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Die Chronophotographie im physiologischen Institut der K. Universität in Moskau

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{"created":"2022-01-31T15:47:55.426606+00:00","id":"lit36292","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Morochowetz, L.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 51-61","fulltext":[{"file":"p0051.txt","language":"de","ocr_de":"r>I\u00cb CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT.\n51\nren k\u00f6nnen alsdann mit den entsprechenden Gr\u00f6ssen der Vers. 4, 5 und 6 zusammengestellt werden.\nHierbei nehmen wir absichtlich f\u00fcr die Athemgr\u00f6ssen beim Stehen, 7, =430 Lit., C02 = 14 Lit. pro. Stunde, d. h. Zahlen, welche kleiner als die beobachteten sind, um den Satz 3 desto sch\u00e4rfer zu beweisen.\nDie auf diese Weise umgerechneten Athemgr\u00f6ssen sind in der n\u00e4chstfolgenden Tabelle III zusammengestellt.\nT A B. III.\nn\u00b0\tU\tCOs\t7 o cih\n1\t457,41\t24,94\t5.45\n2\t453.03\t26,23\t5,79\n3\t440,44\t25,36\t5,53\n4\t483,50\t26,22\t5,41\n5\t459,65\t26,43\t5,75\n6\t466,78\t25.11\t5,38\nClirouopliotographic iiu physiologischen Institut der k. liiivcrsitiit in Moskau.\nYon L. Morochowetz,\nProfessor der Physiologie an der K. Universit\u00e4t zu Moskau.\nDie Chronophotographie hat in unserem Institut nicht nur ziemlich weitgehende Anwendung gefunden, sondern in einzelnen F\u00e4llen auch noch weitere Entwicklung und Vervollkommnung erfahren.\nDieser letztere Umstand sowie der von vielen sich f\u00fcr die Frage Interes-sirenden ausgesprochene Wunsch die Arbeiten des Instituts in der Chronophotographie in systematischer Anordnung zu sehen, haben uns bewogen sowohl die von uns vervollkommnten Methoden als auch die Resultate der Anwendung derselben bei dem Studium von Erscheinungen, die in gleichem Maasse den Physiker und den Physiologen interessiren, in Folgendem systematisch darzulegen.\nI. Das Dunkelzimmer als photographische Kammer, Monsterkammer.\nUm in der Chronophotographie, wie \u00fcberhaupt in der wissenschaftliche Zwecke verfolgenden Photographie mit gutem Erfolge arbeiten zu k\u00f6nnen, bedarf es vor allem zweckdienlicher R\u00e4umlickeiten und Apparate, ln der That kann man in wissenschaftlichen Anstalten jeden Augenblick gew\u00e4rtig sein Auf-\n4*","page":51},{"file":"p0052.txt","language":"de","ocr_de":"52\nME CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT.\nnahmen von Gegenst\u00e4nden, Zeichnungen, mikroskopischen Pr\u00e4paraten, Yer-gr\u00f6sserungen vornelunen, oder Abbildungen von Gegenst\u00e4nden z. 13. des Auges u. dergl. unmittelbar in vergr\u00f6ssertem Maasstabe erhalten zu m\u00fcssen. Um diesen Anforderungen gen\u00fcgen zu k\u00f6nnen, ist man gen\u00f6tigt sich eine grosse Anzahl im Handel vorkommender Apparate anzuschaffen, mehr oder weniger komplizirte Einrichtungen vorzunehmen u. s. w. Abgesehen davon, dass die Anschaffung solcher Apparate mit grossen Unkosten verkn\u00fcpft ist, erfordern die Einrichtungen besondere R\u00e4umlichkeiten und sorgf\u00e4ltige Pflege; es ist daher zu hoffen, dass die Kammer, deren Beschreibung sogleich folgt, in vielen Beziehungen, bei verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig geringen Kosten, den strengsten Anforderungen gen\u00fcgen wird.\nSeit 1893, der Zeit, wo das neue physiologische Institut seine Th\u00e4tig-keit begann, erf\u00fcllt vorz\u00fcglich ihre Bestimmung die von mir eingerichtete Monsterkammer, deren kurze Beschreibung schon llr A. Samojloff ') gegeben hat.\nDas optische Zuinner (Fig. 1.) ist ein Raum mit 4 Fenstern, dessen W\u00e4nde, Fussboden und Decke mit schwarzer Farbe angestrichen sind. An den Fenstern sind schwarze Vorh\u00e4nge. Die vom Eing\u00e4nge links gelegene Ecke mit einem Fenster ist das eigentliche photographische Laboratorium; von dem \u00fcbrigen Raume ist es durch eine schwarze Scheidewand getrennt und seinerseits durch Scheidew\u00e4nde in folgende drei R\u00e4ume geteilt: 1\u2014ein dunkles Zimmer f\u00fcr Arbeiten mit inaktinischem Lichte, 2 \u2014 ein helles Zimmer mit einem mit dunklen Vorh\u00e4ngen versehenen Fenster, f\u00fcr photographische Arbeiten bei Tageslicht. 