene Fl\u00e4che zu sehen. Dann mug bei der Lage 2 der Strahl schr\u00e4g von der Trommel weg zum Spiegel gehen und der Beobachter glaubt schr\u00e4g unter dem Winkel P, auf die Schreibfl\u00e4che zu sehen, oder vielmehr die Fl\u00e4che scheint sich ihm um den Winkel Pl\u2014<>\u201e geneigt zu haben. Diese scheinbare Neigung kann nur dann vermieden werden, wenn man\tmacht, das heigt, wenn die Silben auf einer kon-\nkaven statt auf einer konvexen Fl\u00e4che liegen; und zwar mug der Mittelpunkt der Kr\u00fcmmung im Drehpunkt \u00df des Spiegels liegen. Dies ist aber bei dem obigen Modell wirklich der Fall, u. zw. ist es dadurch erreicht, dag statt der Trommel eine Schleife verwendet ist, und dag diese durch ein vorgehaltenes, entsprechend gebogenes Spiegelglas G konkav gekr\u00fcmmt ist. In der Tat ist bei diesem Modell nicht die geringste Spur einer Neigung der Silben zu bemerken.\nDie Rotation kann durch einen beliebigen, separaten Motor erzeugt werden, wofern er nur hinreichende Konstanz besigt. Auf Wunsch wird auch ein Gewichtsoder Federuhrwerk mit dem Apparat verbunden. Ein einfacher Tourenz\u00e4hler z\u00e4hlt die einzelnen Rucke. F\u00fcr verschieden lange Reihen werden verschieden lange Schleifen benugt; die geringste Zahl von Feldern, die die Schleife haben mug, betr\u00e4gt 8. Die Schleife l\u00e4gt sich sehr schnell auswechseln, da die Trommel, \u00e4hnlich wie beim vorigen Apparat, nur an einer Seite an ihrer Axe befestigt ist, nach der andern Seite ganz frei steht. Die Gefahr, dag die Schleife nicht genau mitgenommen wird, ist hier von vornherein sehr gering, da die Trommel nicht ruckweise, sondern kontinuierlich bewegt wird. Unter diesen Umst\u00e4nden erzeugt die untere beschwerende Trommel tr gen\u00fcgend Reibung. Die Ruckbewegung vollzieht sich ohne das geringste h\u00f6rbare Ger\u00e4usch. Dies war hier leicht zu erreichen, da es sich um sehr kleine Bewegungen handelte und die bewegte Masse, der Spiegel mit dem Fortsag, sehr leicht gemacht werden konnte. Augerdem wurde die Spige des Fortsages mit Leder \u00fcberzogen. Ein Zittern der Silben nach dem Ruck ist nicht zu bemerken, da federnde Massen vermieden sind und die Ruckbewegung blog durch die Schwere, nicht durch Federkraft erzeugt wird. Als Feldgr\u00f6ge ist die Normalgr\u00f6ge 30X13 mm der gedruckten Reihen Nr. 222 gew\u00e4hlt; da die Trommel 6 cm lang ist, so haben zwei solcher Reihen nebeneinander Plag.\nF\u00fcr die einfachen Trefferversuche, wie sie in Punkt i) der Vorbemerkung beschrieben sind, ist der Apparat dadurch verwendbar, dag der Fortsag f einen Draht d tr\u00e4gt, der, wenn der Spiegel f\u00e4llt, also der Ruck erfolgt, in Quecksilber taucht und dadurch vollst\u00e4ndig ger\u00e4uschlos einen Kontakt schliegt. Die kurze Bewegung der Trommel wird dabei nat\u00fcrlich nicht durch den Motor erzeugt, sondern mit der Hand; die Trommelaxe ist zu dem Zwecke nach hinten verl\u00e4ngert und tr\u00e4gt eine kleine Kurbel. Dabei ist die Schnelligkeit der Rucke von der Schnelligkeit, mit der man dreht, unabh\u00e4ngig, da die Ruckbewegung durch das Fallen des Spiegels erzeugt wird.\nIn \u00e4hnlicher Weise wie f\u00fcr Trefferversuehe l\u00e4gt sich der Apparat auch f\u00fcr andere Reaktionsversuche verwenden; ebenso f\u00fcr die tachistoskopischen Versuche, wie sie unter Punkt m) der Vorbemerkung angef\u00fchrt sind.\nEin Vorzug des Apparates ist es, dag er sehr wenig Raum einnimmt und daher bequem transportiert werden kann. Ferner gestattet er einen so schnellen Wechsel der Felder, dag er sich auch als Stroboskop verwenden l\u00e4gt.","page":126},{"file":"p0127.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 217. Trefferapparat nach M\u00fcller-Pilzecker. (Zeitschr. f. Psych. Erg\u00e4nzungsbd. I, S. 4). Der Zweck und das Wesen der Trefferversuche ist bereits in der Vorbemerkung insbesondere in Punkt i) erl\u00e4utert worden. Der in Rede stehende Apparat ist von den Ged\u00e4chtnisapparaten zum Lernen der Silben ganz isoliert. Die Silben werden in derselben Gr\u00f6\u00dfe und Schrift wie die vorher gelernten Silben auf einen Streifen untereinander geschrieben und dieser \u00fcber eine Trommel gespannt. Vor der Trommel steht ein Schirm mit einer rechteckigen \u00d6ffnung, deren Gr\u00f6\u00dfe durch Schieber zu variieren ist. An der vorderen Seite des Schirmes gleitet, durch vertikale Stangen gef\u00fchrt, ein zweiter Schirm, der ebenfalls eine \u00d6ffnung besi\u00dft. Wenn dieser hochgezogen ist, so verdeckt er die \u00d6ffnung im ersten Schirm und damit auch die Silbe auf der Trommel. Wenn er hingegen beim Fallen seine tiefste Lage erreicht, so kommt seine \u00d6ffnung gerade vor der im ersten Schirm zu stehen, und die Silbe wird sichtbar. W\u00e4hrend des Fallens erlangt der Sdiirm eine ziemlich gro\u00dfe Geschwindigkeit, so da\u00df die Exposition sehr rasch erfolgt. Beim Auffallen \u00f6ffnet er einen einfachen Quecksilberkontakt. In seiner h\u00f6chsten Lage wird er durch Elektromagnete festgehalten.\nDamit die Silben genau in der Mitte des Spaltes erscheinen, ist erstens eine prismatische Trommel gew\u00e4hlt, und zweitens an der Axe eine einfache Einschnappvorrichtung angebracht, deren Feder immer dann in eine Einkerbung einsehnappt, wenn eine Seitenfl\u00e4che der Trommel genau vor dem Spalt steht. Man hat also den Streifen so aufzuspannen, da\u00df die Silben genau in der Mitte zwischen 2 Kanten zu stehen kommen und die Trommel stets so einzustellen, da\u00df die Feder einschnappt.\nDie Gr\u00f6\u00dfe der Trommel richtet sich nat\u00fcrlich nach der Gr\u00f6\u00dfe der Trommeln des Ged\u00e4chtnisapparates. Dies mu\u00df daher bei der Bestellung angegeben werden.\nDer Apparat ist nicht auf Trefferversuche beschr\u00e4nkt, sondern kann zu beliebigen Reaktionsversuchen mit optischen Reizen verwendet werden, sofern nur die Gr\u00f6\u00dfe des Spaltes hinreicht. Namentlich l\u00e4\u00dft sich bequem eine gr\u00f6\u00dfere Reihe von Reizen hintereinander geben, indem man gro\u00dfe Trommeln (z. B. f\u00fcr 24 Silben) oder eine Schleife anwendet; im le\u00dfteren Falle ist eine 2. Trommel hinzuzuf\u00fcgen, z. B. die Vorrichtung Nr. 23 S. 17).\nNr. 218. Treff er=Apparat nach Rupp. Der Apparat unterscheidet sich vom vorigen durch die Konstruktion des Fallschirmes; es ist dieselbe, wie sie bei Apparat 215 beschrieben wurde. Im \u00dcbrigen gilt alles in der vorigen Nummer Gesagte.\nNr. 219. Silbentr\u00e4ger f\u00fcr simultane Exposition. Die bisher erw\u00e4hnten Ged\u00e4chtnisapparate sind f\u00fcr den Fall berechnet, da\u00df die Silben suc-cessiv dargeboten werden. Man kann die ganze Reihe aber auch simultan exponieren, und dementsprechend auch Trefferversuche anstellen, wo das ganze Tableau exponiert wird, indem alle Felder bis auf ein gewisses leer bleiben. F\u00fcr solche Versudie dient der in Rede stehende Apparat als Silbentr\u00e4ger.\nAuf einer Holzplatte erheben sich seitlich 2 S\u00e4ulen, auf die mittels Ringen Platten aufgesteckt werden. Jede dieser Platten hat nebeneinander 6 oder 8 rechteckige \u00d6ffnungen. JAn diese legt sich von hinten ein Blechstreifen an, welcher die","page":127},{"file":"p0128.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nReizkarten tr\u00e4gt, die hinter den \u00d6ffnungen erscheinen sollen und auf die Silben geschrieben werden. Der nebenstehende Querschnitt zeigt die Einrichtung deutlicher. Die durch gestrichelte Linien angedeuteten Karten ruhen in Nuten des Blechstreifens b. Um sie auszuwechseln, klappt man den Streifen nach hinten, indem man an dem Knopf K an-fagt, und kann dann bequem die Karten herausnehmen und hineinstecken. L\u00e4gt man den Knopf dann wieder los, so wird der Streifen durch die Feder F zur\u00fcckgeschnellt. Die Feder dr\u00fcckt gleichzeitig die Karlen m\u00f6glichst nahe an die Platte a an, so dag deren R\u00e4nder keine Schatten werfen k\u00f6nnen. Solche Platten mit 6 bezw. 8 Feldern steckt man, je nach der L\u00e4nge der Reihen, 1\u20143 \u00fcbereinander auf die S\u00e4ulen.\nSehr einfach gestalten sich mittels dieses Apparates die Trefferversuche: man hat blog in ein bestimmtes Feld eine Karte zu stecken; die \u00fcbrigen Felder bleiben leer (schwarz).\nMit dem Apparat werden 3 Platten zu 6 oder 3 zu 8 Feldern geliefert. Die Feldgr\u00f6ge betr\u00e4gt 3X1 cm. Auf Wunsch werden nat\u00fcrlich auch Platten mit mehr oder weniger Feldern und mit anderer Feldgr\u00f6ge geliefert.\nNr. 220. Expositionsapparat f\u00fcr beliebig gro\u00dfe Felder. Um das groge Silbentableau, wie es der vorige Apparat zeigt, zum Zwecke von Trefferversuchen mit Zeitmessung pl\u00f6glieh zu exponieren, w\u00e4re es unpraktisch, unmittelbar vor demselben einen Schirm fallen zu lassen, wie es bei den kleinen Feldern der fr\u00fcher erw\u00e4hnten Trefferapparate geschieht. Der Schirm w\u00fcrde zu groge Dimensionen annehmen, zu starke Ger\u00e4usche erzeugen, und obendrein der untere Teil des Feldes merklich sp\u00e4ter exponiert werden als der obere. In diesem Falle ist es vielmehr vorteilhaft, den Spalt mit dem Schirm nahe vor das Auge zu stellen; man kann dann auch bei einer Spalt\u00f6ffnung von wenigen Zentimetern Felder von betr\u00e4chtlicher Gr\u00f6ge exponieren. Nach diesem von G. E. M\u00fcller vorgeschlagenen Prinzip ist der in Rede stehende Apparat konstruiert. Die \u00d6ffnung kann durch Schieber variiert und der Feldgr\u00f6ge angepagt werden. Der Fallschirm ist \u00e4hnlich gebaut wie beim Trefferapparat 218. Mit dem Apparat ist ein Stirnhalter und ein Lippenschl\u00fcssel f\u00fcr die Reaktion verbunden.\nWie die Trefferapparate \u00fcberhaupt, so ist auch dieser Expositionsapparat nicht auf Trefferversuche beschr\u00e4nkt, sondern f\u00fcr beliebige optische Reaktionsversuche verwendbar.\n1\nNr. 221. Gesamtanordnung f\u00fcr Treffer\u00bb versuche. Die Anordnung ist im Wesentlichen dieselbe, wie sie bei den im G\u00f6ttinger Institute angestellten Versuchen getroffen war. Die Apparate werden auf einem Tische montiert und geschaltet geliefert. Die Vorf\u00fchrung bei den Trefferversuchen kann entweder visuell, mittels des Trefferapparates, oder akustisch, mittels des Lippenschl\u00fcssels L! geschehen. Zur Reaktion dient der Lippenschl\u00fcssel L. Statt der Lippenschl\u00fcssel werden auf Wunsch auch Schallschl\u00fcssel geliefert. Hinsichtlich dieser beiden Instrumente vgl. Nr. 201, 203 und 204. K, K, und K2 sind Kommutatoren; erstere dienen zum Kommutieren des Hippstromes, beziehungsweise zum Aus- und Einschalten des Kontrollhammers; legterer geh\u00f6rt zu den Magneten des Trefferapparates. Es sind also zwei Stromquellen n\u00f6tig. Auf Wunsch werden auch 2 Anschlugapparate f\u00fcr Starkstromspannung (110 oder 220 Volt) mit geliefert.\n12$","page":128},{"file":"p0129.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTIN GEN\nAn Stelle des Trefferapparates kann nat\u00fcrlich auch ein Ged\u00e4chtnisapparat gesetzt werden, der mit einem Trefferapparate verbunden ist. Dann ist die Anordnung f\u00fcr Lern- und Trefferversuche komplett.\nZusammenstellung:\nPolierte Tischplatte mit 3 Kommutatoren, den n\u00f6tigen Klemmen und Verbindungen.\nKontrollhammer Nr. 13.\nBewegliches Stativ Nr. 13.\nStimmgabel Nr. 39.\nChronoskop nach Hipp Nr. 1 a. Chronograph Nr. 17. Trefferapparat Nr. 217.\n2 Lippenschl\u00fcssel Nr. 204.\nNr. 222. Silbenreilien f\u00fcr Ged\u00e4chtnisversuche nach M\u00fcller-Schumann. (Zeitschr. f. Psych. Bd. VI S. 98ff.). Das Zusammenstellen von Silbenreihen nach Regeln, wie sie f\u00fcr Ged\u00e4chtnisversuche n\u00f6tig sind, und das Aufschreiben der Silben auf die Papierstreifen oder -scheiben f\u00fcr die Ged\u00e4chtnisapparate erfordert sehr viele M\u00fche und Zeit. Es war daher ein dringendes Bed\u00fcrfnis, dag solche Reihen gedruckt wurden und k\u00e4uflich zu beziehen seien. Rupp hat nunmehr ein Teil der Reihen, welche M\u00fcller und Schumann f\u00fcr ihre Ged\u00e4chtnisapparate zusammenstellten, mit Zustimmung dieser Autoren revidiert und ver\u00f6ffentlicht.\nDie Reihen bestehen aus 12 sinnlosen Silben, die Silben aus 3 Buchstaben: einem Anfangs-, einem Endkonsonanten und einem Vokal oder Diphthong in der Mitte. Die genaueren Regeln, nach denen die Silben gebaut und zusammengestellt sind, entnehme man aus der oben zitierten Abhandlung.\nDie Silben werden sowohl in B\u00fcchlein, wie auf Streifen geliefert. Ihre Anordnung und Form ist in beiden F\u00e4llen dieselbe. Die B\u00fcchlein dienen zu Protokollierung, k\u00f6nnen aber auch zu Versuchen verwendet werden, wenn man die ganze Reihe simultan darbietet. Die Streifen haben die Form, wie sie das nebenstehende Schema verkleinert zeigt. Links stehen die 12 Silben untereinander. Unter ihnen sind 2 Felder freigelassen, damit zwischen je 2 Wiederholungen eine Pause eingeschaltet werden kann. Bei Apparaten mit Ruckbewegung kann die Pause nur in 1 oder 2 Rucken bestehen. Eine Pause von 2 Rucken d\u00fcrfte vorzuziehen sein, da durch eine ein-ruckige Pause der troehaeische Rhythmus, in dem meistens gelernt wird, gest\u00f6rt w\u00fcrde. Aus demselben Grunde sind die Ged\u00e4chtnisapparate h\u00e4ufig f\u00fcr 14 Rucke eingerichtet. Nat\u00fcrlich kann man bei Benugung dieser Streifen auch eine Pause von 1 Ruck oder gar keine Pause verwenden, endlich, da die Felder nicht durch Striche begrenzt sind, bei Ged\u00e4chtnisapparaten mit kontinuierlicher Rotation einen beliebigen Zwischenraum w\u00e4hlen, sofern er nur die Gr\u00f6\u00dfe von 2 Feldern nicht \u00fcberschreitet. Oberhalb der Silben ist ein Raum freigelassen zum \u00dcbereinanderkleben der R\u00e4nder. Auf ihm ist gleichzeitig die Nummer der Reihe notiert.\nNeben den 12 Silben steht eine 2. vertikale Reihe von 6 Silben f\u00fcr Trefferversuche; es sind die ungeraden Silben der linken Reihe. Ihre Reihenfolge ist nach den von M\u00fcller und Pilzecker (Zeitschr. f. Psych., Erg\u00e4nzungsband I, S. 25) aufgestellten Regeln gew\u00e4hlt. Das leere Feld unter jeder Silbe hat f\u00fcr die Protokoll-b\u00fcchlein den Vorteil, da\u00df man die von der Versuchsperson genannten Silben in dasselbe einschreiben und die Trefferzeit notieren kann. Auch f\u00fcr die Apparate mag es von Vorteil sein, vor oder nach der Exposition ein leeres Feld zu besigen.\nAls Feldgr\u00f6\u00dfe wurde von Rupp nach Vereinbarung mit G. E. M\u00fcller und Ebbinghaus die Gr\u00f6\u00dfe 30X13 mm gew\u00e4hlt. Sie ist einerseits m\u00f6glichst klein genommen, damit auch die Ged\u00e4chtnistrommeln klein sein k\u00f6nnen und das Ruckger\u00e4usch leicht zu d\u00e4mpfen ist; andererseits ist sie gro\u00df genug, da\u00df man die Silben bequem noch mit der Hand schreiben kann.\nMan wird mit diesen Reihen nat\u00fcrlich nicht in allen F\u00e4llen auskommen.\n9\nm","page":129},{"file":"p0130.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nImmerhin werden nach diesen Regeln gebaute Reihen am h\u00e4ufigsten angewendet werden, sowie sie auch bisher meistens verwendet wurden. Au\u00dferdem ist es von Wert, wenn verschiedene Autoren bei ihren Versuchen dieselben Reihen benu\u00dfen; die Versuche werden dann konformer und besser vergleichbar.\nDie Forscher sollten die Reihen sehr sparsam, nur zu Haupt- und nicht zu Voroder Demonstrationsversuchen verwenden, damit sie m\u00f6glichst wenig bekannt werden. Vollends w\u00fcrden dieselben an Wert verlieren, wenn sie in Laienh\u00e4nde k\u00e4men. G. E. M\u00fcller gab daher nur unter der Bedingung seine Einwilligung zum Druck der Reihen, dag sie ausschlie\u00dflich an Forscher geliefert werden. Die P. T. Besteller werden daher, sofern ihr Name in dem Fache noch nicht bekannt ist, gebeten, in irgend einer Weise, z. B. durch Empfehlung eines Fachmannes oder Institutes, die wissenschaftliche Verwertung zu verb\u00fcrgen.\nTachistoskope.\nVorbemerkung.\nTachistoskope nennt man solche Apparate, die eine sehr kurze Darbietung eines Reizes erm\u00f6glichen. Wie schon der Name sagt, handelt es sich hierbei meistens um visuelle Reize. Es wurden jedoch auch Versuche mit akustischen Reizen angestellt. Apparate, die speziell zu solchen Versuchen dienen, hat man Taehistophone genannt. Indessen steht nichts im Wege, den schon gel\u00e4ufigen Namen Tachistoskop auch auf diese Apparate auszudehnen, umsomehr als sich eine Reihe von Apparaten sowohl f\u00fcr akustische wie f\u00fcr visuelle Reize verwenden lassen.\nUm eine taehistoskopisehe Exposition zu erreichen, werden die verschiedensten mechanischen Hilfsmittel benu\u00dft. Es seien hier kurz die Hauptprinzipien der Konstruktion angedeutet.