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{"created":"2022-01-31T16:42:39.005722+00:00","id":"lit36308","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Kalabin, J.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 138-144","fulltext":[{"file":"p0138.txt","language":"de","ocr_de":"Leber die Contractionen des Kerns (inter Auw endiiug von LamUiin album und einigen anderen jiliannakologiselieu\nMitteln.\nVon Dr. med. J, Kalabin,\nPriv.-Docetiten f\u00fcr Gyn\u00e4kologie an der Kaiserlichen Universit\u00e4t zu Moskau.\nDer Zweck vorliegender Arbeit ist die Beschreibung experimenteller That-sachen \u00fcber die Wirkung von Lamium album auf den Blutdruck, die Blutgerinnung und die Contractionen der Geb\u00e4rmutter, sowie der Resultate der klinischen Anwendung von Tinct. lamii albi bei uterinen ri\u00e4morrhagien. Ich wende dieses Mittel seit 14 Jahren an und bin mit den erhaltenen Resultaten zufrieden.\nUm die physiologische Wirkung von Lamium album auf die Blutgerinnung, den Blutdruck und die Contractionen der Geb\u00e4rmutter aufzuhellen, unter nahm ich im Institute der Allgemeinen Pathologie an der Kais. Universit\u00e4t zu Moskau Experimente an Hunden mit der gen. Erlaubnis des Direktors desselben, des hochgeehrten Herrn Prof. A. Vogt, und unter der gef. Mitwirkung meines hochgeehrten Collegen, Dr. med. W. Lindemann, Assistenz\u00e4rzte an genanntem Institute und Privatdocenten f\u00fcr Allgemeine Pathologie an der Kaiserl. Universit\u00e4t zu Moskau. Die Blutgerinnung bestimmte ich nach der Methode des Herrn Dr. med. Talianzeff, Assistenzarztes am Institute der Allgemeinen Pathologie an der Moskauer Universit\u00e4t, wie dieselbe hicrselbst in AbV 21 \u2014 25, beschrieben ist.\nDie Contractionen der Geb\u00e4rmutter wurden mittels des von Herrn Dr. med. Lindemann erdachten Apparats untersucht, der von dem Erfinder aite-riner \u00fcnkograph\u00bb benannt worden ist. Hierbei zwei Zeichnungen des uterinen Onkographen, Fig. 1 und 2.\nEine der Zeichnungen (Fig. 1) stellt den Onkographen vor, w\u00e4hrend eider Geb\u00e4rmutter einer H\u00fcndin angelegt ist. Die eine H\u00e4lfte der Metallkapsel ist entfernt, sodass das feine Gummih\u00e4utchen, welches die Geb\u00e4rmutter umgiebt, sichtbar wird. Der Apparat ist in nat\u00fcrlicher Gr\u00f6sse abgebildet. In normaler Gr\u00f6sse ist auch die Schraube, mittels welcher die beiden H\u00e4lften der Metallkapsel zusammengehalten werden, abgebildet, w\u00e4hrend der Draht, (Fig. 2) welcher zur Befestigung des Gummih\u00e4utchens an der Geb\u00e4rmutter dient, in etwas verkleinertem Maassstabe wiedergegeben ist. Die zweite Zeichnung (Fig. 2) stellt in nat\u00fcrlicher Gr\u00f6sse die geschlossene Metallkapsel des <uterinen Onkographen\u00bb allein dar.\nDen Tieren wurden 25\u201450 Cc. einer Infusion von Lamium album 1:10 in venam femoralem injicirt und die Resultate der Einspritzung auf einem","page":138},{"file":"p0139.txt","language":"de","ocr_de":"UE B ER DIE COXTRACTIONEN DES UTERUS.