The Virtual Laboratory - Resources on Experimental Life Sciences
  • Upload
Log in Sign up

Open Access

Ueber die Verarbeitung von Rückständen der Phosphorwolframsäure

beta


JSON Export

{"created":"2022-01-31T14:51:31.929118+00:00","id":"lit36303","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Gulewitsch, Wl.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 119-120","fulltext":[{"file":"p0119.txt","language":"de","ocr_de":"lieber die Verarbeitung von R\u00fcckst\u00e4nden der Pliospiior-\nwolfrains\u00e4nre.\nVon Prof. Wl. G uI e witsc h.\nAns dem med.-chem. Laboratorium der K. Universit\u00e4t Charkow.\nZu den in physiologisch-chemischen Laboratorien gebr\u00e4uchlichen Reagenzien geh\u00f6rt bekanntlich die Phosphorwolframs\u00e4ure, deren Anwendung sich besonders in neuerer Zeit immer weiter verbreitet. Die Wolframpr\u00e4parate sind aber neulich im Preise bedeutend gestiegen und der wachsende Verbrauch derselben in der Technik wird den Preis voraussichtlich noch steigern. Dieser Umstand macht sich besonders dadurch f\u00fchlbar, dass man zur vollst\u00e4ndigen Ausf\u00e4llung der Substanzen, die durch die Phosphorwolframs\u00e4ure niedergeschlagen werden, eine grosse Menge dieses Reactivs, dem hohen Mo-leculargewichte desselben entsprechend, verwenden und dazu noch einen gewissen Uebersehuss in die L\u00f6sung einf\u00fchren muss; bei der Arbeit mit einer gr\u00f6sseren Menge Ausgangsmaterial k\u00f6nnen leicht 2\u20143 Kg. dieses kostspieligen Reactivs verbraucht werden. Darum d\u00fcrfte es sich lohnen, die sich im Laboratorium anh\u00e4ufenden R\u00fcckst\u00e4nde der Phosphorwolframs\u00e4ure zu verarbeiten, um auf diese Weise im Stande zu sein f\u00fcr die Darstellung der S\u00e4ure etwas weniger Natriumwolframat zu kaufen. Dass solch eine Verarbeitung m\u00f6glich ist, soll diese Mittheilung zeigen.\nF\u00fcr zwei physiologisch-chemische Untersuchungen wurden 33/4 Kg. der krystallinischen, nach Winterstein Verfahren ') dargestellten Phosphorwolframs\u00e4ure verbraucht. Sowohl die durch die S\u00e4ure erzeugten Niederschl\u00e4ge, wie auch die Filtrate von denselben wurden durch das Zerreiben mit Barythydrat zersetzt, die entstandenen Niederschl\u00e4ge abgesogen, ausgewaschen und zur Wiedergewinnung der Phosphorwolframs\u00e4ure verwendet. Zu dem Zwecke wurden sie zusammen in einem grossen Porzellantopfe mit etwa 50\u00b00-iger Schwefels\u00e4ure zerrieben, wobei die S\u00e4ure nach und nach in solcher Menge zugesetzt wurde, dass die selbst \u00fcber Nacht stehen gelassene, filtrirte und mit Wasser verd\u00fcnnte Fl\u00fcssigkeit eine deutliche Reaction auf Schwefels\u00e4ure zeigte. Dann wurde der sehr volumin\u00f6se Niederschlag abgesogen und mit wenig Wasser einmal ausgewaschen, wobei die Kassel'sehe Absaugungsvorrichtung grosse Dienste leistete. Der Niederschlag wurde wiederholt mit Wasser zerrieben, stehen gelassen und abgesogen, so lange bei dem Aus\u00e4thern der Fl\u00fcssigkeit noch eine nennenswerthe Abscheidung der schweren, \u00f6lartigen Schicht stattfand. Die filtrirte dunkelviolette Fl\u00fcssigkeit wurde durch einen Chlorstrom entf\u00e4rbt, wobei es rathsam ist, das Gas durch die sich in einer zu versehliessenden Flasche befindende Fl\u00fcssigkeit durchzuleiten und kr\u00e4ftig zu sch\u00fctteln; dann vollzieht sich die Entf\u00e4rbung in wenigen Minuten. Die n\u00f6thigenfalls filtrirte Fl\u00fcssigkeit wird nun in einem grossen Scheidetrichter mit so viel Aether ver-\n*) Chemik. Zeit.. 1898. M 54.","page":119},{"file":"p0120.txt","language":"de","ocr_de":"120\nLEBER DIE VERARBEITUNG DER R\u00dcCKSTAND.