\nMan hat einen Schirm mit einem Spalt vor dem zu exponierenden Objekt fallen lassen (Falltachistoskop). Wenn der Spalt vorbeikam, war das Objekt sichtbar. Je kleiner der Spalt war, oder je schneller der Schirm fiel, desto k\u00fcrzer war die Expositionszeit. Statt der Schwere hat man dabei auch Federkraft verwendet (wie beim Momentverschlug). Da ferner das Auffallen des Schirmes stets mit Ger\u00e4usch verbunden war, so erse\u00dfte man ihn durch eine Scheibe oder einen Ring mit einem freien und verstellbaren Sektor nach Art der Episkotister, oder durch ein Pendel mit variablem Spalt (Pendeltaehistoskop, Spaltpendel). Schlie\u00dflich hat man statt eines Schirmes zwei verwendet, die hintereinander in bestimmtem Zeitintervall fielen, und von denen der eine das Objekt aufdeckte, der andere verh\u00fcllte. Nat\u00fcrlich ist dann ein Zeitapparat n\u00f6tig, der die Zwischenzeiten bestimmt (Kontaktpendel, Zeitsinnapparat, auch Kymo-graphion).\nWie in diesen F\u00e4llen das Objekt verdeckt bezw. aufgedeckt wird, so k\u00f6nnen auch die das Objekt beleuchtenden Lichtstrahlen unterbrochen werden.\nEndlich ist das Prinzip zu erw\u00e4hnen, das bei den Ged\u00e4chtnisapparaten, freilich in sehr roher Weise, realisiert ist. Diese lassen sich, wie oben (S.112m) erw\u00e4hnt, ebenfalls zu taehistoskopischen Versuchen verwenden. Sie gestatten, eine Silbe mehr oder weniger pl\u00f6\u00dflieh hinter einem Spalt erscheinen und nach variierbarer Zeit mit einem ebensolchen Ruck wieder verschwinden zu lassen. Man vermeidet aber bei den eigentlichen Tachistoskopen dieses Prinzip, das Objekt selbst zu bewegen. Wenn\n130","page":130},{"file":"p0131.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.b.m.H. G\u00d6TTINGEN\nindessen das Objekt so schnell kommt und verschwindet, dag keine Bewegung gesehen wird, so ist nicht einzusehen, weshalb dieses Prinzip zu verwerfen sein sollte. Bei den Ged\u00e4chtnisapparaten ist diese Bedingung freilich nicht erf\u00fcllt.\nF\u00fcr akustische Reize kommt zu diesen Prinzipien noch das der Sirene hinzu. Damit d\u00fcrfte die Liste der bis jetjt angewendeten Prinzipien ersch\u00f6pft sein. Nicht alle diese Prinzipien kommen bei den Apparaten, die in diesem Katalog angef\u00fchrt sind, vor. Sie sind aber doch erw\u00e4hnt, weil in Nachtr\u00e4gen des Kataloges die Liste der Apparate erg\u00e4nzt werden wird. Bei der Ausf\u00fchrung ergeben sich nat\u00fcrlich noth viele Differenzierungen, die haupts\u00e4chlich durch die verschiedenen Forderungen, welche man an die Apparate gestellt hat, bedingt sind. Es ist von Wert, bei der Wahl des Apparates sich diese Forderungen gegenw\u00e4rtig zu halten. Im folgenden seien dieselben angef\u00fchrt.\na)\tDie Exposition soll m\u00f6glichst pl\u00f6glich geschehen. Man soll nicht die Bewegung oder das allm\u00e4hliche Kommen und Verschwinden des Spaltes oder des Reizes merken, und es sollen nicht die einen Teile des Objektes fr\u00fcher wahrgenommen werden als andere. Man versucht dies zu erreichen durch m\u00f6glichst schnelle Bewegung des Spaltes, oder indem man das Lidhtb\u00fcschel an m\u00f6glichst engen Stellen unterbricht, z. B. nahe dem Auge oder in der Brennebene. Ein sehr einfacher und sinnreicher Weg zur ideal gleichzeitigen Exposition aller Teile des Bildes ist beim Tachi-stoskop nach Erdmann und Dodge (Nr. 224) eingeschlagen. \u2014 Damit die Bewegung der Spaltr\u00e4nder m\u00f6glichst wenig auff\u00e4llt, stellt man h\u00e4ufig den Spalt so in den Strahlengang, dag die R\u00e4nder verschwommen, wie ein Nebel, erscheinen.\nb)\tEine Hauptforderung ist nat\u00fcrlich, dag die Expositionszeit variierbar und zugleich genau megbar sei, und dag sie bei derselben Einstellung des Apparates immer konstant bleibe. Die Prinzipien der Zeitvariierung wurden zum gr\u00f6gten Teil schon oben angedeutet: verschiedene Breite des Spaltes, verschieden schnelle Bewegung desselben bei konstanter Breite. Hierzu kommt, dag man das Lichtb\u00fcschel an verschieden engen Stellen unterbricht, bei gleicher Spaltbreite und gleicher Geschwindigkeit (Erdmann und Dodge, Nr. 224). Wie hierbei die Expositionszeiten zu bestimmen sind, versteht sich wohl von selbst. Hinsichtlich der Konstanz ist zu sagen, dag sich beim Fallschirm und beim Pendel durch gen\u00fcgende Masse leicht die n\u00f6tige Exaktheit erreichen l\u00e4gt. Weniger verl\u00e4glich scheint die Federkraft zu sein. Die \u00fcblichen Momentverschl\u00fcsse reichen f\u00fcr exaktere Versuche nicht aus. Bei Apparaten, die durch einen Motor getrieben werden, h\u00e4ngt die Konstanz nat\u00fcrlich von der G\u00fcte des Motors ab, man wird z. B. bei elektrisch betriebenen Motoren solche mit Reguliervorrichtung vorziehen.\nc)\tWie bei den Ged\u00e4chtnisapparaten, hat man auch hier die Forderung der Ger\u00e4uschlosigkeit gestellt. Namentlich hat man geltend gemacht, dag die Ger\u00e4usche die Selbstbeobachtung st\u00f6ren. Jedenfalls ist, ceteris paribus, ein ganz oder nahezu ger\u00e4uschlos arbeitender Apparat vorzuziehen. Es verdienen daher das Episkotister- und Pendelprinzip den Vorzug vor dem des Fallschirmes. Indessen, wenn es sich um kleine Schirme handelt, wie bei den Apparaten 224 und 228, so l\u00e4gt sich das Ger\u00e4usch leicht so d\u00e4mpfen, dag es kaum mehr st\u00f6ren wird. \u2014 Von groger Wichtigkeit ist diese Forderung f\u00fcr akustische Reize; hierbei darf kein h\u00f6rbares Nebenger\u00e4usch entstehen.\nd)\tBei visuellen Reizen treten oft l\u00e4nger dauernde Nachbilder auf. Das Zentrum erf\u00e4hrt also keineswegs Reize von so kurzer Dauer, wie es die physikalischen Reize sind; und, was unangenehmer ist, bei gleicher physikalischer Reizdauer ent. stehen verschieden lange physiologische Reize. Namentlich \u00e4ndert sich diese Nachwirkung mit der Adaption. Bei Dunkeladaption zeigen sich l\u00e4nger dauernde Nachbilder, die obendrein ziemliche Schwankungen aufweisen. \u2014 Daher ist es n\u00f6tig, eine konstante und helle Beleuchtung zu w\u00e4hlen. Ferner hat man, um die Nachbilder \u201eauszul\u00f6schen\u201c, kurz nach dem ersten Reiz einen zweiten kr\u00e4ftigen Reiz ins Auge gesendet. F\u00fcr solche ausl\u00f6schende Reize nach beliebiger Zwischenpause ist vor allem das Taehistoskop nach Schumann eingerichtet.\n9*\n131","page":131},{"file":"p0132.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\ne)\tSpeziell f\u00fcr visuelle Reize ist weiter die Forderung zu stellen, dag das Auge auf das Objekt akkommodiert und adaptiert sei, und ebenso ist es widitig, die Stelle, wo der Reiz erscheinen wird, bekannt zu geben, damit sich das Auge und die Aufmerksamkeit richtig r\u00e4umlich einstellen k\u00f6nnen. \u2014 Zu diesem Zwecke mug, bevor der Reiz kommt, das leere Gesichtsfeld etwa ebenso hell beleuchtet sein wie sp\u00e4ter das mit dem Reiz erf\u00fcllte. Wenn es sich um kleine Felder handelt, so ist ein Fixationspunkt zur Einstellung des Auges und der Aufmerksamkeit nicht n\u00f6tig. Jedenfalls aber mug wegen der richtigen Akkommodation das leere Feld, das vor der Exposition sichtbar ist, bezw. der Fixationspunkt, die gleiche Entfernung vom Beobachter haben wie der Reiz. Inwiefern die einzelnen Apparate diesen Forderungen gen\u00fcgen, ist bei den Beschreibungen n\u00e4her ausgef\u00fchrt.\nf)\tNicht alle Tachistoskope f\u00fcr visuelle Reizung gestatten binokulare Betrachtung. Tats\u00e4chlich kommt man in den meisten F\u00e4llen mit monokularer Betrachtung aus. Nur spezielle Raumprobleme erfordern die erstere. Freilich hat die binokulare Betrachtung, namentlich wenn, wie es meistens der Fall ist, ein Fernrohr dazukommt, den Nachteil, dag die Versuchsperson in ungewohnte Situation ver-segt wird. F\u00fcr Psychiater wird dies von Bedeutung sein, ebenso in F\u00e4llen, wo nur wenige Versuche angestellt werden k\u00f6nnen (z. B. bei Demonstrationen und in \u00dcbungen). Sonst st\u00f6rt dieser Umstand aber nicht, da man sich sehr schnell an die Situation gew\u00f6hnt.\ng)\tSpeziell bei akustischen Versuchen ist es wichtig und zugleich schwierig, einen vollst\u00e4ndig sicheren Abschlug des Tones zu erzielen, so dag er nur w\u00e4hrend der kurzen Expositionszeit zu h\u00f6ren ist. H\u00e4ufig dringt n\u00e4mlich auch vor und nach derselben eine schwache Welle durch und man h\u00f6rt einen leisen konstanten Ton. Man wird sich bei der Wahl des Apparates Rechenschaft geben m\u00fcssen, ob bei den besonderen Zwecken, f\u00fcr die man ihn anwenden will, dieser Ton st\u00f6ren und die Resultate beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrde oder nicht. Es wird in der Beschreibung der einzelnen Apparate, sofern sie \u00fcberhaupt f\u00fcr akustische Versuche in Betracht kommen, angegeben werden, ob diese Fehlerquelle vorhanden ist oder nicht, bezw. wie sie vermieden ist.\nh)\tEs gibt einige speziellere Untersuchungen, die auch speziellere Forderungen stellen. So hat man Versuche angestellt, um kurz hintereinander, aber in variabler Zwischenzeit, 2 Reize tachistoskopisch darzubieten. (Taehistokop nach Schumann); oder man hat in einem gr\u00f6geren, dauernd exponierten Reizkomplex nur einzelne Stellen (Buchstaben in einem Wort u. dgl.) tachistoskopisch ver\u00e4ndert; oder man hat neben dem tachistoskopisch dargebotenen Reiz einen Reiz dauernd exponiert, um beide hinsichtlich ihrer Intensit\u00e4t, Helligkeit etc. vergleichen zu k\u00f6nnen (Taehistoskop nach Marbe) usw.\ni)\tEinige Apparate lassen sich auger zu tachistoskopischen Versuchen auch zu anderen Nebenzwecken verwenden und werden dadurch vielseitiger und wertvoller. So ist z. B. das Taehistoskop nach Schumann auch als Stroboskop zu verwenden.\nk)\tWie bei allen Apparaten wird man auch hier die Forderung der Einfachheit stellen. Man wird es unter sonst gleichen Umst\u00e4nden vorziehen, wenn keine Nebenapparate (Motor, Tourenz\u00e4hler, Kontaktpendel etc.) n\u00f6tig sind, wenn man keine Elektrizit\u00e4t oder besondere Beleuchtungsvorrichtungen braucht. Ein einfaches Taehistoskop f\u00fcr die Praxis des Psychiaters, das leicht transportierbar ist, w\u00e4re ein Bed\u00fcrfnis, ist aber bis jegt wohl noch nicht gebaut.\nl)\tEndlich wird man auch einen Apparat fordern, der sich zur Demonstration und f\u00fcr Massenversuche eignet. Von den im Folgenden angef\u00fchrten Apparaten sind f\u00fcr diesen Zweck nur das Taehistoskop nach Marbe Nr. 229 und alle Apparate, sofern sie f\u00fcr akustische Reizung dienen, verwendbar. F\u00fcr primitive Schulversuche mag ein in den Strahlengang einer Projektionsvorrichtung eingeschalteter Momentverschlug gen\u00fcgen.\n132","page":132},{"file":"p0133.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nZum Schl\u00fcsse der Vorbemerkung seien noch kurz die wichtigsten Fragen angef\u00fchrt, zu deren L\u00f6sung taehistoskopische Versuche verwendet werden. Die n\u00e4chst-liegende Fragestellung ist wohl die, wie lange ein Reiz wirken mug, um \u00fcberhaupt eine Empfindung auszul\u00f6sen, wie lange er wirken mug, damit die Empfindung auch die dem Reiz entsprechende Intensit\u00e4t erreicht, und umgekehrt, wie sich intensiv und qualitativ eine Empfindung bei kurzdauerndem Reiz von der bei l\u00e4ngerer Reizdauer unterscheidet. (Zeitschwelle, Ansteigen der Empfindung). In analoger Weise l\u00e4gt sich die Zeitschwelle f\u00fcr die Erkennung von W\u00f6rtern, Buchstaben etc. unter verschiedenen Umst\u00e4nden (z. B. sinnlose und sinnvolle Zusammenstellung) bestimmen. Oder man bestimmt umgekehrt z. B., wie viele Buchstaben bei gleicher tachisto-skopischer Expositionszeit noch richtig erkannt werden, wieder einerseits mit, andererseits ohne Wortzusammenhang. Hieraus lassen sich mancherlei Aufschl\u00fcsse \u00fcber den Vorgang der Erkennung (Lesen) gewinnen. Ebenso gelangt man zu einer Analyse dieses Vorganges durch die Ber\u00fccksichtigung der verschiedenen Fehler, die bei kurzdauernder Reizung auftreten. Man hat hierdurch den hemmenden oder st\u00f6renden Einflug von \u201eResiduen\u201c und \u201eDispositionen\u201c feststellen k\u00f6nnen. Auch f\u00fcr die Beobachtung des Erkennungsvorganges sind die taehistoskopischen Versuche, namentlich bei nachfolgendem ausl\u00f6schendem Reiz sehr instruktiv. Endlich hat man k\u00fcrzeste Reize verwendet zur Untersuchung der Frage, wie viel Reize von bestimmter Art unser Bewugtsein in einem idealen Zeitpunkte (kein Wandern des Blickes und der Aufmerksamkeit!), also simultan zu umspannen vermag (Umfang des Bewugtseins), wie verschieden deutlich dabei die einzelnen Reize auf-gefagt werden (\u201eKlarheitsgrade des Bewugtseins\u201c), insbesondere bei verschiedener Verteilung der Aufmerksamkeit.\nNr. 223. Tachistoskop nach Exner. (\u00dcber die zu einer Gesichtswahrnehmung n\u00f6tige Zeit, Sigungsber. d. Wiener Akad. d. Wiss., math.-nat. Classe, 1868, Bd. 58, S. 601). Bei diesem Apparat ist zun\u00e4chst das Episkotisterprinzip verwendet: Auf die Scheibe N werden 2 halbkreisf\u00f6rmige Ringsektoren aufgesegt, die einen beliebigen Spalt bis zu 180\u00b0 freilassen k\u00f6nnen. Blickt man von A (Auge) aus gegen O (Objekt), so wird dieses umso l\u00e4nger exponiert werden, je gr\u00f6ger bei konstanter Umdrehungsgeschwindigkeit der freie Sektor ist, und je schneller bei gleichem Sektor die Scheibe rotiert. Bei dieser Anordnung w\u00e4re jedoch noch ein groger Mangel vorhanden. Das Objekt w\u00fcrde auch bei den vorhergehenden und bei den folgenden Umdrehungen der Scheibe jedesmal auf kurze Zeit exponiert. Dies zu verhindern, ist der Zweck der\n133","page":133},{"file":"p0134.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nzweiten Scheibe M. Sie ist durch eine Zahnrad\u00fcbersegung mit N so verkuppelt, dag sie sich einmal umdreht, wenn N 12 Rotationen macht, und sie besigt einen sektorenf\u00f6rmigen Ausschnitt von \u2018/u der Peripherie. Blickt man also von A aus durch M und N gegen 0, so wird man, w\u00e4hrend der freie Sektor vor M vorbeizieht, die Scheibe N eben eine volle Umdrehung machen sehen; hingegen ist dieselbe w\u00e4hrend der n\u00e4chsten und w\u00e4hrend der vorhergehenden 11 Umdrehungen durch M verdeckt. Somit folgen in der Tat die Expositionen nicht unmittelbar aufeinander, sondern in ziemlichen Zwischenr\u00e4umen, und man blickt z. B., damit man nur einmal einen Reiz empf\u00e4ngt, erst w\u00e4hrend des legten Zwischenraumes in den Apparat. Dabei hat man immer noch Zeit genug, sich richtig einzustellen.\nDag die Expositionen sich in gewissen Pausen wiederholen, l\u00e4gt sich dazu verwerten, bei den vorhergehenden Expositionen einen Fixationspunkt und bei der nachfolgenden einen ausl\u00f6schenden Reiz zu geben. (Vgl. Punkt e der Vorbemerkung). Die Pause zwischen den Expositionen kann durch \u00c4nderung der Rotationsgeschwindigkeit reguliert werden. Zum schnellen Vertauschen des Objektes mit dem Fixationspunkt bezw. mit dem ausl\u00f6schenden Reiz l\u00e4gt sich die Vorrichtung Nr. 227 verwenden.\nDamit die Helligkeit des Gesichtsfeldes vor der Exposition ungef\u00e4hr dieselbe ist wie w\u00e4hrend derselben (vgl. Punkt e der Vorbemerkung), sind die dem Beobachter zugekehrten Seiten der Scheiben M u. N geweigt. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen sie auch ent-entspreehend beleuchtet werden.\nDer Apparat ist noch mit einem Linsensystem ausgestattet. Das Objekt wird in gr\u00f6gerer, \u201eunendlicher\u201c Entfernung aufgestellt und durch ein Fernrohr betrachtet, das knapp vor M aufzustellen ist. Zwischen M und N liegt in 2 Gabeln ein Rohr, das 2 Linsen Lj Ls enth\u00e4lt, deren Brennebene in die Scheiben M und N, bezw. in die Mittelebene F f\u00e4llt. Die gestrichelten Linien zeigen den Gang der Strahlen, die vom unendlich fernen Objekt 0 ausgehen. An der Gr\u00f6ge und Sch\u00e4rfe des betrachteten Objektes wird durch das Linsensystem L2 nichts ge\u00e4ndert. Hingegen bewirkt dasselbe, dag die R\u00e4nder des freien Sektors von N (siehe die punktierten Linien) so gesehen werden, wie wenn sie in der Ebene von M liegen w\u00fcrden; und da diese unmittelbar vor dem Fernrohre liegt, so m\u00fcssen sie verschwommen erscheinen. Der Erfolg ist also, dag das Objekt nicht durch einen scharfbegrenzten Schirm von der Seite her verdeckt wird, sondern dag sich ein allm\u00e4hlich dichter werdender Nebel vor das Objekt legt und dasselbe in allen Teilen fast gleichzeitig verdeckt und in \u00e4hnlicher Weise wieder abdeckt.\nGleichzeitig liegen die 2 Scheiben so, dag sie den Strahlengang an einer ziemlich engen Stelle unterbrechen. Es gen\u00fcgt daher eine kleine Bewegung der Spalt-t\u00e4nder, um das Objekt aufzudecken bezw. zu verh\u00fcllen, selbst wenn das Objekt eine relativ groge Ausdehnung hat oder infolge der Linsenwirkung im Fernrohr vergr\u00f6gert erscheint. Dementsprechend kann auch die Bewegung der Scheibe leicht so schnell genommen werden, dag sie im Fernrohr l\u00e4ngst nicht mehr gemerkt wird.\nDer Apparat mug durch einen separaten, konstanten Motor betrieben werden. Die Kraft segt an einer Rolle der Scheibe M an. Bei der Wahl der Rotationsgeschwindigkeit ist zu ber\u00fccksichtigen, erstens wie groge Pausen zwischen den einzelnen Expositionen, und zweitens welchen Bereich von Expositionszeiten man n\u00f6tig hat. Um sich von der Gr\u00f6ge der Rotationsgeschwindigkeit und von der Konstanz derselben \u00fcberzeugen zu k\u00f6nnen, ist an der Scheibe M ein Kontakt angebracht, welcher bei eder Umdrehung einmal auf einen Moment geschlossen wird.