3\u2014die eigentliche photographische Camera abscura zum Photographien, die wir ihrer Gr\u00f6sse wegen Monsterkammer genannt haben.\n1. Das dunkle Zimmer (Fig. 1, 1) ist mit einem an einer der l\u00e4ngeren W\u00e4nde stehenden Tische versehen, in welchen eine grosse viereckige Porzellantasse eingelassen ist. deren gr\u00f6ssere Bodenh\u00e4lfte (7a) etwas h\u00f6her und der L\u00e4nge nach gerippt ist: die Tasse kann nach Wunsch beinahe bis an den Rand mit Wasser gef\u00fcllt werden mittelst zweier sich \u00fcber derselben in der Wand befindlicher H\u00e4hne, deren einer einen starken Wasserstrahl giebt, der andre, durch ein Sieb, eine Menge kleiner Strahlen. Ueber dem Tische sind an der Wand zwei Konsolen zur Aufnahme verschiedener beim Photographiren n\u00f6tiger Gegenst\u00e4nde und. \u00fcbereinander, zwei Laternen angebracht. Die untere, rote, besteht aus zwei konzentrischen Glashalbkugeln, die von einander um 2 (4m. abstehen und mit ihren konvexen Seiten dem Tische zugekehrt sind. In dem Raume zwischen den Halbkugeln befindet sich eine L\u00f6sung von Erythrosin in Glycerin und Wasser von solcher Konzentration, dass eine 2 Ctm. starke Schicht bei dem Versuche mittels des Spektroskops nur die roten\n') Internationale photographische Monatsschrift f\u00fcr Medizin, 1897, Bd. I\\, p. 17.","page":52},{"file":"p0053.txt","language":"de","ocr_de":"PIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT.\n53\nStrahlen durchlasse. Die andere, h\u00f6her gelegene, w\u00fcrfelf\u00f6rmige Laterne hat W\u00e4nde aus gelbem Papier. Ausschalter, die man immer bei der Hand hat, erm\u00f6glichen, sich nach Wunsch ohne Schwierigkeit der einen oder der anderen Laterne zu bedienen. An derselben Wand sind auch H\u00e4hne zur Beleuchtung oder zum Erw\u00e4rmen mittels Gl\u00fchgas angebracht.\n2.\tDas helle Zimmer (Fig. 1, II) ist ebenfalls mit Konsolen, einem Tische und ausserdem mit einem Schranke zum Aufbewahren der lichtempfindlichen Platten und des Papiers versehen. Gas, Elektrizit\u00e4t und Wasser sind auch hier vorhanden.\n3.\tDie Monsterhammer oder eigentliche photographische Kammer (Fig. 1. Ill) steht mit den \u00fcbrigen Abteilungen durch gut schliessende T\u00fcren in Verbindung, sodass man aus einem Raume in den andern dringen kann, ohne f\u00fcrchten zu m\u00fcssen, dass lichtempfindliche Platten oder Papier zu Schaden kommen, wenn man sie unbedeckt aus einer Abteilung in die andre tr\u00e4gt. Die freie Ecke der Monsterkammer ist abgestumpft und besitzt eine 50 Ctm. lange und 40 Ctm. breite Oeffnung, die sich 1 Meter hoch \u00fcber dem Boden befindet. Diese Oeffnung kann durch ein in senkrecht angebrachten Falzen leicht verschiebbares Brett geschlossen werden. In der Mitte des Brettes befindet sich eine runde, 20 Ctm. breite Oeffnung, in welche ein Ring mit Stellschrauben und ein Tubus zur Aufnahme, von der Aussenseite der Kammer, photographischer Objektive, eines Mikroskops u. dergl. eingef\u00fcgt sind, welch letztere das Bild von in dem optischen Zimmer befindlichen Gegenst\u00e4nden auf die lichtempfindliche Platte oder Papier P in der Monsterkammer projiziren (Fig. 1).\nUm grosse Bilder zu erhalten, ersetzt man obiges Brett durch einen Balg L, wohin jetzt das Objektiv u. s. w. kommt. Mit dem einen Ende ist der Balg in der Wand der Monsterkammer befestigt, mittels des andern steht er mit einem Rahmen, der in den Falzen des im optischen Zimmer befindlichen Tisches verschiebbar ist, in Verbindung. Die Lichtquelle S, ein Volta'scher Bogen oder irgend eine andere, wird entweder auf demselben Tische oder auf einem besonderen Stativ angebracht. Das Bild des Gegenstandes wird entweder auf eine Negativplatte oder auf Negativpapier projizirt, welches an einen Rahmen mit vielen Einlagen