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{"created":"2022-01-31T16:43:58.422896+00:00","id":"lit36309","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Birukoff, Boris","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 145-150","fulltext":[{"file":"p0145.txt","language":"de","ocr_de":"Frage iilter den Eiulliiss der Spawning auf die ucga-live Schwankung des Muskelstroms.\nYon Boris Birukoff (St.-Petersburg).\nWie bekannt, untersclieidet man zweierlei Zuckungen des Muskels, solche, bei denen die Muskelspannung sich nicht ver\u00e4ndert, und solche, bei denen infolge des Widerstandes, den die Verk\u00fcrzung des Muskels erf\u00e4hrt, bedeutende Ver\u00e4nderungen der Spannung stattfinden. Die erste Art heisst isotonische, die zweite\u2014isometrische Zuckung. W\u00e4hrend die Ver\u00e4nderungen der Spannung sowie die dementsprechenden Ver\u00e4nderungen der W\u00e4rmeentwicklung im Muskel schon seit lange studirt werden, waren bis vor kurzem keine Arbeiten bekannt, deren Aufgabe gewesen w\u00e4re, den Verlauf der elektrischen Erscheinungen im Muskel bei diesen zwei Arten von Zuckung zu untersuchen. Neuerdings erschienen in dieser Pachtung einerseits die Arbeiten von Sehende ') und Amaya * 2), anderseits eine Arbeit von Rudolf du Bois-Reymond 3). Schenck sprach die Ansicht aus, dass die elektrischen Erscheinungen im Muskel bei Isometrie und bei Isotonie verschiedenartig verlaufen. Du Bois-Reymond dagegen war der Meinung, dass bei isometrischer und bei isotonischer Zuckung in der negativen Schwankung des Muskelstroms kein Unterschied vorhanden ist. Beide Forscher f\u00fchrten ihre Untersuchungen mittelst des Capillarelektrometers aus. Die Frage blieb unentschieden, da Sehende die elektrischen Erscheinungen im Muskel nicht in der Einzelzuckung des Muskels, sondern im Tetanus desselben untersuchte; in letzterem Falle aber wird die Erscheinung dadurch maskirt, dass, wie Du Bois Reymond '*) richtig bemerkt, eine negative Schwankung sich \u00fcber die andere legt. Was Du Bois-Reymond's Arbeit betrifft, so gesteht der Autor selbst den wesentlichen Mangel ein, dass die von ihm benutzten Elektroden polarisirbar waren, infolge dessen die von ihm erhaltenen Kurven der negativen Schwankung den wirklichen elektrischen Schwankungen nicht entsprachen. Ausserdem experimentirten Scheuch und Du Bois-Reymond mit Muskeln von ungleichen\u00e4ssiger Structur, und zwar ersterer mit dem M. gastrocnemius und dem M. sartorius, letzterer mit dem M. gastrocnemius allein. Amaya untersuchte nur den Eudtheil der negativen Schwankung.\nAngesichts der wichtigen Bedeutung, welche die vorliegende Frage f\u00fcr unser Urteil \u00fcber die Ursachen hat, die der negativen Schwankung des Muskelstroms zu Grunde liegen, f\u00fchrte ich auf Antrag des Herrn Prof. Bernstein (dem ich hierbei meinen herzlichsten Dank ausspreche) im Sommer 1899 im\n!) \u201elieber den Einfluss der Spannung auf die negative Schwankung des Muskelstroms\u201c. Pfl\u00fc-ger's Archiv. Bd. 03.\n2) \u201eI eher die negative Schwankung hei isotonischer und isometrischen Zuckung\u201c. Pfl. Arch. Bd. <0. p \u201eLeber den Verlauf der negativen Schwankung bei Isotonie und Isometric*\". Centralbl. iur Phvsiol. Bd. 11, S. 33.