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{"created":"2022-01-31T14:51:03.020990+00:00","id":"lit36257","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Kulagin, N.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 1: 269-275","fulltext":[{"file":"p0269.txt","language":"de","ocr_de":"ZUE BIOLOGIE DER INFUSORIEN1.\n269\ntes: alcalinisation du liquide et addition de sels alcalins, ne pouvaient ni d\u00e9truire, ni diminuer son aspect laiteux. M. Achard a dit que la partie liquide du sang dans quelques maladies affaiblissantes pouvait acqu\u00e9rir l\u2019aspect laiteux, que cette circonstance \u00e9tait bien connue des m\u00e9decins ayant longtemps pratiqu\u00e9 et fait des phl\u00e9botomies, et que dans ces conditions chaque \u00e9panchement devait avoir l'aspect laiteux sans qu'il y e\u00fbt m\u00e9lange de chylus. Nous nous rangeons tr\u00e8s volontiers \u00e0 cette opinion, car tous les cas d\u2019ascites laiteuses non chyleuses ont \u00e9t\u00e9 observ\u00e9s chez des malades tr\u00e8s amaigris, tels que pendant le cancer et la tuberculose. Ainsi, les \u00e9panchements laiteux non chyleux pr\u00e9sentent une forme clinique tout-\u00e0-fait ind\u00e9pendante, sur la pathog\u00e9nie de laquelle nous avons d\u00e9j\u00e0 quelques indications, mais dont l\u2019origine n\u2019est pas encore expliqu\u00e9e suffisamment par la chimie.\nRemarque. Dans l\u2019analyse chimique que j'ai remise \u00e0 M. le d-r. Poliakov. la quantit\u00e9 de graisse a \u00e9t\u00e9 donn\u00e9e de 0,860 par litre, au lieu de 0,260 gr\u00e2ce \u00e0 une erreur commise dans le calcul. 1) Lion. Archives de m\u00e9decine exp\u00e9rim. et d'anat. pathol. 1893. p. 826. 2) Lion. 1. c. p. 833. 3) Ce-coni. M\u00fcnchener med. Wochenschr. 1899. j\\\u00b0 15. p. 477. 4) Taddei. ref. par. Ceconi p. 480. 5) Jlarch and. Gorup-Besanez. Lehrbuch der phys. Chemie. Braunschweig. 1878. p. 388. 6) Hammarsten. Zeitschrift f. phys. Chemie 1891. B. XV. p. 202. 7) Quincke. Deutsch. Archiv, f. klin. Medic. T. 30. p. 580. 8) Achard. Soc. m\u00e9d. des h\u00f4pitaux. Paris. 13. Nov. 1896.\n\nVon Prof. H. Kulagin,\nProtessor der Zoologie an dem agronomischen Institut bei Moskau.\nIndem Jleaupas Infusorien unter dem Deckglase in 5 Tropfen Wasser aufzog, bemerkte er, dass sich dieselben in einem solchen Beh\u00e4lter nur in einem gewissen Maasse fortpflanzen k\u00f6nnen. Darauf tritt das Alter ein, welches sich darin ausdr\u00fcckt, dass die Infusorien kleiner werden und einige Teile des Flimmerapparates, welcher ihren K\u00f6rper bedeckt, einb\u00fcssen, dass der Kernapparat atrophirt wird und dass schliesslich Individuen auftreten, die sich weder n\u00e4hren noch vermehren k\u00f6nnen. Je nach der Art der Infusorien tritt das Alter zu verschiedenen Zeiten ein. So betr\u00e4gt z. B. bei Leuco-phrys patula die Anzahl der normalen Generationen 450, bei Stylonichia pu-stulata 170\u2014180.\nGealterte Individuen k\u00f6nnen wieder die Jugend erlangen, wenn zwei nicht mit einander verwandte Individuen conjugieren und zwischen ihnen ein Austausch des Plasma und der Kerne stattfindet.\n17*","page":269},{"file":"p0270.txt","language":"de","ocr_de":"270\nZUR BIOLOGIE DER INFUSORIEN.