\nNr. 224. Tachistoskop nach Erdmann=Dodge. (\u00dcber das Lesen, S. 94). Dieser Apparat verwendet zwei verschiedene von den in der Vorbemerkung erw\u00e4hnten mechanischen Prinzipien zur Erzeugung taebistoskopiseher Expositionen. F\u00fcr sehr kurze Expositionszeiten, n\u00e4mlich f\u00fcr solche unter \u2018/ioo Sek., dient \u00e4hnlich wie beim Exner\u2019schen Apparat eine Episkotisterscheibe U S mit variierbarem freiem Spalte. Hierbei w\u00fcrde nun zun\u00e4chst dieselbe Schwierigkeit auftreten wie oben: es w\u00fcrde das\n134","page":134},{"file":"p0135.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nObjekt bei jeder Umdrehung der Scheibe einen Moment sichtbar sein. Um dies zu vermeiden, ist hier im Unterschied vom Exner\u2019schen Apparat ein Fallschirm F S verwendet, dessen variabler Spalt so grog zu machen ist, dag, w\u00e4hrend er an der Scheibe herabf\u00e4llt, diese gerade eine volle Umdrehung macht. Der Fallschirm hat aber nicht allein diese Hilfsfunktion zu verrichten, sondern er dient dazu, die Expositionsdauer bei l\u00e4ngeren Zeiten zu bestimmen. In diesem Falle wird die Scheibe nicht benugt. Die Zeit kann dann variiert werden entweder durch \u00c4ndern der Spalth\u00f6he, oder dadurch, dag man den Schirm nach vorne oder hinten schiebt. Wie n\u00e4mlich aus dem Folgenden zu ersehen ist, bilden die in Betracht kommenden Lichtstrahlen einen Kegel, und dieser wird bei verschiedener Lage des Schirmes an verschieden engen Stellen unterbrochen, so dag die Exposition bei gleicher Geschwindigkeit der Spaltbewegung verschieden lange dauert.\nEine ebenso einfache wie sinnreiche Einrichtung bewirkt, dag das ganze Objekt genau gleichzeitig sichtbar wird und wieder verschwindet. \u2014 Die von dem Objektfeld O herkommenden Strahlen durchsegen, nachdem sie durch den Spalt des Fallschirmes und den freien Sektor der rotierenden Scheibe gegangen sind, den Linsenspalt LS und gelangen zur Steinheil\u2019schen Linse, die auf der das Gesichtsfeld repr\u00e4sentierenden\nMilchglasplatte Gf der Kamera ein in allen Teilen scharfes Bild entwirft. Der Linsenspalt ist nun so grog zu w\u00e4hlen, dag, wie Schema I zeigt, selbst wenn durch den Sektor V der dahinter stehenden Scheibe oder durch den Fallschirm nur mehr ein ganz kleiner Teil des Spaltes frei bleibt, dennoch von allen Punkten des Objektes a b c Strahlen auf die Linse fallen\u00bb und somit ein vollst\u00e4ndiges, wenn auch schw\u00e4cheres Bild entworfen wird. Macht man den Spalt gr\u00f6ger oder entfernt ihn von der Linse, so ist dies, wie Schema II zeigt, nicht mehr der Fall.\nDag das Bild tachistoskopiseh auf eine Milchglasplatte geworfen wird, hat noch andere Vorteile. Zun\u00e4chst ist die Situation des Beobachters eine vollst\u00e4ndig nat\u00fcrliche, normale. Es ist auch binokulare Betrachtung m\u00f6glich. Ferner ist eine richtige Akkommodation ohne weiteres garantiert und infolge des m\u00e4gig grogen Feldes ist es leicht, auch ohne Fixationspunkt Blick und Aufmerksamkeit richtig einzustellen.\nUm einen pl\u00f6glichen \u00dcbergang von Hell zu Dunkel und umgekehrt zu vermeiden, wird die Milchglasplatte auch vor und nach der Exposition beleuchtet u. zw. dadurch, dag die ihr zugekehrten Seiten der Rotationsscheibe und des Fallschirmes geweigt sind und von einer entsprechend aufgestellten Lampe weiges Licht in die Kamera reflektieren.\nDas Fallen des Fallschirmes wird durch Anziehen eines Ankers eingeleitet. Wenn Fallschirm und die Scheibe mit dem freien Sektor benugt werden, so ist es\nLS\nSchema. 1\nSchema. TI\nCTS\n135","page":135},{"file":"p0136.txt","language":"de","ocr_de":";.\t\t\n!\t\u00f6riiNULLK cc HUibK Ix.m.b.li. LfU I lUNuitlN\t\nnicht gleigiltig, an welcher Stelle sich die Scheibe in dem Momente befindet, in dem das Pendel zu fallen beginnt. Daher wird die Bewegung des Pendels durch einen Kontakt ausgel\u00f6st, den die Scheibe selbst bei einer bestimmten Lage sehliegt. Die mit der Scheibe fest verbundene Welle tr\u00e4gt einen Stift c', welcher bei jeder Umdrehung an die Zunge c\" schl\u00e4gt und dadurch jedesmal einen Moment einen Kontakt schliegt. In einen Stromkreis werden nun hintereinander der Kontakt c' c\", der Elektromagnet des Fallschirmes und z. B. ein Taster geschaltet. Wenn die Exposition erfolgen soll, so dr\u00fcckt man auf den Taster, worauf im Laufe der n\u00e4chsten Scheibenumdrehung durch den Kontaktschlug an der Welle der Strom auf einen Moment vollst\u00e4ndig geschlossen wird, und somit die Anziehung des Ankers und Ausl\u00f6sung des Fallschirmes erfolgt. Statt den Taster zu gebrauchen, kann man auch, nach dem Beispiele von Erdmann und Dodge, durch das fallende Gewicht eines Gravitationsmotors, der die Rotationsscheibe bewegt, automatisch einen Kontakt schliegen lassen.\nDer Apparat erfordert einen separaten konstanten Motor, um die Scheibe zu drehen. Der Preis bezieht sich auf den Apparat ohne Motor und Objekttr\u00e4ger.\nNr. 225. Objekttr\u00e4ger hierzu nach Erdmann=Dodge. Als Objekttr\u00e4ger speziell f\u00fcr Buchstaben und Worte dient ein in einem Schlitten \u201everschiebbarer vertikaler Schirm\u201c mit einem Spalt O, in dessen Rahmen die Schriftzeichen eingeschoben werden. Sie bestehen aus schwarzen Papierbuchstaben, die auf Mattglaspl\u00e4ttchen arfgeklebt werden. Dem Apparat wird eine Serie von Buchstaben und W\u00f6rtern beigegeben.\nNr. 226. Tachistoskop nach Schumann. (Vgl. Sommer, die Ausstellung von exper. psyehol. Apparaten und Methoden bei dem 1. Kongreg f\u00fcr exper. Psychol, in Giegen, 1904, S. 14). Hier ist ebenfalls das Episkotisterprinzip verwendet, nur in etwas ver\u00e4nderter Form. Ein groges vertikales Rad von 75 cm Durchmesser, das in Kugellagern ger\u00e4uschlos l\u00e4uft, tr\u00e4gt an seiner Peripherie einen 8 cm breiten Ring,\nder aus 8 Oktanten besteht, die abgeschraubt werden k\u00f6nnen. Die meisten Oktanten sind einfache Blechstreifen. Einige jedoch sind besonders ausgestattet. Vor allem betrachte man den Oktanten, der in der Figur links unten liegt. Er besteht aus 2 Teilen; der eine linke sigt fest und reicht ungef\u00e4hr bis in die Mitte des Oktanten, der rechte l\u00e4gt sich \u00fcber den linken nach links hin schieben. Dadurch wird rechts ein Spalt frei. Die Skala dar\u00fcber gestattet, die Gr\u00f6ge dieses Spaltes abzulesen. Blickt man nun von vorne gegen den Ring, der mit Ausnahme des erw\u00e4hnten Spaltes ganz geschlossen sein mag, so wird ein dahinterstehendes Objekt so lange sichtbar, sein als eben der Spalt vorbeizieht. Wie bei den vorher beschriebenen Apparaten\n136","page":136},{"file":"p0137.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m b.H. G\u00d6TTINGEN\nwird die Expositionszeit durch Variierung der Spaltbreite ver\u00e4ndert, nachdem man vorher die Rotationsgeschwindigkeit des Rades so reguliert hat, dag durch Variieren der Spaltbreite der n\u00f6tige Bereich von Expositionszeiten herauskommt.\nDie Anwendung eines gro\u00dfen Rades statt einer Scheibe von relativ kleinem Durchmesser hat Vorteile. Um die n\u00f6tige Geschwindigkeit des Spaltes zu erreichen, kann das Rad viel langsamer gedreht werden als die Scheibe, da der Spalt weit vom Zentrum abliegt und sich entsprechend schneller bewegt. Es folgen somit die einzelnen Expositionen in relativ langen Pausen aufeinander, und, was die Hauptsache ist, man braucht nun keine eigene Vorrichtung, um die vorhergehenden und nachfolgenden Expositionen unwirksam zu machen Man kann dies vielmehr mit der Hand durch einen Schirm bewerkstelligen, den man in der Zwischenzeit vor und nach der Exposition wegnimmt bezw. vorh\u00e4lt. Andererseits kann man durch entsprechende Rotationsgeschwindigkeit des Rades die Zwischenzeit doch so kurz machen, dag bei der vorhergehenden Exposition der Fixationspunkt, bei der nachfolgenden der ausl\u00f6schende Reiz mit Erfolg angewendet werden kann. F\u00fcr den legteren ist noch eine andere Einrichtung vorhanden, die weiter unten besprochen wird.\nDer Apparat gestattet auch, zwei Expositionen von variabler Dauer kurz hintereinander, u. zw. wieder mit variabler Zwischenzeit, zu geben. Hierzu dienen die 2 Oktanten, die in der Figur links oben liegen. Sie sind \u00e4hnlich konstruiert wie der fr\u00fcher beschriebene Oktant. Ihre beiden beweglichen Schieber lassen zwischen sich einen variabeln Spalt frei. Derselbe ist jedoch unterbrochen erstens durch ein kleines St\u00fcck Ring, an welchem die 2 Schrauben zum Befestigen der Oktanten sigen. Zweitens sind an diesem Ringst\u00fcck 2 drehbare Schirmchen angebracht, die in der Figur schr\u00e4g nach hinten stehen. Wenn nun diese Stelle des Rades vor dem Auge vorbeizieht, so entstehen knapp hintereinander 2 Expositionen. Der Zwischenraum zwischen ihnen ist umso gr\u00f6ger, einen je stumpferen Winkel die 2 Schirmchen bilden, und umso kleiner, je spiger derselbe ist. So l\u00e4gt sich also die Zwischenzeit regulieren. Die Dauer der 2 Expositionen selbst wird durch die 2 ersterw\u00e4hnten Schieber reguliert. Will man diese Einrichtung nicht benugen, so schiebt man die Schieber zu, sodag der Ring an dieser Stelle ganz geschlossen ist.\nBen\u00f6tigt man eine gr\u00f6\u00dfere Zwischenpause zwischen den 2 Expositionen als sie hier erreichbar ist, so segt man den einen der eben erw\u00e4hnten 2 Schieber nicht in den unmittelbar ansto\u00dfenden, sondern in einen weiter entfernt liegenden Oktanten ein. Freilich lassen sich dann nicht alle m\u00f6glichen Zwischenpausen herstellen.\nSchlie\u00dflich ist noch der Oktant zu besprechen, der in der Figur rechts unten liegt. Er dient dazu, kurz nach der Exposition des Reizes ein Licht als \u201eausl\u00f6schenden Reiz\u201c ins Auge zu werfen. Er tr\u00e4gt einen 45\u00b0 gegen die Ebene des Rades geneigten Spiegel, der, wenn er vor das Auge kommt, ein rechts stehendes Licht in dasselbe reflektiert. Der Spiegel ist verschiebbar und seine Steilung an einer Skala abzulesen. Es l\u00e4\u00dft sich somit die Zwischenzeit zwischen Reiz und ausl\u00f6schendem Reiz variieren.\nDas Objekt wird in \u201eunendlicher\u201c Entfernung aufgestellt und durch ein Fernrohr monokular betrachtet. Dieses wird an dem vertikalen Stabe befestigt, der vorne unten an dem Gestelle angeschraubt ist. Da der Spalt unmittelbar am Fernrohr vorbeizieht, so werden seine R\u00e4nder verschwommen gesehen und ihre Bewegung f\u00e4llt weniger auf, als es bei scharfen R\u00e4ndern der Fall w\u00e4re. \u00c4hnlich wie beim Tachi-stoskop nach Exner hat das Fernrohr auch den Vorteil, dag der Spalt das Lichtb\u00fcschel an einer sehr engen Stelle unterbricht und doch das Objekt in relativ gro\u00dfem Gesichtswinkel, also relativ gro\u00df gesehen werden kann. Es wird daher schon bei geringerer Geschwindigkeit des Spaltes die Bewegung nicht mehr gesehen. W\u00fcrde das Objekt so gro\u00df und so nahe sein, wie es im Fernrohr erscheint, so w\u00e4re das Lichtb\u00fcschel an der Stelle, wo tats\u00e4chlich der Spalt liegt, wesentlich breiter und es w\u00e4re eine ausgedehntere Bewegung und eine gr\u00f6\u00dfere Geschwindigkeit des Spaltes n\u00f6tig\u00bb damit man dasselbe nicht mehr wahrnimmt. Die richtige Adaptation wird dadurch erreicht, dag die vorderen Seiten der Oktanten schwarz gestrichen sind und entsprechend beleuchtet werden.\n137","page":137},{"file":"p0138.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nEin Vorzug des Apparates ist es, dag er auch als Stroboskop verwendet werden kann. Es werden dann 8 gleiche Oktanten eingesegt, deren jeder 2 radialstehende Spalte tr\u00e4gt, so dag 16 solcher Spalte in gleichen Abst\u00e4nden auf dem Ringe verteilt sind. Auf der dem Beobachter abgewendeten Seite der Oktanten werden die Bilder durch Federn festgehalten und von hinten durch einen Spiegel gleichzeitig mit dem Vorbeiziehen des Spaltes ins Auge geworfen.\nDer Apparat erfordert einen separaten und sehr konstanten Motor. Die Axe hat 2 Sdinurseheiben von verschieden grogem Durchmesser.\nDer Preis bezieht sich auf den Apparat ohne Motor, Fernrohr und Objekttr\u00e4ger.\nNr. 226 a. Fernrohr hierzu.\nV\nNr. 227. Objekttr\u00e4ger zum schnellen Wechseln der Objekte. Unmittelbar hintereinander sind 3 Rahmen, in die Kartons von der Gr\u00f6ge 20X10 cm gesteckt werden k\u00f6nnen. Gew\u00f6hnlich werden dieselben in folgender Weise verwendet: Der vorderste Rahmen tr\u00e4gt den Karton mit dem Fixationspunkt, der zweite einen Karton\nmit dem zu beurteilenden Objekt (Buch-EjM. p\tstaben, W\u00f6rter, Zahlen, Striche etc.) der\nB\thinterste kann dazu verwendet werden,\n(x einen Karton mit dem ausl\u00f6sdienden Reiz zu tragen. Der hinterste Rahmen ist fest; die beiden vorderen sind so konstruiert, wie es das Schema zeigt. Der Rahmen ist durch einen Stab getragen, der bei a auf einer Axe sigt und links durch einen Elektromagneten EM hochgehalten wird. Wenn das Objekt gewechselt, also der hintere Rahmen sichtbar werden soll, so wird der Strom des Elektromagneten ge\u00f6ffnet und der vordere Rahmen f\u00e4llt schnell nach unten. Die Fallgeschwindigkeit wird hierbei durch die Feder F erh\u00f6ht. Da der Rahmen nicht pl\u00f6glich aufgehalten wird, so entsteht auch kein st\u00f6rendes Ger\u00e4usch.\nDie Ausl\u00f6sung des Falles, d. h. die Strom\u00f6ffnung kann auch vom Tachistoskop automatisch besorgt werden. Zu diesem Zwecke dienen die 2 gebogenen St\u00e4be, die rechts und links unten an dem Gestelle des Taehistoskopes befestigt sind. An ihnen werden in entsprechender Lage Umwerfkontakte angeschraubt, wie sie bei dem Kontaktpendel Nr. 15 beschrieben sind. Der eine Kontakt, welcher vor der Exposition ge\u00f6ffnet wird, l\u00e4gt den vordersten Rahmen mit dem Fixationspunkt fallen, der zweite, der kurz nach der Exposition ge\u00f6ffnet wird, bewirkt das Fallen des Rahmens mit dem\nObjekt und deckt dadurch den Rahmen mit dem ausl\u00f6schenden Reiz auf. An dem Rade des Taehistoskopes sigt ein kleiner Stift, welcher die Kontakthebel umwirft.\nNat\u00fcrlich kann der Apparat auch dazu be-nugt werden, in 2 kurz aufeinanderfolgenden Expositionen 2 verschiedene Objekte zu exponieren. In diesem Falle tr\u00e4gt der 3. Rahmen das 2. Objekt.\nNr. 228. Fallschirm zur Darbietung des Fixationspunktes. Der kleine Apparat dient dazu, vor der Exposition des Objektes einen Fixationspunkt erscheinen, denselben aber w\u00e4hrend der legten Umdrehung des Rades automatisch wegziehen zu lassen. Der Fixationspunkt wird auf dem in nebenstehender Figur sichtbaren Schirm markiert, und der Schirm zun\u00e4chst durch Elektro-magnete hochgehalten. Indem das Rad, \u00e4hnlich\n13$","page":138},{"file":"p0139.txt","language":"de","ocr_de":"1\t\t\n1\tbrlJNDLEK & nUYEK G. m. b. H. LrU I I HNLrEJN\t1\nwie es beim vorigen Apparat beschrieben ist, vor dem Vorbeiziehen des Spaltes einen Kontakt \u00f6ffnet, wird der Schirm losgelassen und das dahinterstehende Objekt sichtbar.\nSchirm und Elektromagnete sind auf einem Stativ befestigt und k\u00f6nnen in beliebiger H\u00f6he eingestellt werden.\nNr. 229. Tachistoskop nach Marbe. (Archiv f. d ges. Physiol. Bd. 107, S. 585). Der Apparat gestattet, zum Unterschied von den bisher beschriebenen Apparaten, zwei Bilder gleichzeitig zu exponieren u. zw. das eine der Bilder beliebig oft hintereinander jedesmal eine minimale Zeit, das andere Bild nur einmal dieselbe minimale Zeit. Er dient also speziell zur Untersuchung der Frage, ob das durch den einmaligen Reiz erzeugte Bild ebenso hell erscheint wie das Bild, welches entsteht, wenn derselbe Reiz mit einer zur Verschmelzung hinreichenden Frequenz geboten wird, oder ebenso hell wie das flimmernde Bild. Auf einige andere Fragen \u00fcber Farben, zu denen sich der Apparat eignet, ist weiter unten hingewiesen. Dieser speziellen Verwendung entsprechend ist der Apparat zun\u00e4chst nicht f\u00fcr Buchstaben u. dgl. eingerichtet, sondern f\u00fcr Farbenreize.