\n139\nHering\u2019sclien Kymographen registrirt. Es wurde die Kurve des Blutdrucks, diejenige der Schwankungen des Volumens der Geb\u00e4rmutter erhalten und\nFig. 1.\nmittels einer Kurve die Dauer der Blutgerinnung vor der Injection von Tnfu-sum lamii albi sowie nach derselben vermerkt.\nFig. 2.\nDie Versuche wurden an 12 Tieren angestellt.\nWie aus den erhaltenen Kurven ersichlich ist, fiel der Druck in allen F\u00e4llen [10 Versuche, 10 Kurven des Blutdrucks vor und nach der Einsprit-","page":139},{"file":"p0140.txt","language":"de","ocr_de":"UEBER PIE C0XTR ACTI0NEX PFS UTERUS.\n140\nzun,2: von Infusum lamii albi (1 : 10) ] f\u00fcr einige Zeit, stieg darauf bis zur Norm und dann noch h\u00f6her; nur in einem Falle war die Steigerung des Flutdrucks weniger deutlich ausgesprochen.\nAuf Grund der Analyse der erhaltenen Kurven des Blutdrucks kann man schliessen, dass Infusum lamii albi im Moment, der Einspritzung bedeutendes Fallen (zuweilen bis 50\u00b0/\u201e) des Blutdrucks infolge direkter Wirkung auf das Herz (Schw\u00e4che desselben) bedingt. Bald jedoch erfolgt nicht nur R\u00fcckkehr des fr\u00fcheren Druckes, sondern auch Steigen desselben, bis 57,,\u2014 6\" 0 des anf\u00e4nglichen Druckes.\nL\u00e4hmung der vasomotorischen Nerven ruft die Anwendung von Lamium album, selbst in grossen Dosen, nicht hervor, wie ich mich davon \u00fcberzeugte, indem ich nach der Einspritzung (von 50 Ce.) dieses Mittels in vena femoralis den Nervus cruralis reizte, was nur den gew\u00f6hnlichen pressorischen Effekt hervorrief *).\nWie schon erw\u00e4hnt, wurde die Blutgerinnung nach der Methode des Dr. mod. A. Talianzeff, Privatdocenten an der Moskauer Universit\u00e4t, bestimmt. Die erhaltene Kurve (hierbei deren Abbildung) zeigt, dass nach der Injection von 50 Cc. Infusum lamii albi das Blut langsamer gerinnt. Wie aus den beigef\u00fcgten Kurven der Blutgerinnung vor und nach der Einspritzung in die. Vene von 50 Cc. Infusum lamii albi (1:10) ersichtlich ist, war vorder Injection genannter Infusion die Gerinnungsgeschwindigkeit des Blutes =140\", der Blutdruck = 50 Mm., nach der Einspritzung von Infusum lamii albi w ir die Gerinnungsgeschwindigkeit des Blutes nach 10 Minuten = 175\", der Blutdruck nach Verlauf von 10 Minuten = 52 Mm. A. Beide Beobachtungen wurden nat\u00fcrlich an einem und demselben Tiere angestellt. Mithin \u00fcbt dieses Mittel auf die Blutgerinnung keine Wirkung aus. Die Injection bedeutender Mengen davon bedingt sogar Verlangsamung der Gerinnung (infolge von Verd\u00fcnnung des Blutes) von 140\" bis auf 175\".\nDie Methode meines hochgeehrten Collegen. H. Dr. mod. A. Talianzeff kann ich aufs w\u00e4rmste empfehlen: sie ist einfach, nicht zeitraubend und. wie bekannt, pr\u00e4cis.