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Ueber eine Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes in den feinsten Gefässen

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{"created":"2022-01-31T16:38:32.625300+00:00","id":"lit36289","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Siawcillo, J.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 36-41","fulltext":[{"file":"p0036.txt","language":"de","ocr_de":"lelicr eiiie Methode der Messung der Schwaukuugcu des Blutdruckes iu deu feiusteu (\u00bbef\u00e4sseu.\nVom Privat-Docenten, Dr. J. Siawcillo,\nAus dem Institut der Allg. Pathologie der Kais. Universit\u00e4t zu Moskau.\nDastre und Morat *) hatten schon bewiesen, dass \u00f6rtliche Erweiterungen und Verengerungen der Gef\u00e4sse fast gar keinen Einfluss auf die Schwankungen des Blutdruckes in gr\u00f6sseren Arterien- und- Venenst\u00e4mmen haben. Um den Einfluss der Gef\u00e4ssnerven auf die Schwankungen des Blutdruckes in den Gef\u00e4ssen, die den Capillaren n\u00e4her liegen, zu untersuchen, mussten diese Forscher zu ihren Experimenten so grosse und tlieure Thiere wie Pferde und Esel benutzen.\nDennoch giebt es eine M\u00f6glichkeit die Schwankungen des Blutdruckes unmittelbar auch in sehr kleinen Gef\u00e4ssen, selbst in den Capillaren zu bestimmen.\nLigirt man irgend eine Arterie, so wird das Gebiet, das peripherisch von der Ligatur liegt, durch Arterjenanastomosen oder, wenn diese nicht vorhanden sind\u2014im Falle der Ligatur einer Endarterie, durch Capillaranastomo-sen mit Blut versorgt.\nLigirt man eine solche Arterie, die eine Arterienanastomose hat, (siehe Zeichnung M 1 Tafel 2), so ist der Seitendruck in dem peripherischen Ende der ligirten Arterie dem lateralen Blutdrucke in der Anastomose am Orte ihrer Vereinigung mit der ligirten Arterie gleich; wenn wir also in das peripherische Ende einer ligirten Arterie eine einfache Can\u00fcle einf\u00fchren und sie mit einem Manometer verbinden, so k\u00f6nnen wir ganz genau alle Schwankungen des Blutdruckes in der Arterienanastomose bestimmen, wenn diese auch so d\u00fcnn w\u00e4re, dass man in dieselbe selbst die allerkleinste Can\u00fcle nicht hineinbringen k\u00f6nnte.\nIm Falle der Ligatur einer Endarterie (siehe Zeichnung M 2. Tafel 2), ist der Blutdruck in ihrem peripherischen Ende dem Blutdrucke in den Ca-pillaranastomosen am Orte ihrer Vereinigung mit der ligirten Arterie gleich. Da k\u00f6nnen wir, nachdem wir eine einfache Can\u00fcle in das peripherische Ende der ligirten Arterie hineingef\u00fchrt und sie mit einem Manometer verbunden haben, ganz genau alle m\u00f6glichen Schwankungen des Blutdruckes in den Ca-pillaranastomosen beobachten und messen.\nIn ganz derselben Weise, wie in den kleinsten Arterien und Capillar-anastomosen. kann man die Schwankungen des Blutdruckes auch in den kleinsten Venen und in den Venencapillaren bestimmen.","page":36},{"file":"p0037.txt","language":"de","ocr_de":"MESSUNG DER SCHWANKUNGEN DES BLUTDRUCKES.\nDazu braucht man nur eine der Venenwurzeln zu ligiren, in deren peripherisches Ende eine einfache Can\u00fcle hineinzuf\u00fchren und diese mit einem Manometer zu verbinden.\nAuf angezeigte Weise hat zum ersten Mal die Schwankungen des Blutdruckes in den Venen schon im Jahre 1866 Lov\u00e9n2) beobachtet. Lov\u00e9n hat n\u00e4mlich gezeigt, dass die Faradisation der nn. erigentium den Blutdruck in dem peripherischen Enden der ligirten venae penis bis zum 0,6 des Seitenblutdruckes in der arteria carotis erh\u00f6ht *).