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{"created":"2022-01-31T16:48:42.740668+00:00","id":"lit36150","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Rudnew, W.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 1: 129-144","fulltext":[{"file":"p0129.txt","language":"de","ocr_de":"UEBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AIIITOSE U. MITOSE.\n129\nunserer Curven k\u00f6nnte z. B. zu Vermutliungen \u00fcber irgend welche Nachwirkung f\u00fchren, w\u00e4hrend die Curven thats\u00e4chlich einen fast momentanen Vor-gang reproduciren.\nNoch ein Umstand sei hier erw\u00e4hnt. Einthoven ') berichtet \u00fcber Photogramme, die beweisen, dass der Hg\u2014faden eminent rasche Schwingungen zu vollziehen im Stande ist. Eine Stimmgabel von 1920 Schwingungen in der Secunde war in den prim\u00e4ren Kreis eines Inductomims eingeschaltet; ein in den secund\u00e4ren Kreis eingeschaltetes Capillarelectrometer lieferte Photogramme, an denen man 3840 Schwingungen in d. Sec. z\u00e4hlen konnte. Einthoven sieht darin den Beweis einer \u00e4usserst raschen Einstellungsf\u00e4higkeit des Meniscus, w\u00e4hrend eigentlich ein solcher Beweis nicht zwingend ist: anderseits hatte auch thats\u00e4chlich die Capillare von Einthoven, soweit man dem citirten Aufs\u00e4tze entnehmen kann, eine durchaus nicht allzukurze Einstellungszeit, nicht weniger als 0,5 Sec. Die getreue Wiedergabe der grossen Schwingungszahl l\u00e4sst sich dadurch erkl\u00e4ren, dass das Capillarelectrometer in den secund\u00e4ren Kreis eingeschaltet war. Aus Fig. 5 ist zu ersehen, dass ein Meniscus, welcher wie beim Oeffnungsinductionsschlag bei b fast vertical ansteigt und 1 unter spitzem Winkel sinkt, \u00e4usserst rasche Schwingungen mitmachen kann. H\u00e4tte man aber nicht mit Inductionsstr\u00f6men, die einen raschen Verlauf haben und fortw\u00e4hrend ihre Richtung \u00e4ndern, zu thun gehabt, h\u00e4tte man einen constant en Strom \u00fcber 1000 Mal in d. Sec. unterbrochen, so h\u00e4tte ein in diesen Kreis eingeschaltes Electrometer die raschen Oscillationen nicht mitgemacht, denn dazu w\u00e4re ein sehr rascher Anstieg der Curve bei jedem Schliessen, d h eine sehr hohe Potentialdifferenz erforderlich gewesen. Unter diesen Bedingungen w\u00fcrde aber schon das erste Schliessen des constanten Stromes die\nH\u00e4SO< zersetzt haben.\nEinige Thatsaelieu zur die genetische Bezie-\nhung zwischen Amitose und Mitose\nVon VV. R u d n e w.\n(Aus dem histologischen Laboratorium der Universit\u00e4t Moskau).\nDie Frage \u00fcber die Beziehung beider Formen der Zellteilung zu einander ist bis jetzt noch wenig bearbeitet. Einige Autoren suchen Uebergangs-formen zwischen Amitose und Mitose unter den Pflanzenzellen, andere unter den Protozoen, noch andere unter den Gewebezellen. Meinerseits erlaube ich mir zu Gunsten dieser genetischen Beziehung beider Formen der Zellteilung\nL Einthoven, Arch. f. d. g. Physiol., 1894, 56, p. 528.","page":129},{"file":"p0130.txt","language":"de","ocr_de":"130\nI\u00cfEBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE U. MITOSE.\nzu einander einige Thatsachen aus der Furchung der Eier von Knochenfischen anzuf\u00fchren. Die Aufgabe dieser vorl\u00e4ufigen Mitteilung wird somit darin bestehen. so viel an mir liegt zu zeigen, dass, einerseits, die directe Teilung eine palingenetische Erscheinung ist, die in der Genesis der Zelle der indi-recten Teilung vorausgeht; andererseits - dass Amitose manchmal eine normale Erscheinung ist, auf welche Mitose ohne irgend welchen Nachteil f\u00fcr das Leben des Organismus folgen kann.\nAls Object meiner Beobachtung dienten mit Sublimat-Essigs\u00e4ure fixirte und mit H\u00e4matoxylin und Eisenalaunbeize nach M. Heidenhain tingirte Eier des Corregonus Sp.?)\nIch muss die Bemerkung vorausstellen, dass die von mir untersuchten Eier sich ganz normal entwickelt hatten, da die unber\u00fchrt gebliebenen in der Folge (am 3 5\u201455 Tage) ganz gesunde und kr\u00e4ftige Brut gaben.\nIn dieser Mitteilung werde ich haupts\u00e4chlich zwei Stadien der Teilung der Eier beschreiben: erstens ein j\u00fcngeres Stadium, zweitens ein der Gastrulation sehr nahe stehendes. Eine solche Anordnung tr\u00e4gt mehr oder weniger den Charakter einer nat\u00fcrlichen, da in dem ersten Falle sich dem Auge ein Bild darbietet, das die Kennzeichen der uns interessirenden directen Teilung darstellt, w\u00e4hrend in dem zweiten\u2014Phasen indirect er Teilung beobachtet werden k\u00f6nnen, die jedoch solche Eigent\u00fcmlichkeiten darbieten, welche die Karyokinese der Amitose n\u00e4hern.\nBei aufmerksamer Betrachtung der Teilung der Eier von Knochenfischen in fr\u00fchen Stadien wird man im Allgemeinen ein Bild gewahr, in welchem der gr\u00f6sste Teil der Blastomere aus scharf ausgedr\u00fcckten Strahlen besteht, die alle in einem Centrum \u2014 der Attractionssph\u00e4re \u2014 Zusammentreffen, der schwach differencirte Kern hingegen sich von dem ihn umgebenden Plasma nicht schart\nabhebt. Fig. 1. *) stellt ein solches Elastomer dar, aus dessen eines Centrosoms entbehrendem Centrum protoplasmatische radiale Strahlen ausgehen. Ehe diese die Zellenhaut erreichen, biegen sie gleichsam in tangentialer Richtung ab und verflechten sich mit einander. Aus diesem Grunde erscheint die ganze Zelle von einer protoplasmatischen Zone umgeben, die aus filzartig verwirrten, gew\u00f6hnlich schw\u00e4cher, als der Zellk\u00f6rper gef\u00e4rbten F\u00e4den besteht (F. La). Im Ganzen erh\u00e4lt man den Eindruck, als sei eine Zelle mit radialer Structur des Plasma in einer zweiten enthalten, die eine netzf\u00f6rmig faserige Structur aufweist 2). Wenn man die Strahlungen f\u00fcr das Resultat der Anziehungskraft der Sph\u00e4re auf das Plasma ansieht, so muss die peripherische Zone f\u00fcr den Teil der Zelle gelten, welcher ausser dem Wirkungskreise derselben liegt und in der Folge\n\u2018) Alle Abbildungen sind mit dem nack Y\u00bb II, Oc. .\\i 3.\n-) Solche Erscheinungen erinnern Zellenvermehrung.\nAbbe\u2019schen Zeichenapparat gezeichnet. Horn. Imin. Hart-an von einigen Autoren beschriebene F\u00e4lle von endogener","page":130},{"file":"p0131.txt","language":"de","ocr_de":"L'EBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AM1T0SE U. MITOSE\n131\nverschwindet.