\n9 l. c.\n10","page":145},{"file":"p0146.txt","language":"de","ocr_de":"\u00dc\u00cbB\u00cbR DEN \u00cbrXFL\u00fcSS DER SPANNUNG U. S. W.\n146\nPhysiologischen Institut zu Halle in dieser Richtung Versuche aus, hei denen ich, Prof. Bernstein s Ratschl\u00e4ge befolgend, die obenerw\u00e4hnten M\u00e4ngel vermied. So benutzte ich 1-stens die beiden, zusammen abpr\u00e4parirten, mm. abductores magnus et longus des Frosches, die eine ganz gleichm\u00e4ssige Structur der Fasern besitzen, und bediente mich 2-tens nur unpolarisirbarer Thonelektroden. Es wurde partielle Isometrie ausgef\u00fchrt, indem * um den in einem Gummi-Schlittenapparat in horizontaler Lage befindlichen Muskel eine schmale (0,6 Ctm.) Bandschlinge geschlungen wurde. Das untere Ende des Bandes war mit einem Registrirhebel verbunden und dieser letztere bei Isometrie unbeweglich festgekn\u00fcpft. Es wurden auf diese Weise \u00abVerdickungskurven\u00bb erhalten. Die Oberfl\u00e4che des auf dem Muskel liegenden und mit physiologischer L\u00f6sung befeuchteten Bandes ber\u00fchrte das eine Ende eines Wollfa-dens, w\u00e4hrend das andere um den th\u00f6nernen Teil der Elektrode geschlungen war. Der Faden wurde ebenfalls mit physiologischer L\u00f6sung benetzt. Die andere Elektrode ber\u00fchrte den Querschnitt des Muskels. Diese Anordnung hatte den Zweck, dass bei der isotonischen Zuckung die Verdickung des mit dem Bande bedeckten Muskelteils m\u00f6glichst geringen Widerstand erf\u00fchre und bei Isometrie der betreffende Muskelteil m\u00f6glichst vollkommen der F\u00e4higkeit beraubt w\u00fcrde sich zu verk\u00fcrzen. Die Reizung geschah durch einzelne Oeffnungsschl\u00e4ge auf den ramus adductorius, welcher zusammen mit dem St\u00fccke des n. ischia-dicus abpr\u00e4parirt wurde. Das Capillarelektrometer wurde in gew\u00f6hnlicher Weise (von Burch in seiner Schrift \u00fcber das Capillarelektrometer beschrieben) aufgestellt. Der Schatten fiel unter einem Winkel von 4f>n auf ein an der Axe eins BaltzeBsehen Cylinders befestigtes Spiegelchen. Bei der Drehung der Axe wurde der Schatten in die Camera zur\u00fcckgeworfen und photographisch aufgenommen (die Camera stand rechtwinklich zur Richtung der vor der Capillarr\u00f6hre auf den Spiegel fallenden Strahlen). Es muss hinzugef\u00fcgt werden, dass vor der engen Spalte, auf welche der Schatten des Ca-pillarr\u00f6hrchens geworfen wurde, sich ein d\u00fcnner mit dem Muskel in Verbindung stehender\" Hebel und diesem parallel die Spitze eines Unterbrechers (100-mal in der Seconde) befand, infolge dessen gleichzeitig die Schwankungen des Quecksilbermeniscus, die Zuckungen des Muskels und die Zeit photographirt wurden. Wie ich mich nach zahlreichen Versuchen \u00fcberzeugt habe, muss man nicht trachten, das Capillarr\u00f6hrchen besonders d\u00fcnn und daher sehr empfindlich zu nehmen: zu grosse Empfindlichkeit ist oft den schnellen Ver\u00e4nderungen des Quecksilbermeniscus hinderlich, die durch die Ver\u00e4nderungen des elektrischen Potentials bewirkt werden. Wichtig ist, dass das Capillarr\u00f6hrchen auf einer kurzen Strecke eine scharf ausgepr\u00e4gte konische Verengerung aufweise. Das von mir ausgezogene R\u00f6hrchen entsprach 0,005 Volt., d. h. war zugleich auch empfindlich genug. Mittelst dieses Capillarr\u00f6hrchens erhielt ich die beigef\u00fcgten Figuren, die von links nach rechts zu lesen und anderthalb vergr\u00f6ssert sind.