\nDie Schwankungen des Blutdruckes im dem peripherischen Ende der ligirten venae femoralis wurden von Schiff3) und Cohnheim 4j bei der Contr\u00f4le des Versuches von Banvier5) \u00fcber den Einfluss der Durchsclmeidung des n. iscliiadieus und der gleichzeitigen Ligatur der vena femoralis auf die Entstehung des Oedems in dem hinteren Fusse eines Hundes beobachtet. Dabei hat Schiff3) gefunden, dass die Durchschneidung des n. ischiadicus den Blutdruck in dem peripherischen Ende der ligirten vena femoralis bis zu 0,6 des Blutdruckes in der arteria femoralis erh\u00f6ht.\nAber weder Lov\u00e9n2) noch Schiff3), noch Cohnheim4) haben darauf Acht gegeben, dass sie auf diese Weise den Blutdruck in den \\ enenwurzeln beobachteten. Sie haben auch nicht bemerkt, dass bei der Bestimmung des Blutdruckes in dem peripherischen Ende einer ligirten Vene die Schwankungen des Druckes viel gr\u00f6sser sind als bei der gew\u00f6hnlichen Methode der Bestimmung des Seitendruckes in solchen Venen, in welche man eine T\u2014\u00e4hnliche Can\u00fcle einf\u00fchren kann (vergleiche die Zeichnung V 2, Tafel 2).\nDie Bestimmungen der Schwankungen des Blutdruckes im peripherischen Ende einer ligirten Arterie wurden zum ersten Mal, so viel ich weiss, im Jahre 1895 von Fran\u00e7ois-Franck6) gemacht. Aber auch er gab nicht Acht darauf dass er, indem er die Can\u00fcle des Manometers in das peripherische Ende einer ligirten Arterie einf\u00fchrte, die Schwankungen des Blutdruckes in den Arterienanastomosen, oder, im Falle diese nicht vorhanden waren, in den Capiilaranastomosen bestimmte. Auch Fran\u00e7ois-Franckfi) hat die Vorz\u00fcge der angezeigten Methode vor der gew\u00f6hnlichen Bestimmungsweise der Schwankungen des Blutdruckes mit einer T-\u00e4hnlich en Can\u00fcle nicht bemerkt.\nIn demselben Jahre, 1895, entdeckte auch ich dieselbe Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes in den feinsten Gef\u00e4ssen ganz unabh\u00e4ngig von Fran\u00e7ois-Franck und teilte dieselbe in der Physico-medicinischen Gesellschaft zu Moskau im Fr\u00fchling 1896, als mir Francois-Francks erw\u00e4hnte Arbeit noch unbekannt war, mit. Lm wieviel besser die angezeigte Methode der Bestimmungen der durch die Vasomotoren erzeugten Schwankungen des Blutdruckes ist als die gew\u00f6hnliche, und wie sehr Dastre und Moratf) Beeilt hatten, als sie behaupteten, dass die Schwankungen des Blutdruckes sich\n*) Es ist zu bemerken, dass man die Schwankungen des Blutdruckes in dem peripherischen Ende einer ligirten Venenwurzel nur dann registriren kann, wenn in derselben keine Klappen mehr da sind, deshalb muss man die Can\u00fcle m\u00f6glichst n\u00e4he den kapillaren einf\u00fchren.","page":37},{"file":"p0038.txt","language":"de","ocr_de":"MESSUNG DER SCHWANKUNGEN DES BLUTDRUCKES.\nO Q\nOO\nweit mehr iu den feinsten als in den gr\u00f6sseren Gef\u00e4ssen \u00e4ussern, zeigen folgende kymographische Curven *).\nIn dem Versuche, welchen wir mit V 1 bezeichnen werden, wurde in die rechte Zungenarterie eines Hundes eine gew\u00f6hnliche T\u2014\u00e4hnliche Can\u00fcle eingef\u00fchrt und mit einem Quecksilbermanometer verbunden. Die Reizung des peripherischen Abschnittes des nervus lingualis wurde wohl auch bei solcher Beobachtungsmethode des Blutdruckes, aber doch mit kaum bemerkbarer Senkung des Druckes in der Zungenarterie begleitet (Siche die kymographische Curve Versuch JV\u00ae 1, Tafel 2). Ein ganz anderes Bild erhielt ich (wie man es an der kymographischen Curve, Versuch \u00abV 2, Tafel 