\u2014Zwischen den langen radialen Strahlen befinden sich kurze und d\u00fcnne, mit den ersteren verschiedene Winkel bildende Strahlungen. Ausserdem ist das ganze Blastomer mit kleinen K\u00f6rnchen bes\u00e4et, welche wahrscheinlich teils Querschnitte protoplasmatischer F\u00e4den vorstellen, teils aber die microsomi-sche Structur desselben andeuten. Somit kann man sagen, dass das Protoplasma auf dieser Figur das Bild einer netzf\u00f6rmig - microsomatiscli \u2014faserigen Struc-tur liefert.\nWas den Kern betrifft, so sieht man aus der Zeichnung, dass derselbe sehr gross ist, allein weder eine scharf gezeichnete Kernmembran, noch ein Nucleol. noch auch Chromatin besitzt. Der ein wenig excentrisch im Zellk\u00f6rper gelegene Kern kann in solchen F\u00e4llen an die Gestalt einer Maulbeere erinnern, indem er ein H\u00e4ufchen von schwach tingirten hellen Bl\u00e4schen vorstellt, die dem Anscheine noch keine gemeinschaftliche H\u00fclle besitzen. Diese Bl\u00e4schen sind der Form und Gr\u00f6sse nach nicht gleich: bei manchen Kernen sind sie klein, bei anderen gross, bei den einen rund, bei den anderen langgestreckt u. s. w.\nln solchen Blastomeren, welche keinen oder einen weniger typisch gebauten Kern besitzen, wird ein Centrosom niemals beobachtet. Das Centrum der Attractionssph\u00e4re erscheint gew\u00f6hnlich etwas verschwommen, in Gestalt eines Kl\u00fcmpchens, oder aber als runder zuweilen ovaler Knoten mit von demselben nach allen Seiten hin ausgehenden plasmatischen Radien. Dass ein solcher Zustand der Sph\u00e4re ohne Centrosoma im Centrum nicht ein Product der Bearbeitung ist, sieht man deutlich an anderen Blastomeren desselben Pr\u00e4parates. in denen der sich mehr der typischen Form n\u00e4hernde Kern eine Sph\u00e4re mit Centrosoma besitzt. Doch dar\u00fcber weiter unten.\nDie auf Fig. 1 abgebildete Zelle kann man vom Gesichtspunkte der Zellteilung aus als im Ruhezust\u00e4nde befindlich ansehen, da dieselbe nur eine Attractionssph\u00e4re besitzt und der runde Kern keine sichtlichen Ver\u00e4nderungen, wie sie gew\u00f6hnlich bei dieser oder jener Form der Zellteilung stattfinden, auf weist.\nEin anderes Bild giebt Fig. 2, wo sch \u00bbn 2 Attractionssph\u00e4ren mit radialen, wieder bis zur Zellenhaut gehenden Strahlungen zu sehen sind. Seitw\u00e4rts von den Kernen durchkreuzen sich die Strahlen beider Sph\u00e4ren gegenseitig unter verschiedenen Winkeln. Wie in der ersten Zeichnung, so liegt auch hier an der Peripherie der Zelle eine Zone (Fig. 2, a) aus verfilzten plasmatischen F\u00e4den. Doch umf\u00e4ngt die Zone auf dieser Zeichnung nur den halben Zellk\u00f6rper, was teils von der Richtung des Schnittes abh\u00e4ngt, teils f\u00fcr den zuf\u00e4lligen Charakter dieser Erscheinung zeugt. Wenn letzteres nicht richtig w\u00e4re, so m\u00fcsste man solche Zonen \u00fcberall antreffen; das ist jedoch nicht der Fall, denn die meisten Zellen entbehren ihrer. Was die Struct ur des Kerns, der Sph\u00e4ren und diejenige des Plasma betrifft, so zeigt Abbildung 2 dasselbe, was \u00fcber 1 gesagt worden ist. Centrosomen giebt es auch hier nicht. Im Vergleich mit Fig. 1 sieht man auf Fig. 2 deutlichere Anzeichen","page":131},{"file":"p0132.txt","language":"de","ocr_de":"132\nLEBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE U. MITOSE.\nvon Zellteilung, von denen die Anwesenheit zweier centraler Sph\u00e4ren und eines-schwach differencirten Kerns zwischen denselben vor allem unsere Aufmerksamkeit verdient.\nAls nat\u00fcrliche Fortsetzung des in den zwei ersten Zeichnungen Dargestellten erscheint Fig. 3, auf der sowohl der Zellkern, als auch der Zellk\u00f6rper bedeutend in die L\u00e4nge gezogen erscheinen. Die Abbildung stellt nur einen Teil der Zelle dar, wie sich derselbe auf einem Schnitte darbietet. Zur Vervollst\u00e4ndigung des Bildes muss man den n\u00e4chsten Schnitt derselben Zelle beobachten; dann wird man gewahr werden, dass es an ihrer rechten und unteren Seite noch eine Sph\u00e4re mit einigen Kernbl\u00e4schen von derselben Art giebt, wie auf der linken Seite der Zeichnung (Fig. 3), neben den Attractionssph\u00e4ren.\nDas Vorhandensein von 4 Attractionssph\u00e4ren in einer Zelle und von aus denselben ausgehenden radialen Strahlungen, die bis zur Peripherie der Zelle gehen (Fig. 3), zeugt f\u00fcr erh\u00f6hte Intensit\u00e4t der Zellenvermehrung. Hinsicht-\nFig. 4.\tFig. S.\nlieh der Structur des Plasma und der Sph\u00e4ren sehen wir hier wieder dasselbe, wie in den vorhergehenden Abbildungen. Der, wie auch dort, schwach differen-cirte Kern besteht neben den Attractionssph\u00e4ren aus 2 kleinen, runden, hellen Bl\u00e4schen (c), welche, wie an den n\u00e4chstfolgenden Schnitten zu sehen sein wird, auch an den unteren Sph\u00e4ren (a) vorhanden sind, w\u00e4hrend der ganze \u00fcbrige, an der L\u00e4ngenachse desselben gelegene Teil (Fig. 3, bJ ) von der plasmatischen Zellenmasse schwer zu unterscheiden ist. Es ist anzunehmen, dass der Kern sich auf directe Weise teilen wird, und dass nicht seine ganze Masse, sondern nur die dicht an den Attractionssph\u00e4ren liegenden Enden zur Bildung der Tochterkerne dienen werden, w\u00e4hrend die \u00fcbrige Masse, nach und nach auseinanderfliessend, wie ich anzunehmen wage, in der Zellsubstanz verschwinden wird.\nDas Bild auf Fig. 3 k\u00f6nnte \u00fcber das soeben Gesagte Zweifel aufkom-men lassen. Geh\u00f6rt der mittlere Teil des Kernes wirklich zu diesem und nicht zu dem ihn umgebenden Plasma?","page":132},{"file":"p0133.txt","language":"de","ocr_de":"HEBER PIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AM1T0SE U. MITOSE.\no o\nDO\nDie Frage ist im Hinblick auf die schwache Differencirung des Kerns von der ihn umgebenden Masse sehr nat\u00fcrlich. Im Interesse der Verteidigung meiner Ansicht ein wenig vorauseilend, verweise ich auf Fig. 6, wo unter <a> ein auf dieselbe Weise sich teilender Kern dargestellt ist, dabei aber, sowohl die an den Attractionssph\u00e4ren liegenden Enden des Kerns, als auch die Mitte desselben (Fig. 6, b,), die im Begriffe ist zu zerfliessen und in der Zellmasse zu verschwinden, deutlich zu sehen sind. Ein \u00e4hnliches, aber noch deutlicheres Bild giebt Fig. 7 (b, ). Ausserdem unterscheidet sich die Structiir der Kernmitte so scharf von dem sie umgebenden strahlenf\u00f6rmigen Plasma iFig. 3. <b, \u00bb), dass es kaum m\u00f6glich ist zu behaupten, dass dieser mittlere Teil nicht zum Kern, sondern zum Protoplasma geh\u00f6rt.