von gew\u00f6hnlicher Gr\u00f6sse, zwischen 9 >< 1-und 40 X 50 Ctm., befestigt wird... Der Rahmen ist nach dem Typus von Kasseten mit Einlagen, doch ohne Schieber gefertigt; eine solche Einrichtung schliesst alle anderen Kasseten aus. Die au den Rahmen befestigte matte Platte wird in dem Brennpunkte eingestellt, wobei das Bild sowohl von der Vorder- als auch von der R\u00fcckseite betrachtet werden kann. Ohne die Kammer zu verlassen, ersetzt man nun die matte Platte durch eine empfindliche. Es versteht sich, dass bei dem Wechseln der Platten die Kammer nur von der rothen Laterne Licht erh\u00e4lt, nachdem das Objektiv von der Kammer aus mittels eines Deckels verdeckt worden ist. Nach der Exposition wird die Ne-gativplatte zu weiterer Bearbeitung in das Dunkelzimmer I gebracht.\nAusser dem eben beschriebenen Rahmen mit vielen Einlagen ist in der Camera obscura noch ein bewegliches Brett von 80 X 80 Ctm. Gr\u00f6sse vorhanden, welches zum Vergr\u00f6ssern der Bilder dient.","page":53},{"file":"p0054.txt","language":"de","ocr_de":"54\nDIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT\nDie Vorz\u00fcge unserer Kammer bestellen darin, dass der Beobachter sich w\u00e4hrend des Photographions in der Kammer selbst befindet, Zugang zu der Platte hat, den Vorgang nicht nur beobachten, sondern demselben auch die\ngew\u00fcnschte\nRichtung\ngeben\nkann. Ausserdem\nerm\u00f6glicht\nrig.\nmel ohne Uhrwerk, welche es von 2 Meter und dar\u00fcber zu haben, wobei dasselbe beide\nunsre Monsterkammer auch eine ziemlich einfache und wenig kostspielige photographische Begistrirung oder Chronophotographie. Zu diesem Beh\u00fcte wird das Bild auf eine gew\u00f6hnliche Registrirtrommel pro-jizirt, die entweder eine lotrechte oder eine wagerechte Lage hat und mit lichtempfindlichem H\u00e4utchen (Film) oder solchem Papier \u00fcberzogen ist. Zu l\u00e4ngerem Chronophotographiren bedienen wir uns einer Hilfstrom-m\u00f6glich macht ein empfindliches Band (fig. 2)\nTrommeln uml\u00e4uft,\nwie wir es schon im Jahre 1893 hinsichlich des Registrirens auf einem berus-\nsten Bande beschrieben haben, und wie es auf Fig. 2 deutlich zu sehen ist *).\nDie unglaubliche Einfachheit der Verfahrungsart, die durch unsre Monsterkammer erm\u00f6glicht wird, macht alle kostspieligen Apparate, welche gew\u00f6hnlich bei einer solchen Chronophotographie erforderlich sind, ganz \u00fcberfl\u00fcssig.\n11. Pendel - Photochronograph.\nDer Pendel-Photochronograph besteht eigentlich aus zwei Teilen: einem Pendel und einer Camera obscura.\n1. Der Pendel bildet einen wesentlichen Teil des Apparats und unterscheidet sich von anderen, seit Helmholtz zu \u00e4hnlichen Zwecken h\u00e4utig in Anwendung kommenden Pendeln, haupts\u00e4chlich durch seine Dimensionen und (Fig. 3), ungef\u00e4hr 15 Ctm. lang, stellt eine kleine Stange vor, an welche eine\nFig. 3.\ndurch seine Linse. Der Pendel ah oberhalb seines Schwingungpunktes\nPlatte ac\ngesteckt\nist, die mit Klemmen zum Befestigen lichtempfiindlicher\n*) Morocliowetz, L. Appareils et instruments \u00e0 l'usage des physiologistes. Partie 1. Moscou, 1893 p. 22.","page":54},{"file":"p0055.txt","language":"de","ocr_de":"PIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT.\n55\noder berusster Platten verseilen ist. Da die Klemmen verschiebbar sind, so k\u00f6nnen die Platten l\u00e4ngs des Pendels ac in beliebiger H\u00f6he befestigt werden. Mittels eines Stahlprisma a ruht der Pendel aut dem horizontalen St\u00fccke eine metallenen Fussgestells in einer weiten prismatischen Rinne. Eine bleierne bohnenf\u00f6rmige 3700 Grm schwere Linse ist l\u00e4ngs des untein Teils des I endels gleichfalls verschiebbar und kann mittels einer Schraubenmutter^ an einci be liebigen Stelle festgesetzt werden. Das untere Ende prismatische Schneide b aus, mittels welcher der eines sich um eine Achse dre-\nFig. 4.