\nsetzt, als in der Fl\u00fcssigkeit bei kr\u00e4ftigem Sch\u00fctteln noch gel\u00f6st wird. Es scheidet sich dabei eine schwere gelbe \u00f6lartige Schicht aus, die eine \u00e4therische L\u00f6sung der Phosphorwolframs\u00e4ure resp. eine Phosphonvolframs\u00e4ure-L\u00f6sung des Aethers vorstellt '). Diese Schicht l\u00e4sst man abfliessen und befreit dieselbe vollst\u00e4ndig vom Aether durch Abdestilliren und Verdampfen auf dem Wasserbade. Die dicke, wiederum dunkel gef\u00e4rbte Fl\u00fcssigkeit verd\u00fcnnt man mit wenig W asser und leitet in dieselbe ( hlorgas ein, wobei die Entf\u00e4rbung beim Sch\u00fctteln wiederum in wenigen Minuten erzielt wird -). Die auf dem Wasserbade etwas eingedampfte L\u00f6sung scheidet nach dem Erkalten den gr\u00f6sseren Theil der Phosphorwolframs\u00e4ure krystallinisch aus. Die gut ausgebildeten, gl\u00e4nzenden, durchsichtigen, nur eine schwache gr\u00fcnlich'gelbe F\u00e4rbung zeigenden Krystalle werden scharf abgesogen; die weiter eingedampfte Mutterlauge liefert wiederum Krystalle von Phosphorwolframs\u00e4ure und es bleibt schliesslich eine dunkel violette Mutterlauge, die den R\u00fcckst\u00e4nden der Phosphorwolframs\u00e4ure zugesetzt werden kann.\nAuf diese Weise konnte ich ausser der Mutterlauge etwa 13 , Kg. reiner krystallinischer Phosphorwolframs\u00e4ure wiedergewinnen, d. h. habe dadurch das Kaufen von 3 Kg. reinem Natrium wolfram at vermieden. Die Ausbeute an Phosphorwolframs\u00e4ure kann vermuthlich noch gr\u00f6sser sein, da bei meinen Untersuchungen ein nicht unbedeutender Theil der Phosphorwolframs\u00e4ure durch die Gegenwart einer grossen Menge von reducirenden Substanzen zersetzt wurde.\nV as die Schwierigkeiten der Gewinnung von Phosphorwolframs\u00e4ure aus den R\u00fcckst\u00e4nden betrifft, so besteht der Unterschied zwischen dieser Gewinnung und der Dastellung der S\u00e4ure aus dem Natriumwolframat nur darin, dass man, wenn man mit R\u00fcckst\u00e4nden zu tliun hat, dieselben absaugen, mit Schwefels\u00e4ure zersetzen, wiederum absaugen, die Fl\u00fcssigkeit durch Chlorgas entf\u00e4rben und direct aus\u00e4thern muss. Bei der Darstellung der PhosphorwoF frams\u00e4ure aus dem Natriumwolframat l\u00f6st man dieses Salz und das Natrium phosphat in kochendem Wasser, s\u00e4uert mit Schwels\u00e4ure an, verdampft die L\u00f6sung, l\u00e4sst das Glaubersalz auskrystalliren und \u00e4thert die Fl\u00fcssigkeit unter Zusatz von Schwefels\u00e4ure aus. Das Aus\u00e4thern ist dabei bedeutend schwieriger als ohne den Schwefels\u00e4urezusatz, d. h. als bei der Gewinnung der Phosphorwolframs\u00e4ure aus den R\u00fcckst\u00e4nden.\nMeine Ansicht ist demnach die, dass die Verarbeitung von R\u00fcckst\u00e4nden der Phosphorwolframs\u00e4ure sich bei den hohen Preisen der Wolframpr\u00e4parate jedenfalls lohnen wird,\n*) Da sich in dev L\u00f6sung freie, durch Schwefels\u00e4ure aus dem Barytsalz abgeschiedene Phosphonvolframs\u00e4ure befindet, ist der Zusatz von Schwefels\u00e4ure bei dem Aus\u00e4thern, wie es bei der Darstellung der Phosphonvolframs\u00e4ure aus dem Natriumwolframat noting ist, \u00fcberfl\u00fcssig. Durch die 70\u00b0/oige Schwefels\u00e4ure wird zwar die L\u00f6slichkeit der Phosphonvolframs\u00e4ure in Wasser vermindert und die Ausbeute an derselben etwas erh\u00f6ht, aber die unter dem Zusatz der Schwefels\u00e4ure aus-ge\u00e4therte Phosphonvolframs\u00e4ure ist hei weitem nicht so rein, wie die ohne den Zusatz von Schwefels\u00e4ure erhaltene. Wenn man daher auch jenen Theil der Phosphonvolframs\u00e4ure gewinnen will, w\u00e4re es besser dieselbe von dem Haupttheil getrennt zu krvstallisiren.\n5) F\u00fcr das erste und das zweite Entf\u00e4rben war die aus 100 Gr. Natriumchlorid und 100 Gr. Manganhyperoxyd dargestellte Chlormenge mehr als hinreichend.","page":120}],"identifier":"lit36303","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"119-120","startpages":"119","title":"Ueber die Verarbeitung von R\u00fcckst\u00e4nden der Phosphorwolframs\u00e4ure","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T14:51:31.929124+00:00"}

VL Library

Journal Article
Permalink (old)
http://vlp.uni-regensburg.de/library/journals.html?id=lit36303
Licence (for files):
Creative Commons Attribution-NonCommercial
cc-by-nc

Export

  • BibTeX
  • Dublin Core
  • JSON

Language:

© Universitätsbibliothek Regensburg | Imprint | Privacy policy | Contact | Icons by Font Awesome and Icons8 | Powered by Invenio & Zenodo