\nFig. I stellt den Verlauf der negativen Schwankung bei isotonischer .Zuckung der mm. adductorii dar, die durch einen einzelnen Oeffnungsschlag auf den ramus adductorius hervorgerufen wurde. Fig. II stellt dasselbe dar, jedoch bei isometrischer Zuckung desselben Muskels. Der Zeitraum von einer Zuckung zur andern betrug nicht mehr als 2 Minuten. Der Muskel war nicht belastet; wie schon erw\u00e4hnt, wurde nur \u00abpartielle\u00bb Isometrie ausgef\u00fchrt. Die Rollentfer-","page":146},{"file":"p0147.txt","language":"de","ocr_de":"tT\u00cbB\u00cbR PESV EIN ELI1 SS PER SP\u00c0NN\u00dcNG \u00dc. S. \\V.\n147\n\u00eeiung war 25 cm. Eine Yergleiclmng der Kurven, welche die negative Schwankung in beiden F\u00e4llen darstellen, zeigt, dass die elektrischen Ver\u00e4nderungen bei Isotonie sowohl als auch bei Isometrie ganz gleichen Verlauf nehmen. Wie erkl\u00e4rt sich nun diese Erscheinung, da es doch \u00fcber allem Zweifel steht, dass sich bei Isometrie mehr W\u00e4rme ausscheidet und die Muskelspannung zunimmt? Damit unsere weitere Darstellung verst\u00e4ndlich sei, ist es notwendig vorher einige Worte \u00fcber Schenk's j\u00fcngste Einw\u00fcrfe gegen die Erkl\u00e4rungen der negativen Schwankung, von Prof. Bernstein's Gesichtspunkte aus betrachtet, zu sagen.\nDa Sehend\u2022 in seinen Versuchen bei Isometrie eine Verminderung der negativen Schwankung im Vergleich zur negativen Schwankung bei Isotonie erhalten lnt, bestreitet er Prof. Bernsteins Ansicht \u00fcber die negative Schwan-\nFig. 1.\tFig. 2.\nkung, nach welcher letztere ausschliesslich einen sich im Nerven und im Muskel abspielenden chemischen Prozess ausdr\u00fccken soll. Sehend' ist der Meinung, dass bei einer solchen Annahme bei Isometrie immer eine gr\u00f6ssere negative Schwankung erhalten werden m\u00fcsste als bei Isotonie, da, wie bekannt, sich bei jener mehr W\u00e4rme entwickelt und folglich der chemische Prozess energischer von statten geht als bei Isotonie. Daraus zieht Sehende den Schluss, dass Yergr\u00fcsserung der Muskelspannung die Gr\u00f6sse der negativen Schwankung vermindert und dass letztere daher w\u00e4hrend des latenten Reizes nicht aulh\u00f6rt, Sehend''s Erkl\u00e4rung nach w\u00e4re der erste Teil der negativen Schwankung der Ausdruck des der Zuckung vorangehenden \u00abReizleitungsprocesses\u00bb, und der zweite Teil der Ausdruck der eigentlichen Zuckung. Somit stellt Sehend' in erste Reihe die mechanischen Bedingungen der Zuckung und in unmittelbare Abh\u00e4ngigkeit von denselben die Gr\u00f6sse der negativen Schwankung. Es ist nun m\u00f6glich zu einer Erkl\u00e4rung der von mir erhaltenen Figuren \u00fcberzugehen. An Fig. I werden wir gewahr, dass der auf steigende Teil (welcher allein als Ausdruck der negativen Schwankung dienen kann, da der absteigende Teil der Kurve der R\u00fcckkehr des Quecksilbermeniscus zu seiner anf\u00e4nglichen H\u00f6he entspricht) um circa V,00 Sekunde fr\u00fcher endet als die Muskelzuckung beginnt. Somit ist es klar, dass bei isometrischer Zuckung die negative Schwankung schon beendet ist, ehe noch eine Ver\u00e4nderung der Muskelspannung begonnen hat, und folglich die mechanischen Bedingungen die Gr\u00f6sse der nega-\n10*","page":147},{"file":"p0148.txt","language":"de","ocr_de":"148\nUEB\u00c8E DEN EINFLUSS DEE SPANNUNG U. S. W.