\n.Es wirft sich erstens die Frage auf, welches die morphologischen und physiologischen Ursachen des Alterns der Infusorien sind, und zweitens aus welchem Grunde die Conjugation zweier Individuen Verj\u00fcngung verursacht. Zur Beantwortung dieser Fragen sind viele Hypothesen aufgestellt worden. Nach Weisman s Lehre sind die einfachen Organismen unsterbliche Wesen, die nur zuf\u00e4llig, infolge irgend eines ung\u00fcnstigen Umstandes, wie z. B. Austrocknen, Einwirkung giftiger Substanzen, Verschlungen werden von einem anderen Organismus und dergl. zu Grunde gehen k\u00f6nnen. In der That stirbt eine sich vermehrende Am\u00f6be nicht, sondern bringt zwei neue Individuen hervor, jeder ihrer Abk\u00f6mmlinge giebt wieder zweien das Leben und s. w. Bei solchen Tieren kann nicht einmal die Frage aufgeworfen werden, welches von den abgetrennten Individuen den m\u00fctterlichen und welches den t\u00f6chterlichen Organismus vorstellt, da keines von ihnen weder Mutter noch Tochter genannt werden kann.\nBeide durch Teilung entstandenene Individuen sind einander ganz gleich, hinsichtlich ihrer physiologischen Kraft, sowie auch des Alters vollkommen identisch und in gleichem Maasse f\u00e4hig ihre Art zu erhalten und zu vermehren.\nDiese Hypothese Weisman's veranlasste den franz\u00f6sischen Naturforscher Meaupas dieselbe praktisch zu untersuchen. Es erwies sich dabei, dass unter den Protozoen bei den Infusorien die F\u00e4higkeit sich zu vermehren keine unbegrenzte ist: nach einer gewissen Anzahl aufeinanderfolgender Teilungen beginnt ein Vorgang, den Meaupas, wie oben erw\u00e4hnt, greisenhafte Entartung genannt hat.\nNach Alexander Goethes, Meinung ist der Tod der Tiere eine mit dem Leben von Anfang an verbundene Notwendigkeit. Daher sind die einzelligen sowohl wie die vielzelligen Tiere sterblich. Bei den einzelligen tritt der Tod dann ein, wenn das Tier sich mit einer Cyste umh\u00fcllt hat. In der Cyste entsteht im Stadium der Ruhe die Wiedergeburt und Erneuerung des Tieres, und aus derselben geht schon ein neues, aus dem alten wiedergeborenes Individuum hervor.\n:\nGegen Goethe's Hypothese hat Weisman den wohlgegr\u00fcndeten Einwurf gethan, dass die Bildung einer Cyste nicht immer Wiedergeburt und Erneuerung des Organismus nach sich zieht. Bei vielen Protozoen bilden sich Cysten zum Schutz der Individuen gegen sch\u00e4dliche oder vor\u00fcbergehende Einfl\u00fcsse des Mediums.\nNach B\u00fctschli sind die niederen Organismen potentiell unsterblich; um die Ursache des Todes h\u00f6herer Organismen zur erkl\u00e4ren nimmt B\u00fctschli die M\u00f6glichkeit nur einer Hypothese und zwar derjenigen an, dass in den Zellen eine besondere Substanz enthalten ist, welche als Ferment wirkt und chemische Reactionen als Quelle der vitalen Erscheinungen hervorruft. Dieses Ferment schwindet nach und nach, obwohl sehr langsam, bis es ausgeht. Nimmt man an, dass das Ei eines der h\u00f6heren Tiere eine bestimmte Quantit\u00e4t Lebensferment enth\u00e4lt, welches im Laufe des Lebens nach und nach zerst\u00f6rt wird, so erscheint der Tod als Folge des fortschreitenden (allm\u00e4hligen) Verschwindens dieses Ferments. Die einfachen Organismen bezitzen ebenfalls","page":270},{"file":"p0271.txt","language":"de","ocr_de":"ZUR BIOLGIE DER INFUSORIEN.\n271\nLebensferment, besitzen aber gleichfalls die F\u00e4lligkeit dasselbe zu erneuern, was die Protozoen vor nat\u00fcrlichem Tode sch\u00fctzt. Die h\u00f6heren Tiere sind auch der Erneuerung des Lebensferments f\u00e4hig, aber dieselbe findet nur w\u00e4hrend der Befruchtung statt.