2. sehen kann) als ich die Can\u00fcle des Manometers in das peripherische Ende der Zungenarterie einf\u00fchrte, und dadurch die Schwankungen des Blutdruckes nicht in der N\u00e4he der arteria carotis, sondern in den Anastomosen der ligirten arteria lingua-lis mit andern arteriellen Gef\u00e4ssen bestimmte. In unserem Falle wurde die Zungenarterie mit einer arteriellen Anastomose versehen: dies muss man daraus schliessen. dass man. auch nachdem die Arterie ligirt wurde, bei der Bestimmung des Blutdruckes in ihrem peripherischen Ende ganz genaue Puls-und Athemschwankungen constatieren konnte. Gleich nachdem man den peripherischen Abschnitt des entsprechenden nervus lingualis mit dem inducti-ven Strome zu reizen anting, bei der Blutdruck ziemlich schnell, um nach dem Aufh\u00f6ren der Reizung wieder sehr langsam zu seiner fr\u00fcheren H\u00f6he emporzusteigen.\nEine ganz eben so starke Senkung des Blutdruckes in dem peripherischen Ende der ligirten Zungenarterie (vergleiche die kymographische Curve V 3, T. 2) kommt bei der Reizung der gef\u00e4sserweiternden Nerven auch dann vor, wenn die Anastomosen so klein sind, dass sie weder Puls- noch Athemschwankungen \u00fcbermitteln.\nAuch in den Venen giebt die Messung des Blutdruckes, nach der eben beschriebenen Methode, m\u00f6glichst nahe den kapillaren viel bessere Resultate als die, welche man nach der gew\u00f6hnlichen Methode der Bestimmung des Seitendruckes in solchen grossen Venen, in welche man eine T\u2014 \u00e4hnliche Can\u00fcle einf\u00fchren kann, erh\u00e4lt: als Best\u00e4tigung dessen, was wir eben gesagt haben. kann der folgende Versuch, V 4. dienen.\nDer Versuch wurde auf folgende Weise ausgef\u00fchrt: anfangs wurde bei einem narcotisirten Hunde in die Zungenvene eine T\u2014 \u00e4hnliche Can\u00fcle eingef\u00fchrt und mit einem Quecksilbermanometer verbunden; da das Kaliber der Vene sehr klein war und da zwischen derselben und den gr\u00f6sseren Venenst\u00e4mmen sich\n*) Alle meine Versuche habe ich an chloroformirten und curaresirten Hunden gemacht: um die Narcose tiefer zu machen, wurde den Thieren vor der Chloroformirung die Injection einer der Gr\u00f6sse des Thieres entsprechenden Quantit\u00e4t 2\u00b0 o Morphiuml\u00f6sung gemacht. In allen kymographischen Curven wurde die unterste Linie von einem Zeitanzeiger, und die zweite Linie von unten von der Feder eines Apparates, der den Anfang und das Ende in den Versuch eingef\u00fchrter Facto-ren registrirte, gezeichnet; die dritte Linie unten bedeutet die Abscisse, Art.\u2014bedeutet Arterie, A \u2014\\ eue. ln allen Experimenten zur Pharadisierung benutzte ich der Nerven die Elemente von Gren\u00e9, in welche vor den Versuchen frische Fl\u00fcssigkeit eingegossen worden war. In die Kette wurde immer nur ein Element eingef\u00fchrt; um die St\u00e4rke des Stromes gr\u00f6sser oder kleiner zu machen, vergr\u00f6sserte oder verkleinerte ich den Abstand zwischen den Hollen des Schlitten-Apparats von Dubois-Heymond.","page":38},{"file":"p0039.txt","language":"de","ocr_de":"MESSUNG DER SCHWANKUNGEN DES BLUTDRUCKES.\n39\nviele Klappen befanden, so wurden die Athemschwankungen fast gar nicht bemerkbar.\nDie Faradisation des peripherischen Abschnittes des nervus lingualis wurde zwar bei dieser Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes von Erh\u00f6hung der ven\u00f6sen Curve begleitet, aber doch nur von sehr geringer (Siehe die Curve Versuch .V 4, I. Tafel 2). Die geringe Steigung in der ven\u00f6sen Curve, die zuf\u00e4llig mit der Aufhebung der Faradisation des Nerven zusammentrifft, wurde von den Muskelbewegungen des Hundes verursacht.