\nEin etwas anderes Bild bietet Fig. 4, wo sich der Kern augenscheinlich durch Amitose schon in zwei H\u00e4lften geteilt hat. Der ganze Zellk\u00f6rper ist voll radialer Strahlungen. An der linken Attractionssph\u00e4re zeigt der Kern Neigung in kleine Bl\u00e4schen (a) zu zerfallen, was \u00fcbrigens auch an der rechten Sph\u00e4re sichtbar ist, wenn man diese Zelle an den n\u00e4chstfolgenden Schnitten weiter verfolgt. Bringt man dieses Bild' (Fig. 4) mit dem Vorhergehenden in Verbindung, so kann man es f\u00fcr eine weitere Phase der auf Fig. 3 dargestellten Teilung ansehen. In diesem Falle w\u00e4re es das Stadium, wo der mittlere, nicht zum Aufbau der Tochterk\u00f6rne dienende Teil des Kernes spurlosin dem umgebenden Plasma verschwunden ist. Doch ist eine solche Voraussetzung vorderhand eine gewissermassen gewagte; es ist nat\u00fcrlicher anzunehmen, dass wir es hier mit dem Bilde von Amitose zu thun haben.\nAuch in Bezug auf die Stmctur des Plasma und der Sph\u00e4ren (Fig. 4), ist nichts Neues zu sagen, es sei denn, dass wir darauf hinweisen, dass hier die radialen Strahlen bis zur Zellenhaut gehen ohne die protoplasmatische Verfilzung zu bilden, deren zuf\u00e4llige Erscheinung oben vor\u00fcbergehend erw\u00e4hnt wurde.\nDie obenbeschriebenen vier Bilder k\u00f6nnen f\u00fcr die bei den Knochenfischen in fr\u00fchen Stadien der Furchung der Eier vorherrschenden angesehen werden. In den aller meisten F\u00e4llen sieht man \u00fcberall stark entwickelte Attractionssph\u00e4ren bald zu je einer in der Zelle, bald zu je 2 oder 4, ohne Centrosoma, und dabei wenig differencirte Kerne von bl\u00e4schenartiger Stmctur, ohne Nuclei \u00bblen, manchmal ohne Membran und ohne sichtbares Chromatin. Dabei begegnet man den auf Fig. 1 und 2 dargestellten Bildern oft, dagegen den auf Fig. 3 und 4 weit seltener. Folglich wird in diesem Falle die directe Teilung dadurch charakterisirt, dass dieselbe unter der th\u00e4tigen Mitwirkung von Attractionssph\u00e4ren vor sich geht, wobei der Kern so zu sagen passiv auseinandergerissen wird, indem er der Richtung dieser \u00e4ttractiven Wirkung folgt. Wir k\u00f6nnen nat\u00fcrlich nicht sagen, dass hier eine typische Amitose vor sich geht, jedenfalls aber bietet hier der Kern eine so schwache Individualit\u00e4t, dass es schwer wird in demselben irgend welche tiefe, innere, f\u00fcr die indirecte Teilung charakteristische Ver\u00e4nderungen wahrzunehmen. Was nun die Thatsache anbetrifft, dass nach dem Abgang der Enden des Kerns der mittlere Teil desselben schwindet, so kann diese voraussetzliche Eigent\u00fcmlichkeit der Teilung auf keinen Fall auf irgend welche Spuren von Karyoldnese hinweisen. Es","page":133},{"file":"p0134.txt","language":"de","ocr_de":"134\nU EBE R DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE U. MITOSE.\nw\u00e4re noch m\u00f6glich in diesem mittleren Teil des Kernes eine Andeutung auf eine Centralspindel zu sehen und in diesem Bilde etwas an Karyokinese mit Bewahrung der Kernmembran bei den Protozoen Erinnerndes wahrzunehmen. Doch kann ich dar\u00fcber jetzt noch nichts Gewisses sagen. F\u00fcr den Fall jedoch, dass diese Vermutung eine gegr\u00fcndete w\u00e4re, w\u00fcrde das nur noch mehr zu Gunsten der genetischen Beziehung zwischen den beiden Formen der Zellteilung sprechen.\nAuf Bildern, die an directe Teilung erinnern, kann man, obwohl selten, auch in sp\u00e4tem Stadien des Furchungsprocesses der Eier bei den Knochenfischen stossen. Die Sache ist die, dass wenn in fr\u00fcheren Stadien vorzugsweise Amitose und nur ausnahmsweise Karyokinese beobachtet wird, in sp\u00e4teren gerade das Gegenteil, d. h. Karyokinese, vorherrschend wird und Amitose zu den Ausnahmen geh\u00f6rt. Als Begr\u00fcndung alles oben Gesagten will ich \u00fcber diese Ausnahmsf\u00e4lle einige Worte sagen.\nFig. 5, die ein sp\u00e4teres, zur Gastrulation n\u00e4heres Stadium dastellt, l\u00e4sst vermuthen. dass es sich hier um eine Teilung des Zellk\u00f6rpers und Zellkerns durch Amitose handelt. Die Zeichnung wurde aus einer ganzen\nReihe von Schnitten combinirt um ein volles Bild von Amitose unter Mitwirkung von Attraction.ssph\u00e4ren gewinnen zu k\u00f6nnen. Von den fr\u00fcheren unterscheidet sich diese Zeichnung dadurch, dass hier der Kern typischer gebaut ist, indem er durch die Gegenwart von Chromatink\u00f6rnern st\u00e4rker gef\u00e4rbt ist und eine Kernmem-bran besitzt. Die Centrosomen erscheinen in Gestair von kleinen einzelnen K\u00f6rnchen, die in dem Ausgangscentrum der protoplasmatischen radialen Strahlen liegen.\nDie Kerne liegen mit ihren zu der sich bildenden Zellwand gerichteten Seiten so nahe aneinander, dass hier zweierlei Auslegungen m\u00f6glich sind, n\u00e4mlich dass entweder die Trennung schon stattgefunden hat, oder dass dieselbe noch vor sich geht. Doch giebt es hier keinen mittleren Kernteil, der mit der allgemeinen Zellmasse Zusammenfl\u00fcssen und nicht zum Aufbau der Tochterkerne dienen w\u00fcrde, so dass in diesem Fall das Bild der Amitose ganz ihrer typischen Form entspricht.\nln diesem Sinne sind auch die Bilder im Parablast eines sp\u00e4ten Stadiums der Teilung interessant.\nFig 6 stellt ein St\u00fcck eines solchen Parablasts vor, in welchem <a\u00bb eine directe Kernteilung unter Mitwirkung von Attractionssph\u00e4ren und mit einem Mittelst\u00fcck des Kernes darstellt, welches schwach gef\u00e4rbt ist und augenscheinlich in der es umringenden Masse verschwinden wird. Noch besser ist solches auf Fig. 7 zu sehen, wo auf den Kern nur zwei Sph\u00e4ren einwirken und derselbe, symmetrisch ihrer Anziehungskraft folgend, in 2 Teile zerf\u00e4llt, so dass auch hier zur Bildung der 2 Tochterkerne nur die am Rande gelegenen Teile dienen ,b ). Unter <b> (Fig. 6) ist ein-Kern abgebildet, der bereit ist sich unter der Wirkung zweier in entgegengesetzter Richtung denselben anziehender Sph\u00e4ren zu teilen. Solchen Bildern begegnet man im Parablast oft. Es muss im Allgemeinen bemerkt werden, dass man bei n\u00e4herer Betrachtung des Para-","page":134},{"file":"p0135.txt","language":"de","ocr_de":"i: KR Eli DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE U. MITOSE.