\nDie schwache Seite der Bl\u00fctsclil\u00efsehen Hypothese besteht darin, dass das Vorhandensein des erw\u00e4hnten Lebensferments noch von niemand bewiesen worden ist. Die Wissenchaft besitzt Mittel Fermente abzuscheiden, zu isolieren oder wenigstens deren unmittelbare Gegenwart zu beweisen. Dasselbe h\u00e4tte auch BUitschli hinsichtlich des Lebensferments thun sollen, damit man ihm nicht den Vorwurf machen k\u00f6nne, dass das h\u00fcbsche Wort nur dazu dient das Wesen der Erkl\u00e4rung dieser Erscheinung zu verh\u00fcllen. Ausserdem hat seiner Zeit Prof. Cholodkoivski gegen die B\u00fctscl\u00fb\u00efsehe Hypothese einen gerechten Einwurf gethan. Nach B\u00fctscldi wird das Lebensferment, wie erw\u00e4hnt, durch die geschlechtlichen Zellen hervorgebracht. \u00abWir wissen aber\u00bb, sagt Cholodkowski, \u00abdass manche Tiere aus ihren einzelnen Teilen einen vollst\u00e4ndigen neuen Organismus hervorbringen k\u00f6nnen, folglich wird in diesem Falle das Lebensferment nicht von den geschlechtlichen, sondern von den somatischen Zellen geliefert.\nZur Frage \u00fcber das Altern der Organismen li\u00e2t Prof. Tarclmnow eine der erw\u00e4hnten B\u00fctsclili\u2019schm \u00e4hnliche Hypothese dargelegt, derselben aber eine mehr faktische Grundlage gegeben. Seiner Meinung nach verringert sich die Kernsubstanz, der die sch\u00f6pferische Rolle bei den Lebensvorg\u00e4ngen der Zellen geh\u00f6rt, in dem Maasse,. als sich die Zellen vermehren, was eine Verminderung der sch\u00f6pferischen Kraft der Zellen und deren Fortpflanzungsf\u00e4higkeit zur Folge hat. Der schwache Punkt dieser Hypothese besteht darin, dass dieselbe sich auf die quantitative Verminderung der Kern-substanz gr\u00fcndet, Wir wissen aber aus Balbian\u00efs Versuchen an der Infusorie S t e n t o r. dass kein Grund vorhanden ist diese oder jene Lebenserscheinungen der Zelle mit der Gr\u00f6sse des Kerns in Verbindung zu bringen. Irgend ein Teil eines Kerns hat in den Lebensprocessen dieselbe Bedeutung wie der ganze Kern. Ausserdem findet bei der Conjugation der Infusorien, auf welche die Verj\u00fcngung der conjugierten Individuen folgt, wie bekannt, keine Vermehrung der Kernsubstanz statt. Nach N. Jonson's Beobachtung endlich wird bei Stentor Vermehrung und darnach Altwerden nicht von Verminderung des Kerns begleitet. Jonson fand unter seinen Kulturen von Stentor gealterte Individuen mit atrophierten Teilen, bei denen die Knoten am Kern zahlreicher waren als bei normalen Individuen, bei denen das Alter noch nicht eingetreten war.\nEine weitere Erkl\u00e4rung des Altwerdens der Organismen ist von Bellte vf vorgeschlagen worden. Seiner Ansicht nach besteht die haupts\u00e4chlichste Aufgabe der im Kerne bei der Teilung sich ab wickelnden Vorg\u00e4nge in der richtigen Verteilung der Kernsubstanz unter den Tochterzellen. \u00abNehmen wir an\u00bb, sagt Delbeuf, \u00abdass ein Infusorium aus zweierlei Elementen, a und b, besteht, deren quantitatives Gleichgewicht eine notwendige Bedingung der Wohl-fart des Tieres ist. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dieses Gleichgewicht w\u00e4hrend einer ganzen Reihe aufeinanderfolgender Teilungen nicht gest\u00f6rt","page":271},{"file":"p0272.txt","language":"de","ocr_de":"272\nzur BIOLOGIE DER INFUSORIE.\nwerde, und zwar ebenso unwahrscheinlich, wie wenn man etwa aus einem 1000 schwarze und 1000 weisse Kugeln enthaltenden Sacke eine Anzahl von 1000 Kugeln herausnehmen wollte, welche gerade aus 500 schwarzen und 500 weissen best\u00e4nde.