\nUnvergleichlich st\u00e4rker zeigte sich das Resultat des Einflusses der Reizung der gef\u00e4sserweiternden Nerven auf den Blutdruck in den A enenwurzeln.\nUm die Schwankungen des Blutdruckes in den feinsten Gef\u00e4ssen zu beobachten, ich in demselben Versuche Ai 4 den Stamm der Zungenvene habe unterband, entfernte aus der Zungenvene die T \u2014 \u00e4hnliche Can\u00fcle und f\u00fchrte in das peripherische Ende einer Zungenvenenwurzel (die Wurzel wurde vor-l\u00e4ufig auch ligirt) eine einfache Can\u00fcle ein (vergleiche die Abbildung \u00abN\u00b0 I, Tafel 1) verband und letztere mit einem Manometer.\nWenn man den Blutdruck nahe den Capillaren bestimmte, so wurden in der ven\u00f6sen Curve weder Puls- noch Athemschwankungen bemerkbar, und die Feder des Kymographen zeichnete eine ganz gerade Linie (wie man es an der angef\u00fchrten Curve Versuch Ai 4 II, Tafel 2 sehen kann). Aber gleich nachdem man den peripherischen Abschnitt des durcligeschnittenen Zungennerven zu faradisiren anfing, fing auch der Blutdruck in der Vene stark an zu steigen, und nach f\u00fcnfzehn Secunden wurde er f\u00fcnfmal h\u00f6her als vor dem Anf\u00e4nge der Faradisirung; dabei wurden in der ven\u00f6sen Curve wie die Puisse auch die Athemschwankungen stark bemerkbar. Nachdem man den Nerv zu faradisiren aufgeh\u00f6rt hatte, ting der Blutdruck in den feinsten Venen sehr allm\u00e4hlig an zu sinken und fiel blos nach mehreren Minuten bis zu seinem ehemaligen Standpunkte herab.\nIm angef\u00fchrten Versuche wurde vor der Entfernung der T- \u00e4hnlichen Can\u00fcle. um die Blutung zu verh\u00fcten, die Zungenvene ligirt; deshalb h\u00e4tte man denken k\u00f6nnen, dass ein so starkes Steigen in den Wurzeln der Zungenvene durch das Hinderniss des Abflusses des Blutes in den Venen venir sacht wurde. Aber ein ganz eben so starkes Steigen des Blutdruckes in den Wurzeln der Zungenvene bemerkte man bei der Faradisirung des peripherischen Abschnittes des Zungennerven auch in den Versuchen, in welchen der Hauptstamm der vena lingualis nicht ligirt worden war und in welchen demzufolge der Abfluss des Blutes in derselben unbehindert war.\nAuch in andern Gebieten des Organismus giebt die von mir gebrauchte Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes, die von der Th\u00e4-tigkeit der Vasomotoren verursacht sind, viel bessere Resultate, als die gew\u00f6hnliche Methode der Bestimmung des lateralen Druckes in den Gef\u00e4ssen.\nSo wurden in dem Versuche A\u00b0 5 in die arteria femoralis und in die entsprechende Vene eines narcotisirten und curaresirten Hundes zwei gew\u00f6hnliche T\u2014 \u00e4hnliche Can\u00fclen eingef\u00fchrt; die Arterie wurde mit einem Quecksilbermanometer und die Vene mit einem mit Magnesiumsulfat-L\u00f6sung gef\u00fcllten Manometer verbunden.","page":39},{"file":"p0040.txt","language":"de","ocr_de":"40\nMESSUNG DER SCHWANKUNGEN DES BLUTDRUCKES.\nDie Faradisation der Vasodilatatoren des nervns iscliiadicus wurde nach der Methode des Professors Ostroumoff7) zwei Tage nach der Durchschneidung des Nerven vollf\u00fchrt, also in einer Zeit, wo die gef\u00e4ssverengenden Nerven auf die Reizung mit dem inductiven Strome zu reagiren aufgeh\u00f6rt hatten (der Nerv wurde am 16-ten M\u00e4rz 1895 durchgeschnitten, und am 18-ten M\u00e4rz bestimmte ich den Eintiuss der gef\u00e4sserweiternden Nerven auf den ]\u00bblutdruck).