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Zur Frage über den Bau des Magens bei der Fledermaus (Vesperugo abramus) und den Zieselmäusen (Spermophilus citillus) und des Blutes bei den letzteren während des Winterschlafes

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{"created":"2022-01-31T16:44:05.795770+00:00","id":"lit36129","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Kulagin, N. M.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 1: 95-99","fulltext":[{"file":"p0095.txt","language":"de","ocr_de":"Zur Frage fiber \u00ableis Bau des Magens bei der Fledermaus (Ves-perngo abrainus) und den Zieselm\u00e4usen (Spermophilus citil-lus) und des Blutes bei \u00abless letzteren w\u00e4hrend des Win-\n\n\nYon N. IV!. K u i a g i n,\nProfessor der Zoologie an dem agronomischen Institut bei Moskau.\nDie Frage \u00fcber den 'Winterschlaf der Tiere ist f\u00fcr die Biologen. schon l\u00e4ngst der Gegenstand von Untersuchungen gewesen. Gegenw\u00e4rtig sind die w\u00e4hrend desselben sich abspielenden Processe mehr oder weniger umfassend von Chorvat, Bertoldt, Skoritschenko, Dubois n. a. studiert worden, dagegen aber sind unsere Kenntnisse von den Ver\u00e4nderungen in den Organen und deren histologischem Bau hei den 'Winterschl\u00e4flern noch sehr unvollkommen. Die hierauf bez\u00fcgliche Litteratur beschr\u00e4nkt sich, so viel mir bekannt ist, auf Folgendes: nach Tiedemann's, Mangili\u2019s u. a. Beobachtungen ist w\u00e4hrend des V in-terschlafs der Darmkanal der Tiere verk\u00fcrzt und verengert. Das Volumen der Leber und der Lungen ist, Valentin\u2019s und Prunelle\u2019s Untersuchungen zufolge, geringer, so dass dasjenige der Lungen manchmal nur V3 des normalen betr\u00e4gt Dagegen ist die Thymusdr\u00fcse zur Zeit des V interschlafes bei den Igeln, Zieselm\u00e4usen und Flederm\u00e4usen bedeutend vergr\u00f6ssert. Das Herz, die Nieren, das Pancreas und die Milz weisen keine Ver\u00e4nderungen auf. Unter den wirbellosen Tieren habe icli bei den Begenw\u00fcrmern eine Ver\u00e4nderung in der Zahl der Falten der Kalkdr\u00fcsen beobachtet; die Anzahl der Zellen, welche die Wandungen der Dr\u00fcsen bekleiden, ist im Winter auch bedeutend geringer als im Sommer.\nIn Betreff der histologischen Ver\u00e4nderungen in den Geweben der V in-terschl\u00e4ffer wissen wir Folgendes. Nach Leonard 1 ) sind die Leberzellen beiden Winterschlaf enden Fr\u00f6schen kleiner als bei den wachenden und enthalten wenig Protoplasma, wohingegen die Anh\u00e4ufung von Pigment in dem Protoplasma im Vinter eine st\u00e4rkere ist als im Sommer. Die Kerne der Leberzellen haben im Winter einen k\u00f6rnigeren Bau als im Sommer und f\u00e4rben sich anders. Leonard\u2019s Beobachtungen nach f\u00e4rben sich im April, wenn die Fr\u00f6sche von dem Winterschlafe erwachen, alle Kerne ihrer Leberzellen durch H\u00e4matoxilin blau. Dagegen f\u00e4rben sich im Juni fast alle Kerne mit Saftranin nur rot. Den Beobachtungen desselben Autors nach werden die Blutk\u00f6rperchen der im V interschlaf befindlichen Fr\u00f6sche kleiner, nehmen eine mehr oder weniger unregelm\u00e4ssige Form an und verlieren die F\u00e4higkeit sich, wie es im Sommer der Fall\n*) Leonard. Der Einfluss der Jahreszeit auf die Leberzellen von Rana tetnporaria. Arcb. f. Anat. und Physiol. Phys, Abteil. Supplem. Band 1887. 8. 