\nAuf Grund der Wahrscheinlichkeitstheorie nimmt DeJbevf an, dass bei dem Teilen einer ganzen Reihe von S\u00e4cken die kleineren S\u00e4cke entweder 513 weisse und 487 schwarze Kugeln oder umgekehrt enthalten w\u00fcrden. Ist aber das Gleichgewicht einmal gest\u00f6rt, so werden die St\u00f6rungen bei den nachfolgenden Teilungen immer bedeutender werden, so dass es zuletzt S\u00e4cke mit Kugeln nur einer Farbe geben wird; sind aber einmal solche S\u00e4cke zu Stande gekommen, so wird deren Anzahl immer mehr anwaehsen und es wird eine Zeit kommen, wo alle S\u00e4cke nur einfarbige Kugeln enthalten werden. Bei den Infusorien kommt es nicht bis zur Einfarbigkeit, da schon eine geringe St\u00f6rung des Gleichgewichts den Tod des Tieres bewirken kann .\nProf. Schimkewitsch teilt obige Ansicht DeWeufs. \u00abDie meisten Biologen unserer Zeit\u00bb, sagt er, geben das wenn auch noch nicht bewiesene, deshalb aber nicht minder reelle Vorhandensein besonderer Individuen (Einheiten) zu, die zwischen dem Molek\u00fcl und der Zelle die Mitte halten. Zu denselben geh\u00f6ren die H\u00e4mulen, Pangenen, Idioplasten und Biophoren. Alle derartigen Einheiten der Zelle, die auf die eine oder die andere Art in den Zellen selbst liegen, bestimmen die vitalen Eigenschaften derselben. Doch wird man schon durch einfache Beobachtung gewahr, dass die karyokineti-schen Vorg\u00e4nge gar nicht so vollkommen sind, wie man glauben sollte, und dass abnorme Abweichungen nichts Seltenes sind. < Dabei muss man auch nicht vergessen\u00bb, sagt der Autor weiter, \u00abdass wir es liier mit dem lebendigen Plasma zu thun haben, welches von \u00e4usseren Einfl\u00fcssen und Einwirkungen leicht beeinflusst wird. Endlich w\u00fcrde die Voraussetzung, dass man in der Karyokinese einen absolut vollkommenen Apparat vor sich hat. allen unseren Vorstellungen von der Natur der lebendigen Wesen widersprechen. Uebrigens k\u00f6nnen wir bis jetzt nur grobe Abweichungen bemerken, w\u00e4hrend die molekularen Abweichungen des Kerns, die normalen sowohl wie die abnormen, unserer Beobachtung noch unzug\u00e4nglich sind. Eine genaue Verteilung der Molek\u00fcle in zwei gleiche H\u00e4lften bei der Teilung des Kerns kann in der That schwerlich angenommen werden. Schon bei der ersten Teilung des Kerns wird wohl eine St\u00f6rung in der gleichm\u00e4ssigen Verteilung der Molek\u00fcle des Kerns unter die Tochterkerne stattfinden, und wird bei jeder nachfolgenden Teilung die Ungleichm\u00e4ssigkeit in der Verteilung der Molek\u00fcle des Kerns immer gr\u00f6sser werden\u00bb. Ueberhaupt muss, der Meinung des genannten Autors nach, die Ursache des Altwerdens der Organismen und der Entartung der Zellen in der Unvollkommenheit des Teilungsprocess gesucht werden.\nDiese von Delbeuf und Schimkewitsch vorgeschlagene Erkl\u00e4rung des Altwerdens der Organismen entspricht vielleicht wirklich der Lage der Dinge, doch ist dieselbe vom Gesichtspunkt der faktischen Beweisf\u00fchrung aus nicht \u00fcberzeugend, da es bei dem gegenw\u00e4rtigen Stande unseres Wissens nicht m\u00f6glich ist Defecte der Kernteilung, die eine Teilung der Molek\u00fcle vorstellen soll, und zwar Defecte quantitativer Natur, faktisch zu untersuchen.","page":272},{"file":"p0273.txt","language":"de","ocr_de":"ZUR BIOLOGIE DER INFUSORIE.