\nDie Konstruktion ist \u00e4hnlich wie beim Tachistoskop nach Erdmann und Dodge, nur werden die Bilder mittels eines Projektionsapparates auf einen Schirm geworfen und statt eines Fallschirmes mit variablem Spalt sind 2 Schirmchen angewendet, von denen das eine den Spalt \u00f6ffnet, das andere schliegt. Die genauere Ausf\u00fchrung ist folgende: In den Strahlengang eines Projektionsapparates wird an der Stelle des Diapositivs ein Schirm eingesegt, welcher im Abstande von 7 mm zwei L\u00f6cher a und \u00df von 2 mm Durchmesser besigt. Von diesen entwirft der Projektionsapparat auf einem Schirm 2 helle, scharfe Bilder. Unmittelbar hinter dem Schirm mit den 2 L\u00f6chern rotiert eine Scheibe, deren Form das nebenstehende Schema zeigt. Bei einer Umdrehung wird das Loch a dreimal, \u00df einmal exponiert. Damit nun \u00df bei den n\u00e4chsten Rotationen nicht neuerdings Strahlen durchl\u00e4gt, sind auf der anderen, der Lichtquelle zugekehrten Seite des Schirmes \u00fcber dem Loche \u00df hintereinander 2 Elektromagnete angebracht, die kleine Fallschirmchen tragen. Diese letzteren sind so geformt, dag das eine das Loch deckt, wenn es vom Elektromagneten hochgehalten wird, und dag das andere das Loch erst beim Fallen verschliegt. Der durch die Elektromagnete gehende Strom wird nun durch eine Kontaktvorrichtung am Tourenz\u00e4hler, welcher an der Welle der rotierenden Scheibe sigt, bei jeder 100. Umdrehung ge\u00f6ffnet. Durch geeignete Stellung der Kontakte wird sodann zun\u00e4chst der erste Schirm losgelassen, u. zw. so, dag er f\u00e4llt, bevor vor dem Loch \u00df der freie Sektor der rotierenden Scheibe erscheint, und darnach wird in dem zweiten Elektromagneten der Strom ge\u00f6ffnet, u. zw. wieder in einem solchen Zeitpunkt, dag der Schirm bereits gefallen ist, bevor der freie Sektor das zweitemal vor \u00df vorbeizieht.\nAuger in dieser speziellen Weise kann der Apparat noch in mannigfacher anderer Weise verwendet werden. Will man nur ein Feld beliebig kurze Zeit und nicht periodisch exponieren, so verschliegt man einfach das Loch a. Durch Einschieben von Rauchgl\u00e4sern und gef\u00e4rbten Gl\u00e4sern kann man die Intensit\u00e4t und Farbe des Bildes variieren. Verwendet man eine Scheibe mit variablem freiem Sektor, welche jedoch nur das Loch \u00df deckt und a dauernd offen l\u00e4gt, so kann man die Nachbildphasen, welche bei einmaliger kurzer Reizung entstehen, mit dem konstanten Bild von a vergleichen. \u2014 Nat\u00fcrlich kann die Form und der Abstand der 2 L\u00f6cher auch anders gew\u00e4hlt und so Form und Abstand der Objekte variiert werden. Man hat dann einfach einen anderen Schirm einzusegen. U. s. f.\nDer Projektionsschirm wird dauernd st\u00e4rker oder schw\u00e4cher beleuchtet, je nach\n139","page":139},{"file":"p0140.txt","language":"de","ocr_de":"\t\t\n\t\u00f6ritNDLtiK Sc tiUrttK U.m.D.H. fj(J 1 1 HN(jh,JN\t\ndem Adaptationszustande, den man erzielen will. Nat\u00fcrlich mug die Beleuchtung stets so sein, dag sich das vom Projektionsapparat herkommende Bild noch deutlich vom Grunde abhebt. Dadurch, dag man den Schirm sieht, ergibt sich von selbst die richtige Akkommodation. Ein Fixationspunkt ist wohl nicht n\u00f6tig, namentlich dann nicht, wenn der eine von a herkommende Reiz dauernd wirkt.\nDie Episkotisterseheibe mug durch einen separaten konstanten Motor betrieben werden. Die Geschwindigkeit und Konstanz der Rotation l\u00e4gt sich durch den mit der Welle verbundenen Tourenz\u00e4hler und mit Hilfe einer */\u00f6 Sek. Uhr bestimmen.\nEin besonderer Vorzug des Apparates ist es, dag er sich auch f\u00fcr Demonstrationen und Massenversuche verwenden l\u00e4gt.\nDer Preis bezieht sich auf den Apparat ohne Projektionsvorrichtung und Motor.\nNB. Als Tachistoskope lassen sich von den fr\u00fcher erw\u00e4hnten Apparaten verwenden f\u00fcr rohe Versuche die Ged\u00e4chtnisapparate mit Ruckbewegung Nr. 212 bis 216. F\u00fcr akustische Reize eignen sich die Sirenen (vgl. Nr. 170d). Es sei darauf hingewiesen, dag die Liste der Tachistoskope in sp\u00e4teren Auflagen und in Nachtr\u00e4gen des Kataloges erg\u00e4nzt wird.\nIX. Apparate zur Pr\u00fcfung des Zeitsinnes.\nNr. 230. Kontaktapparat (Zeitsinnapparat) nach Schumann. (Zeitschrift f. Psych., Bd. 17, S. 253 ) Derselbe dient dazu, in beliebigen, sehr genau bestimmbaren und variierbaren Zeiten elektrische Kontakte auszul\u00f6sen. Er l\u00e4gt sich zu den verschiedensten Zwecken verwenden, u. a. zur Kontrolle des Hipp. Dis; wichtigste Verwendung ist aber die zur Untersuchung des Zeitsinnes und des Rhythmus. Es werden dann die einzelnen Kontakte mit Reizapparaten verbunden, z. B. mit einem Telephon, in welchem jedesmal ein kurzes, knallartiges Ger\u00e4usch entsteht; die zwischen je zwei solchen Ger\u00e4uschen liegenden Zeiten, die an dem Apparat beliebig eingestellt und zugleich gemessen werden k\u00f6nnen, werden beurteilt und verglichen.\nEin gugeisernes, auf 3 F\u00fcgen sicherstehendes Kreuz tr\u00e4gt einen horizontalen Ring von 42 cm Durchmesser, der eine Kreisteilung in Grade enth\u00e4lt. Genau zentrisch \u00fcber diesem Ringe dreht sich in Spigen eine vertikale Axe, an welcher der\n140","page":140},{"file":"p0141.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nDoppelhebel H und zwei verschieden gro\u00dfe Schnurscheiben si\u00dfen. An der Peripherie des Ringes k\u00f6nnen Kontaktvorrichtungen verschiedener Konstruktion aufgese\u00dft werden. Indem der erw\u00e4hnte Hebel bei der Drehung der Axe \u00fcber diese Kontaktvorrichtungen hinweggeht, schlie\u00dft oder \u00f6ffnet er einen Kontakt. Se\u00dft man mehrere solcher Vorrichtungen auf und se\u00dft den Hebel in gleichm\u00e4\u00dfige Bewegung, so ist die Zeit, die er braudit, um von einem Kontakt zum andern zu gelangen, genau proportional der Anzahl der Grade, die dazwischen liegen. Will man die absolute Zeit messen, braucht\nman nur die Umdrehungsgeschwindigkeit mit der \u2018/6 Sekundenuhr zu bestimmen.\n\nEs werden drei verschiedene Kontaktvorrichtungen gebaut. Eine ist so konstruiert, wie das nebenstehende Schema zeigt. Der sdiraffierte Teil Kr stellte den Querschnitt des Kreisringes dar. An ihm wird von au\u00dfen, in dem Schema von rechts, die Kontaktvorrichtung angese\u00dft und durch die Schraube S, befestigt. Dadurch, da\u00df die Nase n in eine entsprechende Nute des Ringes eingreift, ist ein sicheres Si\u00dfen des Kontaktes verb\u00fcrgt. Wenn man diese Sdiraube ein wenig lockert, kann man die Vorriditung bequem auf dem Ring verschieben, und so die Zeitintervalle schnell von Ver-\nsuch zu Versuch \u00e4ndern. Zwei Stellstifte a sorgen daf\u00fcr, da\u00df dabei keine Stauung in der Nute eintritt. Die jedesmalige Stellung des Kontaktes wird mittels des Zeigers Z auf der Teilung des Kreisringes abgelesen Der Zeiger si\u00dft, damit er von den oberen Teilen des Kontaktes nicht verdeckt wird, seitlich an dem St\u00fccke A. Auf dieses le\u00dftere sind rechts zwei Messingst\u00fccke \u00fcbereinander aufgese\u00dft, welche den starken, federnden Blechstreifen F einklemmen. Derselbe k'mn durch die Schraube S2 ein wenig nach unten gebogen werden. An seinem freien Ende tr\u00e4gt er zun\u00e4chst ein isolierendes Hartgummilager L, sodann einen Hartkupferblock B, an welchem eine Klemmschraube S\u201e si\u00dft.\nDieser Block wird nun von oben her eben ber\u00fchrt durch die Hartkupferfeder f. Dieselbe si\u00dft an dem fr\u00fcher erw\u00e4hnten Doppelhebel des Apparates, der hier in dem Schema durch das schraffierte St\u00fcck H repr\u00e4sentiert ist. Wenn H \u00fcber den Kontakt sich hinbewegt, so schleift f einen Moment auf dem Block auf und erzeugt einen kurzen Kontakt. Der elektrische Strom, der durdi diesen Kontakt geschlossen werden soll, wird dem Blocke durch die Klemmschraube S3 zugef\u00fchrt. Man mu\u00df dabei darauf achten, sehr leidite und leicht bewegliche Dr\u00e4hte zu benu\u00dfen, damit auf den Block kein Zug ausge\u00fcbt wird. Von der Feder geht der Strom weiter in den Hebel H und in die Axe und das Gestelle des Hauptapparates und kann durch eine der an der oberen Verbindungsleiste sichtbaren Klemmen weggef\u00fchrt werden.\nDie Dauer der kurzen Kontakte, die sidi mittels dieser Vorriditung erzeugen lassen, kann innerhalb gewisser Grenzen variiert werden. Dies ist wichtig, denn sehr kurze Stromschl\u00fcsse sind oft nidit im Stande den Reizapparat in T\u00e4tigkeit zu se\u00dfen, oder erzeugen zu schwache Reize. Man hat es also durch die gleich zu beschreibende Vorriditung auch in der Hand, bis zu einem gewissen Grade die Reizintensit\u00e4t zu regulieren.\n141","page":141},{"file":"p0142.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nDer Hartkupferblock B ist, wie das nebenstehende Schema zeigt, an seiner obersten Schichte dreieckig abgeschnitten. Je nachdem nun die Feder weiter rechts oder links \u00fcber den Block schleift, wird der Kontakt l\u00e4ngere oder k\u00fcrzere Zeit dauern. Man kann also die Kontaktdauer durch Verschieben der Feder variieren. Diese Verschiebung wird auf folgende Weise erreicht. Auf dem Hebel H gleitet in Schwalbenschwanzf\u00fchrung sehr exakt der Schlitten Sch. Rechts an denselben ist das vertikale St\u00fcck t, angesegt, in welches die Spindel der Mikrometer-Schraube S4 eingreift. Durch Drehen dieser Legteren kann man also den Schlitten nach rechts oder links schieben. Der t2 ist mit H verbunden und bildet den festen Halt f\u00fcr die Schraube. Zwischen t, und t2 ist eine kr\u00e4ftige Spiralfeder ausgespannt, die den Zweck hat einen toten Gang bei der F\u00fchrung des Schlittens zu verhindern. Es l\u00e4gt sich somit die Stellung desselben sehr genau regulieren. Die Befestigung der Feder f an dem Schlitten ist sehr einfach. Legterer tr\u00e4gt einen kurzen vertikalen Stab St,, welcher in ein konisches Loch des Schlittens genau pagt und durch Reibung hinreichend sicher h\u00e4lt. Der Stab hat eine vertikale Bohrung, durch welche ein d\u00fcnnerer Stab St2 von unten durchgesteckt und durch eine seitliche Schraube festgeklemmt wird. Dieser legtere tr\u00e4gt unten die Feder f.\nMan mug bei der Einstellung darauf achten, dag die Feder F sicher, aber doch nur ganz leicht \u00fcber den Block schleift. Zun\u00e4chst kann man dies dadurch regulieren, dag man sie in entsprechender H\u00f6he \u00fcber dem Block festklemmt. Eine genaue Regulierung ist erm\u00f6glicht durch die Klemme Ss, indem nicht die Feder verschoben, sondern der Block ein wenig gesenkt, oder wenn die Feder F schon ein wenig nach unten gebogen ist, etwas gehoben wird. Diese Feinstellung hat aber vor allem einen anderen Zweck, n\u00e4mlich den, eventuelle kleine Inkongruenzen in der Konstruktion der einzelnen Kontaktvorriehtungen auszugleichen. Diese \u00e4ugern sich, wenn man z. B. kurze Telephon-Ger\u00e4usche verwendet, dadurch, dag die einzelnen Kontakte ungleich starke Ger\u00e4usche ergeben. Das l\u00e4gt sich durch sorgf\u00e4ltige Einstellung der Schrauben S2 ausgleichen.\nDie eben beschriebene Kontaktvorrichtung wird dann benugt, wenn die zu beurteilenden Zeiten am Anfang und am Ende durch kurze Ger\u00e4usche begrenzt werden, oder wenn man Zeiten, die in dieser Weise begrenzt sind, durch einzelne kurze Zwischenreize, also diskontinuierlich, erf\u00fcllen will. Es eignen sich hierzu als Reizmittel vor allem der Schallhammer, das Telephon und der elektrische Taster nach Ewald. Die Intensit\u00e4t l\u00e4gt sich durch Widerst\u00e4nde regulieren, was sowohl f\u00fcr Zeitsinnversuche (Vergleichung stark und schwach begrenzter Intervalle) wie insbesondere\nf\u00fcr Rhythmusuntersuchungen von Wichtigkeit ist. Auch der elektrische Funken eines Induktors l\u00e4gt sich als akustischer oder visueller Reiz verwenden; doch mug man im legten Falle das Ger\u00e4usch d\u00e4mpfen. Es ist daher bequemer, Geigler\u2019sche R\u00f6hren zu benugen.\nDie beiden anderen Kontaktvorrichtungen sind so eingerichtet, dag ein Strom nicht momentan, sondern dauernd geschlossen bezw. ge\u00f6ffnet wird. Das nebenstehende Schema zeigt die Konstruktion n\u00e4her. Der untere Teil ist genau so gebaut, wie bei der fr\u00fcheren Kontakteinrichtung. Auch die Befestigung geschieht wieder mittels der Schraube S, und die Nase n greift in eine entsprechende Nute in dem Kreisring des Hauptapparates. An diesen unteren Teil ist zun\u00e4chst eine horizontale Grundplatte aus Hartgummi angeschraubt, welche in der Mitte ein Q-f\u00f6rmiges Messingst\u00fcck tr\u00e4gt. Zwischen dessen oberem und\n142\nkleine Tr\u00e4ger","page":142},{"file":"p0143.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nunterem Arm dreht sich in Spigen die vertikale Axe aa. Dieselbe tr\u00e4gt eine Hartgummischeibe und dar\u00fcber eine Messingscheibe. In der legteren sind die St\u00e4bdien s, ss eingeschraubt. Wenn nun der Zeiger des Hauptapparates in der Riditung des Pfeiles vorbeikommt, so nimmt er das St\u00e4bchen s, ein St\u00fcck mit. Hierzu dient der zur Vermeidung eines Anschlagger\u00e4usches mit Gummi \u00fcberzogene Stift St, der im vorigen Schema zu sehen ist. Die Ausgangslage von Sj ist durch das vertikale St\u00e4bchen s3 fixiert; man bringt s, in diese Lage, indem man an dem St\u00e4bchen ss angreift. Bei der Drehung von S[ wird auch die Axe und mit ihr die Hartgummischeibe gedreht. An ihr schleift eine gebogene Hartkupferfeder, die mit der Klemme K, in Verbindung ist, und deren Spannung, wenn n\u00f6tig, durch das Schr\u00e4ubchen S3 reguliert werden kann. An einem St\u00fcde der Peripherie in der Hartgummischeibe ist ein Platinstreifen eingelegt und zwar ist derselbe bei den zwei Kontaktvorrichtungen verschieden gelagert; bei der einen so, dag bei der Ausgangslage die Feder noch auf Hartgummi aufliegt, aber, so wie nur die geringste Drehung erfolgt, sofort das Platin ber\u00fchrt und auch bei der \u00e4u\u00dfersten Drehung in Kontakt mit demselben bleibt. Dieser Fall ist im Schema dargestellt, indem der Platinbelag durch den schraffierten Streifen angedeutet ist. Bei der anderen Kontakteinrichtung besteht in der Ausgangslage Kontakt; derselbe wird aber schon bei der kleinsten Drehung unterbrochen und wird nicht wieder geschlossen, bis s, in die urspr\u00fcngliche Lage zur\u00fcckgedreht wird.\nDa nun die Feder f mit der Klemme Klt der Platinbelag mit der Klemme Ka, die in der Figur hinten liegt, in Verbindung steht, so wird durch den Zeiger des Apparates der durch diese Klemmen geleitete Strom dauernd ge\u00f6ffnet, je nachdem man die eine oder andere Einrichtung benugt.\nb/Dn\nDaher eignet sich besser eine Gabel mit doppeltem Quecksilberkontakt nach Helmholg (vgl. Nr. 40), wie sie das Schema zeigt. An jeder Zinke ist isoliert ein Draht befestigt, der rechts und links in einen, der H\u00f6he nach verstellbaren Quecksilbernapf taucht.\n143\nMan braucht diese Kontaktvorrichtungen u. a., um Zeitstrecken kontinuierlich auszuf\u00fcllen. Verwendet man z. B., wie es meistens geschieht, Stimmgabel u. Telephon, so kann man das legtere einfach in die Nebenleitung des Stromes legen, welcher die Stimmgabel in Schwingung erh\u00e4lt. Diese Schaltung hat aber den Nachteil, dag sich die Intensit\u00e4t des Telephonger\u00e4usches nicht regulieren l\u00e4gt. Dieses entsteht n\u00e4mlich dadurch, dag sich bei der \u00d6ffnung des Kontaktes die Extrastr\u00f6me in der Nebenleitung entladen. Solche hochgespannte Str\u00f6me k\u00f6nnen aber durch Widerst\u00e4nde nicht merkbar geschw\u00e4cht werden. Ein Widerstand im Hauptstrom hingegen bringt die Gabel leicht zum Stehen.","page":143},{"file":"p0144.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nDer eine Napf, z. B. der linke, wird hochgestellt, so dag der Draht stets eintaucht, der andere so, dag, wenn die Gabel schwingt, der Draht bald eintaucht, bald nicht. Die obere Unterbrechung wird dazu benugt, die Stimmgabel in bekannter Weise dauernd in Schwingung zu versegen. Die untere wird in einen davon ganz unabh\u00e4ngigen Stromkreis geschaltet, welcher seine eigene Stromquelle hat und in welchen auch das Telephon und die Kontakte des Zeitsinnapparates gelegt sind. Hier kann man durch Widerst\u00e4nde die St\u00e4rke des Stromes innerhalb gewisser Grenzen beliebig variieren. \u00c4hnliches ist der Fall bei der von Schumann angegebenen Anordnung. Man l\u00e4gt eine Stimmgabel oder Lamelle mittels eines Resonators auf ein Mikrophon wirken und \u00fcbertr\u00e4gt den Ton von diesem auf ein in einem Nebenzimmer aufgestelltes Telephon. In diese legtere Leitung wird auch der Kontakt des Zeitsinnapparates eingeschaltet.\nWenn man sehr kurze Intervalle herstellen will, w\u00fcrden nach dem bisher Gesagten die beschriebenen Kontakte nicht verwendbar sein, insofern man sie nicht so nahe aneinander bringen kann. Darum ist der Hebel H doppelarmig und auf beiden Seiten gleich ausgestaltet, n\u00e4mlich mit Kontaktfeder f und einem Stift St versehen. Stellt man also die zwei Kontakte diametral, so kann man die Intervalle beliebig klein w\u00e4hlen. Dieser doppelarmige Hebel kann aber entfernt und durch einen einarmigen ersegt werden, welcher durch eine Bleiplatte aequilibriert ist. Wenn n\u00e4mlich 2 Hebel rotieren, ist es bei schneller Rotation schwer, sie von einander zu unterscheiden.