28.","page":95},{"file":"p0096.txt","language":"de","ocr_de":"96\nZUR FRAGE FEBER DEN BAU DES MAGENS BEI DER FLEDERMAUS\nist, durch Eosin zu f\u00e4rben. Ferner ist, wie die Untersuchungen Reliefs \u2018) zeigen, bei Vesperugo serotinus zur Zeit des Winterschlafs das Ende der lappen-f\u00f6rmigen Dr\u00fcsens\u00e4cke des Magens bedeutend k\u00fcrzer als bei den fliegenden Individuen. In diesem Teile der Dr\u00fcsen trifft man meistenteils Hauptzellen und nur an einigen Schnitten gewahrt man auch eine geringe Anzahl von Beleg-zellen. Bei fliegenden Individuen sind beiderlei Zellen in gleicher Anzahl vorhanden.\nAus St\u00f6hr's i 2) Untersuchungen erweist es sich, dass bei derselben Art von Vesperugo w\u00e4hrend des Winterschlafes im Magen keine Becherzellen angetroffen werden, sondern derselbe mit cylindrischen Zellen bekleidet ist, welche an ihrer nach aussen gekehrten Seite einen hellen cuticul\u00e4ren Strich haben und k\u00f6rniges Protoplasma enthalten. Ferner enthalten Bonnet\u2019s 3 4) Angaben nach die Magendr\u00fcsen der Flederm\u00e4use im Winter keine sogenannte Hauptzellen.\nSchliesslich war den Untersuchungen von R. Ponzo 5) zufolge der Einfluss der Temperatur auf die Regeneration der Gewebe folgender: 1. Niedrige Temperaturen (-+-10\u2014i-12 \u00b0j verlangsamen bei erwachsenen h\u00f6heren Tieren den physiologischen Process der Regeneration der Zellen ganz bedeutend, w\u00e4hrend ver-h\u00e4ltnissm\u00e4ssig hohe (-+-37\u00b0\u2014--+-70\") Temperaturen der Umgebung denselben beschleunigen Es scheint, dass anhaltende Einwirkung einer best\u00e4ndigen W\u00e4rme auf die regenerative Th\u00e4tigkeit in denjenigen Geweben keinen Einfluss aus\u00fcbt. in welchen die Zellen in ihrer v\u00f6llig ausgebildeten Gestalt diese Th\u00e4tigkeit einb\u00fcssen. 2. Bei jungen, noch entwicklungsf\u00e4higen Tieren f\u00f6rdern Temperaturen zwischen -+-37\u00fc und -+--70u das Wachstum der Gewebe entweder durch Zellenvermehrung oder infolge von Bildungen von intercellul\u00e4rer Substanz, dagegen verhindern Temperaturen von -+-100 bis -1-12\" das Wachstum derselben. 3. Auf die Regeneration der Zellen, wie \u00fcberhaupt auf alle Pr ocesse, die auf eine Verwundung folgen, wirkt eine sich der K\u00f6rperw\u00e4rme n\u00e4hernde \u00e4ussere Temperatur h\u00f6chst f\u00f6rderlich, w\u00e4hrend dieselben Processe bei \u2014+-10\u00b0 sehr langsam vor sich gehen i;).\nIch stellte meine Untersuchungen \u00fcber den Magen einer Fledermaus (Vesperugo abramus) und von Zieselm\u00e4usen ( Spermophilus citillus), ferner bei letzteren auch \u00fcber den Bau des Blutes w\u00e4hrend des Winterschlafes derselben an. Das Exemplar einer Fledermaus, welches mir als Object diente, erhielt ich am 14 Februar d. J. An demselben Tage wurde das Tier durch Chloroform get\u00f6tet und der Magen zur Untersuchung herausgenommen. Die Zieselm\u00e4use, deren ich mich bediente, waren im zoologischen Garten am 11 Oktober v. J.\ni) Rollet. Bemerkungen zur Kenntniss der Labdr\u00fcseo und der Magenschleimhaut. Unters, aus d. Inst. f. Phy-. u. Histol. in Graz, Heft II. S. 143\u2014193, 1871.\ns) St\u00f6kr. Ueber d. Epithel d. menschlichen Magens. Verkaudl. d. Physic, medic. Gesellseh. zu W\u00fcrzburg. N. Bd. XV. S. 21. 1880.\n3) Bonnet. Physiologie. T. II. P. 65.\n3)\tPenzo. Ueber den Einfluss der Temperatur auf die Regeneration der Zellen. Untersuch, zur Naturl. der Menschen und der Tiere von Moleschott. Bd. XV. S. 167.\n4)\tAusser den oben genannten Quellen findet man in der bez\u00fcglichen Literatur noch sehr viele Thatsachen, die sieh auf die Frage \u00fcber den Einfluss der Temperatur aut die Entwicklung\ndes Embryo beziehen; ich f\u00fchre dieselben hier jedoch nicht an, da diese Irage dem Gegenst\u00e4nde meiner Arbeit verbaltuissm\u00e4ssig fern liegt.","page":96},{"file":"p0097.txt","language":"de","ocr_de":"ZUR FRAGE UEEER DEN BAU DES MAGENS BEI DER FLEDERMAUS\n97\nbei 0\u00b0 eingeschlafen. Die Untersuchung derselben wurde Ende Dezember vor-genommen.