\nmittels, der Handhabe nach rechts wen in' das Ende desselben und h\u00e4lt mit\nffe-\ndes Pendels l\u00e4uft in einer Pendel von den Z\u00e4hnen\nhenden wagerechten Hebels in seinen \u00e4ussersten Lagen d und e festgehalten wird. Diese Achse wird ihrerseits von der Hand des Experimentators mit Hilfe einer Handhabe e hin und her gedreht (Fig. 4). Wenn wir annehmen, dass der wagerechte Hebel schoben wird, so hebt sich hier\u2019 ein dem Zahne b den Pendel in der gegebenen Lage fest. Dreht man vorsichtig die Handhabe in der Richtung der Zeiger einer Uhr, so senkt sich das Ende des Hebels ein wenig, und der in Bewegung gesetzte Pendel schwingt\nnach links und dr\u00fcckt den Zahn\tFig.\na hinunter, welcher durch eine sich an dessen unteres Ende anstemmende Feder h in seine fr\u00fchere Lage versetzt wird und den Pendel in dieser Lage festh\u00e4lt, worauf der Hebel mittels der Handhabe e in die entgegengesetzte Lage gebracht wird (Fig. 5). Von hier aus wiederholt sich, was soeben beschrieben wurde. Somit kann der Pendel hin- und herschwingen, wie man es w\u00fcnscht, und jedesmal auf der entgegengesetzten Seite festgehalten werden, sodass er jedesmal nur eine Schwingung ausf\u00fchrt.\nBei einem solchen Verh\u00e4ltnisse der Teile des Pendels zu einander, wird die Kurve, die\no.\nFig. 6.\nman auf der am oberen Teile desselben befestigten berussten Platte mittels einer Schreibspitze, einer Stimmgabel oder eines Deprez\u2019schen Chronographen erh\u00e4lt, eine Mitte aufweisen, die aus 12\u201415 beinahe gleichen Perioden besteht (Fig. 6).","page":55},{"file":"p0056.txt","language":"de","ocr_de":"56\nDIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISGHEX INSTITUT.\nDa die Klemme, welche die Platte an der vertikalen Stange des Pendels festh\u00e4lt, der L\u00e4nge nach verstellbar ist und in jeder Lage fest geschraubt werden kann, so ist es m\u00f6glich auf einer und derselben Platte mehrere Kurven zu erhalten.\nBehufs automatischer Schliessung des Stromes bei physiologischer oder photographischer Registrirung ist das untere Ende des Pendels mit einem Draht versehen, welcher in eine mit Quecksilber gef\u00fcllte Rinne taucht; da diejgegenseitige\nLage beider nach Wunsch ver\u00e4ndert werden kann, so hat man die M\u00f6glichkeit sowohl den Anfang uud das Ende der Reizung als auch die Dauer der Schliessung zu ver\u00e4ndern. In dieser Form kann der Apparat gebraucht werden um Muskelkurven, Reaktionszeit u. s. w. zu verzeichnen.\n2. Die Camera obscura bildet ein Geh\u00e4use, welches den obenbeschriebenen Pendel umschliesst. Dasselbe ist aus Zink, mit schwarzer Farbe gestrichen und an einer Seitenwand A (Fig. 7) mit Scharnieren versehen, welche sich am Boden des Apparats befinden, infolge dessen man zum Inneren des Geh\u00e4uses Zugang hat, um das Einf\u00fchren oder Herausnehmen des Pendels zu bewerkstelligen. Gleicherweise kann auch der obere Teil der Vorderwand, die eine quadratische 10 Ctm. weite Oeffnung besitzt, nach vorn zur\u00fcc\nFi\". 7.\ngelegt werden. In diese Oeffnun befindlichen 10 Ctm. langen und 1 hinteren, unbeweglichen Wand ist\nwird eine Platte mit einer in der Mitte Ctm. breiten Spalte hineingesetzt. In der ebenfalls eine quadratische ( leffnung, der obenerw\u00e4hnten gegen\u00fcber, vorhanden.\nVermittelst einer am Boden des Apparats befindlichen Stellschraube ist das Geh\u00e4use so zu stellen, dass der Pendel ohne zu versagen an der einen wie auch an der andern Seite des Hebels festgehalten werden k\u00f6nne, wobei die Handhabe desselben, je nach Bedarf, entweder durch die vordere oder ' durch die hintere Wand des Apparates hervorragt.\n3. Die Aufnahme der Bilder auf der photographischen Platte, die an dem oberen Ende des in dem Geh\u00e4use befindlichen Pendels befestigt ist. geschieht entweder mit Hilfe von Objektiven oder von punktf\u00f6rmige Oeffnungen.\nA. Die Aufnahme von Bildern mit Hilfe von Objektiven unterscheidet sich in nichts von der gew\u00f6hnlichen A erfahrungsweise.