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{"created":"2022-01-31T14:48:37.971823+00:00","id":"lit36260","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Gulewitsch, Wl.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 1: 285-289","fulltext":[{"file":"p0285.txt","language":"de","ocr_de":"\u00df I B L I 0 G E A P H I E.\n285\nDe B lain ville 1824. Art. Mollusques dans le Did, des sciences naturelles. T. XXXII, p. 141.\nPlateau. Recherches pliys. sur les articules aquatiques, 2-e partie. Bull. Acad roi/. Sei. Belg. XXXIV, p. 274\u2014321.\nSpallanzani. Opuscules de physique animale et v\u00e9g\u00e9tale. Trad. p. 7. Se-nebier. 5 vs. 1777.\nDe Saussure. Voyages dans les Alpes. T. I\u2014III, 1796.\nSachs. Flora. XXV\u00cfI, p. 5\u201412. 1864.\nD a v e n p o r t and C asti e. Arch. Entivickelungs-mechanik der Organismen. II. 2. S. 227. 1895.\nCertes et Garrigo'u. Comptes rendus. T. CIII, p. 703.\nJeiclr Hygienische Bundschau. 1896, 16.\nIvarlinsky. Ibid. 1895, 15.\nB i 1\u00bb ! ! o g r a p li i e:\nI. Analyses.\nGuiewitsch, Wl. Prof. (Charkow), lieber das Arginin. (Zeitschrift f\u00fcr physiologische Chemie, Bd. 27, Ss. 178\u2014215).\nDas von Schulze und Steiger l *) im Jahre 1886 entdeckte Arginin C,Ht,X.Owurde von Hedin 3) als Spaltungsprodukt von Hornsubstanz und \u00fcberhaupt von Eiweissk\u00f6rper erhalten. A. Kassel 3) hat gefunden, dass das Arginin sich bei der Spaltung der Protamine sowohl durch S\u00e4uren wie durch Trypsin bildet, und durch die Untersuchungen von Kutscher 4 * 6) ist festgestellt, dass es auch bei k\u00fcnstlicher Trypsinverdauung der Eiweissk\u00f6rper entsteht. Schulze und Likiernik 5) haben das Arginin in eine nahe Beziehung zu den Processen der Harnstoffbildung im Organismus gebracht; von Schulze und TVinterstein 0 wurde die Bildung von Ornithin bei der Spaltung des Arginins bewiesen: Ellinger 7) hat gezeigt, dass das Arginin als Muttersubstanz des Putrescins betrachtet werden muss.\nIn Anbetracht dieser immer zunehmenden Bedeutung des Arginins f\u00fcr die Biologie hat der Verfasser den Vorschlag von A. Kassel angenommen, die Verbindungen von Arginin genauer kennen zu lernen, besonders diejenigen, welche f\u00fcr die Isolirung und die Identificierung dieser Base dienen k\u00f6nnen.\n() E. Schulze und E. Steiger. Ber. d. deutsch, cliem. Ges., Bd. 19, S. 1177; Ztschr. f\u00fcr phys. Chem.. Bd. II, S. 43.\nS. G. Hedin. Ztschr. f. phys. Ch., Bd. 20. S. 186: Bd. 21, S. 155.\n3) .1. Kossel. Ibid.. Bd. 22, S. 176. A. Kassel und A. Mathews. Ibid. Bd. 22, S. 190.\n4 Fr. Kutscher. Ibid., Bd. 26, S. 195.\n\u2018j E. Schulze und A. Likiernik. Ber. d. deutsch, ehern. Ges., Bd. 24, S. 2701.\n6)\tE. Schulze und E. It \"inter stein. Ibid., Bd. 30. S. 2879; Ztschr. f. phys. Ch., Bd. 26, S. 1.\n7)\tEllinger. Ber. d. deutsch, ehern. Ges., Bd. 31. S. 3183.\n18*","page":285},{"file":"p0286.txt","language":"de","ocr_de":"286\nBIBLIOGRAPHIE.