\nDie Contractionen der Geb\u00e4rmutter wurden mittels des von Dr. med. Lindemann construirten Apparats (dessen Abbildung ich beif\u00fcge) ermittelt. Letzterer ist sehr einfach und besteht aus zwei durch Schrauben vereinbaren Metallst\u00fccken. Nach vollzogener Laparotomie wurde bezwecks der Anlegung des Apparats die Geb\u00e4rmutter herausgezogen und dann in die Bauchh\u00f6hle des Tieres wieder zur\u00fcckgebracht. Die Anlegung des Apparats geschieht folgender-maassen. Um die Geb\u00e4rmutter wird ein aus Gondom ausgeschnittenes St\u00fcck\n') Bei einer mit Chloralhydrat vergifteten Il\u00fcmlin lief die Injection von 50 Cc. Infusum lamii albi Steigerung des Blutdrucks hervor 7l Versuch). Es war 1,20 Uhlnralhydrat in die Vena cruralis eingespritzt worden, und nach dem hallen des Blutdrucks Infusum Lamii albi. haue 2 H\u00fcndin starb nach der Vergiftung mit 2,5 Chloral hydratum und nach der Einspritzung von 25 Cc. von Infusum lamii albi in die Vena cruralis.\n-) S. Zeichnungen .V 1 und .V 2. Big. .V 1 stellt die Kurve der Blutgerinnung vor der Injec-ion von Infusum lamii albi, .V 2 die Kurve der Blutgerinnung nach der Einspritzung dieser Infusion\ndar. Diese Zeichnungen sind ein wenig kleiner als - der Xormalgr\u00fcsse.","page":140},{"file":"p0141.txt","language":"de","ocr_de":"UE BE U ETE CONTE AC'TI\u00d6NEN T'ES UTEEUS.\n141\nGummih\u00e4utchen\nderartig: befestigt\nO\u2019plpO'f\nnug\nwelches wird.\ngew\u00f6hnliche Weise Yol umver\u00e4n de rung\ndurch einen besonders construirten Draht-f\u00fcr das Ligamentum latum eine Spalte \u00fcbrigbleibt und die Geb\u00e4rmutter von zwei Lagen Gummih\u00e4utchen umgeben ist, zwischen welche man nach dem Anlegen beider H\u00e4lften der Metallkapsel und der Einf\u00fchrung einer Glaskan\u00fcle Wasser giesst, welches das H\u00e4utchen ausdehnt und an die Geb\u00e4rmutter presst. Eine jede Volumver\u00e4nderung des betreffenden Organs wird durch den Stand des Wassers in dem mit der Kan\u00fcle verbundenen Trichter sichtbar.\nDie Yolumver\u00e4nderungen der Geb\u00e4rmutter werden auf graphisch registrirt. Wie aus den erhaltenen Kurven der der Geb\u00e4rmutter (es wurden im Ganzen 8 solcher Versuche in Hezug aut den Einfluss von Infusum lamii albi auf die Contractionen der Geb\u00e4rmutter an 8 H\u00fcndinnen ausgef\u00fchrt, an 3 multiparen und 5 nulliparen; bei ersteren ist die Geb\u00e4rmutter dicker, bei letzteren d\u00fcnner) ersichtlich ist, erfolgte in allen F\u00e4llen nach der Injection in die Vene von je 25 Cc. Infusum lamii albi (1 : 10) 7 Tieren, und von 50 Cc. einem Tiere Contraction der Geb\u00e4rmutter, welche l\u00e4ngere Zeit anhielt. Die Kurve der Geb\u00e4rmuttercontractionen wurde in allen F\u00e4llen zugleich mit der Blutdruckkurve erhalten.\nWie aus 4 der beigef\u00fcgten Abbildungen der Kurven der Geb\u00e4rmutter-eontractionen ersichtlich ist, war der Umfang der Geb\u00e4rmutter in 1 Falle vor der Injection 15\u201417 Mm., nach der Einspritzung von Infusum lamii albi (1 : 10) in venam femoralis=12 Mm. Der Blutdruck war in diesem Falle voider Injection = 45 Mm., nach derselben (nach .10') = 55 Mm.\nIn dem zweiten Falle war der Umfang der Geb\u00e4rmutter Spritzung 23 Mm., nach derselben =15 Mm.: der Injection 50 Mm., 90 Secunden darnach = 23 Mm.\nSpritzung war der Blutdruck=52 Mm. J).