\n273\nDer so eben auseinandergesetzten Hypothese sehr nahe steht die von Del\u00e0 ge vorgeschlagene, nacli welcher die Ursache des Altwerdens der Organismen in der Differencierung der Zellen zu sehen ist, welche, Deluge's Meinung nach, die F\u00e4higkeit der Elemente der Zellen zur Teilung herabsetzt; dabei stimmt genannter Autor Doux darin bei, dass ein jedes Element dadurch, dass es eine bestimmte Stelle einnimmt, die Entwicklung seiner Nachbarn beeintr\u00e4chtigt. Hinsichtlich dieser Hypothese hat Dcmtec mit Recht bemerkt, dass bei der Hebung dieses oder jenes Organs bei einem Tiere, in diesem Organ erstens Vermehrung der Zellenelemente und zweitens sehr oft Volumver-gr\u00f6sserung des Organs beobachtet werden, was darauf hinweist, dass in demselben noch Platz f\u00fcr neue Zellenelemente ist.\nAllgemeinere Hypothesen \u00fcber diese Frage sind endlich von Minet, Mean-pas, Sabatier und Gluilodlcomld aufgestellt worden.\nMinot meint, dass die Ursache des Altwerdens des Organismus die nach und noch abnehmende F\u00e4higkeit der Zellen zur Vermehrung ist. Diese F\u00e4higkeit nimmt schon mit der ersten Vermehrung des Organismus ab, wird mit den darauffolgenden Teilungen immer schw\u00e4cher, bis die einfachsten Organismen oder Zellen zuletzt ganz aufh\u00f6ren sich zu teilen. Meaupas bemerkt sehr richtig, dass eine solche Abschw\u00e4chung des Teilungsprocesses nicht beobachtet worden ist: bei den Infusorien fahren solche Individuen (Stylonichia postulata). welche sich schon im letzten Stadium der Entartung befinden und keine Nahrung mehr zu sich nehmen k\u00f6nnen, ebenso energisch fort sich zu teilen wie fr\u00fcher und bringen ein ungestaltes Geschlecht hervor. Nacli Meaupas s Ansicht liegt der Grund des Altwerdens der Organismen und der Zellen aber darin, dass ihre Eigenschaften und A errichtungen immer schw\u00e4cher werden, diese Abschw\u00e4chung aber nicht vom Anfang des Lebens, sondern erst von einem gewissen Stadium an beginnt.\nSabatier\u2019s Hypothese ist in allgemeinen Z\u00fcgen die folgende. Die F\u00e4higkeit der lebendigen Substanz oder des Protoplasma zur weiteren Existenz wird, nach Sabatier s Meinung, durch die amorce F\u00e4higkeit des Protoplasma bedingt aus den es umgebenden Substanzen immer neue und neue Quantit\u00e4ten lebendiger Substanz zu bereiten. Sobald diese F\u00e4higkeit verloren geht, geht das Protoplasma zu Grunde. Sabatier glaubt, dass sich diese F\u00e4higkeit verliert, weil sich die Zellen im Organismus in einer gewissen Richtung specialisieren und differencieren. was die Verminderung der amorcen F\u00e4higkeit nach sich zieht. Aus diesem Grunde w\u00e4re der compliciert gebaute und hoch diff\u00e9rencier te K\u00f6rper der h\u00f6heren vielzelligen Tiere dem Untergange geweiht.\nProf. Sel\u00fcmkewitscli weist auf eine Thatsache hin, die, wie er richtig bemerkt, dieser Hypothese widerspricht, n\u00e4mlich die Vermehrung der Tiere durch Teilung und Knospung, wenn vollst\u00e4ndig differencierte Gewebe einige Eigenschaften der embryonalen Gewebe erwerben und einen neuen Organismus hervorbringen.\nProf. Cholodkowski's Hypothese nach muss die Ursache des Ablebens der vielzelligen Organismen in der Beschaffenheit ihrer Organisation gesucht werden. Eine einzelne Zelle ist potentiell unsterblich, wenn sich aber Zellen zu einem zusammengesetzten Individuum verbinden, beginnt zwischen ihnen der","page":273},{"file":"p0274.txt","language":"de","ocr_de":"274\nZUR BIOLOGIE DER INFUSORIEN.