\n135\nblasts in diesem Stadium der Furchung der Eier \u00fcberall besser differencirte Kerne sieht als in den fr\u00fcheren Zeichnungen. Auf Fig. 6. besitzen fast alle Kerne eine Membran und zeugt ihre F\u00e4rbung von der Gegenwart einer bedeutenden Menge von Chromatin. Dabei sind auch noch Centrosomen vorhanden, die bald als einzelnes, bald als zwei und mehr K\u00f6rnchen im Centrum der Attractionssph\u00e4re liegen. Unter \u00abc> (Fig. 6) sehen wir eine riesengrosse Attractionssph\u00e4re homogener Structur, ohne eine Spur von radialer Strahlung und vollkommen an Archoplasma in Boveri\u2019s Sinne erinnernd und in derselben zwei H\u00e4ufchen K\u00f6rner, das gr\u00f6ssere in dem oberen Teil der Sph\u00e4re, das kleinere in dem unteren. Angesichts dessen, dass so scharf markirte Attractions-sph\u00e4ren sehr selten angetroffen werden, glaube ich annehmen zu k\u00f6nnen, dass diese Form keine normale ist.\nFig. 6 stellt fast ausschliesslich eine bedeutende Anzahl von Attractions-sph\u00e4ren dar, welche in ihrer Mitte Centrosome aufweisen. Nur die mit \u00abg> bezeichneten Atellen geben ein anderes Bild von der Structur des Plasma, dasjenige der gew\u00f6hnlichen netzf\u00f6rmig-faserigen mit verfilzten F\u00e4den und ohne\nFig. 6.\tFig. 7.\nSpur von radialen Strahlungen. Solche Stellen weisen auf die Abwesenheit von Centra hin, die auf das sie umgebende Plasma ihre Anziehungskraft aus\u00fcben k\u00f6nnten. Dieses Protoplasma zeugt mit seinen verfilzten F\u00e4den und seinen Ker nen von Ruhe, Bewegungslosigkeit Eine solche netzf\u00f6rmig-faserige und filzartige Structur. ohne irgend eine Spur von Centralit\u00e4t, muss auch jeder anderen Zelle, die keine Neigung zur Teilung hat, eigent\u00fcmlich sein, wie man es oft in den Geweben erwachsener Tiere beobachten kann. Somit zeigt Fig. 6, einerseits, wie die Structur einer ruhenden Zelle ausieht, andererseits aber\u2014 wie sich diese Structur bei der Theilung gestaltet.\nIn letzter Zeit wird sehr viel \u00fcber den Parablast geschrieben, wobei die Neigung hervortritt dessen active Bedeutung in dem K\u00f6rperbau des Embryo","page":135},{"file":"p0136.txt","language":"de","ocr_de":"136\nHEBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AM1T0SE U. MITOSE.\nherabzusetzen. Doch ist \u00fcber diese Frage das letzte Wort noch nicht gesprochen, da es sich hier um cytologische Thatsachen handelt, die noch nicht hinl\u00e4nglich untersucht worden sind. Ich selbst habe mich mit dem Parablast nicht speciell besch\u00e4ftigt, doch bin ich\u2014beil\u00e4ufig gesagt\u2014zuweilen auf solche Bilder gestossen, wro das zur H\u00e4lfte in den Parablast hineingesunkene Elastomer entweder ein grosses Dotterkorn oder eine H\u00f6idling enthielt, weicher ein solches Korn entfallen war (Fig. 6 und 7, <d> und <e>). Es ist kaum anzunehmen, dass Blastomere, die sich in dem sich teilenden Teile des Eies bilden, so grosse Dotterk\u00f6rner in den Parablast, der best\u00e4ndig Dotter enth\u00e4lt (Fig. 6. -<d>; Fig. 7), mit sich bringten sollten. Andererseits tritt die Frage hervor, warum die Bedeutung des Parablasts in dem Aufbau des Embryo zu leugnen w\u00e4re, da dieser protoplasmatische Teil desselben doch so reich an Attractionssph\u00e4ren und Centrosomen ist. Obgleich ich die hierauf bez\u00fcgliche Litteratur nicht anf\u00fchre, kann ich nicht umhin auf eine experimentelle Arbeit Ziegler\u2019s *) hinzuweisen, in welcher der Autor bei der Zellteilung den Attractionssph\u00e4ren eine vorherrschende Bolle zuschreibt. Deshalb f\u00fchre ich auch in meinen Beschreibungen solche Argumente an, die Beobachtungen am Parablast entliehen sind. Freilich verh\u00e4lt es sich anders mit dem Parablast, der nur Riesenkerne ohne jegliche Spur von Attractionssph\u00e4ren und Centrosomen aufweist, doch ist noch kein solcher in das Bereich meiner Untersuchungen gelangt.\nNachdem ich der directen Teilung sehr nahe kommende Bilder gegeben, will ich einen Fall von Teilung eines Zellk\u00f6rpers beschreiben, in welchem zugleich mit Amitose einige Z\u00fcge, die nur der Karyokinese eigen sind, erkannt werden k\u00f6nnen. Eine Reihe von Zeichnungen (Fig. 8 \u2014 12) liefert das Bild eines sich in 3 Teile furchenden Elastomers.\nCl\t\u00ab\nFig. 8 zeigt 3 Blastomere, von denen die 2 links gelegenen von einander durch eine Scheidewand getrennt sind. Der obere (a) besitzt einen Kern mit tiefen unregelm\u00e4ssigen Ausschnitten und an einigen Stellen seiner Oberfl\u00e4che Bl\u00e4schen, die sich von ihm abgetrennt haben. An demselben Elastomeren (a) sind 2 Attractionssph\u00e4ren bemerklich, von denen die eine ein C entrosoma enth\u00e4lt. Die Strahlen der Sph\u00e4ren reichen nicht bis zur Zellhaut\ni) Heinr. E. Ziegler. Experimentelle Studien \u00fcber d. Zellteilung. Erste Mitteilung (Arch. f. -d. Entwicklungsmechanik d. Organismen. B. 6, H. 2, 1898).","page":136},{"file":"p0137.txt","language":"de","ocr_de":"U EBE R PIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE U. MITOSE.\n137\nund sind daher von einer netzf\u00f6rmig-faserigen, verwirrten Plasmaschicht umgehen. Dies ist somit der Anfang der Bildung von Sph\u00e4ren hei der Zellteilung. welche durch die Einwirkung ihrer Centra dem ganzen Plasma eine radial-strahlenf\u00f6rmige Structur verleihen, was an dem Elastomeren \u00abb zu sehen ist, dessen ganzer K\u00f6rper aus plasmatischen Strahlungen besteht. Der Kern des Elastomeren b hat fast dieselbe Structur, wie derjenige des oberen Elastomeren ( a ). Das dritte Elastomer (c), welches von dem linken unteren (b) durch eine Zwischenwand getrennt ist, erscheint bloss als proto-plasmatischer Klumpen von netzf\u00f6rmig-faseriger Structur ohne irgend welche Anzeichen eines Kerns und einer Attractionssph\u00e4re. Ein derartiger Bau des Elastomeren c zeugt daf\u00fcr, dass dieser Teil des Zellk\u00f6rpers sich ausser dem Bereiche der Anziehungskraft befindet. Somit giebt diese Figur das typi-\nder Zeile.