\ntiven Schwankung nicht haben beeinflussen k\u00f6nnen, da letztere in einem jedem Muskelelemente in der Periode des latenten Reizes stattfindet.\nAus dem Gesagten erhellt, dass die Thatsachen Prof. Bernstein's Ansicht nicht widersprechen. Wenn Scheuch bei Isometrie Verminderung der negativen Schwankung erhielt, so ist das Versuchsfeldern zuzuschreiben, da 1-stens mit den Mm. gastrocnemius und sartorius (von ungleichm\u00e4ssiger Structur) exp\u00e9riment\u00e2t und 2-tens eine tetanische Kurve der negativen Schwankung erhalten wurde.\nWas den Einfluss der Ver\u00e4nderungen der Muskelspannung auf die Gr\u00f6sse der negativen Schwankung anbetrifft, so f\u00fchrte schon im Jahre 1870 Laman-ski J) eine Arbeit in dieser Richtung aus, wobei er fand, dass die H\u00f6he der Schwankung mit der Vergr\u00f6sserung der Belastung so lange anw\u00e4chst, als die Arbeitsleitung zunimmt, bei weiterer Belastung aber wieder f\u00e4llt. Diese Versuche wurden mittelst Bernstein s Rheotom am M. gastrocnemius vorgenommen. Aehnliche Versuche f\u00fchrte auch Scheuch aus, aber er behauptet, dass mit der Vergr\u00f6sserung der negativen Schwankung deren Endteil kleiner und der Gesammtbetrag der Schwankung geringer wird. Es muss bemerkt werden, dass Scheuch nicht unter Belastung des Muskels (wie Lamanshi) experimentirte, sondern unter Dehnung des ruhenden und tetanisirten m. gastrocnemius. Versuche in dieser Richtung (aber unter Belastung und bei Einzelzuckung des Muskels) f\u00fchrte auch Bernstein-) aus, anf\u00e4nglich am m. gastrocnemius, sp\u00e4ter auch an Muskeln von gleichm\u00e4ssiger Structur, den mm. adductores. Mit dem m. gastrocnemeus erhielt er sehr unbest\u00e4ndige Resultate. An den mm. adductores konstatirte er, dass mit der Zunahme der \u00abArbeitsleistung\u00bb bei verst\u00e4rkter Belastung auch die Gesammtschwankung, und das Maximum der negativen Schwankung zunehmen.\nMeine Versuche f\u00fchrte ich auch unter Belastung aus und photographi\u00e9e in obenbeschriebener Weise gleichzeitig die negative Schwankung im Muskel und dessen Zuckung. Es wurde immer mit einem und demselben Pr\u00e4parate der mm. adductores bei sich gleichbleibender Reizungsst\u00e4rke exp\u00e9riment\u00e2t, anf\u00e4nglich ohne Belastung, dann sogleich mit Belastung (die Reizung geschah mittels einzelner Oeffnungsschl\u00e4ge). Ich beobachtete jedesmal Vergr\u00f6sserung sowohl der negativen Schwankung als auch Anwachsen der Zuckungskurve, wie aus Fig.