\nDie Magen der get\u00f6dteten Tiere wurden in Sublimat, Flemming\u2019scher Fl\u00fcssigkeit, diejenigen der Zieselm\u00e4use auch noch in Perenny's Fl\u00fcssigkeit u. a. conservirt. Das Tingiren der Schnitte geschah mittelst H\u00e4matoxilin, Congo, Safranin und Gentianviolett. Ausserdem f\u00e4rbten sich an Alcoholpr\u00e4paraten gut: die Hauptzellen mit H\u00e4matoxilin, Dahlia und die Belegzellen mit Carmin.\nDie Zellen der Magenschleimhaut sowohl der Fledermaus, als auch der Zieselm\u00e4use sind fast durchweg von cvlindrischer Form; Becherzellen fand ich sehr selten. Das Protoplasma der cylindrischen ist nicht in ein homogenes und ein k\u00f6rniges geschieden, sondern erscheint in der ganzen Zelle als einf\u00f6rmige, helle Masse. Die Kerne dieser Zellen sind gr\u00f6sser als gew\u00f6hnlich und k\u00f6rnig, wobei sie bei den Zieselm\u00e4usen schw\u00e4chere Umrisse haben als bei der Fledermaus. Die Becherzellen bei der letzteren besitzen in ihrem \u00e4usseren Teil kein Protoplasma.\nDer Bau der Magendr\u00fcsen bei den Zieselm\u00e4usen ist von T\u00f6pfer M und Oppel 1 2) beschrieben worden. Nach T\u00f6pfer s Beschreibung haben die Magendr\u00fcsen dieser Tiere folgende Anordnung: die sogenannten Dr\u00fcsen des Magengrundes liegen in dem oberen Teile des Magens, der Cardiagegend. Dieselben nehmen die kleinere H\u00e4lfte des Magens ein, w\u00e4hrend die gr\u00f6ssere H\u00e4lfte von Pf\u00f6rtnerdr\u00fcsen eingenommen wird.\nNach Oppels Beschreibung ist fast der ganze Magen von Aragengrunddr\u00fcsen eingenommen, w\u00e4hrend die Pylorusdr\u00fcsen sich \u00fcber einen verh\u00e4ltniss-m\u00e4ssig geringen Teil desselben erstrecken, n\u00e4mlich \u00fcber den sogenannten Py-lorusteil, der von dem \u00fcbrigen Teil des Magens durch eine Knickung abgeteilt wird. Die Hauptdr\u00fcsen reichen bei der kleineren Kr\u00fcmmung beinahe bis zum Ende derselben, bei der gr\u00f6sseren weiter als die der Knickung entgegengesetzte Stelle.\nMeine Pr\u00e4parate zeigen, was die Anordnung der Magendr\u00fcsen bei der Zieselmaus betrifft, mit Oppel's Beobachtungen v\u00f6llige Uebereinstimmung.\nDem Bau nach unterscheidet Oppel drei Arten von Dr\u00fcsen. Nach der Herzgegend hin liegen kurze Dr\u00fcsen, die sich nach tiefen H\u00f6hlungen hin \u00f6ffnen Hierauf folgen l\u00e4ngere, welche den gr\u00f6ssten Teil der < Magengrunddr\u00fcsen > bilden. Gegen\u00fcber der Knickung liegt eine dritte Art stark in die L\u00e4nge gezogener Dr\u00fcsen, die dreimal so lang als die ersten, kurzen, sind. Dort, wo dieselben liegen, ist die Magenschleimhaut verdickt.\nDer Bau der Magendr\u00fcsen bei Vesperugo abramus wurde auch von Prof M. Nussbaum 3) studiert. Seiner Beschreibung nach sind die Magen-grimddr\u00fcsen k\u00fcrzer als die Dr\u00fcsen der gr\u00f6sseren Kr\u00fcmmung; in dem Pylorus-teil werden sie wieder k\u00fcrzer.\nMeine Beobachtungen haben mir gezeigt, dass bei den im \"Winterschlaf\n1 T\u00f6pfer. Die Morphologie des Magens von ITodentia. Morph. Jahrbuch. Bd. XVII. S 383. 1891.\n') Oppel. Lehrbuch d. vergl. microsc. Anat. der Wirbelt. T. I. S. 407. 1896.\n3) Nuosbaum. Leber den Bau und die Th\u00e4tigkeit der Dr\u00fcsen, Areh. f. microscop. Anatomie. Bd. 21. 8. 