\nEndlich ist noch eine Einrichtung zu erw\u00e4hnen, die sehr bequem und praktisch ist. Man stellt die Versuche meistens so an, dag von Versuch zu Versuch das Intervall ge\u00e4ndert wird. Die Kontakte m\u00fcssen sich also schnell und leicht verschieben lassen. Meistens wird nur ein Kontakt variiert. Obwohl die angegebenen Vorrichtungen sich ziemlich leicht verschieben lassen, ist doch eine bequemere Einrichtung w\u00fcnschenswert. Deshalb lieg Schumann einen Kontakt auf einen Hebel aufsegen, welcher unter dem Kreisring um die gleiche Axe wie der Hebel H drehbar ist. In Figur 1 tr\u00e4gt dieser Hebel den linken hinteren Kontakt. Er segt sich nach \u00e4ugen in einem kleinen Griff fort, an dem man anfagt, um ihn zu verschieben.\nDer Apparat mug durch einen sehr genauen Motor getrieben werden. Schumann benugte den Elektromotor nach Helmholg und erreichte eine so groge Genauigkeit, dag die mittlere Variation nur 1 Promille der Umdrehungszeit betrug.\nNr. 231. Kontaktvorrichtung hierzu f\u00fcr kurzdauernden Kontakt, wie sie oben beschrieben ist.\nNr. 232. Kontaktvorrichtung hierzu, f\u00fcr dauernde \u00d6ffnung oder f\u00fcr dauernde Schlie\u00dfung, wie sie oben beschrieben ist.\nNB. Als Zeitsinnapparat ist auch das Kontaktpendel Nr. 15 und das Universalpendel Nr. 16 zu benugen. Das erstere hat eine willk\u00fcrliche Skala, die erst zu eichen ist; das legtere eine Skala, die geeicht ist.\n\nX. Diverse Apparate.\nNr. 233. Sphygmograph mit Luft\u00fcbertragung. Eigenkonstruktion. Derselbe dient zur Aufzeichnung von Pulskurven, und zwar des Radialispulses. Nach dem Vorgang von Ludwig ist der Apparat in 2 getrennten Teilen hergestellt. Qie erste Figur zeigt den unteren Teil, den Basisrahmen, und seine Befestigung auf dem\n144","page":144},{"file":"p0145.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nUnterarme. Zugleich ist auf dieser Figur das Gestelle mit den Armlagern abgebildet, auf welches der Arm nach dem Vorg\u00e4nge von Ludwig aufgelegt wird.\nDer Basisrabmen besteht aus zwei Schienen, die an der unteren Seite, mit welcher sie auf dem Arme aufliegen, mit Tuch bekleidet sind. An den 4 Ecken des Rahmens sind drei Haken und eine Klemme befestigt. An den einen der Haken ist ein Band angebunden, welches in der Weise, wie die linke Figur zeigt, um den Arm geschlungen und schlie\u00dflich durch die Klemme eingeklemmt wird. Nachdem der Rahmen fest aufgebunden ist, se\u00dft man den eigentlichen Sphygmographen auf. Man braucht hierzu die Schraubenmutter M, welche auf dem Rahmen zu sehen ist, nicht abzunehmen, da die Grundplatte A des Sphygmographen eine \u00d6ffnung besi\u00dft, welche die Mutter durchtreten l\u00e4gt. Sodann bringt man den Sphygmographen in solche Lage, dag die Hartgummipelotte P gerade \u00fcber der Stelle der maximalen Pulserhebung liegt. In dieser Lage schraubt man ihn mittels der Mutter M fest.\nDas zweite Schema zeigt die Konstruktion des Sphygmographen selbst. An der schon erw\u00e4hnten Grundplatte A ist unten die kr\u00e4ftige Stahlfeder F angeschraubt, die die Pelotte tr\u00e4gt. Mittels der Schraube Sj wird die Feder so viel nach unten gebogen, bis die Pelotte fest aufliegt. \u00dcber ihr ist auf der Feder eine kurze Spi\u00dfe aufgese\u00dft, welche gegen die Gummimembrane einer Marey\u2019sdien Luftkapsel K dr\u00fcckt und die Schwingungen der Pelotte und damit die Pulsation auf diese \u00fcbertr\u00e4gt. Die Kapsel wird gehalten durch einen Hebel, welcher um die Axe a drehbar ist. Die Drehung wird mittels der Schraube Ss ausgef\u00fchrt, welcher eine heftige Spiralfeder F entgegen wirkt. Man ben\u00f6tigt diese Feinstellung, um die Kapsel genau einzustellen, so dag sie die Spi\u00dfe der Pelotte eben ber\u00fchrt. Die zule\u00dft erw\u00e4hnten Teile liegen hinter den \u00fcbrigen und sind in dem Schema darum gestrichelt gezeichnet.\nDie Konstruktion ist so ausgef\u00fchrt, dag keine Eigenschwingungen der bewegten Massen die Kurve beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. Die Feder F dr\u00fcckt die Pelotte fest auf die Pulsstelle auf, so dag sie allen feinsten Bewegungen der le\u00dfteren genau folgen mug. Ebenso mug die auf die Pelotte oben aufgese\u00dfte Spi\u00dfe dieser genau folgen, da sie mit ihr starr verbunden ist. Von der Pelotte zur Kapsel f\u00fchrt keine Gelenk\u00fcberse\u00dfung, so dag kein toter Gang vorhanden ist. Die Masse, die wirklich Eigenschwingungen ausf\u00fchren k\u00f6nnte, besteht somit nur in der Kapselmembrane und nat\u00fcrlich in der Membrane der Schreibkapsel samt dem Schreibhebel, sowie in der Luft zwischen diesen beiden. Diese Massen k\u00f6nnen aber wegen ihrer Leichtigkeit keinen bemerkenswerten Fehler hervorbringen. \u2014 Dag die Aufnahmekapsel und die Pelotte sich nicht in einer vertikalen Geraden, sondern in schwachem Bogen bewegen, kann bei dem grogen Halbmesser und bei den minimalen Bewegungen nichts ausmachen.\n/\n10\n145","page":145},{"file":"p0146.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 234. Qestell mit Armlager zum Sphygmographen. Das Gestelle ist in der vorigen Nummer in der 1. Figur zu sehen. Es wird mittels einer Zwinge an den Tisch geschraubt. Der linke vertikale Stab tr\u00e4gt das aus zwei B\u00fcgeln bestehende Armlager, der rechte einen B\u00fcgel zum Anfassen f\u00fcr die Hand. Der legtere steht auf dem Tisch auf; der erstere wird in solcher H\u00f6he eingestellt, dag die Hand etwas abw\u00e4rts gebogen ist. Auf diese Weise wird die Pulsstelle am besten hervorgekehrt.\nDiese Lagerung ist nicht unbedingt n\u00f6tig, doch hat es Vorteile, wenn Arm und Hand stets in derselben Lage sind. Unbedingt erforderlich ist dies aber, wenn man, wie es bei manchen Sphygmographen der Fall ist, die Bewegung der Pelotten direkt auf ein Kymographion \u00fcbertr\u00e4gt. In diesem Falle w\u00fcrden die unwillk\u00fcrlichen Bewegungen des Armes grobe Fehler hervorrufen.\nNr. 235. Pneumograph. Das Instrument dient dazu, Atem-Kurven aufzunehmen, indem es die Erweiterung oder Verengung des Brustumfanges durch Luft\u00fcbertragung \"einem Marey\u2019sehen Schreiber \u00fcbermittelt.\nMan h\u00e4ngt den Pneumographen zun\u00e4chst mittels eines Bandes, das an den zwei Ringen rr befestigt ist, und das man um den Hals schlingt, so auf, dag er mit seiner Grundfl\u00e4che g mitten auf der Brust aufliegt. Sodann f\u00fchrt man ein zweites Band, das an dem Ringe R befestigt ist, um den Brustkorb herum zur Klemme Kl, an welcher man es so befestigt, dag es straff gespannt ist.\nDie Basis g des Pneumographen wird durch eine starke, federnde Platte gebildet, an welcher rechts und links zwei getrennte Teile aufgesegt sind. Zun\u00e4chst sind an die Platte die zwei Messingst\u00fccke A und B angeschraubt; mit ihnen sind in starrer Verbindung erstens die zwei \u00e4ugeren Tr\u00e4ger mit dem Ringe R und der Klemme Kl, sodann die Tr\u00e4ger L t8 ta. Der erstere tr\u00e4gt den festen Teil der Kapsel K. Diese sigt an einem Stiel, der in dem Tr\u00e4ger verschoben und in beliebiger Lage festgeklemmt werden kann. t8 tr\u00e4gt ein sektoren\u00e4hnliches St\u00fcck C, welches drehbar ist und oben mit seinen Zacken in die Z\u00e4hne einer Zahnstange greift. Diese dreht sich um eine, im Tr\u00e4ger t8 oben gelegene Axe und wird durch die Feder f gegen C angedr\u00fcckt. Endlich ist C durch ein kleines Verbindungsst\u00fcck mit der Kapselmembrane verbunden.\nWenn nun der Patient oder die Versuchsperson einatmet und dabei den Brustkorb ausdehnt, so wird auf R und Kl ein Zug nach \u00e4ugen ausge\u00fcbt. Dabei biegt sich die Basisfeder ein wenig, so, wie sie in dem Schema gezeichnet ist, und es drehen sich die 2 getrennten Teile des Apparates etwa um die Punkte A und B. Und da der eine mit dem festen Teil der Kapsel, der andere mit der Membrane verbunden ist, so wird die Kapsel aufgebl\u00e4ht. Zieht sich umgekehrt beim Ausatmen der Brust-korb wieder zusammen, so strebt die Basisfeder genau in demselben Mage ihrer Ruhelage zu, dreht dabei die 2 Teile des Apparates wieder zur\u00fcck, und die Kapsel wird wieder zusammen- bezw. eingedr\u00fcckt.\n14*","page":146},{"file":"p0147.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN |\nBei der Analyse der Kurven ist darauf zu achten, dag, wie aus dem Gesagten hervorgeht, die Erhebung der Kurve der Ausatmung, die Senkung der Einatmung entspricht. Man ist zun\u00e4chst geneigt, die Kurve in umgekehrter Weise aufzufassen.\nDie Einrichtung mit dem gezackten Sektor C und der Zahnstange hat den Zweck, dag man einerseits in bequemer Weise die Membrane richtig spannen kann; andererseits dient sie zur Schonung der Membrane beim Aufbinden des Apparates. Man kann die Zahnstange n\u00e4mlich nach links \u00fcberschlagen, indem man an dem an ihrem Ende angebrachten Knopf anfagt. Dann k\u00f6nnen R und Kl stark auseinandergezogen werden, ohne dag die Kapsel zu stark aufgebl\u00e4ht und die Membrane zerrissen wird. Das Sektorenst\u00fcck C folgt n\u00e4mlich, wenn es nicht oben durch die Zahnstange gehalten wird, ohne wesentlichen Widerstand der Kapsel. Ein pl\u00f6gliches und heftiges Auseinanderziehen von R und Kl kommt aber bei den groben Manipulationen des Anbindens und Spannens des Bandes, namentlich wenn dieselben von Unge\u00fcbten vorgenommen werden, nicht selten vor. Auch versucht sich die Vp. dabei h\u00e4ufig in besonders tiefen Atemz\u00fcgen. Durch die erw\u00e4hnte Einrichtung ist aber das Instrument dabei vor Besch\u00e4digung geseh\u00fcgt.\nNr. 236. Cardiograph. Eigenkonstruktion. Der Apparat dient dazu, die einzelnen Phasen des Herzspigenstoges genau aufzuzeichnen. Die Konstruktion ist dieselbe wie beim Sphygmographen, nur f\u00e4llt der Basisrahmen weg. Daf\u00fcr sind an die Grundplatte g des eigentlichen Sphygmographen 3 kurze, verstellbare Hartgummif\u00fcge angesegt, durch die der Apparat so auf die Brust aufgestellt wird, dag die Pelotte genau \u00fcber der Stelle des Herzstoges zu liegen kommt. Bei l\u00e4nger fort-gesegten Messungen wird der Apparat mittels eines Gurtes um die Brust fixiert.\nXL Hilfsapparate.\nNr. 237. Elektromagnetischer Rotationsapparat nach Helmholtz. Der Motor besigt 2 Paare von Elektromagneten; die \u00e4ugeren stehen fest, die inneren\nsind an einer vertikalen, in Spigen laufenden Axe befestigt. Diese tr\u00e4gt oberhalb der Elektromagnete eine Stufenscheibe, von welcher die Bewegung durch Schn\u00fcre auf andere Apparate \u00fcbertragen wird. Damit die Bewegung auch f\u00fcr horizontale Axen verwertbar sei, ist links an den Apparat eine Stufenscheibe mit horizontaler Axe angesegt, auf welche die Bewegung durch 2 kleine R\u00f6llchen von der ersten Stufenscheibe her durch Schnurlauf \u00fcbertragen werden kann.\nUnten auf den L\u00e4ngsbalken des \u2022Kreuzes, auf welchem der Apparat ruht, ist ein isolierendes Brettchen\nio*\n147","page":147},{"file":"p0148.txt","language":"de","ocr_de":"! SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\naufgesetzt, das 2 Klemmen tr\u00e4gt und 2 Tr\u00e4ger, an denen die B\u00fcrsten befestigt sind, die den Strom bald in der einen, bald in der anderen Richtung den inneren Elektromagneten zuleiten. Die Klemmen f\u00fcr die \u00e4ugeren Elektromagnete sieht man an dem oberen Querbalken des Apparates.\nZwischen den B\u00fcrsten und den Elektromagneten tr\u00e4gt die Axe des Apparates eine von Helmholtz ersonnene, elektrische Reguliervorrichtung. Das Schema zeigt die\nKonstruktion deutlicher. An der Axe aa sitzt zun\u00e4chst unten eine isolierte Scheibe mit halbringf\u00f6rmigen Platinstreifen p, p2, an welchen die B\u00fcrsten sdileifen. Von den Streifen f\u00fchren Verbindungen zu den Klemmen K, K4. Die Reguliervorrichtung selbst sigt auf einem, im Schema schraffiert gezeichneten Messingst\u00fcck, welches fest mit der Axe verbunden ist. Am rechten Ende desselben ist oben ein Hartgummipl\u00e4ttchen und auf dieses ein _J\u2014 -f\u00f6rmiges Messingst\u00fcck aufgesetzt, welches den Hammer H tr\u00e4gt; der letztere ist um die Axe a drehbar. Wenn die Hauptaxe samt der ganzen Reguliervorrichtung gen\u00fcgend schnell rotiert, so wird der Hammer infolge der Zentrifugalkraft nach rechts abgehoben. Ihm wirkt aber eine Spiralfeder entgegen, die an dem Schlitten Sch befestigt ist und durdi die Schraube S mehr oder weniger gespannt werden kann. Eine Trommelablesung gestattet, dieselbe Spannung immer wieder herzustellen. In der Ruhelage liegt der Hammer H an dem Metall Stift chen a an, weldies von den \u00fcbrigen Teilen isoliert und nur mit der Klemme K2 verbunden ist. Endlich geh\u00f6rt zur Reguliervorrichtung nodi der Widerstand W, welcher aus einem auf eine Spule isoliert autgewickelten Neusilberdraht besteht.\nDiese Einrichtung wirkt in folgender Weise. Der Strom kommt durch die eine B\u00fcrste zun\u00e4chst zum Platinstreifen p, und zur Klemme k,. Von dieser f\u00fchrt ein Draht zu k2 und damit zum Stiftchen o. Wenn der Hammer an a anliegt, so geht der Strom durch ihn zur Klemme K3, zu den inneren Elektromagneten EM und von diesen zur Klemme K4, zum Platinstreifen p2 und durch die zweite B\u00fcrste in die Stromquelle. Ist aber der Hammer abgehoben, also mit a nicht in Kontakt, so mug der Strom von K2 durch den Widerstand in die Elektromagnete gehen.\nMan stelle nun zun\u00e4chst ungef\u00e4hr jene Rotationsgeschwindigkeit her, die man ben\u00f6tigt. Sodann werde die Spiralfeder so gespannt, dag sie eben noch den Hammer an a andr\u00fcckt, Macht man dann den Strom nur wenig st\u00e4rker, so wird die Rotation schneller und die Zentrifugalkraft st\u00e4rker als die Spiralfeder, der Hammer wird abgehoben und der ganze Strom mug durch den Widerstand gehen. Dadurch erf\u00e4hrt er nat\u00fcrlich eine Schw\u00e4chung, die Rotation wird langsamer, und der Hammer sinkt wieder zur\u00fcck und schliegt den Kontakt. Dadurch beginnt das Spiel aber von neuem. Der Hammer wird also best\u00e4ndig abgehoben und angezogen. Man h\u00f6rt daher ein fortw\u00e4hrendes leises Geklapper.\nMan mug den Apparat so einstellen, dag dieses Klappern eintritt und auch fortdauert. Nur dann hat man Gew\u00e4hr, dag die Reguliervorrichtung funktioniert und die Schwankungen in der Rotationsgeschwindigkeit ausgleicht. Die Genauigkeit ist dann aber eine sehr groge. Schumann fand die Schwankungen, die er mittels des Zeitsinnapparates (vgl. Nr. 230) konstatieren konnte, geringer als ein Promille.\n148","page":148},{"file":"p0149.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nDer Apparat dient zu Zwecken, wo es auf eine sehr gro\u00dfe Genauigkeit ankommt, wie bei Zeitsinnversuchen, beim Tachistoskop u. dgl. Er besi\u00dft nur eine geringe Kraft und wird durch Schwachstrom bedient.\nNr. 238.\tNr. 239.\nNr. 238. Schwachstrommotor ohne Reguliervorrichtung f\u00fcr 6\u201410 Volt.\nNr. 239. Kleinmotor f\u00fcr Starkstrom, Gleichstrom und Wechselstrom 110\nund 220 Voir. Pferdekraft '/so und l/so-\nNr. 240\tNr. 241.\nNr. 240. Starkstrommotor, mit im Fu\u00df eingebautem Anlasser und Regu= lierwiderstand und mit horizontaler Axe, f\u00fcr Gleichstrom und Wechselstrom 110 und 220 Volt. Pferdekraft '/io. Vs und Ve-\nNr. 241. Starkstrommotor mit vertikaler Axe, f\u00fcr Gleichstrom und Wechselstrom 110 und 220 Volt. Pferdekraft Vie. Vs und 7o-\nl'iinf'stu figer An lass widerstand, passend zu Nr. 239 und 241.\nNr. 244. Kleines mit Etui, zum Pr\u00fcfen von\nSchwachstromvoltmeter, in der Gr\u00f6\u00dfe von Stoppuhren, Akkumulatoren etc. sehr geeignet. Man legt das Ende der Schnur an den einen Pol und die aus dem Geh\u00e4use vorstehende Spi\u00dfe an den anderen.\nEin gr\u00f6\u00dferes und genaueres Instrument ist in den meisten F\u00e4llen \u00fcberfl\u00fcssig. Die \u00fcblichen gr\u00f6\u00dferen und exakteren Instrumente haben gegen\u00fcber diesem den Nadn eil, da\u00df man Dr\u00e4hte braucht, sie in Klemmen einschalten mu\u00df, und da\u00df sie volumin\u00f6ser und schwerer sind. Man entschlie\u00dft sich daher erfahrungsgem\u00e4\u00df leichter und \u00f6fter, dieses kleine und sehr handliche Instrumentchen zu benu\u00dfen, und es wird auf diese Weise mancher Schaden an Akkumulatoren vermieden. Me\u00dfbereich bis 5, 10, 25 oder 70 Volt.\n149","page":149},{"file":"p0150.txt","language":"de","ocr_de":"\t\t\n\torUNDLKK & MU Y \u00cbK cj. m. t>. H. Lr(J 1 I UNLrliJN\t\nNr. 245. Kleines Amp\u00e8remeter. Konstruktion und Vorz\u00fcge sind dieselben wie beim vorigen Apparate. Me\u00dfbereich bis 3, 5, 10 oder 20 Amp\u00e8re.\nNr. 246. Kleines Volt- und Amp\u00e8remeter. Hier sind die beiden vorigen Instrumente vereinigt. Die obige Figur zeigt dieses Instrument. An dem Geh\u00e4use sind 2 Spi\u00dfen angebradit, eine f\u00fcr die Messung der Volt, die andere f\u00fcr die Amp\u00e8re. Ebenso sieht man 2 verschiedene Skalen. Me\u00dfbereich bis 10 Volt und bis 5,10 oder 20 A mp.