\nKampf ums Dasein, und ist das Resultat dieses Kampfes die Zerst\u00f6rung des zusammengesetzten Organismus, der Tod desselben.\nDas sind die Hypothesen, welche die Ursache des Alterns der Infusorien und teilweise auch der h\u00f6heren Organismen zu erkl\u00e4ren haben. Meines Erachtens nach ist der Grund dieser Erscheinung ein anderer. Ehe ich denselben aber nenne, will ich eine Beobachtung anf\u00fchren, auf die ich meine Ansicht gr\u00fcnde J).\nW\u00e4hrend meines Aufenthalts im vorigen Sommer im Kaukasus gelang es mir in einer der in den Bergen befindlichen Gruben eine grosse Menge Infusorien, Paramaecien, zu finden, aber in Ermangelung von Handb\u00fcchern konnte ich die Art derselben nicht genau bestimmen. Um diese Infusorien zu studieren richtete ich auf dem Deckglase genau einen solchen Beh\u00e4lter ein, wie ihn Meaupas beschrieben hat. Indem ich ein in diesem Beh\u00e4lter vom 21-ten Juli bis zum 26-ten August befindliches Exemplar dieser Infusorien beobachtete, konnte ich die Vermehrung desselben durch Teilung wahrnehmen, wobei aber die den Infusorien eigenth\u00fcmliche Beweglichkeit das Z\u00e4hlen der Generationen sehr erschwerte. Jedenfalls waren ihrer mehr als 20. Zuletzt wurden Generationen sehr kleiner, wenig beweglicher, mit einer kleinen Anzahl von Wimpern versehener Infusorien erhalten. Die Nahrung derselben bestand die ganze Zeit \u00fcber in einer Abkochung von Heu und Fleischbr\u00fche nach Prof. Schewiakoiv's Methode.\nYerg\u00fcngung gealterter Exemplare gelang es mir ausser durch gew\u00f6hnliche Conjugation, auch noch dadurch zu erhalten dass ich altgewordene Individuen in einen neuen, 5 frische Wassertropfen enthaltenden Beh\u00e4lter versetzte. Die dorthin versetzten Infusorien verj\u00fcngten sich wieder, wurden grosser, beweglicher und vermehrten sich. Wie lange solch eine Verj\u00fcngung im neuen Beh\u00e4lter w\u00e4hren kann, habe ich nicht genau untersucht. Diese von mir erworbene Thatsache giebt, wie ich glaube, die M\u00f6glichkeit die Ursache des Altwerdens der Infusorien folgendermaassen zu erkl\u00e4ren.\nW\u00e4hrend die Infusorien mehrere Generationen hindurch in einem und demselben Wasser leben, scheiden sie in dasselbe eine Reihe den sogenannten Toxinen analoger Substanzen aus. Diese in dem Wasser enthaltenen Toxine vergiften nach und nach den Organismus der Infusorien. Es ist begreiflich, dass je zahlreicher die im Wasser lebenden Generationen sind, desto mehr Toxine sich anh\u00e4ufen. Diese Vergiftung wirkt sowohl auf den Kernapparat der Infusorien als auch auf deren Plasma. Die Ver\u00e4nderung selbst ist nicht nur eine morphologische, sondern auch eine chemische. Die erstere ist schon l\u00e4ngst durch eine ganze Reihe von Untersuchungen (Meaupas, Jonson u. A.) constatiert worden; zu Gunsten der letzteren spricht, wie mir scheint, das ungleichartige Verhalten j\u00fcngerer und \u00e4lterer Infusorien zu den Kernfarben. So sieht man bei doppeltem Tingieren z. B. mit Gentian-Yiolett und Safranin, dass bei gealterten Individuen diejenigen Elemente vorherrschen, die durch Safranin tingirt werden. Ferner unterscheiden sich gealterte Infusorien beim Tingieren durch Methylen in der Hinsicht, dass sie mehr gr\u00fcnlich gef\u00e4rbt erscheinen.