\nDas Arginin hat der Verfasser zum Theil von A. Kossel bekommen, zum Theil selbst aus den Testikeln von (127) H\u00e4ringen dargestellt. Die vom Kochsalz durch Auswaschen in fliessendem Wasser m\u00f6glichst befreiten Testikeln wurden fein zerhackt und mit Schwefels\u00e4ure (auf je 500 Grm. feuchte Testikeln 3000 Cc. concentr. Schwefels\u00e4ure und 200 Cc. Wasser) mit R\u00fcckfluss-k\u00fchler w\u00e4hrend 8 Stunden gekocht. Aus den Zersetzungsproducten wurde das Arginin sannnt dem Histidin und dem Thymin mittelst Silbernitrat und \u00dfarytwasser nach Kossel\u2019s Verfahren f) abgeschieden, der Niederchlag mit Schwefelwasserstoff zersetzt und aus dem mit Salpeters\u00e4ure neutralisierten Filtrate von Silbersulfid, Histidin und Thymin mit Silbernitrat und Ammoniak nach Heelin\u2019s Verfahren s) gef\u00e4llt. Aus dem Filtrate von diesem Niederschlage wurde das Arginin als saures Argininsilbernitrat CtHi, W4 \u00d6, . HNO, -+- AgK03 auskrystallisiert * * 3).\nDer Verfasser zieht es entschieden vor, das Arginin als saures und nicht als basisches Argininsilbernitrat Cr\u00dfA( f A) 0, AgNO^ h- '/,!!] 0 zureinigen, da dieses Salz leichter als jenes zersetzlich ist und ausserdem amorphe, sich beim Erw\u00e4rmen schw\u00e4rzende Beimischungen enth\u00e4lt. Das Arginin l\u00e4sst sich auch als Argininkupfernitrat gut reinigen.\nArginin bildet rosettenartige Drusen von rechtwinkeligen oder zugespitzten Tafeln und d\u00fcnnen Prismen und schmilzt bei 207\u2014207,5\u00b0. Es hat einen schwach bitterlichen Geschmack und besitzt keinen Geruch. Gegen Lakmus, Kohlens\u00e4ure der Luft und Salze von schweren Metallen verh\u00e4lt es sich wie ein kr\u00e4ftiges Alkali. Es wurde nach der Gefriermethode das Molekulargewicht des Arginins bestimmt; die Substanz bei 110\" getrocknet, wobei sie sich als vollkommen frei von Kohlens\u00e4ure erwies; w\u00e4hrend der Bestimmung wurde der Zutritt der Kohlens\u00e4ure aus der Luft verhindert; als L\u00f6sungsmittel diente Wasser. Diese Bestimmungen zeigten unzweideutig, dass dem Arginin die Molekularformel CftH, 4 N, 0, und kein Multiplum derselben zukommt.\nArgininchlorid Ct< Ht 4 N, 0, . IICl -+- H, 0 ist in heissem 85%-igem Alkohol schwerer l\u00f6slich als in kaltem und krystallisiert aus Alkohol in gut ausgebildeten rosettenartigen Drusen von tafelf\u00f6rmigen Krystallen. Durch mehrere analytische Bestimmungen hat der Verfasser bewiesen, dass das Salz ein Molek\u00fcl Krystallwasser enth\u00e4lt, w\u00e4hrend das von Schulze und Steiger (1. c.) dargestellte Argininchlorid krystallwasserfrei war; das von Hedin 4) erhaltene Salz enthielt ebenfalls 1 Molek\u00fcl Krystallwasser. Das krystallwasserfreie Salz hat keinen scharfen Schmelzpunkt und schmilzt unter Zersetzung bei 209\u00b0. Es wurde das specifische Drehungsverm\u00f6gen von Argininchlorid und die Einwirkung von Salzs\u00e4ure und Barythydrat auf dasselbe mit dem grossen Lippich\u2019sehen Halbschattenpolarimeter untersucht (15 Bestimmungen). F\u00fcr GnH{,K, 0, . HCl bei c = 9,579% ist [a]l)20=-t-10,70; somit ist das Arginin thierischen Ur-\n*) A. Kossel. Ztsclir. f. phys. Cb., Bd. 25, S. 179.