\nIn dem dritten Falle war der Umfang zung 20 Mm.: nach der Einspritzung von\nvor\nBlutdruck war 3 Minuten nach\nder Ein-vor der der Fin-\nder\n25\nGeb\u00e4rmutter vor der Einsprit-Cc. Infusum lamii albi (1:10) in vena femoralis nach 3 Minuten\u201414 Mm.; 9 Minuten nach der Einspritzung\u201417 Mm. und am Ende des Experimentes\u201411 */2 Mm. Der Blutdruck war in diesem Falle vor der Injection 77 Mm.: nach der Injection fiel er bis auf 28 Mm.; 3 Minuten nach der Einspritzung war er=38 Mm.; 9 Minuten nach der Einspritzung=70 Mm. und am Ende des Experimentes=80 Mm. S. Zeichnung W 0 aus diesem Experimente 4 Minuten 10 Secunden nach der Einspritzung (Normalgr\u00f6sse).\nSomit zieht sich die Geb\u00e4rmutter nach der Injection von Infusum lamii albi infolge spasmodischer Verengerung der Gef\u00e4sse\nlangsam\nund allm\u00e4lig zusammen.\n\u2019) \u00cf \u00bbie Zeichnungen .V 3 mul .V: 1 und A\u2019 G sind in nat\u00fcrlicher Grosse gegeben. Die obere Linie stellt die uterine Kurve, die darunter befindliche Linie die Abscisse vor; unter dieser ist die Kurve des Blutdrucks und noch weiter unten ist die Zeit in Secunden (jede Secunde) vermerkt. Die beiden ersten Zeichnungen sind aus einer und derselben Kurve ausgeschnitten und stellen die YolmnVer\u00e4nderungen des Uterus in verschiedenen Momenten des Experimentes sowie den Blutdruck dar. Zeichnung Ai 5 ist in y Gr\u00f6sse gegeben und stellt die Verminderung des Blutdrucks nach der Injection\nvon 25 Cc. Infusum lamii albi in die A\u2019ene und den Anfang der Zusammenziehung der Geb\u00e4rmutter vor. Zeichnung Ai G ist aus der 3 Kurve 4 Almuten 10 Secunden nach der Einspritzung ausgeschnitten.","page":141},{"file":"p0142.txt","language":"de","ocr_de":"142\nT\u2019\u00cbBER PIF, COXT\u00cfUCTIOXF.X DES TTFRUS.\nEinige Kurven der Geb\u00e4rinutterconlractionen. des Blutdrucks und der Blutgerinnung demonstrate ich am 30 November a. 8t. 1900 in der \u00abGesellschaft Russischer Chirurgen\u00bb zu Moskau.\nDr. W. Lindemann\u2019s Apparat stellt eine Modification des Roy Conheim\"-schen, zur Messung der Yolumver\u00e4nderungen der Niere dienenden, Onkogrn-phen vor, die er vor einigen Jahren in seiner Dissertation (AY. Lindemann. Ueber den Einfluss der Unterbindung der Harnleiter auf den Bau und die Functionen der Niere. 1896) beschrieb. Die bei obigen Versuchen dienende Modification dieses Apparates unterscheidet sich dadurch, dass infolge der besonderen Form des Organs die Ligaturen durch Metalldrahtringe und compri-mirende Zwischenlagen aus Gummi ersetzt sind. Diese einfache Yerfahrungs-weise die Yolumver\u00e4nderungen der Geb\u00e4rmutter zu untersuchen, kann ich aufs lebhafteste empfehlen. Alle Kurven d. Taf. 1 sind in Nonnalgr\u00f6sse, mit Ausnahme von VW 2, 3 und 5, gegeben.\nMit demselben Apparate und nacli derselben Methode habe ich auch mit Hydrastis canadensis, Chamomellis virginica, Viburnum prunifolium, Urtica urens und Urtica dioica Versuche angestellt (s. die Kurven VW 12. 4, 7, 1. 11, 9 und die normale Kurve der uterinen Contractionen ohne irgend ein Mittel. Zeichnung V:- 12, Zeit\u201445 Secunden).