\na. ln einem Falle wird die Kammer mit einem Balge, z. B. von einer Zeiss\u2019schen Projektionslaterne mit den entsprechenden Einrichtungen, versehen. Indem man die Scharniere m und n benutzt, (big. 8) gelingt es unschwer die an dem Pendel befestigte Platte in dem Brennpunkte des Systems einzustellen.","page":56},{"file":"p0057.txt","language":"de","ocr_de":"DIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT.\n57\nBei der mittleren, ruhenden, Stellung des Pendels kann der Apparat zum gew\u00f6hnlichen Photographiren ruhender Gegenst\u00e4nde dienen; um aber getrennte Bilder in Bewegung befindlicher Gegenst\u00e4nde zu erhalten, bringt man vor dem Objektiv eine mit Oeffnungen versehene Scheibe an, die durch einen Elektromotor in rotirende Bewegung gesetzt wird.\nb. ln einem andern Fall, wenn eine Lichtquelle photographirt werden soll, deren Intensit\u00e4t mehr oder weniger wechselt, gen\u00fcgt eine einfache, zwischen die Lichtquelle und den Apparat gebrachte Linse, um auf der photographischen Platte ein kleines aber scharfes Bild der Lichtquelle zu erhalten. Es verstecht sich von selbst, dass in diesem Falle der Balg durch die Platte mit der engen vertikalen Spalte, welche man in die quadratische Oeffnung des Geh\u00e4uses einsetzt, ersetzt wird; dabei wird der Apparat in das Dunkelzimmer gebracht und die Lichtquelle w\u00e4hrend der Einstellung der Platte in den Apparat durch eine rote Glaslaterne verdeckt. Da das erhaltene Bild klein ist, so k\u00f6nnen auf einer und derselben Platte mehrere Kurven erhalten werden, wobei man die au der Pendelstange befestigte Platte l\u00e4ngs derselben verr\u00fccken muss, indem man zugleich auch das Wirkungsfeld durch eine entsprechende Weite der Spalte begrenzt.\nAuf diese Weise haben wir Photogramme von Flammen erhalten, die durch elektrische Entladungen hin und her bewegt wurden, und Dr. A. Samojloh solche von Flammen, auf welche Tonwellen ein wirkten.\nB. Aufnahme von Chronophotographien mit Hilfe von punktf\u00f6rmigen (Jeff-uungen. Die vordere quadratische Oeffnung wird durch die Metallplatte verdekt, die mit der engen lotrechten Spalte versehen ist, vor welcher man aut einem besonderen Stativ eine Platte aus Pappe oder Metall befestigt, die entweder eine punktf\u00f6rmige Oeffnung oder eine enge horizontale Spalte besitzt. Es k\u00f6nnen hier zwei F\u00e4lle Vorkommen.\na. Um die Zeitdauer irgend eines Lichtph\u00e4nomens zu bestimmen, bedienten wir uns eines kleinen leichten Schirms mit einer punktf\u00f6rmigen Oeffnung oder einer eugen horizontalen Spalte, wobei dieser Schirm an der einen Zinke einer Stimmgabel (100\u2014500 Schwingungen in 1 Sekunde) oder an dem Hebel eines Deprez'sehen Chronographen befestigt war.\nBegreiflich kann in diesem Falle der Schirm mit der punktf\u00f6rmigen Oeffnung oder mit der Spalte leicht durch eine gew\u00f6hnliche Schreibspitze des Deprez'schen Chronographen oder durch ein d\u00fcnnes an einer Zinke der Stimmgabel befestigtes St\u00e4bchen ersetzt werden, doch mit dem Unterschiede, dass wir in einem Falle auf weissem Grunde schwarze Kurven, im andern auf schwarzem Grunde weisse, doch nicht so scharf gezeichnete Kurven wie in jenem, haben werden.\nIn einigen F\u00e4llen erscheint uns sehr zweckm\u00e4ssig eine Verfahrungsweise, die bei uns im Institut zum ersten Mal von Dr. A. Samojloff angewandt wurde: die von zwei an den Enden beider Zinken einer Stimmgabel befestigten Platten gebildete Spalte wird unter der Einwirkung der Schwingungen jener, bald gr\u00f6sser, bald kleiner, bis zu v\u00f6lligem Verschwinden.\nh. Um die Perioden intermittirender Lichterscheinungen, folglich auch deren Zeitdauer zu registriren, stellt man gegen\u00fcber der gew\u00f6hnlichen Spalte des","page":57},{"file":"p0058.txt","language":"de","ocr_de":"58\nT>IE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT\nApparats einen Schirm mit einer punktf\u00f6rmigen Oeffnung oder ersetzt die gew\u00f6hnliche vertikale Spalte durch eine enge vertikale Spalte und die punktf\u00f6rmige Oeffnung durch eine enge horizontale Spalte.