\u20143 und 4 ersichtlich ist. Eig. 3 stellt die Erscheinung ohne Belastung vor, Fig. 4\u2014unter einer Belastung von 30 Gr. Man sieht, dass die Gr\u00f6sse des Gesammtbetrages der negativen Schwankung parallel der Vergr\u00f6sserung der Zuckungskurve des Muskels zunimmt. Vom Standpunkte der Bernstein'sehen Theorie aus betrachtet ist dieses Resultat ganz begreiflich. Die Belastung rief Vergr\u00f6sserung der Arbeitsleistung des Muskels und zugleich mit dieser Zunahme der Entwicklung der chemischen Energie hervor, was (bei der gleichen Reizungsschwelle) Vergr\u00f6sserung der negativen Schwankung zur Folge haben musste. Zu meinem Bedauern bin ich nicht im Stande einwandfreie photographische Aufnahmen f\u00fcr dasjenige Belastungsstadium vorzuf\u00fchren, wenn eine verst\u00e4rkte Belastung nicht mehr Ver-\n') ,,Die negative Stromschwankung des arbeitenden Muskels\u201c. Pfl\u00fcgers Archiv. Bd. 3. -) \u201eZur Theoiie der negativen Schwankung\u201c. Pfl\u00fcger\u2019s Archiv, Bd. 67.","page":148},{"file":"p0149.txt","language":"de","ocr_de":"UEBER DEN EINFLUSS DER SPANNUNG U. S. W.\n149\ngr\u00f6sserung der negativen Schwankung und der H\u00f6he der Muskelzuckung, sondern Verminderung derselben bewirkt hat. Nichtsdestoweniger konnte man sich an einem frischen Pr\u00e4parate leicht davon \u00fcberzeugen, dass die Zugabe auf einmal einer grossen Last keine Yergr\u00f6sserung der negativen Schwankung und der H\u00f6he der Muskelzuckung, sondern eine Verminderung hervorruft, Zu speciellen Versuchen in dieser Richtung gedenke ich n\u00e4chstens zur\u00fcckzukehren.\nAus dem hier Dargelegten ist, wie mir scheint, deutlich genug zu erkennen. dass der Grund der negativen Schwankung des Muskelstroms in dein durch die Reizung hervorgerufenen und der negativen Schwankung vorangehenden chemischen Prozesse im Muskel zu suchen ist. Wenn aber die negative Schwankung, ganz oder gr\u00f6sstenteils, in der Latenzperiode des Reizes (wie das bei einem einzelnen Muskelemente der Fall ist) beendet ist, so k\u00f6n-\nFig. 3.\nFig. 4.\nneu begreiflicherweise die Ver\u00e4nderungen in der Muskelspannung die Gr\u00f6sse dieser negativen Spannung nicht beinflussen, da sie erst nach dem Latenzstadium des Reizes aultreten, oder, mit andern Worten, die negative Schwankung muss bei Isotonie und Isometrie dieselbe sein, was bei meinen Versuchen auch der Fall war. Wird aber der Versuch an irgend einem zusammengesetzten Muskel ausgef\u00fchrt, so kann infolge dessen, dass die Zeit und die Verbreitung der negativen Schwankung viel l\u00e4nger w\u00e4hren als das Stadium des latenten Reizes, wahrscheinlich beobachtet werden, dass ein grosser heil der negativen Schwankung in die Periode der Muskelzuckung f\u00e4llt. In diesem balle ist die Vergr\u00f6sserung der Reizungsschwelle zugleich mit der V erbreitung der beginnenden Zuckung zu erwarten. Folglich, um diesen Falle zu untersuchen ist es notwendig die Gr\u00f6sse der negativen Schwankung bei Isotomie und Isometrie in weiter Entfernung von der gereizten Stelle des Muskels zu vergleichen, d. h. also den Versuch an einem langfaserigen Muskel anzustellen.\nDass der Grund der negativen Schwankung wirklich ein im Muskel stattfindender chemischer Prozess ist, folgt auch noch daraus, dass die Gr\u00f6sse der negativen Schwankung bei der \"Belastung zunimmt und zwar in dessen ganzer L\u00e4nge, und nicht Idos, wie Schenk annimmt, in dem ersten Teile. Jedenfalls finden diejenigen Erscheinungen in der Verbreitung der negativen","page":149},{"file":"p0150.txt","language":"de","ocr_de":"150\nBIBLIOGRAPHIE.