\nEig. 9 zeigt uns Kerne in allen 3 Elastomeren, die durch Zellenw\u00e4nde merklich von einander getrennt sind; doch hat nur das rechte Elastomer (c) die Structur eines ruhenden Kerns mehr oder weniger bewahrt, wo,hingegen die beiden linken Elastomere (a und b) Kerne in Gestalt von l\u00e4nglichen nackten Chromatinmassen, die an der Zellwand sich zu einem Ganzen vereinigen. besitzen. Wir sehen somit auf diesem Schnitte die Teilung der ver\u00e4nderten Kernsubstanz, welche sogleich nach der Teilung des Zellk\u00f6rpers (die Elastomere a und b , Fig. 8) erfolgt ist.\nAuf Fig. 9 sieht man an den Elastomeren <b und c->, teils auch an \" die radial\u2014strahlenf\u00f6rmige Structur des Plasma.\nDie Structur eines ruhenden Kerns bewahrt auch das rechte Elastomer (c) auf Fig. 10. Uebrigens zeigt der n\u00e4her zur Zellwand liegende Teil des Kerns schon einige Anzeichen von der Anwesenheit von Chromatinsubstanz in Gestalt von Kl\u00fcmpchen und St\u00e4bchen, wie bei Karyokinese. Aehnliches sieht man auch an dem linken Elastomer, wo schon keine Zwischenwand, welche die k\u00fcnftigen 2 Blastomere von einander trennen w\u00fcrde, wie es auf Fig. 8 (a und bj der Fall war, mehr vorhanden ist. Die Attractionssph\u00e4re des rechten Elastomers (c), die an dem vorhergehenden Schnitte zu sehen war, tritt an diesem noch deutlicher hervor.\nDoch das deutlichste Bild des rechten Elastomers (c) giebt Fig. 11. Man gewahrt hier 2 Sph\u00e4ren und zwischen denselben einen interessant gebauten","page":137},{"file":"p0138.txt","language":"de","ocr_de":"138\nUEBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE U. MITOSE.\nKern. Derselbe offenbart die Neigung in kleine Bl\u00e4schen zu zerfallen und besteht an seinem oberen Ende aus einem Chromatinst\u00e4bchen, welches \u00fcber die Zwischenwand auf die beiden links gelegenen k\u00fcnftigen Elastomere (a und b) geworfen scheint. Letztere sind, wie schon die vorhergehende Figur zeigte, nicht von einander getrennt und enthalten ein kleines Kernst\u00fcckchen, welches unten nur teilweise den Anschein des Ruhestadiums bewahrt hat. Die Attractionssph\u00e4re ist unten an diesem Kernteil gut gekennzeichnet, indem sie den ganzen unteren Teil des Blastomers (b) mit ihren Strahlen ausf\u00fcllt.\nNoch besser tri11 die Sph\u00e4re des linken Blastomers unten (b) auf dem n\u00e4chstfolgenden Schnitte in Fig. 12 hervor. An dieser Sph\u00e4re liegt die Kernsubstanz, die aus unregelm\u00e4ssig gestrebten, unter einem gewissen Winkel gebogenen St\u00e4bchen besteht. Diese letzteren sind mit einander derartig verbunden, dass ein durchl\u00f6cherter Kern entsteht. Das rechte Elastomer, welches einige Spuren einer Attractionssph\u00e4re bewahrt hat, besitzt in diesem Schnitte (Fig. 12) keinen Kern. Der obere Teil des linken Blastomers (a) liefert schon nicht mehr das Bild radialer Strahlungen, und hat eine netzf\u00f6rmig-faserige Structur.\nDas ganze in diesen 5 Figuren wiedergegebene Bild zeigt die vollst\u00e4ndige Teilung eines Kerns und eines Zellk\u00f6rpers in 3 Tochterzellen. Es teilt sich hier durch einfache Furchung nicht der ruhende Kern, wie das bei Amitose der Fall ist, sondern die so zu sagen ausgef\u00e4llte Chromatinsubstanz des Kerns, welche frei im Zellk\u00f6rper liegt, was f\u00fcr Karyokinese charakteristisch ist. Doch stellt diese Reihe Bilder jedenfalls keine Karyokinese dar, weil sich das Chromatin in seiner ganzen Masse, regellos, und nicht zur H\u00e4ifte aus jedem Chromosom unter die Tochterzellen verteilt. Mit einem Wort, es findet hier directe Teilung des Kernes statt, wobei das Zerfallen des letzteren in kleine Bl\u00e4schen und das Hin\u00fcbertreten der Chroma-tinsubstanz aus demselben in das Zellplasma beobachtet wird. Ich m\u00f6chte mir erlauben eine solche Teilungsart eine directe multipol\u00e4re Teilung zu nennen. In dieser Reihe Zeichnungen tritt wieder der Unterschied in der Structur des Plasma, je nachdem es n\u00e4her zur Attractionssph\u00e4re oder weiter von ihr entfernt liegt, hervor, im ersten Fall nimmt das Plasma unter der Einwirkung der Anziehungskraft derselben eine radial-strahlenf\u00f6rmige Structur an, im zweiten, fern von dieser Einwirkung, eine netzf\u00f6rmig-faserige, gleichsam verfilzte. Auf Grund des soeben Beschriebenen d\u00fcnkt es mir erlaubt vom Standpunkte der Zellteilung aus von einem im Ruhezust\u00e4nde befindlichem und einem in Th\u00e4tigkeit begriffenen Plasma w\u00e4hrend der Teilung der Zelle auf diese oder jene Art zu reden.\nIn meinen Beobachtungen fortschreitend, will ich mich im Gegensatz zu den fr\u00fcheren bei solchen Erscheinungen aufhalten, in denen haupts\u00e4chlich Karyokinese, obgleich mit einigen besonderen Z\u00fcgen, die sie der Amitose n\u00e4hern stattfindet.\nFig. 13 ist dem Pr\u00e4parat eines fr\u00fchen Teilungsstadiums von Eiern entnommen, in welchem, wie schon erw\u00e4hnt, von Zeit zu Zeit neben der directen Teilung auch karyokinetische Figuren zu treffen sind..","page":138},{"file":"p0139.txt","language":"de","ocr_de":"HEBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AM\u00cfTOSE U. MITOSE.\n139\nDas langgestreckte Elastomer giebt offenbar das Bild eines Stadiums des Tochtersterns. Die schwach bezeichneten Strahlungen des netzf\u00f6rmig\u2014faserigen Protoplasma sind besser an den n\u00e4chstfolgenden Schnitten desselben Elastomers zu sehen. Zwischen zwei Chromatin-Tochterfiguren zieht sich das breite B\u00fcndel der Centralspindel (nach Hermann\u2019s Terminologie), die inmitten der sie umgebenden plasmatischen Masse scharf hervortritt. Die Chromosoma der Tochterzellen erscheinen bald als schwach gef\u00e4rbte Bl\u00e4schen \u00e4hnlich den bei der directen Teilung beschriebenen, bald als scharf mit nucle\u00e4ren Farben tingirte kugelf\u00f6rmige oder ovale K\u00f6rperchen, bald als typische Chromosoma. Viele der hellen Bl\u00e4schen enthalten hier kleine, sich gleich dem Chromatin f\u00e4rbende K\u00f6rnchen. Solche Eigent\u00fcmlichkeiten bei der Teilung wurden schon fr\u00fcher nicht nur an Eiern von Knochenfischen, sondern auch denjenigen anderer Tiere beobachtet. Dabei wurden die schwach tingirbaren Bl\u00e4schen von einigen Histologen als eine besondere Form von Chromosomen betrachtet. Es ist auch die Meinung ausgesprochen worden, dass diese Bl\u00e4schen nichts anderes als durch unpassende Behandlung mit Reagentien ver\u00e4nderte Chromosomen sind. Dies ist jedoch schwerlich der Fall, daneben diesen Bl\u00e4schen typische Chromosomen verkommen. Ausserdem fragt es sich, warum solch ein k\u00fcnstliches, von unpassender Behandlung abh\u00e4ngiges Product in den sich teilenden Eiern in \u00fcberwiegender Anzahl zu treffen sein sollte? Dieser Umstand leitet eher auf den Gedanken, dass dies eine Eigent\u00fcmlichkeit der Embryonalzellen, im gegebenen Fall der Elastomere der Knochenfische, vorsteilt.