811. LW2.","page":97},{"file":"p0098.txt","language":"de","ocr_de":"98\nZUR FRAGE UEBER DEN BAU DES MAGENS BEI DER FLEDERMAUS\nbefindlichen Zieselm\u00e4usen und der Fledermaus der Unterschied zwischen den verschiedenen Arten von Dr\u00fcsen, von denen Oppel im Hinblick auf die Zieselm\u00e4use, Nussbaum in Betreff der Flederm\u00e4use, spricht, verschwindet. Bei den Zieselm\u00e4usen erscheinen die zwei ersten Arten von Dr\u00fcsen w\u00e4hrend des Winterschlafs um ein Drittel k\u00fcrzer als im wachen Zustande; zwischen denselben ist in der Gr\u00f6sse fast kein Unterschied zu bemerken. Die langen Dr\u00fcsen der im Winterschlaf befindlichen Individuen sind anderthalbmal gr\u00f6sser als diejenigen der ersten zwei Arten. Bei der Fledermaus haben beinahe alle Magen-dr\u00fcsen die gleiche L\u00e4nge. In allen Gegenden des Magens trifft man kurze Dr\u00fcsen und solche, die diese um ein Sechstel an L\u00e4nge \u00fcbertreffen. Sowohl bei den Zieselm\u00e4usen, als bei der Fledermaus sind alle Magendr\u00fcsen abgeplattet. Eine Verdickung in den Stellen, wo sich die Dr\u00fcsen befinden, ist nicht vorhanden.\nIm Gegensatz zu dem, was Rollet und Bonnet dar\u00fcber sagen, habe ich gefunden, dass der Bau der Dr\u00fcsen bei den im Winterschlaf befindlichen Zieselm\u00e4usen und der Fledermaus ein normaler ist, d. h. dass Hauptzellen sowohl als Belegzellen vorhanden sind. Nach Prof. M. Nussbaum\u2019s Beobachtungen soll das blinde Ende der Dr\u00fcsen des Magengrundes bei den Flederm\u00e4usen meistenteils aus Hauptzellen bestehen, zwischen denen in vielen F\u00e4llen Belegzellen eingebettet sind, ln dem mittleren Teile der Dr\u00fcsen sollen dagegen Belegzellen vorherrschen, zwischen denen Hautptzellen anzutreffen sind. Die mit einem breiten mittleren Teil versehenen Dr\u00fcsen sollen in dieser Gegend mehr Hauptzellen besitzen. Meinen Beobachtungen nach ist der Durchmesser aller Dr\u00fcsen bei der winterschlafenden Fledermaus beinahe gleich. Dr\u00fcsen mit erweitertem Mittelteil giebt es .nicht. Ferner macht sich eine Regelm\u00e4ssigkeit in der Anordnung der Haupt- und Belegzellen in der L\u00e4ngerichtung auch nicht bemerkbar: wenn man eine ganze Reihe von Schnitten betrachtet, so trifft es sich, dass man zwei neben einander liegende Dr\u00fcsen sieht, von denen die eine in ihrem mittleren Teil mehr Hauptzellen, die andere mehr Belegzellen enth\u00e4lt. Dasselbe kann auch von dem blinden Ende der Dr\u00fcsen gesagt werden. Bei den Zieselm\u00e4usen sind zur Zeit des Winterschlafs die Hauptzellen der Magendr\u00fcsen in die L\u00e4nge gezogen und an den Seiten zusammengedr\u00fcckt; der Inhalt derselben ist sehr schwach markirt. Protoplasma in Gestalt einer hellen k\u00f6rnigen Masse liegt nur um den Kern herum. Die Kerne sind gr\u00f6sser als bei den wachenden Tieren; dieselben sind k\u00f6rnig und ihre Grenzen nicht scharf bezeichnet. Bei der im Winterschlaf befindlichen Fledermaus sind die Hauptzellen in der L\u00e4ngenrichtung der Dr\u00fcsen mehr langgezogen als wie es, nach M. Nussbaum's Zeichnungen zu urteilen, bei wachenden Individuen der Fall ist. Der Inhalt der Hauptzellen ist ein verschiedenartiger. Es giebt Zellen, welche fast ausschliesslich mit K\u00f6rnchen angef\u00fcllt sind, und solche, die ein helles, homogenes Plasma mit sehr wenigen in dasselbe eingebetteten K\u00f6rnchen enthalten. Einige K\u00f6rnchen der ersteren dieser Zellen erscheinen (mittels Pigmentk\u00f6rnchen) gef\u00e4rbt. Die Kerne beider Arten von Zellen haben wenig scharfe Umrisse; es scheint, als zerfl\u00f6ssen sie im Protoplasma der Zellen. Wenn man eine Reihe von Pr\u00e4paraten studiert, so kommt man zu der Annahme, das die Verschiedenheit in der Granulation der Zellen sich