\nln beiden F\u00e4llen wird auf der sich bewegenden photographischen Platte ein scharf gezeichneter Strich erhalten, der, in Abh\u00e4ngigkeit von den Perioden\ndes Wechsels der Intensit\u00e4t der Lichtquelle, verschiedene F\u00e4rbung aufweist.\n4. Sensit omet rie. Um die Lichtempfindlichkeit der Platten und des Papiers zu pr\u00fcfen. wird der obere Teil des Pendels durch einen besonderen Verschluss ersetzt und die hintere Wand der Kammer mit einer besonderen Kassette versehen.\n1. Der Verschluss (Fig. 9) besteht aus einem schwarzen Sektor aus Aluminium, in dessen Mitte sich eine eigent\u00fcmliche Oeffnung befindet, welche nach den Umrissen folgender Zeichnung ausgeschnitten wird. Von dem Schwingungspunkte des Pendels aus wird mit einem 25 Ctrn. langen Radius auf dem Schirme ein Logen umschrieben, auf den man mit Hilfe eines biegsamen Lineals 10 Teilungsstriche, 0.5 Ctrn. lang, nach rechts und links auftr\u00e4gt, wobei alle 20 Striche durch gerade Linien mit dem Zentrum a verbunden werden (Fig. 10). Darauf umschreibt man aus demselben Zentrum nach einander 10\nkonzentrische Bogen, die um 1 Ctm. von einander entfernt sind, also jedesmal mit einem um 1 Ctm. k\u00fcrzeren Radius. Schliesslich wird der Raum zwischen dem ersten und zweiten Logen durch Striche in 20 Teile geteilt, zwischen dem zweiten und dritten\u2014in 18, zwischen dem dritten und vierten\u2014in 16 u. s. w. bis zu dem letzten Bogen, und wird dann nach den Umrissen eine Oeffnung ausgeschnitten, wie sie in Fig. 10 dargestellt ist. In dieser Gestalt wird der Verschluss mittelst einer B\u00fcchse an das obere Ende des Pendels gesteckt (Fig. 9, a). Durch vielf\u00e4ltige Versuche ist die Gr\u00f6sse des Pendels sowohl als auch der \u00fcbrigen Teile derartig festgesetzt, dass die abgestrichenen 10 Ctm. des oberen Bogens genau 0,1\" zu ihrem Durchgang brauchen; denn wie aus","page":58},{"file":"p0059.txt","language":"de","ocr_de":"DIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT\n59\nFig. 9 ersichtlich ist, entspricht einem jeden Centimeter des Bogens 0,01\", da 10 mittlere Wellen sich von einander so wenig unterscheiden, dass der Unterschied nicht nur nicht mit dem Auge, sondern auch mit Hilfe des Zirkels nicht zu entdecken ist, wovon man sich leicht \u00fcberzeugen kann, wenn man auf Fig. 9, wie auch auf Fig. 6 (S. 55) die mittels des Deprez\u2018sehen Zeitvermer-kers auf der berussten Oberfl\u00e4che des Verschlusses verzeichneten mittleren Wellen ausmisst.\nNachdem man in die Vorder- und in die Hinterwand des Geh\u00e4uses die Spalten von 1 Ctm. Breite und 10 Ctm. L\u00e4nge einander gegen\u00fcbergestellt hat, in einer H\u00f6he mit dem oberen und unteren Rande der Verschluss\u00f6ffnung, lassen wir bei dem Hin- und Herschwingen des Pendels das Licht durch die Spalten dem oberen Strich entsprechend 0,1\" lang, dem zweiten entsprechend \u20140,09\", dem dritten\u20140,08\" u. s. w. und dem letzten\u2014nur 0,01\" lang gehen.\n2. Die h\u00f6lzerne Kassette, welche die photographische Platte enth\u00e4lt, besteht erstens aus einem Grundbrett, das sich fest an die Hinterwand des Apparats f\u00fcgt und dieselben Dimensionen wie der obere Teil des letzteren besitzt. Dieses Grundbrett der Kassette hat auch eine vertikale 1 Ctm. breite und 10 Ctm. lange Spalte, die den oben beschriebenen Spalten in der Vorder- und Hinterwand gegen\u00fcbergestellt wird, auch ist an der Spalte der Kassette ein Schieber angebracht, der ihr als Verschluss dient. Die freie Aussenseite der Grundbretts ist mit Falzen versehen, in welche sich die Kassette hineinschieben l\u00e4sst, die eine Platte von 13 X 18 Ctm. enth\u00e4lt, wobei die l\u00e4ngere Seite der Kassette die horizontale Lage einnimmt. Die nach dem Grundbrette zu offene Kassette kann l\u00e4ngs des Grundbretts hin- und hergeschoben werden, sodass alle Teile der negativen Platte vor die Spalte des Grundbretts zu stehen kommen. Damit das Licht auf die Platte in einer gewissen Reihenfolge wirke, ist der Rand des Grundbretts durch Striche in centimetergrosse Teile geteilt, w\u00e4hrend die Kassette ein Merkzeichen tr\u00e4gt, infolge dessen man die M\u00f6glichkeit hat die Kassette regelm\u00e4ssig vorw\u00e4rts zu schieben und auf jeder Platte 10 nacheinander folgende Bilder in Abst\u00e4nden von je 0.5 Ctm. zu erhalten, wobei deren L\u00e4nge der ganzen Breite der Platte gleichkommt.