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{"created":"2022-01-31T16:41:11.279894+00:00","id":"lit36262","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Gulewitsch, Wl.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 1: 290-292","fulltext":[{"file":"p0290.txt","language":"de","ocr_de":"290\n15 i 15 L 1 O G K A P U 1 E.\nSt\u00f6rsperma isolirt. Dass auch die Nucleins\u00e4ure der H\u00e4ringstestikeln das Thy-min als Spaltuugsproduct giebt, zeigt die Untersuchung von Guleivitsch.\nDer Verfasser beschreibt die Darstellung des Thymins aus H\u00e4ringstestikeln mittelst Kochen derselben mit Schwefels\u00e4ure (vgl. das vorhergehende Referat) und die Trennung des Thymins von Arginin und Histidin. Das gewonnene Pr\u00e4parat wurde mit dem von A. Kossel aus St\u00f6rsperma und Thymusdr\u00fcse erhaltenen Thymin vergleichend untersucht.\nDie Thyminpr\u00e4parate waren in heissem Wasser leicht, in kaltem schwer l\u00f6slich. Vorsichtig erhitzt, sublimierten sie ohne zu schmelzen; bei st\u00e4rkerem Erhitzen *) schmolzen sie und sublimierten gleichzeitig. Mit S\u00e4uren bildeten sie keine Verbindungen. Silbernitrat gab keinen Niederschlag, aber nach Zusatz von Ammoniak, resp. von Barytwasser zu der Mischung entstand ein volumin\u00f6ser Niederschlag, der sich im \u00fcbersch\u00fcssigem Ammoniak leicht l\u00f6ste.\nDer Stickstoffgehalt des Thymins aus H\u00e4ringstestikeln wurde gleich 22,49% gefunden (berechnet; 22,26% N).\nSomit ist die Identit\u00e4t dieses Pr\u00e4parates von Thymin mit den anderen bewiesen. Zur Bekr\u00e4ftigung wurden noch die krystallographischen Untersuchungen ausgef\u00fchrt.\nDas Thymin, welches dem aus Alkohol krystallisierten Cholesterin nicht un\u00e4hnlich ist, krystallisiert aus heissen, w\u00e4sserigen L\u00f6sungen in kleinen, sternf\u00f6rmig oder dendritisch gruppirten kleinen Bl\u00e4ttchen; selten scheiden sich auch kurze Nadeln aus. Unter dem Mikroskop werden h\u00e4ufig Krystalle beobachtet, worin nur zwei parallele Kanten regelm\u00e4ssig ausgebildet sind; die Axe der kleineren Elasticit\u00e4t ist diesen Kanten parallel, die Ebene der optischen Axen zu denselben senkrecht; der Austritt der ersten Mittellinie ist sichtbar, aber die Farbenringe undeutlich ausgesprochen. H\u00e4ufig werden auch gr\u00f6ssere Tafeln beobachtet, die aus zusammengesezten kleineren bestehen und durch zwei Arten von Kanten begrenzt sind, die untereinander einen geraden Winkel und einen von 45\u00b0, resp. von 135\u00b0 bilden.\nEs kommen auch quadratische, trapezische, nadelf\u00f6rmige, rhombische (mit dem Linearwinkel von 48\u00b0, resp. von 60\u00b0) Tafeln vor. Wie es die Richtung der Elastit\u00e4tsaxen und der Ebene der optischen Axen zeigt, stellen alle diese Formen dieselbe krystallographische Fl\u00e4che dar. die nur durch Fl\u00e4chen mit verschiedenen Indices begrenzt ist. Das System ist h\u00f6chst wahrscheinlich rhombisch; die Krystalle sind optisch positiv.\nDie aus Thymusdr\u00fcsen, aus St\u00f6rsperma und aus H\u00e4ringstestikeln erhaltenen Thyminpr\u00e4parate sind auch krystallographisch untereinander identisch.\nGulewitsch, Wi. lieber das Verhalten des Trypsins gegen einfachere chemische Verbindungen. (Zeitschr. f\u00fcr physiol. Chem. Bd. 27, S.\n540\u2014556).\nNachdem der Verfasser im Anf\u00e4nge der Abhandlung darauf hingewiesen hat, dass die Kenntniss des Mechanismus der tryptischen Verdauung von Eiweissstoffen nicht, nur den stufenweisen Zerfall des Eiweissmolek\u00fcls unter der Einwirkung von Trypsin verst\u00e4ndlich machen, sondern auch den Schl\u00fcssel\nBei 290* schmilzt das Thymin noch nicht.","page":290},{"file":"p0291.