\nWenn man nun das Bild dieser Zeichnung einerseits mit den oben beschriebenen Eigent\u00fcmlichkeiten, andererseits mit der Bildern von typischer Karyokinese im Verbindung bringt, so ist man geneigt diese Bl\u00e4schen f\u00fcr phylogenetische Urformen des Chromosoms anzusehen. Je nach der Menge der in denselben enthaltenen Chromatink\u00f6rner erscheinen sie als schwach tingirbare helle Bl\u00e4schen oder als scharf mit nucle\u00e4ren Farben gef\u00e4rbte Ovale oder K\u00fcgelchen, oder endlich als typische Chromosomen. Bataillon und Kodier '), sowie Beinhanl 2) weisen auf einen solchen bl\u00e4schenartigen Zustand der Kerne in den sich furchenden Eiern der Knochenfische hin, obgleich sie augenscheinlich diese Bl\u00e4schen nicht f\u00fcr Chromosoma halten. Daf\u00fcr sind aber diese Autoren der Ansicht, dass die im Kern befindlichen K\u00f6rnchen ihren Ursprung ausser dem Kern nehmen; aus diesen Grunde w\u00fcrde, ihrer Meinung nach, der Kern in seinen fr\u00fchen Teilungsstadien kein Chromatin enthalten, welches schon sp\u00e4ter, nachdem es in Gestalt von K\u00f6rnchen gleichm\u00e4ssig im Zellplasma\nFig. 13.\n4) Observations sur les ph\u00e9nom\u00e8nes karyokinetiques dans les cellules du blastoderme des T\u00e9l\u00e9ostiens (Comptes-rendus hebdomadaires de l\u2019Acad\u00e9mie des Sciences. T. CXVII, NI 16 (Octobre) 1893. Paris.\n-) \u201eZur Frage \u00fcber die amitotische Teilung der Zellen\u201c. Biolog..Centralblatt, Bd. XVI.\n9","page":139},{"file":"p0140.txt","language":"de","ocr_de":"140\nUEBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE \u00fc. MITOSE.\nzerstrent gewesen war, dem Kerne einverleibt w\u00fcrde. Es ist m\u00f6glich, dass diese Ansicht eine richtige sei, obgleich sie noch ersch\u00f6pfender factischer Beweise bedarf. Jedenfalls is es erlaubt anzunehmen, dass die bl\u00e4schenartigen Kernbil-dungen embryonale Chromosoma vorstellen, welche der einfacher gebauten Urzelle eigent\u00fcmlich sind. Die Anh\u00e4ufung von Chromatink\u00f6rnchen in diesen blasenartigen Gebilden liefert die verschiedenen in Fig. 13 dargestellten Bilder. Demzufolge wird das letzte Entwicklungsstadium der Chromosomen aus bl\u00e4schen-artigen Kernen dasjenige sein, wenn die Chromatinsegmente ausschliesslich aus Chromatinmasse bestehen, wie das gew\u00f6hnlich in Gewebezellen der Fall ist.\nFig. 13, welche unzweifelhaft das Bild von Karyokinese darstellt, wird von Reinhard aus unbekannten Gr\u00fcnden und im Widerspruch zu vielen anderen Autoren, wie aus seiner Zeichnung erhellt, f\u00fcr Amitose gehalten.\nEs bleibt mir jetzt noch \u00fcbrig einige Worte \u00fcber die typischen Bilder von Karyokinese an den sich furchenden Eiern der Knochenfische zu sagen. Vor allem muss bemerkt werden, dass in allen Figuren der Mitose die achromatischen Teile derselben immer st\u00e4rker entwickelt sind, als die chromatischen. Dabei kann infolge der klaren Zeichnung und relativen Einfachheit der achromatischen Figuren die active attractive Einwirkung des Centrums der radialen protoplasmatischen Strahlen wie auf den Kern, so auf den ganzen Zellk\u00f6rper leicht wahrgenommen werden. Fig. 6 giebt unter \u00abb> schon am Parablast davon eine Andeutung, was \u00fcbrigens mehr oder weniger auch an mehreren anderen der vorhergehenden Zeichnungen bemerkbar ist. Gew\u00f6hnlich sieht man dabei gewisse Teile des Kerns passiv der Richtung der activen attractiven Einwirkung folgen. Ich kann noch hinzuf\u00fcgen, dass eine solche Wirkung der Attractionssph\u00e4re auch auf das Protoplasma sowie auf das Paraplasma, wenn man unter letzterem alles Uebrige versteht, was zwischen den protoplasmatischen F\u00e4den liegt, deutlich wahrzunehmen ist. Die Einwirkung auf das Protoplasma besteht in Folgendem. So lange die Zelle sich nicht im Teilungsstadium befindet, ist ihre Structur eine netzf\u00f6rmig-faserige, filzartige, ohne irgend welche Anzeichen von Strahlung, wie es oft an Gewebezellen beobachtet wird; kaum aber geht die Zelle, ihr Ruhestadium verlassend, zur Teilung \u00fcber, so beginnt das Attractionscentrum, um den herum das Protoplasma sich in radiale Strahlen ordnet, zu functionniren. Dabei bilden sich Sph\u00e4ren, welche auf diese Weise an wachsen, bis sie den ganzen Zellk\u00f6rper ausf\u00fcllen. Vom Gesichtspunkte der Zellteilung aus kann das Protoplasma entweder im Ruhezust\u00e4nde der Zelle, solange sich diese nicht teilt, oder w\u00e4hrend ihrer Teilung, wenn alles in ihr in Bewegung kommt, zum Centrum der attractiven Wirkung hinstr\u00f6mt, betrachtet werden. K\u00fcrzer gesagt, w\u00e4hrend der Ruheperiode der Zelle ist die Structur des Plasma eine netzf\u00f6rmigfaserig\u2014filzartige, w\u00e4hrend der Teilung derselben eine radial-fadenartige.\nWas die Wirkung des Attractionscentrums auf das Paraplasma betrifft, so ist dieselbe leicht an Dotterk\u00f6rnern zu beobachten, welche w\u00e4hrend der Teilung der Zelle sich derartig ordnen, dass die gr\u00f6sseren weiter als die kleineren von .dem Attractionscentrum liegen. Es ist kaum auzunehmen, dass eine solche Anordnung von der Gr\u00f6sse der zwischen den F\u00e4den des Plasma befindlichen Zwischenr\u00e4umen, wie einige glauben, abh\u00e4ngt. Ich habe Gelegenheit","page":140},{"file":"p0141.txt","language":"de","ocr_de":"HEBER DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE U. MITOSE.