\nDie Faradisation der Vasodilatatoren (wie man es an der angef\u00fchrten kymographischen Curve, Versuch ,V 5 Tafel 2 sehen kann) wurde von kaum bemerkbarer Senkung des Blutdruckes in der Arterie und eben so unbedeutender Steigung in der Vene begleitet.\nEin ganz anderes Resultat erhielt ich, als ich den Einfluss der gef\u00e4sserweiternden Nerven auf die Schwankungen des Blutdruckes in den feinsten Ge-f\u00e4ssen der Pfote bestimmte; als Beweis dessen kann die kymographische Curve, die ich w\u00e4hrend des Versuches ,V 6 erhielt, dienen. Das Experiment wurde folgendermassen angestellt: bei einem euraresirten Hunde, bei welchem drei Tage vor dem Versuche der rechte Nervus iscliiadicus durchgeschnitten worden war, wurden auf der rechten Hinterpfote die arteria tibialis antica und eine von den Wurzeln der vena saphena minor pr\u00e4parirt und ligirt.\nIn die peripherischen Enden beider ligirten Gelasse wurden zwei einfache Can\u00fclen eingef\u00fchrt und jede mit einem Quecksilbermanometer verbunden. Gleich nachdem ich den peripherischen Abschnitt des nervus iscliiadicus mit dem inductivem Strome zu reizen anting, fiel (wie man es aus der kymographischen Curve. Versuch .V 6. Tafel 2 sehen kann) der Blutdruck in der Arterie betr\u00e4chtlich herab und stieg sehr merkbar in der Vene, wobei in der letzteren die Puls- und die Athemschwankungen sichtbar wurden.\nAls ich den Nerv zu faradisiren aufgeh\u00f6rt hatte, fing der Blutdruck in der Arterie allm\u00e4hlig an zu steigen und in der Vene zu fallen.\nMan muss bei der Vergleichung der Curven der Versuche V 5 und \u00df nicht vergessen, dass die Vene in dem Experimente .V 5 mit einem Manometer, der mit Magnesiumsulfat- L\u00f6sung gef\u00fcllt war, und in dem \\ ersuche ,V 6 mit einem Quecksilbermanometer verbunden war, und demungeachtet war das Steigen des Blutdruckes in der Vene in dem letzten Falle viel sichtbarer als in dem ersten.\nTn welchem Grade die von mir gebrauchte Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes empfindlich ist, und wie man sie geeignet zur Erforschung der Physiologie der Vasomotoren an wenden kann, zeigt der Versuch X: 7, der so anschaulich die Meinuug von Goltz, Masius und \\ aidaire (nach welcher die Durchschneidung der gef\u00e4sserweiternden Nerven schon an sich selbst als eine wenn auch einstweilige, aber daf\u00fcr starke, mechanische Reizung der Nerven wirkt) best\u00e4tigt.\nDas Experiment wurde folgendermaassen angestellt: bei einem narcoti-sirten Hunde wurden alle beide Zungenarterien ligirt, und in das peripherische Ende der rechten arteria lingualis wurde eine einfache Can\u00fcle eingeliihrt und mit einem Quecksilber- Manometer verbunden.\nDie Durchschneidung des nervus lingualis (wie man es an der angegebenen Curve, Versuch \u00abV 7. I, Tafel 2 wahrnehmen kann) winde vn einem","page":40},{"file":"p0040s0001table1.txt","language":"de","ocr_de":"J. Si (Utrillo.\nA\nZeichnung- J\\\u00e8 1.\nA und B\u2014Can\u00fclen, eingef\u00fchrt in die Gef\u00e4sse nach der von mir gebrauchten Bcstimmungsmethode der Schwankungen des Blutdruckes in den feinsten Gef\u00e4ssen. Die Arterien sind mit einer Arteri-enanastomose versehen. Die Pfeile deuten die Richtung des Blutstromes an.\nZeichnung- JM\u00bb 2.\nA und I) - gew\u00f6hnlich ge ichliche J_\u2014 \u00e4hnliche Gan\u00fclen.\nDie Arterien sind Endartc wo die keine Arterienanastomosen haben.\nDie Pfeile deuten die Richtung des Blutstromes an.\nLe Physiologiste Russe, vol. II.