\nHydrastis canadensis. Blutdruck vorder Injection 58 Mm., Uterus 15 Mm. 3 Minuten nach der Injection in Vena cruralis Infusum lamii albi (1 : 10) Blutdruck 43 Mm., Uterus 13 Mm. 8 Minuten nach der Injection\u2014Uterus 6 Mm., Blutdruck 50 Mm. Zeichnung .V 7 ist aus dieser Kurve ausgeschnitten 80 Secunden nach der Einspritzung. Chamomellis virginica. Uterus vor der Einspritzung 24 Mm., Blutdruck 70 Mm. 3 Minuten nach der Einspritzung in Vena cruralis von Infusum Chamomellis virginica (1 : 10)\u2014Uterus 20 Mm., am Ende des Experimentes\u2014Uterus 22 Mm. Der Blutdruck stieg nach der Einspritzung bis 73 Mm. Am Ende des Experimentes 65 Mm. Zeichnung Vs 8 ist aus dieser Kurve ausgeschnitten 3 Minuten 22 Secunden nach der Einspritzung von Infusum Chamomellis virginica (1 : 10) in Vena cruralis.\nViburnum prunifolium. Uterus vor der Einspritzung\u201427 51m.. nach der Einspritzung\u201428 Mm. 8 Minuten nach der Einspritzung von Infusum viburni pruni-folii (1 : 10) in Vena cruralis\u201430 Mm. Der Blutdruck, vor der Einspritzung \u2014 44 Mm., fiel nach der Einspritzung bis 16 Mm. 6 Minuten 55 Secunden nach der Einspritzung \u201446 Mm. Am Ende des Experimentes \u201450 Alm. Zeichnung VI' 9 ist aus dieser Kurve ausgeschnitten 6 Minuten 36 Secunden nach der Injection.\nUrtica urens. Uterus vor der Injection \u20147 Mm.. 3 Minuten nach der Injection in Vena femoralis von 25 Ce. Infusum urticae urens ( 1 : 10)\u2014 6' , Mm. Am Ende des Experimentes\u20148 Mm. Der Blutdruck, vor der Einspritzung\u201446 Mm., fiel nach der Einspritzung bis 25 Mm. Am Ende des Experimentes\u201447 Mm. (s. Zeichnung V\u00bb 10; sie ist aus dieser Kurve 3 Minuten 10 Secunden nach der Injection ausgeschnitten. Normalgr\u00f6sse). Die mikroskopische Untersuchung der Gelasse der Zunge eines Frosches nach der Injection von 1,0 Infusum urticae urens gab negative Resultate.\nUrtica urens ist ein blutstillendes Volksmittel und war fr\u00fcher nicht untersucht worden.","page":142},{"file":"p0142s0001table1.txt","language":"de","ocr_de":"Le Physiologiste Russe, vol II, 26\u201430.\nI. Kalabtn\nTafel 1\nt. Urtica urens (s'10\" nach der Einspritzung).\n3. Blutgerinnung nach Injection latnii albi.\n6. Lamium album.\n8. Lamium album.\n11. Urtica dioica (2' 34\" nach der Einspritzung).\n4. Chamomillia virginica (3' 30\" nach der Einspritzung)\n7. Viburnum prunifolium (6' 55\" nach der Einspritzung).\n9. Normale Uteruscurve.\n10. Lamium album (4' 10\" nach der Einspritzung).\n12. Hydrastis canadensis (1' 20\" nach der Einspritzung. 25 Cc.).","page":0},{"file":"p0143.txt","language":"de","ocr_de":"TEREK. RTE CONTE ACTT0N\u00cbN RES UTERUS.\n143\nUrtica dioica. Uterus vor der Einspritzung\u201421 Mm. 3 Minuten nach der Injection in Vena cruralis von 25 Ce. Infusum urticae urens (1 : 10)\u201423 Mm., 5 Minuten nach der Injection\u201424 Mm. Am Ende des Experimentes\u201426 Mm. Der Blutdruck war vor der Injection\u201463 Mm.; fiel nach der Injection bis 42 Mm. (40 Secunden nach der Injection), 3 Minuten nacli der Injection\u201464 Mm., 5 Minuten nach der Injection - 62 Mm. Am Ende des Experimentes\u201462 Mm. (Zeichnung Al 11 ist aus dieser Kurve ausgeschnitten 2 Minuten 36 Secunden nacli der Injection in Vena cruralis Infusum urticae dioicae (1 : 10) 25 Cc.. Normalgr\u00f6sse). Urtica dioica wurde von Menier (Gazette de Gyn\u00e9cologie 1887) als blutstillendes Mittel bei Metrorrhagien empfohlen, war aber nicht untersucht worden.