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHI E.\n291\nzur Aufkl\u00e4rung der chemischen Constitution der Eiweissstoffe liefern soll, sagt er, dass die Vermuthung wenig plausibel ist, dass die durch TripsyneinWirkung so leicht zu l\u00f6senden Bindungen direkte Vereinigungen der Kohlenstoffatome untereinander seien. W\u00e4hrend f\u00fcr die Polysaccharide die Bindung von Besten der Monosaccharide zu complicierten Molek\u00fclen durch die Sauerstoffatome angenommen wird, k\u00f6nnen die einzelnen Theile des Eiweissmolek\u00fcls nicht nur durch Sauerstoffatome, sondern auch durch die verschiedenen stickstoffhaltigen Gruppen im Zusammenhang stehen.\nDie von Moroclmvetz ') gefundene Thatsache, dass bei der tryptischen Verdauung der Eiweissstoffe die Biuretreaction schliesslich verschwindet, l\u00e4sst noch keinen Schluss \u00fcber die durch Trypsin anzugreifenden Bindungen des Eiweissmolek\u00fcls zu, da durch die Untersuchungen von H Schiff 'l *) bewiesen ist, dass auch diejenigen K\u00f6rper, in welchen die stickstoffhaltigen Bindungen fehlen, diese Reaction geben k\u00f6nnen.\nEs w\u00e4re ganz sonderbar, wenn nur die Eiweissk\u00f6rper durch das Trypsin angreifbar w\u00e4ren, um so mehr, als auch die Eiweissk\u00f6rper selbst ohne Zweifel eine verschieden complicierte Zusammensetzung haben. Es ist durch die Arbeit von A Kassel und A Mathews 3) bekannt, dass auch die Protamine durch das Trypsin unter Bildung von Hexonbasen und unter Verschwinden der Biuretreaction zerspalten werden. Ob die einfacheren Substanzen durch das Trypsin angegriffen werden, ist bis jetzt unbekannt, und die Arbeit des Verfassers stellt eine Reihe der in dieser Richtung ausgef\u00fchrten Untersuchungen dar. Der Zweck dieser Untersuchungen war irgend eine einfachere Substanz ausfindig zu machen, welche durch das Trypsin zerspalten w\u00e4re, und den Unterschied aufzusuchen, der im Verhalten der durch Sauerstoffatome und der durch Imidgruppen gebildeten Bindungen gegen Trypsin existieren k\u00f6nnte.\nDie L\u00f6sung der Aufgabe kann nur nach einer grossen Zahl negativer Versuche erzielt werden, da die Angreifbarkeit der Substanzen durch das Trypsin nicht nur von einer besonderen Constitution, sondern auch von einer bestimmten Configuration abh\u00e4ngig sein kann 4).\nF\u00fcr seine Versuche hat der Verfasser folgende Verbindungen genommen, die er theils von .Kahlbaum, resp. aus einer Apotheke bezogen, theils selbst dargestellt li\u00e2t:\n1) C\\H .0.0,7/\n2 ) C,H.NH.C,H\n3)\tC,Iff.NH.000.GH\n4)\t{CH,. CO)NH. C,H^. 0. C,H.\n5)\tC, H. . NH. CO. NH. C6 H\n6)\tC,H . NH. CS. NH. C,H.\n7)\tNH . CO. NH {CO. CH,)\n8)\tNH,. CO. NH. CO. NH,\n9)\tCJl. NH (COCIff)\n10) CH . C, II,. NH { CO. CH )\n11)\tNH,. C{.Iff .SO,. OH\n12)\t(C6H.. CO) NH. CH . CO OH\n13)\tC,Iff.O.CH,.CO.NH.CJI\\\n14)\t{CH,. CO) NH. C6H\\. COOH\n15)\tOH. C{.H,. CO. 0. C6H\n16)\t(CH,. CO) 0. C(Hk. CO. OH\n17)\t(CH, .CO) 0. C6H<. NH (CO. CHt )\n18)\tOH. C{. H. CO. NH. C, H\n19)\tC(H . NH. NH {CO. CH,).\n*) L. Mornchowetz. Petersb. medic Woclienseli., N. F., 3 Jahrg, 1886, S. 135.\n:) II. Schiff. Ber. d. deutsch chem. Ges , Bd. 29, S. 298.\n3) A. Kassel und A. Mathews. Zeitschr. f\u00fcr phys. Cb., Bd. 25, S. 190.\nG A\"gl. E. Fischer-. Ztschr. f. phys. Ch., Bd. 26, S. 60.","page":291},{"file":"p0292.txt","language":"de","ocr_de":"292\nBIBLIOGRAPHIE.