\nSchwankung, welche dann eintreten k\u00f6nnen, wenn ein grosser Teil derselben in die Zeit der Muskelzuckung f\u00e4llt, nur deshalb statt, weil der chemische Prozess und die Arbeitsleistung entweder zu- oder abnehmen und sie diesen Ver\u00e4nderungen entsprechen m\u00fcssen. Schenck\u2019s Ansicht nach bewirkt die Ver-gr\u00f6sserung der Spannung in der zweiten H\u00e4lfte der negativen Schwankung stets Verminderung ihrer H\u00f6he.\nNachdem vorliegende Arbeit schon beendet war, erschien im Druck eine (in demselben physiologischen Institute zu Halle ausgef\u00fchrte) Arbeit von Jensen '), der mittelst des Galvanometers beweist, dass die elektrische Schwankung bei Isotonie und bei Isometrie in einem einzelnen Muskelelemente (mm. addu-ctores) ganz identisch verl\u00e4uft.\nB i b I i o g r a p li i e.\nI. Analyses.\nOwsiannikow, Ph. Ueber die Nervenelemente und das Nervensystem des Flusskrebses (Astacus fluviatilis) Mit 1 Tafel. M\u00e9moires de T Acad\u00e9mie Imp\u00e9riale des Sciences de St.-P\u00e9tersbourg. VIII S\u00e9rie. Classe Physico-Math\u00e9matique. Vol. X. V 2. 1900. St.-P\u00e9tersbourg.\nDie Resultate der vorliegenden Arbeit kann man in folgende Haupts\u00e4tze zusammenfassen. Die Nervenzelle besitzt eine Membran, besteht aus Plasma, in welchem Schollen und Primitivfibrillen liegen. Die letzteren sind feiner oder gr\u00f6ber. Feinere Fibrillen liegen um den Kern und bilden ein Maschenwerk, die gr\u00f6sseren mehr an der Peripherie der Zelle, gesellen sich zu einem dicken B\u00fcndel, welches aus den Zellen durch die Cylinderaxis herausl\u00e4uft. Der Kern besitzt ein oder zwei Kernk\u00f6rperchen und eine feste Membran, die manche Eigenth\u00fcmlichkeiten aufweist. W\u00e4hrend die meisten Zellen, was ihren Bau anbetrifft, einander sehr \u00e4hnlich sind, ist die Gruppirung der Kernbestand-theile der K\u00f6rnchen, F\u00e4serchen, St\u00e4bchen eine sehr verschiedenartige. Das Gewebe, in welchem die Nervenzellen gelagert sind, ist wesentlich von dem verschieden, aus welchem die Zellen bestehen. Fs findet kein Uebergang der Fasern aus einem Gewebe in das andere statt. Aron der Nervenzelle gellt in der Regel nur ein Nerv aus, aus dem sowohl Dendriten als Nerven entspringen. Die Primitivfibrillen, welche zur Bildung der Nerven und Dentriten beitragen, liegen in einer halbfl\u00fcssigen Masse eigebettet. Alle Abdominalganglien sind, was ihren feineren Bau anbetrifft, einander sehr \u00e4hnlich. Die Structur der genannten Ganglien hat mit der des R\u00fcckenmarkes viel Aehnlichkeit. Man\nf) \u201eUeber das Yerh\u00e4ltniss der mechanischen und clectrischen Vorg\u00e4nge im erregten Muskel\u201c. Pfl. Arch., Bd. 77,","page":150}],"identifier":"lit36309","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"145-150","startpages":"145","title":"Zur Frage \u00fcber den Einfluss der Spannung auf die negative Schwankung des Muskelstroms","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:43:58.422901+00:00"}