\nDauer des Experimentes 15 Minuten.\nDie Versuche wurden an den Tieren in der Chloroformnarkose ausgef\u00fchrt. Makroskopische Beobachtungen der Zunge eines Frosches vor und nach der Injection von 1 Gr. Infusum lamii albi (1 : 10) gaben keine positiven Resultate (im Sinne der Contraction der Gefiisse). Nach der Injection von je 25 Cc. Infusum lamii albi in venam femoralis 2 graviden H\u00fcndinnen gegen das Ende der Gravidit\u00e4t gelang es mir nicht, nach der Laparotomie Contractio-nen des Uterus mit blossem Auge wahrzunehmen.\nWas die klinischen Resultate anbetrifft, so verordne ich meinen Kranken w\u00e4hrend meiner 14-j\u00e4hrigen Praxis Tinctura lamii albi zu 40 Tropfen in einem\nWeinglas Wasser alle 2 Stunden, stets bis zu v\u00f6lligem Aufh\u00f6ren der Blutung.\nAuf Grund der F\u00e4lle aus meiner Privatpraxis kann ich bemerken, dass bei intersticiellen Fibromen der Geb\u00e4rmutter Tinctura lamii albi, welche behufs Stillung der Blutung verabreicht wurde, nicht in allen, sondern etwa nur in der H\u00e4lfte der F\u00e4lle g\u00fcnstige Resultate als H\u00e4mostaticum gab. In den F\u00e4llen, wo die H\u00e4morrhagie aufh\u00f6rte, wurde die fibr\u00f6se Geschwulst h\u00e4rter.\nWie bekannt, helfen auch die \u00fcbrigen blutstillenden Mittel: Hydrastis, Er-gotin, Chamomellis, Gossipium\u2014bei intersticiellen Fibromyomen der Geb\u00e4rmutter nicht immer.\nBei uterinen H\u00e4morrhagien, die von Entz\u00fcndungskrankheiten der Adnexe\n2\nder Geb\u00e4rmutter abhingen, brachte Tinctura lamii albi mehr als in der F\u00e4lle\n\u00f6\nNutzen.\nBei Blutungen w\u00e4hrend der postpuerperalen Periode hat mir Tinctura lamii albi in vielen F\u00e4llen gleichfalls g\u00fcnstige Resultate gegeben, obgleich in solchen F\u00e4llen Ergotin und Secale cornutum besser wirken.\nBei H\u00e4morrhagien bei Abortus incipiens verordne ich 3\u20144 Mal t\u00e4glich\nzu 25 Tropfen in einem \\ Weinglase Wasser und habe gleichfalls gute Resultate erhalten, jedenfalls keine geringeren als von Viburnum prunifolium.\nln einigen F\u00e4llen uteriner Blutungen, die nach der operativen Entfernung der Adnexe der Geb\u00e4rmutter eintraten, gab die Verabreichung von Tinctura lamii albi, 4n Tropfen alb' 2 Stunden, gute Resultate: In einem dieser F\u00e4lle waren Hydrastis canadensis, Chamomellis virginica und Ergotin, die fr\u00fcher verabreicht worden waren, resultatlos geblieben.","page":143},{"file":"p0144.txt","language":"de","ocr_de":"144\nEEBER PIE CONTRACTIONS PES ETERI\u2019S.\nBd allen Kranken f\u00fchlte sich die Geb\u00e4rmutter nach dem Gebrauch von Tinctura lamii albi, bei der bimanuellen Untersuchung, h\u00e4rter an als vor dem Gebrauch derselben.\nAusserdem gab der Gebrauch dieses Mittels (40 Tropfen alle 2 Stunden\nin einem -}- Weinglase Wasser) gute Resultate in mehreren F\u00e4llen von h\u00e4-\nmorrhoidalen Blutungen mit Ausnahme eines Falles, der chirurgischen Eingriff erforderlich machte.