durch","page":98},{"file":"p0099.txt","language":"de","ocr_de":"FRAGE FEBER DEN BAU DES MAGENS BEI DER FLEDERMAUS\n99\nzi\nden verschiedenen Grad der in denselben vorgegangenen Ver\u00e4nderungen erkl\u00e4rt. Die Belegzellen der winterschlafenden Zieselm\u00e4use und Fledermaus sind kleiner als hei den wachenden Tieren; das Protoplasma derselben f\u00fcllt die Zeile besser aus und erscheint weniger fl\u00fcssig als dasjenige der Hauptzellen. In dem Plasma der Belegzellen nimmt man hei den Zieselm\u00e4usen Granulationen wie in den Hauptzellen wahr.\nBei der Fledermaus erscheint das Plasma gew\u00f6hnlich gleichm\u00e4ssig homogen; K\u00f6rnchen trifft man verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig selten. Die Kerne der Belegzellen sind hei den Zieselm\u00e4usen kugelrund, granulirt, ohne scharfe Umrisse; bei der Fledermaus sind Form und Bau der Kerne wie bei den Zieselm\u00e4usen, doch sind die Umrisse der Kerne sch\u00e4rfer. Manchmal enthalten die Belegzellen der Zieselm\u00e4use sowohl, wie der Flederm\u00e4use anstatt eines Kerns zwei, die augenscheinlich durch Zerfall des urspr\u00fcnglichen Kerns entstanden sind. Die F\u00e4rbung der Belegzellen bei beiden von mir untersuchten Formen ist eine intensivere als diejenige der Hauptzellen.\nIn dem Blute im wachen Zustande befindlicher Zieselm\u00e4use ist es mir gelungen vier Hauptarten von weissen K\u00f6rperchen zu unterscheiden: 1. Lympho-cyten; 2. grosse Zellen (dreimal gr\u00f6ssere als die roten Blutk\u00f6rperchen) mit rundem, sich schwach tingirendem Kern; 3. polymorphe Zellen; 4. eosinophile (K\u00f6rperchen mit grobk\u00f6rniger Granulation, die mittels saurer Anilinfarben, namentlich Eosin, leicht tingirt wird).\nDas Blut der im Winterschlaf befindlichen Zieselm\u00e4use unterscheidet sich, wie aus meinen Beobachtungen folgt, von demjenigen der wachenden Tiere. Vor allem ist die Menge der roten Blutk\u00f6rperchen hei den ersteren weit geringer als bei den letzteren, und zwar kommen bei jenen auf je 1. Cbmm. ungef\u00e4hr 2 Millionen, bei diesen bis 7 Millionen derselben. Die Zahl der weissen Blutk\u00f6rperchen ist w\u00e4hrend des Winterschlafs auch eine weit geringere als zur Zeit des Wachens. Unter den weissen Blutk\u00f6rperchen habe ich folgende con-statiren k\u00f6nnen: 1. eosinophile, welche 3/4 der ganzen Menge der weissen Blutk\u00f6rperchen ausmachen; 2, weniger als die der eosinophilen und auch weniger als im wachen Zustande ist die Zahl der Zellen mit sogenannten polymorphen Kernen; diese Zellen enthalten bald einen granulirten Kern, bald zahlreiche Kerne. Bei den schlafenden Zieselm\u00e4usen fand ich weder Lymphocyten, noch Zellen mit runden Kernen.\nAusserdem muss noch erw\u00e4hnt werden, dass Leukocyten, die im normalen Zustande der Tiere oft in dem Zwischengewebe des Magens vorhanden sind, bei winterschlafenden Zieselm\u00e4usen und bei der Fledermaus in demselben nicht beobachtet worden sind *).\n*) Ein Teil der oben angef\u00fchrten Thatsachen wurde von mir in russischer Sprache ver\u00f6ffentlicht. Annales de l\u2019Institut agronomique de Moscou. 1896.","page":99}],"identifier":"lit36129","issued":"1898-99","language":"de","pages":"95-99","startpages":"95","title":"Zur Frage \u00fcber den Bau des Magens bei der Fledermaus (Vesperugo abramus) und den Zieselm\u00e4usen (Spermophilus citillus) und des Blutes bei den letzteren w\u00e4hrend des Winterschlafes","type":"Journal Article","volume":"1"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:44:05.795776+00:00"}

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