\n= ) S. G. Hedin. Ibid., Bd. 22, S. 192.\n3)\tIn der Abhandlung ist die Darstellung von Arginin ausf\u00fchrlich beschrieben.\n4)\tS. G. Hedin. Ztscbr. f. physiol, ch., Bd. 21, S. 150.","page":286},{"file":"p0287.txt","language":"de","ocr_de":"B I B L 1 0 G E A P H I E.\n287\nSprungs mit dem pflanzlichen Arginin identisch *), dessen Chlorid nach Schuhe und Steiger [>]n20 =\t11,45\u00b0 (c=8%) hat. Die w\u00e4sserigen L\u00f6sungen von\nArgininchlorid sind stark hydrolytich dissociirt, so dass unter der Einwirkung von \u00fcbersch\u00fcssiger Salzs\u00e4ure eine bedeutende Erh\u00f6hung des specifischen Dre-hungsverm\u00f6gens statt hat. Bei dem Gehalt an 7 Molek\u00fclen freier Salzs\u00e4ure auf 1 Molek\u00fcl Argininchlorid wird [?] constant und -+-21,25\u00b0 gleich. Unter dem Einfluss von Barythydrat in der K\u00e4lte wird das specifische Drehungsverm\u00f6gen nur wenig herabgesetzt.\nArgininnitrat G,IJ\\, N, 0.2 . HNO, -+- l/JL 0 krystallisirt in charakteristischen Aggregaten von undurchsichtigen, kreideartigen Scheiben, deren R\u00e4nder meistens stark nach innen gebogen sind; diese Scheiben sind durch Drusen von mikroskopischen Nadeln gebildet und haben eine grosse Neigung zum Efflores-cieren. Die gen\u00fcgend concentrirten heissen w\u00e4sserigen L\u00f6sungen von Argininnitrat erstarren bis zum letzten Tropfen zu solchen Aggregaten. Das Salz kann gut aus heissem 85%-igem Alkohol umkrystallisirt werden. Das wasserfreie Salz hat keinen scharfen Schmelzpunkt und schmilzt unter Zersetzung bei etwa 175\u00b0. F\u00fcr G(H^NkOi . HNOa ist 0],)*\u00b0 = '-*-9,31\u00b0 (bei c= 10,206%) resp. h~ 10,62\u00b0 (bei c= 1,789); bei dem Gehalt an 4 Molek\u00fclen freier Salpeters\u00e4ure auf 1 Molek\u00fcl Salz und bei c=5,452% ist jA]10-*-18,71 gleich.\nSaures Argininnitrat G,H^N, 0, . 2HN03 krystallisiert entweder in langen farblosen Nadeln, oder in warzenf\u00f6rmigen durchsichtigen Drusen, oder in stark gl\u00e4nzenden schuppenartigen Massen von mikroskopischen, \u00e4ussert d\u00fcnnen,, verl\u00e4ngerten und zugespitzten T\u00e4felchen. Das. Salz schmilzt unter Zersetzung bei 144,5\u00b0\u2014145\u00b0.\nArgininsulfat (CrfiJTu2V4O\u00e4)2 . HiSOi konnte nicht krystallisiert erhalten werden. [a]()\u00ee0=-\u00bb-8,23 (c = 11,719%); beim Verd\u00fcnnen mit Wasser wurde, wie auch beim Argininnitrat, eine geringe Zunahme des specifischen Drehungsverm\u00f6gens constatiert, welches durch \u00fcbersch\u00fcssige S\u00e4ure stark erh\u00f6ht wird: bei dem Gehalt an etwa 7 Molek\u00fclen freier Schwefels\u00e4ure auf 1 Molek\u00fcl Salz und bei c\u2014 2,322% wurde [a],>\u25a00 = 17,440 beobachtet.