\nNr. 247. Anschlu\u00dfapparat f\u00fcr Starkstromleitung. Der Apparat dient dazu, den Starkstrom einer Lichtleitung soweit abzuschw\u00e4chen, da\u00df er auch f\u00fcr Apparate, die nicht Starkstrom verlangen, verwendet werden kann, ohne dieselben zu sch\u00e4digen. Die Zuleitung ist vollkommen isoliert, soda\u00df man mit dem ungeschw\u00e4chten Strom nie in Ber\u00fchrung kommen kann. Die Abschw\u00e4chung geschieht erstens durch eine bis vier Lampen, die einzeln aus- und eingeschaltet werden k\u00f6nnen; zweitens durch einen Schieferwiderstand, der aus einem auf eine Schieferplatte aufgewickeltem, nicht isoliertem Konstantandraht besteht. Durch Einschalten von mehr oder weniger Lampen und Ver\u00e4nderung des Widerstandes wird die elektromotorische Kraft des Stromes in der Nebenleitung, in welche die Apparate eingeschaltet werden, verringert oder erh\u00f6ht.\nBei der Bestellung ist anzugeben, ob der Apparat f\u00fcr 65, 110 oder 220 Volt\nNr. 248. StromschlUssel (Vorreiberschl\u00fcssel) nach Du-Bois-Reymond (Trockenkontakt). Auf einem isolierenden Grundbrettchen sind 2 Messingst\u00fccke befestigt, die je 2 Klemmenschrauben tragen. Zwischen ihnen liegt ein drehbarer Hebel. Wenn dieser mittels des Griffes nach unten an das Grundbrettchen angedr\u00fcckt ist, so liegt er fest und federnd an dem vorderen Messingst\u00fcck an und verbindet so dieses mit dem hinteren. Dr\u00fcckt man den Griff nach unten und dadurch den Hebel nach oben, so wird die Verbindung unterbrochen.\nDer Apparat ist, wie die Figur zeigt, auf eine Zwinge aufgese\u00dft, durch die er am Tischrand befestigt wird.\nNr. 248a. Derselbe ohne Zwinge.\ngeliefert werden soll.\nNr. 249. Taster. Derselbe kanngals^Stromsehl\u00fcssel verwendet werden, indem man den Taster niederdr\u00fcckt.\nUm einen dauernden Kontakt erzeugen zu k\u00f6nnen, ohne den Taster best\u00e4ndig niederdr\u00fccken zu m\u00fcssen, ist seitlich vom Tasterhebel auf dem Grundbrettchen ein federnder Streifen angebracht; wenn man diesen gegen die Mitte dreht, wird der Kontakt zwischen den Tasterklemmen dauernd geschlossen.\nNr. 250. Stromschl\u00fcssel f\u00fcr Quecksilberkontakt nach Du Bols-Reymond. Wenn man den Griff nach rechts umkippt, tritt der Draht, welcher von der Axe des Griffes aus in das Quecksilber taucht, aus diesem heraus, und der Strom wird ge\u00f6ffnet. Durch die umgekehrte Bewegung wird er geschlossen.\nMau verwendet das Instrument namentlich dort, wo es n\u00f6tig ist, einen Strom ger\u00e4uschlos zu schlie\u00dfen, wie z. B. bei Verwendung des Schallhammers.\nDas Instrument ist auf einen Eisensockel gese\u00dft, so da\u00df es sicher steht, was wichtig ist, damit das Quecksilber nicht versch\u00fcttet wird.\n150","page":150},{"file":"p0151.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 250 a. Derselbe, auf Brett, ohne Elsensockel. Nr. 250b. Derselbe, auf eine Zwinge aufgeschraubt.\nNr. 251. Derselbe, auf einer Zwinge befestigt.\nNr. 252. Umschalter f\u00fcr Trocken=Kontakt. St\u00f6pselkoutakt. Die Klemme K wird durch St\u00f6psel, die in der Mitte einzusegen sind, entweder mit Kt oder mit Ks verbunden.\nNr. 252a Derselbe, auf einer Zwinge befestigt.\nNr. 253. Derselbe. Schleifkontakt. Der schraffiert gezeichnete Hebel ist drehbar. In der schraffierten Lage verbindet er die Klemmen 1 und 2. Dreht man ihn in die gestrichelte Lage, so schleift er auf das mit der Klemme 3 verbundene Metallst\u00fcck auf und verbindet so 1 und 3. In der Mittellage sind alle 3 Klemmen isoliert.\nNr. 253a. Derselbe, auf einer Zwinge befestigt.\nNB. Die Umschalter 252 und 253 werden nat\u00fcrlich auch mit mehr als 2 Kontakten geliefert bei entsprechendem Mehrpreis.\nNr. 254. Schaltbrett f\u00fcr St\u00f6pselkontakte. Auf einem isolierenden Grund-\nsind 8 Klemmen K, bis K8\nbefestigt. Jede derselben sifet auf einem der schraffiert gezeichneten Messingst\u00fccke. Diese k\u00f6nnen durch St\u00f6psel miteinander verbunden und so die mannigfaltigsten Verbindungen zwischen den den Klemmen zugef\u00fchrten Dr\u00e4hten hergestellt werden. Solche Schaltungen ben\u00f6tigt man z. B., um mehrere Elemente parallel oder hintereinander zu schalten, oder beim Zeitsinnapparat, wo man manchmal eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Kontakten (z. B. 7) benutzt, oder bei Reaktionsversuchen, wenn man mehrere verschiedene : Reiz- oder Keaktionsapparate benufet. Man kann dann bequem und schnell bald diese, bald jene Apparate einschalten.\nNr 254a. Dasselbe, auf einer Zwinge befestigt.\nNr. 254b. St\u00f6pselschalter mit 6 St\u00f6pseln und 2 St\u00f6pselklemmen. Konstruktion und Zweck \u00e4hnlich wie oben, insbesondere zur Abnahme des Str. mes (mittels der 2 St\u00f6pselklemmen) von einer Batterie, deren Elemente parallel oder hintereinander geschaltet werden k\u00f6nnen.\n151","page":151},{"file":"p0152.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 255. Schaltbrett f\u00fcr Quecksilberkontakt. Der Apparat dient zu demselben Zwecke wie der vorige. Auf einem isolierenden Grundbrette sind 8 Klemmen\nKi bis K8 befestigt und jede mit einem Quecksilbernapf in Verbindung. Durch |\t|-f\u00f6rmig\ngebogene Kupferdr\u00e4hte k\u00f6nnen je 2 benachbarte N\u00e4pfe verbunden werden. Dadurch lassen sich wieder mannigfaltige Verbindungen zwischen den Klemmen herstellen und die Schaltungen leicht und ger\u00e4uschlos \u00e4ndern.\nDas Schaltbrett l\u00e4gt sich auch zum Kom-mutieren des Stromes verwenden. Man segt dann eine Pohlsche Wippe z. B. in die Klemmen K2 und K6 ein und verbindet K, und K\u201e K5 und Ks durch isolierte Kupferdr\u00e4hte. K, und K6 sind dann die Hauptklemmen, die man mit der Stromquelle verbindet, von Kt und K5 z. B. nimmt man den Strom f\u00fcr die Apparate ab (vgl. Nr. 259).\nDas Instrument mu\u00df mit einer Zwinge an dem Tisch befestigt werden, damit das Quecksilber nicht versch\u00fcttet wird.\nWippe dazu.\nKl Kz K\u00e2 K4\nKs Ke K7 Ks\nNr. 255 a. Dasselbe, auf einer Zwinge befestigt.\nNr. 255b. Dasselbe auf Bisensockel. Durch die Befestigung mittels einer Zwinge wird der Tisch leicht besch\u00e4digt. Deshalb ist hier das Instrument auf einen Eisensockel gesegt, durch den es hinreichend sicher steht.\nNr. 256. Klemmen, zum Verbinden lose\nh\u00e4ngender Dr\u00e4hte.\nNr. 256 a. Klemmen, auf Holz (Tisch) oder Metall aufzuschrauben.\nNr. 257. Klemmen, auf einer isolierenden Platte mit Schraubzwinge.\nNr. 258 Stromwender (Kommutator) nach Rumkorff (Trockenkontakt). Die Stromwender oder Kommutatoren dienen dazu, durch eine einfache schnelle Bewegung die Richtung, in der der Strom die Apparate durchl\u00e4uft, \u00e4ndern zu k\u00f6nnen. Bei den psychologischen Experimenten ben\u00fcgt man dieses Instrument gew\u00f6hnlich zu dem Zwecke, dag sich kein remanenter Magnetismus in den Elektromagneten der Apparate entwickeln kann, welcher die Funktionsweise des Apparates oft st\u00f6rend beeinflussen w\u00fcrde.\nAuf einem Hartgummibrettchen erheben sich zwei Messingb\u00f6cke, die eine horizontale Axe tragen. An dieser sigt ein Hartgummizylinder, welcher zwei gegen\u00fcberliegende Messingw\u00fclste tr\u00e4gt. Die Axe geht\n152","page":152},{"file":"p0153.txt","language":"de","ocr_de":"SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\ndurch den Zylinder nicht ganz durch, sondern ist in der Mitte unterbrochen. Das Schema, welches den Apparat von oben gesehen darstellt, zeigt diese Einrichtung. Die W\u00fclste sind schraffiert gezeichnet. Das eine St\u00fcck a der Axe ist mit dem Wulste wu das andere mit dem Wulste w\u201e verbunden. Wenn die Axe gedreht wird, so ber\u00fchren die W\u00fclste die zwei auf dem Grundbrett befestigten aufw\u00e4rtsgebogenen Blechstreifen, welche in der Figur rechts und links zu sehen sind. Die Streifen federn und sind so gebogen, dag ein sicherer Kontakt entsteht. Endlich besigt der Apparat 4 Klemmen; das eine Paar ist mit den Axenh\u00e4lften, das andere mit den beiden eben erw\u00e4hnten Blechstreifen verbunden.\nMan verbindet nun die Pole der Stromquelle mit dem einen Paar der Klemmen, z. B. mit denen, die mit den Tr\u00e4gern der Axenh\u00e4lften verbunden sind, und leitet von dem anderen Paare aus den Strom in die Apparate. Welche man mit der Stromquelle, welche mit dem Apparatstrom verbindet, ist gleiehgiltlg. Es ergibt sich nun leicht, wieso der Strom gewendet wird. Die beiden Schemen stellen Bei der einen liegt der Wulst wt so, dag er mit K2, bei der andern so, dag er mit Kt verbunden ist. Tritt der Strom bei a in den Kommutator, so geht er bei der ersten Lage durch K, in die Apparate, kommt bei K2 zur\u00fcck, und geht durch ws und b in die Stromquelle. Bei der zweiten Lage l\u00e4uft er von K2 aus in die Apparate, durchfliegt dieselben also in umgekehrter Richtung.\nWenn man die Axe so dreht, dag die W\u00fclste nach oben bezw. unten stehen, so sind alle 4 Klemmen isoliert. Man kann daher das Instrument als Stromschl\u00fcssel verwenden. Auch als Umschalter ist es zu gebrauchen. Man verwendet zu diesem Zwecke z. B. die Klemmen K, K, und die bei a. Bei der einen Lage der Axe ist a mit Kj, bei der anderen mit K, verbunden.\nNr. 259. Wippe (Stromwender, Kommutator) nach Pohl. Der Zweck des Instrumentes ist derselbe wie beim vorigen. Es unterscheidet sich von diesem dadurch, dag Quecksilberkontakte verwendet sind.\nIn ein rundes Grundbrett aus Holz sind 6 Quecksilbern\u00e4pfe eingelassen. Jeder derselben steht mit einer seitlichen Klemme in Kontakt. Die Paare 4 und 5, 3 und 6 der N\u00e4pfe (siehe das Schema) sind durch je einen isolierten Kupferdraht verbunden. \u00dcber den N\u00e4pfen erhebt sich ein Drahtgestelle, welches hin- und hergewippt\nwerden kann und dem Apparat seinen Namen gegeben hat. Es ruht auf 2 Dr\u00e4hten, die in die N\u00e4pfe 1 und 2 tauchen, unten in dieselben eingehakt und oben durch ein Hartgummist\u00fcck, welches gleichzeitig als Griff dient, verbunden sind. Die Dr\u00e4hte reichen nur ein St\u00fcck in den Hartgummigriff hinein und ber\u00fchren sich in demselben nicht. Von jedem der Dr\u00e4hte geht ein halbkreisf\u00f6rmiger B\u00fcgel nach abw\u00e4rts. Kippt man die Wippe nach links, so tauchen die beiden linken Enden dieser B\u00fcgel in die N\u00e4pfe 3 und 4, kippt man sie nach rechts, so tauchen die anderen Enden in die N\u00e4pfe 5 und 6. Dadurch werden aber die Klemmen 1 und 2 im ersten Falle mit den beiden linken, im zweiten mit den beiden rechten Klemmen verbunden.\ndie verschiedenen Lagen dar.\n153","page":153},{"file":"p0154.txt","language":"de","ocr_de":"\t\t\n\torliNULbK & rtUYrtK li.m.b.H. u(J 1 1 UNLritiN\t\nda aus zur\u00fcck.\nMan leitet nun den Strom, den man in verschiedener Richtung durch die Apparate senden will, zun\u00e4chst zu den Klemmen 1 und 2, die deshalb als Hauptklemmen bezeichnet seien. Sie sind schon optisch dadurch ausgezeichnet, dag der Hartgummigriff in ihrer Verbindungslinie liegt. Dann betrachtet man entweder die zwei linken Klemmen 3 und 4 oder die zwei rechten 5 und 6 als die Pole der Stromquelle, leitet also z. B. von 3 aus den Strom in die Apparate und nach 4 zur\u00fcck.\nDann geht bei der ersterw\u00e4hnten linken Lage der Wippe der Strom, der bei 1 eintreten m\u00f6ge, zun\u00e4chst nach 3, von durch die Apparate gegen 4, durch die Wippe nach 2 und zur Stromquelle Bei der andern, rechten Lage der Wippe geht er von 1 nach 5, von dort durch den diametralen Kupferdraht nach 4, von hier aus durch die Apparate zu 3, 6 und wieder durch 2 zur\u00fcck. W\u00e4hrend er also fr\u00fcher in der Richtung von 3 nach 4 ging, geht er jegt von 4 nach 3, d. h. er ist kommutiert.\nDie Wippe l\u00e4gt sich wie das vorige Instrument auch zu anderen Zwecken verwenden. Zun\u00e4chst kann sie als Stromschl\u00fcssel, d. h. zum \u00d6ffnen und Sehliegen eines Stromes verwendet werden. Ferner kann man sie als Umschalter benugen. Verwendet man n\u00e4mlich die Klemmen 1, 3 und 5, so sind bei der einen Lage der Wippe 1 und 3, bei der anderen 1 und 5 in Verbindung. Auch folgende Verwendung ist manchmal von Wert: Wenn man die Wippe z. B. nach links kippt, so sind 1, 3 und 6 einerseits und 2, 4 und 5 andererseits verbunden. Man kann die Wippe in dieser Weise z. B. bei der Schaltung 2b der Reaktionsversuche (siehe Seite 97) verwenden.\nDie Wippe soll mit einer Zwinge am Tisch befestigt werden, damit durch Anstogen, Ziehen an den Dr\u00e4hten u. dgl. kein Quecksilber versch\u00fcttet wird.\nNr. 259 a. Dieselbe mit Zwinge. Damit das Instrument sicher steht, ist es auf eine Zwinge aufgeschraubt, durch die es am Tische befestigt wird.\nNr. 259 b. Dieselbe auf Eisensockel. Durch das Befestigen mittels Zwinge wird der Tisch leicht besch\u00e4digt. Daher ist hier die Wippe auf einen Eisensockel ge-segt, um sicher zu stehen.\nNr. 260. Wippe nach Ewald. (Dumreicher, zur Messung der Reaktionszeit, Dissert., Strag-burg, 1899, S. 37). Dieser Apparat dient dazu, gleichzeitig einen Kontakt zu \u00f6ffnen und einen andern zu sehliegen. Er wurde schon auf Seite 97 erl\u00e4utert.\nNr. 261. Schieferwiderstand. Ein nicht isolierter Konstantandraht von bestimmter Dicke und L\u00e4nge ist so auf Schiefer aufgewunden, dag die einzelnen Windungen einander nicht ber\u00fchren. Dar\u00fcber l\u00e4gt sich an einer F\u00fchrungsstange ein\nmit isoliertem Griff versehener Schieber nach rechts und links schieben, der federnd und sicher auf dem Widerstand schleift. Die Enden des Drahtes sind mit den beiden auf dem Grundbrett rechts und links zu sehenden Klemmen in Verbindung.\n154","page":154},{"file":"p0155.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\n-5\nMit dem Schieber ist die redits oben befindliche Klemme durch die F\u00fchrungsstange verbunden. Leitet man nun einen Starkstrom zu den erstgenannten Klemmen 1 und 2, so kann man von ihm je nach der Stellung des Schiebers einen st\u00e4rkeren oder schw\u00e4cheren Strom abnehmen. Will man den Strom nur wenig schw\u00e4chen, so leitet man ihn bei 1 ein und bei 3 weg. Je nach der Schieberstellung ist dann mehr oder weniger Widerstand eingeschaltet.\n\nSchief er gro\u00dfe 200X50X20 mm\nMaximal- Belastung\tWiderstand\n0,3 Amp.\tca. 650\t2\n0,45 \u201e\t,. 420\t\u201e\n0,6 \u201e\t230\t\u201e\nL\u2014 \u201e\t\u201e 150\t\u201e\n1,2\to o\nL5 \u201e\t\u201e\t65\t\u201e\n2- \u201e\t\u201e\t35\t\u201e\n3,- \u201e\t\u201e\t24\t\u201e\n4,- ,,\t\u201e 16 .,\n5- \u201e\t\u201e 8 \u201e\n7,- \u201e\t\u201e\t5\t\u201e\n10,- \u201e\t\u201e\t2,5 \u201e\n15,- \u201e\t\u201e\tl,-\u201e\n20,- \u201e\t0,5 \u201e\nSchiefergr\u00f6ge\n300x50x25 mm\nMaximal- Belastung\tWiderstand\n0,3 Amp.\tca. 1200 <2\n0,45\t,\t,, 800 \u201e\n0,6 \u201e\t\u201e\t450 \u201e\n1,- \u201e\tCO o o\n1,2 ,,\t\u201e 220 \u201e\n1,5\t\u201e\t\u201e 120 \u201e\n2,- \u201e\t70 ,.\n3,- \u201e\t\u201e\t45 \u201e\n4- \u201e\t\u201e 28 \u201e\n5,- \u201e\t\u201e\t15 \u201e\n7,- \u201e\t\u201e 8 \u201e\n10,- \u201e\t\u201e\t4 \u201e\n15- \u201e\t\u201e 2 \u201e\n20,\u2014 \u201e\t1 \u201e\nSchiefergr\u00f6ge 300X60X35 mm\nMaximal- Belastung\tWiderstand\n0,3 Amp.\tca. 1500 \u00e72\n0,45 \u201e\t\u201e 1000 \u201e\n0,6 \u201e\t\u201e 600 \u201e\n1,- \u201e\t\u201e\t360\t\u201e\n1,2 ,\tCO CO o\n1,5\t\u201e\t,,\t150\t,,\n2,\u2014 \u201e\t90\t\u201e\n3,- \u201e\t55\t\u201e\n4,- \u201e\t\u00bb\t36\t\u201e\n5,\u2014 \u201e\t\u201e 18 \u201e\n7,- \u201e\t\u201e io \u201e\n10,- \u201e\t\u201e\t5\t\u201e\n15\u2014 \u201e\t2,5 \u201e\n20,- \u201e\t1,5 \u201e\nNr. 261 a. Pr\u00e4zisionsschieferwiderstand. Er unterscheidet sich vom vorigen nur dadurch, dag die F\u00fchrungsstange mit einer Skala versehen ist, so dag man die Stellung ablesen und immer wieder genau hersteilen kann. Auch l\u00e4gt sich der Widerstand eichen. Durch diese Einrichtung wird der Preis erh\u00f6ht.\nNr. 262. \u00fcniversalschieferwiderstand. Er besteht aus 2 Schieferleisten, deren eine mit d\u00fcnnem, deren andere mit dickem Draht umwunden ist. Der Widerstand der ersteren ist zehnmal so grog wie der der legteren. Jede ist mit einem eigenen Schieber versehen. Dadurch kann man den Gesamtwiderstand sowohl innerhalb sehr weiter Grenzen wie auch gleichzeitig mit gro\u00dfer Genauigkeit regulieren. Der eine Schieber dient sozusagen zur groben, der andere zur feinen Einstellung. Das Schema gibt die Schaltung an. Man f\u00fchrt den Starkstrom bei den Klemmen a at ein. Den Schwachstrom nimmt man bei c ct ab. c u. c, sind Doppelklemmen, so dag man gleichzeitig ein Voltmeter V einschalten kann. Verbindet\n155","page":155},{"file":"p0156.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\ngelegenen Widerst\u00e4nde geschw\u00e4cht, keiten wie beim vorigen Instrument.\nman b und bi, so liegen die Apparate in einer Nebenleitung, l\u00f6st man diese Verbindung, so geht der ganze Strom in die Schwachstromleitung und ist nur durch die zwischen den Schiebern und den Klemmen a\nMan hat also dieselben zwei Schaltungsm\u00f6glich-\nSehiefergr\u00f6ge 200X50X20 mm\t\tSehiefergr\u00f6ge 300X50X25 mm\t\t\tSehiefergr\u00f6ge 300X60X35 mm\t\nMaximal- Belastung\tWiderstand\tMaximal- Belastung\tWiderstand\t\tMaximal- Belastung\tWiderstand\n7 Amp.\tca. 5 il\t7 Amp.\tca.\t8\til\t7 Amp.\tca. 10 H\n20\t\u201e\t0,5 ,.