\nUm die Platten zu pr\u00fcfen, bringt man die Kassette sammt dem Grundbrette in das Dunkelzimmer, l\u00e4dt dieselbe und setzt sie dann wieder in den Apparat ein, doch so, dass die erste Teilung des Grundbretts mit dem Merkzeichen an der Kassette Zusammenfalle. Darauf wird der Pendel in eine seiner \u00e4ussersten Lagen gebracht, wobei der Rand des Pendelverschlusses zwischen die Spalten zu stehen kommen und dem Lichte den Zugang zu der hinteren Spalte verwehren wird. Nachdem man den Schieber von der Grundbrettspalte der Kassette entfernt hat, l\u00e4sst man den Pendel frei, der beim Schwingen, durch seine Oeffnung und die lotrechten Spalten des Apparats dem Lichte zu der photographischen Platte auf einen Fl\u00e4chenraum von 1 Ctm. Breite und 10 Ctm. L\u00e4nge Zutritt gestattet. Nach dem Entwickeln wird man auf der Platte einen 10 Ctm. langen Streifen mit 10 dunklen Querstreifen haben, die sich durch immer zunehmende Helligkeit, je noch der mehr oder minder starken Einwirkung des Lichts, scharf von einander unterscheiden. Die Kassette auf die n\u00e4chste Teilung r\u00fcckend, erhalten wir bei dem zweiten Durch-","page":59},{"file":"p0060.txt","language":"de","ocr_de":"60\nDIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT.\n.gang des Pendels einen zweiten Streifen u. s. f. Wie erw\u00e4hnt, k\u00f6nnen auf einer Platte im Ganzen 10 gleiche Sireifen erhalten werden. Anders verh\u00e4lt sich die Sache, wenn wir den Pendel vor der Platte so viele Mal schwingen lassen, als die Teilung, auf der das Merkzeichen der Kassette steht, Einheiten enth\u00e4lt, also: an der ersten Teilung 1 Mal, an der zweiten 2 Mal u. s. w. Die Wirkung des Lichts auf unsere Platte wird dann durch das Pythogo-rische T\u00e4felchen dargestellt, in welcher die obere horizontale Reihe die Anzahl der Pendelschwingungen vor der Platte und die vertikalen die Hundertstel der Sekunde anzeigeu, entsprechend den 10 Streifen auf der Platte mit den 10 verschiedenen Schattirungen auf einem jeden derselben.\n1\t2\t3\t4\t5\t6\t7\t8\t9\t10 Mal\n10\t20\t30\t40\t50\t00\t70\t80\t90\t100\"\n9\t18\t27\t30\t45\t54\t03\t72\t81\t90\u2014\n8\t10\t24\t32\t40\t48\t50\t04\t72\t80\u2014\n7\t14\t21\t28\t35\t42\t49\t56\t63\t70\u2014\n6\t12\t18\t24\t30\t30\t42\t48\t54\t60\u2014\n5\t10\t15\t20\t25\t30\t35\t40\t45\t50\u2014\n4\t8\t12\t10\t20\t24\t28\t32\t30\t40 \u2014\n3\t6\t9\t12\t15\t18\t21\t24\t27\t30\u2014\no\t4\t0\t8\t10\t12\t14\t10\t18\t20\u2014\n1\t2\t3\t4\t5\t0\t7\t8\t9\t10\u2014\nAuf di ese Weise erhalten wir in einem Zeitraum von kaum einer Stunde, indem wir den Pendel im Ganzen 55 Mal hin- und herschwingen lassen, 100 Lichtproben, die in strenger Reihenfolge angeordnet sind und genau die Zeit von 0,01\" bis 0,1\" angeben, oder, nach Wunsch, auch mehr. Ausser der Lichtemptmdlichkeit der Platten ist uns hierin auch noch ein Mittel gegeben die Beschaffenheit des Kerns der Emulsion bei verschiedener Dauer der Einwirkung des Lichts zu beurteilen (Taf. I) u. s. w.\nWenn wir uns schliesslich als Lichtquelle der Normalkerze bedienen, welche 1 Meter weit von der Emulsionschicht der negativen Platte aufgestellt ist, so werden alle Data in metrischen Zahlenverh\u00e4ltnissen und die Lichtempfindlichkeit der Platten, anstatt aller von Warnerke eingef\u00fchrten Nummern, einfach in Hundertsteln der Sekunde ausgedr\u00fcckt sein, sodass man z. B. wird sagen k\u00f6nnen: <die Lichtempfindlichkeit der gegebenen Platte ist gleich 0.04\" Meter-Kerze\u00bb oder einfach \u00ab4> wobei man. wenn n\u00f6tig, hinzuf\u00fcgen kann, dass die Entwicklung bei 15\u00b0 mittels Hydrochinon bis zum Erscheinen eines kaum bemerkbaren Schleiers geschehen ist.