\nArg in inphosphorwolframat ( (7 If , A74 0,):i. -II, P Oi .24 TT03 = 1077, 0 krystallisiert aus heissem Wasser in sehr kleinen Prismen. Mischt man eine L\u00f6sung von einem Argininsalz auf einmal mit einer gr\u00f6sseren Menge von einer concentrirten L\u00f6sung von Phosphorwolframs\u00e4ure, so bildet sich eine ganz schleim artige, fadenziehende Masse, die sich beim anhaltenden Umr\u00fchren in einen k\u00e4sigen Niederschlag umwandelt. In einem grossen Ueberschuss von\n\u2019) Fr\u00fcher war der Verfasser der Meinung, dass das thierische Arginin mit dem pflanzlichen nicht identisch, sondern nur isomer ist. Solche Yermuthung wurde dadurch veranlasst, dass Schulze und Steiger in ihrer Abhandlung (1. c.) kein specifisches Drehungsverm\u00f6gen von Arginisalzen, sondern nur die absolute Ablenkung der Polarisationsebene in Graden angegeben haben. Aus diesen Zahlen hat der Verfasser, wie auch ff. Landolt in seinem bekannten Handbuche: ,,Das optische Drehungsverm\u00f6gen\u201c: 2 Aufl. Braunschweig. 1898, S. 584, das spec. Drehungsverm\u00f6geu f\u00fcr Argininchlorid zu \u2014i\u2014 33,1 \u00b0, f\u00fcr Argininnitrat zu -+- 28,75\u00b0 berechnet. Da aber, wie es E. Schulze brieflich A. Kossel mitgetheilt hat, die von Schulze und Steiger als Grade bezeichnten Zahlen nicht als Kreisgrade, sondern als die unmittelbar abgelesenen Zahlen der Ventzkrsehen Rohrzuckerscala zu verstehen sind, so ist das specifische Drehungsverm\u00f6gen f\u00fcr pflanzliches Argininchlorid: -+- 11,45\u00b0 und f\u00fcr das Nitrat: -+- 9,95\u00bb. Hierdurch f\u00e4llt der Grund f\u00fcr die Annahme zweier rechtsdrehender Arginine hinweg. (Vgl.; Wl. Gulercitsch. Ztselir. f. pliys. Cb., Bd. 27, S. 368\u20149).","page":287},{"file":"p0288.txt","language":"de","ocr_de":"288\nB I B L I 0 fi II A P II I E.\nPhosphor wolframs\u00e4ure l\u00f6st sich der Niederschlag von Argininphosphonvolframat vollkommen. Um das Arginin durch Phosphorwolframs\u00e4ure m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig auszuf\u00e4llen, muss man einen gewissen Ueberschuss des Reagens verwenden, so dass der Gehalt der Fl\u00fcssigkeit an freier Phosphorwolframs\u00e4ure i/1\u20143/4 u-n betrage; in Gegenwart von Schwefels\u00e4ure ist der Niederschlag von Argininphos-phonvolframat merklich leichter l\u00f6slich als in reinem Wasser, doch kann die L\u00f6slichkeit des Salzes in verd\u00fcnnter Schwels\u00e4ure durch einen weiteren Zusatz von Phosphorwolframs\u00e4ure vermindert werden; diese Verh\u00e4ltnisse haben eine praktische Bedeutung bei der F\u00e4llung des Arginins mittelst Phosphorwolframs\u00e4ure. In 1 Liter Wasser bei gen\u00fcgendem Ueberschuss von Phosphor wolframs\u00e4ure bleibt etwa 0,07 Grm. Arginin als Phosphorwolframat gel\u00f6st.\nArgin inkupfern it rat (C^ ,jV4 0._.)2. Cu(XO^).2 -+- 3 l/,K2 0 ') krystallisiert in kugelf\u00f6rmigen, sehr sch\u00f6nen Aggregaten von dunkelblauen Nadeln oder d\u00fcnnen zugespitzten Prismen. Die L\u00f6sungen des Salzes reagieren alkalisch, i Theil. Salz l\u00f6st sich bei 13\" in 95,5 Theilen Wasser, oder 100 Theile Wasser l\u00f6sen 1,05 Theile Salz. Das Salz schmilzt in seinem Krystallwasser bei 112\u00b0\u2014114\"; das krystallwasserfreie Salz schmilzt unter starker Zersetzung bei 2329\u2014234\".