\nTa fei I.","page":0},{"file":"p0040s0002.txt","language":"de","ocr_de":"\n\n\n\n","page":0},{"file":"p0040s0003table2.txt","language":"de","ocr_de":"Le Physiologiste Kusse, vol; IT.\nTa\nArt. ling.\nVersuch JNy 3. Faradisation des n. lingualis.\nVersuch JV\u00f6 4. I. Faradisation des n. lingualis.\nV. liyg\nVersuch JNq 4. II. Faradisation des n. lingualis.\n2.\nJ. Siatec\u00ef\u00fco.\nVirsu h JNe 5. Faradisation des n. ischiad. (0.4 der nat\u00fcrlichen Grosse).\nArt. tib. aut.\nY\nsaph.\nmin.\nVersuch JNs 6. Faradisation der Vasodilatatoren des n. ischiadiens. (0.5 der nat\u00fcrlichen G ri sse).\nVersuch JSy 7. TIT. Ligatur des n. lingualis'.","page":0},{"file":"p0041.txt","language":"de","ocr_de":"MESSUNG DER SCHWANKUNGEN DES BLUTDRUCKES.\n41\nFallen des Blutdruckes in der Arterie begreitet. Das Fallen des Blutdruckes war ziemlich schnell, aber nicht dauernd und nicht so stark wie bei der Beizung des nervus lingualis mit dem inductivem Strome, wenn die Entfernung zwischen beiden Bollen des Inductiv-Apparates von du Bois-Beymond 15 Centimeter betrug. (Vergleiche die Curve, Versuch JVs 7. II, Tafel 2).\nEine mechanische Beizung des peripherischen Abschnitts des nervus lin-gualis, die duch eine Ligatur des Nerven hervorgerufen worden war, wurde (wie die beigelegte Curve, Versuch JN\u00ab 7. III, Tafel 2 zeigt) von ebenso bedeutendem Fallen des arteriellen Blutdruckes, wie es bei der Durchschneidung des Nerven beobachtet wurde, begleitet. Dies stimmt auch ganz mit dem Versuche von Goltz \u00fcberein, der auch eine Hyper\u00e4mie in der Pfote des Hundes bei der mechanischen Beizung der gef\u00e4sserweiternden Nerven beobachtet hat.\nLiterarisches Verzeichniss.\n1.\tDastre et Morat. De l'innervation des vaisseaux cutan\u00e9s. Archives de Physiologie normale et pathologique. An. 1879.\n2.\tLov\u00e9n. Ueber Erweiterung von Arterien in Folge einer Nervenerregung. Arbeiten aus der physiologischen Anstalt zu Leipzig. J. 18G6.\n3.\tSchiff. De la pression veineuse, comme cause de l\u2019oed\u00e8me. De 1 inflammation et de la circulation. Traduction de l'Italien. An. 1874.\n4.\tCohnheim. Vorlesungen \u00fcber Allgemeine Pathologie. J. 1877.\n5.\tBanvier. Becherches exp\u00e9rimentales sur la production de 1 \u0153d\u00e8me. Comptes-rendus des s\u00e9ances de l'Acad\u00e9mie des Sciences. T. 69. An. 1869.\n6.\tFran\u00e7ois-Franck. Becherches sur l'innervation vasomotrice du p\u00e9nis (1-er m\u00e9moire). Technique des exp\u00e9riences et principaux r\u00e9sultats. Ai chives de Physiologie normale et pathologique. S\u00e9rie V. T. 7. An. 1895.\n7.\tOstroumoff. Versuche \u00fcber die Hemmungsnerven der Hautgei\u00e4sse. Arch, f\u00fcr die ges. Physiologie. Herausg. von E. Pfl\u00fcger. Bd. 12. J. 1876.\n8.\tGoltz. Feber gef\u00e4sserweiternde Nerven. Arch, f\u00fcr die ges. Physiologie. Herausg. von E Pfl\u00fcger. Bd. 9. J. 1874.\n9.\tGoltz. Ueber gef\u00e4sserweiternde Nerven. Zweite Abhandlung. Arch, f\u00fcr die ges. Physiologie. Bd. 11. J. 1875.\n10.\tMasius et Vanlaire. Des centres vasomoteurs et de leur mode d action. Gazette hebdomadaire de m\u00e9decine et de chirurgie. An. 1876. Nach dern^ Referate aus Virchow und Hirsch\u2019s Jahresberichten. Bericht f\u00fcr das J. 1876.","page":41}],"identifier":"lit36289","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"36-41","startpages":"36","title":"Ueber eine Methode der Messung der Schwankungen des Blutdruckes in den feinsten Gef\u00e4ssen","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:38:32.625305+00:00"}

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