\nDie Versuche wurden so angestellt, dass etwa 0,1\u20140,5 Gr. Substanz mit 20 Cc. der Trypsinl\u00f6sung, die 0,3 \u2014 0,5% Soda enthielt, gemischt und dazu 0,02 Gr. Thymol., resp. 3 Tropfen Chloroform zugesetzt wurden; die Mischungen wurden im Briitofen bei 38\u00b0\u201441\u00b0 w\u00e4hrend 5 Tage bis 1 Monat digeriert. Ausser den (74) Versuchen wurden jedesmal auch die Controllversuche mit den gekochten Trypsinl\u00f6sungen ausgef\u00fchrt.\nDie Entscheidung der Frage, ob die betreffende Substanz durch das Trypsin zersetzt wurde oder nicht, wurde gew\u00f6hnlich durch Aufsuchen der Zersetzungsproducte gegeben, von denen Anilin, Phenol und Essigs\u00e4ure am meisten in Betracht kommen. Die eventuell vorhandenen Anilin und Phenol wurden durch qualitative Reactionen gesucht, die Menge der gebildeten Essigs\u00e4ure titrimetrisch nach der gleichung: X=S \u2014 A-t-B\u2014C bestimmt, worin S die Menge der aus der Mischung der Substanz mit Trypsin nach dem Digerieren gebildeten und daraus abdestillirten fl\u00fcchtigen S\u00e4uren bedeutet; als A ist die Menge derselben im Control]versuche erhaltenen S\u00e4uren bezeichnet; B ist die Menge der in der Trypsinl\u00f6sung pr\u00e4formirt enthaltenen und C ist die Menge der darin w\u00e4hrend des Digerierens gebildeten fl\u00fcchtigen S\u00e4uren. In einigen Versuchen wurde auch die Bildung von Alkohol. Schwefelwasserstoff, Toluidin, Benzoes\u00e4ure u. s. w. untersucht Die Menge des unzersetzt gebliebenen Salols wurde durch die W\u00e4gung, die Menge der gebildeten Salicyls\u00e4ure und des nicht zersetzten Biurets colorimetrisch bestimmt.\nDie Resultate dieser Versuche waren negativ. Nur in 6 Versuchen mit p\u2014Diacetylamidophenol {Cif,. CO). 0. CJf, . All (CO. Cif ) wurde ein constantes Plus an Essigs\u00e4ure bei den Versuchen mit wirksamen Trypsinl\u00f6sungen gefunden. Vorl\u00e4ufig \u00e4ussert sich der Verfasser \u00fcber die Versuche mit p\u2014Diacetylamidophenol nur mit Reserve, da die Substanz sich schon beim Digerieren mit einer schwachen Sodal\u00f6sung allein merklich zersetzt; doch ist es jedenfalls auffallend, dass alle Versuche mit p\u2014Diacetylamidophenol ohne Ausnahme eine gr\u00f6ssere Zersetzung der Substanz in den Proben zeigten, wo die Trypsinl\u00f6sung vorher nicht gekocht wurde, sonst aber alle Bedingungen der Versuche die gleichen waren.\nGutewitsch, Wi. Krysta\u00fcograpbisehe Untersuchung einiger Verbindungen von Cholin und Neurin. (Bull, des Natur, de Moscou, 1899, M 4, p. 1 \u2014 21).\nln dieser Abhandlung stellt der Verfasser die krystallographischen Untersuchungen zusammen, die er mit synthetisch dargestellten Verbindungen von Cholin und Neurin ausgef\u00fchrt hat und die von ihm gr\u00f6sstentheils schon ver\u00f6ffentlicht wurden '). Neu ist die Untersuchung von Cholingoldchlorid.\nCholingoldchlorid G. I/, 4 NO Cl Au Cf krystallisirt in sch\u00f6nen, pomeranzengelben Nadeln: das Salz, welches noch unrein ist. kann sich auch in W\u00fcrfeln ausscheiden. Krystallsystem asymmetrisch. Die Verbindung zeichnet sich durch einengrossen Reichthum an Formen aus; es wurden beobachtet: [01 Oj, [001], [110], [110], [310], [3\u00cf0], [025], [023], [373], [373|, [373], [111],\n*) Vgl. Wi. Guhwitsch. Zeitsclir. f. physiol. Ob., Bd. 24, S. 514; Bd. 26, S. 175.","page":292}],"identifier":"lit36262","issued":"1898-99","language":"de","pages":"290-292","startpages":"290","title":"Ueber das Verhalten des Trypsins gegen einfachere chemische Verbindungen. (Zeitschr. f\u00fcr physiol. Chem. Bd. 27, S. 540-556)","type":"Journal Article","volume":"1"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:41:11.279900+00:00"}