\np Die j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte Hypothese von Metschnikow erschien, als diese Mitteilung schon im Drucke war, darum f\u00fchre ich sie hier nicht an.","page":274},{"file":"p0275.txt","language":"de","ocr_de":"SUR. LES MUC\u00c9DIN\u00c9ES THERMOPHILES.\n275\nDa die so eben angef\u00fchrte Hypothese obige faktische Grundlage besitzt, so scheint sie mir die zur Erkl\u00e4rung der Ursache das Alterns der Organismen am besten annehmbare zu sein. Vom Standpunkte dieser Hypothese aus ist es begreiflich, weshalb die Conjugation verwandter Formen wenig helfen kann, da diese Formen unter denselben Bedigungen gelebt und an gemeinsamen Defecten gelitten haben. Dieselbe Hypothese ist im Allgemeinen auf die Erkl\u00e4rung des Alterns auch der h\u00f6heren Organismen anwendbar, denn obgleich die Produkte der Lebensth\u00e4tigkeit der Zellen der h\u00f6heren Organismen aus dem K\u00f6rper ausgestossen werden, so ist es unzweifelhaft, dass ein Teil derselben im dem K\u00f6rper zur\u00fcckbleibt und die Ursache des Alterns und der Abnutzung des Organismus wird.\nSur les muc\u00e9din\u00e9es thermophiles ').\nPar M-lle P. Tsikiinsky,\nde l\u2019Institut bact\u00e9riologique de l\u2019Universit\u00e9 Imp\u00e9riale de Moscou.\nC\u2019est en 1879 que M. Miquel (1) d\u00e9couvrit dans l\u2019eau de Seine un bacille immobile, capable de vivre et de se d\u00e9velopper \u00e0 la temp\u00e9rature de 70 C. Plus tard M. Y an Tieghem (1881) (2) mentionna un streptocoque et un bacille thermophiles, capables de vivre encore \u00e0 74\" C., et depuis, une foule de travaux, (P. Miquel (3), Globig (4), L. Rabinowitch (5), Macfadyen et Blaxall (6), Karlinski (7). Certes et Garrigou (8), Jeich (9), et d\u2019autres, ont montr\u00e9 que les bacilles thermophiles sont largement r\u00e9pandus.\nOn n'a trouv\u00e9 tout d\u2019abord chez eux que des formes bact\u00e9riennes ordinaires. C\u2019est, seulement l'an dernier que Eedzior d\u00e9crivit le premier Chidothrix tkermopliile, isol\u00e9 de l'eau des \u00e9gouts et se d\u00e9veloppant entre 35\u00b0 et G5\u00b0.\nCe nom de Cladothrix ne semble pas juste pour une esp\u00e8ce qui ne pr\u00e9sente ni fausse ramification ni gaine commune \u00e0 un grand nombre d\u2019articles; il semble plut\u00f4t qu'on ait affaire \u00e0 un Streptothrix (Colin) dont les individus se caract\u00e9risent par une vraie ramification, par la formation de spores \u00e0 l\u2019extr\u00e9mit\u00e9 des filaments et par l\u2019absence d\u2019organes sp\u00e9ciaux de fructification. Notons pourtant que ce genre StvepAotlirix est fort discut\u00e9; un d\u00e9saccord existe sur la d\u00e9signation \u00e0 donner aux organismes en question et sur la place qu\u2019ils occupent dans le syst\u00e8me microbien. M. Colin, faisant en 1875 l\u2019\u00e9tude d\u2019un microbe 2) formant des filaments et rappelant de tr\u00e8s pr\u00e8s le myc\u00e9lium d'une\n4) Extrait des gie le 27 Mars 1898. -) J] s'agit du\nAnnales\nmicrobe\nde l\u2019Institut Pasteur; lu dans la s\u00e9ance de la Soci\u00e9t\u00e9 de physiolo-d\u00e9couvert par MM. Graefe et Forster dans le canal lacrymal de l'homme.","page":275}],"identifier":"lit36257","issued":"1898-99","language":"de","pages":"269-275","startpages":"269","title":"Zur Biologie der Infusorien","type":"Journal Article","volume":"1"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T14:51:03.020996+00:00"}