\nArgininhipfersulfat ( C61I{ 4 N, 0,),. Cu SO, -+- 5 i/iHi 0 krystallisiert dem Argininkupfernitrat \u00e4hnlich. Das krystallwasserhaltige Salz schmilzt bei etwa 110\"; der Zersetzungspunkt von dem entw\u00e4sserten Salze liegt bei 235\"\u2014238\".\nSaures Argininsilbernitrat QH^N^O, . HNO.t-t-AgNO.s krystallisiert in gut ausgebildeten (bis zu 4 Cm. lang), nadelf\u00f6rmigen, farblosen, durchsichtigen, schief abgeschnittenen Prismen, die gew\u00f6hnlich b\u00fcschelf\u00f6rmig gruppirt sind; die heissen ges\u00e4ttigten L\u00f6sungen erstarren strahlig krystallinisch. Die Reaction der w\u00e4sserigen L\u00f6sungen ist sehr schwach sauer. 1 Theil Salz l\u00f6st sich bei 15,5\u00b0\u201416\u00b0 in 7,27 Theilen Wasser oder 100 Theile Wasser l\u00f6sen 13,75 Theile Salz. [A]lj2\u00b0 = -\u00bb-5,60 (c = 8,479\u00b0/0). Das Salz schmilzt unter starker Zersetzung bei 180\u00b0\u2014183\".\nBasisches Arginins\u00fcbernitrat CtjIIt, N, 0, . AgX03 -+- V.AL 0 krystallisirt in rosetten- oder warzenf\u00f6rmigen Aggregaten von farblosen, durchsichtigen, schief abgeschnittenen Prismen. Die L\u00f6sungen reagiren stark alkalisch. 1 Theil Salz l\u00f6st sich bei 16,5\u00b0 in 88,7 Theilen Wasser oder 100 Theile Wasser l\u00f6sen 1,13 Theile Salz. Basisches Argininsilbernitrat schmilzt bei 164\" unter Zersetzung.\nArgininsilber. Versetzt man 1 Molek\u00fcl Arginins\u00fcbernitrat in einer w\u00e4sserigen L\u00f6sung mit 1 Molek\u00fcl Silbernitrat und mit der Menge von Barythydrat resp. Natronlauge, die notwendig ist, um die Salpeters\u00e4ure vollst\u00e4ndig zu binden, so bildet sich ein volumin\u00f6ser, schneeweisser, amorpher Niederschlag von zwei verschiedenen Silberbasen, dessen Zusammensetzung ungef\u00e4hr SCsHttAgiNiOi -*- C6HliAg,NtO\u00ee -+- K2 0 ist und der etwas Kohlens\u00e4ure aus der Luft, wie das freie Arginin selbst, anzieht. Versetzt man eine w\u00e4sserige L\u00f6sung von saurem Arginins\u00fcbernitrat ohne Zusatz von Silbernitrat mit der berechneten Menge von einem Alkali, so wird die Verbindung\n*) Nach Schulze und Steiger (Ztschr. f. phys. Ch., Bd. 11, S. 52) und nach Hedin (ibid., IhL 20, S. 191) enth\u00e4lt das Salz 3 Molek\u00fcle Krystallwasser.","page":288},{"file":"p0289.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE\n289\nC^HiiAg,X!,0.\u00ee gef\u00e4llt, der mir eine ganz geringe Menge von der Verbindung mit einem h\u00f6heren Gehalt an Silber beigemischt ist. Das trockne Argininsilber ist ein weisses, lichtempfindliches Pulver. Das Argininsilber l\u00f6st sich leicht in S\u00e4uren und in Ammoniak und ist in einer Argininl\u00f6sung ziemlich l\u00f6slich, in Wasser dagegen \u00e4usserst schwer l\u00f6slich: in 1 Liter destillierten Wassers l\u00f6sen sich 0,035 Gnu. Arginin in Form von Argininsilber, in 1 Liter einer Mischung von Barythydrat und Bariumnitrat 4) l\u00f6sen sich 0,05 5 Grm. Arginin ebenfalls als Argininsilber.