\n141\n.gehabt zu sehen, wie zwischen den F\u00e4den der Centralspindel im Paraplasma, dicht neben der sich bildenden jungen Zellen wand, ein grosses Dotterkorn in Bisquitgestalt lag, wobei die eine H\u00e4lfte desselben sich in der einen Tochterzelle, die andere in der anderen befand (Fig. 14 a.). Solche Thatsachen sprechen nicht nur daf\u00fcr, dass w\u00e4hrend der Karyokinese Bewegung des ein Dotterk\u00f6rnchen enthaltenden Paraplasma stattfindet, sondern auch noch daf\u00fcr, dass ein solches K\u00f6rnchen dem Strom des ganzen Zellinhalts folgend in den Wirkungskreis zweier Attractionscentra geraten und dadurch in gleiche H\u00e4lften geteilt werden kann. Dieser Vorgang illustrirt vorz\u00fcglich denjenigen, wo der Kern eine passive directe Teilung uuter dem Finfluss von Attractionscentra erf\u00e4hrt, welche auf ihn in entgegengesetzten Pachtungen einwirken. Daher scheint es mir, dass die regelm\u00e4ssige Anordnung der Dotterk\u00f6rnchen verschiedener Gr\u00f6sse hinsichtlich der Astractionssph\u00e4ren am meisten von dem St\u00e4rkegrad der Attraction des Centrums auf den ganzen Zellk\u00f6rper beeinflusst wird.\nIch kann nicht umhin einer Ansicht Ziegler's *) zu erw\u00e4hnen, die er vor kurzem nur fl\u00fcchtig ausgesprochen und auf die er in der Folge ausf\u00fchrlicher zur\u00fcckzukommen verspricht. Er meint, dass die auf das Zellplasma w\u00e4hrend der Teilung attractiv wirkende Kraft im umgekehrten Verh\u00e4ltnis zum Quadrat der Entfernung sein k\u00f6nnte. W\u00e4re es nicht auch nat\u00fcrlich anzunehmen, dass die Wirkung dieser Kraft im umgekehrten Verh\u00e4ltnis zu der Masse der Substanz ist, die zu dem Centrum angezogen wird?\nVon diesem letzten Gesichtspunkte aus wird auch das Bild verst\u00e4ndlich, welches uns zeigt, dass die Dotterk\u00f6rner mit der Entfernung von den Centra der Sph\u00e4ren an Gr\u00f6sse zunehmen.\nAn den Blastomeren der Knochenfische ist somit, wiederhole ich, die active Einwirkung des Attractionscentrums nicht nur auf den Kern und das Protoplasma, sondern auch auf das Paraplasma mit allem, was es enth\u00e4lt, deutlich zu sehen.\nAusserdem kann an unserem Object bei Erscheinungen von Karyokinese nicht selten das Vorhandensein einer Centralspindel in Hermann\u2019s Sinne beobachtet werden, und geht in diesem Falle der Anstoss zur indirecten Teilung von der Teilung des Attractionscentrums mit dem Centrosom aus. Danach f\u00e4ngt die Centralspindel an zu wachsen und f\u00fcllt in der Folge den ganzen Zellk\u00f6rper aus, so dass eine Riesencentralspindel entsteht, in deren Mitte der Kern liegt. Unter dem Einfl\u00fcsse der in diametral entgegengesetzten Bichtungen einwirkenden Attractionscentra teilt sich dieser Kern, indem er sich l\u00f6st, wobei das Chromatin in den Zellk\u00f6rper ausf\u00e4llt und die typischen Figuren der Karyokinese zum Vorschein kommen. Somit folgt, wiederhole ich noch einmal, der Kern ebenso wie der ganze Zellk\u00f6rper passiv der Einwirkung der Attractionscentra,","page":141},{"file":"p0142.txt","language":"de","ocr_de":"142\nUEBER DIE GENETISCHE DEZIEHUNG ZWISCHEN AMITOSE U. MITOSE.\nEs scheint mir nicht \u00fcberfl\u00fcssig auch noch darauf hinzuweisen, dass in den sich teilenden Eiern der Knochenfisclie der Kern an dem Aufbau der Achromatinfiguren der Karyokinese offenbar keinen Anteil nimmt. Man muss der Ansicht derjenigen Autoren beistimmen, die zwischen den Centralspindelfasern und den Halbspindelfasern keinen Unterschied sehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Eigent\u00fcmlichkeit sich nur auf die sich teilenden Eier der Knochenfische erstreckt, d. h. nur auf Zellen mehr embryonalen Charakters, dagegen in den Geweben, wo die Zellen stark differencirt sind, das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Kern und dem Plasma ein anderes ist.\nAuf den hier dargestelten Objecten, sehen wir ferner grosse Mannigfaltigkeit in der Form der Centrosomen, welche bald als einzelnes, bald in Gestalt von zwei, drei und me.ii* K\u00f6rnchen (Fig. 6. f) erscheinen; wahrend der Karyokinese sieht man manchmal ein oder mehrere solcher K\u00f6rnchen in einem hellen Bl\u00e4schen eingeschlossen (Fig. 15. a). Es kommt vor, dass neben einem derartigen Bl\u00e4schen etwas abseits vom Sph\u00e4rencentrum ein zweites liegt (Fig. 15. b). Ich habe Gelegenheit gehabt zu beobachten, wie ein nacktes, einem Centrosom \u00e4hnliches K\u00f6rnchen auf einem \u00e4usserst d\u00fcnnen, schnabelartig langgezogenen Fortsatze des Kerns sass, welcher bis zum Centrum der Attractionssph\u00e4re reichte (Fig. 16. a). Eine solche Mannigfaltigkeit des Centrosoma in Form und Gr\u00f6sse ist vielleicht dadurch bedingt, dass die hier beschriebenen Zellen im\nEmbryonalzustande und schwach differencirt erscheinen und dass, infolge schwacher Individualisation, nach der einen oder der anderen Seite Irin Schwankungen Vorkommen und sich verschiedenartig gestaltete Centrosomen bilden k\u00f6nnen.\nNachdem, ich die Beschreibung der Eigent\u00fcmlichkeiten, denen man in den sich teilenden Eiern hei Knochenfischen begegnet, beendet, erlaube ich mir noch einen allgemeinen Ueberblick \u00fcber das oben Dargestellte zu geben.\nEs wurde gezeigt, dass zwischen den beiden Formen der Zellteilung manchmal eine genetische Beziehung constatirt werden kann und dass Ami-tose an gr\u00f6sseren Elastomeren complicirter Mitose ohne jeglichen Nachteil f\u00fcr das Leben des Individuums vorangeht. Ich sage absichtlich <manchmal\u00bb, da einige Thatsachen *) daf\u00fcr zeugen, dass in den fr\u00fchesten Stadien der Eier-furchung bei den Knochenfischen auch Karyokinese vorkommt. Somit kann\n*) Henneguy. Recherches sur le d\u00e9veloppement des poissons osseux. (Journ. de l\u2019Anat. et de la Physiol. 1888. .V 5), Tojoishhi.. IX Cxr\u00c93A'i. EcTecTBonciiHTaTe/iefi n Bpaaeft. JIporoKO.\u2122 CVks'aa.","page":142},{"file":"p0143.txt","language":"de","ocr_de":"ITH KE DIE GENETISCHE BEZIEHUNG ZWISCHEN A MITOSE U. MITOSE.\n143\ndie beschriebene Eigent\u00fcmlichkeit f\u00fcr eine fl\u00fcchtige atavistische Erscheinung angesehen werden, die jedoch die normale Entwicklung des Individuums nicht beeintr\u00e4chtigt.