\t20\t1\t\t20\t1,5 \u201e\n5\t\u201e 8 \u201e\t5\t\u201e\t15\t\t5\t18 \u201e\n15\t1 \u201e\t15\t,, 2,0\t\t15\t2,5 ,,\n3\t.,\t24\t\u201e\t3\t45\t\t3\t\u201e\t55\t\u201e\n10\t\u201e\t2,5 \u201e\t10\t4,0\t\t10\t\u201e\t5\t\u201e\n1,5\t\u201e\t\u201e\t65\t\u201e\t1,5\t.,\t\u201e 120\t\t1,5\t,\t,,\t150\t.,\n7\t\u201e\t5\t\u201e\t7\t8\t\t7\t10 \u201e\n1,2 \u201e\t\u201e 100 \u201e\t1,2 \u201e\t\u201e 220\t\t1,2 \u201e\t\u201e 280 \u201e\n5\t., 8 \u201e\t5\t15\t\t5\t18 \u201e\n1\t\u201e 150\t\u201e\t1\t.,\t300\t\t1\t\u201e\t360\t\u201e\n4\t,, 16 \u201e\t4\t28\t\t4\t36\t\u201e\n0,6 \u201e\t,\t230\t.,\t0,6 \u201e\t\u201e\t450\t.\t0,6 \u201e\t\u201e 600 \u201e\n3\t\u201e\t24\t.,\t3\t>\t4rS\t\t3\t,,\t55\t,,\n0,45 \u201e\t\u201e 420\t\u201e\t0,45 ,,\t., 800\t\t0,45\t,\t\u201e\t950\t,\n2\t\u201e\t35\t\u201e\t2\t70\t\t2,00 \u201e\t90\t\u201e\n0,3\t\u201e\t\u201e 650\t,,\t0,3\t\u201e\t\u201e 1200\t\t0,3\t\u201e\t\u201e 1500\t\u201e\n1,5\t\u201e\t\u201e\t65\t\u201e\t1,5\t\u201e\t\u201e 120\t\t1,5\t\u201e\t\u201e\t150\t\u201e\n0 3\t\u201e\t\u201e 650\t\u201e\t0,3\t\u201e\t\u201e 1200\t\t0,3\t\u201e\t\u201e 1500\t\u201e\n3\t\u201e\t24\t\u201e\t3\t45\t\t30 \u201e\t\u201e\t55\t\u201e\n0,3\t,.\t\u201e 650\t\u201e\t0,3\t\u201e\t\u201e 1200\t\t0,3\t\u201e\t\u201e\t1500\t\u201e\n5\t\u201e 8 \u201e\t5\t15\t\t5,0\t\u201e\t\u201e 18 \u201e\n0,45 \u201e\t\u201e 420\t\u201e\t0,45\t\u201e\t\u201e 800\t\t0,45\t\u201e\t\u201e\t950\t\u201e\n5\t\u201e\t\u201e 8 \u201e\t5\t\u201e\t15\t))\t5,0\t\u201e\t\u201e 18 ,,\nNr. 264. Wassermotor. An den Hahn einer Wasserleitung anzuschliegen. Er l\u00e4gt sich z. B. zum Treiben von Kymographien verwenden und \u00fcberhaupt dort, wo es keiner sehr gro\u00dfen Kraft und keiner sehr gro\u00dfen Konstanz bedarf. \u00dcbrigens d\u00fcrfte seine Konstanz nicht hinter der der Elektro-motore zur\u00fcckstehen. Freilich wird dies von den lokalen Umst\u00e4nden des Wasserdruckes abh\u00e4ngen.\n156","page":156},{"file":"p0157.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 263. Allseitig verstellbare elektrische Lampe. Aus dem 1 m hohen Stativ l\u00e4gt sieh ein Stab herausziehen und in beliebiger H\u00f6he durch eine Schraube festklemmen. Er segt sich in einen 1 */, m langen, aus kleinen Ringgliedern zusammengesegten und daher allseitig verstellbaren Arm fort, der an seinem Ende eine elektrische Lampe tr\u00e4gt. Derselbe ist so steif, dag er in jeder Lage die Lampe h\u00e4lt.\nDer Apparat ist sehr bequem. Man kann die Lampe mit einem Griff in die Lage bringen, in der sie am besten ein Objekt beleuchtet, was man sonst oft nur mit vieler M\u00fche und mit Zuhilfenahme von Tischen, Kistehen, Stativen, Muffen etc. notd\u00fcrftig erreicht.\nNr. 265. Tourenz\u00e4hler, mit Ablesung der Tourenzahlen bis zu 10000 und mit Nullstellung. Der gr\u00f6gere Zeiger gibt die Einheiten, der kleinere die Hunderter an (\u00e4hnlich wie beim Hipp). Der kleinere Zeiger kann vor jeder Bestimmung in die Nullstellung gebracht werden. Das in der Figur nach links stehende Ende wird an die Axe (z. B. des Kreisels), dessen Tourenzahl man messen will, angelegt. Und zwar wird, wenn die Axe in der Mitte eine kleine Vertiefung hat, die dreikantige Spige des Tourenz\u00e4hlers, wie sie an den beiden n\u00e4chsten Figuren zu sehen ist, in die Vertiefung hineingedr\u00fcckt. Wenn die Axe eine Spige hat, so wird die beigef\u00fcgte H\u00fclse \u00fcber das dreikantige Ende des Tourenz\u00e4hlers gesteckt, auf dem sie ganz sicher sigt, und sodann das Instrument mit der anderen, freien Seite der H\u00fclse an die Spige der Axe angehalten (vgl. die Figur).\nNr. 265 a. Derselbe, andere Konstruktion. Die Tourenzahl bis 9999 ist hier sehr bequem durch die 4 Ziffern, welche hinter den kleinen \u00d6ffnungen zu sehen sind, abzulesen. Im \u00dcbrigen gilt alles oben Gesagte.\n157","page":157},{"file":"p0158.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 265 b. Tourenz\u00e4hler, mit Qlocke. Das Instrument ist \u00e4hnlich konstruiert wie Nr. 265. Nur hat es blog einen Zeiger, welcher an der Kreisteilung die Tourenzahlen bis 100 angibt. Daf\u00fcr wird bei jeder hundertsten Umdrehung \u00e4hnlidi wie bei Metronomen ein Glockenschlag ausgel\u00f6st. Man kann dann mit der Stoppuhr sehr bequem und genau die Tourenzahl bestimmen. Man segt den Tourenz\u00e4hler an, l\u00e4gt ihn erst in Gang kommen, beginnt dann von einem beliebigen Glockensd\u00fcag an zu z\u00e4hlen, indem man gleichzeitig die Uhr stoppt, z\u00e4hlt z. B. bis zum 50. Schlage und stoppt beim legten wieder die Uhr. Dies ergibt eine sehr genaue Bestimmung der Tourenzahl.\nNr. 266. Dosenlibelle.\nNr. 266a. Korrektions-Wasserwage, Messingrohr, starke eiserne Sohle; die Parallelstellung des Rohres zum Grundbrett ist durch eine Schraube zu korrigieren.\nNr. 267. Transmission, Stufenscheibe. Eine Axe tr\u00e4gt mehrere Rollen von verschiedenem Durchmesser, dieselben sind aus Eisen, so dag die ganze Stufenscheibe eine betr\u00e4chtliche Masse darstellt, welche durch ihre Tr\u00e4gheit eventuelle Unregelm\u00e4gigkeiten der Motorbewegung ausgleicht. Die Axe dreht sich in Spigen und l\u00e4uft trog des betr\u00e4chtlichen Gewichtes der Eisenscheiben sehr leicht. Durch Lockern der Schraube S kann man sie herausnehmen, um die Schnur \u00fcber die Rollen zu legen. Der ganze Apparat ruht entweder auf der Platte AB \u2014 dann steht die Axe vertikal, oder auf der Platte A C \u2014 dann steht die Axe horizontal. Der Apparat ist so massiv, dag er nicht besonders befestigt werden mug, um sicher zu stehen.\nZZZZZZZZZZZZZZt\nNr. 268. Dieselbe, leichter gebaut. Die Axe wird nur einseitig gehalten, so dag man die Schnur ohne weiteres \u00fcberlegen kann. Der Scheibe ist ein Stab beigegeben, in dessen Kopf die Axe sowohl horizontal wie auch vertikal befestigt werden kann. Der Stab selbst kann samt der Scheibe in beliebiger H\u00f6he in einer Zwinge (vgl. Nr. 271) eingestellt werden.\n15$","page":158},{"file":"p0159.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr. 269. Dieselbe, mit Zahnradiiber-setzung und 2 Stufenscheiben. Bei einer Umdrehung der Axe c macht infolge einer Zahnrad\u00fcbersegung b10 und aIOO Umdrehungen.\nNr. 270. Zwinge zum Befestigen von Apparaten, Stativen etc. am Rande des Tisches. Dies ist namentlich n\u00f6tig bei Apparaten, die genau die gleiche Lage beibehalten m\u00fcssen, wie z. B. der Fallhammer, oder von solchen, die Quecksilber enthalten, oder von solchen, die bewegt werden. Die Figur zeigt einen der legteren, n\u00e4mlich einen Lippenschl\u00fcssel, an einem Stativ befestigt (vgl. Nr. 204).\nNr. 271. Zwinge zum Befestigen von St\u00e4ben in horizontaler und vertikaler Richtung. Die Zwinge besigt eine horizontale und eine vertikale Bohrung. Es kann gleidizeitig nur 1 Stab befestigt werden, der horizontale oder der vertikale. Die Zwinge eignet sich besonders f\u00fcr Stirnhalter, Beigbrettchen u. dgl.\nNr. 272. Einfache Stative, a) mit einer rechteckigen Grundplatte, Stange 12 mm dick, 70 cm oder 150 cm hoch. Die Figur zu Nr. 270 zeigt ein solches Stativ. Das h\u00f6here Stativ eignet sich besonders zum Halten von Schirmen, wie man sie bei optischen Versuchen oft ben\u00f6tigt. Es wird auf den Boden gestellt.\n159","page":159},{"file":"p0160.txt","language":"de","ocr_de":"\t\t\n\torUNULLK & nUYLK Ix. m. b.H. (j(J I 1 UNLrliJN\t\nNr. 273. Muffen, a) Doppelmuffe, um 2 St\u00e4be senkrecht zueinander zu verbinden, z. B. um die Klammern Nr. 274 auf einem Stative zu befestigen.\nb) Doppelmuffe, die zweite Muffe drehbar, um 2 St\u00e4be in einem beliebigen Winkel miteinander zu verbinden, z. B um eine Klammer schr\u00e4g an einem Stativ befestigen zu k\u00f6nnen.\nc) allseitig verstellbare Muffe, durch eine Schraube einzustellen. Durch Anziehen dieser einen Schraube kann man einen Stab in beliebiger H\u00f6he und Neigung an einem andern Stabe (Stativ) befestigen.\nNr. 274. Klammern, a) mit runden oder winkeligen Backen zum Halten von dicken St\u00e4ben, Rohren, des Telephons etc.\nb) mit flachen Backen, zum Halten von Schirmen bei optischen Versuchen etc.\nBei der Bestellung von Stativen, Muffen und Klammern ist der Durchmesser und die L\u00e4nge der gew\u00fcnschten St\u00e4be anzugeben.\n160","page":160},{"file":"z0001content.txt","language":"de","ocr_de":"Inhalts-Verzeichnis\nI. Apparate f\u00fcr Zeitmessung und Registrierapparate.\nNr.\tChronoskope, Chronometer, Uhren.\tSeite\n1.\tChronoskop nach Hipp............................................5\n2.\tChronometer d\u2019Arsonval..........................................6\n3.\tChronoskop nach Ewald...........................................6\n4.\tVernier-Chronoskop nach Sanford.................................6\n5.\tGraphisches Chronometer nach Jaquet................................9\n6.\tStoppuhr..........................................................10\n7.\tStoppuhr mit Taschenuhr verbunden.................................10\n8.\tKontaktuhr........................................................10\n9.\tTaehoskop.......................................................11\n10.\tMetronom........................................................11\n11.\tKontaktmetronom.................................................11\nKontrollinstrumente zum Hipp.\nVorbemerkung..........................11\n12.\tKontrollhammer, Neukonstruktion...................................12\n13.\tKontrollhammer, vereinfacht.......................................13\n14.\tKontrollvorriehtung zum Hipp nach K\u00fclpe...........................14\n15.\tKontaktpendel.....................................................14\nChronograph, Kymographion.\nVorbemerkung............................15\n17.\tChronograph nach Schumann.........................................16\n19.\tKymographion mit selbstt\u00e4tiger Senkung............................16\n20.\tKymographion ohne selbstt\u00e4tige Senkung............................16\n21.\tEinfaches Kymographion ohne Uhrwerk...............................17\n22.\tKymographion f\u00fcr endloses Papier..................................17\n23.\tVorrichtung f\u00fcr beliebig lange Schleife...........................17\n24.\tBerugungsvorrichtung mit Petroleumbrenner.........................18\n25.\tBerugungsvorrichtung f\u00fcr Gas......................................18\n26.\tFixiervorrichtung.................................................18\n27.\tGlacepapier.......................................................18\nSchreibapparate zu Chronographen und Kymographien und Stative dazu.\nVorbemerkung............................19\n29.\tMarey\u2019seher Schreiber, 5 cm Kapseldurchmesser, Neukonstruktion . . 20\n30.\tDerselbe, 3 cm Kapseldurchmesser, Neukonstruktion.................21\n31.\tDerselbe, 1 cm Kapseldurchmesser, Neukonstruktion.................21\n32.\tDerselbe, vereinfacht.............................................21\n33.\tMarey\u2019sehe Aufnehmekapseln....................................... 21\n34.\tZwischenventil....................................................22\n35.\tElektromagnetischer Markierer nach Pfeil..........................22","page":0},{"file":"z0002.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.b.m.H. G\u00d6TTINGEN\nNr.\tSeite\n39.\tElektromagnetische Stimmgabel mit einfachem Kontakt..................22\n40.\tElektromagnetische Stimmgabel mit doppeltem Kontakt..................22\n40a.\tEinrichtung zur Luft\u00fcbertragung.....................................22\n42.\tKagenaars Chronoskop.................................................22\n43.\tElektromagnet. Lamelle (Stromunterbrecher) nach\tBernstein ... 23\n45.\tPr\u00e4zisionsstativ f\u00fcr Kymographien ohne Senkung\tnach Rupp ... 24\n48.\tPr\u00e4zisionsstativ f\u00fcr Kymographien mit Senkung nach\tMarey .... 24\nII. Apparate zur Untersuchung des Raumsinnes der Augen.\n49.\tApparat f\u00fcr den Hering\u2019sehen Fallversuch.............................25\n50.\tIsoskop nach Donders.................................................25\n51.\tKantenapparat nach Hillebrand........................................26\n52.\tSpiegelhaploskop nach Hering.........................................27\n53.\tStereoskop nach Wiechert.............................................28\n54.\tZeig-Stereoskop mit wandernder Marke.................................28\n55.\tTropostereoskop nach Ludwig-Rupp.....................................29\n56.\tEinfacher Verant nach Gullstrand-Rohr................................29\n57.\tDoppel-Verant nach Gullstrand-Rohr...................................30\n58.\tApparat zur Bestimmung der Pupillendistanz...........................31\n58a.\tDerselbe, mit Feinstellung der Lote durch Schrauben.................31\n59.\tEinfacher Augenabstandsmesser nach Zeig . ...........................31\n60.\tKopfhalter...........................................................31\n61.\tStirnhalter..........................................................31\n62.\tStirn- und Kinnhalter................................................32\n63.\tEinfacher Kopffixierer (Beigbrettchen)...............................32\n64.\tKopffixierer nach Hering.............................................32\n65.\tKopffixierer nach Donders............................................33\n66.\tOphthalmotrop nach Knapp.............................................33\n67.\tPhaenophthalmotrop nach Donders......................................33\n68.\tApparat zur Demonstration der Lichtbrechung im\tAuge nach Hering 35\n69.\tDistanzvariator nach Chaym...........................................35\n70.\tModell zur Demonstration der Kurz- und Weitsichtigkeit...............36\nIII. Apparate zur Untersuchung des Farbensinnes.\n71.\tKreiselscheiben, 12 Farbent\u00f6ne, weig und schwarz.....................37\n72.\tKreiselscheiben, weiges Barytpapier..................................37\n73.\tKreiselscheiben, tuchsehwarz.........................................37\n74.\tHinterlegescheiben f\u00fcr Kreisel.......................................37\n75.\tSdiugringe f\u00fcr Kreiselscheiben.......................................37\n76.\tFarbige und farblose Papiere.........................................37\n77.\tWeiges Barytpapier...................................................37\n78.\tTuchsehwarz..........................................................37\n79.\tSeheibenmesser.......................................................38\n80.\tSchablone zum Ausschneiden von Scheiben..............................38\n81.\tLochstanzen..........................................................38\n82.\tKreisteilung zum Ablesen der Sektoren nach Jacobsohn.................39\n83.\tKreisteilung nach R\u00e9v\u00e9sz.............................................39\n84.\tMilchglasplatte......................................................39\n85.\tDunkeltonne..........................................................39\n86.\tIrisblende...........................................................39\n87.\tDiaphragma nach Aubert...............................................39\n88.\tSeheibenepiskotister mit Motor.......................................40\nII","page":0},{"file":"z0003.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr.\tSeite\n89.\tDasselbe, ohne Motor...............................................40\n90.\tZylinderepiskotister nach G. E. M\u00fcller.............................40\n91.\tDasselbe, ohne Motor...............................................41\n92.\tEinfacher Kreisel mit Handbetrieb, eigene Konstruktion.............41\n93.\tZweifacher Kreisel mit Handbetrieb, eigene Konstruktion .... 41\n94.\tEinfacher elektrischer Kreisel.....................................41\n95.\tVierfacher Kreisel f\u00fcr Hand- oder Motorbetrieb.....................42\n96.\tVariationskreisel nach Musil.......................................42\n97.\tScheibe zur Bestimmung der Wei\u00dfvalenz vor der Dunkeltonne . . 43\n98.\tPolariphotometer nach Hering.......................................44\n99.\tEinfaches Photometer nach Bougner..................................44\n100.\tFlimmerphotometer f\u00fcr Scheiben nach Schenck........................45\n101.\tFlimmerphotometer f\u00fcr Zylinder.....................................45\n102.\tApparat zur Bestimmung der peripheren Helligkeit nach Hering . . 46\n103.\tAdaptometer nach Nagel.............................................46\n104.\tApparat f\u00fcr Simuitankontrast nach Hering...........................47\n105.\tApparat zur Demonstration\tdes Spiegelkontrastes nach Hering .\t.\t47\n106.\tFarbige Fenster zur Erzeugung farbiger Schatten nach Hering .\t.\t48\n107.\tDoppelter Nuancierungsapparat nach Hering..........................48\n108.\tM\u00fcller\u2019seher Aufsa\u00df zum Nuancierungsapparat........................50\n109.\tRupp\u2019scher Aufsa\u00df zum Nuancierungsapparat..........................50\n110.\tApparat zur Demonstration der Nachbilder nach Hering...............51\n111.