\nUnsre Versuche haben gezeigt, dass die Einwirkung der Normalkerze w\u00e4hrend 0,02\"\u20140,03\" gen\u00fcgt, um die ersten Spuren von der Wirkung derselben auf die lichtempfindlichste Platte zu erhalten, und dass es nur einer Schwingung des Pendels bedarf, damit ein Streifen entstehe, der die Licht-empfindiiehkeit der Platte in vollem Maasse zeigt. Sollte es in der Folge noch empfindlichere Platten als die jetzt vorkommenden geben, so wird es, um niedrigere Zahlen zu erhalten, gen\u00fcgen das Licht 2 Meter weit zu entfernen, um die Wirkung des Lichts um 4 Mal zu verringern u. s. w.","page":60},{"file":"p0060s0001table1.txt","language":"de","ocr_de":"Tafel X\nL. Moro],hu u ct\nSensitometrie\neiner 1 1 1 o r d Special-rapid- Platte in Secunden-Meter-Kerzen.\n(KW Die Indien Theile sind weniger gut gelungen).\n\u00bbtuniii K. A. \u00abS'nmepT., MutKisa.\nSec: 0.10\t0,09\t0,0S\t0,07\t0,06\t0,05\t0,04\t0,03\t0 02\t0,01","page":0},{"file":"p0060s0002.txt","language":"de","ocr_de":"\n\n\n\n\n","page":0},{"file":"p0061.txt","language":"de","ocr_de":"PIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT.\nei\nDie nach unserer sensitometrischen Methode gepr\u00fcften Platten reihen sich wie folgt:\n1. Ilford-Special rapid\t\t0,02\"\tMeter-\tKerze\toder\t2\n2. Monkhowen-Extra rapid.\t0,03\"\t>\t>\t\u00bb\t3\n3. Lumi\u00e8re\t\t0,03\"\t>\t\u00bb\t\u00bb\t3\n4. Ilford-Empress \t\t0,04\"\t\u00bb\t\u00bb\t>\t4\n5. Warnerke <28* \t\t0,05\"\t>\t>\t\u00bb\t5\n6. Frelandt \u00ab Ben Boccia\u00bb..\t0.05\"\t>\t\u00bb\t2>\t5\n7. Ilford ordinary\t\t0,08\"\t>\t>\t>\t8\nS. Zankowsky \u00abIIodFia\u00bb. . .\t0,08\"\t\u00bb\t>\t\u00bb\t8\n9. Isolar orthochromatique .\t0,09\"\t>\t>\t\u00bb\t9\n10. K\u00f6hler \u00ab U.ieKTpa \u00bb\t\t0.10\"\t>\t>\t>\t10\nDie empfindlichsten Platten sind danach Ilford special rapid.\nUm die Empfindlichkeit des lichtempfindlichen Papiers zu pr\u00fcfen befestigt man dasselbe an die hintere Wand der Kassette.\nIm Allgemeinen unterliegt keinem Zweifel, dass unser Apparat mehr als jeder andre Sensitometer, Schemer's Sensitometer nicht ausgenommen, das Recht hat die erste Stelle einzunehmen.\n6. Um den Zeitverlauf der einzelnen Abschnitte der mit Hilfe unseres Pendels erhaltenen Kurve zu bestimmen, kann man auf dreierlei W eise verfahren.\na.\tDie an der Stimmgabel befestigte und zugleich mit dieser vor der Spalte des Apparats vibrirende punktf\u00f6rmige Oeffnung registrirt nicht nur die Erscheinung, sie giebt zugleich eine Kurve in Bruchteilen der Sekunde in Uebereinstimmung mit den Schwingungen der Stimmgabel.\nb.\tMan kann der Stimmgabel aber auch entbehren. Auf weisser Pappe, Celluloid oder auch auf eine durchsichtige Gelatinplatte zeichnet man eine Schablone genau nach der Gr\u00f6sse des Pendels, indem man von dessen Schwingungspunkte ausgeht und mit dem Rande des Verschlusses abschliesst, wie bei der Ausf\u00fchrung der Zeichnung des Sektors in allen ihren Einzelheiten (Fig. 10). Nachdem wir die Entfernung zwischen dem Schwingungspunkte des Pendels und dem unteren Rande der registrirten Kurve abgemessen, legen wir die Negativplatte auf die entsprechende Stelle der Schablone und bestimmen, wie viele Teilungen der Schablone, deren jede /,0 Sekunde vorstellt, dem gegebenen Abschnitt der Kurve entsprechen.\nc.\tIm Falle dass die Negativplatte radiale Streifen aufweisen sollte, werden letztere unmittelbar auf die Schablone derartig aufgelegt dass die Streifen der Schablone und diejenigen der Platte kongruiren u. s. w. Mit einem Worte, in diesem Falle wird der gew\u00fcnschte Zeitverlauf durch einfache Kongruenz angezeigt.","page":61}],"identifier":"lit36292","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"51-61","startpages":"51","title":"Die Chronophotographie im physiologischen Institut der K. Universit\u00e4t in Moskau","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:47:55.426611+00:00"}

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