\nIn 3 F\u00e4llen von Blutsturz (bei Tuberculosis pulmonum) hat dieses Mittel g\u00fcnstige Resultate geliefert.\nDii\" Zahl der Kranken, denen ich Tinctura lamii albi bei uterinen und anderen Blutungen verordnet habe, ist \u00fcber 60 gewesen.\nZum Schl\u00fcsse halte ich es f\u00fcr eine angenehme Pflicht dem hochgeehrten Herrn Prof. A. Vogt f\u00fcr die mir erteilte Erlaubnis im Institute der Allgemeinen Pathologie arbeiten zu d\u00fcrfen, sowie meinem hochgeehrten Collegen. Herrn Dr. med. W. Lindemann f\u00fcr seine Mitwirkung bei der Bearbeitung des experimentellen Teils gegenw\u00e4rtiger Arbeit und der Analyse von zwei der erhaltenen Kurven meinen tiefsten Dank auszusprechen.\nWas die literarischen Thatsachen anbetrifft, so habe ich nur Florain's Arbeit ( De la valeur th\u00e9rapeutique de l\u2019ortie blanche \u00abLamium album* et de ses propri\u00e9t\u00e9s h\u00e9mostatiques>. Bulletin th\u00e9rapeutique. 1887) gefunden. Flo-rain verordnete Tinctura lamii albi nach folgendem Recept: Tinctura lamii albi 100 Gr., syropi simplicis 50.0, aqua destillata 25,0. alle halbe Stunde einen Essl\u00f6ffelvoll bis zum Aufh\u00f6ren der Blutung und darnach 1 Essl\u00f6ffelvoll alle 4 Stunden. In seiner Schrift erw\u00e4hnt der Autor einer Kranken, die an starken uterinen Blutungen litt, gegen welche er Ergotin, Tannin, Ferrum sesquichloratum erfolglos angewandt hatte. Florain verlor schon die Hoffnuug auf Genesung der Kranken, als ihr von der Hebamme der ausgepresste Saft von Lamium album verabreicht wurde, woraufhin die Blutungen schon nach einigen Gaben aufh\u00f6rten. Somit fing Florain ein Jahr sp\u00e4ter an. dieses Mittel anzuwenden als ich.\nNach SaladiiTs Untersuchungen ist diese Pflanze (Lamium album) reich an Tannin und Acidum gallicum. Florain hat das Alkaloid derselben. <Lamin> genannt, in Gestalt eines weissen amorphen Pulvers erhalten. Dasselbe l\u00f6st sich in Wasser schwer, in Weingeist, Aether und Chloroform garnirht, aber leicht in Salzs\u00e4ure. Zu subcutanen Einspritzungen empfiehlt Florain das salzsaure Lamm, welches in ziemlich grossen Dosen (die Gr\u00f6sse derselben ist nicht genau angegeben) die Blutung rasch zum Stillstand bringt, ohne Vergiftung nach sich zu ziehen. Physiologische Untersuchungen hat der Autor nicht angestellt.\nIm Jahre 1694 empfahl Zacutus Lusitaniens in seinen Opera omnia \u00bb den Saft der weissen Nessel gegen Blutspucken. Sydenham verordnet dasselbe Mittel gegen Abortus und uterine Blutungen. Nach M\u00e9nier's Beobachtungen \u00fcbt Lamium album bei Metrorrhagien keine blutstillende Wirkung aus (Gazette de Gyn\u00e9cologie 15/III 1887).","page":144}],"identifier":"lit36308","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"138-144","startpages":"138","title":"Ueber die Contractionen des Uterus unter Anwendung von Lamium album und einigen anderen pharmakologischen Mitteln","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:42:39.005728+00:00"}