\tEinfacher Spiegelfarbenmischapparat................................51\n112.\tFarbenmischapparat f\u00fcr farbige Gl\u00e4ser nach Hering..................52\n113.\tSpektralfarbenmischapparat\tnach Helmhol\u00df, einfaches Modell ...\t52\n114.\tSpektralfarbenmischapparat\tnach Helmhol\u00df, verbessert nach K\u00f6nig\t.\t54\n115.\tGro\u00dfer Spektralfarbenmischapparat n. Helmhol\u00df, verbessert n. K\u00f6nig 54\n116.\tSpektralfarbenmischapparat nach Asher..............................54\n117.\tApparat zur Diagnose der Farbenblindheit nach Hering...............55\n118.\tFarbengleichungsapparat nach Nagel.................................56\n119.\tAnomaloskop nach Nagel, Modell I...................................58\n120.\tAnomaloskop nach Nagel, Modell II..................................59\n121.\tWollproben nach Holmgren...........................................59\n122.\tTafeln zur Diagnose der Farbenblindheit nach Nagel.................59\n123.\tFarbenschwellenapparat.............................................59\n124.\tElektrische Brille nach G. E. M\u00fcller...............................60\n125.\tFixierpunktvorrichtung nach Nagel..................................60\n126.\tHeliumr\u00f6hre zur Eichung eines Spektralapparates....................60\n127.\tQuecksilberlampe zur Eichung eines Spektralapparates...............61\n128.\tPlatinring nach Winter zur Eichung eines Spektralapparates ...\t61\nIV. Apparate f\u00fcr akustische und phonetische Untersuchungen.\nVorbemerkung.............................61\n129.\tEinzelne Stimmgabeln...............................................63\n130.\tNormal-a, 435 Schwingungen.........................................64\n131.\tObertonserie nach Stumpf von 16 Stimmgabeln mit den Schwingungszahlen 50, 100, 150, 200 etc. bis 800 ............................ 64\n132.\tObertonserie von 8 Stimmgabeln mit den Schwingungszahlen 100,\n200 etc. bis 800 ................................................ 65\n133.\tIntervallserie von 27 Gabeln nach Stumpf...........................65\n134.\tDreiklangserie von 23 Gabeln nach Stumpf...........................65\n135.\tEinfache Dreiklangserie............................................65\nIII","page":0},{"file":"z0004.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr.\tSeite\n136.\tSerie von 8 Gabeln, die diatonische Tonleiter in musikalischer Stimmung gebend mit dem Grundton 400\t....................... 66\n136a. Serie von 8 Gabeln, die diatonische Tonleiter in nat\u00fcrlicher Stimmung gebend, mit dem Grundton 400 ................................ 66\n137.\tSerie von 13 Gabeln, die chromatische Tonleiter in musikalischer\nStimmung gebend, mit dem Grundton 400\t...................... 66\n138.\tKontinuierliche Stimmgabelreihe nach Edelmann....................66\n139.\tBagbogen zum Anstreichen der Stimmgabeln.........................66\n140.\tHammer zum Anschl\u00e4gen der Stimmgabeln............................67\n141.\tGummikissen zum Aufschlagen der Stimmgabeln......................67\n142.\tLippenpfeife aus Holz, aufklappbar...............................67\n143.\tLippenpfeife nach Hopkins mit Glasrohr...........................67\n144.\tDoppelpfeife mit verstellbarem Stempel...........................67\n145.\tEinfacher Dreiklangapparat, Lippenpfeifen........................67\n146.\tSag sehr hoher Lippenpfeifen aus Blech...........................67\n147.\tGaltonpfeifchen nach Edelmann, neueste Konstruktion..............67\n148.\tZungenpfeife von 100 Schwingungen mit 7 Resonatoren, f\u00fcr die\nersten 7 Obert\u00f6ne..................................................68\n149.\tZungenpfeife von 50 Schwingungen mit 15 Resonatoren f\u00fcr die\nersten 15 Obert\u00f6ne.................................................68\n150.\tObertonapparat nach Appunn mit 16 Zungen...........................68\n151.\tObertonapparat nach Appunn mit 8 Zungen............................69\n152.\tTonmesser nach Appunn mit 65 Zungen von\tc\u2018=256 bis c2=512 . . 69\n153.\tTonmesser nach Appunn mit 129 Zungen von\tc2=512 bis c3=1024\t. 69\n154.\tDreiklangapparat nach Stumpf.......................................69\n155.\tIntervallapparat nach Stumpf.......................................70\n156.\tSag von 7 r\u00f6hrenf\u00f6rmigen Resonatoren, welche auf die 7 Obert\u00f6ne\ndes Tones 100 resonieren.......................................... 70\n157.\tSag von 15 r\u00f6hrenf\u00f6rmigen Resonatoren, welche auf die 15 Obert\u00f6ne\ndes Tones 50 resonieren............................................71\n158.\tSag von 7 kugelf\u00f6rmigen Resonatoren, welche auf die 7 Obert\u00f6ne des\nTones 100 resonieren.............................................  71\n159.\tSag von 15 kugelf\u00f6rmigen Resonatoren, welche auf die ersten\n15 Obert\u00f6ne des Tones 50 resonieren................................71\n160.\tDemonstrationsresonator............................................71\n161.\tDerselbe, mit ausziehbarem Resonator...............................71\n162.\tKontinuierliche Resonator enreihe nach K\u00f6nig.......................71\n163.\tKontinuierliche Resonatorenreihe nach Schaefer.....................71\n164.\tVokalr\u00f6hre...........................................................\n165.\tFlaschenorgel........................................................\n166.\tTonvariator nach Stern...............................................\n167.\tBlasetisch...........................................................\n168.\tLuftpresse mit Reguliervorrichtung.................................75\n169.\tDoppelluftpresse nach Whipple......................................76\n170.\tSirenenscheiben................................................... 77\n171.\tSchwungmaschine zur Sirene...........................................\n172.\tDiehord nach Spearman................................................\n173.\tInterferenzapparat nach N\u00f6remberg-Kr\u00fcger...........................81\n174.\tTontabellen nach Stumpf und Schaefer...............................82\n175.\tSchallpendel...................................................... 82\n176.\tPhonograph, Exzelsior..............................................84\n177.\tPhonograph, Edison Home Modell.....................................84\n178.\tPhonautograph mit Lichtschreibung (Vokalkurvenapparat) nach\nSamojloff......................................................... 83\nIV","page":0},{"file":"z0005.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr.\tSeite\n179.\tRotationsspiegelprisma nach Koenig. ..............................83\n180.\tPhonautograph f\u00fcr Flammenschreibung\tnach Koenig...................83\n181.\tPhonautograph nach Rousselot......................................82\n182.\tKehltonschreiber nach Rousselot...................................83\nY. Apparate zur Untersuchung der Haut- und der Kinaesthetischen\nEmpfindungen.\nVorbemerkung \u00fcber Aesthesiometer..................85\n183.\tEinfaches Haar-Aesthesiometer nach v.\tFrey.......................85\n184.\tSchwellen wage nach v. Frey...................................... 86\n185.\tDoppel-Aesthesiometer nach Spearman...............................88\n186.\tDoppel-Gewiehtsaesthesiometer nach Rupp...........................88\n187.\tEinfaches Gewiehtsaesthesiometer nach\tRupp.......................90\n188.\tElektroden zur elektrischen Hautreizung...........................90\n189.\tW\u00e4rmetaster nach Miescher.........................................90\n190.\tBewegungsmesser nach Goldscheider.................................90\n191.\tFeehner\u2019sche Gewichte.............................................91\n192.\tApparat nach Laura Steffens.......................................92\n193.\tCharpentier\u2019sche Gewichte.........................................92\n194.\tErgograph nach Mosso............................... ....\t92\n195.\tDerselbe, Handlagerung, modifiziert nach Dubois...................93\n196.\tF\u00fchlstreckenapparat nach Schumann.................................93\nVI. Apparate f\u00fcr Reabtionsrersuche.\nVorbemerkung und Angabe von Schaltungen.................95\na) Reizinstrumente.\n199.\tOptischer Reizapparat nach Roemer.................................98\n200.\tKartenwechsler nach Ach...........................................98\n200a.\tKartenwechsler nach Paul Menzerath...............................99\n200b.\tReiseapparat f. psychologische Reaktions-Versuche n. Paul Menzerath 101\n201.\tSehallschl\u00fcssel nach Catell......................................102\n202.\tRelais zum Schallschl\u00fcssel nach Catell...........................103\n203.\tSchallschl\u00fcssel nach Roemer......................................103\n204.\tLippenschl\u00fcssel nach M\u00fcller-Pilzccker............................104\n205.\tSchallhammer.....................................................104\n206.\tTelephon.........................................................105\n205a.\tElektrische Schreibfeder nach Kraepelin.........................105\n206a.\tElektrischer Taster nach Ewald..................................105\nb) Reaktionsinstrumente.\n207.\tReaktionstaster..................................................106\n208.\t10 f\u00e2cher Reaktionstaster........................................106\n209.\tGesamtanordnung f\u00fcr Reaktionsversuche............................106\nVII. Apparate zur Untersuchung des Ged\u00e4chtnisses.\nVorbemerkung.............................107\n210.\tGed\u00e4chtnisapparat nach M\u00fcller-Schumann...........................112\n211.\tGed\u00e4chtnisapparat, vereinfacht, nach Mc. Dougall.................113\n212.\tMnemometer nach Ranschburg.......................................113\n213.\tGed\u00e4chtnisapparat nach Wirth.....................................115\n214.\tGed\u00e4chtnisapparat nach Lipmann...................................118\n215.\tGed\u00e4chtnisapparat, Eigenkonstruktion.............................121\nV","page":0},{"file":"z0006.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNE\tSeite\n216.\tGed\u00e4chtnisapparat nach Hempel-Rupp...............................125\n217.\tTrefferapparat nach M\u00fcller Pilzecker.............................127\n218.\tTrefferapparat nach Rupp.........................................127\n219.\tSilbentr\u00e4ger f\u00fcr simultane Exposition............................127\n220.\tExpositionsapparat f\u00fcr beliebig gro\u00dfe Felder.....................128\n221.\tGesamtanordnung f\u00fcr Trefferversuche..............................128\n222.\tSilbenreihen f\u00fcr Ged\u00e4chtnisversuche nach M\u00fcller-Schumann ...\t129\nVIII.\tTachistoskope.\nVorbemerkung.............................130\n223.\tTachistoskop nach Exner .........................................133\n224.\tTachistoskop nach Erdmann-Dodge..................................134\n225.\tObjekttr\u00e4ger hierzu nach Erdmann-Dodge...........................136\n226.\tTachistoskop nach Schumann.......................................136\n226a.\tFernrohr hierzu................................................ 138\n227.\tObjekttr\u00e4ger zum schnellen Wechseln der Objekte..................138\n228.\tFallschirm zur Darbietung des Fixationspunktes...................138\n229.\tTachistoskop nach Marbe..........................................139\nIX.\tApparate zur Pr\u00fcfung des Zeitsinnes.\n230.\tKontaktapparat (Zeitsinnapparat) nach Schumann...................140\n231.\tKontaktvorrichtung hierzu f\u00fcr kurzdauernden Kontakt..............144\n232.\tKontaktvorrichtung hierzu, f\u00fcr dauernde \u00d6ffnung oder f\u00fcr dauernde\nSchlie\u00dfung................................................... I44\nX.\tDiverse Apparate.\n233.\tSphygmograph mit Luft\u00fcbertragung, Eigenkonstruktion ....\t144\n234.\tGestell mit Armlager zum Sphygmographen..........................146\n235.\tPneumograph......................................................146\n236.\tCardiograph, Eigenkonstruktion...................................147\nXI.\tHilfsapparate.\n237.\tElektromagnetischer Rotationsapparat nach Helmhol\u00df...............147\n238.\tSehwaehstrommotor ohne Reguliervorrichtung.......................149\n239.\tKleinmotor f\u00fcr Starkstrom: Gleichstrom und Wechselstrom . . .\t149\n240.\tStarkstrommotor, mit im Fu\u00df eingebautem Anlasser und Regulier-\nWiderstand und mit horizontaler Axe..............................149\n241.\tStarkstrommotor mit vertikaler Axe...............................149\n244.\tKleines Schwachstromvoltmeter....................................149\n245.\tKleines Amp\u00e8remeter..............................................150\n246.\tKleines Volt- und Amp\u00e8remeter...................................  150\n247.\tAnschlu\u00dfapparat f\u00fcr Starkstromleitung............................150\n248.\tStromschl\u00fcssel (Vorreiberschl\u00fcssel nach Du-Bois-Reymond (Trockenkontakt) ...............................................................\n248a\tDerselbe, ohne Zwinge............................................150\n249.\tTaster...........................................................150\n250.\tStromschl\u00fcssel f\u00fcr Quecksilberkontakt nach Du-Bois-Reymond . . 150\n250a.\tDerselbe, auf Brett ohne Eisensockel............................151\n250b.\tDerselbe, auf eine Zwinge aufgeschraubt.........................151\n251.\tDerselbe, etwas vereinfacht......................................151\n251a.\tDerselbe, auf einer Zwinge befestigt............................151\n252.\tUmschalter f\u00fcr) Trockenkontakt...................................151\nVI","page":0},{"file":"z0007.txt","language":"de","ocr_de":"SPINDLER & HOYER G.m.b.H. G\u00d6TTINGEN\nNr.\tSeite\n252a. Derselbe, auf einer Zwinge befestigt............................151\n253.\tDerselbe, Schleifkontakt........................................151\n253a. Derselbe, auf einer Zwinge befestigt..............................151\n254.\tSchaltbrett f\u00fcr St\u00f6pselkontakte.................................151\n254a. Dasselbe, auf einer Zwinge befestigt............................151\n254b. St\u00f6pselschalter mit 6 St\u00f6pseln und 2 St\u00f6pselklemmen...............151\n255.\tSehaltbrett f\u00fcr Quecksilberkontakt................................152\n255a. Dasselbe, auf einer Zwinge befestigt..............................152\n255b. Dasselbe, auf Eisensockel.......................................  152\n256.\tKlemmen............................................\u2022\t....\t152\n256a. Klemmen ..........................................................152\n257.\tKlemmen, auf einer isolierenden Platte\tmit\tSchraubzwinge . . .\t152\n258.\tStromwender (Kommutator) nach Rumkorff\t(Trockenkontakt) .\t.\t152\n259.\tWippe (Stromwender, Kommutator) nach\tPohl.......................153\n259a. Dieselbe, mit Zwinge..............................................154\n259b. Dieselbe, auf Eisensockel.........................................154\n260.\tWippe nach Ewald..................................................154\n261.\tSchieferwiderstand................................................154\n261a. Pr\u00e4zisionsschieferwiderstand......................................155\n262.\tUniversalschieferwiderstand.......................................155\n263.\tAllseitig verstellbare elektrische Lampe..........................157\n264.\tWassermotor.......................................................156\n265.\tTourenz\u00e4hler, mit Ablesung der Tourenzahlen bis zu 10000 und mit\nNullstellung......................................................157\n265a. Derselbe, andere Konstruktion.....................................157\n265b. Tourenz\u00e4hler mit Glocke...........................................158\n266.\tDosenlibelle......................................................158\n266a. Korrektions-Wasserwage............................................158\n267.\tTransmission, Stufenscheibe.....................................  158\n268.\tDieselbe, leichter gebaut.........................................158\n269.\tDieselbe, mit Zahnrad\u00fcbersetjung und 2\tStufenscheiben , . . .\t159\n270.\tZwinge............................................................159\n271.\tZwinge............................................................159\n272.\tEinfache Stative..................................................159\n273.\tMuffen............................................................160\n274.\tKlammern..........................................................160\nQ\n.\\ Haenscn^sJ\nG\u00f6ttingen/j\nVII","page":0}],"identifier":"lit23709","issued":"1921","language":"de","pages":"188","startpages":"188","title":"Apparate f\u00fcr psychologische Untersuchungen, Katalog XXI","type":"Trade Catalogue"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:31:16.763021+00:00"}

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