\nAusserdem wurde gezeigt, dass auf unseren Objecten directe Teilung einer einfacher gestalteten Karyokinese, wo die gegenseitige Beziehung zwischen den Chromatin- und Achromatinfiguren nicht so complicirt ist wie bei den Gewebt zellen, vorausgeht. Diese von uns beobachtete Eigent\u00fcmlichkeit h\u00e4ngt vor allem von der Structur des Kerns und des Plasma ab. Da, wo der Kern einfach gebaut ist und weder ein Nucleol noch Chromatin aufweist, geht auch die Furchung desselben auf directem Wege vor sich. Allein infolge gewisser Eigent\u00fcmlichkeiten in der Structur des Plasma geht diese Amitose wieder unter activer Einwirkung von riesengrossen Attractionssph\u00e4ren vor sich, die kein Centrosom. als Zellorgan von bestimmter Form, in sich scbliessen. Anstatt eines Centrosoms sicht man in denselben einfach einen verwirrten protoplasmatischen Knoten, von dem aus nach allen Seiten hin radiale Strahlen ausgehen.\nEs ist m\u00f6glich, dass infolge dessen, dass die directe Teilung unter Mitwirkung der Attractionssph\u00e4ren vor sich geht, dieselbe in dem gegebenen Objecte keine Kennzeichen von Degeneration darbietet, sondern, umgekehrt, zu Gunsten einerseits des embryonalen Zustands der Zelle, andererseits einer intensiven Lebensth\u00e4tigkeit derselben zeugt. Nicht umsonst sind alle Beweise f\u00fcr den Satz, dass Amitose f\u00fcr eine degenerative Erscheinung anzusehen ist, in den allermeisten F\u00e4llen auf Erscheinungen directer Teilung ohne Mitwirkung von Attractionssph\u00e4ren, dabei noch sehr h\u00e4ufig ohne nachfolgende Teilung des Zellk\u00f6rpers gegr\u00fcndet\nDagegen sehen wir in Elastomeren mit einem besser differencirten Kern schon indirecte Teilung. Solch ein Kern mit scharf bezeichneter Membran, mit Chromatin und, daneben, einer Attractionssph\u00e4re mit deutlichem Centrosoma kann sich somit nicht mehr durch einfache Furchung direct teilen. Ein solcher Kern bedarf schon der Karyokinese, bei welcher er gleich anfangs tiefe innere Ver\u00e4nderungen bis zum Verlust seiner Individualit\u00e4t erleidet und schon alsdann sich mit mathematischer Genauigkeit, zu je einer H\u00e4lfte von jedem Chromosom mitnehmend, unter die 2 Tochterzellen teilt.\nMann kann also sagen, dass das Wesentliche bei der Karyokinese in der Teilung der Chromosoma besteht, w\u00e4hrend bei der Amitose der ganze Kern sich in zwei H\u00e4lften teilt.\nKurz gefasst, wenn man die sich teilenden Eier bei Knochenfischen mit gew\u00f6hnlichen Gewebezellen vergleicht, so kann man bei den ersteren in den fr\u00fchen Stadien der Furchung directe Teilung als einen normalen Process und relativ sehr einfach verlaufende Karyokinese beobachten, bei den letzteren ausschliesslich Karyokinese, dabei in complicirterer Form; in den Elastomeren gewahrt man immer eine \u00fcberschw\u00e4ngliche Entwicklung der Attractionssph\u00e4re im Vergleich zu derjenigen der Kernsubstanz; in den Geweben, umgekehrt, starke Entwicklung des Kerns gegen eine schw\u00e4chere der Sph\u00e4ren; dort passive Mitwirkung des Kerns bei dem Aufbau der Teilungsfiguren, hier, augenscheinlich, zuweilen eine active Rolle desselben.","page":143},{"file":"p0144.txt","language":"de","ocr_de":"144\nZUR LEHRE YON DEN STOMATA DER SER\u00d6SEN H\u00d6HLEN.\nAus diesem Grunde bietet das allm\u00e4hlige Wachstum des Kerns und dessen sich allm\u00e4hlig complicirende Individualisation w\u00e4hrend der Furchung der Eier der Knochenfische, ferner die hier erscheinenden eigent\u00fcmlichen cytologischen Bilder, vor allem aber die directe Teilung, bietet dies alles unzweifelhafte Spuren der Genesis der Zelle dar und wirft ein Licht auf die Frage von der genetischen Beziehung zwischen den beiden Formen der Zellenteilung.\nUnd in der That sieht man in dem Bilde der Entwicklung des Individuums gew\u00f6hnlieh den verk\u00fcrzten und modificirten Weg, den die Phylogenese genommen hat, wobei haupts\u00e4chlich der Ursprung der Keimbl\u00e4tter und der Organe, ungef\u00e4hr mit dem Blastulastadium beginnend, unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. In unserem Falle jedoch erlauben die oben beschriebenen Thatsachen weiter zu gehen. AVenn man an einem reifen befruchteten Ei (im gegebenen Falle demjenigen eines Knochenfisches) cytologisch den Furchungsprocess verfolgt, so gelingt es in diesem \u00e4usserst schnell vor\u00fcbergehenden Stadium der Entwicklung unzweifelhafte Spuren der Genesis der Ur-zelle, ehe sie die Grundlage der Metazoen wurde, wahrzunehmen.\nZur Entscheidung der Frage von der Genesis der Zelle wendet man sich mit Nutzen dem Studium cytologischer Erscheinungen bei den Protozoen zu, doch sollte man auch die sich furchenden Eier der Knochenfische und vielleicht auch anderer Tiere nicht vernachl\u00e4ssigen. Dieses bis jetzt noch wenig untersuchte Material, welches, wie wir gesehen, viel Interessantes bietet, wiederholt, vielleicht, ontogenetisch Erscheinungen aus dem Leben solcher einzelligen Organismen, die jetzt schon verschwunden sind.\nZum Schl\u00fcsse halte ich es f\u00fcr eine angenehme Pflicht dem verehrten Herrn Prof. I. Ognew, in dessen Laboratorium die vorliegende Arbeit ausgef\u00fchrt wurde, meinen innigsten Dank hier auszuspreehen.\nZur Lehre von tfeu Stomata \u00ab1er ser\u00f6seu H\u00f6hlen.\nVon Dr. P. U s s o w,\nAus dem histologischen Institut der Kaiserlichen Universit\u00e4t zu Moskau.\nDie F\u00e4higkeit des Zwerchfells, sehr fein verteilte unl\u00f6sliche Substanzen zu absorbiren, wurde zuerst von Recklinghausen beobachtet. Seitdem ist dieses Organ, namentlich dessen Centrum tendineum, der Gegenstand zahlreicher Untersuchungen gewesen, welche den Zweck hatten den feineren Bau desjenigen Apparats zu zeigen, dem das Zwerchfell die F\u00e4higkeit verdankt unl\u00f6sliche Teilchen aufzusaugen. Im Allgemeinen waren die Untersuchungen auf die","page":144}],"identifier":"lit36150","issued":"1898-99","language":"de","pages":"129-144","startpages":"129","title":"Einige Thatsachen zur Frage \u00fcber die genetische Beziehung zwischen Amitose und Mitose","type":"Journal Article","volume":"1"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:48:42.740677+00:00"}