\nDibenzoylarginin CrH{,\t. GO)i K 0,. Benzovliert man ein Arginin-\nsalz mittelst Benzoylehlorid und Natronlauge, so bleibt das Dibenzoylarginin in der L\u00f6sung und scheidet sich erst nach dem Ans\u00e4uern mit Salzs\u00e4ure aus. Die beigemischte Benzoes\u00e4ure wird mit Aether extrahirt und der Niederschlag des Dibenzoylarginins 1\u20142 mal aus kochendem Wasser umkrystailisiert. Verdampft man das Filtrat von dem durch Salzs\u00e4ure erzeugten Niederschlag des Dibenzoylarginins und benzoyliert die Fl\u00fcssigkeit nochmals, so bekommt man eine neue Portion des Dibenzoylarginins. Die Verbindung krystallisiert aus heissen L\u00f6sungen in langen Nadeln und in rhombischen, sehr regelm\u00e4ssig ausgebildeten Tafeln; die Nadeln sind gew\u00f6hnlich etwas gebogen und ver\u00e4stelt resp. sternf\u00f6rmig gruppirt; ihre Enden sind meistens zersplittert. Die Axe der gr\u00f6sseren Elastlcit\u00e2t f\u00e4llt mit der langen Kante zusammen. Auf der breiten Fl\u00e4che der Nadeln ist der Austritt der ersten Mittellinie gut sichtbar. Die Kry-stalle sind optisch positiv und geh\u00f6ren dem rhombischen System an. Der Linearwinkel der tafelf\u00f6rmigen Krystalle ist 03,5\u00b0- 64,5u; die Ausl\u00f6schung der Polarisationsebene ist diagonal und f\u00e4llt mit der Axe der gr\u00f6sseren Elasticit\u00e4t und mit der Ebene der optischen Axen zusammen; die Tafeln zeigen den Austritt der ersten Mittellinie. Somit sind die beidem Krystallarten unter einander identisch.\n1 Theil Dibenzoylarginin l\u00f6st sich nur in etwa 750 Theilen kochenden Wassers auf. Die Verbindung schmilzt unter schwacher Zersetzung bei 217\"\u2014 218\u00b0.\nDas Dibenzoylarginin zeigt in seinen Eigenschaften so viel Aehnlichkeit mit der Ornithurs\u00e4ure, dass es kaum zu bezweifeln ist, dass im Arginin bei der Benzoylirung dieselben zwei Amidogruppen in die Enaction hereingezogen werden, in denen auch bei der Benzoylirung des Ornithins die Wasserstoffatome vertreten werden.\nGidewitsch, WL Ueber das Thymin. (Zeitschr. f\u00fcr physiol. Chem., Bd.\n27, S. 292\u2014296).\nDas Thymin G. Ht N, O, wurde von A. Kossel und A. Neumann-) im Jahre 1893 als Spaltungsproduct der Thymusnucleins\u00e4ure entdeckt; die Verfasser haben das Thymin sp\u00e4ter auch aus Hefe- und Milznucleins\u00e4ure erhalten 3). Von Mieschen O wurde dieser K\u00f6rper aus Lachs- und von Kossel 5) aus\n*) \u00fcei der Isolirung des Arginins nach Kossel\u2019s Verfahren wird das Argininsilber durch Bary-thydrat gelallt, wobei auch Bariumnitrat entsteht.\ns) A. Kossel und A. Neumann. Ber. d. deutsch, chem. Ges., Bd. 2G, S. 2754.\n*) A. Kossel und A. Neumann. Ibid., Bd. 27, S. 272.\n9 F. Miesche/' (bearb. von 0. Schmiedeberg). Arch. f. exper. Bath. u. Pharm.. Bd. 37, S. 124.\n*) A. Kossel. Ztsclir. f. phys. Cb., Bd. 22, S. ISO.","page":289}],"identifier":"lit36260","issued":"1898-99","language":"de","pages":"285-289","startpages":"285","title":"Ueber das Arginin. (Zeitschrift f\u00fcr physiologische Chemie, Bd. 27, SS. 178-215)","type":"Journal Article","volume":"1"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T14:48:37.971828+00:00"}
